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VPM, "Mut zur Ethik" und die "Konservative Sammlung e.V."



 
 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
Impressum

 

Dieter von Glahn, zuvor als Unterstützer der Moon-Sekte aufgefallen,
vgl. Moon-Sekte: "Schönhubers seltsame Vertraute"
war Gründer und geschäftsführender Vorsitzender des Vereins Konservative Sammlung.

Der Verein Konservative Sammlung e.V. ist Mitglied der "Europäischen Arbeitsgemeinschaft
"Mut zur Ethik", die ihrerseits Teil des VPM ist.
"VPM" steht für Verein zur Förderung der psychologischen Menschenkenntnis. "VPM" ist dabei ein Kürzel für zahlreiche Vereine dieses und ähnlicher Namen in der Schweiz und in Deutschland.
In der Website www.mut-zur-ethik.ch war der Verein Konservative Sammlung e.V. als einer der Veranstalter eines Kongresses Anfang September 2000 angekündigt.

Erstmals ist der Verein Konservative Sammlung e.V. als Unterstützer des VPM 1993 aufgefallen. Damals veröffentlichte er ein Pamphlet:


Der marxistische Betrug mit dem Sektenbegriff
Die Seilschaften von Monika Schipmann (ehem. Niermann), Thomas Gandow, Hansjörg Hemminger u.a.
Eine Dokumentation über die politischen Hintergründe der "Sektenbeauftragten" in der Bundesrepublik
Teil 1
Herausgeber: Konservative Sammlung
 

Vorgestellt wurde dieses Pamphlet am 31.8.93 in einer Pressekonferenz, an der auch der VPM teilnahm. Dazu unten eine VPM-Pressemitteilung.
Soweit bekannt, hat der VPM sich niemals von der Broschüre oder einzelnen Texten oder Formulierungen distanziert.
 

Etikettenschwindel: Kein Beweis für die Anschuldigungen

Die Broschüre soll angeblich beweisen, daß Sekten-Kritiker "von einer marxistischen Weltanschauung geprägt" bzw. "von ihrer marxistischen Gesellschaftsauffassung geprägt" seien (so im Brief am Anfang der Broschüre).

Das Heft gibt dazu nichts her.
Offenbar geht man davon aus, daß die Adressaten den Text ohnehin weder lesen, noch prüfen.
Die wichtigsten Begriffe in dem Anschuldigungs-Brief lauten deshalb "möglicherweise" und "sollen".

Monika Schipmann war damals in der Berliner Verwaltung für Sekten zuständig. Zur Tätigkeit der Verwaltung zu diesem Thema vgl.

Die Behauptungen in der Broschüre der "Konservativen Sammlung" stützen sich im wesentlichen auf
"Die 'Politische Praxis' der Drogenberaterszene, in der Frau Niermann (Schipmann) als Drogenberaterin arbeitete".
Es werden Texte zu Drogenfragen aus ganz Deutschland zitiert. Diese haben durchweg keinerlei Bezug zur Monika Schipmann.
Geradezu grotesk ist die ständige Wiederholung der Namensänderung, so als benutze Monika Schipmann einen Alias-Namen zwecks Tarnung. Tatsächlich handelte es sich um die übliche Namensänderung nach Eheschließung.

Thomas Gandow ist seit Jahrzehnten Sektenbeauftragter der evangelischen Kirche in Berlin, in mehreren einschlägigen Organisationen aktiv, vorsitzender des Vereins Dialog Zentrum Berlin e.V. und Herausgeber des Berliner Dialog, weitere Links auch vgl. www.EBI-Berlin.de

Dr. habil. Hansjörg Hemminger ist Biologe und schreibt seit Jahrzehnten Bücher u.a. zu den Möglichkeiten und Grenzen therapeutischer Verfahren, vgl. AGPF-Bücherliste
Er war damals Mitarbeiter der EZW - Evangelische Zentralstelle für Weltanschungsfragen und ist nach deren Umzug nach Berlin heute bei der evangelischen Kirche in Baden-Württemberg tätig, vgl. www.gemeindedienst.de/weltanschauung/
Hemminger-Texte in dieser Website zum Beispiel:
Hemminger über Leonard Coldwell, geb. Bernd Klein
Hemminger über Siebel
Hemminger war im übrigen der erste, der umfangreich über die VPM-Aktivitäten in Deutschland berichtet hat. Daraus wurde sein Buch:

Hemminger Hansjörg: VPM - Der 'Verein zur Förderung der psychologischen Menschenkenntnis' und Friedrich Lieblings 'Zürcher Schule' EPD München 1994, ISBN 3-583-50663-4


Für beide gilt das für Monika Schipmann gesagte:
Die Broschüre enthält nichts, was die Behauptungen beweisen könnte.



Brief an Bundestagsabgeordnete

Der Zweck der Broschüre wird aus einem Brief deutlich, der am Anfang der Broschüre abgedruckt ist. Dieser Brief ist auch an zahlreiche Bundestagsabgeordnete verschickt worden.

Es geht um die Verhinderung des Amtes eines "Bundessektenbeauftragten".
Nach der Meinung von Glahns war Monika Schipmann dafür die erste Wahl, die damals im Berliner Senat zuständige Fachfrau. Dieser wirft er "marxistische Gesellschaftsauffassung" vor. Außerdem das "Zusammenwirken mit den Sektologen Hemminger ... und Gandow ... Beide sollen wesentlich von einer marxistischen Weltanschauung geprägt sein".

KONSERVATIVE SAMMLUNG
c/o Dieter von Glahn
Sedanstraße 63
30161 Hannover
Hannover, im September 1993
Sehr geehrte Damen und Herren!

Wie Sie der Presse der letzten Tage entnehmen konnten, soll demnächst die Stelle einer Bundessektenbeauftragten eingerichtet werden. Angeboten wurde diese Stelle der Berliner Sektenbeauftragten Frau M. Schipmann (bis 1986 Niermann). Aufgrund des Stellenstopps von Bundesminister Dr. Waigel wäre es auch möglich, die Stelle durch Abordnung von Länderbeamten zu besetzen.

Das Bundesverwaltungsgericht hat in seiner Entscheidung vom 27.3.1992 (Az.: 7C 2 1/90) deutlich zum Ausdruck gebracht, daß es sich hierbei uni einen höchst sensiblen grundrechtlich besonders geschützten Bereich handelt, der höchste Anforderungen an Sachlichkeit, Neutralität und Toleranz stellt. Für diese Stelle kommt nur ein Theologe in Frage. Gerade bezüglich der Person von Frau Schipmann bestehen erhebliche Bedenken in der fachlichen Qualifikation, die möglicherweise wesentlich von ihrer marxistischen Gesellschaftsauffassung geprägt ist, was auch in ihrem bisherigen Verhalten zum Ausdruck kommt.

Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang auch das Zusammenwirken mit den Sektologen Hemminger (Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen EZW, Stuttgart) und Gandow (Berlin). Beide sollen wesentlich von einer marxistischen Weltanschauung geprägt sein.

Da aus der Berliner Szene verlautete, daß beide im Gespräch für einen zu bildenden Beirat in der Bundessektenstelle sind, besteht der dringende Verdacht, daß das vom Bundesverwaltungsgericht ausdrücklich für diesen Bereich festgestellte Toleranz- und Neutralitätsgebot des Staates sowie eine besondere Verpflichtung des Staates zu erhöhter Sachlichkeit und Sorgfalt nicht nur nicht gewährleistet wird, sondern als marxistisches Kampfinstrument umfunktioniert werden könnte.

Die Konservative Sammlung, die es sich laut ihrer Satzung zur Aufgabe gemacht hat, ganz entschieden gegen links- und rechtsextreme Handlungen vorzugehen, möchte mit der vorliegenden Dokumentation, die fortgeschrieben wird, auf diesen Mißstand aufmerksam machen.

Für weitere Rückfragen steht die Konservative Sammlung - ggf. telefonisch - gerne zur Verfügung. Die Konservative Sammlung bittet Sie, im Rahmen Ihrer Möglichkeit darauf hinzuwirken, daß diese Stelle einer Bundessektenbeauftragten nicht mit einer derartig vorbelasteten Person besetzt wird, denn eine solche Position ist angesichts des verhängnisvollen Treibens vieler echter Sekten zu wichtig.

Hochachtungsvoll
Dieter von Glahn
Geschäftsführender Vorsitzender



VPM-Pressemitteilung vom  31.8.93, verteilt von Dr. Kaiser vom VPM nach einer Pressekonferenz der "Konservativen Sammlung" am 31.8.93 in Bonn

Erklärung zur Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Jugend und Familie Berlin vom 30.8.1993
 

Es mutet schon sonderbar an, wenn ein Senator einen psychologisch orientierten, interdisziplinären Fachverein wie den VPM in einer Pressemitteilung diskreditiert, während gerade ein Teil der Berliner Jugend in den Drogen zugrunde geht und Autonome honorigen Politikern auflauern und sie verprügeln. Möglicherweise ist das heutige Drogenelend in Berlin auch auf das Wirken der damaligen mDrogenberaterszene" um Thamm und Schipmann zurückzuführen.

Bei Krügers Rundumschlag handelt es sich ganz offensichtlich um einen politischen Kampf von Linkskräften gegen das Engagement des VPM in der Drogenfrage bzw. dessen engagiertes Eintreten gegen jede Drogenliberalisierung und -legalisierung und nicht mehr um die Wahrnehmung seiner ihm und seiner Mitarbeiterin übertragenen staatlichen Aufgaben.

Die Tatsache, daß Krüger in seiner Erklärung kein einziges Faktum benennt, worin die angebliche Gefährlichkeit des VPM bestehen soll, bestätigt auch von seiner Seite, was zuvor über 150 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie Politiker, Lehrstuhlinhaber etc. in ihren Protestschreiben feststellen, nämlich, daß beim VPM nicht einmal die Möglichkeit der Gefährdung besteht. Es handelt sich vielmehr um einen rein politischen Kampf, was gerade heute wieder an der Pressekonferenz der 'Konservativen Sammlung‘ mehr als deutlich geworden ist.
 

Zu Krügers Untersteilungen:

Zu 1:

Krüger bringt als Argument, daß das Oberverwaltungsgericht Berlin den Antrag des VPM auf einstweiligen Rechtschutz gegen die Senatsverwaltung zurückgewiesen habe. Es stimmt nicht, daß der VPM gescheitert ist. Krüger unterschlägt bewußt die Tatsache, daß der VPM Verfassungsbeschwerde gegen diesen Beschluß eingelegt hat, weil ihm unter anderem das rechtliche Gehör verwehrt wurde, erhebliche Verfahrensfehler gemacht wurden und das Handeln der Verwaltung klar verfassungswidrig ist. Krüger verschweigt auch, daß das Gericht keine Feststellungen in der Sache getroffen hat (Beweisaufnahme), sondern nur summarisch entschied. Dabei legte es im wesentlichen eine eidesstattliche Versicherung von Frau Schipmann zugrunde, deren Richtigkeit bezweifelt und von den Strafverfolgungsbehörden geprüft werden wird. Täte Krüger nicht gut daran, erst einmal das Ergebnis der Verfassungsbeschwerde abzuwarten? Gerade in solchen Fragen des staatlichen Toleranz- und Neutralitätsgebotes hat das Bundesverfassungsgericht schon mehrfach Urteile der Oberverwaltungsgerichte aufgehoben.

Auch in der gerichtlichen Auseinandersetzung mit Krügers Verwaltung in Berlin war interessanterweise ebenfalls die Drogenfrage Hintergrund der Auseinandersetzung. Die dort eingeklagten Äußerungen machen deutlich, daß Krügers Mitarbeiterin den VPM aus ihrem theoretischen und praktischen Hintergrund heraus (Berliner "Drogenberaterszene“ der frühen 80er Jahre) u.a. wegen der Drogenfrage angreift. Die unterschiedliche Einschätzung und Stellungnahme in der Drogen- und AIDS-Frage darf jedoch niemals dazu führen, jemanden in eine Sektenbroschüre aufnehmen zu wollen. Diese staatlich gebotene Neutralität hat das Bundesverfassungsgericht immer wieder betont. Man wird Frau Schipmann schon sagen, was sie darf und was nicht.

Zu 2:

In der Zusammenarbeit von konservativen und werterhaltenden Kräften eine "Gefährdung der gesellschaftlichen Mitte“ zu sehen, ist schlichtweg absurd und läßt Schlüsse auf die dahinterstehende Ideologie des Äußernden (Krüger) zu. Wenn sich über 150 Professoren und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens für den VPM einsetzen, um die Aufnahme des VPM in eine Broschüre der Jugendministerin zu verhindern, dann spricht das für die Seriosität des VPM, seiner Arbeit und seiner Mitglieder. Auch hat dies nichts mit Lobbyismus zu tun. Gefährlich sind vielmehr solche Bestrebungen, wie sie Krüger und Schipmann zeigen, mit allen Mitteln eine Stimme der bürgerlichen Mitte zum Schweigen bringen zu wollen. Indem Krüger behauptet, das Eintreten wertkonservativer Persönlichkeiten für den VPM sei "kein legitimes Instrument der Auseinandersetzung mit linken Positionen“, will er scheinbar in DDR-Manier bestimmen, wie gesellschaftliche Auseinandersetzungen abzulaufen haben. Dies ist nicht nur keine demokratische Verfahrensweise, sondern eine unzulässige Einmischung des Staates in private Belange. Hat Krüger immer noch nicht die Spielregeln westlicher Demokratien verstanden? Oder liegt ihm gerade in solchen, für seine Verwaltung bedrängenden Situationen der DDR-Totalitarismus näher? Nur nebenbei bemerkt: Es ist schlichtweg unhaltbar, daß ein Mitglied einer Landesregierung in den demokratischen Meinungsbildungsprozeß einzugreifen versucht und per einstweiliger Verfügung die Meinungsäußerungs-, Informations- und Pressefreiheit gemäß Artikel 5, Absatz 1 des Grundgesetzes unterbinden will. Soll damit verhindert werden, daß belastendes Material über Frau Schipmann und andere ans Licht der Öffentlichkeit kommt? Das muß Krüger ertragen, oder will Frau Schipmann allen Ernstes behaupten, sie sei nicht Frau Niermann gewesen?

Zu 3:

Der VPM und GFPM stellen sich jeder Auseinandersetzung in der Sache. Das wird nicht zuletzt an dem Einspruch der 150 Persönlichkeiten deutlich. Frau Schipmann hat aber das vom VPM gesuchte Gespräch nie angenommen, sondern ihn, ohne ihn vorher anzuhören, öffentlich herabgesetzt. Sie kennt die Arbeit aus eigener Anschauung gar nicht. Sie stützt sich vielmehr auf selber angeforderte, eindeutig marxistisch geprägte Stellungnahmen zum VPM.

Von Verleumdung durch den VPM, wie Krüger unterstellt, kann keine Rede sein: Die 'Konservative Sammlung‘ hat Material vorgelegt, das Frau Schipmann schwer belastet. Kann man die Bewertung dieser Fakten nicht der Fachpresse überlassen? Hat Frau Schipmann Senator Krüger nicht informiert, wer Frau Niermann ist? Oder deckt Krüger Schipmann alias Niermann?

Krügers Presseerklärung ist der beste Beweis für das, was der VPM seit langem aufzeigt: ein Verein, der neo-linken Strategen im Wege steht und nicht in deren schwarz-weiß gestricktes Weltbild paßt, soll mundtot gemacht werden. Dies aber ist Mißbrauch staatlicher Macht, den aufzuzeigen immer dringender wird.
 

VPM Zürich
Köln, 31.8.93
Dr. med. R. Kaiser

Verteilt von Dr. Kaiser vom VPM nach einer Pressekonferenz der "Konservativen Sammlung" am 31.8.93 in Bonn
 
 



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