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Universale Kirche (UK)


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Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/universale-kirche1.htm Zuletzt aktualisiert am 13.12.2000

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Tages-Anzeiger Zürich vom 29.1.2000
<http://www.tages-anzeiger.ch/000129/133161.HTM>

Universale Kirche: Rassistische Töne

Die Universale Kirche verbreitet erneut Judenhass und spricht vom "jüdischen Gezücht" und dem "jüdischen Pöbel".

Von Hugo Stamm

In der Schweiz sind bereits mehrere Mitglieder des esoterisch-theosophischen Kults der Universalen Kirche (UK) wegen antisemitischer Aussagen zu bedingten Gefängnisstrafen und Bussen verurteilt worden. Ausserdem gerieten Politiker, Manager, Anwälte, Rektoren und die Herausgeber einer Zeitschrift namentlich in die Schlagzeilen, weil sie der UK angehören. Die Bundespolizei hatte im Oktober 1998 eine Einreisesperre gegen den amerikanischen Guru Peter Leach-Lewis erlassen, ausserdem wurde eine Strafanzeige gegen ihn eingereicht. Das europäische Zentrum der internationalen Sekte befindet sich in Walzenhausen AR.

Weinsäufer Jesus

Die jüngste antisemitische Hetze der UK findet sich im Rundschreiben "Das Innere Licht" (Nr. 18), das kürzlich an mehrere Hundert Mitglieder in der Schweiz verschickt wurde. Die Kultanhänger sind überzeugt, dass Gottesmutter Maria Peter Leach-Lewis dieses Schreiben übermittelt hat. Darin heisst es, "die Schlangen aus dem jüdischen Gezücht" würden gegen den Guru der UK antreten, wie sie vor 197 Jahrzehnten gegen Jesus vorgegangen seien. Die Juden hätten Jesus einen Weinsäufer und Hurenbock genannt, um seine Botschaften in Frage zu stellen.

Und wörtlich: "Nichts hat sich geändert, ausser dass dieses unerträgliche Ungeziefer inzwischen auf der ganzen Welt verstreut ist" und "Positionen von ausserordentlichem Reichtum eingenommen und die höchsten Macht- und Kontrollstellungen über alle Völker in jedem Land beansprucht hat".

Weiter wird im Schreiben behauptet, der Guru verkünde laut und deutlich die Wahrheit, doch der "jüdische Pöbel der Gegenwart" habe sich gegen ihn und die UK gewandt.

Bereit, das Leben zu geben?

Das Rundschreiben verlangt von den Mitgliedern des Kults bedingungslosen Gehorsam. Sie müssten ihren menschlichen Willen aufgeben. Es gebe nichts mehr, "was ihr zu eurem eigenen Nutzen noch wirklich haben müsst oder haben wollt". Die UK-Mitglieder werden gewarnt, dass die Gegner auch sie
"kreuzigen wollen". Die Rede ist von einem Kreuzzug, dem sich die Anhänger anschliessen sollen: "Seid ihr bereit, für euer Leben zu kämpfen? Seid ihr bereit, euer Leben für euren Mit-Chela zu geben? Seid ihr bereit, euer Leben Gott zu geben?" (Ein Mit-Chela ist ein Glaubensbruder.) Versprochen wird dafür "die Autobahn in den Himmel".



Tages-Anzeiger Zürich vom 8.11.99
http://www.tages-anzeiger.ch/archiv/99november/991108/151729.HTM

Für Handy-Hersteller, gegen Natelantennen

Der Anwalt Hans Rudolf Barth ist gegen Mobilfunkantennen. Doch das hindert ihn offenbar nicht daran, Verwaltungsratspräsident des Handy-Herstellers Nokia zu sein.

Von Hugo Stamm

Der bekannte Zuger Wirtschaftsanwalt Hans Rudolf Barth ist seit über drei Jahren immer wieder in den Schlagzeilen, weil er Mitglied der theosophischen Sekte Universale Kirche (UK) ist, deren Mitglieder wiederholt antisemitische Äusserungen gemacht haben. Barths Guru, Peter Leach Lewis, behauptete beispielsweise, die Juden hätten in ihrer satanischen Gier den Zweiten Weltkrieg angezettelt. Der Rechtsanwalt rechtfertigte die rassistischen Worte mit dem Argument, sie seien aus dem Zusammenhang gerissen und stammten ursprünglich von einem göttlichen Avatar oder "Höheren Meister". Im Gegensatz zum Zuger Kanti-Rektor und UK-Mitglied Jürg Iten distanzierte sich Barth nie öffentlich von den rassistischen Äusserungen seines Gurus.

Aufsichtsverfahren gegen Barth

Das Zuger Obergericht eröffnete 1996 ein Aufsichtsverfahren gegen Barth, stellte es aber mit der Begründung ein, Antisemitismus sei dem Anwalt fremd. Kantonsrat Joseph Lang wollte nähere Informationen zum Entscheid und reichte Anfang 1997 eine Interpellation ein. Das Obergericht weigerte sich aber, dem Kantonsrat Auskunft über das Verfahren zu erteilen. Dies rief die FDP-Fraktion auf den Plan, die eine Motion einreichte. Nach langem Hin und Her war das Obergericht im Sommer dieses Jahres bereit, der Justizprüfungskommission Einsicht in die Akten zu gewähren. Diese kam nun zum Schluss, dass das Verfahren korrekt abgewickelt worden sei.

Doch nun gerät Barth wieder in die Schlagzeilen. Der Anwalt, der 1997 noch in über 60 Verwaltungsräten sass, amtet als Direktionsmitglied des Weltfundaments für Natur-Wissenschaft, einem Ableger der Universalen Kirche. Das Weltfundament kämpft mit allen Mitteln gegen die Mikrowellen. Der Europapräsident der Organisation, Hans Ulrich Hertel, behauptet zum Beispiel, Mikrowellenöfen seien heimtückischer als die Gasöfen von Dachau. Die Küchengeräte würden Krebs erzeugen.

Tödliche Gefahren

Der Kampf des Weltfundaments richtet sich nun auch gegen die Sendemasten der Mobilfunkbetreiber. Am diesjährigen Kongress in Lindau am Bodensee befasste sich der Sektenableger mit den Mikrowellen. In der Einladung schrieb Hertel, die Mobilfunktechnik mache sowohl physisch als auch psychisch krank und führe zum Tod. Am Kongress moderierte Hans Rudolf Barth, Direktionsmitglied des Weltfundaments,
eine Veranstaltung, bei der es um den Resonanzeffekt ging. Dabei wurde behauptet, dieser Effekt wirke "schädigend und tötend".

Was die mehreren Hundert Kongressteilnehmer nicht wussten: Hans Rudolf Barth ist Verwaltungsratspräsident des erfolgreichen Handy-Herstellers Nokia. Er bezieht also Honorare von einer Firma, die Geräte herstellt, welche die Konsumenten angeblich töten.

Barth sagte dazu, Nokia sei ein Grossunternehmen mit verschiedenen Bereichen, er habe aber mit Mobiltelefonen noch nie etwas zu tun gehabt. "Ich bin der Auffassung, dass Anlass zur Befürchtung besteht, dass die Verwendung technischer Mikrowellen gesundheitsschädliche Auswirkungen hat", erklärte Barth. Bis wissenschaftliche Untersuchungen vorliegen würden, sollte seines Erachtens auf den Einsatz der Geräte verzichtet werden.
 


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