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INHALT DIESER AUSGABE
Seite 1 SCIENTOLOGY: PERSÖNLICHKEITSRECHTE VERLETZT
Seite 2 SCIENTOLOGY: BOSSE IN SPANIEN VERHAFTET
Seite 3 SCIENTOLOGY: URTEILSSCHELTE
Seite 4 SCIENTOLOGY: BÜCHERPAKETE AN BIBLIOTHEKEN
Seite 5 MUGA ACADEMY: VOLKSHOCHSCHULEN EINGESPANNT
Seite 6 BHAGWAN-KULT: EUTHANASIE PROPAGIERT
Seite 7 BHAGWAN-KULT: PROMINENTE FÜRSPRECHER
GESUCHT
Seite 8 BHAGWAN-KULT: DOLCHSTOSSLEGENDE
Seite 9 BHAGWAN-KULT: STEUERPROZESS IN POONA VERLOREN
Seite 10 MOON-SEKTE: "FORUM"-TAGUNG IN HANNOVER
Seite 11 INHALT AGPF AKTUELL 1988 I + II
Seite 12 INHALT AGPF AKTUELL 1988 III + IV
FUNKTIONÄR VERLETZT PERSÖNLICHKEITSRECHTE IM FERNSEHEN
Die Scientology-Sekte behauptet stets, daß sie sich an ein "Beichtgeheimnis" hält. Kritiker haben dies schon immer bestritten.
Am 20.12.1988 konnten TV-Zuschauer in der Bundesrepublik, Österreich und der Schweiz ansehen, was es damit auf sich hat. In der österreichischen Diskussionssendung "Club 2" ging der Scientology-Funktionär Jörg Stettler einen Kritiker an: Dessen Sohn habe ein Drogenproblem gehabt und dieses mit Hilfe der Scientology-Therapien gelöst. Auf Nachfrage nach der Sendung: Nein, dieser Sohn hat ihm nicht ausdrücklich erlaubt, dies im Fernsehen zu verkünden. Kein Wunder: Der Sohn ist beruflich in einem Bereich tätig, in dem weder Drogenprobleme noch deren angebliche Lösung durch die Sekte als Empfehlung gelten. Und der Name des Vaters war natürlich eingeblendet. Inzwischen wird wohl jeder in der Umgebung des Sohnes davon wissen.
Wir werden auf diesen Fall und die Sendung zurückkommen.
IMPRESSUM Herausgeber: AGPF e.V.
Eigendruck im Selbstverlag. Erscheinungsweise: Vierteljährlich.
Verantwortlich und Verfasser soweit nicht anders gekennzeichnet: AGPF-Geschäftsführer
Ingo Heinemann
Am 20.11.1988 wurden in Spanien 71 führende Scientologen vorläufig festgenommen. 28 von ihnen wurden in Untersuchungshaft genommen, darunter auch Heber Jentsch, 53, der sich als Hubbards Erbe geriert und sogar den Titel übernommen hat, den Hubbard sich selbst zugelegt hatte: "Commodore". Es gibt jedoch Zweifel an der Echtheit der Unterschrift unter der Urkunde, durch die Hubbard Jentsch zu seinem Nachfolger gemacht haben soll.
Eine Vielzahl von Delikten wird den Sekten-Bossen vorgeworfen: Betrug,
Unterschlagung, Urkundenfälschung, Freiheitsberaubung, Nötigung,
Steuerhinterziehung und Devisenvergehen.
In ganz Spanien wurden 27 Filialen richterlich geschlossen und durchsucht,
darunter auch "Narconon" -Filialen.
Untersuchungsrichter Vazquez: "Wir haben es mit einem auf Geldbeschaffung ausgerichteten multinationalen Konzern zu tun. Der einzige Gott dieser Religion ist das Geld."
Jentsch stellt sich als ein Opfer der "neuen spanischen Inquisition"
dar. Die deutsche Scientology-Zentrale wirft dem Richter u.a. "gezielte
Falschinformationen" vor, die ebenfalls inhaftierte Amerikanerin Edith
Bucheller (oder Buchele) tönt: "Wer uns diese Polizeiaktion eingebrockt
hat, wird ermittelt und bestraft." Der Korrespondent der NRZ: "Selbst in
der Haft können die Sektenführer das Drohen nicht lassen
Vor ihrer Verhaftung hatte Edith Bucheller noch ausdrücklich betont,
Scientology beachte stets die Gesetze des Gastlandes. Wer Scientology angreife,
vertrete die Interessen derjenigen, "die mit Drogen viel Geld verdienen."
Zwei Polizeibeamte hatten die Sekte neun Monate lang infiltriert und
so konnte gezielt beschlagnahmt werden:
mehrere hundert Kilogramm Dokumente. Damit soll u.a. bewiesen werden,
daß allein 1986 Gewinne von weit über eine Million DM in die
USA überwiesen wurden. Das aber ist einem gemeinnützigen Verein
verboten. Inzwischen treffen Strafanzeigen aus ganz Spanien beim Untersuchungsgericht
in Madrid ein.
SCIENTOLOGY-SEKTE:
ITALIEN: PROZESS-SERIE BEGINNT
Am 24.12.1986 waren in Italien sämtliche Filialen der Scientology-Sekte
durchsucht und geschlossen sowie Akten und Konten beschlagnahmt worden
(vgl. IDK IV/86 v. 23.12.86). Jetzt begannen in Bozen die ersten Prozesse
gegen die beschuldigten elf Scientologen. Die Anklage:
Betrug und Bildung einer kriminellen Vereinigung. Am Tag der Prozeßeröffnung
demonstrierten etwa 100 Personen vor dem Gericht.
URTEILSSCHELTE FUR LANDGERICHT HAMBURG
Eine Kammer des Hamburger Landgerichts hat eine Scientology-Filiale in Hamburg als "Kirche i.S. der Art. 140 GG, 137 WRV" angesehen (vgl. AGPF AKTUELL 11/88 S.1O und 111/88 S.12). Scientology-Rechtsanwalt Blümel hat das Urteil der bekanntesten Juristenzeitschrift NJW zum Abdruck übersandt. Was er nicht voraussehen konnte: Im gleichen Heft wird ein Aufsatz eines der bekanntesten Handelsrechtlers abgedruckt. Prof. Dr. Karsten Schmidt mißt dem Beschluß zwar keine besonders große Bedeutung zu. Da das Urteil jedoch eine erhebliche Öffentlichkeit erfahren hatte, "kann von dem Beschluß ein erheblicher Einschüchterungseffekt auf die zuständigen Rechtspfleger ausgehen
Der Autor: "Um so nachhaltiger sei deshalb an die Registergerichte appelliert, sich im Eintragungsverfahren nicht von dem Beschluß des LG Hamburg beeindrucken zu lassen und ihrer gesetzlichen Pflicht zur Prüfun~ der Eintragungsfähigkeit uneingeschränkt nachzugehen
Der Autor stellt fest: Ein Eintragungsprivileg für Religionsvereine gibt es nicht. Religiös motivierte Wirtschaftsvereine sind demnach Firmen. Ihnen darf nicht die "Wohltat" der Eintragung ins Vereinsregister zuerkannt werden.
Aufsatz und Urteil können angefordert werden unter dem Stichwort AGPF-Materialdienst 13/88.
An die Presse 15.12.1988
SCIENTOLOGY-SEKTE VERSCHICKT BUCHERPAKETE AN BIBLIOTHEKEN.
Sehr geehrte Damen und Herren,
die berüchtigte Scientology-Sekte kam erst kürzlich ins Gerede,
als in Spanien ihre gesamte Führungsspitze verhaftet wurde, darunter
auch deren Heber Jentzsch.
wieder dortige US-Chef
Der Untersuchungsrichter Vazquez:
einem auf Geldbeschaf fung nationalen Konzern zu tun. Der Religion
ist das Geld."
"Wir haben es mit ausgerichteten multi-einzige Gott dieser
In der Bundesrepublik schmuggelt die Sekte die Machwerke ihres Gründers
L. Ron Hubbard
jetzt als Bücherspende getarnt in zahlreiche Bibliotheken. So insbesondere das Buch "Dianetik". Der US-Autor Eugene Methvin schrieb in "Das Beste", einer Zeitschrift, die nicht gerade für reißerischen Journalismus bekannt ist:
"Hubbard lockt ihre Einsamkeit aus Hypnose Konditionierung zunutze macht".
neue Anhänger an, indem er sich und Angst mit einer üblen Mischung und Gehirnwäsche, Pawlowscher und verzerrter Psychotherapie
Diese Mischung findet sich auch in diesen Büchern und es ist wohl kein Zufall, daß deren Versand kurz vor Weihnachten erfolgt. Die AGPF fordert die Bibliotheken auf, diese Bücher garnicht erst anzunehmen oder wieder zu entfernen. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil sich in den Büchern jeweils auch Werbung für die Scientology-Organisation befindet.
Mit freundlichen Grüßen
Ingo Heinemann
Geschäftsführer
EUROPEAN MUGA ACADEMY: VOLKSHOCHSCHULEN EINGESPANNT
Harald Meder ist -gemessen am Klappentext seiner Bücher-ein Multitalent.
Bisher konnte man ihn der bunten PsychoSzene zuordnen. Auch seine bisherige
Anschrift war unverfänglich: Postfach 79 in Wien.
Meder selbst bezeichnet sich als "Primus inter Pares". "Muga" hat er
durch die WORLD INTELLECTUAL PROPERTY ORGANISATION als "Wortmarke" schützen
lassen: "Das Wort ist spanisch-indianischen Ursprungs und kann in etwa
mit Psychomentale Potenzierung beschrieben werden, was Steigerung der seelisch-geistigen
Potenz bedeutet
In der "Unterstufe" "werden die künftigen Mentoren mit der Grundlage
der Lehre vertraut gemacht". Ihnen wird ein "Alpha-Akkredit iv" verliehen.
Dieses kann jedoch entzogen werden, wenn der "Mentor" -so die "Autorisationsstatuten
für das Alpha-Akkreditiv"
"keine Selbsthilfegruppen bildet, keine VHS-Kurse oder Seminare abhält,
nicht in Einzelsitzungen arbeitet oder sonst wie gegen
die Nutzungsbestimmungen verstößt
Offenbar sollen also die VOLKSHOCHSCHULEN (VHS) dazu eingespannt werden,
eine Art Schneeball-System einzurichten. 700.- DM bietet Meder für
jeden, der das "Akkreditiv1' erwirbt und nach Spanien zur "Weiterbildung"
kommt. Das Geld sollen aber selbstverständlich nicht die Volkshochschulen
bekommen, sondern der "Mentor". Dieser wiederum wird deshalb möglicherweise
für die VHS honorarfrei arbeiten, oder aber doppelt verdienen, ohne
daß die VHS dies weiß -bisher.
Im "zweiten Lehrabschnitt" wird das "Psycho-Survival" gelehrt, die
"Kunst, sich mit eigener Kraft aus scheinbar hoffnungslosen seelischen
Spannungszus tänden zu befreien". Die "Oberstufe" aber ist "nicht
frei zugänglich", also Geheimwissen. Dieses wird offenbar nur in der
spanischen Filiale vermittelt, über die einfrüherer Teilnehmer
schreibt: "Das Haus ist einige Kilometer im Landesinnern. Ohne Telephon,
an einer wenig befahrenen Straße. Letztlich ist man total auf sein
Wohlwollen angewiesen".
Und besonders wohlwollend scheint Meder nicht zu sein. Im Gegenteil:
er scheint sich wie ein absolutistischer Herrscher zu benehmen, l~ßt
nach Guru-Art nur sein Wort gelten, verlangt Unterwerfung, übt Druck
aus. Viel hält er von seinen Adepten nicht, noch weniger vom Rest
der Welt: das sind "nur verkrüppelte Seelen und Arschlöcher".
BHAGWAN-KULT: EUTHANASIE PROPAGIERT
Mit großem Aufwand an Öffentlichkeitsarbeit hatte Bhagwan die Gründung einer "Weltakademie" angekündigt. Deren Ziel: Die letztendliche Revolution und eine einzige Weltregierung.
AGPF AKTUELL (1/88 Seite 8) hatte in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, daß Bhagwan schon einmal eine "Universität für Mystik" gegründet hatte. AGPF AKTUELL: "Alles Makulatur: über weitere Aktivtäten der ,Universität' wurde nichts mehr bekannt".
Ganz so ergeht es der "Weltakademie" nicht, über deren Gründung immerhin die Weltpresse berichtete. In der Bundesrepublik wurde in ihrem Namen eine einzige Veranstaltung durchgeführt. Ausgerechnet in der Volkshochschule Köln. Deren Leiter dazu: "Wäre bei den Vorgesprächen nur einmal der Namen Bhagwan Shree Rajneesh gefallen, hätte ich die Anmietung nie genehmigt. Was diese jugendgefährdende Sekte hier macht, ist ja geradezu kontraproduktiv zu unserer Arbeit" (Bonner Rundschau 6.9.88).
Prominente Teilnehmer: Wolfgang Daniels, Bundestagsabgeordneter der Grünen und Rudolf Bahro. Bahro: es gebe wichtigere Dinge, "als den Mercedes unter dem Arsch".
Vorgestellt wurde bei dieser Veranstaltung Bhagwans neueste Schrift: "Die größte Herausforderung". Zitat: "Die Gesundheitsbehörden sollen entscheiden, wie viele neue Menschen wir jedes Jahr brauchen". "Wenn ein Kind schon geboren ist, und es mediznsisch nicht in der Lage ist, das Leben voll zu genießen, mit allen Sinnen in aller Gesundheit, dann ist es besser, daß es in den ewigen Schlaf versinkt". "So, wie wir ja auch die Geburten begrenzen -Geburtenkontrolle- so gebe ich euch ein neues Wort: Sterbekontrolle." Bhagwan propagiert damit die Euthanasie.
Aus einem Bericht der RANJNEESH TIMES (1.11.88) kann man jedoch schließen,
daß die "Weltakademie" nichts als ein gewaltiger Werbegag war. Lästig
scheint jetzt zu werden, daß die angepeilten Ziele sich nicht recht
verwirklichen lassen. So sollten Nobelpreisträger für die "Weltakademie"
gewonnen werden. Diese aber fanden "die damit verbundenen Ideen bedrohlich".
Das wird jedoch nicht auf diese Ideen zurückgeführt, sondern
darauf, daß diese Wissenschaftler "es sich anscheinend nicht leisten
können, sich einer Mißbilligung durch die Regierungen ihrer
Länder zu stellen..."
BHAGWAN-KULT:
PROMINENTE FÜRSPRECHER GESUCHT
Nachdem die Massenpetitionen nichts gebracht hatten (vgl. AGPF AKTUELL 11/88 s.5) wird jetzt unverhüllt um prominente Fürsprecher geworben:
"Wir bitten alle, denen Bhagwan etwas bedeutet, an die Meinungsmacher in ihrem Land heranzutreten.... bekannte Politiker, Nobelpreisträger, UNO-Beamte, aber auch Film- und Popstars, Entertainer und Sportler.
Das hier ist keine Massenpetition. Wenn z.B. jemand wie Michael Jackson oder ein wohlbekannter Staatsmann wie Willy Brandt Bhagwans Redefreiheit mit seiner Unterschrift unterstützen würde, wäre das sehr hilfreich", so die Rajneesh Times vom 15.11.88.
Die Prominenten sollen eine "Erklärung" unterschreiben, die auch als "Manifest zur Meinungsfreiheit" bezeichnet wird. Auszug:
Ich, der Unterzeichnende
erachte die Freiheit zu sprechen was, wo, wann und mit wem ich
will, d.h. die Meinungs- und Versammlungsfreiheit als grundlegendes und
unverzichtbares Recht. Ich stelle hiermit ausdrücklich und öffentlich
fest, daß ich alle Versuche verurteile, diese Grundrechte für
Bhagwan Shree Rajaneesh einzuschränken
Es fehlt auch nicht der Hinweis auf die "Helsinki-Akte" und die "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" der Vereinten Nationen.
Dies aber ist offensichtlich nur ein Ablenkungsmanöver. Denn die "Erklärung" enthält eine massive Täuschung.
Es gibt nämlich keine einzige internationale Vereinbarung, nach der jedermann seine Meinung dort äußern kann, wo er will. Es ist nämlich anzunehmen, daß außer Rajneesh Chandra Mohan noch einige zig. Millionen Inder ihre Meinung gern in der Bundesrepublik Äußern wÜrden.
Hier sollen Prominente offenbar veranlaßt werden, sich für die Meinungsfreiheit einzusetzen. Ihre Erklärungen werden dann benutzt, um Rajneesh Chandra Mohans Einreise in die Bundesrepublik zu ermöglichen.
BHAGWAN-KULT: DOLCHSTOSSLEGENDE
In fast jeder Ausgabe der Rajneesh Times wird an der Dolchstoßlegende gestrickt. Ihr Inhalt in Kurzfassung:
1. Bhagwan war nicht auf der Flucht, als er verhaftet wurde.
2. Bhagwan wurde im Gefängnis vergiftet.
3. Bhagwan hat sich vor Gericht nicht schuldig bekannt.
4. Bhagwans Anwälte sind von den Staatsanwälten erpreßt
und getäuscht worden.
5. All dies ist von US-Präsident Reagan und Justizminister Meese
höchstpersönlich arrangiert worden.
Tatsache ist: Die Rajneesh Times berichtete schon am 21.6.85 darüber, daß noch im selben Monat ein Haftbefehl gegen Bhagwan erlassen werden solle. Von da an mußte er als Ausländer bei jeder Reise damit rechnen, wegen Fluchtgefahr verhaftet zu werden. Verhaftet wurde er erst am 29.10.85.
Und warum sollen Bhagwans Anwälte (und er selbst) sich wie dumme Jungen haben übertölpeln lassen, wo er doch angeblich die besten Anwälte beschäftigte? Im Gegensatz zum deutschen Recht kennt das amerikanische Strafrecht klare Vereinbarungen: Das Schuldanerkenntnis vermeidet die öffentliche Erörterung der Taten im Gerichtssaal. Im übrigen variiert Bhagwan seine Darstellung des Schuldbekenntisses. Früher einmal sagte er, seine Anwälte hätten einen Satz beendet, den er angefangen habe. Bhagwan demnach zum Gericht: "Ich bin." Sein Anwalt: "Schuldig" (vgl. AGPF AKTUELL IV/87).
Offenbar weiß Bhagwan entweder nicht, was vorgegangen ist. Oder sein Verhältnis zu Zahlen ist gestört. Bhagwan laut Rajneesh Tirnes vom 1.12.88: "Mich bestraften sie aber mit vierundzwanzigtausend Dollar".
In der Broschüre "Bhagwan Shree Rajneesh - Über die Grundrechte
des Menschen" schreibt ein unbekannter Autor für die Rajneesh Verlags
GmbH, Köln:
"Mitte November drängten ihn seine Anwälte, sich zu
zweien von 34 geringfügigen Verstößen ... für schuldig
zu bekennen, um sein Leben nicht weiterhin den Methoden der amerikanischen
Justiz anheimzugeben. Bhagwan willigte ein und bediente sich der sog. "Alfred-Kläusel",
einer speziellen Möglichkeit der US-Gerichtsbarkeit, die es ihm erlaubte,
den Vorwurf der Schuld -unter ausdrücklichem Beharren auf der eigenen
Unschuld-geltenzulassen. Er wurde zu einer Strafe von 400.000 Dollar verurteilt
und bekam die Auflage, die USA zu verlassen und fünf Jahre lang nicht
zurückzukehren. Er verließ noch am selben Tag die USA..."
BHAGWAN-KULT:
POONA-ASHRAM: STEUERPROZESS VERLOREN
Ein indisches Berufungsgericht stellte kürzlich fest:
Bhagwans Lehren kommt "kein erzieherischer oder spiritueller Wert"
zu. Damit bestätigte das Gericht die Entscheidung der Finanzbehörden,
den Steuerbefreiungsstatus aufzuheben. Das Gelände des Ashrams wurde
von den Steuerbehörden schon vor längerer als Sicherheit für
ausstehende Steuerschulden gepfändet. Diese Nachricht ist sinngemäß
der Rajneesh Times Nr. 22 vom 15.11.88 entnommen.
Die AGPF hatte schon frühzeitig die Ansicht vertreten, daß Bhagwan nicht -wie behauptet- aus gesundheitlichen Gründen Indien verlassen hatte, sondern aus steuerlichen Gründen (IDK 11/83 vom 1.8.83).
"Forum für Religion und Weltgestaltung (FRW)" nennt sich eine Organisation, die zweifellos der Moon-Sekte zuzurechnen ist. "Erst die Professoren - und dann die Studenten" hatte die AGPF 1982 eine Zusammenstellung von Zeitungsartikeln betitelt, die sich mit der PROFESSORS WORLD PEACE ACADEMY IN EUROPA (PWPA-E) e.V. befaßt hat. Da diese offenbar nichts an Aktualität verloren hat, kann sie bei der AGPF unter dem Stichwort AGPF-Materialdienst 15/88 angefordert werden.
Die Studenten wurden inzwischen von der CARPOrganisation umfangreich beworben. So durch die kostenlos verteilte Zeitung "Studentenzeit" und die ebenfalls kostenlos verteilte Zeitschrift "UNI-IMPULSE". CAR~ wirbt ständig an zahlreichen Unis mit Flugblättern für alle möglichen Veranstaltungen und will auch an den Wahlen für die Studentenparlamente teilnehmen. In Berlin hat das Verwaltungsgericht dem einen Riegel vorgeschoben.
Die Bemühungen der Sekte um Professoren und Studenten zeitigt Erfolge.
Das FORUM kündigt gleich eine ganze Staffel von Professoren und Doktoren
als Referenten für eine Veranstaltung an, die am Januar in Hannover
stattfinden soll:
Prof. Dr. Edmund Weber, Institut für Irenik der Uni Frankfurt
Prof. Dr. Alfons Fleischmann Moraltheologie Eichstätt
Prof. Dr. Edgar Nawroth, Arbeitsethik, Vechta
Prof. Dr. Jürgen Redhardt Religionspsychologie Giessen
Dr. Edda Hanisch, Politologin, Bonn