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| Informationen
Destruktive Kulte
(Jugendsekten, Psychokulte) IDK I/90 25.4.1990 |
AGPF - Aktion für
Geistige und Psychische Freiheit
Arbeitsgemeinschaft der Betroffenen-Initiativen
e.V.
Weltanschaulich, religiös und politisch
neutral
Internet: http://www.AGPF.de/
53229 Bonn
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| Bhagwan und Lebensgefährtin tot
Der Inder Rajneesh Chandra Mohan nannte sich erst "Bhagwan" ("Gott"), nach seiner Ausweisung aus den USA "Buddha" und zuletzt "Osho". Er starb am 19.1.1990. Todesursache: Herzversagen, angeblich verursacht durch eine Vergiftung, zugefügt durch die amerikanische Regierung während der Untersuchungshaft. Erst jetzt wurde bekannt: Eine Woche vor Bhagwan starb seine langjährige Lebensgefährtin Vivek, angeblich durch Selbstmord. Das Bekanntwerden ihres Todes wirft ein neues Licht auch auf den Tod Bhagwans und seine angeblichen Eigenschaften und Fähigkeiten. Bhagwans Ashram in Poona war bereits Ende der 70ger "das größte Therapie-Zentrum der Welt". Hier verbände man -so hieß es- die fortschrittlichsten Techniken der modernen Humanistischen Psychologie mit alten östlichen, vor allem aber den neuen Meditationstechniken, die Bhagwan entwickelt habe. Therapien sind keineswegs ungefährlich. Deshalb werden üblicherweise Vorsichtsmaßregeln getroffen. Diese wurden in Poona nicht nur vielfach außer Kraft gesetzt, sondern zusätzliche Risiken hinzugefügt: Durch persönliche Beziehung zum Therapeuten, durch Sex und Gewalt. Psychische Schäden konnten kaum ausbleiben. Die Weltpresse ernannte Bhagwan zum Sex-Guru. Bis 80% seiner weiblichen Anhänger haben sich angeblich sterilisieren lassen, meist junge kinderlose Frauen. |
Bhagwan verließ Indien als Steuerflüchtling, in Oregon/USA
nannte er selbst sich den "Guru der Reichen" und führte das Leben
eines Steinreichen: So besaß er 93 Rolls-Royce, Unmengen teuren Schmucks
und Uhren. Bis 15.000 Besucher kamen zu den Festen. Bhagwan verordnete
Besuchern als erster einen obligatorischen AIDS-Test und legte Wert auf
die Feststellung, daß dort kein einziges Kind geboren wurde.
Seine deutschen Anhänger investierten in Oregon gegen das Versprechen hoher Zinsen 30 Millionen DM. Dabei war von Anfang an klar, daß das Geld in Gefahr war. Denn Bhagwan hatte seine Einreise in die USA erschlichen. Um seinen Aufenthalt zu erzwingen, griff seine Chefmanagerin zu kriminellen Methoden, auch zu Gift. Kurz bevor alles aufflog ernannte er sich zum besten Showman der Welt. Dann ergriff er die Flucht, wurde verhaftet. Seine Sprecherin noch während der Haft: "Sokrates haben sie vergiftet, Jesus an Kreuz genagelt - jetzt ist Bhagwan dran". Ab sofort strickte er an seiner Vergiftungs-Legende, aber Außenstehende konnten keine Anzeichen für eine Vergiftung feststellen. Natürlicher Tod, Selbstmord, Mord oder Tötung auf Verlangen: Das ist durchaus offen. Bhagwan hat seinen Selbstmord mehrfach angekündigt. Der einzige Mensch, der - außer dem Arzt - über sein Befinden hätte Auskunft geben können, starb eine Woche vor ihm. Sein Körper wurde noch am Todestag verbrannt. |