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 AGPF Aktuell IV/88 vom 30.12.88

 
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AGPF AKTUELL 
INFORMATIONSDIENST FÜR DIE MITGLIEDER DER AGPF - AKTION FÜR GEISTIGE UND PSYCHISCHE FREIHEIT e.V., BONN  
IMPRESSUM: Herausgeber: AGPF. Eigendruck im Selbstverlag. Erscheinungsweise: Vierteljährlich. 
Verantwortlich: AGPF-Geschäftsführer Ingo Heinemann.
 



AGPF Aktuell IV/88 vom 30.12.88 Seite  1


SCIENTOLOGY-SEKTE:

FUNKTIONÄR VERLETZT PERSÖNLICHKEITSRECHTE IM FERNSEHEN

Die Scientology-Sekte behauptet stets, daß sie sich an ein "Beichtgeheimnis" hält. Kritiker haben dies schon immer bestritten.

Am 20.12.1988 konnten TV-Zuschauer in der Bundesrepublik, Österreich und der Schweiz ansehen, was es damit auf sich hat. In der österreichischen Diskussionssendung "Club 2" ging der Scientology-Funktionär Jörg Stettler einen Kritiker an: Dessen Sohn habe ein Drogenproblem gehabt und dieses mit Hilfe der Scientology-Therapien gelöst. Auf Nachfrage nach in der Sendung: Nein, dieser Sohn hat ihm nicht ausdrücklich erlaubt, dies im Fernsehen zu verkünden. Kein Wunder: Der Sohn ist beruflich in einem Bereich tätig, in dem weder Drogenprobleme noch deren angebliche Lösung durch die Sekte als Empfehlung gelten. Und der Name des Vaters war natürlich eingeblendet. Inzwischen wird wohl jeder in der Umgebung des Sohnes davon wissen.

Wir werden auf diesen Fall und die Sendung zurückkommen.
 

IMPRESSUM Herausgeber: AGPF e.V.
Eigendruck im Selbstverlag. Erscheinungsweise: Vierteljährlich.
Verantwortlich und Verfasser soweit nicht anders gekennzeichnet: AGPF-Geschäftsführer Ingo Heinemann



AGPF Aktuell IV/88 vom 30.12.88 Seite  2


SCIENTOLOGY-SEKTE IN SPANIEN:
BOSSE VERHAFTET, FILIALEN GESCHLOSSEN

Am 20.11.1988 wurden in Spanien 71 führende Scientologen vorläufig festgenommen. 28 von ihnen wurden in Untersuchungshaft genommen, darunter auch Heber Jentsch, 53, der sich als Hubbards Erbe geriert und sogar den Titel übernommen hat, den Hubbard sich selbst zugelegt hatte: "Commodore". Es gibt jedoch Zweifel an der Echtheit der Unterschrift unter der Urkunde, durch die Hubbard Jentsch zu seinem Nachfolger gemacht haben soll.

Eine Vielzahl von Delikten wird den Sekten-Bossen vorgeworfen: Betrug, Unterschlagung, Urkundenfälschung, Freiheitsberaubung, Nötigung, Steuerhinterziehung und Devisenvergehen.
In ganz Spanien wurden 27 Filialen richterlich geschlossen und durchsucht, darunter auch "Narconon" -Filialen.

Untersuchungsrichter Vazquez: "Wir haben es mit einem auf Geldbeschaffung ausgerichteten multinationalen Konzern zu tun. Der einzige Gott dieser Religion ist das Geld."

Jentsch stellt sich als ein Opfer der "neuen spanischen Inquisition" dar. Die deutsche Scientology-Zentrale wirft dem Richter u.a. "gezielte Falschinformationen" vor, die ebenfalls inhaftierte Amerikanerin Edith Bucheller (oder Buchele) tönt: "Wer uns diese Polizeiaktion eingebrockt hat, wird ermittelt und bestraft." Der Korrespondent der NRZ: "Selbst in der Haft können die Sektenführer das Drohen nicht lassen
Vor ihrer Verhaftung hatte Edith Bucheller noch ausdrücklich betont, Scientology beachte stets die Gesetze des Gastlandes. Wer Scientology angreife, vertrete die Interessen derjenigen, "die mit Drogen viel Geld verdienen."

Zwei Polizeibeamte hatten die Sekte neun Monate lang infiltriert und so konnte gezielt beschlagnahmt werden:
mehrere hundert Kilogramm Dokumente. Damit soll u.a. bewiesen werden, daß allein 1986 Gewinne von weit über eine Million DM in die USA überwiesen wurden. Das aber ist einem gemeinnützigen Verein verboten. Inzwischen treffen Strafanzeigen aus ganz Spanien beim Untersuchungsgericht in Madrid ein.
 



AGPF Aktuell IV/88 vom 30.12.88 Seite  3

SCIENTOLOGY-SEKTE:
ITALIEN: PROZESS-SERIE BEGINNT

Am 24.12.1986 waren in Italien sämtliche Filialen der Scientology-Sekte durchsucht und geschlossen sowie Akten und Konten beschlagnahmt worden (vgl. IDK IV/86 v. 23.12.86). Jetzt begannen in Bozen die ersten Prozesse gegen die beschuldigten elf Scientologen. Die Anklage:
Betrug und Bildung einer kriminellen Vereinigung. Am Tag der Prozeßeröffnung demonstrierten etwa 100 Personen vor dem Gericht.

URTEILSSCHELTE FUR LANDGERICHT HAMBURG

Eine Kammer des Hamburger Landgerichts hat eine Scientology-Filiale in Hamburg als "Kirche i.S. der Art. 140 GG, 137 WRV" angesehen (vgl. AGPF AKTUELL 11/88 S.1O und 111/88 S.12). Scientology-Rechtsanwalt Blümel hat das Urteil der bekanntesten Juristenzeitschrift NJW zum Abdruck übersandt. Was er nicht voraussehen konnte: Im gleichen Heft wird ein Aufsatz eines der bekanntesten Handelsrechtlers abgedruckt. Prof. Dr. Karsten Schmidt mißt dem Beschluß zwar keine besonders große Bedeutung zu. Da das Urteil jedoch eine erhebliche Öffentlichkeit erfahren hatte, "kann von dem Beschluß ein erheblicher Einschüchterungseffekt auf die zuständigen Rechtspfleger ausgehen

Der Autor: "Um so nachhaltiger sei deshalb an die Registergerichte appelliert, sich im Eintragungsverfahren nicht von dem Beschluß des LG Hamburg beeindrucken zu lassen und ihrer gesetzlichen Pflicht zur Prüfun~ der Eintragungsfähigkeit uneingeschränkt nachzugehen

Der Autor stellt fest: Ein Eintragungsprivileg für Religionsvereine gibt es nicht. Religiös motivierte Wirtschaftsvereine sind demnach Firmen. Ihnen darf nicht die "Wohltat" der Eintragung ins Vereinsregister zuerkannt werden.

Aufsatz und Urteil können angefordert werden unter dem Stichwort AGPF-Materialdienst 13/88.

 



AGPF Aktuell IV/88 vom 30.12.88 Seite  4

An die Presse 15.12.1988

SCIENTOLOGY-SEKTE VERSCHICKT BUCHERPAKETE AN BIBLIOTHEKEN.

Sehr geehrte Damen und Herren,

die berüchtigte Scientology-Sekte kam erst kürzlich ins Gerede, als in Spanien ihre gesamte Führungsspitze verhaftet wurde, darunter auch deren Heber Jentzsch.
wieder dortige US-Chef

Der Untersuchungsrichter Vazquez:
einem auf Geldbeschaf fung nationalen Konzern zu tun. Der Religion ist das Geld."

"Wir haben es mit ausgerichteten multi-einzige Gott dieser

In der Bundesrepublik schmuggelt die Sekte die Machwerke ihres Gründers

L. Ron Hubbard

jetzt als Bücherspende getarnt in zahlreiche Bibliotheken. So insbesondere das Buch "Dianetik". Der US-Autor Eugene Methvin schrieb in "Das Beste", einer Zeitschrift, die nicht gerade für reißerischen Journalismus bekannt ist:

"Hubbard lockt ihre Einsamkeit aus  Hypnose Konditionierung zunutze macht".

neue Anhänger an, indem er sich und Angst mit einer üblen Mischung und Gehirnwäsche, Pawlowscher und verzerrter Psychotherapie

Diese Mischung findet sich auch in diesen Büchern und es ist wohl kein Zufall, daß deren Versand kurz vor Weihnachten erfolgt. Die AGPF fordert die Bibliotheken auf, diese Bücher garnicht erst anzunehmen oder wieder zu entfernen. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil sich in den Büchern jeweils auch Werbung für die Scientology-Organisation befindet.

Mit freundlichen Grüßen
Ingo Heinemann
Geschäftsführer
 



AGPF Aktuell IV/88 vom 30.12.88 Seite  5

EUROPEAN MUGA ACADEMY: VOLKSHOCHSCHULEN EINGESPANNT

Harald Meder ist -gemessen am Klappentext seiner Bücher-ein Multitalent. Bisher konnte man ihn der bunten PsychoSzene zuordnen. Auch seine bisherige Anschrift war unverfänglich: Postfach 79 in Wien.
Meder selbst bezeichnet sich als "Primus inter Pares". "Muga" hat er durch die WORLD INTELLECTUAL PROPERTY ORGANISATION als "Wortmarke" schützen lassen: "Das Wort ist spanisch-indianischen Ursprungs und kann in etwa mit Psychomentale Potenzierung beschrieben werden, was Steigerung der seelisch-geistigen Potenz bedeutet
In der "Unterstufe" "werden die künftigen Mentoren mit der Grundlage der Lehre vertraut gemacht". Ihnen wird ein "Alpha-Akkredit iv" verliehen.
Dieses kann jedoch entzogen werden, wenn der "Mentor" -so die "Autorisationsstatuten für das Alpha-Akkreditiv"
"keine Selbsthilfegruppen bildet, keine VHS-Kurse oder Seminare abhält, nicht in Einzelsitzungen arbeitet oder  sonst  wie  gegen die Nutzungsbestimmungen verstößt
Offenbar sollen also die VOLKSHOCHSCHULEN (VHS) dazu eingespannt werden, eine Art Schneeball-System einzurichten. 700.- DM bietet Meder für jeden, der das "Akkreditiv1' erwirbt und  nach Spanien zur "Weiterbildung" kommt. Das Geld sollen aber selbstverständlich nicht die Volkshochschulen bekommen, sondern der "Mentor". Dieser wiederum wird deshalb möglicherweise für die VHS honorarfrei arbeiten, oder aber doppelt verdienen, ohne daß die VHS dies weiß -bisher.
Im "zweiten Lehrabschnitt" wird das "Psycho-Survival" gelehrt, die "Kunst, sich mit eigener Kraft aus scheinbar hoffnungslosen seelischen Spannungszus tänden zu befreien". Die "Oberstufe" aber ist "nicht frei zugänglich", also Geheimwissen. Dieses wird offenbar nur in der spanischen Filiale vermittelt, über die einfrüherer Teilnehmer schreibt: "Das Haus ist einige Kilometer im Landesinnern. Ohne Telephon, an einer wenig befahrenen Straße. Letztlich ist man total auf sein Wohlwollen angewiesen".
Und besonders wohlwollend scheint Meder nicht zu sein. Im Gegenteil: er scheint sich wie ein absolutistischer Herrscher zu benehmen, l~ßt nach Guru-Art nur sein Wort gelten, verlangt Unterwerfung, übt Druck aus. Viel hält er von seinen Adepten nicht, noch weniger vom Rest der Welt: das sind "nur verkrüppelte Seelen und Arschlöcher".

 



AGPF Aktuell IV/88 vom 30.12.88 Seite  6

BHAGWAN-KULT: EUTHANASIE PROPAGIERT

Mit großem Aufwand an Öffentlichkeitsarbeit hatte Bhagwan die Gründung einer "Weltakademie" angekündigt. Deren Ziel: Die letztendliche Revolution und eine einzige Weltregierung.

AGPF AKTUELL (1/88 Seite 8) hatte in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, daß Bhagwan schon einmal eine "Universität für Mystik" gegründet hatte. AGPF AKTUELL: "Alles Makulatur: über weitere Aktivtäten der ,Universität' wurde nichts mehr bekannt".

Ganz so ergeht es der "Weltakademie" nicht, über deren Gründung immerhin die Weltpresse berichtete. In der Bundesrepublik wurde in ihrem Namen eine einzige Veranstaltung durchgeführt. Ausgerechnet in der Volkshochschule Köln. Deren Leiter dazu: "Wäre bei den Vorgesprächen nur einmal der Namen Bhagwan Shree Rajneesh gefallen, hätte ich die Anmietung nie genehmigt. Was diese jugendgefährdende Sekte hier macht, ist ja geradezu kontraproduktiv zu unserer Arbeit" (Bonner Rundschau 6.9.88).

Prominente Teilnehmer: Wolfgang Daniels, Bundestagsabgeordneter der Grünen und Rudolf Bahro. Bahro: es gebe wichtigere Dinge, "als den Mercedes unter dem Arsch".

Vorgestellt wurde bei dieser Veranstaltung Bhagwans neueste Schrift: "Die größte Herausforderung". Zitat: "Die Gesundheitsbehörden sollen entscheiden, wie viele neue Menschen wir jedes Jahr brauchen". "Wenn ein Kind schon geboren ist, und es mediznsisch nicht in der Lage ist, das Leben voll zu genießen, mit allen Sinnen in aller Gesundheit, dann ist es besser, daß es in den ewigen Schlaf versinkt". "So, wie wir ja auch die Geburten begrenzen -Geburtenkontrolle- so gebe ich euch ein neues Wort: Sterbekontrolle." Bhagwan propagiert damit die Euthanasie.

Aus einem Bericht der RANJNEESH TIMES (1.11.88) kann man jedoch schließen, daß die "Weltakademie" nichts als ein gewaltiger Werbegag war. Lästig scheint jetzt zu werden, daß die angepeilten Ziele sich nicht recht verwirklichen lassen. So sollten Nobelpreisträger für die "Weltakademie" gewonnen werden. Diese aber fanden "die damit verbundenen Ideen bedrohlich". Das wird jedoch nicht auf diese Ideen zurückgeführt, sondern darauf, daß diese Wissenschaftler "es sich anscheinend nicht leisten können, sich einer Mißbilligung durch die Regierungen ihrer Länder zu stellen..."
 



AGPF Aktuell IV/88 vom 30.12.88 Seite  7

BHAGWAN-KULT:
PROMINENTE FÜRSPRECHER GESUCHT

Nachdem die Massenpetitionen nichts gebracht hatten (vgl. AGPF AKTUELL 11/88 s.5) wird jetzt unverhüllt um prominente Fürsprecher geworben:

 "Wir bitten alle, denen Bhagwan etwas bedeutet, an die Meinungsmacher in ihrem Land heranzutreten.... bekannte Politiker, Nobelpreisträger, UNO-Beamte, aber auch Film- und Popstars, Entertainer und Sportler.

 Das hier ist keine Massenpetition. Wenn z.B. jemand wie Michael Jackson oder ein wohlbekannter Staatsmann wie Willy Brandt Bhagwans Redefreiheit mit seiner Unterschrift unterstützen würde, wäre das sehr hilfreich", so die Rajneesh Times vom 15.11.88.

Die Prominenten sollen eine "Erklärung" unterschreiben, die auch als "Manifest zur Meinungsfreiheit" bezeichnet wird. Auszug:

 Ich, der Unterzeichnende
 erachte die Freiheit zu sprechen was, wo, wann und mit wem ich will, d.h. die Meinungs- und Versammlungsfreiheit als grundlegendes und unverzichtbares Recht. Ich stelle hiermit ausdrücklich und öffentlich fest, daß ich alle Versuche verurteile, diese Grundrechte für Bhagwan Shree Rajaneesh einzuschränken

Es fehlt auch nicht der Hinweis auf die "Helsinki-Akte" und die "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" der Vereinten Nationen.

Dies aber ist offensichtlich nur ein Ablenkungsmanöver. Denn die "Erklärung" enthält eine massive Täuschung.

Es gibt nämlich keine einzige internationale Vereinbarung, nach der jedermann seine Meinung dort äußern kann, wo er will. Es ist nämlich anzunehmen, daß außer Rajneesh Chandra Mohan noch einige zig. Millionen Inder ihre Meinung gern in der Bundesrepublik Äußern wÜrden.

Hier sollen Prominente offenbar veranlaßt werden, sich für die Meinungsfreiheit einzusetzen. Ihre Erklärungen werden dann benutzt, um Rajneesh Chandra Mohans Einreise in die Bundesrepublik zu ermöglichen.



AGPF Aktuell IV/88 vom 30.12.88 Seite  8

BHAGWAN-KULT: DOLCHSTOSSLEGENDE

In fast jeder Ausgabe der Rajneesh Times wird an der Dolchstoßlegende gestrickt. Ihr Inhalt in Kurzfassung:

1. Bhagwan war nicht auf der Flucht, als er verhaftet wurde.
2. Bhagwan wurde im Gefängnis vergiftet.
3. Bhagwan hat sich vor Gericht nicht schuldig bekannt.
4. Bhagwans Anwälte sind von den Staatsanwälten erpreßt und getäuscht worden.
5. All dies ist von US-Präsident Reagan und Justizminister Meese höchstpersönlich arrangiert worden.

Tatsache ist: Die Rajneesh Times berichtete schon am 21.6.85 darüber, daß noch im selben Monat ein Haftbefehl gegen Bhagwan erlassen werden solle. Von da an mußte er als Ausländer bei jeder Reise damit rechnen, wegen Fluchtgefahr verhaftet zu werden. Verhaftet wurde er erst am 29.10.85.

Und warum sollen Bhagwans Anwälte (und er selbst) sich wie dumme Jungen haben übertölpeln lassen, wo er doch angeblich die besten Anwälte beschäftigte? Im Gegensatz zum deutschen Recht kennt das amerikanische Strafrecht klare Vereinbarungen: Das Schuldanerkenntnis vermeidet die öffentliche Erörterung der Taten im Gerichtssaal. Im übrigen variiert Bhagwan seine Darstellung des Schuldbekenntisses. Früher einmal sagte er, seine Anwälte hätten einen Satz beendet, den er angefangen habe. Bhagwan demnach zum Gericht: "Ich bin." Sein Anwalt: "Schuldig" (vgl. AGPF AKTUELL IV/87).

Offenbar weiß Bhagwan entweder nicht, was vorgegangen ist. Oder sein Verhältnis zu Zahlen ist gestört. Bhagwan laut Rajneesh Tirnes vom 1.12.88: "Mich bestraften sie aber mit vierundzwanzigtausend Dollar".

In der Broschüre "Bhagwan Shree Rajneesh - Über die Grundrechte des Menschen" schreibt ein unbekannter Autor für die Rajneesh Verlags GmbH, Köln:



AGPF Aktuell IV/88 vom 30.12.88 Seite  9


FORTSETZUNG:
BHAGWAN-KULT: DOLCHSTOSSLEGENDE

 "Mitte November drängten ihn seine Anwälte, sich zu zweien von 34 geringfügigen Verstößen ... für schuldig zu bekennen, um sein Leben nicht weiterhin den Methoden der amerikanischen Justiz anheimzugeben. Bhagwan willigte ein und bediente sich der sog. "Alfred-Kläusel", einer speziellen Möglichkeit der US-Gerichtsbarkeit, die es ihm erlaubte, den Vorwurf der Schuld -unter ausdrücklichem Beharren auf der eigenen Unschuld-geltenzulassen. Er wurde zu einer Strafe von 400.000 Dollar verurteilt und bekam die Auflage, die USA zu verlassen und fünf Jahre lang nicht zurückzukehren. Er verließ noch am selben Tag die USA..."
 

BHAGWAN-KULT:

POONA-ASHRAM: STEUERPROZESS VERLOREN

Ein indisches Berufungsgericht stellte kürzlich fest:
Bhagwans Lehren kommt "kein erzieherischer oder spiritueller Wert" zu. Damit bestätigte das Gericht die Entscheidung der Finanzbehörden, den Steuerbefreiungsstatus aufzuheben. Das Gelände des Ashrams wurde von den Steuerbehörden schon vor längerer als Sicherheit für ausstehende Steuerschulden gepfändet. Diese Nachricht ist sinngemäß der Rajneesh Times Nr. 22 vom 15.11.88 entnommen.

Die AGPF hatte schon frühzeitig die Ansicht vertreten, daß Bhagwan nicht -wie behauptet- aus gesundheitlichen Gründen Indien verlassen hatte, sondern aus steuerlichen Gründen (IDK 11/83 vom 1.8.83).



AGPF Aktuell IV/88 vom 30.12.88 Seite  10


 
MOON-SEKTE: "FORUM" - TAGUNG IN HANNOVER

"Forum für Religion und Weltgestaltung (FRW)" nennt sich eine Organisation, die zweifellos der Moon-Sekte zuzurechnen ist. "Erst die Professoren - und dann die Studenten" hatte die AGPF 1982 eine Zusammenstellung von Zeitungsartikeln betitelt, die sich mit der PROFESSORS WORLD PEACE ACADEMY IN EUROPA (PWPA-E) e.V. befaßt hat. Da diese offenbar nichts an Aktualität verloren hat, kann sie bei der AGPF unter dem Stichwort AGPF-Materialdienst 15/88 angefordert werden.

Die Studenten wurden inzwischen von der CARPOrganisation umfangreich beworben. So durch die kostenlos verteilte Zeitung "Studentenzeit" und die ebenfalls kostenlos verteilte Zeitschrift "UNI-IMPULSE". CAR~ wirbt ständig an zahlreichen Unis mit Flugblättern für alle möglichen Veranstaltungen und will auch an den Wahlen für die Studentenparlamente teilnehmen. In Berlin hat das Verwaltungsgericht dem einen Riegel vorgeschoben.

Die Bemühungen der Sekte um Professoren und Studenten zeitigt Erfolge. Das FORUM kündigt gleich eine ganze Staffel von Professoren und Doktoren als Referenten für eine Veranstaltung an, die am Januar in Hannover stattfinden soll:
 

 Prof. Dr. Edmund Weber, Institut für Irenik der Uni Frankfurt

 Prof. Dr. Alfons Fleischmann Moraltheologie Eichstätt

 Prof. Dr. Edgar Nawroth, Arbeitsethik, Vechta

 Prof. Dr. Jürgen Redhardt Religionspsychologie Giessen

 Dr. Edda Hanisch, Politologin, Bonn
 



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