Der Maharishi-Kult und die Immobilien
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Die Immobilien des Maharishi-Kultes in
Deutschland werden neuerdings offenbar zu sachfremden Zwecken eingesetzt.
Anders ist der Abbruch der Gebäude
in Schledehausen nicht zu verstehen. Denn zu diesem Zeitpunkt gab es keine
Baugenehmigung für Neubauten. Es war auch nicht zu erwarten, daß
diese kurzfristig erteilt werden. Völlig unklar auch die Finanzierung.
Zwar wird behauptet: "Das Geld steht bereit". Das allerdings
muß bezweifelt werden. "Eine vernünftige Renovierung würde
Millionen DM kosten. Und wer soll das bezahlen?“, fragt die Geschäftsführerin.
Und woher sollen dann die 12 Millionen für den Neubau kommen? Soweit
bekannt, hat bisher weder Maharishi, noch eine seiner internationalen Organisationen
jemals Geld in Deutschland investiert.
Rechts das Titelbild der Zeitschrift:
"Maharishi Sthapatya Veda . Abriss und Erneuerung. Alte Gebäude der
TM-Verwaltung mussten weichen". Der dazugehörige Artikel unten.
Die Frage im unten
wiedergegebenen Artikel ist also durchaus berechtigt:
Ist dies das Ende von Schledehausen?
Es spricht viel dafür.
Die ideologische Begründung erscheint
absurd.
Der Guru hat auch zum Bauen seine Anweisungen
gegeben.
Das Maharishi Sthapatya Veda (dazu
unten) ist Maharishis Variante des Feng Shui.
Es wird empfohlen, die Eingänge zu
einem Haus nach Ost oder Nord auszurichten.
Das Vedische Friedenskorps e.V. (VFK) will ein Gebäude für eine "Pandit-Gruppe" errichten (Artikel unten):
"Für die Pandit-Gruppe in Deutschland gehen auch regelmäßig Spenden ein. Das VFK hatte sich 1997 bereit erklärt, die finanziellen und infrastrukturellen Voraussetzungen für die Unterbringung und Unterhaltung der 1000 Pandit-Schüler zu schaffen. ... Für den Neubau einer großen Einrichtung nach Sthapatya Veda ist zwar schon viel Geld zusammen gekommen, aber für Grundstückskauf und Bau reicht es bei weitem nicht aus. Eine praktische Unterstützung bei der Landsuche wäre sehr hilfreich."Schon einmal wurde eine solche Gruppe benutzt, um Spenden in Millionenhöhe einzusammeln,
| Aus: Ingo Heinemann: Der Maharishi-Konzern,
1989 http://www.AGPF.de/TM-Konzern.htm
IMS INTERNATIONALE MEDITATIONSGESELLSCHAFT e. V. Registergericht Osnabrück 9 VR 1696
(Anlage 43)
Die Funktion des Vereins besteht überwiegend in der Trägerschaft für die Akademie Schledehausen-Bissingen. Laut Grundbuch Band 22 Blatt 676 handelt es sich dabei um insgesamt rund 45.000 Quadratmeter Grundstücke. Grundbuchauszug in Photokopie vom 23.11.83 (Anlage 44) Die darin erwähnte Anordung der Zwangsversteigerung ging mutmaßlich auf rückständige Steuerschulden zurück. Das Verfahren ist inzwischen anderweitig erledigt. |
Aus: Neue Osnabrücker Zeitung 5.5.2000
38 Mitarbeiter entlassen: Ayurvedazentrum schließt
Neubau für zwölf Millionen DM in Schledehausen?
Bissendorf (hil) Das Schledehausener Maharishi-Ayurveda-Gesundheitszentrum wird seine Pforten schon Ende des Monats bis auf Weiteres schließen. Die 38 Mitarbeiter des Hauses haben bereits ihre Kündigungen erhalten. Nach Angaben der Leiterin der Niederlassung, Gisela Mischendahl-Preuß, will die Zentrale des Betreibers die bestehenden Gebäude abreißen und zwölf Millionen DM für den Bau eines modernen neuen Gesundheitszentrums in Schledehausen investieren. "Die Planungen für den Neubau sind schon weit fortgeschritten. Wenn alles gut geht, soll es mit den Arbeiten schon im Sommer losgehen. Dann könnte der Betrieb noch in diesem Jahr wieder losgehen“. Gisela Mischendahl-Preuß zeigte sich gestern "sehr zuversichtlich“, dass dem Vorhaben seitens der Genehmigungsbehörden keine Steine in den Weg gelegt werden. Einem im Frühjahr eingereichten Bauantrag habe die Bissendorfer Gemeindeverwaltung "sehr offen“ gegenübergestanden.
Dessen Bauamtsleiter Karl-Heinz Senkel ist von einem offiziellen Bauantrag zwar nichts bekannt, er glaubt aber nicht, dass es unüberwindbare Probleme für das Vorhaben gibt. Eine bereits vor Jahren erstellte Umweltverträglichkeitsstudie schließe Neubauten an dieser Stelle nicht aus. Der Investor müsse sich aber, so Senkel, an strenge Bauvorgaben halten und seine Pläne genau mit der Gemeinde absprechen. Auch werde eines der drei Gebäude, das abgerissen werden soll, in diesem Monat 100 Jahre alt und stehe unter Denkmalschutz. Hier werde sich der Bauherr um eine Ausnahmegenehmigung für den Abriss bemühen müssen.
Gisela Mischendahl-Preuß will alles in die Wege leiten, damit die alten Gebäude bald Platz für die neue Anlage machen. Zu den Modernisierungsplänen habe es keine Alternative gegeben. "In den alten Gebäuden sind nur die Hälfte der Zimmer mit eigener Dusche und WC ausgestattet. Das ist heute einfach nicht mehr zeitgemäß“, betonte sie. Während die Besucherzahlen in den Ayurvedazentren in Traben-Trabach und Bad Ems in die Höhe geschnellt seien, habe es in Schledehausen eine negative Entwicklung gegeben.
Mit dem neuen Konzept soll nun der landschaftlich
reizvolle Standort Schledehausen fit für die Zukunft gemacht werden.
Gisela Mischendahl-Preuß: "Wenn alles wie geplant funktioniert, werden
wir nicht nur die 38 Mitarbeiter wieder einstellen. Dann wird es ganz sicher
weitere Neueinstellungen geben.
Grünes Licht für ein neues Gesundheitszentrum?
Gebäude teilweise abgerissen — Kein Antrag für Neubau.
Bissendorf (hil). Der große Gebäudetrakt an der Schledehauser Bergstraße ist zu Wochenbeginn bereits weitgehend abgerissen worden. Wenn es nach dem Willen der Betreiberin des Mabarishi-Ayurveda-Gesundheitszentrums, Gisela Mischendahl-Preuß, geht, soll das unter Denkmalschutz stehende, 100 Jahre alte Sanatoriumsgebäude auf der gegenüberliegenden Seite bald folgen.
"Wir möchten lieber heute als morgen ein neues, modernes Gesundheitszentrum für gehobene Ansprüche bauen. In den alten Räumlichkeiten konnten wir den Betrieb nicht fortsetzen“, betont die Geschäftsfrau. Geplant ist auf dem Gelände direkt neben dem bereits abgerissenen Gebäude ein Neubau mit Therapie- und Gästezimmern für etwa zwölf Millionen DM. "Das Geld steht bereit. Wenn wir die Genehmigungen bekommen, könnte es sofort losgehen“, versichert Gisela Mischendahl-Preuß.
Angepeilt würden 80 Gäste pro Tag in dem neuen Gesundheitszentrum. "Wir würden dann etwa 120 Arbeitsplätze in Schledehausen schaffen“, sagt die Betreiberin. Damit es auch dazu kommt, müsse es jetzt schnell "grünes Licht“ vom Bissendorfer Gemeinderat geben. Um das Planungsverfahren zu beschleunigen, will Mischendahl-Preuß die Politiker und Fachleute von der Gemeindeverwaltung, dem Landkreis und der Bezirksregierung schon in den nächsten Tagen zu einem Ortstermin einladen. Dann hoffi sie die Besucher davon überzeugen zu können, dass es zum Abriss des denkmalgeschützten alten Sanatoriums keine Alternative gebe. Mischendahl-Preuß: "Überall regnet es dort durch, und die Wände sind von Schimmel durchsetzt. Eine vernünftige Renovierung würde Millionen DM kosten. Und wer soll das bezahlen?“
Bauamtsleiter Karl-Heinz Senkel betonte
zwar, dass die Gemeinde der Betreiberin keine Steine in den Weg legen wolle,
sie sich aber an die gesetzlichen Vorgaben halten müsse, wozu eben
auch der Denkmalschutz zähle. Ihm liege zudem immer noch kein Antrag
für den gewünschten Neubau vor.
"Bausubstanz ist viel zu marode“
Geschäftsführerin möchte Neubau.
Bissendorf (b.r.) Es ist schon eine Ironie des Schicksals, wenn das hundertjährige Bestehen eines maroden Gebäudes gefeiert und zu diesem Anlass ein Buch herausgegeben wird, zeitgleich der Abrissbagger in Aktion ist. Genau so viel Interesse wie an der Vorstellung des Buches über das Sanatorium von Paul Walter Wahl hatten viele Bürger deshalb an aktuellen Informationen über den Verbleib des geschichtsträchtigen Hauses.
"Ich habe vor 17 Jahren ein schweres Erbe angetreten und musste etwas Gutes daraus machen“, sagte Gisela Mischendahl-Preuß, Geschäftsführerin des Ayurveda-Gesundheitszentrums und Besitzerin einiger Nebengebäude auf dem Berg. Dass die Einrichtung des Gesundheitszentrums mit ayurvedischen Kuren, Erholungs- und Entspannungstherapien doch noch zu einem langfristigen Erfolg führt, hoffi sie trotz aller Rückschläge und finanzieller Schwierigkeiten.
Mit der Nutzung des ehemaligen Sanatoriums als Ayurveda-Gesundheitszentrum ab 1985 seien viele Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet nach Schledehausen gekommen. In den noch immer sanierungsbedürftigen Gebäuden seien die Gäste doch in den letzten Jahren ausgeblieben. 17 Jahre lang habe sie versucht, die Bausubstanz zu erhalten und mit den Einnahmen des Gesundheitszentrums größer werdende Löcher in der maroden Bausubstanz zu stopfen. "Ich bin nun müde geworden, Altes mit Macht aufrechtzuerhalten“, gab die Geschäftsfilhrermn zu.
Über den Stand der baulichen Entwicklung informierte Bauamtsleiter Karl Heinz Senkel. In einem noch nicht abgeschlossenen Verfahren werde derzeit geprüft, ob ein Abriss des ersten Gebäudes auf dem Berg genehmigt werde. Sollte der Abriss erfolgen, erwarte das Bauamt der Gemeinde ein Planungskonzept des Gesundheitszentrums für einen Neubau. Über dieses Bauvorhaben entscheide dann der Rat, so Senkel.
Gisela Mischendahl-Preuß ließ keinen Zweifel: Sollte die Gemeinde den Neubau eines Gesundheitszentrums nach ihren Planungen nicht genehmigen, so werde sie und die Eigentümer-Gesellschaft Schledehausen verlassen.
"Wir möchten hier ein weltweit anerkanntes Gesundheitskonzept weiterführen, das auch dem Ort Schledehausen zugute kommt", sagte Frau Mischendahl-Preuß.
Kritische Fragen der lebhaften Diskussion richteten sich nach den Besitzverhältnissen der Gebäude auf dem Berg und dem Zusammenhang des Ayurveda-Gesundheitszentrums mit der Transzendentalen Meditation. Es gebe zwar ideologische Zusammenhänge, das Gesundheitszentrum sei jedoch finanziell TM-unabhängig. Ob ein Kurgast sich auch mit der Meditation beschäftige, bleibe seine Entscheidung, versicherte Klaus Preuß, Ehemann der Geschäftsführerin und Lehrer der Transzendentalen Meditation.
"Bauwerk nicht abreißen“
Leserbrief zu den Berichten Sanatorium Schledehausen
"Im Rahmen meiner Beratungstätigkeit für Unternehmen stehe ich oft vor der Frage, ob ältere (Firmen-) Gebäude noch auf die aktuellen Anforderungsbedürfnisse umgerüstet werden sollen oder ob nicht ein Abriss und Neubau der (ökonomisch) bessere Weg ist. Obgleich in den von mir geprüften Fällen meist erheblich mehr Argumente für Abriss und Neubau sprechen (jedoch nicht nur wegen der Kosten, 'alte‘ Standorte haben oft logistische Nachteile, Parkplatzprobleme usw.), komme ich in meiner Aussage zum Sanatorium in Schledehausen zu einem anderen Ergebnis. Denn im Falle einer prägnanten, hier sogar als Baudenkmal geschützten Gebäudes sind nicht nur wirtschaftliche Gesichtspunkte des Eigentümers zu berücksichtigen, vielmehr sind auch städtebauliche und historische Interessen vorhanden, die nicht mit einem mehr als vagen Versprechen von Arbeitsplätzen vom Tisch zu wischen sind. .... Die Geschichte des Gebäudes, dessen weithin sichtbare Lage und die Aussagekraft der Architektur aus der Bauzeit sprechen dafür, dieses Bauwerk zu erhalten und weiterhin zu nutzen. Vergessen wird nicht, dass ein von der Fassade her so 'warmes‘ Gebäude einen 'Wohlfühl-Charakter‘ hat und so zusätzlich zur Genesung beiträgt - mehr, als mancher moderne Zweckbau, der oft als 'kalt‘ empfunden wird ... Auf Grund des Kenntnisstandes, den ich aus Ihrer Berichterstattung habe, sollten die Beteiligten nach meiner Auffassung folgende Punkte bedenken, bevor eine Entscheidung getroffen wird:
? Ein Neubau nebst Abrisskosten muss nicht
zwangsläufig preisgünstiger werden als der Umbau des Bestandsobjektes.
? Seitens der Eigentümer war von
emem zweistelligen Millionenbetrag die Rede, der investiert werden sollte.
Es ist zu überlegen, ob es bei dieser Investitionssumme nicht möglich
ist, rund um das Baudenkmal neue Gebäude zu errichten und das Baudenkmal
so zu nutzen, dass die Investitionen hierfür möglichst gering
gehalten werden können (Verwaltung, Wohnen für Mitarbeiter, allgemein
genutzte Räume im EG usw.)
? Es ist zu analysieren, ob die denkmalgeschützte
Immobilie der vorgesehenen Gesamtmaßnahme nicht eine erhöhte
Attraktivität verleiht.
? Die Aussagen der Eigentümerseite
sind diffus; einerseits fehle das Geld, heißt es da, andererseits
sollen zweistellige Millionenbeträge investiert werden. Nicht nur
die Finanzierung scheint fragwürdig, es ist bisher kein für die
Öffentlichkeit nachvollziehbares Konzept ersichtlich.
? Eine Abrissgenehmigung schon im Vorfeld
einer lediglich angedachten Neubauplanung zu erteilen, also ohne dass ein
Nutzungskonzept und ein Bauantrag für die neue Nutzung vorliegen,
würde die Position der zuständigen Behörden grundlegend
schwächen. Davon ist dringend abzuraten.
? Es wäre zu prüfen, ob für
den Fall, dass man sich letztlich doch zu einer Abrissgenehmigung entschließen
sollte, diese von einer Bauverpflichtung, ggfl. mit hinterlegter Banksicherheit,
abhängig gemacht werden kann. Dies würde bedeuten, dass mit der
Erteilung der Abrissgenehmignng eine bindende Baugenehmigung mit Fassandengestaltung
etc. gekoppelt wird, bei der z.B. auch der Fertigstellungstermin festgesetzt
wird; die Finanzierung der Gesamtmaßnahme muss daneben durch eine
Bank abgesichert sein...“
Matthias Rollmann,
Lindenstraße 171,
Belm-Haltern
Gemeinsam: Das "Vedische Friedenskorps e.V." und die "Deutsche Gesellschaft für Ayur-Veda e.V.", ansässig im Hotel Parkschlösschen in Traben-Trarbach, vgl.