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AGPF-Info 
14/98 vom 27.10.98
AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit 
Arbeitsgemeinschaft der Betroffenen-Initiativen e.V.
Weltanschaulich, religiös und politisch neutral
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53229 Bonn
 
Hare-Krishna-Kult (ISKCON):
Anhänger drohen mit Massenselbstmord

Erstmals haben Anhänger eines Kultes mit Massenselbstmord gedroht. Unter dem Titel "Harikesa's Schüler drohen mit Massen-Selbstmord" heißt es: "Wir sind jetzt bereit zum Selbstmord, weil unser geliebter spiritueller Meister angeklagt und verraten wurde wie Jesus Christus". Eine ernsthafte Gefahr oder nur sekteninterner Machtkampf? 
Längst gibt es innerhalb des Krishna-Kultes* Fraktionen. Es geht um Anhänger und viel Geld. Die Krishna-Anhänger verkaufen Bücher, Zeitschriften und kunstgewerbliche Waren. Das Angebot im Internet unterscheidet sich kaum von einem Versandhandel mit esoterischem Angebot. Buchtitel: "Weg nach Innen", "Das Geheimnis der Reinkarnation", "Die Alternative zum materialistischen Leben". Es folgt der elektronische Bestellzettel. Ein elektronischer Katalog des "Hare Krishna Farmprojekt" in Jandelsbrunn umfaßt knapp 200 Positionen., Bücher, Kinderbücher, Poster, Unter- und Oberbekleidung für Damen und Herren,  "Körperpflege", z.B. "Tiger Balsam, gegen Muskelleiden und Schmerzen" und "Sanjivani Öl, gegen Zahnschmerzen",  Musik, Gewürze ("Viele Gewürze haben starke Heilkräfte"). Ein solcher Katalog wendet sich natürlich nicht nur an die relativ kleine Zahl von Mitgliedern oder Anhängern. Vielmehr dürfte der Krishna-Kult eine wesentlich größere Zahl von Sympathisanten und Kunden haben, wie wohl die Mehrzahl der Sekten**. 
Der Amerikaner Robert Campagnola, genannt Harikesa, war seit über 20 Jahren der Krishna-Guru für Deutschland. Er wurde "von seinen Leitungsfunktionen suspendiert", weil er den Gründer der ISKCON kritisierte und "grundlegende Prinzipien der Tradition in Frage" stellte. Die Drohung mit Suizid richtet sich gegen diese Suspendierung.. 
Es gibt keinen Grund, eine solche Drohung nicht ernst zu nehmen. Einer der wichtigsten Lehrsätze vieler Sekten, esoterischer Kreise und auch des Krishna-Kultes lautet sinngemäß: Du bist nicht dein Körper. Im Zusammenhang mit dem als Tatsache behandelten Glauben an Reinkarnation und der Annahme, man könne Erfahrungen in spätere Leben übertragen und dann das in diesem Leben Gelernte umsetzen, folgt daraus eine bedenkliche Geringschätzung des Lebens. 
Wenn in den siebziger Jahren im Fernsehen über "Jugendreligionen" berichtet wurde, dann wurden meist die telegenen Krishna-Jünger gezeigt: safran-gelb gewandet, barfuß in Sandalen und mit Trommeln, tanzend und "Hare Krishna, Hare Rama" singend. 1974 wurde die Krishna-Zentrale durchsucht und Waffen gefunden, 

Mitglieder  wegen unerlaubten Sammelns und in einem Falll wegen unerlaubter Einfuhr und Erwerb von Schußwaffen zu Strafen bis zu  6 Monaten auf Bewährung verurteilt. Waffen, Munition und über 875.000.- DM gesammeltes Geld nebst Zinsen wurden eingezogen. Der Bundesgerichtshof (AZ 2 StR 791/78) hat das Urteil bestätigt. 
Die "Internationale Gesellschaft für Krishna- Bewußtsein" wurde 1969 in Deutschland gegründet und beim Vereinsregister des Amtsgerichtes Hamburg unter VR 443 eingetragen (heute AG Köln VR 12250). Zur Bezeichnung der Organisation wird meist die englische Bezeichnung "International Society for Krishna Consciousness" und deren Abkürzung ISKCON benutzt. 1979 war dieser Verein an der Erstellung des Pamphlets "Holocaust bis 1984" beteiligt. Inhalt: "Das verfassungswidrige und antireligiöse Vorgehen staatlicher Organe der Bundesrepublik Deutschland gegen neue religiöse Minderheiten". Herausgeber: Das "Guardian Office" der Scientology-Zentrale in Deutschland. Die Verwendung des Begriffes Holocaust beinhaltet die Behauptung oder Befürchtung, der Staat plane die Ermordung einer ganzen Gruppe. 
Durch selbstkritische Töne wird der Eindruck erweckt, als habe der Kult sich geändert. 1994: "Zurückblickend müssen wir feststellen, daß wir immer wieder gravierende Fehler im Umgang mit der Öffentlichkeit, mit Familien und Institutionen gemacht haben. (...) Seit den Anfangstagen der ISKCON haben wir einiges dazugelernt, trotzdem liegt noch ein langer Weg vor uns." 1998 im Internet: "Weisheit der Woche: Wir müssen immer auf dem Teppich bleiben, weil wir soviel darunter gekehrt haben (genervter Krishna Manager)". 
Auch Kinder werden einbezogen. Ein Prospekt für eine Grundschule in Wien zur Altersgruppe: "Vorschule bis 4. Klasse". Programm: "Das Ziel Krsna-bewußter Pädagogik besteht darin, den Schüler vom Kreislauf der wiederholten Geburten und Tode zu befreien und ihn zu einem Geweihten Sri Krsnas zu erziehen, der einen spirituellen Meister annimmt und diesem ergeben dient". Lehrplan und Lehrmaterialien der staatlichen Schulen würden "benutzt und krsnaisiert", an der "Erstellung Krsna-bewußten Lehrmaterials wird gearbeitet". 

* Aktuelle Beschreibung in der Broschüre: 
???"SEKTEN"??? -  Risiken und Nebenwirkungen 
Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport 
10785 Berlin Am Karlsbad 8-10 Fax 030-2654-2108 
im Internet unter: 
http://userpage.fu-berlin.de/~alibaba/sekten/ 
** Zum Begriff Sekte: Den Begriff "Sekte" verwendet die AGPF als umgangssprachlichen Sammelbegriff, als ein Hilfsmittel, um sehr verschiedene Arten von religiösen oder Weltanschauungsgemeinschaften oder ähnliche Vereinigungen schlagwortartig zusammenzufassen. 
 

 
 


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