| AGPF-Info 17/97 |
AGPF - Aktion für
Geistige und Psychische Freiheit
Arbeitsgemeinschaft der Betroffenen-Initiativen
e.V.
Weltanschaulich, religiös und politisch
neutral
Internet: http://www.AGPF.de/
53229 Bonn Im Blankert 35 Tel. 0228-631547
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| FECRIS fordert europäisches Gesetz
Ein europäisches Verbraucherschutz-Gesetz für die Psycho-Märkte hat der europäische Dachverband FECRIS am 9.11.97 in Paris gefordert. FECRIS (Fédération Européenne des Centres de Recherche et d'Information sur le Sectarisme - European Federation of Research and Informations Centres on Sectarism) hat seinen Sitz in Paris (75020 PARIS, 10 rue du Père Julien Dhuit Tel.0033-1- 47979608 Fax 0033-1-47970173). Präsident ist der Franzose Jacques Richard, Vize-Präsidenten sind die Spanierin Maria-Rosa Boladeras und der Deutsche Ingo Heinemann. Gedacht ist dabei an eine europäische Richtlinie über die Mindestinhalte der Verträge und der darin enthaltenen Informationen über den Zweck des Vertrages, die Gesamtkosten, die Dauer, die Qualifikation des Personals und an ein Widerrufsrecht. Einen derartigen Gesetzentwurf hat Hamburg im deutschen Bundesrat eingebracht, der ihn dem Bundestag vorlegen soll (Wortlaut des Gesetzentwurfes: AGPF-Info 13/97). In der US-Presse wird darauf hingewiesen, daß auch die US-Regierung Scientology erst 1993 als gemeinnützig anerkannt habe (New York Times 8.11.97, Douglas Frantz). Dazu eine italienische Pressestimme: "Deutschland hat recht, Amerika unrecht. Man mag das ein halbes Jahrhundert nach dem Sieg Roosevelts, Trumans und Pattons über Hitler mit Bedauern oder mit Hemmungen sagen, aber im Fall Scientology kann man es nicht anders ausdrücken. Wenn, wie in Florida geschehen, ein Bundesrichter das Begehren einer Deutschen auf politisches Asyl für legitim erklärt, weil diese bei einer Rückkehr nach Deutschland Furcht vor Repressalien habe, weil sie der umstrittenen Sekte angehört, dann kann man nur lachen. In der Hoffnung, daß es sich bei dieser absurden juristischen Annäherung 'Made in USA' zwischen der deutschen Demokratie und den Dramen, die etwa chinesische oder iranische Dissidenten erleiden, um einen isolierten Irrtum handelt. Wenn das nicht so sein sollte, wird man von diesem |
deutsch-amerikanischen Kulturkampf nur das Schlimmste befürchten
müssen" (La Repubblica Rom 9.11.97).
Regierung gibt nach zurück nach Mannheim Beim ersten Verfahren dieser Art war der Scientology Kirche Deutschland e.V. in München 1983 mit derselben Begründung die Rechtsfähigkeit entzogen worden. Das Verwaltungsgericht München (VG M 1392 VII 84) bestätigte am 25.7.84 diese Entscheidung. Vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof ( 4 B 84 A. 2190) ließ die Scientology Kirche Deutschland e.V. 1989 vortragen, die beanstandete Tätigkeit werde inzwischen von anderen Vereinen wahrgenommen, die Mitglieder würden von der Scientology Kirche Bayern e.V. betreut. Der Verein verstehe sich jetzt als Dachorganisation. Das war nicht zu widerlegen, so daß der Prozeß mit einem Vergleich beendet wurde (vgl. AGPF Aktuell I/91). 1995 wurde der Scientology Kirche Bayern e.V. (Vereinsregister Fürth VR 708) die Rechtsfähigkeit entzogen, 1996 wurde der Widerspruch dagegen zurückgewiesen. Jetzt hat das Verwaltungsgericht zu entscheiden. |
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