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| AGPF-Info
13/98 vom 25.9.98 |
AGPF - Aktion für
Geistige und Psychische Freiheit
Arbeitsgemeinschaft der Betroffenen-Initiativen
e.V.
Weltanschaulich, religiös und politisch
neutral
Internet: http://www.AGPF.de/
53229 Bonn
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| Medikamentenmissbrauch ...
Immer wieder wird einzelnen Sekten der Missbrauch von Heilmitteln vorgeworfen. Diagnose und Heilbehandlung bedürfen der Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz, Heilbehandlung ohne Erlaubnis ist strafbar (vgl. AGPF-info 4/98: Auch Wunderheiler brauchen Erlaubnis). Die Abgabe der meisten Medikamente ist erlaubnispflichtig. Von der Gefährdung der Gesundheit durch unerlaubte Heilbehandlung durch Sekten haben Öffentlichkeit und Fachwelt bisher kaum Notiz genommen. ... bei Scientology
... und Fiat Lux
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nicht zugelassene Heilmittel aus ihrer Schweizer Naturheilpraxis nach
Deutschland zu schmuggeln. Von dort sollen die Mittel weiterversandt oder
vom mitangeklagten Chef des 1992 liquidierten Heilmittelhandels Fiat Lux
Haus GmbH in Strittmatt (Baden-Württemberg) vertrieben worden sein.
Der Mitangeklagte und "Uriella" sollen zudem Betriebseinnahmen aus dem Heilmittelhandel nicht versteuert und insgesamt 1,8 Millionen Mark Steuern und Zollabgaben hinterzogen haben. Eine Sekretärin "Uriellas" ist wegen Beihilfe zur Zollgebühren- Hinterziehung angeklagt. Ein Zeuge erklärte im Prozess, die Anhänger hätten der "Geistheilerin" jeden Wunsch erfüllt. Den Mitgliedern sei es eine Ehre gewesen, Bitten der Schweizerin nachzukommen. Nach Angaben des Zeugen hatte "Uriella" nach Gottesdiensten in ihrem "Heiligtum" in Egg bei Zürich mehrfach Anhänger gebeten, Heilmittel mit über die Grenze zu nehmen. Die Mitglieder hätten sich als spirituelle Elite gefühlt. Wer keine Heilmittel nahm, habe seines Wissens keine Sanktionen fürchten müssen, aber Angst gehabt, sich "ausserhalb des Segens" zu begeben. Es habe ein innerer Zwang geherrscht. Mehrere Zeugen gaben an, im Monat 200 bis 300 Mark für Heilmittel von "Uriella" oder der Fiat Lux Haus GmbH in Strittmatt ausgegeben zu haben. Es habe auch Empfehlungen "Uriellas" gegeben, sich angesichts der ihr durch göttliche Botschaft vorausgesagten Weltkatastrophen mit Heilmitteln einzudecken. Eine frühere Ordensangehörige gab an, sie habe bis Frühjahr 1989 neun Monate lang wöchentlich unverzollt Heilmittel aus der Schweiz nach Deutschland gebracht, deren Warenwert die Zollfahndung nachträglich auf 6000 Mark pro Fuhre oder mehr berechnet habe. Auch dazwischen habe sie, bis sie gefasst worden sei, Kurierfahrten unternommen. Sie habe auch Pakete mitgebracht, die erst in Deutschland mit gesondert mitgelieferten Adressaufklebern versehen und bei verschiedenen Postämtern aufgegeben worden seien. Aufträge für die Fahrten habe der Chef der Fiat Lux Haus GmbH erteilt, der dies mit "Uriella" vereinbart habe, die im Orden "alles lenkte" , so die Agentur. Österreich: Bundesstelle für Sektenfragen eingerichtet Durch ein "Bundesgesetz über die Einrichtung einer Dokumentations- und Informationsstelle für Sektenfragen (Bundesstelle für Sektenfragen)" vom 20.8.98 wurde eine Anstalt des öffentlichen Rechts eingerichtet. Aufgabe laut Gesetz: "Gefährdungen, die von Sekten oder sektenähnlichen Aktivitäten ausgehen können, zu dokumentieren und darüber zu informieren". |