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Infos über Sekten, Kulte und den Psychomarkt AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung e.V., Bonn Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/akt87-1.htm Zuletzt bearbeitet am 5.12.2005 Zur Homepage | Zur Inhaltsseite | Zum Begriff Sekte | AGPF-Spendenkonto |
AGPF AKTUELL
INFORMATIONSDIENST FÜR DIE MITGLIEDER
DER AGPF- AKTION FÜR GEISTIGE UND PSYCHISCHE FREIHEIT e.V., BONN
beginnend mit dieser Ausgabe wird AGPF AKTUELL Sie künftig vierteljährlich mit Informationen über Jugendreligionen, destruktive Kulte und Randgebiete versorgen. Wir wollen dabei weder stets der Presse voraus sein, noch nur solche Informationen nachdrucken, die bereits in der Presse gestanden haben.
Damit verfügt die AGPF über ein breites Angebot an Informationen, die sich mit unterschiedlichem Inhalt und Umfang an verschiedene Zielgruppen wenden:
IDK -INFORMATIONEN DESTRUKTIVE KULTE: Dieser Informationsdienst wendet sich an eine breite Öffentlichkeit, erscheint vierteljährlich und umfaßt eine Seite, nicht zuletzt wegen der Portokosten.
Der AGPF-MATERIALDIENST wird mindestens monatlich versandt und enthält jeweils Materialien zu einem Thema, etwa sog. Primärliteratur aus den Kulten oder Gerichtsurteile. Er ist häufig sehr umfangreich und kann sich deshalb aus Kostengründen nur an einen kleinen Kreis von Personen richten.
Der PRESSESPIEGEL umfaßt jährlich rund 2.500 Presseartikel und ist für die AGPF-Mitgliedervereine gedacht.
Der AGPF-ARCHIVDIENST umfaßt hauptsächlich Primärliteratur aus den Kulten, die nur schwer oder garnicht anderweitig zu beschaffen sind. Diese können bei der AGPF bei Bedarf nach einer Bestelliste abgerufen werden.
Die AGPF-FALTBLÄTTER ZUR ERSTINFORMATION ÜBER DESTRUKTIVE KULTE erfreuen sich reger Nachfrage. Immer häufiger werden Klassen- oder Schulsätze angefordert.
Damit hat die AGPF längst die Grenze ihrer finanziellen Möglichkeiten erreicht, so daß in dem einen oder anderen Fall möglicherweise Einschränkungen erfolgen müssen.
Ich möchte bei dieser Gelegenheit unserem Geschäftsführer Ingo Heinemann danken, der zusätzlich zu dieser Informationspalette nun auch noch AGPF AKTUELL übernommen hat. Für alle diese Angebote aber gilt, daß die Informationen nicht nur verarbeitet, sondern auch beschafft werden müssen. Meine dringende Bitte: unterstützen Sie uns dabei.
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Peter R. Gerke
Vorsitzender des Vorstandes
M00N-SEKTE GRÜNDET MEDIENK0NZERN
Die zur Moon-Sekte gehörige WASHINGTON TIMES wird von Top-Beamten der Reagan-Regierung gern gelesen, berichtete NEWSWEEK vor einem Jahr. Moon kontrolliert inzwischen auch eine Presseagentur und eine Reihe von Kabelfemsehstatationen. Auch die spanisch-sprachige NOTICIAS DEL MUNDO aus New York gehört zu seinem Imperium, ebenso wie ULTIMAS NOTICIAS, Uruguays zweitgrößte Tageszeitung, und diese Aufzählung ist keineswegs vollständig.
VEREINIGUNGSKIRCHE HEUTE, das deutsche Propagandablättchen der Sekte, berichtet jetzt über zwei weitere Neugründungen in den USA: THE WORLD AND I soll als Monatsmagazin über „jeden Bereich menschlicher Erfahrungen und Erkenntnisse" berichten.
INSIGHT soll ausdrücklich den politischen Nachrichtenmagazinen TIME und NEWSWEEK Konkurrenz machen und ähnelt beiden auch in der äußeren Aufmachung.
In der Bundesrepublik vertrieb die Moon-Sekte vor Jahren eine ,,unabhängige Wochenzeitung" namens DER REPORT, die aber inzwischen wieder vom Markt verschwunden ist. Es ist anzunehmen, daß Moon den deutschen Markt langfristig nicht unbeachtet lassen wird. Vorläufig werden die Moon-Blätter hier noch verschenkt. Zu VEREINIGUNGSKIRCHE AKTUELL und STUDENTENZEIT ist soeben IMPULSE hinzugekommen, als MAGAZIN FÜR UNIVERSITÄT UND GESELLSCHAFT.
Das US-Repräsentantenhaus hat 1978 eine ,,Untersuchung koreanisch- amerikanischer Beziehungen" herausgegeben, in der den Aktivitäten der Moon-Organisation breiter Raum gewidmet wird. Mitglied der Untersuchungskommission war auch der Abgeordnete Leo J. Ryan, der noch im selben Jahr im Urwald von Guyana ermordet wurde. Dieser Mord war der Auftakt für den Massenmord an fast 1000 Sektenanhängern.
Der sog. Fraser-Report liegt in deutscher Übersetzung vor und ist bei der AGPF erhältlich. Er ist eine unentbehrliche amtliche Informationsquelle für jeden, der sich vertieft mit der Moon-Sekte befaßt. Es ist deshalb zumindest bemerkenswert, daß er in Günther Kehrers Buch „Das Entstehen einer neuen Religion“ aus dem Jahr 1981 nicht berücksichtigt wird. Zitat aus dem Fraser-Report:
,,Der freie Transfer
von Geld und Personal
über internationale Grenzen und zwischen
religiösen und politischen Geschäftsaktivitäten
war für die Moon-Organisation von größter Wichtigkeit“.
MILLIARDEN-DOLLAR-PROZESS GEGEN SCIENTOLOGY-SEKTE
Am letzten Tag des Jahres 1986 haben über 4OO ehemalige Anhänger der Scientology-"Kirche" Klage gegen diese und ihre zahlreichen Unterorganisationen erhoben. Die Kläger haben sich in einer Organisation zusammengeschlossen: FAIR - FREEDOM FOR ALL IN RELIGION. Bei dem Verfahren handelt es sich um eine sog. CLASS ACTION, eine in der Bundesrepublik unbekannte Art des Gerichtsverfahrens, bei der eine Gruppe von Verbrauchern auch im Interesse solcher Verbraucher klagen kann, die gar nicht am Prozeß beteiligt sind.
Der ungeheure Betrag von 1 Milliarde Dollar (ca. 1,8 Mrd. DM) wird verständlich, wenn man berücksichtigt, daß Larry Wollersheim 1986 ein Schadensersatz in Höhe von 30 Millionen Dollar zugesprochen wurde. Beträge dieser Höhe sind in den USA keine Seltenheit.
Vier junge Menschen zwischen 17 und 23 Jahren haben sich innerhalb eines halben Jahres in Bensheim selbst getötet. Sie alle gehörten zu einem Kreis, der sich nach Angaben des Kölner EXPRESS als ,,Todes-Omen" bezeichnete. Ein weiteres Mädchen aus diesem Kreis wird vermißt.
DieKripo: ,,Normale Selbstmorde vor Weihnachten".
Tatsächlich erfolgten die letzten
beiden kurz vor Weihnachten. Okkultes
und Abstruses scheint aber dennoch eine erhebliche
Rolle gespielt zu haben. Der EXPRESS vom
1.12.86:
,,Alle waren bis auf die Unterwäsche ganz in schwarz gekleidet. In warmen Sommernächten trafen sie sich auch im Wald an der Schloßruine, wo auch Hartmut starb. Bei Fackelschein übten sie geheimnisvolle Riten aus. Sie hielten schwarze Messen ab, unter Drogen tanzten die nackt zu harter Rock-Musik. Gegenseitig versuchten sie, sich den Teufel auszutreiben. Sie drückten sich brennende Zigaretten auf der Haut aus - ein verrückter Todeskult, eine Selbstmordsekte".
In den letzten
zwei Jahren wurde immer häufiger
über Okkultismus und Hexenglauben unter Schülern
und jungen Leuten berichtet, so
zuletzt vom Arbeitskreis für religiöse
Gemeinschaften und Weltanschauungsfragen der ivangelischen
\lrche in Hessen und Nassau (EKHN)
. Ein Lehrer dieses Arbeitskreises berichtet, in
manchen Klassen seien Orakel aufgebaut worden, und
die Schüler hätten sich ihr Todesdatum voraussagen
lassen und die Zahl später auf ein schwarzes Kreuz an ihrer
Zimmertür gemalt -so Wiesbadener Tageblatt vom 3.12.86.
ZDF-JOURNALIST WULFING VON ROHR SPONSORT WlEDER
,,Manav Kendra - anpacken statt aussteigen“ hieß ein Film, den das ZDF 1983 über ein angebliches Beispiel privater Entwicklungsnilfe brachte.Autor: Wulfing von Rohr, Aktivist der KIRPAL RUHANI SATSANG SOCIETY, deren Guru Sant Thakar Singh sich als legitimer Nachfolger des Sant Kirpal Singh ausgibt. Die AGPF vermutete eher Entwicklungshilfe für den Guru und wandte sich deshalb an das ZDF. Dessen Antwort: ,,vor allem ist Herr von Rohr verpflichtet worden, sicherzustellen, daß bei irgendwelchen Veröffentlichungen nicht sein Name in Verbindung mit seiner Tätigkeit beim ZDF erscheint'. Von Rohr hat später seinem Guru sexuelle und finanzielle Verfehlungen nachgewiesen und die Öffentlichkeit darüber unterrichtet.
Jetzt hat Wulfing von Rohr sich einer Branche zugewandt, in der sexuelle und finanzielle Abstinenz keine Vorbedingung für den Erfolg sind, und in der ihm entsprechende Enttäuschungen deshalb erspart bleiben. Im Magazin ,,2000- MAGAZIN FÜR EIN NEUES BEWUSSTSEIN" schreibt Silvia Honold über die ,,amerikanische Reinkarnations-Therapeutin Chris Griscom" und deren gemeinsame Auftritte mit Wulfing von Rohr auf der Frankfurter Buchmesse 1986:
„ ...hatte Wulfing von Rohr, ihr Entdecker für den deutschen Buchmarkt, erstaunlich gute Promotion-Vorarbeit geleistet. Nicht nur, daß er als als ZDF-Fernsehjournalist in der Sonntag-Nachmittag-Sendung ,Einblick' über ihr Wirken in ihrem Lichtinstitut in Galisteo in Neu-Mexiko und ihre Tätigkeit als Regressionstherapeutin und Akupunkteurin sowie ihre zunehmende Popularität berichten konnte.
Damit sich die kostspielige Reise der Amerikanerin und Heilerin auch lohne, wurden in Frankfurt und München auch noch esoterische Tages-Seminare und Vorträge abgehalten, die nebenbei völlig ausgebucht waren.
Auch hier betätigte sich Wulfing von Rohr als persönlicher Betreuer und Ubersetzer seines inzwischen zum Spitzenstar aufgestiegenen spirituellen Stargastes“.
Die Autorin spricht weiter von einem ,,vielgeliebten Weltstar', einer esosterischen Philosophin"' und ganz im Ernst von einer Wunderfrau". Deren Gemeinschaftswerk mit Wulfing von Rohr, das Buch ,,ZEIT ISTEINE ILLUSION" (Goldmann Taschenbucn) bezeichnet sie freimütig als eine
,,Einstiegsdroge, die auch bei bisher zweifelnden Lesern den inneren Aha-Effekt vermitteln könnte".
MAHARISH-KULT: MILLIARDENAUFTRAG AN DEUTSCHE WERTEN?
Der STERN vom 11.1.57 berichtet
über merkwürdige Geschäfte der DEUTSCHEN KULTURSTIFTUNG:
Demnach hat die DEUTSCHE KULTURSTIFTUNG die Bestellung von 10 Kreuzfahrt-Seglern
nach Vorbild der Gorch
Fock in Aussicht gestellt.
Gesamtwert: 1,3 Milliarden DM.
Die DEUTSCHE KULTURSTIFTUNG ist eine Gründung des Peter Hübner, Präsident der WYMS - WORLD YOUTH MOVEMENT FOR THE SCIENCE OF CREATIVE INTELLIGENCE, eingetragen beim AG Kassel Nr. VR 1223, jetzt mit Sitz in einer konspirativen Villa in Schönau bei Heidelberg. Kein Türschild deutet auf die Benutzer hin. Dort ist auch der Sitz DEUTSCHEN KULTURSTIFTUNG und der GOLDENEN PARTEI sowie zahlreicher Firmen, von denen keine ordnungsgemäß registriert ist.
Die Vertreter der notleidenden Werften mußten dieselben Erfahrungen machen, wie die Vertreter zahlreicher anderer Branchen auch: Erst wurde ihnen dringend angeraten, Hübners Werke zu kaufen ("Arbeit, Gott der Deutschen",. 720. - DM. Bei der Lektüre wird man daran erinnert, daß Hübner früher in Maharishis Umfeld als "Peter Hitler“ bezeichnet wurde).
Nach Kauf der Bücher wurden Werftmanager dann zu einem "Internacionalen Wirtschaftstag" nach London geladen. Der Preis: 4.800 Dollar, ohne Anreise.
Der AGPF waren bereits vergleichbare Vorgänge aus anderen Branchen bekannt. Damals wurden die Angebote stets per Telex angefordert. Neu ist jetzt, daß Peter Hübner sich selbst per Hubschrauber vor Ort begab. Auf der Suche nach tatsächlich erteilten Aufträgen konnte die AGPF jedoch nur in Erfahrung bringen, daß ein Großcomputer und eine Druckmaschine bestellt und installiert worden waren. Unbekannt ist, ob diese bezahlt wurden, oder ob es sich um Ansichtsexemplare mit Rücksicht auf mögliche größere Bestellungen handelt. Die AGPF hat am 5.9.85 Strafanzeige wegen des Verdachts des Betruges erstattet, nachdem sich schon damals die fiktiven Auftragswerte auf weit über zwei Milliarden DM addiert hatten. Das Ermittlungsverfahren wird bei der Staatsanwaltschaft Heidelberg unter dem Aktenzeichen 1 Js 1055/85 geführt.
Die Beweise, weIche der Hamburger Journalist Jürgen Dobert für den STERN zusammengetragen hat, dürften das Ermittungsverfahren ein gutes Stück weiterbringen. Der STERN-Bericht umfaßt drei volle Druckseiten.
PROZESS MAHARISHI-KULT gegen BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND:
BUNDESVERWALTUNGSGERICHT HAT REVISION ZUGELASSEN
Der Maharishi-Kult wehrt sich in diesemVerfahren u.a. gegen die Bezeichnung als Sekte und gegen die Behauptung des Bundesfamilienministeriums, die TRANSZENDENTALE MEDITATION (TM) - Bezeichung für ein Meditationsverfahren und Markenzeichen der Organisation zugleich - werde von „nicht ausreichend qualifizierten Lehrern“ vermittelt und könne zu ,,psychischen Schäden oder zu einer Persönlichkeitszerstörung“ führen.
Die TM wird bekanntlich als eine einfach, schnell und billig zu erlernende Entspannungsmethode dargestellt. Demnach wurde die Bezeichung als Religion, Sekte oder auch nur als Weltanschauung strikt abgelehnt.
Die Wende erfolgte im Berufungsverfahren - in erster Instanz hatte der Kult verloren - vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster: Auf entsprechenden Hinweis des Gerichts entdeckte der Kult plötzlich, daß er eine Weltanschauung verbreitet. Nach Artikel 4 des Grundgesetzes stehen einer Weltanschauungsgemeinschaft praktisch dieselben Rechte zu, wie einer Religionsgemeinschaft.
Das OVG stufte TM als Weltanschauung ein und verurteilte die Bundesrepublik, wenn auch keineswegs in dem Umfang, den sich der Kult gewünscht hatte: Dieser hatte eine umfassende Ehrenerklärung der Bundesregierung gewünscht, die zweifellos einen herrvorragenaen Werbeeffekt gehabt hätte. Das OVG lehnte die Zulassung zur Revision zum Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) ab, weil es der Sache keine grundsätzliche Bedeutung beimaß. Dagegen wurde die sog. Nichtzulassungsbeschwerde erhoben.
Das BVerwG (AZ 7 B 91.86) gab dieser Beschwerde jetzt statt und ließ die Revison zu. Die Begründung besteht aus einem einzigen Satz:
,,Der vorliegende Fall gibt Anlaß zur Klärung der grundsätzlichen Frage, ob und in welchem Umfang die Bundesregierung befugt ist, die Öffentlichkeit auf Gefahren hinzuweisen, die möglicherweise von Weltanschauungsgemeinschaften wie der Gesellschaft für Transzendentale Meditation und deren Mitgliedern ausgehen können“.
Die TM Anhänger haben die Wende zur
Weltanschauungsgemeinschaft meist noch nicht mitbekommen, oder sie
wollen die Wende nicht mitmachen. Einige haben
erst kürzich der Presse gegenüber erklärt,
TM seine keine Weltanschauung. Eine Weltanschauungsgemeinschaft
ohne Weltanschauung aber ist wohl kaum denkbar.
SCIENTOLOGY MUSS 30 MILLIONEN DOLLAR AN EHEMALIGEN ZAHLEN
11 Jahre lang war der Amerikaner Larry Wollersheim Anhänger der Scientology-Sekte. Am 4.2.198o unterzeichnete er eine umfangreiche eidesstattliche Versicherung und leitete damit ein Gerichtsverfahren gegen die Sekte ein. Jetzt sprach ihm das Gericht 30 Millionen Dollar Schadensersatz zu.
Das Gericht stellte in seiner Begründung fest, daß die Sekte auf Wollersheim Sektengründer Hubbards berüchtigte FREIWILD-RICHTLINIE (FAIR GAME RULE) angewandt wurde. Diese lautet (zitiert nach Robert Kaufman: Übermenschen unter uns):
„ Eine Person, die in den Ethik-Zustand des Feindes zurückgestuft worden ist, gilt als Freiwild: man darf ihm Eigentum abnehmen, ihn in jeder Weise verletzen, ohne daß man von einem Scientologen bestraft wird. MAN DARF IHM STREICHE SPIELEN, IHN VERKLAGEN, IHN BELÜGEN ODER IHN VERNICHTEN“.
Das Gericht stellte fest, daß Hubbard diese Richtlinie nur zum Schein widerrufen habe. Tatsächlich wurde vielfach nach dieser Richtlinie verfahren, wie sich der eidesstattlichen Versicherung des Larry Wollersheim und anderen eidesstattlichen Versicherungen aus den USA entnehmen läßt.(Diese eidesstattlichen Versicherungen wurden im Dezember 1980 von der ABI - Aktion Bildungsinformation e.V. übersetzt, ca. 3oo Seiten, Kopie bei AGPF).
Wollersheim war Inhaber eines Geschäftsbetriebes. Zuletzt gehörten praktisch nur noch Scientologen zu seinen Kunden. Er tätigte über eine Million Dollar Umsatz im Jahr und machte gute Gewinne. Nebenher lieh er auch noch 6o.ooo Dollar an andere Scientologen, damit diese Kurse bezahlen konnten.
Nachdem er sich von der Sekte losgesagt hatte, wurden seine Kunden offenbar aufgefordert, die Kredite nicht zurückzubezahlen und keine Geschäfte mehr mit ihm zu machen. Wollersheim machte Konkurs.
Wollersheim schildert in seiner eidesstattlichen
Versicherung eine Technik der programmierten Verhaltenssteuerung, die mit
einer emotionalen Konditionierung vergleichbar ist. Wie
posthypnotische Befehle lösen bestimmte „trigger"-Worte, also Auslöserworte,
bestimmte emotionale Zustände aus. So beispielsweise „einen
Fatalismus, der dem von Jonestown ähnelt". In Jonestown
hat der Sektenführer Jim Jones im Jahr 1978 fast 1000
Menschen ermordet.
SCIENTOLOGY: "FREELOADER BILL" RECHTSWIDRIG
Die ,Freebader Bill' ist eines der wirksamsten und zugleich berüchtigsten Instrumente der Disziplinierung dieses Kultes. Interessenten, welche die Wucherpreise (bis 3.4oo.-DM für eine einzige Stunde ,Auditing') nicht bezahlen können, werden mit einem ,,kostenlosen Studium" gelockt, ,auf Staff zu gehen", also Mitarbeiter zu werden. Er schließt dann einen Zeitarbeitsvertrag über 2,5 bzw. 5 Jahre ab. Schon der Abschluß solcher Zeitarbeitsverträge ist meist rechtswidrig.
Neben dem normalen 8-Stunden-Tag (6 Tage die Woche) dürfen die ,Staff-Members' dann zusätzlich ,studieren'. Die meisten bemerken nicht, daß es sich dabei um nichts anderes als um Mitarbeiterschulung handelt.
Was es mit dem ominösen Zeitarbeitsvertrag auf sich hat, wird erst deutlich, wenn ein Mitarbeiter vor Ablauf dieser Zeit kündigen will. Dann nämlich wird behauptet, der Mitarbeiter habe den Vertrag ,gebrochen'. Unter Hinweis auf eine entsprechende Vertragsklausel wird ihm eine ,Schnorrer-Rechnung' geschickt, mit der ihm das angeblich kostenlose Studium nachträglich in Rechnung gestellt wird. Bei den üblichen Wucherpreisen können das Unsummen sein.
Manch einer kratzt das Geld zusammen, macht womöglich Schulden. Wieviel Geld die Scientology-Sekte auf diese Art bisher eingenommen hat, ist unbekannt. Andere -und dies dürfte der Normalfall sein- haben kein Geld und keine Kontakte mehr nach außen und glauben deshalb, zur Weiterarbeit verpflichtet zu sein: Moderne Sklaverei.
Das LANDGERICHT MÜNCHEN (6 0 22072/84) hat jetzt entschieden: Eine solche Forderung ist rechtswidrig. Geleistete Zahlungen können zurückgefordert werden. In dem zu beurteilenden Fall waren dies fast 10.000.- DM. Das Urteil ist rechtskräftig. Die Scientology-Sekte hatte zwar Berufung eingelegt, diese jedoch während der mündlichen Verhandlung vor dem Oberlandesgericht wieder zurückgenommen.
Alle Scientologen oder Ex-Scientologen, welche solche Rechnungen bezahlt haben, können ihr Geld jetzt zurückfordern. Der Anspruch verjährt erst in 30 Jahren. Deshalb lautet auch die oberste Zeile des Urteils, noch über der Zeile "Im Namen des Volkes": "30 Jahre aufzubewahren"