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| Informationen
Destruktive Kulte
(Jugendsekten, Psychokulte) IDK III/87 27.10.1987 |
AGPF - Aktion für
Geistige und Psychische Freiheit
Arbeitsgemeinschaft der Betroffenen-Initiativen
e.V.
Weltanschaulich, religiös und politisch
neutral
Internet: http://www.AGPF.de
53229 Bonn
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| ZÜRICHER STUDIE:
ZAHLEN UND MEINUNGEN Erstmals wurde die Zahl der bundesdeutschen Sektenanhänger aufgrund einer Stichprobe hochgerechnet. Der Züricher Professor für Sozialpsychologie und Soziologie Gerhard Schmidtchen ließ über 2.100 Bundesbürger befragen. Das Ergebnis ("Sekten und Psychokultur", Herder Verlag, ISBN 3-451-21105-X, DM 16,50): Rund eine halbe Million Bundesbürger sind Sektenanhänger, rund 350.000 sind "Ehemalige" und etwa 1,23 Millionen haben "engeren Kontakt zu Sekten". Insgesamt sind dies also über 2,1 Millionen Bundesbürger. In der dürren Sprache der Wissenschaft werden Begleiterscheinungen notiert: "Praktisch jeder Übergang in eine Sekte erzeugt einen sozialen Konflikt in der Familie". Dies bestätigt Erfahrungen: In manchen Sekten folgt dem Sektenbeitritt eines Ehepartners praktisch immer die Ehescheidung. Auf eine halbe Million Sektenanhänger kommen somit schätzungsweise 1,5 Millionen betroffene Angehörige. Auch das deckt sich mit den Erfahrungen: Die "sozialen Konflikte" gehen offenbar weit über die Familie hinaus. Anders ist es wohl kaum zu erklären, daß auf ein Sektenmitglied 28 Personen kommen, die jemanden kennen, der einer Sekte angehört. |
Der Wissenschaftler spricht von einem "hohen Grad an
sozialer Auffälligkeit".
Was soll der Staat tun? 87 Prozent der Bevölkerung verlangen mehr Aufklärung, insbesondere in den Schulen, auch Aufklärung der Eltern, 83 Prozent fordern Beratungsstellen, um den Betroffenen Betreuung und rechtliche Unterstützung zu gewähren: "Generell meinen 63 Prozent, der Staat solle seine Aufsichtspflicht besser wahrnehmen". Seit jeher wenden die Sekten sich gegen die Bezeichnung
"Jugendsekten". Der Wissenschaftler: "Zu den wichtigsten Zielgruppen der
Sekten gehören Jugendliche". Kommen die Sektenanhänger aus zerrütteten
Verhältnissen, sind sie quasi auf der Flucht vor Ehe und Familie?
Offenbar nicht: Die Vermutung, daß "sich gute soziale Eingliederung
in einem Desinteresse an Sekten bemerkbar macht, bestätigt sich nicht".
Vielleicht liegt es an den Werbemethoden. Kroeber-Riel ("Konsumentenverhalten")
bezeichnet weit harmlosere Formen der Werbung, als die von den Sekten verwendeten,
als "emotionale Konditionierung", der sich der Umworbene kaum entziehen
könne.
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