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AGPF-Info 6/97
AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit 
Arbeitsgemeinschaft der Betroffenen-Initiativen e.V.
Weltanschaulich, religiös und politisch neutral
Internet: http://www.AGPF.de/
53229 Bonn Im Blankert 35 Tel. 0228-631547
 
Moon: Kostenlose Broschüre
Bundes-Familienministerium und Bundesverwaltungsamt 50728 Köln Fax 0221-758-2823 haben eine Broschüre über "Die Mun-Bewegung" herausgegeben.

Forum - Landmark - EST 
Buchhinweis: Lell, Martin:  Das Forum. Protokoll einer Gehirnwäsche.Der Psycho-Konzern LandmarkEducation. DTV 1997 ISBN 3-423-36021-6 DM14,90

Bhagwan/Osho
Buchhinweis: Sheela (Birnstiel): Tötet ihn nicht!
Walter Schinagl München 1996 ISBN 3-9805346-0-4
Die "Königin des Ashrams" in Oregon erinnert sich. 

"Heavens Gate": 39 Tote
Am 26.3.97 starben in San Diego 21 Frauen und 18 Männer. Sie hatten sich planmäßig und in drei Schichten zunächst vergiftet und dann durch Plastiktüten über dem Kopf erstickt. Die noch Lebenden beseitigten die Tüten. Sie hatten im Schatten des Kometen Hale-Bopp ein Raumschiff vermutet, mit welchem sie zu reisen gedachten. Sektenchef Applewhite hatte allerdings kurz zuvor ein teures Teleskop zurückgegeben. Grund der Reklamation: Man habe im Schweif des Kometen nichts gefunden. Dennoch zog er den Todesplan durch. Offenbar glaubte er, an Krebs sterben zu müssen. Für ihn hatten seine Anhänger auf Sex verzichtet. Von den Männern waren 8 kastriert. 

Sonnentempler: 74 Tote
Am 23.3.97 wurden nach einem Brand in St. Casimir/Kanada 5 erwachsene Tote gefunden. Das Haus habe einem Sonnentempler-Mitglied gehört. Allerdings wurde kurz darauf gemeldet, 4 Leichen seien unversehrt, nur eine leicht verkohlt. Die weitere Berichterstattung ist uneinheitlich und wurde offenbar durch die Berichte aus San Diego überlagert. Bisher hat es bei der Sonnentempler-Sekte 74 Tote gegeben. Ein ehemaliger Anhänger berichtet dem TV-Magazin "Report" (14.4.97), er fürchte, daß das Töten weitergehen könne, daß ein Testament der Gründer von Massaker zu Massaker weitergegeben werde. Er selbst war dem Tod nur knapp entkommen. Nach seinem Austritt wollte er sein Geld abholen, er flüchtete, weil das Haus nach Benzin
stank. 
 Am 5.10.94 in der Schweiz: 47 Tote, darunter 5 Kinder. Verdächtigt, aber nicht verhaftet: Gendarm Jean-Pierre Lardanchet. Am 16.12.95 ermordete  Lardanchet 11 weitere Sonnentempler und 3 Mädchen, 2, 4 und 6 Jahre alt, darunter die Töchter des Polizisten, mit seiner Dienstwaffe erschossen und anschließend angezündet. Der Bonner General Anzeiger vom 27.12.95:  Der "Staatsanwalt hält die Sonnen-Tempel- Sekte nun für eine 'kriminelle Vereinigung'. Im Oktober 1994 hatte niemand gewagt, einen solchen Verdacht laut zu äußern". Ziel der Morde, aus der mutmaßlichen Sicht der Täter: "Transit zum Sirius" (Spiegel 1/96).  

 Am 30.9.1994 waren dem Massenmord in der Schweiz Morde in Kanada vorausgegangen. Ein abtrünniges Ehepaar und dessen gerade geborenes Kind waren gemetzelt worden, weil das Kind denselben Namen erhalten hatte, wie das 'kosmische Kind' des Sektenchefs di Mambro. Zwei Sektenanhänger beseitigten damals die Spuren, nahmen am 4.10.94 Gift und verbrannten sich und das Haus mit Hilfe eines Zeitzünders. Alles nach Plan. 
 In Kanada hatten die Sonnentempler sich auch als Unternehmensberater finanziert. Die kanadische Stromgesellschaft Hydro Quebec: "Jouret wurde von uns mit der Leitung von Konferenzen beauftragt, insgesamt 7 in den Jahren von 1988 und 89. Er sollte Mitarbeiter schulen. Das sollte sie inspirieren, motivieren und auf die eine oder andere Weise weiterbringen". Später haben die Sonnentempler dann Strommasten ihrer Auftraggeber gesprengt.

Oklahoma-Attentat: Der Prozeß beginnt
168 Menschen wurden am 19.4.95 getötet, als eine Bombe ein Regierungsgebäude zerfetzt hat. Als Motiv galt Rache  für das Vorgehen der Behörden gegen die Davidianer-Sekte in Waco/Texas: Nach 51 Tagen Belagerung wurde die Sekten-Festung am 19.4.93 gestürmt, es gab 81 Tote , darunter 20 Kinder. 
 Die Verteidiger des Hauptangeklagten setzen offenbar auf andere Täter. Diese seien Mitglieder einer religiös-rassistischen Sekte aus Elohim City in Oklahoma. Diese habe bereits Anfang der 80ger einen Raketenanschlag auf genau das Gebäude geplant. Der Anführer wurde wegen Mordes hingerichtet, genau an dem Tag, an dem die Bombe dann tatsächlich hochging. Zentrale Figur der Argumentation: Der Deutsche Andreas Strassmeir, früherer Sicherheitschef in Elohim, angeblicher Trainer von Neo-Nazis, der heute unbehelligt in Deutschland lebt und jede Beteiligung bestreitet. 

Scientology: Schadensersatz
Das Obergericht für den Gerichtsbezirk Bogarting (Berufungsverfahren Nr. 95-00524 A) in Norwegen hat einem ehemaligen Scientology-Anhänger durch Urteil vom 14.10.96  ca. 150.000.- DM Schadensersatz zugesprochen. In Norwegen war bereits 1980 der Verkauf des E-Meters verboten worden. Auf dessen verbotswidriger Verwendung beruht das Urteil.

Scientology  gegen Minister Blüm
Nachdem das Oberverwaltungsgericht Münster einen Antrag auf einstweilige Anordnung gegen Äußerungen des Bundesministers Blüm zurückgewiesen hatte (5 B 993/95 Beschluß vom  31.5.96, vgl. AGPF-Info 3/96), hat die Scientology-Organisation Klage in der Hauptsache angekündigt. Das Gericht hatte die Verwendung des Begriffs "verbrecherische Geldwäsche-Organisation" auch deshalb zugelassen, weil  "ein  Abwarten der Hauptsache zuzumuten" sei. Eine Nachfrage beim Ministerium ergab: Bis heute wurde keine Klage erhoben.

 
19.4.97 Ingo Heinemann Tel 02644-98013 0 Fax 98013 1 Email: Ingo.Heinemann@t-online.de