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AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit 
Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung e.V. 
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AGPF-Info 
11/97vom 13.8.97
AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit 
Arbeitsgemeinschaft der Betroffenen-Initiativen e.V.
Weltanschaulich, religiös und politisch neutral
Internet: http://www.AGPF.de/
53229 Bonn
 
Scientology in Frankreich: Strafurteil bestätigt  
Scientology anerkannt?  
In Lyon wurde am 28.7.97 das Strafurteil von drei Jahren Gefängnis plus 150.000 DM Geldstrafe gegen den früheren Leiter der dortigen Scientology-Filiale bestätigt. Wichtigster Vorwurf: Schuld am Selbstmord eines Scientology- Anhängers. 
 Die Strafe wurde allerdings zur Bewährung ausgesetzt. Die Vorinstanz hatte nur die Hälfte zur Bewährung ausgesetzt. Dabei hat ein Strafgericht auch subjektive Momente zu prüfen. Die Schwere der persönlichen Schuld ist hier entscheidend. In diesem Zusammenhang ist sicher auch geprüft worden, wie der Angeklagte die Scientology-Organisation eingeschätzt hat. 
 Ein Scientology-Sprecher in Frankreich: Mit dem milderen Urteil habe das Gericht die Organisation indirekt als religiöse Organisation anerkannt.  Scientology-Chef Jentzsch aus USA: "Sieg für die Religionsfreiheit". Ein Traum sei wahrgeworden. 
 Agenturen meldeten daraufhin, das Gericht habe Scientology als Religion anerkannt. Dafür ist ein Strafgericht nicht zuständig. Was der Richter bei der mündlichen Urteilsbegründung gesagt hat, ist derzeit nicht nachprüfbar. Entscheidend ist die schriftliche Urteilsbegründung. Diese bleibt abzuwarten. 
 Einen Tag später stellte die Regierung von Frankreich klar: Keine Anerkennung. Die Feststellun-gen des Gerichts seien rechtsunverbindlich. Die Staatsanwaltschaft hat bereits Revision eingelegt. 

Scientology: Bundesverfassungsschutz-Hotline  
Auch der Bundesverfassungsschutz hat jetzt ein vertrauliches Telefon eingerichtet (0221-7926060). Zuvor hatten bereits eine Reihe von Landesämtern für Verfassungsschutz "Kontakttelefone" oder "Anlauftelefone" bekanntgegeben. Wiesbaden hat ausdrücklich darauf hingewiesen, daß Auskünfte über Personen nicht zulässig seien. 

Verfassungsschutz: kostenlose Broschüre  
Der Verfassungsschutz Rheinland-Pfalz hat eine Broschüre veröffentlicht: "Aus guten Gründen! - Beobachtung der 'Scientology'- Organisation durch den Verfassungsschutz". Anzufordern beim Ministerium des Innern 55116 Mainz Postfach 3280 -  Fax  06131-16-3595 

Bayern: Aussteiger-Beratung  
Das Bayerische Sozialministerium soll im Auftrag der Landesregierung die Beratung von Sekten-Aussteigern als Modellversuch organisieren. Ausdrücklich benannt: Scientology- Opfer. 

Scientology: Werbekampagne geplant 
Die Werbeagentur Hereau - Walker aus Chicago plant, das Image der Scientology-Organisation und ihre Beziehungen zur Bundesregierung und der Öffentlichkeit durch Anzeigen und andere Mittel der Massenkommunikation zu verbessern. Ihr Klient sei die Church of Scientology International, schreibt Geoffrey S. Walker, Präsident der Agentur im Mai 1997 an "Manager of the Anzeigenabteilung".  Früher seien Anzeigen in Deutschland von Zeitungen abgelehnt worden. Das seien die von den Scientologen selbstgemachten Anzeigen gewesen. In einer ersten Serie sollten die Reformprogramme vorgestellt werden. In einer zweiten prominente Anhänger. In einer dritten dann L. Ron Hubbard, der zwar Gründer der Scientology-Organisation sei, aber auch andere Literatur verfaßt habe. Die Serien seien für 12 Monate geplant. 

Enquete-Kommission: Zwischenbericht 
Der Bericht wurde als Bundestags-Drucksache 13/8170 veröffentlicht. Zu erhalten bei Bundesanzeiger      Verlagsgesellschaft Postfach 1320  D-53003 Bonn  Fax 0228-38208-44. Preis: 10.- DM plus Porto. 

Colonia Dignidad: Anhänger geflüchtet 
Zwei junge Männer sind unter abenteuerlichen Umständen geflüchtet. Sie befinden sich jetzt in Deutschland. Sie bestätigten die Vermutung, daß der mit Haftbefehl wegen Mißbrauch von Kindern gesuchte Chef sich nach wie vor auf dem riesigen Gelände befindet. 
 Am 12.8.97 wurde der Vizechef Hartmut Hopp in Chile verhaftet. Ihm wird Beihilfe zu den Straftaten des Paul Schäfer vorgeworfen. Der Arzt Dr. Hopp hat die Colonia Dignidad 1988 in einer Anhörung des Ausschusses für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe des Deutschen Bundestages vertreten (vgl. Protokoll Nr. 10 der 10. Sitzung vom 22.2.88, 11. WP,- 712 -UA 2 - 2451 -). 
 
Krankenkasse warnt 
Die GEK Gmünder Ersatzkasse in einem offenen Brief an die Mitglieder des Bundestages: "Die Zugehörigkeit zu Sekten kann Menschen krank machen, sie stellt eine nicht zu unterschätzende Gefahr für Leib und Seele 
dar". Die GEK betrachte mit Sorge das Anwachsen von Sekten, Psychogruppen und Psychokulten sowie deren Tätigkeit im Gesundheitswesen. Immer häufiger träten Wunderheiler auf und verursachten oft irreparable Schäden, verhinderten ärztliche Betreuung und versprächen Heilung durch zweifelhafte Praktiken. "Menschenfang zu Lasten von Hilfsbedürftigen" sieht die Krankenkasse. 
 

 
 



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