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Infos über Sekten, Kulte und den Psychomarkt 
AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit 
Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung e.V. 
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AGPF-Info 
10/97 vom 14.7.97
AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit 
Arbeitsgemeinschaft der Betroffenen-Initiativen e.V.
Weltanschaulich, religiös und politisch neutral
Internet: http://www.AGPF.de/
53229 Bonn
 
Hermann M. Gérard gestorben 
Am 8.7.1997 ist Hermann Gérard im Alter von 79 Jahren gestorben. Er hat die Sektenberatung Bremen e.V. gegründet und war Gründungsmitglied und langjähriges Vorstandsmitglied der AGPF. 

Enquete-Kommission: Zwischenbericht 
"Positive Signale" meldet KNA (10.7.97) "für Beratungsstellen und Elterninitiativen von Aussteigern: Ihrer Förderung stehen nach Meinung von Verfassungsrechtlern keine verfassungsrechtlichen Hindernisse entgegen". Die Bundestagsabgeordnete Renate Rennebach verlangt in einem Sondervotum zum Zwischenbericht für derartige Förderung eine gesetzliche Regelung. Hintergrund: Das Bundesverwaltungsgericht hatte 1992 festgestellt, daß die Förderung einer gesetzlichen Grundlage bedürfe, wenn der geförderte Verein eine Organisation öffentlich kritisiere, die sich auf das Grundrecht der Bekenntnis-freiheit berufen könnten. Die Sachverständigen hatten dazu gemeint, ein geförderter Verein unterliege lediglich denselben Beschränkungen, die auch für Behörden gelten. 
Dringenden Handlungsbedarf sieht die Kommission laut KNA auf dem boomenden Psycho-Markt. Mehr als 1000 unterschiedliche Methoden und Techniken würden derzeit angeboten. Die Zahl der Anbieter im Esoterik-Bereich liege mit 10.000 bis 20.000 inzwischen weit höher als die Zahl der 5.000 niedergelassenen Nervenärzte und Psychiater, heißt es. Jährlich macht der deutsche Esoterikbereich nach dem Bericht einen Umsatz von 18 Milliarden Mark. 
 
VPM-Kinderarzt verliert Prozeß  
Am 16.11.1993 berichtete eine Mutter in einem Beitrag des SWF ("Die Seelenfischer") über den VPM, sie habe von einigen Müttern gehört, ein Hamburger Kinderarzt habe die Trennung von den Kindern empfohlen, damit habe man gute Heilungserfolge erzielt. Der Arzt verklagte den SWF, die Journalisten Ingolf Efler und Holger Reile und die Mutter Dr. Anne König. Im Verfügungs-verfahren bekam der Arzt recht. Das OLG Köln (15 U 111/94) urteilte, der Beweis für diese Empfehlung des Arztes sei nicht erbracht worden. Im Hauptsache-verfahren sah dasselbe Gericht die Beweislage anders. Inzwischen hatten nämlich umfangreiche Zeugenvernehmungen stattgefunden. Das OLG Köln (15 U 143/96) urteilte jetzt, der Beweis sei erbracht. 

"Lord Scientology" in Deutschland 
Die Presseinformation vom 3.6.97 titelt: "Britisches Parlamentskomitee verurteilt die Hetzkampagne der Bundesregierung gegen Minderheiten". 

Ein Sprecher der britischen Botschaft: Das Komitee habe keinen offiziellen Status. Von Seiten der britischen Regierung gebe es keine Kritik an Deutschland wegen des Umgangs mit religiösen Minderheiten. Meinungs- und Religionsfreiheit seien in Deutschland gewährleistet. Wenn sich Mitglieder religiöser Gruppierungen benachteiligt fühlten, stehe ihnen der Rechtsweg offen, für Mißtrauen gegenüber den deutschen Gerichten gebe es keinen Anlaß (nach epd 3.6.97). Lord McNair (ein Internet-Artikel: "Lord Scientology" ), Vorsitzender des Komitees, am 17.12.96 vor dem britischen Oberhaus: "Ich bin Mitglied der Church of Scientology". 

Scientologen: Partei-Ausschluß bestätigt  
Nachdem das Bundesparteigericht der CDU Ende 1996 den Ausschluß von Scientology-Anhängern aus der CDU bestätigt hatte, sind diese auf dem Zivilrechtsweg dagegen vorgegangen. Das Landgericht Bonn (7 O 55/97) hat die Klage am 9.7.97 abgewiesen. Es ist anzunehmen, daß die Kläger den Rechtsweg ausschöpfen, um vor das Bundesverfassungsgericht, die Europäische Menschenrechtskommission und den Europäischen Gerichtshof gehen zu können. Über die Reaktion berichtete die Nachrichtenagentur KNA am 10.7.97 "Ausgerechnet das Denkmal von Konrad Adenauer vor dem Bonner Kanzleramt mußte herhalten: Mit kleinen Scheiterhaufen aus Holz und Stroh und einem Transparent, auf dem von Inquisition die Rede war, demonstrierte die Scientology-Organisation gegen ihre angebliche Diskriminierung". 

Scientology verliert Prozeß gegen Enquete-Kommission des Bundestages  
Die Scientology-Organisation hat eine einstweilige Anordnung auf Akteneinsicht beantragt. Das Verwaltungsgericht Köln (23 L 180/97) hat  diesen Antrag zurückgewiesen. 

Scientology: Chick Corea verliert Prozeß  
Das Bundesverwaltungsgericht hat eine Nicht-zulassungsbeschwerde des Musikers abgelehnt. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (10 S 176/96) hatte dessen Klage abgewiesen und die Revision nicht zugelassen. Die Scientology- Organisation hatte den Vorgang zum Anlaß für die Behauptung genommen, scientologische Künstler würden in Deutschland diskriminiert. Der Amerikaner war für die Rahmenveranstaltung eines Sportfestes ins Auge gefaßt gewesen. Nachdem seine Zugehörigkeit zur Scientology-Organisation bekannt geworden war, wurden die Verhandlungen abgebrochen. Der Landtag hatte dazu Bericht  gewünscht. Der Prozeß richtete sich gegen Äußerungen in diesem Bericht. 

 
 


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