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AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit 
Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung e.V. 
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AGPF AKTUELL III/87 vom 26.10.1987
  
 
 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema in dieser Website: In anderen Websites:
  • Seite 1 MOON-SEKTE: TEILHABE AN TONG-IL BESTÄTIGT
  • Seite 2 KURZBERICHTE
  • Seite 3 KLAGEN GEGEN SEKTENBERICHT ABGEWIESEN
  • Seite 4 PROZESSSCIENTOLOGY GEGEN BUNDESREPUBLIK
  • Seite 5 BUCHBESPRECHUNG
  • Seite 6 MAHARISHI-KULT: EIN DIALOG

 
 
AGPF AKTUELL 
INFORMATIONSDIENST FÜR DIE MITGLIEDER DER AGPF - AKTION FÜR GEISTIGE UND PSYCHISCHE FREIHEIT e.V., BONN  
IMPRESSUM: Herausgeber: AGPF. Eigendruck im Selbstverlag. Erscheinungsweise: Vierteljährlich. 
Verantwortlich: AGPF-Geschäftsführer Ingo Heinemann.
 


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MOON-SEKTE: TEILHABE AN TONG-IL-BESTÄTIGT

Wie  in  AGPF  AKTUELL  11/87  S.2  berichtet,  geht  das INDUSTRIE  MAGAZIN   davon   aus,   daß   der  Moon-Sekte "annähernd  das  gesamte Kapital"  des  TONG-IL-  Konzerns gehört,  der  in der Bundesrepublik Firmen aufkauft.  Die VDI-NACHRICHTEN  (18.9.87)   interviewten   das  TONG-ILVorstandsmitglied Dr. Kae-Hwan Kirn:

"Seit  1976  ist Tong-Il  eine  Aktiengesellschaft, deren  Aktien an der Korea Stock Exchange gehandelt werden.  Die Mun-Sekte ist kein Aktionär der  Tong-Il  AG, sondern die koreanische  Vereinigungskirche ist  Mitglied  einer  Stiftung,  die  etwa  aus  30 Mitgliedern  besteht.  Diese Stiftung ist mit  etwa 32%  an Tong-Il beteiligt. Für die Stiftung  stellt diese  Beteiligung lediglich eine Finanzanlage dar. Es gibt keinerlei Einfluß auf die Geschäftsaktivitäten der  Firma. Leider  gibt  es auch  immer  wieder Verwechslungen  zwischen  dem Gründer  der  Vereinigungskirche Reverend  Mun  und Herrn  Sun  Kyun  Mun, der  Präsident  von  Tong-Il ist".
 



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SCIENTOLOGY RAUS - AGPF REIN

Das  TASCHENBUCH  DES ÖFFENTLICHEN LEBENS  (der  "OECKL") hatte  1984 die "Scientology Kirche Deutschland"  in  die Rubrik  "sonstige  Religionsgemeinschaften"  aufgenommen. Zu  diesem Zeitpunkt hatte die Stadt  München der Organisation  bereits  die Rechtsfähigkeit  entzogen und ein Gewerbeverbot erteilt.

Auf  Intervention der AGPF ist die Sekte in der  jüngsten Ausgabe  des  Buches nicht mehr aufgeführt.  Dafür  steht jetzt die AGPF drin und zwar in der Rubrik Jugendhilfe.
 

SCIENTOLOGY: BUCHVERTRIEB VERLEGT

Nachdem   der   Scientology-"Kirche"   in   München   die Rechtsfähigkeit  entzogen  worden war, übertrug  sie  den Vertrieb  von  Büchern  der  Firma NEW  ERA  GmbH,  einer hundertprozentigen Tochter der gleichnamigen ScientologyFirma in Kopenhagen.

Am  1.12.84 hat die Stadt München der Sektenzentrale  die Ausübung  des  Gewerbes "Durchführung von  heilkundlichen Einzelgesprächen,    Persönlichkeitstests,   Kursen   und Seminaren,   Filmvorführungen   sowie   der   Groß-   und Einzelhandel  mit   Verlagserzeugnissen"   verboten.   Um dieses Verbot wird noch prozessiert.

Inzwischen  hat die Firma NEW ERA ihren Sitz von  München nach  Dreieich  bei Frankfurt verlegt.  Geschäftsführerin wurde  Beatrix  Lohmann, früher führende Scientologin in Düsseldorf. Eingetragen ist die Firma beim  Amtsgericht 6070  Langen/Hessen unter der Nr. HRB 1808. Zuständig für das Gewerbeverbot  ist jetzt der Regierungspräsident  in Darmstadt.

Seit dem 1.5.87 hat der Bertelsmann-Konzern den Vertrieb für  einige  der Bücher dieses Verlages  übernommen.  Die AGPF  hat  Bertelsmann vergeblich auf den  Charakter  der Firma NEW ERA aufmerksam gemacht.
 

KRISHNA-KULT: ZUSAMMENARBEIT  VORGETÄUSCHT

"In  Zusammenarbeit mit Amnesty International"  -  so kündigte der  Krishna-Kult eine Demonstration  vor  der malerischen  Kulisse des Bonner Rathauses an. Auf  Telex-Abmahnung  von  Amnesty gab der Kult ebenfalls per Telex eine  Unterlassungserklärung  ab. Seine Entschuldigung: Die Werbung sei nicht für   Außenstehende bestimmt gewesen. Statt eines Amnesty-Vertreters sprach Christiane Rücker.
 



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SEKTENBERICHT BADEN-WÜRTTEMBERG:

KLAGEN ABGEWIESEN

Bereits bevor der Sektenbericht der Baden-Württembergischen Regierung in Druck gegangen war, waren beim Verwaltungsgericht in Stuttgart die ersten Anträge auf Einstweilige Anordnungen eingegangen. Am schnellsten war  wieder einmal die  SCIENTOLOGY-SEKTE. Diese  hatte dem Gericht einen Katalog von 38 Äußerungen vorgelegt, welche  der Landesregierung untersagt  werden sollten.

Es  folgte der Maharishi-Kult. Für diesen stellten die Anträge die IMS-Internationale  Meditationsgesellschaft, Deutscher Verband  e.V. in Bissendorf,  die Vereinigung deutscher Ärzte zur Förderung der Gesundheit durch Transzendentale Meditation e.V. und zwei Privatpersonen.

Am  13.8.87 wies die 13. Kammer des Verwaltungsgerichtes beide  Anträge  zurück. Begründung in beiden Fällen:  Die beantragten Einstweiligen Anordnungen würde die Hauptsache vorwegnehmen. (Aktenzeichen   in   Sachen Scientology: 13 K 1907/87 und i.S. TM: 13 K 1915/87).

Die  Scientology-Sekte  wird jedoch mit  allergrößter Wahrscheinlichkeit von einem Prozeßerfolg berichten. Das Gericht  bezeichnet die Sekte in der Begründung des Beschlusses nämlich als "religiöse Gemeinschaft",  ohne dazu Genaueres auszuführen. Der Scientology-Sekte reicht eine  solche Erwähnung allemal, um wiederum zu behaupten, das Gericht habe Scientology als Religion anerkannt.

Der  Bhagwan-Kult ruft in der RAJNEESH TIMES v.  3.10.87 seine Anhänger auf, für  Gerichtsverfahren gegen den Bericht auf ein Treuhandkonto zu spenden. Schon  etliche Zeit  davor hatte der Kult die Sannyasins aufgerufen, sich  für Klagen zur Verfügung zu stellen. Nach  einem Bericht  der  STUTTGARTER NACHRICHTEN vom  29.8.87 waren damals schon zwei Klagen eingereicht worden.


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SCIENTOLOGY GEGEN BUNDESREPUBLIK:

SCIENTOLOGY GIBT AUF
 

Am 28.11.1980 erhob die "Scientology Kirche Deutschland" mit Sitz in München Klage gegen die Bundesrepublik. Das Verwaltungsgericht solle der Bunderegierung insgesamt zehn Äußerungen untersagen.

Am 9.10.87, also fast 7 Jahre später, fand vor dem Verwaltungsgericht in Köln die erste mündliche Verhandlung statt. Nach stundenlanger Verhandlung erklärte Scientology das Verfahren überraschend für "erledigt" (VG Köln 10 K 4948/80).

Eine "Erledigung der Hauptsache" wird üblicherweise erklärt, wenn während des Prozesses eintretende Umstände das Klagebegehren gegenstandslos machen. Tatsächlich sind solche Umstände hier nicht eingetreten. Insbesondere hat sich die Bundesrepublik in keiner Weise verpflichtet, die fraglichen Äußerungen künftig zu unterlassen. Es handelt sich somit im Grunde um eine Klagerücknahme. Der Unterschied: Bei einer Klagerücknahme hätte Scientology alle Kosten allein tragen müssen. Jetzt hat das Gericht die Kosten "gegeneinander aufgehoben". Das bedeutet, daß beide Seiten ihre Kosten selbst zu tragen haben. Die Scientology-Sekte wird dies wohl als Erfolg ausgeben. Davon kann jedoch keine Rede sein.

Entscheidend ist: Die Scientology-Sekte hat das Ziel nicht erreicht, welches sie mit diesem Mammut-Verfahren erreichen wollte: Dem Ministerium einen Maulkorb umzuhängen.

So darf das Ministerium nach wie vor behaupten, das "Streben nach Macht und Geld" sei gemeinsames Ziel der Sekten und damit auch der Scientology-Sekte und mit dem Beitritt komme es zu "Entpersönlichung durch Wirklichkeitsverlust". Auch darf weiterhin der Verdacht geäußert weden, daß Mitglieder in vielen Fällen einem "planmäßigen Indoktrinationsprozeß unterworfen würden, der zu tiefgreifenden gesundheitlichen Schäden führen könne".
 



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BUCHBESPRECHUNG

Martin  Henkel: NARZISS UND GOLDSTEIN  -  Abschließendes zur Bhagwan-Affäre. Stroemfeld/Roter Stern Holzhausenstr.4 - 6000 Frankfurt ISBN 3-87877-264-5

Der  Autor nennt die AGPF eine "obskure  Organisation" (S.173).  Trotz dieser Einschätzung ist dieses Buch  sehr lesenswert.  Weniger der Teil, der sich mit den  Kritikern des  Bhagwan-Kultes,  als  der  Teil, der  sich  mit  der "Bhagwan-Sekte"  - so  der Autor durchgängig - befaßt.  Das Buch schließt mit dem Satz:
 

Auf  den   Seiten   davor   befindet   sich   die   erste einigermaßen  umfassende Analyse der Vorgänge in und nach Oregon,  also  nach Sheelas "Flucht", von der  der  Autor nachweist,  daß  es  keine Flucht war. Der  Autor  stützt sich  dabei auf eine Quelle, die auch von Sannyasins  als "authentisch"  angesehen  werden   dürfte:  Die  RAJNEESH TIMES,  die ja von Ende 1985 bis etwa Mitte 1986 tatsächlich  informativ war, nachdem sie den Anspruch aufgegeben hatte, 'Deutschlands allerbeste Zeitung' zu sein.

Henkel reduziert Bhagwans "Ideologie" auf zwei Gebote:

Ob  das für eine Religion oder Weltanschauung  ausreicht? Henkel  äußert  dazu  denselben Verdacht,  den  die  AGPF schon 1983 geäußert hat (IDK 11/83 v.1.8.83): Des  Autors anfangs durchschimmernde Sympathie für die Sannyasins bzw. deren Wünsche wandelt sich im Laufe  des Buches in Mitleid ("Sklavenarbeitsplätze" S. 71). Offenbar gönnt er ihnen das Recht auf Selbstbetrug, möchte jedoch von Betrug im juristischen Sinne nichts wissen. Aber:
 

Seite 6


 

MAHARISHI-KULT: EIN DIALOG

(Fortsetzung von AGPF AKTUELL 11/87 S.5f)
 

(Rückblick  auf  den  ersten Teil: Der STERN  hatte  über merkwürdige  Praktiken   der   DEUTSCHEN   KULTURSTIFTUNG berichtet  (vgl.  AGPF AKTUELL 1/87 S.5).  Daraufhin  hat sich  eine  GTM von der ,"Stiftung" distanziert. Die  AGPF hat  dieser  GTM  dazu mit Schreiben vom  24.2.87  einige Fragen gestellt).

Hier das Antwortschreiben.
 

 

ANMERKUNG: Der erwähnte Schriftsatz enthält nach Auskunft des BMJFG lediglich   Ausführungen zu historischen Aspekten des "Fliegens".

 
 



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