Bernhard Brünjes:
Hintergründe und Weltanschauung der
ZEITENSCHRIFT
| Zur Homepage | Zur Inhaltsseite | Zum Begriff Sekte |
| Adresse dieser Seite: | http://www.AGPF.de/ZeitenSchrift.htm | Zuletzt bearbeitet am 14.8.2001 |
| Inhalt dieser Seite: | Zum Thema auch: | In anderen Websites: |
Bernhard Brünjes:
Hintergründe und Weltanschauung der
ZEITENSCHRIFT
Die ZeitenSchrift erscheint viermal jährlich.
Herausgeber und Redaktion: Benjamin und Ursula Seiler-Spielmann (ben,
US)
Redaktionsadresse: ZeitenSchrift-Verlag Seiler &. Co., Postfach
, CH-6343 Rotkreuz
Büro Deutschland: ZeitenSchrift, Postfach 1607, DE-02606 Bautzen
Österreich: ZeitenSchrift, Postfach 229, AT-6890 Lustenau
Ideologisch vereint die Zeitenschrift
Darüberhinaus schwirren phantastische – als wahr ausgegebene –
Geschichten durch die ZeitenSchrift:
Es wohnen in der hohlen Erde „Innerirdische“, Menschen reisen mit Venusianern
auf den Mond und leben dort zusammen, immerwieder tauchen Nazi-Ufo’s auf,
es hat einen Aufstand der Naturgeister gegen umweltverschmutzende Menschen
gegeben und die ZeitenSchrift verkehrt mit in Menschenkörper inkarnierte
Naturgeister.
Die USA sei als das künftige Lichtreich auserkoren. Allerdings
werden sie noch durch die Herrschaft der Illuminaten, die angeblich nach
der Weltherrschaft trachten, an der wahren esoterischen Bestimmung gehindert.
Für die Umweltverschmutzer sind vor allem schlechte Gedanken verantwortlich, für diese wiederum in erster Linie die „Bewußtseinsverschmutzer“.
Wie in der ZeitenSchrift mit der Wahrheit umgegangen wird, soll folgendes
Beispiel aufzeigen:
Es handelt sich hier um die vertretene These, nicht die Inkas, sondern
der geheimnisvolle, uralte Stamm der weißhäutigen Ugha Mongulala
haben Machu Piccu erbaut. Dieser geheime im Amazonasgebiet lebende, 15.000
Menschen umfassende Stamm habe sich mit den Goten und während des
Zweiten Weltkrieges mit Deutschen vermischt. Da sei ein hochspirituelles
Volk am Wirken.
Recherchen haben ergeben:
Tatunca Nara, der geheimnisvolle „Häuptling“ der Ugha Mongulala
entpuppte sich als ein zwielichtiger Deutscher.
Selbst vor Weltverschwörungstheorien wird in der ZeitenSchrift
nicht haltgemacht.
Gern wird auf die edlen, hochspirituellen Retter vor der jüdisch-freimaurerischen
Weltver-
schwörung hingewiesen. So habe der Club of Rome Aids in die Welt
gesetzt, die Illuminati wollen die Erde mit Killerviren entvölkern,
die EU sei in den „Klauen dunkler Hintermänner“ gefangen und Schiller
als „dem Germanentum verbundener...Patriot“ sei durch jüdische Illuminaten,
wobei Goethe nicht ganz reine Hände gehabt habe, ermordet worden.
Zur Weltverschwörungstheorie gehört auch die Ansicht, daß die „freimaurerisch-dominierte“ Schulmedizin die Alternativmedizin verfolge. Die Radikalität der Anschuldigungen überschreiten hier die Grenze des Absurden. Z.B. wird Ryke Geerd Hamer, der „von der Schulmedizin verfolgt“ werde und nichts weiter wolle, als uns allen „helfen gegen die Herrschenden“ massiv unterstützt. (Hamer ist bereits vor zwölf Jahren die ärztliche Approbation entzogen worden, nicht zuletzt unter Hinweis auf psychische Defekte. Er ist mehrfach wegen Verstosses gegen das Heilpraktikergesetz vorbestraft. Gegen ihn wird nach wie vor in mehreren europäischen Ländern – darunter Deutschland, Österreich und Frankreich – ermittelt, weil er illegal Krebspatienten behandelt haben soll.)
Aus der Sicht der ZeitenSchrift sollte die Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit eingestellt ja sogar tabuisiert werden, denn die antifaschistische, demokratische Aufklärungsarbeit wird zum Faktor, der die Neonazis erzeugt: “Dennoch gilt das kosmische Gesetz: Wo ich eine Energie hineingebe, das wird gestärkt. Wenn noch fünfzig Jahre nach Kriegsende und sechzig Jahre nach dem Juden-Progrom die ganze Welt in der Angst vor neuerlichem Nazi-Horror gehalten wird, dann stärkt gerade diese Angst die Möglichkeit, daß wieder neue Infektionsherde des Judenhasses entstehen.“ Und zur Debatte um den Holocaust wird erklärt: „Es gibt die „göttliche“ Pflicht des Opfers, wirklich zu vergeben –und das heißt: vergessen.“
Der kompromißgeprägten „Uneinigkeit“ der Demokratie wird
als Alternative die Theokratie gegenübergestellt. Der „wahre Volksführer“,
der König, sei mit dem Willen Gottes eins und verfolge „kompromißlos
das kosmische Gesetz“. Das Volk solle für einen Führer beten.
Die Person des Königs kann dem Volk einen Fixpunkt geben. Er verkörpert
das Edle und Gute seines Volkes.
In einer solchen Staatsform läßt sich vortrefflich regieren.
Das Bild der Politikvorstellungen ist eine seltsame Mischung von autoritärem
Machiavellis-
mus, absoluter Monarchie, esoterisch geführtem Gottesstaat, Sozialdarwinismus,
elitärem Führertum und Sympathie für das NS-Regime.
Abschließend ist aus kritischer Sicht festzuhalten:
Wird in einem Gemeinwesen keine einheitliche, geschlossene Lehre dargeboten,
sondern ein Mix aus esoterisch-okkulten rassistischen Phantasien, brutaler
kriegshetzerischer Machtpolitik und industriellem Größenwahn,
das mit dem Willen autoritärer Führer zusammengehalten wird,
zugelassen, ist auch die Szene der Verschwörungstheoretiker ein buntes
Sammelsorium aus Lügen, Abstrusitäten und Teilwahrheiten.
Die Gefahr einer Beachtung liegt in der Breitenwirksamkeit des Angebots
und dessen einfachen Erklärungsmustern für eine immer komplizierter
werdende Welt. Während die intellektuellen Zirkel der „Neuen Rechten“
auf einige Hundert Vordenker und Mitläufer beschränkt sind, sind
das Gros lärmende und betrunkene Skinheads und Hooligans, zu primitiv,
um sich ihnen anzuschließen.
Das Internet bietet die Gelegenheit, die braune Kost individuell zu
konsumieren und ewig gestrige Meinungen lassen sich – relativ sicher vor
strafrechtlicher Verfolgung – auf oft anonymen Homepages kundtun.
Wenn außerdem die Mittel der boomenden Esoterik benutzt werden,
dann ist dies ein Grund zu berechtigter Besorgnis, weil auf relativ einfachem
Weg Ideologien verbreitet werden können.
Esoterik
„Esoterisch“ (griech: nach innen) nannte man im antiken Griechenland die Mysterienkulte, die man damit von der „exoterischen“ (griech: nach außen), allgemein anerkannten Wissenschaft und Religion abhob.
Man kann als esoterisch jene Auffassungen bezeichnen, von denen ihre Vertreter meinen, sie seien nur einem Innenkreis von Sensiblen, Eingeweihten und Erleuchteten verständlich, weil sie Erfahrungen und Erkenntnisse beinhalten, für welche die Allgemeinheit, die etablierten Wissenschaften und Religionen noch nicht genügend aufgeschlossen sind: intensive meditative Versenkung, Kontakt mit übersinnlichen Mächten (Spiritismus, Ufologie, Magie) sowie mystisch-intuitive Menschen- und Geschichtserkenntnis (Astrologie, Alchemie, Atlantologie, Prä-Astronautik) oder eine ähnliche von psychischen , menschlichen Kategorien ausgehende Betrachtung der Natur wie die ökosophische Vorstellung von einer „Allmutter Erde“, die Spiritualisierung der Natur.
Theosophie
Zu unterscheiden ist zwischen der abendländisch-christlichen Theosophie, die davon ausgeht, dass den auf Gottes Wort Hörenden göttliche Weisheit geschenkt wird und den auf dem Boden des modernen Okkultismus und Spiritismus entstandenen sog. „Theosophischen Gesellschaften“.
In dem 1889 erschienenen „Schlüssel zur Theosophie“ werden die drei Ziele der Theosophischen Gesellschaften beschrieben:
1. Bildung einer überkonfessionellen „Bruderschaft der Menschheit“
2. Studium der östlichen Weltanschauungen
3. Studium des Okkultismus.
Es wird eine „universelle Religion“, die angeblich schon vor der Entstehung besonderer Religionen existiert hat, verkündet.
Nach Blavatsky bedeutet „Theosophie“ die „Weisheit, wie sie Götter besitzen“, wobei Götter die Menschen sind, wenn sie sich einmal zu göttlichen Wesen entwickelt haben.
Als Vermittlerin westlich-okkulter und östlich-religiöser Anschauungen gehört die Theosophie zum wichtigsten Vorläufer der New-Age-Bewegung.
Quellennachweis:
E.Gugenberger, F.Petri, R.Schweidlenka
Weltverschwörungstheorien -Die neue Gefahr von Rechts
Gasper/Müller/Valentin
Lexikon der Sekten, Sondergruppen und Weltanschauungen
Diese Website wurde eröffnet im September 1998