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Der Esoteriker Hans-Joachim Lenz
und sein "Zentrum des Lichtes"
 
 
 
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Hans-Joachim Lenz, 1926 geboren in Mainz.

 

Über das "Zentrum des Lichtes" wurde 2004 in den Medien berichtet, weil Lehrerinnen dessen esoterische Lehren in staatlichen Schulen verbreitet haben sollen.

Mit Anwaltsschreiben vom 19.12.2006 hat der Verein Zentrum des Lichtes e.V. der AGPF mitteilen lassen, dass der Verein zum Ende 2006 aufgelöst werde. Laut Vereinsregister Mainz VR 2689 war Hans-Joachim Lenz Vorstand des Vereins "auf Lebenszeit". Am 21.12.2007 wurde der Verein gelöscht.
 
 
 

Lehrerinnen versetzt

Eine Schulleiterin und stellvertretende Vorsitzende des "Zentrums des Lichts" wurde versetzt. Ihr Antrag auf einstweilige Anordnung gegen diese Versetzung blieb erfolglos.Spiegel Online berichtete am 22.4.2004; "Nach Auffassung der Richter bestehen "gewichtige Anhaltspunkte dafür, dass schriftliche Äußerungen des Gründers des 'Zentrum des Lichts' antidemokratische, rassistische und mit der demokratischen Grundordnung nicht zu vereinbarende Aussagen enthalten". Zudem sei sehr zweifelhaft, ob Formulierungen der Schulleiterin selbst in ihrem Buch "Am Anfang waren die Werte" mit dem Bildungs- und Erziehungsauftrag nach dem Schulgesetz vereinbar seien."

Das OVG Rheinland-Pfalz 2 B 12250/04, Beschluss vom 25. Februar 2005: "Die Leiterin einer Schule kann versetzt werden, wenn ihre Mitgliedschaft in einer Vereinigung, deren Gedankengut mit dem staatlichen Erziehungsauftrag unvereinbar ist, zu einer tiefgreifenden Störung des Vertrauens bei Eltern und Lehrerschaft geführt hat". Wortlaut der Pressemitteilung unten >>).

Am 21.11.06 berichtete der SWR: Lehrerin klagt auf Wiedereinstellung. Das Verwaltungsgericht Koblenz beschäftigt sich jetzt mit der Klage einer Lehrerin aus Rheinhessen auf Wiedereinstellung in den Dienst. Die Frau war im Zusammenhang mit Vorwürfen wegen ihrer Mitgliedschaft in der Sekte "Zentrum des Lichts" in die Schlagzeilen geraten. Die ehemalige Schulleiterin ...  klagt gegen ihre Versetzung in den Ruhestand vor zwei Jahren. Ihr war von Eltern vorgeworfen worden, die Lehren ihrer Religionsgemeinschaft unter den Schülern zu verbreiten. Im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen erkrankte die Frau. Sie wurde zunächst dienstunfähig geschrieben und später zwangsweise in Rente geschickt. Die Lehrerin führt nun zur Begründung ihrer Klage an, sie sei nicht mehr krank und könne ihren Beruf wieder ausüben."

Ende 2006 wurde auch diese Klage abgewiesen (>>).

Zwei weiteren Lehrerinnen wurde damals vorgeworfen, sie hätten die Lehren des Zentrums verbreitet. Eine Religionslehrerin sei an eine andere Schule versetzt worden, so der SWR, "Die zweite Lehrerin wurde später rehabilitiert. Sie musste ihren Beruf aber dennoch aufgeben, weil sich in Folge der Vorwürfe körperliche und psychische Probleme einstellten."

Darüber berichtete wiederum die Presse, so NDR-ZAPP am 26.7.2006 unter dem Titel "Die verlorene Ehre der Petra Traub". Diese hatte ein Buch über ihre Erfahrungen geschrieben. "In Sachen Staat gegen Engel. Wie aus einer Grundschullehrerin eine 'Sektenhexe' wurde".

Über diese Vorgänge wurde in der Website www.Zentrum-des-Lichtes.de noch Ende 2006 berichtet

"Der Verein ist Anfang 2004 in die Schlagzeilen gekommen durch zwei Personen, die sich am Arbeitsplatz falsch verhalten und in ihrer Freizeit Veranstaltungen des Vereins besucht haben sollen. Sektenbeauftragte der beiden christlichen Kirchen haben daraufhin den Verein zur „Sekte” gestempelt und mittels einer Medienkampagne mit behördlicher, politischer und kirchlicher Billigung in Misskredit gebracht und dabei die grundgesetzlich garantierte Religions- und Meinungsfreiheit einzelner Personen, die in uneigennütziger Weise die Arbeit des Vereins unterstützt haben, verletzt.
Machen Sie sich selbst ein Bild!"
In dem letzten Satz steckte ein Link zu http://www.zentrum-des-lichtes.de/inhalt/zahlen.php.
Dort hofft man, eine Begründung für die Behauptung zu finden, Sektenbeauftragte hätten "den Verein zur 'Sekte' gestempelt und mittels einer Medienkampagne mit behördlicher, politischer und kirchlicher Billigung in Misskredit gebracht".
Kein Wort davon. Lediglich eine übliche Selbstdarstellung (am 19.12.2006).
Verantwortlich für die diesen Text laut Impressum: "Redaktion Dr.-Ing. Hans-Joachim Lenz".
 
 
 

Beweise im Fernsehen
 
In der ZDF-Sendung Mona Lisa vom 2.5.2004 wurde ein Film von Rainer Fromm (Autor u.a. des Buches "Satanismus in Deutschland") über das Zentrum des Lichtes gesendet. 
Aus diesem Film rechts ein Foto des Gründers und Vorstandes Hans-Joachim Lenz. 
Autor Fromm hatte Lenz um eine Stellungnahme gebeten. Das wurde abgelehnt. Also wurde in den TV-Film ein Interview eingebaut, welches Lenz kurz vorher dem Hessischen Rundfunk gegeben hatte. Deshalb die Einblendung "Archiv" auf der Abbildung rechts.  
Lenz hatte sich allerdings dem Fernsehen gegenüber auch schriftlich geäussert und sich über die "Hexenjagd von Sektenschnüfflern" und "Meinungsterror" beklagt.
 
 

Eine Mutter berichtete über die Veränderungen ihres Sohnes:

"Er hatte diese Lehrerin genau eine Woche, da wurde aus einem ganz fröhlichen, rotzfrechen und normalem Jungen ein seelisches Wrack. Er hat uns nach einer Woche gesagt, er möchte nicht mehr leben, er sei nichts mehr wert. Er sei ein ganz schlechter Schüler. 'Ich bin ein Idiot, ich bin ein Depp', das ging den ganzen Tag, er war wie verwandelt. Wir haben unser eigenes Kind nicht mehr wiedererkannt."
 
Die Mutter berichtete, die Lehrerin habe für ihren Sohn einen Meditationskurs empfohlen. Tatsächlich findet sich in einem Schulheft ein Eintrag über den Beginn eines Meditationskurses.
 
 

Die Mutter berichtete über die Schilderungen ihres Sohnes:

"In diesem Kurs werden erst die Engel begrüßt, und danach wird meistens gefragt, was in der Woche vorher passiert ist. Und das ist meist Anlass für einen kurzen Vortrag über BOAO und diese Weltanschauung. Dann werden Körperreisen unternommen, es wird uns verkauft als autogenes Training oder Meditation. Nur die Meditation nimmt in diesen anderthalb Stunden einen relativ geringen Platz ein."
 
Aus der ZDF-Website Mona Lisa vom 2.5.2004 


"Glaubensgrundlagen 
Das "Zentrum des Lichtes" glaubt an eine Gottheit mit dem Namen BOAO. BOAO ist eine eher weibliche Gottheit, die Schöpfungsmacht. BO ist das Hohe, das Höchste, die Liebe, AO ist Ende und Anfang, der ewige Kreislauf. BOAO ist das Höchste der ewigen Wiederkehr. Das "Zentrum des Lichtes" versteht sich als Ort, an dem sich Menschen und Götter begegnen. Als eine Art kommunikative Brücke in den transzendenten Bereich fungieren die personal gedachten Engel, die eine zentrale Rolle in der Praxis der Gruppen-Angehörigen und in der Pädagogik des "Zentrum des Lichtes" spielen."
 
 

Guru, Verein, Stiftung und Angebot

Lenz war nach Angabe in der damaligen Website www.Zentrum-des-Lichtes.de Vorstand des Vereins Zentrum des Lichtes e.V., Mainz (geladen am 19.12.2006).
Anschrift des Vereins demnach:
D-55131 Mainz Am Michelsberg 1
Der Verein betreibe ein

Er habe eine "Sammlung von Zukunftsprognosen" veröffentlicht, "die 15 – 20 verschiedene Personen auf dem Wege der Hellsichtigkeit oder Hellhörigkeit erhalten haben."
 

Unter derselben Anschrift hatte auch eine "Dr.-Ing.-Hans-Joachim-Lenz-Stiftung" ihren Sitz.
Deren Website: www.lenz-stiftung-mainz.de
Deren Vorstand:  Dr.-Ing. Hans-Joachim Lenz
Kuratorium: Prof. Dr. Dr. Paul M. Zulehner, Prof. Dr. Ulrich Knoop, Marie-Therese Hartogs, Volker Naumann (Stand: 20.10.2011)

Die Website enthielt eine detaillierte Biografie des Stifters (geladen am 19.12.2006).

Mit angeblich auf solchem und ähnlichen Wegen übermittelten Texten befasst sich eine ganze Esoterik-Branche: Das "Channeling".
Dazu mehr unter http://www.AGPF.de/Esoterik.htm#Channeling
Angebliche Engel spielen dabei eine grosse Rolle.
Es ist also durchaus glaubwürdig, wenn der Schüler berichtet hat, im angeblichen Meditationskurs würden zunächst "Engel begrüßt" (>>).

Die 11 Bücher des Hans-Joachim Lenz sind in seinem Lebenslauf (geladen am 19.12.2006) mit Titel und ISBN-Nummer aufgeführt, etwa

Insgesamt 577 "Progonosen" sind in 4 Bänden enthalten.
Mehr zu solchen angeblichen Vorhersagen unter http://www.AGPF.de/Esoterik.htm#Zufall
 
Der Lebenslauf wurde später aus der Website entfernt.
Am 20.10.2011 hat sich unter http://www.lenz-stiftung-mainz.de/Die-Stiftung.php folgende Eintragung gefunden:  
 

 

Ein Ehemaligenbericht
 
 
Die Allgemeine Zeitung Mainz vom 27.4.2004 (Abbildung rechts) berichtete: 

Auf der Suche nach Heilung von ihren Gelenkschmerzen geriet eine Frau in das Zentrum."In dem Zentrum begrüßte uns der `Guru`. Jeder wurde von ihm in den Arm genommen". Sie buchte Kurse für "Pendeln" und "Heilung mit Engeln". Autor Markus Lachmann: "Fortan bestimmt das Pendel ihr Leben." Später "hörte die Frau dann Stimmen. So wie die anderen "Zentrums"-Mitglieder auch." Jetzt "diktierte nicht mehr das Pendel das Leben der Frau, sondern die Stimme". "Ich konnte nichts mehr essen, war nur noch Haut und Knochen. Ich hatte keinen eigenen Willen mehr und konnte nichts anderes tun, als die Befehle, die ich hörte, zu befolgen." Auch dem Befhl, sich auf die Strasse zu werfen oder bei einer Bekannten einzudringen, die vermeintlich Hilfe benötigte. Die holte die Polizei. Sie besann sich und teilte das dem Guru mit. Der brüllte sie an. 

Autor Markus Lachmann: "Angst davor, zurückzufallen, hat sie noch immer, und wahrscheinlich wird diese sie zeitlebens begleiten. "Was hätte ich gemacht, wenn man mir befohlen hätte, von der Brücke zu springen? Ich hätte es wahrscheinlich gemacht."

 
 

Pressemitteilungen der Gerichte
 
Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz Pressemitteilung zum Beschluss vom 25. Februar 20052 B 12250/04 


"Die Leiterin einer Schule kann versetzt werden, wenn ihre Mitgliedschaft in einer Vereinigung, deren Gedankengut mit dem staatlichen Erziehungsauftrag unvereinbar ist, zu einer tiefgreifenden Störung des Vertrauens bei Eltern und Lehrerschaft geführt hat. So entschied das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz. An einer Grundschule in Rheinhessen hatten Eltern sich darüber beschwert, dass weltanschauliche und religiöse Inhalte des Vereins "Zentrum des Lichts" in den Unterricht eingeflossen waren; zwei Lehrerinnen war daraufhin die Erteilung des Religionsunterrichtes untersagt worden. 
Das "Zentrum des Lichts" propagiert die Abschaffung der Demokratie und eine streng hierarchisch aufgebaute Gesellschaft unter der Herrschaft einer Elite: Zukünftig solle es nur noch "Menschen in vollkommenen Körpern" geben; Abtreibung sei ein Mittel, um "missratene, irdische Entwicklungen" aus der Welt zu entfernen. 
Die hier betroffene Rektorin leitete eine Realschule an einem anderen, rund 20 km entfernten Ort in Rheinhessen. Im Zusammenhang mit den oben geschilderten Vorkommnissen wurde bekannt, dass auch sie dem "Zentrum des Lichts" angehörte, und zwar sogar als stellvertretende Vorsitzende des rund 20 Personen umfassenden Vereins. Als die Schulaufsichtsbehörde massive Besorgnisse der Elternschaft in mehreren Gesprächen nicht zerstreuen konnte, versetzte sie schließlich die Rektorin von der Schule weg und übertrug ihr die Tätigkeit einer Referentin in der Behörde. Der Antrag der Schulleiterin auf vorläufigen gerichtlichen Rechtsschutz blieb sowohl vor dem Verwaltungsgericht Mainz als auch jetzt vor dem Oberverwaltungsgericht erfolglos. 
Für die Versetzung der Rektorin bestehe ein dienstliches Bedürfnis, weil ein reibungsloser Schulbetrieb unter ihrer Leitung zumindest derzeit nicht gewährleistet sei, argumentierten die Richter. Werde eine Beamtin Opfer falscher Anschuldigungen und erleide eine Ansehensschädigung gänzlich ohne eigenes Zutun, müsse sich der Dienstherr zwar schützend vor sie stellen. So liege der Fall hier aber nicht. 
Auch wenn sich die Schulleiterin bemüht habe, ihre Aktivitäten im Verein "Zentrum des Lichts" von den schulischen Aufgaben zu trennen, habe sie ihren Ansehensverlust und die tiefgreifende Störung des Schulfriedens mit zu verantworten. Dabei werde nicht übersehen, dass es sich bei ihr um eine engagierte Lehrerin und Schulleitern handele, die einen hohen Anspruch an Erziehung erfüllen wolle. Doch seien die Inhalte, die der Verein propagiere, mit den staatlichen Erziehungszielen unvereinbar. Eine Lehrerin, erst recht eine Schulleiterin, dürfe "keinerlei Zweifel darüber aufkommen lassen, dass sie ihren Erziehungsauftrag nach den gesetzlichen Vorgaben und in weltanschaulicher Neutralität erfüllt", betonte das Oberverwaltungsgericht. Begründete Zweifel daran müsse sie sich zurechnen lassen. 
Gegen den im Eilverfahren ergangenen Beschluss ist ein weiteres Rechtsmittel nicht gegeben." 

Am 21.11.06 berichtete der SWR in http://www.swr.de/nachrichten/rp/-/id=1682/nid=1682/did=1749358/ujc1vu/index.html, "Lehrerin klagt auf Wiedereinstellung". Die frühere Schulleiterin sei nach ihrer Versetzung "zunächst dienstunfähig geschrieben und später zwangsweise in Rente geschickt" worden: "Die Lehrerin führt nun zur Begründung ihrer Klage an, sie sei nicht mehr krank und könne ihren Beruf wieder ausüben." 



 
 

Verwaltungsgericht Koblenz Pressemeldung vom 29.12.2006 zum Urteil vom 21.11.2006, 6 K 257/06 



Versetzung in den Ruhestand war rechtmäßig 

Das Land Rheinland-Pfalz durfte die Leiterin einer Realschule in den Ruhestand versetzen. Dies entschied das Verwaltungsgericht Koblenz. 

Die Beamtin steht als Realschulrekto­rin im Dienst des Landes. Im März 2004 wurde bekannt, dass sie stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Zentrum des Lichts“, einer privaten weltanschaulichen Vereinigung, war. Hierüber wurde umfangreich in der Presse berichtet, wodurch es zu Unruhe innerhalb der Lehrer- und der Elternschaft der von ihr geleiteten Schule kam. Daraufhin erkrankte die Rektorin  dienstunfähig an einer Depression. In der Folgezeit versetzte das Land sie zur Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion – ADD –, Außenstelle Koblenz. Die ADD veranlasste Anfang Januar 2005 eine amtsärztliche Untersuchung. Nach deren Ergebnis war nicht zu erwarten, dass die Dienstfähigkeit der Rektorin innerhalb der nächsten sechs Monate wiederhergestellt sei. Für einen erfolgreichen psychotherapeutischen Behandlungsprozess sei etwa ein Jahr anzusetzen. In dem sich anschließenden Verfahren zu ihrer Versetzung in den Ruhestand legte die Rektorin eine privatärztliche Stellungnahme vor, wonach die Dauer der Erkrankung nur schwer zu prognostizieren sei, wohl aber noch mindestens drei, vier Monate andauere. Gleichwohl versetzte das Land die Beamtin nach Einholung einer erneuten amtsärztlichen Stellungnahme, welche die ursprüngliche Beurteilung bestätigte, wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand. Hiergegen hat die Beamtin nach erfolglosem Widerspruchsverfahren Klage erhoben. Nachdem sie mittlerweile ihre Dienstfähigkeit wiedererlangt hat, ist sie erneut zur Realschulrektorin ernannt worden. 

Das Verwaltungsgericht Koblenz wies die Klage ab. Diese sei, so das Gericht, zulässig, obwohl die Klägerin mittlerweile wieder ihren Dienst verrichte. Die Beamtin habe ein berechtigtes Interesse an der Aufhebung der angegriffenen Entscheidung, falls sich diese als rechtswidrig erweise. Das Land müsse nämlich dann die Differenz zwischen den Versorgungs- und den Besoldungsbezügen für diese Zeit nachzahlen. Indes sei die Klage unbegründet. Die Versetzung in den Ruhestand sei rechtswidrig gewesen. Der maßgebende Zeitpunkt für die Beurteilung der Rechtmäßigkeit der Zurruhesetzung sei die letzte Verwaltungsentscheidung. Zum damaligen Zeitpunkt hätten die Voraussetzungen hierfür im  Fall der Rektorin vorgelegen. Diese sei fast ein Jahr und zehn Monate durchgehend dienstunfähig erkrankt gewesen. Des Weiteren durfte das Land angesichts der amtsärztlichen Einschätzung davon ausgehen, dass die Rektorin während der nächsten sechs Monate ihre volle Dienst­fähigkeit nicht wiedergewinnen werde. Es lägen auch keine besonderen Umstände vor, die das Land dazu hätten veranlassen müssen, von einer Zurruhe­setzung der Rektorin Abstand zu nehmen. Mithin sei die Entscheidung auch in ermessensfehlerfreier Weise ergangen. 

Die Beteiligten können gegen diese Entscheidung einen Antrag auf Zulassung der Berufung beim Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz stellen. 

(Urteil aufgrund der mündlichen Verhandlung vom 21. November 2006, 6 K 257/06.KO).

 
 
 



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