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Infos über Sekten, Kulte und den Psychomarkt 
AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit 
Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung e.V. 
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AGPF-Info 
13/98 vom 25.9.98
AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit 
Arbeitsgemeinschaft der Betroffenen-Initiativen e.V.
Weltanschaulich, religiös und politisch neutral
Internet: http://www.AGPF.de/
53229 Bonn
 
Medikamentenmissbrauch ... 
Immer wieder wird einzelnen Sekten der Missbrauch von Heilmitteln vorgeworfen. Diagnose und  Heilbehandlung bedürfen der Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz, Heilbehandlung ohne Erlaubnis ist strafbar (vgl. AGPF-info 4/98: Auch Wunderheiler brauchen Erlaubnis). Die Abgabe der meisten Medikamente ist erlaubnispflichtig. Von der Gefährdung der Gesundheit durch unerlaubte Heilbehandlung durch Sekten haben Öffentlichkeit und Fachwelt bisher kaum Notiz genommen. 

... bei Scientology 
Bekanntestes Beispiel für Medikamentenmissbrauch ist bei der Scientology- Organisation die exzessive Einnahme von Medikamenten, die als Vitamine bezeichnet werden. So insbesondere auch Nikotinsäure (Niacin) in Dosierungen bis zu 5.000 mg. Die Kantonale Heilmittelkontrolle Zürich am  29.6.87: "Bei der Verabreichung von hohen Dosen Nicotinsäure (etwa 750 mg pro Tag) sind Gesundheitsschädigungen zu befürchten ... und schwerwiegende Nebenwirkungen zu erwarten ... z.B. (ist) eine Leberschädigung möglich" (vgl. AGPF-info 6/98). 

... und Fiat Lux 
Anläßlich eines Steuerstrafverfahrens gegen Erika Bertschinger-Eicke hat jetzt ein Zeuge über massiven Medikamentenmissbrauch berichtet. Die Angeklagte nennt sich "Uriella" und bezeichnet sich als "Geistheilerin". Ihre Sekte ist als Fiat Lux bekannt. Sie ist wegen Steuerhinterziehungen beim Schmuggel nicht zugelassener Heilmittel aus der Schweiz nach Deutschland angeklagt. 
     Eine Agentur berichtete über den Prozess: 
"Mitglieder der Sekte der selbsternannten Schweizer "Geistheilerin Uriella" haben nach Zeugenaussagen in grossem Stil Heilmittel genommen. 
     Im Prozess gegen die Sektenchefin Erika Bertschinger-Eicke alias "Uriella" sagten mehrere Zeugen, alle Sektenmitglieder, ob gesund oder krank, hätten Heilmittel genommen, die Bertschinger-Eicke empfohlen habe. 
    Solche Empfehlungen seien auch in Botschaften ausgesprochen worden, die "Uriella" in Trance von Christus empfangen haben will. Man habe schon morgens Heilmittel so selbstverständlich genommen "wie man sich die Zähne putzt", weil man sonst nicht genügend gereinigt gewesen wäre, sagte ein Rechtsanwalt, der als Student dem Orden "Fiat Lux" angehört hatte. 
     Die selbsternannte Geistheilerin Bertschinger-Eicke (69) soll der Anklage zufolge von 1988 bis 1993 Mitglieder ihrer Sekte veranlasst haben, in Deutschland

nicht zugelassene Heilmittel aus ihrer Schweizer Naturheilpraxis nach Deutschland zu schmuggeln. Von dort sollen die Mittel weiterversandt oder vom mitangeklagten Chef des 1992 liquidierten Heilmittelhandels Fiat Lux Haus GmbH in Strittmatt (Baden-Württemberg) vertrieben worden sein. 
    Der Mitangeklagte und "Uriella" sollen zudem Betriebseinnahmen aus dem Heilmittelhandel nicht versteuert und insgesamt 1,8 Millionen Mark Steuern und Zollabgaben hinterzogen haben. Eine Sekretärin "Uriellas" ist wegen Beihilfe zur Zollgebühren- Hinterziehung angeklagt. 
 Ein Zeuge erklärte im Prozess, die Anhänger hätten der "Geistheilerin" jeden Wunsch erfüllt. Den Mitgliedern sei es eine Ehre gewesen, Bitten der Schweizerin nachzukommen. Nach Angaben des Zeugen hatte "Uriella" nach Gottesdiensten in ihrem "Heiligtum" in Egg bei Zürich mehrfach Anhänger gebeten, Heilmittel mit über die Grenze zu nehmen. 
     Die Mitglieder hätten sich als spirituelle Elite gefühlt. Wer keine Heilmittel nahm, habe seines Wissens keine Sanktionen fürchten müssen, aber Angst gehabt, sich "ausserhalb des Segens" zu begeben. Es habe ein innerer Zwang geherrscht. 
 Mehrere Zeugen gaben an, im Monat 200 bis 300 Mark für Heilmittel von "Uriella" oder der Fiat Lux Haus GmbH in Strittmatt ausgegeben zu haben. Es habe auch Empfehlungen "Uriellas" gegeben, sich angesichts der ihr durch göttliche Botschaft vorausgesagten Weltkatastrophen mit Heilmitteln einzudecken. 
     Eine frühere Ordensangehörige gab an, sie habe bis Frühjahr 1989 neun Monate lang wöchentlich unverzollt Heilmittel aus der Schweiz nach Deutschland gebracht, deren Warenwert die Zollfahndung nachträglich auf 6000 Mark pro Fuhre oder mehr berechnet habe. 
     Auch dazwischen habe sie, bis sie gefasst worden sei, Kurierfahrten unternommen. Sie habe auch Pakete mitgebracht, die erst in Deutschland mit gesondert mitgelieferten Adressaufklebern versehen und bei verschiedenen Postämtern aufgegeben worden seien. 
     Aufträge für die Fahrten habe der Chef der Fiat Lux Haus GmbH erteilt, der dies mit "Uriella" vereinbart habe, die im Orden "alles lenkte" , so die Agentur. 
 
Österreich: Bundesstelle für Sektenfragen eingerichtet 
Durch ein "Bundesgesetz über die Einrichtung einer Dokumentations- und Informationsstelle für Sektenfragen (Bundesstelle für Sektenfragen)" vom 20.8.98 wurde eine Anstalt des öffentlichen Rechts eingerichtet. Aufgabe laut Gesetz: "Gefährdungen, die von Sekten oder sektenähnlichen Aktivitäten ausgehen können, zu dokumentieren und darüber zu informieren". 
 
 


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