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Infos über Sekten, Kulte und den Psychomarkt 
AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit 
Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung e.V. 
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AGPF AKTUELL I/87
  
 
 
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AGPF AKTUELL 
INFORMATIONSDIENST FÜR DIE MITGLIEDER DER AGPF - AKTION FÜR GEISTIGE UND PSYCHISCHE FREIHEIT e.V., BONN  
IMPRESSUM: Herausgeber: AGPF. Eigendruck im Selbstverlag. Erscheinungsweise: Vierteljährlich. 
Verantwortlich: AGPF-Geschäftsführer Ingo Heinemann.
 


AGPF AKTUELL I/87 vom  1.3.87

Sehr geehrte AGPF-Mitglieder,

beginnend mit dieser Ausgabe wird AGPF AKTUELL Sie künftig vierteljährlich mit Informationen über Jugendreligionen, destruktive Kulte und Randgebiete versorgen. Wir wollen dabei weder stets der Presse voraus sein, noch nur solche Informationen nachdrucken, die bereits in der Presse gestanden haben.

Damit verfügt die AGPF über ein breites Angebot an Informationen, die sich mit unterschiedlichem Inhalt und Umfang an verschiedene Zielgruppen wenden:

IDK -INFORMATIONEN DESTRUKTIVE KULTE: Dieser Informationsdienst wendet sich an eine breite Öffentlichkeit, erscheint vierteljährlich und umfaßt eine Seite, nicht zuletzt wegen der Portokosten.

Der AGPF-MATERIALDIENST wird mindestens monatlich versandt und enthält jeweils Materialien zu einem Thema, etwa sog. Primärliteratur aus den Kulten oder Gerichtsurteile. Er ist häufig sehr umfangreich und kann sich deshalb aus Kostengründen nur an einen kleinen Kreis von Personen richten.

Der PRESSESPIEGEL umfaßt jährlich rund 2.500 Presseartikel und ist für die AGPF-Mitgliedervereine gedacht.

Der AGPF-ARCHIVDIENST umfaßt hauptsächlich Primärliteratur aus den Kulten, die nur schwer oder garnicht anderweitig zu beschaffen sind. Diese können bei der AGPF bei Bedarf nach einer Bestelliste abgerufen werden.

Die AGPF-FALTBLÄTTER ZUR ERSTINFORMATION ÜBER DESTRUKTIVE KULTE erfreuen sich reger Nachfrage. Immer häufiger werden Klassen- oder Schulsätze angefordert.

Damit hat die AGPF längst die Grenze ihrer finanziellen Möglichkeiten erreicht, so daß in dem einen oder anderen Fall möglicherweise Einschränkungen erfolgen müssen.

Ich möchte bei dieser Gelegenheit  unserem Geschäftsführer Ingo Heinemann danken, der zusätzlich zu dieser Informationspalette nun auch noch AGPF AKTUELL übernommen hat. Für alle diese Angebote aber gilt, daß die Informationen nicht nur verarbeitet, sondern auch beschafft  werden müssen. Meine dringende Bitte: unterstützen Sie uns dabei.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Peter R. Gerke
Vorsitzender des Vorstandes



 

M00N-SEKTE GRÜNDET MEDIENK0NZERN

Die zur Moon-Sekte gehörige WASHINGTON TIMES wird von Top-Beamten der Reagan-Regierung gern gelesen, berichtete NEWSWEEK vor einem Jahr. Moon kontrolliert inzwischen auch eine  Presseagentur und eine Reihe von Kabelfemsehstatationen. Auch die spanisch-sprachige NOTICIAS DEL MUNDO aus New York gehört zu seinem Imperium, ebenso wie ULTIMAS NOTICIAS, Uruguays zweitgrößte Tageszeitung, und diese Aufzählung ist keineswegs vollständig.

VEREINIGUNGSKIRCHE HEUTE, das deutsche Propagandablättchen der Sekte,  berichtet jetzt über zwei weitere Neugründungen in den USA: THE WORLD AND I soll als Monatsmagazin über „jeden  Bereich menschlicher Erfahrungen und Erkenntnisse" berichten.

INSIGHT soll ausdrücklich den politischen Nachrichtenmagazinen TIME und NEWSWEEK Konkurrenz machen und ähnelt beiden auch in der äußeren Aufmachung.

In der Bundesrepublik vertrieb die Moon-Sekte vor Jahren eine ,,unabhängige Wochenzeitung" namens DER  REPORT, die aber inzwischen wieder vom Markt verschwunden ist. Es ist anzunehmen, daß Moon den deutschen Markt langfristig nicht unbeachtet lassen wird. Vorläufig werden die Moon-Blätter hier noch verschenkt. Zu VEREINIGUNGSKIRCHE AKTUELL und STUDENTENZEIT ist soeben IMPULSE hinzugekommen, als MAGAZIN FÜR UNIVERSITÄT UND GESELLSCHAFT.



FRASER REPORT IN DEUTSCHER ÜBERSETZUNG

Das US-Repräsentantenhaus hat 1978 eine ,,Untersuchung koreanisch- amerikanischer Beziehungen" herausgegeben, in der den Aktivitäten der Moon-Organisation breiter Raum gewidmet wird. Mitglied der Untersuchungskommission war auch der Abgeordnete Leo J. Ryan, der noch im selben  Jahr im  Urwald von Guyana ermordet wurde. Dieser Mord war der Auftakt für den Massenmord an fast 1000 Sektenanhängern.

Der sog. Fraser-Report liegt in deutscher Übersetzung vor und ist bei der AGPF erhältlich. Er ist eine unentbehrliche amtliche Informationsquelle für jeden, der sich vertieft mit der Moon-Sekte befaßt. Es ist deshalb zumindest bemerkenswert, daß er in Günther Kehrers Buch „Das Entstehen einer neuen Religion“ aus dem Jahr 1981 nicht berücksichtigt wird. Zitat aus dem Fraser-Report:

,,Der   freie  Transfer  von    Geld    und  Personal   über internationale  Grenzen  und   zwischen  religiösen  und politischen  Geschäftsaktivitäten war für  die  Moon-Organisation von größter Wichtigkeit“.


MILLIARDEN-DOLLAR-PROZESS GEGEN SCIENTOLOGY-SEKTE

Am  letzten Tag des Jahres 1986 haben über 4OO ehemalige Anhänger der Scientology-"Kirche" Klage gegen diese und ihre zahlreichen Unterorganisationen erhoben. Die Kläger haben sich in einer Organisation zusammengeschlossen: FAIR -  FREEDOM FOR ALL IN RELIGION. Bei dem Verfahren handelt es sich um eine sog. CLASS ACTION, eine in der Bundesrepublik unbekannte Art des Gerichtsverfahrens, bei der eine Gruppe von Verbrauchern auch im Interesse solcher Verbraucher  klagen kann,  die gar nicht am Prozeß beteiligt sind.

Der ungeheure Betrag von 1 Milliarde Dollar (ca. 1,8 Mrd. DM) wird verständlich, wenn man berücksichtigt, daß Larry Wollersheim 1986 ein Schadensersatz in  Höhe von 30 Millionen Dollar zugesprochen wurde. Beträge dieser Höhe sind in den USA keine Seltenheit.



"TODES-OMEN": SELBSTMORD-SEKTE?

Vier   junge  Menschen zwischen 17 und 23 Jahren haben  sich innerhalb  eines halben Jahres in Bensheim selbst  getötet. Sie  alle  gehörten zu einem Kreis,  der sich  nach  Angaben des  Kölner   EXPRESS  als    ,,Todes-Omen"  bezeichnete.   Ein weiteres Mädchen aus diesem Kreis wird vermißt.

DieKripo: ,,Normale Selbstmorde vor Weihnachten". Tatsächlich  erfolgten    die  letzten    beiden    kurz  vor Weihnachten.   Okkultes  und Abstruses scheint aber  dennoch eine  erhebliche   Rolle gespielt zu haben.  Der EXPRESS  vom
1.12.86:

 ,,Alle  waren  bis auf die Unterwäsche ganz in  schwarz gekleidet.   In  warmen Sommernächten trafen  sie  sich auch  im  Wald  an der Schloßruine,   wo  auch  Hartmut starb.   Bei   Fackelschein    übten   sie  geheimnisvolle Riten  aus.   Sie  hielten schwarze  Messen  ab,   unter Drogen  tanzten  die    nackt    zu  harter   Rock-Musik. Gegenseitig  versuchten    sie,    sich    den   Teufel auszutreiben.   Sie drückten sich brennende  Zigaretten auf  der  Haut  aus - ein verrückter  Todeskult, eine Selbstmordsekte".

In  den   letzten   zwei  Jahren wurde   immer   häufiger   über Okkultismus  und  Hexenglauben  unter Schülern  und   jungen Leuten  berichtet,    so    zuletzt vom  Arbeitskreis   für religiöse  Gemeinschaften  und    Weltanschauungsfragen der ivangelischen   \lrche  in  Hessen und   Nassau   (EKHN) .   Ein Lehrer dieses  Arbeitskreises berichtet, in  manchen Klassen  seien  Orakel  aufgebaut worden, und   die  Schüler hätten  sich ihr Todesdatum voraussagen lassen und die Zahl später  auf ein schwarzes Kreuz an ihrer Zimmertür gemalt -so Wiesbadener Tageblatt vom 3.12.86.


ZDF-JOURNALIST WULFING VON ROHR SPONSORT WlEDER

,,Manav   Kendra - anpacken statt aussteigen“  hieß ein Film, den das ZDF 1983 über ein angebliches Beispiel   privater Entwicklungsnilfe brachte.Autor: Wulfing von Rohr, Aktivist   der   KIRPAL   RUHANI SATSANG SOCIETY,   deren   Guru Sant   Thakar   Singh sich als legitimer Nachfolger des   Sant Kirpal Singh ausgibt.    Die    AGPF    vermutete     eher Entwicklungshilfe   für den Guru und wandte sich deshalb an das ZDF. Dessen Antwort:  ,,vor allem ist Herr von Rohr verpflichtet worden, sicherzustellen, daß bei irgendwelchen Veröffentlichungen    nicht    sein     Name in Verbindung   mit   seiner Tätigkeit  beim ZDF erscheint'.    Von Rohr   hat   später   seinem   Guru   sexuelle   und   finanzielle Verfehlungen   nachgewiesen   und die Öffentlichkeit   darüber unterrichtet.

Jetzt  hat  Wulfing von Rohr sich einer Branche  zugewandt, in    der    sexuelle    und    finanzielle    Abstinenz    keine Vorbedingung   für   den  Erfolg    sind,    und    in  der   ihm entsprechende  Enttäuschungen  deshalb erspart bleiben. Im Magazin   ,,2000- MAGAZIN FÜR EIN NEUES BEWUSSTSEIN" schreibt Silvia  Honold   über    die   ,,amerikanische   Reinkarnations-Therapeutin  Chris Griscom" und deren gemeinsame  Auftritte mit Wulfing von Rohr auf der Frankfurter Buchmesse   1986:

 „ ...hatte  Wulfing   von   Rohr,  ihr   Entdecker   für   den deutschen   Buchmarkt,    erstaunlich    gute    Promotion-Vorarbeit   geleistet.   Nicht nur,  daß er als   als   ZDF-Fernsehjournalist   in    der  Sonntag-Nachmittag-Sendung ,Einblick'   über   ihr Wirken in ihrem Lichtinstitut   in Galisteo   in    Neu-Mexiko    und    ihre    Tätigkeit  als Regressionstherapeutin  und  Akupunkteurin  sowie   ihre zunehmende Popularität berichten konnte.

 Damit   sich die kostspielige Reise der Amerikanerin und Heilerin   auch lohne,  wurden in Frankfurt und   München auch  noch  esoterische  Tages-Seminare   und  Vorträge abgehalten,  die nebenbei völlig ausgebucht waren.

 Auch hier betätigte sich Wulfing von Rohr als persönlicher Betreuer und Ubersetzer seines inzwischen zum Spitzenstar aufgestiegenen spirituellen Stargastes“.

Die Autorin spricht weiter von einem ,,vielgeliebten Weltstar', einer esosterischen Philosophin"' und ganz im Ernst   von einer  Wunderfrau". Deren Gemeinschaftswerk   mit Wulfing von Rohr, das Buch ,,ZEIT ISTEINE ILLUSION" (Goldmann Taschenbucn)  bezeichnet sie  freimütig als eine

 ,,Einstiegsdroge, die auch bei bisher zweifelnden Lesern den inneren Aha-Effekt vermitteln könnte".


MAHARISH-KULT: MILLIARDENAUFTRAG AN DEUTSCHE WERTEN?

Der STERN vom 11.1.57 berichtet   über merkwürdige Geschäfte der DEUTSCHEN KULTURSTIFTUNG: Demnach hat die DEUTSCHE KULTURSTIFTUNG die Bestellung von 10 Kreuzfahrt-Seglern nach   Vorbild   der    Gorch    Fock    in   Aussicht   gestellt.
Gesamtwert:  1,3 Milliarden DM.

Die   DEUTSCHE   KULTURSTIFTUNG ist eine Gründung   des   Peter Hübner,   Präsident der WYMS - WORLD YOUTH MOVEMENT FOR THE SCIENCE    OF CREATIVE   INTELLIGENCE,   eingetragen    beim   AG Kassel   Nr.  VR  1223, jetzt mit Sitz  in einer konspirativen Villa in Schönau bei Heidelberg.  Kein Türschild deutet auf die   Benutzer   hin.   Dort ist auch der Sitz  DEUTSCHEN KULTURSTIFTUNG   und der GOLDENEN PARTEI sowie   zahlreicher Firmen,  von denen keine ordnungsgemäß registriert   ist.

Die   Vertreter  der notleidenden Werften  mußten  dieselben Erfahrungen machen,  wie die Vertreter zahlreicher  anderer Branchen  auch: Erst wurde ihnen dringend  angeraten, Hübners  Werke  zu  kaufen ("Arbeit, Gott  der   Deutschen",. 720. -  DM.   Bei   der Lektüre wird man daran  erinnert,   daß Hübner   früher  in  Maharishis Umfeld   als "Peter Hitler“ bezeichnet wurde).

Nach   Kauf   der   Bücher wurden Werftmanager dann zu einem "Internacionalen Wirtschaftstag"  nach London  geladen.   Der Preis:  4.800  Dollar,  ohne Anreise.

Der  AGPF waren bereits vergleichbare Vorgänge aus anderen Branchen  bekannt.   Damals  wurden die Angebote   stets   per Telex  angefordert.   Neu ist jetzt,  daß Peter   Hübner   sich selbst   per Hubschrauber vor Ort begab.  Auf der Suche   nach tatsächlich  erteilten Aufträgen konnte die AGPF jedoch nur in  Erfahrung   bringen,   daß    ein  Großcomputer   und   eine Druckmaschine   bestellt     und   installiert   worden    waren. Unbekannt   ist, ob diese bezahlt wurden,  oder ob es sich um Ansichtsexemplare  mit   Rücksicht auf mögliche   größere Bestellungen  handelt.  Die AGPF hat am 5.9.85   Strafanzeige wegen  des  Verdachts des Betruges erstattet, nachdem  sich schon damals  die fiktiven Auftragswerte auf weit über zwei Milliarden DM addiert hatten. Das Ermittlungsverfahren wird   bei   der  Staatsanwaltschaft    Heidelberg   unter   dem Aktenzeichen   1  Js  1055/85  geführt.

Die Beweise, weIche der Hamburger Journalist Jürgen Dobert für den STERN zusammengetragen hat, dürften das Ermittungsverfahren ein gutes Stück weiterbringen. Der STERN-Bericht umfaßt drei  volle Druckseiten.


PROZESS MAHARISHI-KULT  gegen  BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND:

BUNDESVERWALTUNGSGERICHT HAT REVISION ZUGELASSEN

Der Maharishi-Kult wehrt sich in diesemVerfahren u.a. gegen   die Bezeichnung als Sekte und gegen die   Behauptung des Bundesfamilienministeriums, die TRANSZENDENTALE MEDITATION (TM) - Bezeichung  für ein Meditationsverfahren und  Markenzeichen  der   Organisation zugleich - werde  von „nicht  ausreichend qualifizierten Lehrern“ vermittelt   und könne     zu  ,,psychischen    Schäden    oder zu    einer Persönlichkeitszerstörung“ führen.

Die TM wird bekanntlich als eine   einfach,   schnell und billig  zu erlernende Entspannungsmethode dargestellt. Demnach wurde die Bezeichung als Religion,  Sekte oder auch nur als Weltanschauung strikt abgelehnt.

Die  Wende  erfolgte    im    Berufungsverfahren - in  erster Instanz  hatte der Kult verloren - vor dem  Oberverwaltungsgericht   (OVG)   in Münster:  Auf entsprechenden Hinweis  des Gerichts  entdeckte  der   Kult    plötzlich,    daß  er  eine Weltanschauung   verbreitet.  Nach   Artikel  4 des  Grundgesetzes stehen einer Weltanschauungsgemeinschaft praktisch dieselben Rechte zu, wie einer Religionsgemeinschaft.

Das OVG stufte TM als Weltanschauung ein und verurteilte die  Bundesrepublik, wenn auch keineswegs in dem   Umfang, den  sich der Kult   gewünscht hatte:   Dieser   hatte   eine umfassende   Ehrenerklärung   der Bundesregierung   gewünscht, die  zweifellos  einen herrvorragenaen  Werbeeffekt   gehabt hätte.   Das OVG lehnte die Zulassung   zur   Revision  zum Bundesverwaltungsgericht  (BVerwG) ab, weil es  der  Sache keine  grundsätzliche  Bedeutung beimaß.  Dagegen wurde  die sog. Nichtzulassungsbeschwerde erhoben.

Das  BVerwG   (AZ   7 B 91.86)  gab   dieser   Beschwerde   jetzt statt   und ließ die Revison zu.  Die Begründung besteht   aus einem einzigen Satz:

 ,,Der vorliegende Fall gibt Anlaß zur Klärung  der grundsätzlichen Frage, ob und  in welchem  Umfang die Bundesregierung befugt ist, die Öffentlichkeit auf Gefahren     hinzuweisen, die    möglicherweise   von Weltanschauungsgemeinschaften  wie der Gesellschaft für Transzendentale Meditation    und    deren Mitgliedern ausgehen können“.

Die TM Anhänger haben die Wende zur Weltanschauungsgemeinschaft meist noch nicht mitbekommen,  oder sie wollen die  Wende   nicht mitmachen.  Einige haben erst kürzich  der Presse  gegenüber  erklärt,  TM seine keine  Weltanschauung. Eine  Weltanschauungsgemeinschaft ohne Weltanschauung  aber ist wohl kaum denkbar.


SCIENTOLOGY  MUSS 30 MILLIONEN DOLLAR AN EHEMALIGEN ZAHLEN

11  Jahre  lang  war    der    Amerikaner  Larry  Wollersheim Anhänger  der Scientology-Sekte. Am 4.2.198o unterzeichnete er  eine  umfangreiche eidesstattliche  Versicherung  und leitete  damit  ein Gerichtsverfahren gegen die Sekte  ein. Jetzt  sprach  ihm   das    Gericht    30   Millionen  Dollar Schadensersatz zu.

Das  Gericht  stellte  in seiner Begründung fest,   daß  die Sekte  auf  Wollersheim Sektengründer Hubbards  berüchtigte FREIWILD-RICHTLINIE  (FAIR  GAME   RULE)  angewandt  wurde. Diese  lautet (zitiert nach Robert  Kaufman: Übermenschen unter uns):

„ Eine  Person,   die  in  den  Ethik-Zustand  des  Feindes zurückgestuft  worden ist, gilt als Freiwild: man darf ihm Eigentum abnehmen, ihn in jeder Weise verletzen, ohne daß man von einem Scientologen  bestraft wird. MAN DARF IHM STREICHE SPIELEN, IHN VERKLAGEN, IHN BELÜGEN ODER IHN VERNICHTEN“.

Das  Gericht stellte fest, daß Hubbard diese Richtlinie nur zum  Schein  widerrufen  habe. Tatsächlich  wurde  vielfach nach     dieser    Richtlinie  verfahren, wie sich der eidesstattlichen  Versicherung  des Larry  Wollersheim  und anderen  eidesstattlichen   Versicherungen   aus    den  USA entnehmen    läßt.(Diese eidesstattlichen   Versicherungen wurden im Dezember 1980 von der ABI - Aktion Bildungsinformation  e.V. übersetzt, ca. 3oo Seiten,  Kopie bei AGPF).

Wollersheim  war Inhaber eines Geschäftsbetriebes.  Zuletzt gehörten  praktisch nur noch Scientologen zu seinen Kunden. Er  tätigte  über  eine Million Dollar Umsatz im  Jahr  und machte  gute  Gewinne.  Nebenher lieh er auch  noch  6o.ooo Dollar  an andere Scientologen, damit diese Kurse  bezahlen konnten.

Nachdem  er  sich  von der Sekte  losgesagt  hatte,  wurden seine  Kunden  offenbar  aufgefordert,   die  Kredite  nicht zurückzubezahlen  und  keine  Geschäfte  mehr  mit  ihm  zu machen. Wollersheim machte Konkurs.

Wollersheim schildert in seiner eidesstattlichen Versicherung eine Technik der programmierten Verhaltenssteuerung, die mit einer emotionalen Konditionierung  vergleichbar ist.  Wie  posthypnotische Befehle lösen bestimmte „trigger"-Worte, also Auslöserworte, bestimmte  emotionale Zustände aus. So beispielsweise  „einen  Fatalismus, der dem  von  Jonestown ähnelt". In  Jonestown hat der Sektenführer Jim  Jones  im Jahr 1978 fast 1000 Menschen ermordet.


SCIENTOLOGY:  "FREELOADER   BILL"   RECHTSWIDRIG

Die   ,Freebader  Bill'   ist   eines  der  wirksamsten  und zugleich  berüchtigsten  Instrumente    der  Disziplinierung dieses  Kultes. Interessenten, welche die Wucherpreise (bis 3.4oo.-DM  für  eine    einzige    Stunde   ,Auditing')  nicht bezahlen  können,   werden mit einem  ,,kostenlosen  Studium" gelockt,   ,auf Staff zu gehen", also Mitarbeiter zu werden. Er  schließt dann einen Zeitarbeitsvertrag über 2,5 bzw.   5 Jahre  ab.   Schon der Abschluß solcher  Zeitarbeitsverträge ist meist rechtswidrig.

Neben  dem normalen 8-Stunden-Tag (6 Tage die Woche) dürfen die ,Staff-Members'   dann    zusätzlich    ,studieren'.   Die meisten  bemerken  nicht, daß  es  sich  dabei  um  nichts anderes als um Mitarbeiterschulung handelt.

Was  es  mit dem ominösen Zeitarbeitsvertrag auf sich  hat, wird  erst deutlich, wenn ein Mitarbeiter vor Ablauf dieser Zeit  kündigen  will.   Dann  nämlich  wird  behauptet,   der Mitarbeiter  habe  den Vertrag ,gebrochen'.  Unter  Hinweis auf  eine  entsprechende  Vertragsklausel    wird  ihm  eine ,Schnorrer-Rechnung'  geschickt, mit der ihm das  angeblich kostenlose  Studium nachträglich in Rechnung gestellt wird. Bei den üblichen Wucherpreisen können das Unsummen sein.

Manch  einer  kratzt  das Geld  zusammen, macht  womöglich Schulden. Wieviel Geld die Scientology-Sekte auf diese Art bisher  eingenommen  hat, ist unbekannt. Andere  -und  dies dürfte  der  Normalfall  sein- haben kein  Geld und  keine Kontakte  mehr  nach außen und glauben deshalb, zur Weiterarbeit verpflichtet zu sein: Moderne Sklaverei.

Das  LANDGERICHT MÜNCHEN (6 0 22072/84) hat jetzt entschieden:   Eine  solche  Forderung  ist  rechtswidrig.     Geleistete Zahlungen  können zurückgefordert werden. In dem  zu beurteilenden  Fall waren dies fast 10.000.- DM. Das  Urteil ist  rechtskräftig. Die Scientology-Sekte hatte zwar Berufung eingelegt, diese jedoch während  der mündlichen Verhandlung vor dem   Oberlandesgericht wieder zurückgenommen.

Alle  Scientologen  oder   Ex-Scientologen,   welche  solche Rechnungen bezahlt   haben,    können    ihr    Geld    jetzt zurückfordern.   Der  Anspruch verjährt erst in  30  Jahren. Deshalb  lautet  auch die oberste Zeile des  Urteils,   noch über  der  Zeile    "Im   Namen   des    Volkes":   "30  Jahre aufzubewahren"
 
 



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