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AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit 
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Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/Zahlen.htm  Zuletzt bearbeitet am 25.2.2013 
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Zahlen zum Psychomarkt:
25 Milliarden für Esoterik
 Eine Zusammenstellung von Einzelmeldungen als Überblick über den Stand der Meinungen. Konkrete Zahlen gibt es kaum.
 
 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
 
 

Gefragt wird meist: Wieviele Sekten, wieviele Mitglieder?.

Dabei wird außer acht gelassen, daß die meisten Sekten längst Teil des Psychomarktes sind.
90% der Sekten sind auch Anbieter auf dem Psychomarkt.
Sie bieten also Leistungen und Waren gegen Bezahlung an.
75% davon bieten Psychotherapien an, also Leistungen, die nur von Ärzten und Psychologen angeboten werden dürfen und die gesundheitsgefährdend sein können.
(Das sind Schätzungen. Es kommt also nicht auf einzelne Prozentpunkte an).
 
 
 

Der Zustand des Psychomarktes: unterschiedliche Einschätzungen

Das Psychomarkt-Magazin Connection 1-2003 berichtet unter dem Titel "Rettet uns vor den Rettern - Eine Abrechnung mit der Medienkritik an 'Sekten' und Psychokulten", die von der Presse "stereotyp wiederholten Behauptungen über einen Esoterik-Boom" seien falsch: "In den 70er und 80er Jahren florierte er wohl, seit Mitte der Neunziger aber ist der Eso-Markt am Bröckeln". Zahlen werden keine genannt. Einziges konkretes Beispiel: "Das führende Esoterik-Magazin versuchte, sich aus dieser Misere mit einer Wende zur Wellness zu retten, ging dann aber doch in Konkurs." Gemeint ist der Freiburger Esoterik-Verlag Bauer mit der Zeitschrift "Esotera". Artikel-Autor Wolf Schneider, Gründer, Herausgeber und Chefredakteur von Connection ("Sein spiritueller Name ist 'Sugata', verliehen von Osho"): "Vielen anderen ging und geht es kaum besser. Die Seminarhäuser sind notorisch in Nöten und versuchen, Management-Kurse zu aquirieren ...".

Aus Sicht der AGPF bedeutet das "akquirieren" von Management-Kursen nach Jahren der zügellosen Expansion auf allen Gebieten eine Konzentration auf voraussichtlich gewinnbringende Bereiche.

Zu dem Beispiel des in Konkurs geratenen Verlages berichtet die Presse vor Ort, der 1937 gegründete Verlag sei  "Opfer des eigenen Erfolges" geworden: "In einer Festbroschüre stellte der Verlag seine damals umfangreiche Produktpalette vor: Bücher zu Engeln, dem geheimen Wissen der Kelten, zur Naturheilkunde, Astrologie oder Yoga. Hinzu kamen CDs mit meditativer Musik und als Prunkstück die Zeitschrift Esotera, die nach den Worten des Verlags 'hinausweist über die verhängnisvolle Begrenztheit des vorherrschenden materialistisch-mechanistischen Weltbildes'. Der Verkauf der Bücher und Schallplatten beschäftigte über 80 Mitarbeiter. Sie waren sogar am Gewinn des Verlages beteiligt - über Genussscheine." (Badische Zeitung 25.1.2003). "Frauenzeitschriften, große Illustrierte oder die wie Pilze aus dem Boden sprießenden Wellness-Magazine nahmen sich der populär gewordenen Themen wie Naturheilkunde oder Meditation an. Die großen Verlage legten eigene Esoterik-Programme auf". Der neuen Konkurrenz sei der Verlag nicht mehr gewachsen gewesen.

Zur Beurteilung des Marktes genügt es keineswegs, nur ideologisch motivierte Anbieter einzubeziehen.
Von denen wird Kritik unverändert durch Diskreditierung der Kritiker begegnet.
Connection-Schneider: "Wer schützt uns vor den Verbraucherschützern, wenn sie denn Agenten der Kirchen, des Ärzteverbandes oder der Pharma-Industrie sind?".

Das Ziel fasst Schneider abschliessend zusammen: "Ich meine, wir brauchen keine weiteren Gesetze, die uns vor gefährlichen Psychogruppen schützen. Wären sie gerecht, müssten sie uns genauso vor den Kirchen schützen".
Gemeint ist das Lebensbewältigungshilfegesetz, ein Vertragsgesetz.
Nach dem Gesetzentwurf fallen die Kirchen selbstverständlich auch unter dieses Gesetz, wenn sie gewerbliche Hilfe anbieten.

Ähnliche Argumente wurden bisher gegen alle Verbraucherschutz-Gesetze vorgebracht.
 
 
 

Bücher

Zum Psychomarkt gehört auch der Verkauf von Büchern.
Etliche Jahre waren Esoterik-Bücher der Renner des Buchmarktes. Heinrich Hugendubel, Chef der größten deutschen Buchhandelskette, meint über den Buchhandel, der habe "jahrelang nur von Esoterik und Reiseführern gelebt" (Spiegel 10/2000, Die Luftnummern der Lizenzstrategen). Der "Börsenverein .. schätzt, daß fast jede dritte Publikation in der BRD inzwischen aus diesem Bereich stammt" (Spiegel 52/94: "Soviel PSI war nie").
Selbstverständlich ließe sich durch Umfrage bei den Käufern ermitteln, wieviele Käufer von Büchern auch Kunden von Dienstleistungen sind.
So ließe sich der Umfang des Psychomarktes einigermaßen genau ermitteln.
Umfragen bei den Anbietern selbst hingegen dürften wenig aussagekräftig sein.
Zu viel Geld wird in bar bezahlt, zu sehr wird deshalb das Finanzamt gefürchtet.

Andererseits wäre es hilfreich, wenn wenigstens die Zahl der Anbieter auf dem Psychomarkt bekannt wäre. Das würde genauere Schätzungen ermöglichen.

Zu den Begriffen Mitglieder und Anhänger und der Anhänger-Kategorien vgl.

Der Begriff "Mitglied" ist zur Kennzeichnung von Zahlen untauglich, wenn nicht zugleich definiert wird, was damit gemeint ist. Als Mitglieder bezeichnet heute selbst ein großer Internet-Provider seine Kunden.
 
 
 

25 Milliarden Euro für Esoterik
 
Bernd Kramer ZEIT 11.7.2010  
Hinters Licht geführt. 
Der Esoterik-Markt wächst und wächst. Aber nicht alle Angebote sind so harmlos, wie sie klingen.
"Das Berliner Unternehmen Questico macht mit Astrologieshows im Fernsehen und den Telefonberatungen seiner mehr als 2500 freiberuflichen Hellseher bereits über drei Millionen Euro Gewinn. Tendenz steigend. Der Heidelberger Zukunftsforscher Eike Wenzel, der auf Konsumtrends spezialisiert ist, schätzt, dass heute mit Esoterik in Deutschland jährlich 18 bis 25 Milliarden Euro umgesetzt werden, und er geht davon aus, dass der Umsatz innerhalb der nächsten zehn Jahre auf bis zu 35 Milliarden steigt."
 
Der Spiegel 1/2000   
"Steig vom Pferd ab"
"Der Markt für "mentale Fitness", wie der Oberbegriff heißt, hat sich in den letzten Jahren enorm ausgeweitet, rund zehn Milliarden Mark geben die Deutschen jährlich aus für Motivationskurse, Persönlichkeitsseminare, Karriereberatungen, Bücher. Es gibt inzwischen "Junior Career Coaching" für Abiturienten (1700 Mark für fünf Stunden) sowie Studenten- und Lehrstellenbewerber-Coaching. Großunternehmen wie DaimlerChrysler, die HypoVereinsbank und VW haben Tochterfirmen oder eigene Abteilungen gegründet, die für Personaltraining zuständig sind. Rund 34 Milliarden Mark, so errechnete das Kölner Institut der Deutschen Wirtschaft, geben Unternehmen jährlich für Weiterbildung aus".
 
Klaus Holetschek am 28.1.2000 im Bundestag: 18 Milliarden DM Umsatz   
Klaus Holetschek ist Mitglied des Bundestages und Beauftragter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für "Sog. Sekten und Psychogruppen".   
"Der Esoterikbereich macht 18 Milliarden DM Umsatz im Jahr. Persönlichkeitstrainings schießen wie Pilze aus dem Boden. Wir haben hier schon ein Problem: Es gibt seriöse Anbieter, aber es gibt auch sehr viele unseriöse Anbieter, die mit unterschiedlichsten Verfahren, mit einer Mischung aus   
therapeutischen Anleitungen und laientherapeutischen Ansätzen auf die Leute zugehen. Diese Mischung macht es für die Verbraucher kaum noch sichtbar: Wer steht dahinter? Wer bietet mir diese Leistung an? Ist er qualifiziert? Was für Kosten und was für ein Nutzen entstehen?"
 
Welt am Sonntag vom 23.5.04    
Nikos Späth:    
"Der Esoterik-Markt wächst und wächst und wächst - und das weltweit"
"Wie groß der Esoterik-Markt wirklich ist, weiß niemand - zumal schon Volkshochschulen Handauflegen in ihrem Katalog haben. Experten schätzen den Umsatz in Deutschland auf zehn Milliarden Euro. Eine viertel Milliarde davon sollen die rund 10 000 haupt- und nebenberuflichen Wahrsager und Handaufleger einnehmen - oft bar (und unversteuert) auf die Hand. 150 Millionen Euro erwirtschaftet die Astrologiebranche, mehrere hundert Millionen der seit Jahren zum Teil zweistellig wachsende esoterische Buchmarkt."
 
HWZ Hannoversche Wirtschaftszeitung 22.4.2004    
Hans-Ulrich Felmberg:   
"Gurus in der Chefetage"
Die Bundesbürger geben für die Suche nach dem Sinn des Lebens und ihr seelisches Wohlbefinden jährlich schätzungsweise neun Milliarden Euro aus. Damit sind Esoterik, Psychologie und Naturheilkunde in den vergangenen Jahren zu einem immer wichtigeren Wirtschaftsfaktor geworden, wie aktuelle Erhebungen der Dresdner Bank bei Marktexperten ergaben.    
...   
Die Esoterik und New-Age-Szene boomt: Nach Schätzungen von Matthias Pöhlmann von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen erwirtschaften allein esoterische Lebensberater pro Jahr eine Viertelmilliarde Euro. Auch zweifelhafte Coaching-Modelle, Praktiken und heilsversprechende Lösungsmodelle für „Gott und die Welt“ halten vermehrt Einzug in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Dabei sind zum Beispiel die Grenzen zwischen effektiven Methoden zum Stressmanagement und sektenhafter Agitation fließend. 
 
FOCUS Nr. 41997  
"Kampf um Psycho-Dollars"
Konkurrenzkrieg  
Die Sitten verrohen auf dem Psychomarkt: 35.000 Seminaranbieter teilen ein Branchenvolumen von fast 40 Milliarden Mark unter sich auf. ... Dos Angebot reicht von der Verkaufsschulung bis zum Persönlichkeitstraining. Neben Pädagogen,  
Psychologen und Business-Praktikern tummeln sich auch selbsternannte Therapeuten und sektiererische Ideologen als Ausbilder. Deren Wettbewerbsmethoden  
werden zusehends rauher.
 
 
 
 

Wunderheiler: 4 Millarde Umsatz
 
Wiesendanger 1992:    
Wunderheiler machen   
1 Milliarde Umsatz   

2005: 4 Milliarden (nächster Text >>)

Harald Wiesendanger hat 1992 dem Stern gegenüber den Umsatz der Wunderheiler auf 1 Milliarde geschätzt (Stern 19/92 vom 29.4.1992: "Die Macht der Sekten"). Wiesendanger wird meist als "Parapsychologe und Publizist" bezeichnet. Er war Gründer des Dachverbandes Geistiges Heilen DGH. In dessen Website www.dgh-ev.de wird Wiesendanger nicht genannt (6.12.05). Auch der Begriff "Scharlatan" nicht. In Wiesendangers Website www.psi-infos.de hingegen findet man "Woran erkennt man einen Scharlatan?  
Wiesendanger hält keineswegs alle Geistheiler für Wunderheiler. In der Umsatz-Milliarde sind also die Geistheiler nicht enthalten. 
 
Auf Nachfrage machte Harald Wiesendanger am 8.12.2005 per E-Mail folgende Angaben:    


Sehr geehrter Herr Heinemann,   
dass Sie sich die Mühe machen, all die Zahlen, die über den Esoterikmarkt kursieren, einmal übersichtlich zusammenzustellen, finde ich sehr verdienstvoll. Dass die Quellen von seriösen Erhebungen bis hin zu wildesten Spekulationen reichen, ist uns beiden klar.   
Der "Stern" zitierte 1992 aus einer längeren Dokumentation, die er bei mir in Auftrag gegeben hatte. Dreizehn Jahre später sind meine damaligen Schätzungen natürlich überholungsbedürftg.   
Zur Frage, wieviel Geld die deutsche Esoterikszene mit der Geistheilerei verdient, gibt es bis heute leider keine einzige empirische Studie. Auch ich kann deshalb nur Schätzungen anbieten. Die beiden Haupteinnahmequellen sind:   
1. "Geistige" Behandlungen.   
Einer niederländischen Studie von 1986 zufolge soll es dort jährlich rund 12 Millionen Patientenkontakte zu "Heilern" geben. (Religieuze Bewegingen in Nederland 27, Amsterdam 1993, S. 1-24.) Da Geistiges Heilen seither eher noch heftiger boomt, schätze ich, dass dieselbe Studie 2005 eher zu 15 bis 20 Millionen Kontakten käme.   
Auf deutsche Verhältnisse hochgerechnet (NL: 14 Mio. Einwohner, D: rund sechsmal so viele), darf man hierzulande demnach von 90 bis 120 Millionen "geistigen" Heilsitzungen ausgehen.   
Gemäß meiner "Heiler-Datenbank", die ich seit 1992 führe - die über 500 darin erfassten Heiler bilden nach meinen Erfahrungen die Szene insgesamt recht gut ab -, helfen rund ein Drittel aller Heiler gratis, nehmen allenfalls Spenden an; das Durchschnittshonorar der übrigen liegt bei 40 Euro pro Sitzung. (Tendenz steigend. Die "Honorarrichtlinien" mancher Heilerverbände, die teilweise bis zu 80 Euro pro Sitzung "ethisch" in Ordnung finden, tragen fatal dazu bei, dass immer mehr Heiler guten Gewissens Abzocke betreiben.)   
Wenn bei zwei Drittel aller Sitzungen 40 Euro verlangt werden, addieren sich die Gesamteinnahmen allein in diesem Bereich mittlerweile auf 3,6 bis 4,8 Milliarden Euro!   
2. "Ausbildungen" in Geistigem Heilen   
Inzwischen tummeln sich in der deutschen Heilerszene weit über tausend Anbieter von Kursen unterschiedlichster Qualität, in denen angeblich beinahe jeder heilen lernen kann. Geht man (zurückhaltend) davon aus, dass   
-  die durchschnittliche Teilnehmerzahl pro Kurs bei 15 liegt;   
-  jeder Anbieter drei solche Kurse pro Jahr abhält;   
-  pro Kurs 1000 Euro fällig sind (der Reiki-"Meister"-Grad kann eine fünfstellige Simme kosten), so ergäben sich für tausend Heiler"schulen" Gesamteinnahmen von 45 Millionen Euro.   
Prächtig verdient wird ferner am Verkauf von allerlei Gegenständen und Geräten, mit denen "geistige" Heileffekte angeblich noch verstärkt werden können: von Edelsteinen, Mineralien, Amuletten über Energiepyramiden und Orgonstrahlern bis hin zu den mehrere tausend Euro teuren Radionik-Vorrichtungen.   
Eine Bitte noch bzgl. des AGPF-Texts über meine Schätzung: Über den Satz "Wiesendanger hält keineswegs alle Geistheiler für Wunderheiler" bin ich unglücklich. Ich halte KEINEN Geistheiler für einen Wunderheiler, weil keiner von ihnen "Wunder" in dem Sinne vollbringt, dass erzielte Therapieefffekte die Naturgesetze außer Kraft setzen. "Wunder", wusste schon Kirchenvater Augustinus, "geschehen nicht im Widerspruch zur Natur, sondern nur im Widerspruch zu dem, was wir von der Natur wissen."   
Im übrigen kann ich Sie nur ermutigen, die Heilerszene auch weiterhin mit Argusaugen zu beobachten und Missstände anzuprangern. Wie Sie wissen, halte ich Geistiges Heilen für eine segensreiche Therapie - bei einem Großteil ihrer Anwender jedoch stehen mir die Haare immer steiler zu Berge. Einer Geistheilung bedarf seit längerem vor allem die Heilerszene selbst.   

Mit freundlichem Gruß  Dr. Harald Wiesendanger 

 
 
 
Colin Goldner: 100.000 esoterisch-therapeutische Heilpraxen  
  

Pro Praxis dürften 100 Kunden eine nicht unrealistische Schätzung sein.  
Macht 10 Millionen Kunden, also gut 10 % der Gesamtbevölkerung.  
Rechnet man pro esoterisch-therapeutischer Heilpraxis einen Umsatz von 50.000.- DM pro Jahr (also 500.- DM pro Kunde), so errechnet sich daraus für diesen Teilbereich des Psychomarktes ein  
Jahresumsatz von 5 Milliarden Mark.  

 

"Es gibt keinen Uberblick, wieviele esoterisch-therapeutische Heilpraxen und Zentren im deutschsprachigen Raum ihre Dienste anbieten. Nach vorsichtiger Schätzung dürfte die Zahl - einschließlich der Praktiker, die in einer Ecke des eigenen Wohnzimmers oder vom Telephon aus ordinieren - bei etwas über Hunderttausend liegen (Anm. 133). Da sich esoterisches Gedankengut mittlerweile auch in einer Vielzahl ansonsten durchaus wissenschaftsverpflichteter ärztlicher und psychologischer Praxen, darüberhinaus in Schulen, öffentlichen Beratungsstellen und Behörden festgesetzt hat, liegt die Zahl der Einrichtungen, in denen para- oder pseudowissenschaftliche Methodik zur Anwendung kommt, tatsächlich noch bedeutend höher.    
Anm. 133 vgl. Forum Kritische Psychologie: Scharlatane und Beutelschneider. München, 1996 (unveröffentl. Manuskript)."    

Aus: Goldner, Colin:    
Psycho: Therapien zwischen Seriosität und Scharlatanerie    
Pattloch, 1997    
ISBN 3-629-00816-X    
Seite 34: Zynische Geschäftemacher   

NEU:   
Goldner, Colin: Die Psycho-Szene   
Alibri Verlag Aschaffenburg 2000, ISBN 3-932710-25-8

 
 

Noch eine Zahl, aus der ersichtlich wird, daß es sich keineswegs um unrealistische Größenordnungen handelt:

10 bis 17 Mrd DM werden für Esoterik ausgegeben,
so Böhme in SAT1 Talk im Turm 18.7.93 über Geistheilerei, Wunderheiler und Esoterik.

 
 

Markt der Magie

Der Markt der Magie scheint dabei nicht mitgerechnet zu sein.
Zu diesem Teilmarkt des Psychomarktes:

"In Deutschland sollen rund 50.000  Wahrsager und Hellseher ihre Dienste offerieren - so viele wie katholische und evangelische Geistliche zusammen"  (Spiegel 52/94: "Soviel PSI war nie").
 
 
 

Zahlen: Sekten, Mitglieder, Anhänger

Zum Thema in der AGPF-Website: Zum Begriff "Sekte"

Da die Begriff unscharf sind, kann es auch keine exakten Zahlen geben.
Insbesondere kann es keine Statistik mit ermittelten Zahlen geben.

Die meisten öffentlich verbreiteten Zahlen sind Schätzungen.
Das gilt zum Beispiel für die Angabe, es gebe 600 Sekten in Deutschland.
Nimmt man alle "Psychogruppen" hinzu, ist diese Zahl mit Sicherheit zu niedrig.
Zählt man nur die Gruppen mit religiösem Einschlag, dürfte sie zu hoch sein.

Der Begriff "Mitglied" hat eine juristische Bedeutung.
Er deutet somit auf eine exakt ermittelte Zahl hin.
Gemeint sind aber meist die Anhänger, die sich also zu etwas bekennen.
Diese sind allerdings kaum zu unterscheiden von den Kunden, die sich - aus welchen Gründen auch immer - nicht bekennen.

Zahlen kann man außer durch Abzählen, durch Statistik oder Schätzung auch durch Umfragen ermitteln.
Man kennt das aus den Wahlprognosen.
Man muß natürlich definieren, was man ermitteln will.

Zu den Begriffen Mitglieder und Anhänger und der Anhänger-Kategorien vgl.

Der Begriff "Mitglied" ist zur Kennzeichnung von Zahlen untauglich, wenn nicht zugleich definiert wird, was damit gemeint ist. Als Mitglieder bezeichnet heute selbst ein großer Internet-Provider seine Kunden.
 
 
 

Zinser: 600 Sekten, Esoterik- und Psychogruppen

".... sagt Hartmut Zinser, Professor am Religionswissenschaftlichen Institut der Freien Universität.
Seinen Studien zufolge ist die Anzahl religiöser Formationen in Berlin auf etwa 600 zu beziffern, "wenn auch die nicht organisierten Sekten, Esoterik-und Psychogruppen darunter gefasst werden".
Berliner Morgenpost vom 17.4.00
 
 
 

Eimuth: Über 100.000 "Sektenkinder"

Niemand hat sich intensiver mit  dem Thema "Sektenkinder" beschäftigt, als Kurt-Helmuth Eimuth. Sein Buch "Die Sekten-Kinder" dokumentiert dies.
Hier ein Zitat aus einem Interview (Quelle: www.wahle.de/sektenkinder.htm):

Sekten-Kinder – geboren, um dem Guru zu dienen
Als Pädagoge hat sich Kurt-Helmuth Eimuth auf dem Gebiet „Sekten-Kinder“ spezialisiert. Seiner Schätzung zufolge wachsen Einhundert- bis Zweihunderttausend Kinder in sektenähnlichem Milieu auf, viele davon bereits in der 2. Generation. Als Buchautor hat er („Die Sekten-Kinder“, „Sekten-Ratgeber“) die Situation der Kinder analysiert.
Zum Thema in der AGPF-Website auch: Sekten-Kinder
 
 
 

1,5 Millionen Sektenanhänger

Mit Umfragen hat Prof. Gerhardt Schmidtchen im Auftrag der Bundesregierung seine Zahlen ermittelt, vgl.
IDK  III/87  27.10.1987 Züricher Studie: Zahlen und Meinungen

Demnach sind rund eine halbe Million Bundesbürger Sektenanhänger, rund 350.000 sind "Ehemalige" und etwa 1,23 Millionen haben "engeren Kontakt zu Sekten". Insgesamt sind dies also über 2,1 Millionen Bundesbürger.
87 Prozent der Bevölkerung verlangen mehr Aufklärung, insbesondere in den Schulen, auch Aufklärung der Eltern, 83 Prozent fordern Beratungsstellen, um den Betroffenen Betreuung und rechtliche Unterstützung zu gewähren: "Generell meinen 63 Prozent, der Staat solle seine Aufsichtspflicht besser wahrnehmen".
 
 
 

2 Millionen Interessenten

Ähnlich wurden auch Zahlen für die Enquete-Kommission des Bundestages ermittelt, vgl.
AGPF-Info 7/97:

2 Millionen Interessenten
Sekten haben 800.000 Anhänger und 1,2 Millionen Kunden. Dies ergab eine Umfrage, die von der Enquete-Kommission des Bundestages in Auftrag gegeben wurde. Der Begriff "Sekte" wurde dabei jedoch weder in der Umfrage benutzt, noch in der Mitteilung der Kommission. Die Unterscheidung zwischen Kunden und Anhängern bzw. Mitgliedern beruhte jeweils auf Selbsteinschätzung. Insgesamt liegt somit ein Kundenpotential von 2 Millionen Bundesbürgern vor.
 Vor etwa 10 Jahren hatte der Soziologe Professor Schmidtchen (Zürich) etwas niedrigere Zahlen ermittelt (vgl. AGPF in IDK III/87). In beiden Fällen handelt es sich nicht etwa um Zählungen, sondern um statistisch ermittelte Zahlen "die mit den üblichen statistischen Toleranzen behaftet" sind (Schmidtchen S. 62). Schmidtchen ermittelte etwa 500.000 Anhänger. Er hatte damals auch ermittelt, daß 83 % der Bevölkerung Beratungsstellen fordern, um den Betroffenen Betreuung und rechtliche Unterstützung zu gewähren. 87 % verlangen mehr Aufklärung, insbesondere in den Schulen, auch Aufklärung der Eltern. Schmidtchen stellt aber auch fest: Die Vermutung, daß "sich gute soziale Eingliederung in einem Desinteresse an Sekten bemerkbar macht, bestätigt sich nicht".
 
 
 
 

3000 bis 7000 Satanisten

"Vor einer Radikalisierung dieses Milieus warnen Experten schon lange. So glaubt der Sektenbeauftragte der evangelischen Kirche, Ingolf Christiansen, es gebe in der Bundesrepublik "3000 bis 7000 Satanisten, die gedanklich über Tierrituale hinausgehen" ... "
(Aus: Der Spiegel 28/2000 "Töten für Wotan" zur Verhaftung von "Mörder und Neonazi Hendrik Möbus" in den USA)
 
 



1. Version dieser Seite erstellt am 10.3.2000


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