Bruno Grönkowski alias Bruno
Gröning (30.5.1906 bis 26.1.1959) wähnte sich für von
Gott gesandt, hielt Vorträge, betätigte sich als Heiler und wurde
wegen verbotener Heilbehandlung verurteilt. In seinem Auftrag wurde 1958
der Verein zur Förderung seelisch-geistiger und natürlicher Lebensgrundlagen
in Deutschland e.V. gegründet, der noch heute existiert (>>).
Nach Grönings Tod gründete seine Anhängerin
Margarete “Grete” Häusler (25.3.1922
bis 6.9.2007) den “Bruno Gröning
Freundeskreis” (>>), den dazugehörigen Trägerverein
(>>) und diverse Firmen (>>).
Nach ihrem Tod wurde ihr Sohn Dieter Häusler (geb. 1962) ihr Nachfolger
im Vorstand des Vereins, der auch alleiniger Gesellschafter der Grete Häusler
GmbH ist.
Im “Kreis”” geniessen das
Andenken an Bruno Gröning und seine angeblichen Heilerfolge kultische
Verehrung. Es wird behauptet, er habe eine “Lehre” geschaffen, deren Anwendung
Heilung bewirken könne. Wichtigster “Lehrsatz”: Es gibt keine unheilbaren
Krankheiten. “Heilung” durch Wegdefinieren
der Krankheit ist eine bei Esoterik und Sekten weit verbreitete Methode.
Zu deren Inventar gehören üblicherweise auch nicht näher
definierte Energieströme, die angeblich Heilung bewirken sollen. Bei
Bruno Gröning ist es ein “Heilstrom” (>>),
der angeblich auch noch über 50 Jahre nach seinem Tod wirkt.
UNO-Preis vorgetäuscht
In der Website www.bruno-groening.org war Anfang Juli
2013 zu lesen:
“Bruno Gröning-Freundeskreis erhält internationale
Friedensauszeichnung bei den Vereinten Nationen. Die World Peace
Prayer Society (WPPS) würdigt das über 30-jährige Engagement
des Freundeskreises”.
“Bei” den Vereinten Nationen bedeutet allerdings nicht “von”
der UNO.
Tatsächlich hat der Preis nichts mit der UNO zu
tun.
Zum Ort der Verleihung heisst es in der Internet-Seite
www.bruno-groening.org/peacePole.html (2.7.2013):
“Die feierliche Zeremonie fand auf Einladung des United
Nations Staff Recreation Councils (UNSRC) SaluS in der ökumenischen
Tillmann Chapel der UN statt.”
Damit soll der Eindruck erweckt werden, als handele es sich
um eine der UNO gehörige Kapelle. Das ist nicht der Fall. Die “Tillman
Chapel” gehört zum “Church Center”, einem 12-stöckigen Bürogebäude
in der Nähe des UNO-Komplexes. Ob diese Kapelle wirklich etwas mit
der UNO zu tun hat, ist unklar. Sie kann gemietet werden.
UNSRC ist ein Verein von UNO-Mitarbeitern zwecks Freizeitgestaltung.
Vermutlich richtet dieser solche Feierlichkeiten aus.
Zum Verleiher des Preises schreibt die Göning-Website
(2.7.2013):
“Die an die Organisation der Vereinten Nationen (UNO)
angegliederte World Peace Prayer Society (WPPS) zeichnete den Bruno
Gröning-Freundeskreis am 23. Mai 2013 mit dem Peace Pole Award aus.”
Damit soll der Eindruck erweckt werden, als sei der Preis
von der UNO verliehen worden. Das ist nicht der Fall. Es kann keine Rede
davon sein, dass die Organisation WPPS der UNO “angegliedert” ist. “Angegliedert”
ist zum Beispiel die UNESCO.
Laut Website www.worldpeace.de ist
“Die World Peace Prayer Society … eingetragen als Nichtregierungsorganisation
beim Department of Public Information der Vereinten Nationen in New York.”
WPPS ist also lediglich eine der zahllosen Nichtregierungsorganisation
(NGO), die bei der UNO registriert sind.
In der Website wird die Verleihung wegen Gröning
nicht erwähnt. Wohl aber wird behauptet, man habe einen “Friedenspfahl”
“bei der UNO” aufgestellt.
Die Übergabe des Preises erfolgte durch
“Die UN Repräsentantin der WPPS, Deborah Moldow”.
Dadurch kann der Eindruck entstehen, Deborah Moldow sei Vertreterin
der UNO bei der WPPS. Tatsächlich ist sie lediglich die Vertreterin
der WPPS bei dem UNO-Büro für NGOs beim Department of Public
Information.
In der Website http://www.braco-info.com/dcms/braco-in-munchen-2.html
wird berichtet:
“Bracos erster Besuch in
München war ein ganz besonderes Erlebnis und ein ganz besonderer Tag.
Wir wollen uns bei den Organisatoren um Dieter Häusler und allen seinen
Helfer und seinem Organisationsteam an dieser Stelle ganz besonders bedanken!
Dieser Tag war mit über 6.500 Besuchern … Ein großer
Dank an Dieter Häusler und seine Freunde aus dem Bruno Gröning
Freundeskreis!
Bericht von Dieter Häusler,
Leiter des Bruno Gröning-Freundeskreises: Tausende wollen ihn erleben!
… In den großen Saal des Bürgerhauses werden jeweils Personengruppen
zwischen 460 bis 700 Personen eingelassen. Dieter Häusler, der Leiter
des Bruno Gröning-Freundeskreises, führt in die jeweilige Session
ein, macht aufmerksam, gibt Hilfestellung und bereitet die Besucher auf
das kommende Ereignis vor. Dann erscheint Braco, tritt vor die Menschen
und richtet seine Augen auf sie. … “
Gröning-Anhänger verbreiten
den folgenden Text:
Gröning-Anhänger
verbreiten diesen Text: Bruno, Jesus und Braco
Immer wieder bezog sich Bruno
Gröning auf die Lehre Jesus Christus. Beide Lehren sind in ihrer ewig
gültigen Form auch als die Lehre Gottes zu bezeichnen, mit dem Unterschied,
das Jesus Lehre weitaus umfangreicher ist. Doch die Quelle der Lehren ist
unser Vater, der die jeweiligen Worte sowohl Bruno als auch Jesus in den
Mund gelegt hat.
Über Braco sprach Jesus
bereits vor 2000 Jahren als den Nachfolger Bruno Grönings. Von dieser
wichtigen Aussage Jesus kann sich ein Jeder selbst in der Neuoffenbarung
überzeugen. Ob Braco tatsächlich der Nachfolger Bruno Grönings
ist, davon allerdings kann sich ebenfalls Jedermann selbst überzeugen,
indem er ihn einfach aufsucht.
Der
“Bruno Gröning Freundeskreis”
veranstaltet bundesweit zahllose
Vorträge.
Der Begriff “Freundeskreis”
soll offenbar Privatveranstaltungen vortäuschen.
Der dahinter stehende Verein,
der Kreis für geistige Lebenshilfe e.V. (>>)
wird meist verschwiegen.
Das Zusammenwirken von Firmen und Verein wird in einer
Dienstanweisung zusammengefasst:
In
einem internen “Leitfaden zur GmbH-Abrechnung für GmbH-Kassenwarte”
(Abbildung) heisst es:
“Die GmbH gehört als
eigenständige Gesellschaft vollkommen dem Kreis (der Kreis ist einziger
Gesellschafter der GmbH) und damit dem Bruno Gröning-Freundeskreis.
In der GmbH gelten alle Grundregeln des Freundeskreises; insbesondere,
daß alle Freunde auch für die GmbH unentgeltlich arbeiten. Das
gilt ohne Ausnahme …”.
Dass der Verein meist
verschwiegen wird, dürfte einen guten Grund haben, denn die Werbung
verstösst offenbar gegen geltendes Recht.
Das Heilmittelwerbegesetz
“findet Anwendung auf die Werbung für Arzneimittel (und) andere Mittel,
Verfahren, Behandlungen und Gegenstände, soweit sich die Werbeaussage
auf die Erkennung, Beseitigung oder Linderung von Krankheiten, Leiden,
Körperschäden oder krankhaften Beschwerden bei Mensch oder Tier
bezieht”. Werbung mit Patientengeschichten
und Erfolgsberichten ist meist unzulässig. Jeder kann Strafanzeigen
erstatten.
Lokale
Vereinsaktivitäten vorgetäuscht
Vermutlich wichtigste Werbemethode
ist ein “kostenloser Einführungsvortrag”.
Werbung im Amtsblatt der
Stadt Überlingen vom 23.3.2005 in der Rubrik “Vereine berichten”:
“Einführungsvortrag
über Hilfe und Heilung auf dem geistigen Weg – medizinisch beweisbar
(Bruno Gröning-Freundeskreis) Am Samstag, 09.04.2005,
18.00 Uhr, findet im Deutschen Roten Kreuz, Helltorstraße 8 in Überlingen
ein kostenloser Einführungsvortrag statt. Bei diesem Vortrag wird
das Wichtigste über Bruno Gröning und seine Lehre vermittelt,
vor allem, wie die geistige Heilkraft aufgenommen werden kann. Alle Interessierten
sind zu diesem Vortrag herzlich eingeladen.
Weitere Information: www.bruno-groening.de”
Als Veranstalter genannt wird
ein nicht existenter “Bruno Gröning-Freundeskreis”.
Dahinter verstecken sich
ein zentraler Verein (>>) und vor allem eine Firma
(>>), beide mit Sitz in Siegburg bei Bonn.
Die Behauptung, “Heilung
auf dem geistigen Weg medizinisch beweisbar!” ist in praktischen alle Werbungen
enthalten. Diese Werbebehauptung
enthält eine grobe Täuschung. “Medizinisch beweisbar”
ist eine Heilung nur bei Anwendung der in der wissenschaftlichen Medizin
geltenden Regeln. Diese Regeln werden hier
nicht angewandt. Der Gröning-Kult
beschränkt sich vielmehr auf “Erfolgsberichte”. Im Internet wird allerdings
der Eindruck erweckt, als würden diese Berichte nach eben diesen wissenschaftlichen
Regeln geprüft:
Aus:http://www.bruno-groening.de/mwf/defaultmwf.htm
Ein wesentlicher Aspekt
der Arbeit der Ärzte der Medizinisch-Wissenschaftlichen Fachgruppe
(MWF) ist die systematische Erfassung und Prüfung von geistigen Heilungen.
Dazu wurden Geheilte aus
den Gemeinschaften des Bruno Gröning-Freundeskreises geschult, Erfolgsberichte
qualifiziert aufzunehmen. So konnte inzwischen ein internationales Netzwerk
zur Erfassung der Heilungen innerhalb der Gemeinschaften des Freundeskreises
aufgebaut werden:
Wenn in einer Gemeinschaft
des Freundeskreises im In- oder Ausland eine Heilung geschieht, so verfasst
der örtliche Mitarbeiter eine Kurzmeldung an den leitenden Arzt der
MWF, Matthias Kamp. Gleichzeitig wird die Aufnahme eines Erfolgsberichts
in die Wege geleitet. Zur Aufnahme eines Berichts existiert ein Leitfaden
und ein Fragebogen, durch den ähnlich wie bei der klinischen Anamnese
durch bestimmte Fragen der Zustand des Geheilten vor und nach der Heilung
detailliert erfasst wird. Dieser Bericht wird auf regionaler Ebene vorgeprüft
und dann an eine zentrale Stelle nach Hamburg weitergeleitet. Von dort
wird er einem der knapp 40 Ärzte des Ärztekreises der MWF zur
inhaltlichen Prüfung vorgelegt. Fragen der regionalen oder ärztlichen
Kontrolle klärt der Mitarbeiter am Ort mit dem Geheilten ab. Falls
die Fragen zur Zufriedenheit der Prüfinstanzen beantwortet wurden,
folgt noch eine nichtärztliche und ärztliche Endkontrolle.
Anschliessend wird der Erfolgsbericht
in der EDV erfasst und nach Jahrgängen und Erkrankungen geordnet abgespeichert.
Parallel zu der Aufnahme des Berichts wird vom Leiter der MWF, sowie es
aus ärztlicher Sicht sinnvoll erscheint, eine Dokumentation in die
Wege geleitet. Ärzte der MWF fordern sämtliche medizinischen
Vorbefunde an und leiten eine Nachuntersuchung durch einen unabhängigen
Kollegen vor Ort ein. Die Dokumente werden dem abgeschlossenen Bericht
zugefügt und meist durch einen ausführlichen ärztlichen
Kommentar ergänzt.
Das
Thema des Vortrags, für den auf dem Faltblatt rechts geworben wird:
“Ärzte und
Heilpraktiker informieren: Heilung auf dem geistigen Weg medizinisch beweisbar!”.
Üblicherweise wird solche
Geistheilung von selbsternannten Heilern angeboten. Hier tritt aber kein
solcher auf. Auch eine der sonst üblichen
“Methoden” wird hier nicht angeboten. Zumindest nicht auf den ersten Blick.
Abbildung rechts: Vorderseite
eines Faltblattes, mit dem für eine Veranstaltung am 13.3.2005 in
Arnsberg geworben wurde.Das Faltblatt wurde großflächig in Arnsberger
Briefkästen verteilt. Zum Vergrössern Klick auf Abbildung.
Bruno
Grönings “Heilstrom”
Bei näherem Hinsehen
wird auch hier eine Methode angeboten. Laut Prospekt rechts
hat Gröning “das Wissen über die Aufnahme einer geistigen Heilkraft,
den ‘Heilstrom’ hinterlassen. … Im Bruno Gröning-Freundeskreis …
können Interessierte und Hilfesuchende kostenlos lernen, den Heilstrom
aufzunehmen”.
Abbildung rechts: Rückseite
eines Faltblattes, mit dem für eine Veranstaltung am 13.3.2005 in
Arnsberg geworben wurde.
Wer
war Bruno Gröning?
Bruno Gröning wurde
1906 als Bruno Grönkowski geboren. Er hat keine der angefangenen Berufsausbildungen
abgeschlossen und arbeitete als Gelegenheitsarbeiter. Bruno Gröning
schreibt in seinem Lebenslauf: “Bereits als Kleinkind wurden in meinem
Beisein kranke Menschen vor ihren Beschwerden frei”. “Im Alter von
21 Jahren verheiratete ich mich mit Gertrud Cohn aus Danzig. Dieser Ehe
sind 2 Kinder entsprossen, die zwischenzeitlich gestorben sind”. Wann diese
Kinder gestorben sind, in welchem Alter und warum, erwähnt er nicht.
Egon
Arthur Schmidt teilt darüber mit:
“Mit einundzwanzig Jahren
heiratete er. Doch seine Frau hatte kein Verständnis für ihn.
Sie wollte ihn in die Enge eines bürgerlichen Familienlebens zwängen
und tat die Heilungen als “Schrullen” ab. Die 1931 und 1939 geborenen Söhne
Harald und Günter starben beide im Alter von neun Jahren. Obwohl schon
unzählige Menschen Heilung durch Bruno Gröning erfahren hatten,
glaubte Gertrud Gröning nicht an die Heilkraft ihres Mannes. Sie vertraute
die Kinder nicht ihm, sondern den Ärzten an. Doch die Schulmedizin
konnte nicht helfen. Beide Jungen starben im Krankenhaus, Harald 1939 in
Danzig, Günter 1949 in Dillenburg”.
Während sonst angeblich
sein “Beisein” zur Gesundung genügte, hatte Gröning offenbar
von seiner Ehefrau verlangt, die Behandlung der “Schulmedizin”
abzubrechen. Offen bleibt, woran die Kinder eigentlich gestorben sind.
1953 gründete Gröning
den “Bruno Gröning Bund”, dessen Präsident er selbst war, der
aber offenbar nie ins Vereinsregister eingetragen wurde. Zweck des Bundes
war das Einsammeln von Spenden, mit denen seine Verteidigung bezahlt werden
sollte. 1954 wurde ein Verbot öffentlicher Auftritte ausgesprochen.
1955 heiratete Gröning in zweiter Ehe die Französin Josette Duossé.
1958 wurde er wegen unerlaubter Heilbehandlung verurteilt. Gröning
starb 1959 während einer Operation in Paris an einem Krebsleiden.
Das
Filmplakat: “Gott ist der grösste Arzt”.
“Gott ist der grösste
Arzt”: Wer solche Formulierungen zu Werbezwecken benutzt, macht meist auch
mit der Heilkunde verdeckte Geschäfte.
Aus guten Gründen ist
Heilbehandlung ohne staatliche Zulassung verboten.
Bruno Gröning ist deshalb
verurteilt worden.
Immer wieder versuchen Einzelpersonen
und Organisationen, dieses Verbot zu umgehen.
Deshalb erscheint es durchaus
angebracht zu sein, ein solches Plakat etwas genauer anzusehen.
Rechts ein Plakat, mit dem
für Februar und März 2005 Filmvorführungen in Herford angekündigt
werden. Titel:
Das Phänomen Bruno
Gröning Wer der Veranstalter dieser
Filmaufführungen ist, das ist dem Plakat nicht zu entnehmen.
Einziger Hinweis: “gh-film.de”.
www.gh-film.de ist
laut Impressum die Website der Firma Grete Häusler GmbH, Oberbruchhausen
3, 53804 Much, Tel.: +49 (0) 2245 / 8559
Fax: +49 (0) 2245 / 8556,
Sitz: Hennef/Sieg, HRB Siegburg 4804, Ust-ID De812123695
Domaininhaber: Grete Haeusler
GmbH, Oberbruchhausen 3, 53804 Much.
Administrativer Ansprechpartner:
Manfred Fortmann, Grete Haeusler GmbH, Oberbruchhausen 3, 53804 Much. Dort
ist allerdings in der KlickTel-CD kein Firmenanschluss zu finden, sondern
nur der Anschluss 02245-5314 für Christa und Manfred Fortmann.
In Hennef/sieg ist kein
Anschluss für eine Grete Häusler GmbH zu finden. Nur zwei Anschlüsse
für Grete Häusler, 02242-81064 und 02242-85820.
Von der Website gh-film.de ist
ein Link geschaltet zur Website
www.bruno-groening.de
Impressum: Bruno Gröning-Freundeskreis,
Fasanenweg 12, 53773 Hennef/Sieg.
Trägerverein: Kreis
für geistige Lebenshilfe e.V., Registernummer: Siegburg VR 1843
Vorstand: Grete Häusler,
Manfred Fortmann.
Domaininhaber: Kreis fuer
geistige Lebenshilfe e. V., Fasanenweg 12, 53773 Hennef/Sieg
Administrativer Ansprechpartner:
Dieter Lüscher, Hüslimattweg 7, CH 5024 Küttigen,
Schweiz.
Unter der Adresse Fasanenweg
12, 53773 Hennef ist in der Telefon-CD kein Verein eingetragen. Einzige
Anschlüsse: Grete Häusler, 02242-81064 und 02242-85820
Der vor Jahrzehnten gestorbene Bruno
Gröning wird in eine Reihe gestellt mit derzeit aktiven “Heilern”
In einer Buchwerbung heisst es:
“Der gesamte Tagungsband kann
unter das Motto eines Zitats von Bruno Gröning gestellt werden: “Es
gibt kein Unheilbar!” “
In diesem Buch wird Bruno Gröning
zusammen mit anderen einschlägig bekannten “Heilern” behandelt:
http://www.jupiter-verlag.ch/shop/detail.php?artikel=2
Buch Energie
und Heilung
Autor: Diverse
Beiträge über
aussergewöhnliche Heilmethoden
Mit Vorträgen über
Zellular-Medizin – Vita Biosa – Hamers Neue Medizin – Rheumakonzepte –
Geistheilung und Bruno-Gröning-Freundeskreis
Sammelband der Vorträge
der Tagung vom 25. Oktober 2002 in Bensheim
– Durchbruch der Zellular-Medizin,
Dr. med. Matthias Rath; erfolgreiches Vitaminprogramm für schwere
Krankheiten
– Wirksame Mikroorganismen
für Mensch und Tier – Erfolge mit Vita Biosa, der deutschen Alternative
zum japanischen EM, Dr. agr. Helmut Hüsgen
– Dr. R. G. Hamers Neue
Medizin zum wahren Heilsein – innere Wandlung bei Krebs als Alternative
zu Chemotherapie und Skalpell, Fürstin Frau Dr.med. Therese von Schwarzenberg
…
– Hilfe und Heilung auf
geistigem Weg durch die Lehre Bruno Grönings – medizinisch beweisbar,
Frau Grete Häusler; Dr.med. Gerhard Blättner, Leiter der Medizinisch-Wissenschaftlichen
Fachgruppe; Erfahrungsberichte von Frau Adeline Weiss, Frau Christa Fortmann,
Frau Margarethe Mast, Schlusswort von Manfred Fortmann, Dipl.-Ing.
“Es gibt kein Unheilbar!”
Der gesamte Tagungsband
kann unter das Motto eines Zitats von Bruno Gröning gestellt werden:
“Es gibt kein Unheilbar!” Es werden Heilmethoden aufgezeigt, die Hilfe
bringen, wo die Schulmedizin ratlos bleibt. So ganz zufällig folgen
die Beiträge dabei der Bewegung von unten nach oben, von der Erde
zum Himmel, vom Horizontalen zum Vertikalen.
SFr. 28.00/ EUR 19.00 –
ISBN 3-906571-21-1, viele s/w-Fotos, brosch. A5, 144 S
Firmen
und Vereine
Die
Website www.bruno-groening.org enthält Texte in 25 Sprachen. Dem entsprechend wird
als Signet eine Weltkugel mit einer Gröning-Silhouette davor benutzt. Es soll sich also um eine weltumspannende Organisation
handeln.
Grete Häusler-Film
Eingetragen im Handelsregister Siegburg am 21.7.1995 unter HRA 3039
für “Margarete Häusler, Hausfrau, Hennef”
Firmenname der Personengesellschaft “Grete Häusler-Film” mit Sitz
in Hennef.
Gelöscht am 22.01.1997.
Grete Häusler-Verlag
Eingetragen im Handelsregister Siegburg unter HRA 2982
Verlegt nach Mönchengladbach, dort eingetragen als Grete Häusler-Verlag
Nachf. unter HRA 3192
Häusler-Film
und Häusler-Verlag sind ab 1.1.1997 angeblich
in der neu gegründeten GmbH aufgegangen:
Grete Häusler GmbH
Eingetragen im Handelsregister
Regensburg HRB 11300 seit 2009 wegen Sitzverlegung von Hennef nach 93096
Köfering, Goethestraße 17. Die Adresse ist im Handelsregister
ausdrücklich eingetragen.
Vorher war die Firma eingetragen
im Handelsregister Siegburg unter
HRB 4804, Ersteintrag 25.07.1996
Hier
die im Handelsregister hinterlegte Gesellschafterliste, geladen am 28.12.2011,
Abbildung zum Vergrössern anklicken. Alleiniger Gesellschafter war
zu diesem Zeitpunkt demnach der
“Kreis für geistige Lebenshilfe e.V., Amtsgericht
Siegburg, Register VR 1843”,
Vorsitzender des Vereins: Dieter
Häusler, Wohnsitz 93096 Köfering, Goethestraße 17, mit
dieser Adresse bereits 1999 in KlickTel eingetragen.
Die GmbH wurde 1996 gegründet.
Intern hiess es dazu am 1.1.97:
“Die neue “Grete
Häusler GmbH”.
Die Grete Häusler GmbH
ist gegründet und wird in den Kreis der geistige Lebenshilfe e.V.,
Hennef/Sieg (kurz “Kreis”) aufgenommen.
Ab 1. Januar 1997 werden
der Grete Häusler-Verlag Nachf. und die Grete Häus!er-Film eigenständige
Bereiche innerhalb der GmbH sein.”
Dem ist wohl zu entnehmen,
dass die beiden Firmen bisher als Einzelfirmen der Grete Häusler betrieben
wurden.
“Die vollständige
Kennzeichnung dieser Bereiche lautet: “Grete Häusler GmbH, Verlag”
und “Grete Häusler GmbH, Film”.
Der Name der Firma “Grete
Häusler GmbH“ (kurz:”GmbH”) für Verlag und Film wurde bereits
in das Handelsregister eingetragen.
Für den Freundeskreis
(ideellen Bereich) brauchen wir periodisch immer wieder die steuerliche
Anerkennung der Gemeinnützigkeit, die durch diese Änderung der
Rechtsform leichter erlangt werden kann.
Die GmbH wird Eigentum des
Kreises und als solche von der Vorsitzenden des Kreises, Frau Grete Häusler,
geleitet.
Die Geschäftsführung
erfolgt durch den Vorstand des Kreises, Frau Grete Häusler und Herrn
Manfred Fortmann. Den Bereich Verlag leitet weiterhin Frau Rosemar Pömpers.
Wie bei der Gründung
des Kreises sollen durch diese rechtliche Umgestaltung keine Änderungen
für die Freunde bzw. für den Verlag oder den Film eintreten,
nur die Art und Weise der Abrechnung wird sich etwas ändern.
Spenden für den Freundeskreis
und den Film ab 1.1.1997
Spenden für den Freundeskreis
werden weiter wie bisher erbeten und abgerechnet. Aus diesen Spenden wurden
bisher neben allen anderen Kosten auch unsere zwei Spielfilme finanziert
(“Der Wunderapostel” und der bis jetzt erstellte Teil für den Dokumentarfilm),
was mit der GmbH nicht ohne weiteres zulässig ist. Um dies jedoch
trotzdem weiterhin zu ermöglichen, wollen wir bei der Finanzbehörde
die Filme als ideelle Projekte anerkennen lassen. Jeder Freund kann aber
auch direkt an die GmbH für die “Filmförderug” spenden, wenn
keine Spendenbescheinigung gewünscht wird.”
Hier die unterschiedlichen
Eintragungen zum “Gegenstand des Unternehmens”:
ab 24.11.2004
ab 11.8.2004
ab 23.4.96
Die Herstellung und der
Vertrieb von Büchern, Sonderdrucken (Bilder, Poster, Kalender u.s.w.),
Musikalien aller Art (bespielte Tonträger und Noten), Filmen (Produktionen
auf Kinofilm, Video, DVDs u.s.w.) und Verleih an Kinos, eigene Aufführungen
u.s.w. sowie sonstige wirtschaftliche Aktivitäten zugunsten des “Kreis
für geistige Lebenshilfe e.V.“, Hennef (Sieg), (eingetragen im Vereinsregister
des Amtsgerichtes Siegburg unter VR 1843).
Die Herstellung und der
Vertrieb von Büchern, Sonderdrucken (Bilder, Poster, Kalender usw.)
Musikalien aller Art (bespielte Tonträger und Noten), Filmen (Verleih
an Kinos, eigene Aufführungen auf Videos, DVDs u.s.w.), sowie sonstige
wirtschaftliche Aktivitäten zugunsten des “Kreis für geistige
Lebenshilfe e.V.“, Hennef (Sieg) (eingetragen im Vereinsregister des Amtsgerichtes
Siegburg unter VR 1843).
Die Herstellung und der
Vertrieb von Büchern, Tonträgern, Videos, Musikalien aller Art,
die Produktion und der Verleih von Spielfilmen sowie sonstige wirtschaftliche
Aktivitäten zugunsten des “Kreis für geistige Lebenshilfe e.
V., Hennef/Sieg“ (eingetragen im Vereinsregister des Amtsgerichts Siegburg
unter VR 1843).
Geschäftsführer: Häusler, Grete, Hennef,
geb. 1922 und Fortmann, Manfred, Much, geb. 1940, ab Gründung
bis August 2004
Prömpers, Rosemarie,
Wegberg, geb. 1940 ab August 2004
Einzelprokura: Fortmann,
Christa, Much, geb. 1940, ab August 2004
Kreis
für geistige Lebenshilfe e.V.
Vereinsregister Amtsgerichts
Siegburg VR 1843 Ersteintrag 23.08.1993
Satzung vom 18.04.1993 zuletzt
geändert am 07.07.1994
Vorstand seit Gründung:
Häusler, Grete, Hennef,
geb. 1922 und Fortmann,
Manfred, Much, geb. 1940
Konkurrenz-Vereine
Christopher Sauter schrieb
am 17.01.2007 unter http://www.heilpraxis.cc/forum/phpBB2/bruno-groening—freundeskreis—sein-leben-t718.html
“Im Jahr 1953 wird der “Gröning-Bund”
gegründet, bei dem Bruno Gröning selbst den Vorsitz übernimmt.
Nachdem Gröning für sich persönlich kein Geld annimmt, hat
diese Organisation die Aufgabe, Spenden einzusammeln, zu verwalten und
satzungssgemäß zu verwenden. Nach Meinungsverschiedenheiten
über die Verwendung dieser Finanzmittel wird im Jahr 1958 der “Gröning-Bund”
aufgelöst und der “Verein der Förderung seelisch-geistiger und
natürlicher Lebensgrundlagen in Deutschland e.V.” neugegründet,
der bis zum heutigen Tag weiterexistiert, ohne jedoch jemals größere
Bedeutung erlangt zu haben.”
Über den “Verein der Förderung
seelisch-geistiger und natürlicher Lebensgrundlagen in Deutschland
e.V.” von 1958 ist nichts zu finden. Ob er tatsächlich im Vereinsregister
eingetragen war, ist deshalb auch nicht nachzuprüfen.
Ein fast gleichnamiger Verein
wurde 1981 gegründet, der
“Verein zur Förderung
seelisch-geistiger und natürlicher Lebensgrundlagen in Deutschland
1981 e.V.”
Die Jahreszahl im Vereinsnamen
deutet darauf hin, dass es bereits zuvor einen solchen Verein gegeben hat.
Hier der Verein von 1981
von Gründung bis zur Löschung:
16.10.1981 Eintrag beim Vereinregister
Amtsgericht Siegburg VR 1161. Vorsitzender war der Chemiker Dr. Walter
Häusler, Lohmar.
03.02.1982 Eintrag: Name des
Vereins geändert in “Verein zur Förderung allgemeiner Lebenshilfe
e.V.”.
31.01.2003 Eintrag: “Dr. Walter
Häusler ist aus dem Vorstand ausgeschieden”.
06.11.2003 Eintrag: Vorsitzender
Werner Schwarze, stellvertretender Vorsitzender Kurt Schwarze
24.08.2005 Eintrag:
“Der Verein ist als übertragender
Rechtsträger nach Maßgabe des Verschmelzungsvertrages vom 14.05.2005
sowie der Zustimmungsbeschlüsse seiner Mitgliederversammlung vom 14.05.2005
und der Mitgliederversammlung des übernehmenden Rechtsträgers
vom 14.05.2005 mit dem Verein zur Förderung seelisch-geistiger und
natürlicher Lebensgrundlagen in Deutschland e.V. mit Sitz in Rosenheim
(AG Rosenheim, VR 171) verschmolzen. Die Verschmelzung wird erst wirksam
mit Eintragung auf dem Registerblatt des übernehmenden Rechtsträgers.”
08.09.2005 Eintrag:
“Die Verschmelzung durch
Aufnahme mit dem Verein zur Förderung seelisch-geistiger und natürlicher
Lebensgrundlagen in Deutschland e.V.mit Sitz in Rosenheim (AG Rosenheim
VR 171) wurde am 01.09.2005 in das Vereinsregister dieses aufnehmenden
Vereins eingetragen. Von Amts wegen eingetragen gemäß §
19 Abs. 2 UmwG. Der Verein ist erloschen.”
Der Verein zur Förderung
seelisch-geistiger und natürlicher Lebensgrundlagen in Deutschland
e.V. mit Sitz in Rosenheim wurde später eingetragen beim Amtsgericht
Traunstein VR 40171.
Seine Website: www.verein-bruno-groening.de
Dort heisst es: “Der Verein
wurde am 4.Mai 1958 im Auftrag von Bruno Gröning gegründet.”
Verein zur Förderung seelisch-geistiger und natürlicher
Lebensgrundlagen A-9073 Klagenfurt, Österreich
In der Website http://www.groening.at/
heisst es: “Gegründet am 6. Januar 1958 in Anwesenheit von Bruno Gröning”.
Bruno Gröning Stiftung
In der Website www.bruno-groening-stiftung.org
heisst es: “Die Stiftung ist unabhängig und steht in keinem Zusammenhang
mit einer anderen Gruppierung um Bruno Gröning.”
Der Name des Stifters oder der Stifterin wird nicht genannt.
Aus dem Impresum der Website:
Bruno Gröning Stiftung
Waldblumenstr. 12
75334 Pfinzweiler
Die Bruno Gröning Stiftung ist eine Treuhandstiftung
des Privatrechts.
Vertretungsberechtigte Person: Joachim Rößger
(Treuhänder).
Zuständiges Finanzamt: Finanzamt Pforzheim, Außenstelle
Neuenbürg, Postfach 900155, 75090 Pforzheim.
Umsatzsteueridentifikationsnummer gemäß §
27a Umsatzsteuergesetz: DE271644128
Die Bruno Gröning Stiftung dient ausschließlich
und unmittelbar steuerbegünstigten gemeinnützigen Zwecken. Anerkannt
vom Finanzamt Pforzheim am 11.6.2010.
Websites
Bruno-Groening.de am 30.12.2011 eingetragen für Kreis
für geistige Lebenshilfe e.V., enthält Link zu:
Bruno-Groening.org am 30.12.2011 eingetragen für Kreis
für geistige Lebenshilfe e.V.
GH-Film.de (GH = Grete Häussler) am 30.12.2011 eingetragen
für Kreis für geistige Lebenshilfe e.V., enthält Link zu:
Bruno-Groening-Film.org am 30.12.2011 eingetragen für
Kreis für geistige Lebenshilfe e.V.
GH-Verlag.de (GH = Grete Häussler) am 30.12.2011 eingetragen
für Grete Häusler GmbH.
Prozess
um Grönings Nachlass
In dem nachfolgenden Bericht
ist zwar von einem Nachlass die Rede, nicht aber von der Erbin, nämlich
der Ehefrau Josette Gröning, geborene Duossé.
Dr. Walter Häusler hat
offenbar den Nachlass gekauft, von wem, ist unklar.
Zum Streit von Walter und
Grete Häusler um diesen Nachlass schrieb Christopher Sauter am 17.01.2007:
Aus: http://www.heilpraxis.cc/forum/phpBB2/bruno-groening—freundeskreis—sein-leben-t718.html
von Christopher Sauter
Im Jahr 1979 geht Grete Häusler,
die zuvor mehrere Jahre gemeinsam mit ihrem Ehemann Walter diesen Verein
geleitet hatte, eigene Wege und gründet den „Bruno Gröning Freundeskreis/Kreis
für geistige Lebenshilfe e.V.“ (BGF).
Im Jahr 1981 ruft ihr Ehemann
Walter einen weiteren Gröning-Verein ins Leben.
1984/85: Rechtsstreitigkeiten
um den Nachlass (Tonbandkassetten, Fotografien, persönliche Gegenstände)
Bruno Grönings zwischen den beiden Noch-Eheleuten Grete und Walter
Häusler.
Hier ein Zeitungsbericht
über diesen Prozess zwischen den “Noch-Eheleuten” Häusler:
General-Anzeiger
Bonn 16.4.92
Ehepaar stritt um Stimme
ihres Propheten Landgericht entschied
salomonisch: Das Glaubensarchiv des Wunderheilers gehört beiden
Der Lehre ihres toten Meisters
Bruno Gröning hängen seine Jünger heute noch an. Glaube
und Gotteskraft sollen den Wunderheiler, der den Menschen zu den spirituellen
und natürlichen Grundlagen zurückführen wollte, beseelt
haben. Der Streit um den Nachlaß wurde jedoch sehr weltlich ausgetragen.
Denn der Glaube allein half einem geschiedenen Ehepaar, das zu Grönings
treuesten Anhängern gehört, nicht dabei, sich über das Besitzrecht
an einem für sie kostbaren Schatz zu einigen. Acht Jahre lang stritten
sich die beiden vor dem Landgericht um das Archiv ihres 1959 verstorbenen
Propheten: Der Mann hatte es erworben, sie hatte es mitgenommen, und er
verlangte es zurück. Denn der Nachlaß ist für einen echten
Jünger von unschätzbarm Wert: Auf 80 Tonbändern ist die
Stimme des Propheten, seine Lehre verkündend, zu hören. Außerdem
umfaßt das Archiv zahlreiche handschriftliche Aufzeichnungen des
Wunderheilers, Fotos, Filme, Dias, Prozeßakten und Erfolgsberichte,
ganz zu schweigen von den Möbeln des Meisters, seinem Bildnis in Öl
und einer Büste Bruno Grönings, der seinerzeit als Wunderheiler
von sich reden machte und im In- und Ausland seine Anhänger fand.
Sie hängen der Bruno-Gröning-Bewegung heute noch an. Zu der Glaubensgemeinschaft
gehören auch die streitenden Eheleute, die davon überzeugt sind,
daß Gotteskraft durch ihren Herrn und Meister in besonderer Weise
wirksam wurde und ihn in die Lage versetzte, Kranke zu heilen. Der Kläger
ist Vorstandsvorsitzender einer Bruno-Gröning-Gruppe im hiesigen Raum,
seine Ex-Ehefrau betreut 94 Anhängergemeinschaften. Und vor Gericht
pochte er nun auf sein Besitzrecht, da er den Nachlaß 1967 für
4 500 Mark von einem anderen Jünger gekauft habe. Er klagte auf Herausgabe
oder aber wenigstens Mitbesitz. Seine 1988 von ihm geschiedene Frau hielt
dagegen, damals sei ihre Ehe noch intakt gewesen, und sie hätten immer
alles gemeinsam erworben. Sie habe das kostbare Archiv bei ihrem Auszug
1984 mitgenommen, weil ihr Mann nicht sorgsam damit umgegangen sei. Die
Entscheidung der 3. Zivilkammer zwingt die beiden nun, Frieden zu schließen,
wenn ihnen der Nachlaß ihres Propheten etwas bedeutet: Das Glaubensarchiv
gehört ihnen gemeinsam, sie müssen es genauso teilen wie die
Prozeßkosten. (rik)
Wie das “Archiv” in den Besitz
des Verkäufers gelangt ist, war vermutlich nicht Gegenstand des Prozesses.
Aber vielleicht gibt das Urteil dazu ja etwas her. Vielleicht auch zu der
Frage, weshalb keine Rede von der eigentlichen Erbin ist, der Ehefrau Josette.
Das Urteil ruht im Archiv
des Landgerichtes Bonn.
Sicher scheint zu sein, dass
der Nachlass die Grundlage für den Aufbau der jetzigen Gruppe aus
Firmen und Vereinen war.
Sicher ist auch: Grete Häusler
war die alleinige Chefin (>>).
Grete
Häusler gestorben, Nachfolger ihr Sohn Dieter Häusler
Aus: http://www.bruno-groening.org/medien/pressemappe.htm
geladen am 7.9.2009
“Heute führt der Bruno
Gröning-Freundeskreis das Werk Bruno Grönings fort. Gründerin
ist Grete Häusler (1922 bis 2007).
Heute ist der Bruno Gröning-Freundeskreis
eine der grössten weltweit tätigen Vereinigungen zur Heilung
auf dem geistigen Weg.
Der Bruno Gröning-Freundeskreis
wird heute von Dieter Häusler, dem Sohn Grete Häuslers, geleitet.”
Noch zum Grönings
Lebzeiten war ein Machtkampf unter den Verwertern seines Namens entbrannt.
Ob die 1922 geborene Grete
Häusler daran beteiligt war, bleibt unklar.
Sicher ist: Grete Häusler
war die alleinige Siegerin und danach Chefin der Gröning-Verwerter.
Die
Finanzen des Gröning-Kultes
Es ist keine Frage, dass
die Grete Häusler GmbH mit Verlag und Filmproduktion erhebliche Umsätze
tätigt.
Es wird der Eindruck erweckt,
dass die Gewinne der Finanzierung des Vereins zugeführt werden.
Das kann zur Zeit nicht
nachgeprüft werden.
Ebensowenig, wie viel eigene
Einnahmen der Verein hat, etwa durch Spenden.
Bernhard
Brünjes 2000: Der “Freundeskreis Bruno Gröning”
Jeder dritte Bundesdeutsche
glaubt daran, dass es Menschen mit übernatürlichen Heilkräften
gibt; jeder vierte kann sich vorstellen, in einer Notlage selbst eine solche
“Koryphäe” zu konsultieren. Die meisten dieser “Heiler” sind zumindest
auf den zweiten Blick als Scharlatane und Betrüger erkennbar, allerdings
finden sich auch Ärzte, Apotheker, Psychologen oder Theologen darunter,
deren berufliche Qualifikation und Position zunächst eine richtige
Einschätzung erschwert. Solange es Wunderheiler gibt, werden der gläubigen
Kundschaft die Hände aufgelegt, nach wie vor dreht man ihr wundersam
aufgeladene Heilmittel und Schutzamulette an. Nicht wenige drappieren ihre
“seriöse Wissenschaftlichkeit” mit übernatürlicher Energie,
die durch sie fliesst und als Heilkraft an andere weitergegeben werden
kann. Diese Fähigkeit sei ihnen von höherer Warte zuteil geworden.
Auf einen dieser Heiler -BRUNO
GRÖNING und später FREUNDESKREIS BRUNO GRÖNING- soll hier
näher eingegangen werden:
Gröning wurde 1906 in
der Nähe Danzigs geboren. Er war verheiratet und Vater von zwei Kindern.
Zunächst arbeitete er als Gelegenheitsarbeiter. 1948 unternahm er
die ersten Heilungsversuche. 1953 gründete Gröning den “Ring
der Freunde und Förderer des Werkes Bruno Grönings” oder “Bruno
Gröning Bund”, dessen Präsident er selbst war. Zweck des Bundes
war der Kampf gegen die Aussenwelt, wie etwa durch das Sammeln von Spenden
zur Verteidigung Grönings vor den Gerichten, verstärkte Verbreitung
des Gröning’schen Gedankentums und damit verbunden die verstärkte
Mitgliederwerbung. 1954 wurde ihm das öffentliche Auftreten in der
gesamten Bundesrepublik gerichtlich verboten. Er
sah sich von Gott gesandt und gab an, er heile mit göttlicher Kraft
in Erfüllung des Willens Gottes.
Der erste Prozess gegen Gröning und andere Personen wegen Verstoßes gegen das Heilpraktikergesetz fand 1951-1952 statt. Gröning wurde freigesprochen.
Ein weiterer Prozess fand 1955-1959 statt. Mit erstinstanzlichem Urteil vom 30.7.-1.8.1957 wurde er vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen und wegen Verstoßes gegen das Heilpraktikergesetzes zu 2000 DM Geldstrafe verurteilt.
In 2. Instanz wurde er am 16.1.1958 wegen der beiden Vorwürfe zu 8 Monaten Gefängnis mit Bewährung und 5000 DM Geldstrafe verurteilt.
Gegen dieses Urteil legte Gröning Revision ein und es wurde bis zum 26.1.1959, dem Todestag Grönings nicht entschieden.
Das Urteil in der 2. Instanz ist somit nicht rechtskräftig geworden.
Im Januar 1959 starb Gröning
in Paris an einem Krebsleiden.
Viele Menschen sind satanisch
und können nur Schlechtes tun.
Grönings Lehre sagt,
dass er die Menschen auf dem göttlichen Weg zur göttlichen Ordnung
zurückführen will. Wer vom göttlichen Weg abkommt, der wird
krank und macht auch seine soziale Umwelt krank. Zeichen für diesen
Missstand ist die weit verbreitete materialistische Lebenseinstellung.
In seinem Leben und Werk hat sich Gröning dem Schlechten in den Weg
gestellt. Selbst die Kranken, die von den materialistischen Ärzten
(Schulmediziner) angeblich aufgegeben worden sind, konnte er “heilen”,
allerdings mit der Bedingung, von den eigenen krankmachenden materialistischen
Gewohnheiten wie Zweifel, Neugier und vor allem der Gedanke an das eigene
Leiden abzulassen. “Wer sich mit der Krankheit beschäftigt, hält
sie fest und versperrt der göttlichen Kraft den Weg.” Auch Begleitpersonen
können durch zweifelnde, ablehnende und zu besorgte Gedanken an das
Leiden die “Heilung” stören.
Gröning bezeichnete
sich als Sender einer Heilwelle, die ähnlich einer Radiowelle um die
Welt pulst (um 9.00 und um 21.00 Uhr ist sie über Deutschland) auf
die sich ein Kranker, analog wie beim Radio, einstellen kann. Zur Verbesserung
des Empfangs kann man sich einer von Gröning selbst besprochenen Stanniol-
oder Aluminiumkugel bedienen. Vorbedingung für den Empfang ist eine
rückenfreie Sitzhaltung, bei der sich weder Arme noch Beine überkreuzen
dürfen, um Kurzschlüsse zu vermeiden.
Grösste Gefahr droht
von ungläubigen Angehörigen oder Bekannten, die den “Heilungserfolg”
anzweifeln, denn durch Kritik an Gröning können teilweise lebensgefährliche
Rückschläge verursacht werden. Das gleiche Los droht all denen,
die nach erfolgter “Heilung” von der Lehre Grönings ablassen bzw.
die Gruppentreffen nicht regelmässig besuchen.
Die Ideologie Grönings
hat in den letzten Jahren durch sog. “Bruno Gröning-Freundeskreise”
eine bemerkenswerte Ausbreitung erfahren. Ihre Zahl ist zwischenzeitlich
auf weltweit mit weit über 200 Gemeinschaften und ca. 28 000 Anhängern
angestiegen – davon weit mehr als 150 Freundeskreise allein im deutschsprachigen
Raum.
Die Gesamtleitung liegt nunmehr
bei der pensionierten Lehrerin GRETE HÄUSLER, die 1950 dem “Wunderheiler”
begegnet und von ihm “geheilt” worden war. Eine Fülle von Schriften
über Gröning ist inzwischen im “Grete Häusler Verlag” erschienen,
ausserdem werden “Schulungsbriefe der Bruno Gröning-Freunde” herausgegeben
und es sind mehrere Sammlungen mit Hunderten sog. “Erfolgsberichte” publiziert
worden. Selbst Kindern wird durch sog. “Kinderschulungsbriefe der Bruno
Gröning-Freunde” die Person Grönings als eine Art Übermensch
nahegebracht, als ob es sich bei Gröning um den heiligen Geist handeln
würde.
Die “Erfolgsberichte” der
Gröning-Anhänger erzählen nicht nur von Linderung oder Heilung
körperlicher Leiden und Krankheiten durch den von Gröning ausgehenden
“Heilstrom”, sondern legen Zeugnis ab von einer geradezu abgöttischen
Verehrung Grönings durch seine Anhänger. Für alles und in
jeder Situation kann das blosse Denken an Gröning die Rettung bedeuten.
Denken an Gröning schützt
vor Blitzschlag und Autounfällen.
Ein neuer Arbeitsplatz oder
für die Kleinen ein Kindergartenplatz wird mit seiner Hilfe gefunden.
Für erfolglos behandelte
Tiere und misshandelte Gummibäume hält die Heilkraft Grönings
her.
Zwei “Erfolgsberichte” sollen
das Bild abrunden:
“Gestern kam Victoria
blutüberströmt ins Wohnzimmer. Da ich als Mutter gelernt habe,
keine Angst aufzunehmen, blieb ich ganz ruhig und nahm Victoria mit ins
Badezimmer, um zu sehen, woher das Blut kam. Sie hatte Nasenbluten, weil
ihr der Stuhl auf die Nase gefallen war. Eine meiner Töchter holte
gleich das große Brunobild. Ich legte es Victoria, die noch blutete
auf die Nase und nach einigen Sekunden war die Blutung gestoppt.”
“Victoria hatte sich den
Finger eingeklemmt. Er wurde richtig dunkelblau. Wir
haben ihr ein Brunobild
um den Finger gewickelt und nach einer halben Stunde war
nicht einmal mehr eine Rötung
zu sehen.”
An diesem Punkt, wo Gröning
Macht über ALLE Lebensvollzüge der Betroffenen gegeben wird,
vor allem auch wo diese direkt nichts mit einem körperlichen Leiden
und seiner Heilung zu tun haben, könnte tatsächlich eine weitere
Verfestigung in Richtung einer “Versektung” erfolgen. Auch wenn sich die
Gröning-Kreise von den herkömmlichen Sekten NOCH unterscheiden,
so ist doch der Personenkult um Gröning und der über den medizinischen
Bereich hinausgehende Totalanspruch auf die verschiedenen Lebensbereiche
der Betroffenen kaum weniger kritikwürdig.
Im Bruno Gröning-Freundeskreis
wird ein extrem dualistisches Weltbild gepflegt. Alle Dinge des Lebens
sind in einem Zusammenhang gut und in einem anderen Zusammenhang schlecht.
Diese Sichtweise schränkt den Realitätssinn ein. Man ist auf
Bewertungshilfen der Leiter angewiesen, jeder Zweifel und jede Kritik ist
schädlich und wird ausdrücklich verboten. Dieses Weltbild soll
die Herauslösung aus der sozialen Umwelt und ihrem immunisierenden
Einfluss bezwecken. Im Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen kommt
es zu erheblichen Konflikten und oft zu schmerzhaften Trennungen.
In dem Handbuch “Kulte, Sekten,
Religionen” wird insbesondere auf die medizinischen Gefahren hingewiesen:
“Gemeinsame Heilserwartungen
der Gruppen, Einfluß charismatischer Leitfiguren und die ständige
positive Verstärkung durch Erfolgsberichte anderer erzeugen einen
Placebo-Effekt. Mögliche Heilungen und Besserungen sind beschränkt
auf psychologisch bedingte oder psychogen überlagerte Krankheitsbilder.
Diese Begrenztheit wird von den Anhängern nicht gesehen; hierin liegt
die medizinische Gefährdung.”
Indem das wissenschaftlich nicht
nachprüfbare Wirken von Grönings “Heilstrom” nun auch noch durch
den Gröning-Gruppen nahestehende Ärzte auf eine Ebene mit wissenschaftlich
überprüfbaren Therapien gestellt wird, wird der Totalanspruch
auf alle Lebensbereiche bis hin zu den Zimmerpflanzen nochmals gesteigert
– obwohl doch die naturwissenschaftliche Medizin selbst schon genug damit
zu tun hat, sich von der Utopie, dass alles machbar sei zu lösen!
Die Rezeption “unerklärlicher” alternativer Angebote im Namen einer
problematischen “Ganzheitlichkeit” ist deshalb nur eine Neuauflage der
alten Utopie von der “Machbarkeit” aller Dinge unter esoterischen Vorzeichen.
Wunder- und Geistheilung
ist allemal als Irreführung oder Betrug zu werten, auch wenn die einzelnen
Heiler von ihren paranormalen Fähigkeiten und Kräfte überzeugt
sein mögen. Der Nachweis solcher Kräfte konnte bislang in keinem
einzigen Fall erbracht werden. Die Gefahr von Wunderheilerei besteht in
erster Linie darin, dass Kranke im Vertrauen und in Hoffnung auf die angepriesene
“höhere Heilung” notwendige diagnostische und therapeutische Massnahmen
versäumen oder ablehnen. Ausbleibende Heilung wird nicht dem Heiler
angelastet, sondern der eigenen Unzulänglichkeit. Trotz der
Behandlung immer noch krank zu sein, kann dazu führen, dass Patienten
sich uneingeschränkt dem Glauben an die Wunderkraft des Heilers hingeben.
Solch uneingeschränkter Glauben erklärt die Bereitschaft, für
den hanebüchensten Unsinn Geld auf den Tisch zu legen.
Zum Schluss soll noch einmal
Bruno Gröning mit zwei Zitaten zu Wort kommen:
“Ich sehe nur ein
kleines, winziges Menschenhirn. Daß der Mensch damit nicht weit denken
kann, ist mir klar!”
“Was will ich überhaupt?
Will ich Geld verdienen? Will ich ein reicher Mann werden? Oder will ich
den Menschen helfen, will ich ihn gar verrückt machen?”
Quellennachweis:
Colin Goldner, PSYCHO -Therapien
zwischen Seriosität und Scharlatanerie
Hans-Jürgen Ruppert,
Materialdienst EZW 5/96
Heide-Marie Cammans, Die
neuen Heilsbringer
Kinderschulungsbrief der
Bruno Gröning-Freunde, Frühjahr 1994
Presse
Oldenburgische Volkszeitung
vom 04.04.01
Wer nicht an Bruno glaubt,
erlebt kein Kribbeln Gröning-Freundeskreis
warb in Steinfeld für den “göttlichen Heilstrom” /
Sympathisanten auch in Südoldenburg
Von Gaby Westerkamp
–
Oldenburger Münsterland
“Lassen Sie Ihren Verstand zu Hause”, empfahl Herbert Diedler den rund
40 Zuhörern im Saal, “mit dem Verstand können Sie das hier nicht
verstehen.” Sanfte Musik ertönt, das Publikum sitzt mit nach oben
geöffneten Händen auf den Stühlen und erwartet den “göttlichen
Heilstrom”, den der 1959 verstorbene Geistheiler Bruno Gröning aus
dem jenseits zu den Menschen *sendet. “Bitte nicht die Arme und Beine kreuzen”,
betont der Heilpraktiker, sonst könne die heilende Energie nicht ungehindert
fließen. Dennoch: Kein Kribbeln, keine flutende Wärme – bei
mir (und einigen anderen) funktioniert das nicht.Vielleicht fehlt mir auch
nur der rechte Glaube daran. Das zumindest vermutet der Bruno-Gröning-Freundeskreis,
wenn jemand den Heilstrom des 1906 in Danzig geborenen und in den 50-er
Jahren ebenso bekannten wie umstrittenen Heilers nicht zu spüren vermag.
Die Freunde wollen die Lehre Grönings weiter tragen. Die international
aktive und vielfach als sekten-ähnlich gehandelte Bewegung mit Sitz
in Hennef/Sieg gewinnt seit einigen Jahren immer mehr Anhänger. In
Deutschland sind es mittlerweile rund 15 000 in knapp 200 festen Ortsgruppen.
Eine solche gibt es im Oldenburger Münsterland noch nicht, wohl aber
eine Reihe von gläubigen Sympathisantinnen Eine von ihnen hat am Samstag
den Info-Vortrag in Steinfeld organisiert. Die Dame war auch für die
Musik zuständig, durfte auf dem Weg zum Rekorder jedoch niemals hinter
dem Referenten lang laufen: Sie hätte sonst den Kontakt zwischen ihm
und dem an einer Tafel hinter ihm hängenden Bild von Gröning
gestört. Dieses habe, so behauptete Herbert Diedler, laut Untersuchung
eines polnischen Wissenschaftlers eine Strahlung von rund 10 000 Bovis.
Der Vechtaer Physik-Professor Klaus Bartels hat von einer Strahlungseinheit
namens Bovis allerdings “noch nie etwas gehört” und bezeichnet solche
Schwingungen eines Bildes als “objektiv nicht nachweisbar.” Spätestens
jetzt schaltet sich der verpönte Verstand wieder ein und lässt
seinen Besitzer über weitere Erstaunlichkeiten des Vortrags nachdenken:
Der Referent präsentiert als “Beweis” für Heilungserfolge namenlose
“Dokumente” unerklärlich “genesener” Schwerhöriger (Unbewiesen
bleibt, ob die Unterlagen der Hörprüfungen echt sind, welche
Ursache den Symptomen überhaupt zu Grunde lag, ob die Patienten auch
schulmedizinisch betreut wurden . ..) Überzeugte Gröning-Freundinnen
– darunter auch die Steinfelder Organisatorin – berichten zudem von ihren
Heilungserlebnissen in Sachen Schuppenflechte, Migräne und Bluthochdruck
(die auffällig nach schlichtem autogenen Training klingen).
“Die Heilung kommt vielleicht
nicht sofort, aber sie kommt bestimmt”, beharrt Diedler, und zwar bei jeder
Krankheit. Nur sich selbst’ konnte Bruno Gröning nicht helfen: Er
starb an Magenkrebs – sagten die Ärzte .Seine Anhänger sind überzeugt,
ihr Meister sei an seinem Heilstrom, innerlich verbrannt. Die göttliche
Energie habe sich in ihm gestaut, weil man ihm das Heilen verboten hatte.
Das kann man in der Tat mit dem Verstand nicht begreifen.
<Bild siehe Anlage>
Gröning vor Gericht:
Wegen fahrlässiger Tötung wurde der Geistheiler (rechts und kl.
Bild) zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Er sollte eine
17-jährige Tuberkulose-Patientin vom Arztbesuch abgehalten haben.
Der Beschuldigte legte Berufung ein. Als er starb, wurde das Verfahren
eingestellt.
____________________
Kolummne:
Den Verstand nicht zu Hause
lassen
Von Gaby Westerkamp
Die Passauer Neue Presse
berichtete am 3 1. Juli 2000 vom Tod einer 50-Jährigen, die an einer
“Allerweltskrankheit” starb, weil sie jede ärztli che Behandlung ablehnte.
Die Frau glaubte an die Gröning’schen Heilkräfte. Ein fester
Glaube an die Genesung mag bei psychosomatischen Beschwerden durchaus helfen.
Bei Wasseransammlungen im Körper offensichtlich nicht.
Auch bei anderen Krankheiten
ist Skepsis angebracht. Der universelle Heilsanspruch der Gröning-Freunde
sollte Zweifel wecken. Das “Sich-Einstellen”, wie der Kreis das Meditieren
zum Heilstrom-Empfang nennt, ist nicht mehr als ein die Psyche beruhigendes,
autogenes Training und kann deshalb auch nicht mehr. Auch wenn die Medizinisch-Wissenschaftliche
Fachgruppe des Freundeskreises unzählige “unerklärliche” Heilungen
beweisen will: Die Tatsache, dass sich Ärzte ein Phänomen nicht
erklären können, ist noch kein Beweis für das Wirken eines
Heilstromes. Zumal diese wundersamen Genesungen niemals von unabhängigen
Fachleuten geprüft wurden.
Bruno Gröning wird
in der Lehre des Freundeskreises ein Messias-ähnlicher Status als
Brücke zwischen Gott und den Menschen eingeräumt. Ihm sind Bücher,
Filme, ja sogar Choräle gewidmet, die bei den alle drei Wochen anberaumten
Gruppentreffen gesungen werden.
Viele Kritiker sehen der
Vereinigung eine Sekte. Die Anhänger selbst wollen davon nichts wissen.
Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann ja einmal die Internet-Homepage
der Bewegung besuchen (www.brunogroening.de), sollte sich jedoch aus kritischen
Quellen informieren. Und dabei den Verstand nicht zu Hause lassen.
0 Lesenswert: Reller/Krech/
Kleiminger – Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen,
Gütersloher Verlagshaus 2000.
Internet-Tipps zurn Thema:
www.sensjs.berlin.de/ familie/sekten;
www.sekten. dioezese-trier.de/kinfos/groening;
www.ref.ch/zh/infc)ksr/groening; www.ksa-hamm.de/sekten/publikationen;
www. atheismus-online.de/religionen/sekten. Füttern Sie doch mal eine
Suchmaschine mit dem Begriff “groening”. Allein im deutschsprachigen Raum
gibt es Über 2000 Websites über den Wunderheiler.
____________________________
Leserbrief:
Heilung oder nur Placebo-Effekt?
Zum Leserbrief von Helmut
Luft “Freundeskreis ist keine Sekte”:
Helmut Luft schrieb, beim
Bruno Gröning Freundeskreis (BGF) handele es sich auf keinen Fall
um eine Sekte, weil jeder bei seiner religiösen Überzeugung bleiben
könne. Es gebe keinerlei Verpflichtungen, sondern der Freundeskreis
trage sich durch freiwillige Spenden. Um diese “Freiwilligkeit” beurteilen
zu können, muss man ein wenig über den Freundeskreis wissen.
Kritische Autoren sehen
eine akute Gefahr für kranke Menschen, die zugunsten Grönings
auf medizinische Behandlung verzichten. Die verzweifelte Hoffnung von Schwerstkranken,
die verständlicherweise den Versprechungen zur Heilung Glauben schenken
möchten, schränken die freie Selbstbestimmung und gesunde Kritikfähigkeit
erheblich ein. Die hier von Herrn Luft propagierte “Freiwilligkeit” von
Spenden ist eine Essenz dieser Mechanismen.
Andrea Küpker, Damme
Das Churer
Kinocenter zeigt an zwei Sonntagen den Film “Der Wunderapostel” –
dieser wurde produziert
vom “Bruno Gröning Freundeskreis”.
Die Südostschweiz vom
19.1.01
«Nicht ganz harmlos
und nicht ungefährlich» Kinocenter in Chur zeigt
umstrittenen Sekten-Film «Der Wunderapostel»
Das Churer Kinocenter zeigt
an zwei Sonntagen den Film «Der Wunderapostel». Dieser wurde
von der sektenähnlichen Gruppierung Bruno Gröning Freundeskreis
produziert. Kinobetreiber Emil A. Räber sieht aber keinen Grund, den
Werbefilm der Gruppierung, die in der Schweiz schätzungsweise 2000
Mitglieder zählt, aus dem Programm zu kippen.
VON FLORIAN JöRG
Auf den ersten Blick tönt
der Titel ganz harmlos: «Der Wunderapostel». Laut Werbeprospekt
ist «Der Wunderapostel» ein Film «voller Schönheit,
Weisheit und Tiefe». Einfach tönt auch die Botschaft: Der Film
nach dem gleichnamigen Roman von Hans Sterneder spielt um 1890 in Deutschland
und erzählt die Geschichte des Geigenvirtuosen Beatus Klingohr. Dieser
landet nach einem schweren Schicksalsschlag auf der Strasse, bis er einem
Mann, einem «Wunderapostel» begegnet und sich sein Leben ändert.
«Der Wunderapostel» ist am Sonntag, 21., sowie am Sonntag,
28. Januar, jeweils um 10.30 Uhr in einer Matinee im Kinocenter Chur zu
sehen. Regie im 1993 gedrehten Film führt Thomas Busse, der gleich
auch als Hauptdarsteller amtet.
Umstrittener «Wunderheiler» Ganz so harlmos wie es auf
den ersten Blick aussieht, ist der Film allerdings nicht. Wie Recherchen
der SO ergaben, wurde der Film von der sektenähnlichen Gruppierung
Bruno Gröning Freundeskreis produziert. Produzent und Vertreiber des
Film ist der Grete-Häusler-Verlag in Deutschland. Grete Häusler
führt als Präsidentin auf Lebzeiten den Bruno Gröning Freundeskreis,
der 1979 gegründete wurde und auf den angeblichen «Wunderheiler»
Bruno Gröning (1906 -1959) zurückgeht. Thomas Busse, Regisseur
des «Wunderapostels», ist Häuslers Schwiegersohn. Die
Evangelische Informationsstelle Kirchen-Sekten-Religionen in Greifensee
(Zürich) stuft den Bruno Gröning Freundeskreis als «nicht
ganz harmlos und nicht ungefährlich» ein, wie Georg Otto Schmid
gestern auf Anfrage erklärte. Mitglieder würden sich von Freunden
abschotten und jeden Kontakt einstellen. «Diese Abschottung ist es
denn auch, die bei den betroffenen Angehörigen, zu welchen der Kontakt
nicht mehr gewünscht wird, zur Wahrnehmung des Freundeskreises als
Sekte führt», erläuterte Schmid. «Der Wunderapostel»
sei ein «Werbefilm» der Gruppe, der daneben mit Broschüren
und Büchern aus dem Grete-Häusler-Verlag für sich wirbt
und sich mit dem Verkauf von Gröning-Fotos finanziert. An den Filmvorführungen
würden zudem Werbung für die neureligiöse Gruppierung gemacht.
2000 Mitglieder in der
Schweiz Die Informationsstelle Kirchen-Sekten-Religionen
warnt vor der neureligiösen Gruppierung: Es gäbe durchaus «zahlreiche
besorgte Angehörige», die erzählen, dass Mitglieder ihre
sozialen Kontakte opfern. Zudem ist die Gruppe in den letzten Jahren auf
starkem Expansionskurs. «Der Bruno Göring Freundeskreis stellt
infolge seiner missionarischen Ausrichtung eine stark wachsende Bewegung
dar», wie es in einer im Internet veröffentlichten Dokumentation
der Informationsstelle heisst. Weltweit wurden 1998 rund 700 lokale Gemeinschaften
mit über 30 000 Mitgliedern gezählt. In der Schweiz existierten
vor zwei Jahren 31 Gemeinschaften mit rund 1200 Freunden. Inzwischen sei
die Anzahl auf schätzungsweise 2000 Mitglieder angewachsen, präzisierte
Schmid. Damit gehöre der Freundeskreis neben Scientology und dem Verein
für psychologische Menschenkenntnis zu den «grössten Gruppe»
in der Schweiz.
Keine Einwände gegen
den Film Der Churer Kinounternehmer
Emil. A. Räber sieht allerdings keinen Grund, den Film nicht einem
breiten Publikum zu präsentieren. «Den Churer Kinos sind keinerlei
Einwände filmtechnischer oder filmrechtlicher Art gegen den Film ‘Der
Wunderapostel’ bekannt», meinte Räber auf Anfrage. «Aus
diesem Grund gibt es auch keine Veranlassung, den Film nicht zu zeigen.»
«Der Film wurde auf Publikumswunsch hin ins Programm aufgenommen»,
hält der Kinounternehmer fest und stellt klar: «Die Churer Kinos
sind in Religionsfragen absolut neutral und haben keinerlei Beziehungen
zu der Gruppierung Bruno Gröning». Laut Räber haben Abklärungen
ergeben, dass der Film in diversen Schweizerstädten im Rahmen des
Kinoprogramms vorgeführt wurde, so zum Beispiel in Biel, Thun, Wil
und während mehreren Wochen täglich in Luzern. Dies bestätigt
auch die Schweizer Geschäftsstelle der Grete Häusler GmbH Film:
«Der Film wurde in den letzten zwei Jahren an 58 Vorstellungen vor
rund 2000 Besuchern gezeigt.» Dabei sei keine Werbung für den
Bruno Gröning Freundeskreis gemacht worden und zudem sei «Der
Wunderapostel» kein Werbefilm des Freundeskreises, schreibt die Grete
Häusesler GmbH Film. Entgegen den Empfehlungen des Verleihers haben
die Churer Kinos aber das Zutrittsalter (6 Jahre) auf 12 Jahre fixiert
und würden es nun auf 16 Jahre erhöhen, erklärte Räber,
nachdem ihn die SO mit ihren Recherchen konfrontierte. Zudem hätte
er mit dem Verleiher vereinbart, den Film vorgängig zu visionieren.
Deister-
und Weserzeitung DEWEZET 23.2.2000
Wunderheiler in Hamelner
Kurie: “Das ist eine schlimme
Sache“ Sektenbeauftragte warnt
vor Verstanstaltung des Bruno-Gröning-Freundeskreises
ZUM THEMA
Das ist der Freundeskreis Der BGF hat sich 1979 unter
Grete Häusler organisiert und predigt die Wunderheilung mittels eines
Heilstroms analog zu Radiowellen, wie ihn angeblich der Gründer, der
1959 verstorbene ungelernte Arbeiter Bruno Gröning besessen hat. “Geweihte“
Gegenstände wie Stanniolkugeln, Steine oder Krücken werden auf
den Körper gelegt, Schmerzen dürfen auf keinen Fall vom Arzt
behandelt, Medikamente nicht genommen werden. Und: Um gesund zu sein, muss
man den Kontakt mit “satanischen“ Menschen meiden, sich notfalls trennen.
Hameln (CK). Die Veranstaltung,
die am Freitag, 3. März, in der Kurie Jerusalem stattfinden soll,
verspricht vor allem eins: Gesundheit. In Wirklichkeit allerdings befürchten
Kritiker, dass sie in erster Linie krank macht. Denn der Veranstalter –
der “Kreis für geistige Lebenshilfe e.V.“, eine der wichtigsten Organisationen
des “Bruno-Gröning-Freundeskreises“, kurz BGF – wird von den Sektenbeauftragten
der Kirchen als außerordentlich bedenklich eingestuft.
Und das offenbar nicht ohne
Grund: BFG verspricht Wunderheilungen selbst von Schwerstkranken auf der
Grundlage von “Reliquien“, Gegenständen, die der 1959 verstorbene
Gründer zu Lebzeiten berührt hat. Erfolg hat das Verfahren angeblich
aber nur dann, wenn der Betreffende nicht den Hauch eines Zweifels an der
Wirksamkeit hegt und jede Person in seinem Umfeld bedingungslos an die
abstrusen Heilmethoden glaubt und – ganz wichtig – selbst bei starken Schmerzen
nicht zu einem Schulmediziner geht.
Pastorin Gisela Hessenauer
von der Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen. der evangelisch-lutherischen
Landeskirche beobachtet BGF denn auch argwöhnisch. “Dieser Kreis ist
verdächtig. Da wird auch in schlimmsten Fällen vollmundig Heilung
versprochen, wenn der Patient nur die genannten Bedingungen erfüllt.
Klappt es nicht, hat sich der Kreis natürlich schlau aus der Affäre
gezogen, weil er stets dem Hilfe Suchenden oder dessen Umfeld die Schuld
geben kann.“
Kranke sollen ihre Familien
zerstören
Versagt die Wunderheilung,
hat der Kranke Schuld. Die Sektenbeauftragte: “Den Leuten wird dann nahe
gelegt, Beziehungen aufzugeben. Das ist eine schlimme Geschichte.“ Sie
jedenfalls kennt nach eigenen Aussagen “viele Fälle“, wo Betroffene
wegen des Bruno-Gröning-Freundeskreises ihre Familien zerstört
hätten oder aber diese diskriminiert worden seien.
Offenbar war die Stadtverwaltung
sich auch nicht sicher, an wen sie die Kurie denn eigentlich vergibt. Jedenfalls
hatte ein Vertreter der Stadt im Vorfeld bei der Ordnungsabteilung und
auch beim Staatsschutz Erkundigungen über den ominösen Mieter
BGF eingezogen – ohne Erfolg allerdings, es lagen keine (strafrechtlichen)
Erkenntnisse ,vor. “Und deshalb“, so Heike Hinz, die für die
Vermietung zuständige Abteilungsleiterin, “hatten wir keine Handhabe,
die Vermietung dieses öffentlichen Gebäudes zu verweigern.“ Auf
Bitten der Stadt allerdings wird Dr. Helga Tödt, Leiterin des Gesundheitsamtes
und eine der vom BGF viel geschmähten Schulmedizinerinnen – einen
Beobachter zu der Veranstaltung am 3. März schicken. Möglicherweise
findet die Stadt dann Mittel, um weitere geplante Vorträge zu unterbinden.
Westline 15./16.5.00
Zweifelhafter Vortrag
über Wunderheiler
(wegi) – Den “Heilstrom”
konnten die Besucher bereits bei der Informationsveranstaltung aufnehmen:
Mit parallel-gestellten Beinen und den Händen auf den Oberschenkeln
verfolgten rund zehn Interessierte am Samstag Vormittag im Bürgerhaus
Stockum einen zweifelhaften Vortrag über die Lehre von Bruno Gröning.
Beim Auftritt dieses “Wunderheilers” warfen einst Lahme ihre Krücken
weg, Blinde konnten wieder sehen.
Der Heilpraktiker Herbert
Diedler aus Coesfeld berichtete zunächst aus dem Leben von Gröning
(1906 bis 1959) und stellte anschließend dessen Lehre vor, die davon
ausgeht, dass es eine höhere Kraft gibt, die helfen und heilen kann.
Diedler erklärte, er
sei vor zweieinhalb Jahren zum “Freundeskreis” gekommen. Bereits nach dem
Besuch eines Vortrages sei er von Schmerzen im Unterleib geheilt worden.
Doch er war nicht der einzige “lebende Beweis” für die angeblich “medizinisch
beweisbare” Lehre: Drei Fragen erklärten den Anwesenden, wie sie von
einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung, zu hohem Blutdruck
und Verschließerscheinungen an den Knochen geheilt wurden.
“Wir sind keine Sekte”, stellte
Diedler klar, von der Konfession hänge es nicht ab, die “Heilkraft
des Herrgottes” treffe alle, die daran glauben. Da im Freundeskreis nicht
behandelt wird (“Ihre Krankengeschichten interessieren uns nicht!”) riet
er, weiterhin die Ärzte aufzusuchen und verordnete Medizin weiter
einzunehmen. “Aber wenn sie die Medikamente nicht mehr einnehmen, dann
brauchen sie sie auch nicht mehr!”
In der Darstellung der Person
von Bruno Gröning waren Parallelen zu Jesus Christus unverkennbar.
“Geben Sie mir Ihre Sorgen und Krankheiten, ich kann sie für sie tragen”,
zitierte Diedler und meinte: “Das macht er für alle Menschen, die
ihn darum bitten – er trägt sie für uns aus!”
Der Heilpraktiker, der selbst
verschiedene Therapien in seiner Praxis anbietet, machte wiederholt deutlich,
dass niemand zu etwas gezwungen werde. Der Vortrag selbst reiche aber natürlich
nicht aus, um die Lehre detailliert darzustellen. Deshalb verwies er auf
die “Gemeinschaftsstunden”. Und natürlich gab es im Bürgerhaus
mehrere Tische voller Bücher, Videokassetten und CDs, die man kaufen
konnte.
General-Anzeiger
Bonn 19.12.98
Gefährliche Versprechen
aus dem Jenseits HElLER Der Bruno-Gröning-Freundeskreis
wirbt im Rhein-Sieg-Kreis verstärkt neue Mitglieder Heilstrahl soll helfen. “Kampf zwischen Gut und
Böse“ im Körper des Kranken Von Andreas Helfer
RHEIN-SIEG-KREIS. Anfang
der fünfziger Jahre hatte der Wunderheiler Bruno Gröning seine
große Zeit, spektakuläre Spontanheilungen geisterten durch die
Medien. Kurz vor seinem Tod soll er versprochen haben, daß sein “Heilstrahl“
auch über den Tod hinaus aktiv bleibe. Seit Ende der achtziger Jahre
wird der Kult um den umstrittenen Gröning wiederbelebt. Die Zentrale
des Bruno-Gröning-Freundeskreises ist in Hennef. Nach Angaben des
Freundeskreises glauben das heute 28 000 Menschen in aller Welt, auch dank
einer “medizinisch-wissenschaftlichen Fachgruppe“ mit angeblich 2 000 Ärzten,
Fachärzten und Heilberuflern.
In einem Rollstuhl sitzt
ein etwa sechzig Jahre alter Mann. Zusammengekrümmt, ohne Kontrolle
über seine Gesichtszüge, ab und zu versucht er, sich den Speichel
aus den Mundwinkeln zu reiben. Eine Hand ruht auf dem Oberschenkel, die
Oberfläche weist nach oben.
Er ist in die Lohmarer Villa
Friedlinde gekommen, weil hier heute abend der Heilstrahl Bruno Grönings
erwartet wird. Etwa vierzig “Freunde“ und “Neue“ haben sich versammelt,
um an der Einführung von Gisela Römer in die Lehre teilzunehmen.
Viele sind älter, im Pensionsalter, einige sind bereits am Samstag
im Aueler Hof in Wahlscheid gewesen, wo es eine Einführungveranstaltung
mit 70 Teilnehmern gegeben hatte. Auch dort war die Atmosphäre so
sakral, auch dort hatte der Raum nach dem gleichen Duftöl gerochen.
Römer erklärt zunächst,
wie man sich auf den Heilstrahl “einstellt“: Entspannt solle man sich hinsetzen,
Beine und Arme und auseinander, damit es nicht zu einem Stau der Energie
komme. Über die Handflächen empfange man – wie ein Radio den
Sender – die Heilenergie. Ohne jeden Widerspruch setzt sich das Publikum
so hin, wie es verlangt wird. Musik wird abgespielt, ein Stück, das
sich langsam mit Streichern aufbaut, bevor es in einem Crescendo endet.
Alles erinnert an ein abgespecktes autogenes Training.
Ein sanfter, ganz einfacher
Mann sei Gröning gewesen, habe als Kind schon kranke Haustiere geheilt,
als Soldat im Zweiten Weltkrieg auf niemanden geschossen und niemals Geld
für seine guten Taten nehmen wollen, berichtet Römer mit sanfter
Stimme. Am Eingang werden die Publikationen des Grete-Häusler-Verlags
verkauft: Kalender mit Gröning vor idyllischen Alpenlandschaften,
Gröning im Goldrahmen, Zeitschriften und gesammelte Werke. Grönings
Bild hängt. an der Wand, auch mit ihm sei schon geheilt worden, wenn
man es auf das erkrankte Organ gelegt habe, so die Leiterin. Bruno habe
hinterlassen, daß man die Kraft morgens und abends um 9 Uhr am besten
empfangen könne, wie einen Radiosender. Die Heilung praktisch aller
beliebigen Krankheiten könne allerdings zu Schmerzen, den sogenannten
“Regelungen“ führen. Und wer nicht gesund werde, der habe nicht fest
genug geglaubt, so einfach ist das. Die Lehre ist religiös motiviert:
Bei den Regelungen kämpft das Gute im Körper gegen das Böse,
Gott gegen den Satan. Wer den Kampf gegen das Böse aufnimmt, der glaubt
an seine Gesundheit und spricht überhaupt nicht mehr von Krankheit.
Dabei geht es bei der Sitzung
um nichts anderes. Die Leiterin der Freundeskreise Siegburg und Hennef,
Ursula Berse, tritt zum Heilungsbericht an. Sie macht tatsächlich
einen kerngesunden Eindruck. Vor einigen Jahren noch habe sich in ihrem
Körper ein beeindruckendes Sammelsurium an Krankheiten angehäuft.
Rheuma und Asthma habe sie gehabt, dazu noch einen schweren Herzfehler,
multiple Sklerose und Muskelschwund.
Nachdem sämtliche Ärzte
komplett versagt hätten, sei sie das erste Mal beim Freundeskreis
und bei der Leiterin Grete Häusler zu Besuch gewesen. Kalt sei ihr
da geworden, eisigkalt, was sie zunächst aufl die ungeheizte Wohnung
zurückgeführt habe. Dabei habe sich so der Heilstrahl als Kältestrom
gezeigt. Berse saß direkt an der Quelle: Häusler hatte Gröning
noch persönlich gekannt.
Zunächst habe aber der
Heilstrahl Berse noch nicht geholfen. Die Beschwerden seinen gar schlimmer
geworden. Dann sei sie ein zweites Mal bei Häusler gewesen. Die habe
ihr erklärt, daß sie sich nicht richtig einstellen könne,
daher habe sie auch keine “Regelungsschmerzen“ , sondem sei nach wie vor
krank. Endlich habe sie sich besonnen, dann “zwei große Tüten
mit den ganzen Medikamenten gepackt.“ Als ihr Sohn die Pillen in der Apotheke
entsorgt habe, sei sie innerhalb von acht Tagen gesund geworden.
Die Heilungsberichte gehören
zu jedem Treffen des Freundschaftskreises. In Lohmar berichtete eine junge
Frau von der Heilung einer “Herzmuskelentzündung“, im Aueler Hof eine
andere Frau von einer jahrelangen, schweren Migräne, die nach dem
Besuch einer Sitzung verschwunden sei. Berse wirkt selbstbewußt,
will beeindrucken, Römer ist bescheidener: Aber sie sei auch nur von
einem Herpes geheilt worden, der ihre Nase befallen hatte.
ZUR PERSON Bruno Gröning Gröning wird 1906 in
Danzig als Sohn eines Maurerpoliers geboren. Mit seiner Frau Gertrud hat
er zwei Söhne: Harald stirbt 1940, Günther im Alter von neun
Jahren 1947 an den Folgen von Rippenfellentzündung und Knochentuberkolose.
1948 heilt Gröning angeblich im hessischen Dillenburg die Nichte seiner
Haushälterin. Kurz darauf kümmert er sich in Herford um den achtjährigen
Dieter Hülsmann, der an Muskelschwund leidet.
Der Junge kann nach der Behandlung
wieder einige Schritte laufen. Ärzte erklären das Krankheitsbild
des Jungen jedoch für unverändert. Zeitweilige Verbesserungen
und Verschlechterungen gehörten dazu. Sensationsberichte locken dennoch
bis zu 5 000 Heilsuchende nach Herford. Im September 1949 kommen bis zu
30 000 Menschen auf den Traberhof in Rosenheim. 1953 gründet der Wunderheiler
den “Bruno-Gröning-Bund“ in Stuttgart.
Die Mitglieder werben Novizen
und sammeln Spenden zur Verteidigung Grönings vor den Gerichten. Nach
mehreren Verfahren wegen unerlaubter Ausübung der Heilkunde und Körperverletzung
wird Gröning 1954 das öffentliche Auftreten in der Bundesrepublik
verboten. Groning verteilt geweihte Stanniolkugeln: “Alles, was ich berühre,
nimmt meine Kräfte auf“. 1955 stirbt Dieter Hülsmann sechzehnjährig
an den Folgen seiner Krankheit.
1957 folgt der zweite Prozeß
vor dem Landgericht München II, nachdem ein 18jähriges Mädchen
gestorben ist. Gröning wird wegen fortgesetzter unerlaubter Heilpraktikertätigkeit
zu 2000 Mark Geldstrafe, ersatzweise 100 Tagen Gefängnis verurteilt.
Vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung spricht ihn das Gericht frei.
Der General-Anzeiger schreibt
am 2. August 1957: “Zum Tode von Ruth Kuhfuß erklärte das Gericht,
als Todesursache sei einwandfrei Tbc festgestellt worden. Gröning
habe jedoch durch seine Äußerung zu Vater Kuhfuß, er werde
die Heilung übernehmen, einen ursächlichen Zusammenhang mit dem
Tod des Mädchens geschaffen. Außerdem sei nach Überzeugung
des Gerichts der Tod dadurch früher eingetreten, daß es auf
Veranlassung Grönings nicht in das ursprünglich vorgesehene Sanatorium
geschickt wurde.“ 1958 folgt eine Geldstrafe von 5 000 Mark mit acht Monaten
Gefängnis zur Bewährung.
1959 stirbt Gröning
an den Folgen von Krebs. Er hinterläßt ein Vermächtnis:
“Sterben müssen alle Menschen, ich auch, aber ich werde nicht tot
sein. Und wenn man mich dann ruft, komme ich und helfe weiter, so Gott
will.“
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“Gröning wird als Messias
verherrlicht“
INTERVIEW
Heide-Marie Cammans, Leiterin
des Sekten-Infos in Essen, und ihre Erfahrungen mit dem Freundeskreis
Heide-Marie Cammans ist
seit 1984 Leiterin des Sekten-Infos in Essen. Sie hat die Beobachtung gemacht,
daß der Bruno-Gröning-Freundeskreis seine Aktivitäten bundesweit
verstärkt.
GA: Ist der Bruno-Gröning-Freundeskreis
eine Sekte?
CAMMANS: Wir sind mit dieser
Bezeichnung vorsichtig. Eine Sekte ist zunächst eine Abspaltung von
einer bestehenden Glaubensgemeinschaft. Das ist nichts Negatives. Die religiöse
Komponente des Freundeskreises ist allerdings nicht zu übersehen:
Bruno Gröning wird praktisch als Messias verherrlicht, der noch vor
Jesus Christus für ein universelles Heilsversprechen steht.
GA: Welches Klientel
spricht der Freundeskreis an?
CAMMANS: Zum einen
geben die “Jünger“ Bruno Grönings Antworten auf ganz existentielle
Fragen, Hilfestellung für Menschen, die sich auf die Suche nach Glauben
und Lebenssinn begeben haben. Oft fühlen sich psychisch labile Menschen
angesprochen. Andererseits erwarten kranke Menschen eine konkrete Wunderheilung.
Der Freundeskreis bietet ein ganz einfaches dualistisches Weltbild an:
Es gibt nur das Gute, verkörpert in Bruno Gröning und seinem
“gottgegebenen Heilstrahl“, und das Böse, dem sich der kranke Mensch
ausgeliefert hat. Nur der Gläubige kann gesund werden.
GA: Wie gefährlich ist
die Aktivität des Freundeskreises?
CAMMANS: Akute Gefahr besteht
für kranke Menschen, die zugunsten Bruno Grönings auf medizinische
Behandlung verzichten. Die Leiter verlangen dies zwar nicht explizit, legen
es aber durch Berichte von Heilungen nahe. Krankheiten werden umgedeutet,
Schmerzen zu “Regelungschmerzen“ erklärt und als Heilungserfolge interpretiert.
GA: Droht seelische Abhängigkeit?
CAMMANS: Ich habe einige
Leiter des Freundeskreises als durchaus sympathische, warmherzige Menschen
erlebt. Vordergründig. Wer in einem solchen Umfeld Kritik übt,
wird schnell zum Verräter, der sogar die Heilungsprozesse seiner Freunde
gefährden kann. Erwartet wird die Unterwerfung unter ein geschlossenes
Weltbild, was für die Betroffenen katastrophale Folgen haben kann.
Oft wird die seelische Veränderung kaum wahrgenommen, später
kann die ganze Familie daran zerbrechen. Der einzige soziale Kontakt bleibt
oft die Gemeinschaft.
GA: Der Freundeskreis ruft
bei Veranstaltungen zu Spenden auf….
CAMMANS: … und scheint
sich damit teilweise finanzieren zu können. Hinzu kommen die Erträge
aus dem Grete-Häusler-Verlag. Die Aktivitäten des Kreises sind
kostspielig: Missionsreisen nach Rußland, Afrika, Australien oder
China, die Miete für Veranstaltungsräume oder Stände auf
Esoterikmessen. Zudem scheinen die Mitglieder sehr viel Freizeit in den
Freundeskreis zu investieren.
GA: Wie kann man den Betroffenen
helfen?
CAMMANS: Sektenrmtglieder
befinden sich meist in einer äußerst komplizierten Situation;
oft war eine Lebenskrise Grund für den Eintritt. Familienmitglieder
oder Freunde sollten nie mit überzogener Kritik oder persönlichen
Angriffen einen Ausstieg erzwingen. Es braucht viel Einfühlungsvermögen
und Verständnis, um den Betroffenen die Rückkehr in ein selbstbestimmtes
Leben zu ermöglichen. Wer das nicht aufbringen kann, macht sich schnell
zum Vertreter der von den Sekten abgelehnten Gegenwelt.
Literaturtip:
Heide-Marie Cammans:
Sekten – Die neuen Heilsbringer?
Ein Handbuch.
Patmos Verlag 1998, ISBN:
3-491 -72385-X, Preis 44,80 Mark.
Das Sekten-Info Essen ist
unter 02 01/23 46 46, Fax 20 76 17 zu erreichen.
Stuttgarter
Zeitung vom 2.4.01
700 suchen Heilstrom Vortrag der Gröning-Freunde
Hunderte von Menschen haben
ihren Sonntagnachmittag im Kursaal von Bad Cannstatt verbracht. Dort warben
Ärzte aus dem Bruno-Gröning-Freundeskreis für die “Heilung
auf geistigem Weg”. Kritiker bezeichnen den Freundeskreis als Sekte und
warnen.
Von Julia Schaaf
“Internationale Ärzte-Fachvortragsveranstaltung”
hieß es auf den Plakaten und Flugblättern, die etwa 700 Menschen
nach Bad Cannstatt gelockt hatten. Tatsächlich war der Bruno-Gröning-Freundeskreis
gestern augenscheinlich bemüht, die eigene Überzeugung vom Wirken
des “göttlichen Heilstroms” medizinisch zu untermauern. Die “Vorträge”
folgten zu diesem Zweck einem schlichten Muster: Verschiedene hierfür
eingeladene Personen skizzierten ihre nach ärztlicher Diagnose angeblich
unheilbaren Leiden – von Verstopfung und Schwerhörigkeit bis hin zu
Depressionen und Herzerkrankungen.
Dann behaupteten sie, durch
den Kontakt zum Bruno-Gröning-Freundeskreis genesen zu sein. Die sieben
Humanmediziner auf dem Podium erläuterten diese Befunde anschließend
aus ihrer Sicht. Krankenberichte und Testergebnisse, die an die Wand projiziert
wurden, sollten die hoffnungslosen Diagnosen sowie die Gesundung belegen.
Dabei verwendeten die Ärzte eine Vielzahl von Fachbegriffen. Diese
machten es einerseits für Laien schwierig, den Ausführungen zu
folgen, gleichzeitig suggerierten sie jedoch medizinische Autorität.
Die Formulare an der Wand konnten nur von den vorderen Plätzen aus
gelesen werden. Der Tenor war in allen Fällen: “Es ist mir als Arzt
nicht möglich, Ihnen diese Heilungen zu erklären.” Beispiele
aus der Tiermedizin sollten überdies belegen, dass die Heilungen nicht
auf “Suggestion” oder “starkem Willen” beruhen könnten.
Der umstrittene Geistheiler
Bruno Gröning (1906 bis 1959) gilt seit einer angeblichen Wunderheilung
1948 als Vermittler göttlicher Heilskräfte. Matthias Kamp aus
Hamburg, der Leiter der “Medizinisch-Wissenschaftlichen Fachgruppe” des
weltweit operierenden Freundeskreises, ermunterte gestern das Publikum,
die “göttliche Kraft” während der Veranstaltung selbst “zu spüren”.
Er forderte deshalb dazu auf, Arme und Beine nicht zu überkreuzen
und nicht an Krankheit oder Sorgen zu denken. Vor und nach den Vorträgen
wurde langsame Streichmusik vom Band gespielt. Die Teilnehmer legten die
geöffneten Handflächen auf die Beine. Einige waren gekommen,
weil sie sich allgemein für Esoterik interessieren, andere suchten
nach Linderung für chronische Schmerzen. Einzelne verließen
die fünfstündige Veranstaltung schon früh. Sie vermuteten
eine “Sekte”, waren unzufrieden mit der ausschließlichen Konzentration
auf die Person Grönings oder befanden: “Das ist nichts Reelles.”
Im Handbuch für Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen
wird der Bruno-Gröning-Freundeskreis als Sekte eingestuft. Der Freundeskreis
empfehle, den Kontakt zu Kritikern an der Methode abzubrechen, weil das
den Heilstrom behindern könne, heißt es da unter anderem. Der
Weltanschauungsbeauftragte der Evangelischen Landeskirche in Württemberg,
Hansjörg Hemminger, hatte vorab von dem Besuch der Veranstaltung gewarnt.
Die Teilnehmer in Bad Cannstatt konnten ihre Adresse hinterlassen, um künftig
zu den Treffen der Ortsgruppen eingeladen zu werden.
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Impressum: Die Website www.AGPF.de wurde eröffnet
im September 1998