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Infos über Sekten, Kulte und den Psychomarkt 
AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit 
Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung e.V. 
Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/Wittek.htm  Zuletzt bearbeitet am 13.2.2010 
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Die Wittek-Sekte
Das "Universelle Leben" (UL) der Gabriele Wittek,
früher "Heimholungswerk - HHW"
Die Wittek-Gruppe bietet  in großem Umfang Waren und Dienstleistungen an und ist dem Psychomarkt zuzuordnen.
Schwerpunkt sind die Branchen Medien, Gesundheit und Lebensmittel.
Die Gruppe ist unter zahlreichen Namen in einigen Vereinen und zahllosen Wirtschaftsunternehmen organisiert.
 
 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
 
 
Ein ehemaliger Anhänger:
"Wenn jemand glaubt, ein Wirtschaftsimperium aufbauen zu müssen, dann soll er das tun, aber ohne seinen Nächsten mit frommen Sprüchen zu ködern und ihn  dann für seine wirtschaftlichen Ziele einzuspannen"
(Volker Kempf in einem offenen Brief an die ehemaligen Geschwister im UL, aus: "Unser Auftrag", Heft 11/99, Die unnahbare Prophetin - Vom Machtzauber der Frau Wittek, entnommen der Website www.Michelrieth.de)
"Ich habe nirgendwo so oft das Wort Geld gehört wie in dieser Sekte"
(derselbe, AMICA, Heft 10/97,  Die miesen Tricks der Öko-Sekte)
 
 

Gesundheit

Fast alle Sekten vertreten die Auffassung, nicht Körper, Erbanlagen oder Ansteckung sei für Krankheiten verantwortlich, sondern falsches Denken oder Glauben. Die meisten davon beschränken sich auf Patentrezepte für die Gesundheit. Also insbesondere "richtiges" Denken oder Glauben.

Manche raten von der "Schulmedizin" aus ideologischen Gründen ab oder betreiben selbst unzulässige und verbotene Heilbehandlung.

Gabriele Witteks "Universelles Leben" bietet Heilbehandlung in einem regulären Krankenhaus an.
Informationen dazu in einem Urteil des Landgerichts Hamburg 324 O 476/05 vom 30.12.2005, http://www.AGPF.de/Wittek-HG-Klinik-Urteile-HH.htm

Die "HG Naturklinik Michelrieth GmbH" hatte Schadensersatz gefordert, weil zwei Patientinnen angeblich wegen der Informationen in der Website www.Michrieth.de eine geplante Behandlung abgesagt haben.
Landgericht und Oberlandesgericht haben die Klage abgewiesen, weil die Absage nicht wegen dieser Informtionen erfolgt sei, sondern weil die Krankenversicherung die Übernahme der Kosten abgelehnt habe.
Das Landgericht ist darüber hinaus detailliert auf die in der Website enthaltenen Kritik eingegangen und hat diese für zulässig erachtet:
 
Aus: Landgericht Hamburg   324 O 476/05 Urteil vom 30.12.2005 - http://www.AGPF.de/Wittek-HG-Klinik-Urteile-HH.htm   


Ferner mag zwar der Durchschnittsleser der Aussage, dass die Klägerin ein "Sektenbetrieb" des "UL" sei, entnehmen, dass offenbar der überwiegende Teil der Mitarbeiter der Klägerin dem "UL" angehöre. An der Verbreitung dieser unstreitig wahren Tatsachenbehauptung besteht jedoch ein überwiegendes öffentliches Informationsinteresse. Die Klägerin ist als Wirtschaftsunternehmen am Markt tätig. Schon deshalb ist ihr Recht auf Geheimhaltung weitgehend eingeschränkt. Hinzu kommt, dass sie in einem äusserst sensiblen Bereich, nämlich der öffentlichen Gesundheitspflege, tätig ist. Die Öffentlichkeit, insbesondere potentielle Patienten, haben ein berechtigtes Interesse daran, umfassend darüber aufgeklärt zu werden, welche - gegebenenfalls weltanschaulich motivierten - Heilansätze in der Einrichtung vertreten werden, der sie sich zur Behandlung anvertrauen, und zwar unabhängig davon, ob diese Ansätze sich aus schulmedizinischer Sicht als zweifelhaft erwiesen haben oder nicht. Vorliegend war prozessual davon auszugehen, dass in der Klinik der Klägerin die "christlichen Ur-Heilweisen" des "UL", bzw. der "Prophetin" Gabriele Wittek als Basis für Therapie und Diagnostik angewandt werden. Den dementsprechenden Vortrag der Beklagten hat die Klägerin nicht substantiiert bestritten. Zwar trägt sie mit nachgelassenem Schriftsatz vor, in ihrer Klinik werde weder nach "bestimmten Lehren" von "UL" geheilt noch seien diese Heilmethoden mit den Regeln der ärztlichen Kunst unvereinbar. Im Anschluss nimmt sie aber selbst darauf Bezug, dass laut ihrem eigenen Prospekt ihr Behandlungskonzept auf der "Basis der Heilverfahren nach christlichen Ur-Heilweisen" beruht. Insoweit bestreitet sie auch nicht, dass bei ihr z.B. die - nach dem Hund von Gabriele Wittek benannte - "Chashwan-Heiltherapie" zur Anwendung kommt. Schliesslich ist unstreitig, dass die Klägerin in ihrem Prospekt ihren Patienten "die urchristlichen Lebensregeln für Glück, Zufriedenheit, Freiheit und Gesundheit" als Orientierungshilfe für eine "aktive Lebensgestaltung" empfiehlt und damit wirbt, dass für ihr "Team" die "ethischen und moralischen Prinzipien eines urchristlichen Lebens Ansporn und Verpflichtung zugleich" seien. (Seite 7)   
.....   
Zulässig ist es auch, "UL" im Zusammenhang mit der angegriffenen Berichterstattung über die Klägerin als "Deutschlands gefährlichste Sekte" zu bezeichnen. (Seite 8)   
.....   
Ferner ist im Hinblick auf die in der angegriffenen Erstmitteilung vorgenommene Verknüpfung mit dem Betrieb der Klägerin wiederum zu berücksichtigen, dass sich diese als wirtschaftlich tätiges Unternehmen in dem äusserst sensiblen Bereich der Gesundheitspflege betätigt und sich daher in ganz besonderem Masse der öffentlichen Kritik stellen muss. Insofern ist es von Bedeutung, dass Frau Wittek ein "Gesundheitskonzept" mit den oben erwähnten, durchaus pointierten Ansichten zu den Ursachen von Krankheiten und deren Heilungsmöglichkeiten vertritt Zwar ist unstreitig, dass in der Klinik der Klägerin auch schulmedizinische Verfahren und Medikamente zur Anwendung kommen. Auch mag man - wie die Klägerin - der Ansicht sein, dass die Zugehörigkeit des Behandlungspersonals bei "UL" nur positive Auswirkungen für die Patienten habe. Man mag aber z.B. auch Anlass zu der Befürchtung sehen, dass Patienten zu einer Interpretation der "Heillehre" der "Prophetin" gelangen, die sie eine nach schulmedizinischen Massstäben erforderliche medikamentöse Behandlung ablehnen lässt. (Seite 9)
 
 
 
Einer der wichtigsten Zweige der Gruppe ist das "Urchristliche Heilen". 
Hier eine Werbung aus "Der Verlagsbote". 
 
 
 

TV-Werbung
 
 
Im Februar 2003 startete der Wittek-Konzern Fernsehwerbung
 
 
 
 

Werbung für Buchversand
 
Rechts eine der üblichen Werbungen:   
Eine Postkarte an einen Nicht-Anhänger.   

Das Vokabuklar entspricht dem üblichen Versandgeschäft:   

  • FREI HAUS für SIE!
  • ab sofort sparen Sie bares Geld!
  • Super-Fühjahrs-Aktion
  • bis zum 28.2.2002  ... versandkostenfrei
  • Kennwort "Spar-Aktion frei Haus"
  • Gratis für Sie
  • portofrei
  • Zu jeder Bestellung erhalten Sie GRATIS eine Probe-CD
Der kostenfreie Versand ist im Buchversand üblich. Es wird also aufwendig mit einer Selbstverständlichkeit geworben.
 
 
 
 
 
 
 
Der Matrix-Mensch: Das neue Markenzeichen? 
 
Michael Fragner stellt im EZW-Materialdienst 10/00 fest, daß das UL
"verstärkt unter Tarnnamen agiert ...: Hält man im UL mittlerweile Namen, die auf das UL hinweisen, nicht mehr für vertrauenserweckend?"

Der "Matrix-Mensch" entpricht den üblichen Markenzeichen-Kriterien: knallig, auffällig, leicht zu merken und nichtssagend.
Der Schutz ist schon beantragt:
 
Aus: www.Titelschutz.de  Der Titelschutz-Anzeiger 472/2000   


Unter Hinweis auf § 5, Absatz 3 Markengesetz nehmen wir für einen Mandanten Titelschutz in Anspruch für:   
  • Das Ur-Licht für alle Menschen
  • Göttliches Prophetisches Heilen
  • Urchristliche Glaubensheilung
  • Der MATRIX-MENSCH
  • Der Prophet
In allen Schreibweisen, möglichen Kombinationen, Darstellungsformen, Abwandlungen und Schriftarten für alle Medien, insbesondere elektronische und digitale Medien, Internetseiten und -auftritte, Druckerzeugnisse, Softwareerzeugnisse, insbesondere CD-ROM, Off-Line und Online Dienste sowie sonstige Online-Medien oder Multimedia-Anwendungen, Hörfunk, Film, Fernsehen und sonstige audiovisuelle Medien, Bild-, Ton- und Datenträger aller Art sowie Veranstaltungen.   
Blumbach, Kramer & Partner GbR, Postfach 62 08, 65052 Wiesbaden
 
 
 
 
 

Bücher
 
 
Michael Hitziger: Weltuntergang bei Würzburg 
Ein Aussteiger berichtet von siebzehn Jahren in der Sekte 
Verlag Hans Schiler 2008, 292 Seiten, ISBN 978-3-89930-227-1 
Bestellen bei Amazon 
Hitziger war von 1984 bis 2001 Mitglied der Sekte.
 
Hans-Walter Jungen   
Universelles Leben: Die Prophetin und ihr Management   
Pattloch-Verlag  1996, 300 Seiten   

Universelles Leben. Die Prophetin der Endzeit und ihr Management   
Taschenbuch 1998 bei Droemer Knaur ISBN: 3426772922   

Zitate:   
Der Sekten-Konzern und seine Bio-Sparte

  

 
Wolfgang Behnk
Abschied vom "Urchristentum"?
Gabriele Witteks "Universelles Leben" zwischen Verfolgungswahn und Institutionalisierung
Ev. Presseverband 1994, ISBN3-583-50210-8
 

Friedrich-Wilhelm Haack:
Gabriele Witteks 'Universelles Leben' (HHW / Christusstaat)
Taschenbuch (1992) Evang. Pressev., Mchn.; ISBN: 358350643X
Preis: DM 14,80 EUR 7,56
 
 
 
   
 
Main-Post 10.7.2001:   

Wenn außer Frustration nichts mehr übrig ist    
Marktheidenfeld "Trotz des Ministerjobs" will sich Eberhard Sinner nicht aus einem Thema zurückziehen, das ihm "seit Jahren am Herzen liegt": Wie man Menschen, die der umstrittenen Glaubensgemeinschaft Universelles Leben (UL) den Rücken kehren, helfen kann.    

Netzwerk plant Spendenfonds für mittellose UL-Aussteiger   

Mit 100 bis 200 Aussteigewilligen ist nach Ansicht ehemaliger UL-Anhänger im Verlauf des kommenden Jahres zu rechnen. Nachdem "Prophetin" Gabriele Wittek Ende letzten Jahres mit der Bundgemeinde "abgerechnet" habe und "jetzt noch 120 Singles zum engeren Kreis gehören", habe sich das Potenzial der Frustrierten und Ausstiegswilligen erhöht. Viele würden "regelrecht rausgemobbt". Diesen Menschen praktische Hilfestellung zu bieten ist das erklärte Ziel des "Netzwerks Universelles Leben", das sich am Montag in Marktheidenfeld (Lkr. Main-Spessart) zu einem Runden Tisch traf.   

"Wenn jemand über Jahre beim UL war, hat er einige Klippen zu überwinden, wenn er wieder Fuß fassen will", weiß Bayerns   
Verbraucherschutzminister Eberhard Sinner (Lohr). Wie eine Hilfestellung aussehen könnte, diskutierte Sinner mit vier ehemaligen UL-Anhängern, dem Würzburger Landrat Waldemar Zorn (Hettstadt), dem stellvertretenden Main-Spessart-Landrat Roland Metz (Arnstein), dem Sektenbeauftragten der Diözese Würzburg, Alfred Singer, dem Leiter der Caritas-Aidsberatungsstelle Unterfranken, Alfred Spall, dem evangelischen Pfarrer Michael Fragner (Reichenberg) und dem Würzburger Rechtsanwalt Ulrich Heidenreich.   

Vor allem ältere Arbeitnehmer, die ihr Geld und ihre Kraft in einen UL-Betrieb investiert haben, würden oft aus nichtigem Anlass abgeschoben, wusste Landrat Zorn. Er nannte das Beispiel eines Mannes, der sein gesamtes Vermögen in die Glaubensgemeinschaft eingebracht habe, dann nicht in ein UL-Altenheim aufgenommen wurde und schließlich "ein Fall für die Sozialhilfe" wurde.   

Diplom-Psychologe Alfred Spall wies auf die psychischen Probleme von "Gescheiterten" hin. Gruppendynamik und Heilserwartung seien beim UL so hoch, dass ein Scheitern geradezu zwangsläufige Folge sei. Sektenbeauftragter Alfred Singer, für den das Universelle Leben "auch ein Verbraucherschutzthema" ist, bot für Notfälle, beispielsweise wenn es um Fragen der Unterbringung geht, kirchliche Kapazitäten an.   

Dass oft auch juristischer Beistand notwendig sei, beispielsweise bei Arbeitsgerichts-Prozessen, betonte Rechtsanwalt Ulrich Heidenreich. "Solche Auseinandersetzungen kosten Geld, das Aussteiger meistens nicht haben."   

Landrat Zorn regte an, einen Spendenfonds für mittellose UL-Aussteiger einzurichten. Ein solches Hilfskonto dürfe aber keinesfalls auf kirchlicher Basis laufen, meinte Sinner und schlug die Anbindung an eine Hilfsorganisation wie etwa das BRK vor. Sinner: "Es ist wichtig, ein neutrales Gesicht zu wahren." Der Minister will nun prüfen lassen, "wer so etwas machen kann".   

Als erste Anlaufstelle wollen ehemalige UL-Anhänger fungieren, die aber namentlich nicht in der Öffentlichkeit genannt werden wollen. Weil man keine "Feindbilder" schaffen will. Informationen und Anlaufstellen gibt es auch unter der Internetadresse www.michelrieth.de, die von Pfarrer Michael Fragner eingerichtet wurde.   
Von unserem Redaktionsmitglied gerlinde hartel

 
 
 
 

Leserbrief eines anonymen ehemaligen Anhängers des UL
 
Marktheidenfelder Anzeigenblatt 16.6.2001   

Leserbrief zur Anzeige des Universellen Lebens in der letzten Samstagausgabe   

Anläßlich der wieder mal großangelegten Werbekampagne des UL seien einmal einem schlichten Gemüt einige ketzerische Anmerkungen erlaubt.   

Es werden wie immer die weltumspannenden; allumfassenden Dimensionen gepriesen, die das hier am Fuße des Spessart ansässige Unternehmen aufweist. Gott selbst soll dies ins Leben gerufen haben. Doch wenn dieser gutheißt, es Sein Wille ist, was hinter den Kulissen abläuft, habe ich lange Zeit zu einem Götzen gebetet.   

Wie sich eine Gemeinschaft nach außen darstellt, ist eigentlich völlig bedeutungslos. Entscheidend ist einzig ihr Innenleben.   

Unter anderem bemißt sich ihr soziales und ethisch-moralisches Niveau am Umgang mIt denjenigen ihrer Mitglieder, die sich damit schwertun, die verordneten Regeln stets zu akzeptieren und sich den von einer Handvoll Obrigkeit eingeforderten Verhaltensnormen still zu beugen.   

Und gerade hier versagen die sogenannten Urchristen völlig.   

Wo ist ihr Herz für jene unter Ihnen, die noch eine eigene Meinung haben, nicht alles klaglos hinnehmen, die noch kritisch Ihren Verstand gebrauchen und es dazu noch wagen, dies auch zu äußern?   

Uneigenständig und einfältig sind die Schäflein von der Obrigkeit erwünscht, und jeder, der so naiv ist, eine andere als die offizielle Haltung zu vertreten fällt alsbald in Ungnade und bekommt die Härte urchristlicher Disziplinierungsmaßnahmen zu spüren.   

Sodann gibt es zwei Alternativen: entweder er resigniert, läßt sich gieichschalten und erfüllt fortan willig und lächelnd seine Pflichten -oder er bleibt ungebrochen, wIrd dann manche eigenartige Dinge erleben und irgendwann in typisch urchristlicher Art aus der Truppe entfernt werden. Dann sind allerdings meist schon viele Jahre ins Land gezogen. Er hat für gewöhnlich aufgrund seines "guten" Lohns nur noch Schulden, die Familie, sein soziales Umfeld, oder was davon noch übrig ist, ist gänzlich in Mitleidenschaft gezogen und je nach Beruf und Alter ist es mit einem ordentlich bezahlten Job "draußen“ auch nicht mehr einfach, ganz zu schweigen davon, dass so mancher Arbeitgeber den Bewerber mit UL-Vergangenheit ablehnt.   

Was aus der Kirche auf dem Grundstein des Urchristentums in einer Zeitspanne von 2000 Jahren geworden ist, haben die Heutigen in gut 20 Jahren vollbracht: Macht und Profit stehen an oberster Stelle. - Geist vor Geld? Gott oder Götze? Und wieder ist es Jesus Christus, der noch als Mäntelchen taugt, hinter dem man sich in mancherlei Hinsicht gut getarnt wähnt.   

Absurd daran Ist freilich, dass mit heftigsten Attacken gegen andere genau das angeprangert und bloßgestellt werden soll, was Im eigenen Inneren längst schon üblich geworden und auch nach außen hin kaum mehr zu verheimlichen ist.   

Wenn hier, am Fuße des Spessart, die Absolute Wahrheit und Weisheit zu Hause Ist, weshalb muß sie sich dann bei jeder banalen Gelegenheit zur Wehr setzen und Ihre Widersacher und Kritiker mit kostspieligen juristischen Verfahren, meist ohne Erfolg, In die Knie zu zwingen versuchen? Hat sie das nötig, muß sie sich auf diese Art beweisen? Aber man nennt das ja dann "Aufklären und Richtigstellen".   

In Wahrheit macht sich "die Wahrheit" damit lächerlich und unglaubwürdig.   

Noch viel Haarsträubendes gäbe es zu sagen, und noch weitaus deutlicher, Bände würde es füllen. Doch ist hier leider nicht mehr Platz für die nachträglichen Betrachtungen und Schilderungen eines Abtrünnigen von einer Gruppe, die den Eindruck zu erwecken sucht. sie wäre die spirituelle Elite unter der Sonne.   

Es gibt kein Monopol auf den Weg zu Gott.   
Gott ist Freiheit - die Ist bei euch nicht zu finden.   

Jetzt schon höre ich, wie der gemeinsame Aufschrei gegen meine "satanischen" Äußerungen angeordnet wird, Ich höre wie der Verfasser mit Häme überzogen wird und - bliebe er nicht anonym - sich dem Psychoterror nach bewährter urchrlstlicher Manier ausgesetzt sähe.   

Wer aus eigenem Erleben und den Erfahrungen vieler anderer darum weiß, wie es um urchristliche Gesinnung insgeheim wirklich bestellt ist, wird, was universelle Werbestrategen für viel Geld hinausposaunen, beim besten Willen nicht mehr in Einklang bringen.   

Zerplatzt sInd dann die Ideale und Visionen, die einst Anlaß waren, das "alte" Leben aufzugeben und gemeinsam mit anderen die Weit umzukrempeln und zum Positiven hin zu verändern.   

Wieder "draußen“, dämmert es ihm allmählich, welch eigenartiger Anstalt er entronnen ist: einem Kloster, einem Arbeitslager. einer Psychiatrie oder einer gelungenen Kombination aus diesen?   

Die Tiere stehen in jüngster Zeit wieder mal hoch Im Kurs und fraglos wird einiges für ihr Wohlergehen getan. Es stellt sich jedoch die Frage, ob das Augenmerk ebenso eifrig auf das Glück der zugehörigen Menschen gerichtet ist. Oder ob man nicht eher mit Eifer danach trachtet, dass Drohung, Druck und Zwang, Angst, Schuldgefühl und schlechtes Gewissen beim Fußvolk permanent in dem Maße gegeben sind, dass es gefügig bleibt und man es bis in die Tiefen des Seelenlebens vortrefflich unter Kontrolle halten kann.   

Wenn dem nicht so wäre, wieviele Anhänger wären dann noch da?   

Was soli das also mit der Drohbotschaft. die nur immer die bösen Anderen verkünden?   

Zuckerbrot und Peitsche - damit hält man immer schon das Volk im Zaum, macht es hörig und blind, bringt Heuchler, Duckmäuser und Maulhelden hervor. Eine Entwicklung zu Eigenverantwortung und Selbständigkeit, gar Frieden, Freiheit und Freude kann so niemals sich vollziehen, wird bewußt unterbunden.   

Name und Anschrift sind der Redaktion bekannt   
 

 
 
 
 
Fax-Info der AGPF von 1993 über das Universelle Leben (UL), früher "Heimholungswerk" (HHW) 

Stand: 21.1.93  

Das UL ist eine der wenigen der sog. Jugendreligionen, die in Deutschland ohne ausländischen Einfluß entstanden ist. Es wurde zunächst als "Heimholungswerk" bezeichnet und entfaltete alsbald nach Gründung intensive wirtschaftliche Tätigkeiten. Derzeit dürfte diese Gruppe wohl eine der am schnellsten wachsenden sein. Dazu beigetragen hat auch intensive Werbung in verschiedenen Medien, so auch in den elektronischen Medien, nämlich dem BTX-Dienst der Post. Dort war die Sekte zeitweilig unter dem populären Stichwort "Meditation" erreichbar. Deutliche Parallelen zum "New Age" sind erkennbar.  

Es gibt Anzeichen dafür, daß es sich um eine Art Kunstreligion handelt, gegründet von dem ehemaligen Frankfurter Notar Dr. Hofmann, der 1970 Fachhochschul-Professor in Würzburg wurde. Dr. Hofmann war Anhänger des Maharishi Mahesh Yogi (Markenzeichen: "Transzendentale Meditation"), der dank seiner Kontakte zu den BEATLES der erste indische Guru war, der im Westen auch große finanzielle Erfolge hatte. Hofmann hat ab etwa 1979 Gabriele Wittek betreut, die zuvor in "Seancen"als "Medium" in Erscheinung getreten war und religiöse und mediumistische Offenbarungen verlautbart hatte. (Dr. Hofmann wohnt seit damals unter der Anschrift des Ehepaares Wittek, Rudolf Wittek ist "Dipl. Wirtsch. Ing. FH Dir.").  Seither enthalten die Äußerungen der Gabriele Wittek neben christlichen und esoterischen Begriffen auch hinduistische. Kurz darauf wurden Vereine und Firmen gegründet. Das Angebot war von Anfang an breit gefächert und diversifiziert. Die daraus resultierenden unterschiedlichsten Tätigkeiten und Möglichkeiten in vielen Branchen festigen die Bindung der Anhänger an die Organisation.  

Heute dürfte diese Organisation etwa 40.000 Anhänger in Deutschland haben. Sie ist damit eine der größten unter den neuen Sekten. Die Organisation tritt unter folgenden Namen auf, wobei zu jedem Namen eine Organisation oder zumindest ein Organisationsbereich gehört:  
   

  • Ich helfe Dir e.V.: Unter diesem Namen wird eine Privatschule betrieben.
  • Christusstaat
  • Neues Jerusalem
  • Bund-Gemeinde NEUES JERUSALEM
  • Gemeinde HELIOS
  • Innere- Geist-Christus-Kirche
  • Innere Gemeinde
Hinzu kommen drei "Kulturträgervereine":  
  • Kultur im Leben und Denken e.V.
  • Studenten im Universellen Leben e.V. - Gesellschaft für Wissenschaften im Universellen Leben e.V.
Der Organisation ist auch eine politische Partei angegliedert: Urdemokraten für Recht und Freiheit. Seit 1990 ist die Gruppe mit einem Sitz im Gemeinderat von Hettstadt vertreten. Wenn die Gruppe dort ihre sämtlichen Pläne verwirklicht, kann sie durchaus die Mehrheit im Gemeinderat übernehmen.  

Außerdem wird eine Nachrichtenagentur betrieben, die CNA - Christliche Nachrichten-Agentur.  

Zum wirtschaftlichen Bereich gehören zahlreiche Firmen. Allein in Handelsregister von Würzburg sind mehr als 140 "Christusbetriebe" eingetragen. Hinzu kommen ständig wechselnde Gewerbebetriebe.  

Die Fa. GUT ZUM LEBEN GmbH, die zu den Marktführern im Bereich Bio-Landwirtschaft gehört.  
Eine Naturheilklinik im Spessart-Ort Michelrieth.  
Mindestens elf Kapitalgesellschaften.  
Eine eigene Bank.  
Etwa hundert Dienstleistungsbetriebe und weitere Firmen auf  den Gebieten EDV, Elektronik, Textilien, Sanitär- und Trinkwasserversorgung Baugewerbe, Immobilien-Vermittlung und Werbung.  

In der Berichterstattung der Medien haben Berichte über intensive Bautätigkeit alles andere überdeckt. UL-Anhänger hatten in Hettstadt bei Würzburg etwa 50 Grundstücke aufgekauft, um dort ein "Neues Jerusalem" zu gründen. Inzwischen wurde in der Nähe ein 140-Hektar-Gut gekauft und durch Doppelzaun "wie einst an der deutsch-deutschen Grenze" (Der Spiegel 17.5.93), Sichtblenden, Schranke mit Sprechanlage und Schildern mit Warnungen vor "Pflichtbewußten Hunden" als "Bollwerk" (Der Spiegel) ausgebaut.  

In letzter Zeit geht die Organisation gegen Kritiker massiv vor. Beispielhaft für die Ausschöpfung aller nur denkbaren Rechtsmittel sei eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen  den Bürgermeister von Hettstadt erwähnt. Dieser habe "während der Dienstzeit" an einer Gerichtsverhandlung teilgenommen. Der Hettstadter Bürgermeister ist im übrigen der Ansicht, daß es sich bei dieser Organisation keineswegs um eine Glaubensgemeinschaft, sondern um einen Konzern mit weitverzweigten Geschäften und "knallharten Methoden" handelt: 'Jeder darf glauben was er will', sagt Zorn, 'wir wehren uns nicht gegen Menschen, sondern gegen die Manager und Drahtzieher im Hintergrund'. Hinter der Prophetin Gabriele Wittek stehe eine kleine Riege von Geschäftemachern, die mit allen Wassern gewaschen sei.  

Literatur:  
Haack, Friedrich-Wilhelm  
Das Heimholungswerk der Gabriele Wittek und die Neuoffenbarungsbewegung  
Ev. Presseverband für Bayern, München 1985,  ISBN 3-583-50641-3  

Bei der AGPF kann eine Sammlung von Presseartikeln angefordert werden.  

Ingo Heinemann  
21.11.93 

 


Immobiliengeschäfte

Immobiliengeschäfts scheinen auf den ersten Blick nicht zum üblichen Geschäftsbereich des Universellen Lebens zu gehören.
Allerdings nur dann, wenn man den Ankauf zahlreicher Grundstücke für Wohnhäuser und den Besitz zahlreicher Immobilien nicht berücksichtigt.
Dazu insbesondere auch das Buch von
Hans-Walter Jungen
Universelles Leben: Die Prophetin und ihr Management
Ob das hier geschilderte Immobiliengeschäft den UL zuzurechnen ist, bleibt abzuwarten.

 
Main-Post 27.10.2000  

Ehemalige Besitzerin von Schloss Gelchsheim fühlt sich "über den Tisch gezogen"  
Ein letzter Blick zurück im Zorn  

GELCHSHEIM · Der Verkauf des Schlosses Gelchsheim an den Würzburger Arzt Dr. Rainer Graf geht der 79-jährigen ehemaligen Besitzerin Freia Rothe ganz schön an die Nieren.   

 VON HARALD KORB  

 Freia Rothe verlässt Gelchsheim nach 29 Jahren, in denen der Ort - besser das Schloss Gelchsheim - ihr Lebensmittelpunkt war. Jetzt, wo die Koffer gepackt sind, packt Freia Rothe aus, nachdem sie lange zum Verkauf ihres Schlosses, der dazugehörigen Gebäude und Grundstücke - insgesamt rund 3,5 Hektar - geschwiegen hatte.  

 Den Verkauf betrieb die heute 79-Jährige nach eigenen Angaben, seit 1998. "Es war mir alles zu beschwerlich geworden", erinnert sich die alte Dame. Erworben hatte sie das Schloss Gelchsheim 1971 für einen Betrag "über 100 000 Mark". Das Gebäude hatte bis zum Kauf fast zehn Jahre leergestanden und war recht marode. Ihr Wunsch: Eine Heimstatt für Rollstuhlfahrer schaffen. Der Grund: Sie selbst saß nach einem Unfall vier Jahre im Rollstuhl, bevor sie wieder gehen konnte.  

 Seit 1971 baute Rothe zusammen mit ihrer Tochter das Erholungs- und Wohnheim für Rollstuhlfahrer kontinuierlich aus, erwarb Gebäude und Grundstücke dazu. "Alles in allem habe ich in Schloss Gelchsheim rund 6,3 Millionen Mark investiert," erzählt die Ex-Schlossherrin. Im Heim für Rollstuhlfahrer lebten bis zu 40 Dauergäste, betreut von über 16 Angestellten.  

 "Mit 6,3 Millionen ging ich auch in die Verkaufsverhandlungen im Jahr 1998," erzählte Rothe. Bald habe sie aber feststellen müssen, dass das nicht zu erzielen war. Zu den Interessenten gehörte auch die katholische "Dominikus Ringeisen-Stiftung".  

 Fatal in dieser Situation: Rothe nahm keine neuen Rollstuhlfahrer mehr auf. Sie wollte den Leuten die unsichere Situation nicht zu muten. So sanken die Einnahmen. "Da drängten die Banken natürlich irgendwann", weiß sie noch. In ihren Preisvorstellungen war Rothe mittlerweile bei fünf Millionen Mark gelandet.  

 In dieser Situation habe sich Ende 1999 Dr. Rainer Graf, praktischer Arzt aus Würzburg, gemeldet. Der sei, so Rothe, vom Schloss begeistert gewesen. Sein Plan: Eine Kurklinik für Naturheilverfahren sollte aus dem Gelchsheimer Anwesen werden. "Davon war ich so begeistert, dass ich bei den ersten Verhandlungen gleich noch mal um 500 000 Mark runter gegangen bin," sagte Rothe. Der Vertragsabschluss war nach einem Notartermin am 29. Dezember 1999 unter Dach und Fach. Das Geld, 4,5 Millionen Mark, sollte Ende Februar 2000 auf ihrem Konto sein.  

 Allerdings: Der Februar verstrich und von den 4,5 Millionen war nichts zu sehen. "Irgendwann kamen zweimal 100 000 Mark. Einfach lächerlich. Ich war enttäuscht," erinnert sich Rothe. In dieser Situation war die alte Dame unter Druck geraten. Kein Geld vom Käufer - Forderungen von den Banken.  

 "Dann kam der schreckliche Tag", weiß die Ex-Schlossbesitzerin zu erzählen. "Bei einem Besichtigungstermin kam von Seiten des Dr. Graf der Vorschlag, noch mal eine Million nachzulassen. Dann könnte man über einen schnellen Geldfluss reden. Und überhaupt sei das doch besser, als in die Zwangsversteigerung zu kommen", erinnert sich Rothe an Dr. Grafs Worte. Rothe wusste, dass die Geldinstitute nur bis Juli still halten würden. Nach einer intensiven Beratung mit ihrer Rechtsanwältin, stimmte sie schließlich zu.  

 Bei den folgenden erneuten Vertragsverhandlungen habe der Würzburger Rechtsanwalt Dr. Manfred Mohr die Interessen des Dr. Graf vertreten. Die neuen Verhandlungen schockierten die 79-Jährige und raubten ihr jedwede Illusion: Am Ende soll sie für ihre Besitzungen 3,8 Millionen erhalten.  

 "Die haben mich über den Tisch gezogen," urteilt Rothe, die ihren Ruhestand in Schleusingen in Thüringen verbringen will. "Wenn ich ins Auto steige, werfe ich einen Blick zurück - im Zorn," prophezeit sie. Einen Besuch der alten Dame im Schloss wird es wohl nicht mehr geben.  


Freitag, 27.10.2000 - Marktheidenfeld  
Katholischer Sektenbeauftragter sieht Verbindungen zum Universellen Leben:  
Mitglied der Bundgemeinde Neues Jerusalem  
GELCHSHEIM (RAIS)   Bürger vermuten, hinter dem Kauf des Schlosses könnte die Glaubensgemeinschaft Universelles  Leben (UL) stehen. Der Sektenbeauftragte der Diözese Würzburg, Pfarrer Alfred Singer, sagte bei  einer Informationsveranstaltung in Gelchsheim, es sei bekannt und von Menschen, die das UL  verlassen haben, bestätigt, dass Dr. Rainer Graf der "Bundgemeinde Neues Jerusalem" angehört,  die 1996 die Verantwortung für das UL übernahm.  

Schließlich habe Graf seine Praxis bisher in Würzburg, Marienstraße 1, einem Gebäude, in dem  mehrere Firmen ihren Sitz haben, die als "Christusbetriebe" dem Bereich des UL zuzurechnen  sind.  

Singer fand weitere Anzeichen, die auf das UL hindeuten. Am 9. März 2000 sei im Handelsregister  eine "Schloss Gelchsheim Verwaltungs-GmbH" mit den Geschäftsführern Dr. Graf und Carsten  Schlechtweg (Marktheidenfeld) eingetragen worden. Schlechtweg habe laut Handelsregister  bereits in mehreren "Christusbetrieben" als Geschäftsführer fungiert.  

Schlechtweg ist am 30. Juni allerdings als Geschäftsführer der Schloss Gelchsheim  Verwaltungs-GmbH wieder ausgeschieden.  


Freitag, 27.10.2000 - Marktheidenfeld  

Dr. Rainer Graf:  
"Guten Preis erzielt"  

GELCHSHEIM (RAIS/ORB) Auf Anfrage schildert der Würzburger Arzt Dr. Rainer Graf aus seiner Sicht die Umstände des Verkaufs des Gelchsheimer Schlosses. Graf schreibt unter anderem:  

"Es ist richtig, dass ein Kaufvertrag mit Frau Rothe über den genannten Betrag geschlossen wurde. In mehreren Gesprächen bekam ich eine mündliche Zusage von einer Bank, die das Projekt finanzieren wollte. Nach einer Begutachtung lehnte diese unerwartet die Finanzierung von heute auf morgen ab.  

Mein Fehler war, den Kaufvertrag ohne schriftliche Zusage der Bank abgeschlossen zu haben. Im Einvernehmen mit Frau Rothe habe ich mit 14 Banken verhandelt, um schnellstmöglich eine Finanzierung auf die Beine zu stellen. Dabei stellte sich heraus, dass nach Gutachten der Banken der Beleihungswert des Schlosses bei einem Drittel des Kaufpreises lag.  

Wegen des überhöhten Kaufpreises lehnten alle Banken die Finanzierung zunächst ab. Obwohl ich mich in einer Zwangslage befand  . . . habe ich Frau Rothe zweimal 100 000 Mark gegeben, um ihr über die größten Schwierigkeiten hinweg zu helfen . . . Durch weitere intensive Bemühungen und persönliche Bürgschaften aus meinem Familienkreis konnte ich schließlich doch noch ein Finanzierungsinstitut finden, das bereit war, den Kaufpreis, allerdings mit einem Abschlag um 15 Prozent, zu finanzieren. In zwei weiteren Gesprächen mit Frau Rothe und ihrem Rechtsbeistand entschied sich Frau Rothe . . . das letzte Angebot einem Rücktritt mit Abfindung vorzuziehen. Der Kaufpreis wurde entsprechend den Bedingungen der Bank um 700 000 Mark reduziert. Daneben bekommt Frau Rothe Zinsen im sechsstelligen Bereich. Ferner konnte sie noch einige Monate kostenlos wohnen . . .  
Die Aussage mit der Zwangsversteigerung habe ich nicht gemacht." 

 
 
 
  Main-Post 26.5.2001  
Scharmützel um das Friedensreich  
Hettstadt/Greussenheim Ihr Wille geschieht, wo Menschen an sie glauben. Gabriele Wittek, in der Anhänger der Glaubensgemeinschaft "Universelles Leben" (UL) eine Prophetin sehen, macht sich daran, vor den Toren Würzburgs ein "Werk der Nächstenliebe an Natur und Tieren" aufzubauen. Zig Hektar Land sind gekauft, Hunderte Hektar sollen es werden. Geld spielt offensichtlich keine Rolle.  

Die Zeitschrift "Das Friedensreich" bereitete Ende vergangenen Jahres die Anhänger der umstrittenen Glaubensgemeinschaft auf tief greifende Veränderungen im "Universellen Leben" vor. Gabriele Wittek, nach eigenem Verständnis "Sprachrohr Gottes", rechnete mit "Unchristen" unter ihren Gefolgsleuten ab, mit denen sie nicht zufrieden war. Dann berichtete sie, Gott habe nun einen "Bund mit den Tieren und der ganzen Natur" geschlossen.  

Eine "Gabriele-Stiftung" soll die finanzielle Grundlage bilden, um "Hunderte Hektar" Land zu kaufen: Wiesen, Felder und Wälder. Armin Grätzer, der beim UL die Finanzen managt, hat Zugriff auf die Konten der Stiftung überall in Europa, auf denen die "Gaben der Nächstenliebe" eingehen.  

Eine Hochglanz-Broschüre erläutert: Mit dem "Saamlinischen Werk" solle wieder gut gemacht werden, "was Menschen seit Jahrtausenden den Tieren und der Natur angetan haben". Die Verfasser erwecken Abscheu vor "grenzenlosen Auswüchsen des Tierkannibalismus" - Massentierhaltung und -schlachtung - und brandmarken Jäger als "hinterlistige Beutefänger". Vor solchen "erbarmungslosen Menschen" will "Schwester Gabriele" künftig "Bruder Hase" und "Geschwister Rehkitz" bewahren.  

Das geht nur, wenn "friedvoller" Lebensraum für Tiere geschaffen wird. Viel Lebensraum.  

Die Aufkäufer sind unterwegs. Sie waren erfolgreicher, als vielen lieb ist, die im UL eine totalitäre Sekte mit Absolutheitsanspruch sehen, die den einzelnen Menschen entmündigt.  

Die Aufkäufer haben mehr zu bieten als die drei Mark, die bisher für den Quadratmeter mittlerer Bonität gezahlt wurden. Mehr als 25 Hektar Ackerland in Hettstadts Flur hat das von UL-Anhängern geführte Gut Greußenheim (Lkr. Würzburg) in den vergangenen Monaten von Privatleuten gekauft, wissen Insider.  

Auf Greußenheimer Gemarkung summieren sich Feld- und Waldflächen, die in die Hände von UL-Anhängern wechselten, auf 20 bis 100 Hektar, ist im Dorf zu hören. In Birkenfeld und Billingshausen (Lkr. Main-Spessart) wechselten durch universelle Landnahme 43 Hektar den Eigentümer. Auch in Leinach kaufen Anhänger Witteks jeden Quadratmeter, den sie bekommen können, bestätigt ein Anruf im Rathaus. Zusätzlich haben "Christusfreunde" vom UL beträchtliche Flächen langfristig gepachtet.  

"Millionen zum Nutzen aller Bürger einsetzen"   
Dr. Gert-Joachim Hetzel Rechtsanwalt im UL  

Dass damit der Landhunger nicht gestillt ist, beweist ein Angebot, das Dr. Gert-Joachim Hetzel den Hettstadtern unterbreitete. Der Rechtsanwalt, der die Interessen von UL-Mandanten vertritt, bot 4,5 Millionen Mark für rund 60 Hektar (600 000 Quadratmeter) Wald unweit des Gutes Greußenheim, den "Tännig".  

Das ist ein Vielfaches des materiellen Wertes. Regelmäßig wird nämlich in Hettstadt für den Quadratmeter Wald nur eine Mark erzielt. Jurist Hetzel lockte: "Selbst wenn die Gemeinde sich im Falle eines Verkaufes Ersatzwald beschaffen würde, blieben immer noch Millionen übrig, die bei der seit langem anstehenden Altort-Sanierung sinnvoll zum Nutzen aller Bürger eingesetzt werden könnten."  

Doch die Vertreter der Bürger waren sich einig: Der Gemeindewald ist unverkäuflich.  

Zu den Fakten kommen Spekulationen. Mit einem Schlag kämen 300 Hektar für das "Friedensreich" zusammen, wenn es gelänge, den Hettstadter Hof zu kaufen. Doch der Eigentümer, Albrecht Freiherr Groß von Trockau, denkt nicht daran, sich von dem Hofgut zu trennen. Das beteuern die Verwalter Robert Reitzle (Hettstadt) und Karl Niklas (Baar/Schwaben). Es liege ja nicht einmal ein Angebot vor, sagt Niklas.  

"Selig sind die Sanftmütigen", predigt die "Prophetin". Ihre Anwälte befleißigen sich eines anderen Tons. Anwalt Hetzel purzeln schon mal Polemiken aufs Papier, wenn es sich bei dem Adressaten aus Hettstadt um einen der "hinterlistigen Beutefänger" handelt, einen Jagdpächter also. Seine Mandanten auf Gut Greußenheim hätten nächtens Geschosse pfeifen und Gewehre knallen hören, es werde offensichtlich verbotenerweise mit Nachtsicht-Geräten gejagt beziehungsweise im fremden Revier gewildert. Letzteres schlössen seine Mandanten auch daraus, schreibt der Anwalt, dass die Jagdpächter "direkt an unserer Jagdgrenze" einen "Wachturm" errichtet haben, der, wie Hetzel stichelt, "entweder unmittelbar von den Grenzanlagen der ehemaligen DDR-Todesgrenze stammt oder einen detailgetreuen Nachbau darstellt". Die Jäger wollten die "Grenzschießanlage" wohl benutzen, um jede Bewegung auf Gut Greußenheim zu kontrollieren, zu registrieren und weiter zu melden.  

Haben die "Urchristen" auf Gut Greußenheim etwas zu verbergen? Als sicher kann gelten, dass "Schwester Gabriele", wie die "Geschwister" Frau Wittek nennen, zumindest zeitweise auf dem Hofgut lebt. Sie scheut die Öffentlichkeit, gleiches gilt für die kleine Schar der führenden Köpfe der Glaubensgemeinschaft.  

Die Gefolgsleute der "Prophetin" ließen den anwaltlichen Worten Taten folgen. Nur wenige Meter neben dem Hochsitz der Hettstadter Jagdpächter stellten sie ihrerseits einen Hochsitz hin, versehen mit einer elektronischen Kamera.  

Wenn nun Hettstadts Jäger ihre Hochsitze erklimmen, um die Keiler und Bachen zu dezimieren, die auf den Feldern schon viel Schäden angerichtet haben, bleibt das deren erklärten "Beschützern" nicht verborgen.  

In Geländewagen schwärmen die "Urchristen" von Gut Greußenheim aus und lärmen kräftig, um ihre borstigen Geschwister zu warnen.  


Scharmützel um das Friedensreich.   
"Apokalypse weltweit"  
Die Abrechnung der Gabriele Wittek  
Hettstadt/Greussenheim (tito)  

Mit bisher noch nie da gewesener Offenheit hat Gabriele Wittek in der ersten Ausgabe des neuen UL-Journals "Das Friedensreich" (12/00) "Fehlentwicklungen" angesprochen, die sich nach dem Urteil der "Prophetin" in der vormaligen "Bundgemeinde Neues Jerusalem" vollzogen haben. Letztere galt jahrelang als erweiterter Führungszirkel.  

Wittek beklagt Umstände, die erklären, warum nicht alle "Christusbetriebe" den gewünschten Profit brachten. "Viele haben die Lehren und Hinweise an sich selbst nicht verwirklicht." Manche hätten sich als "Unchristen" erwiesen.  

Wittek verkündet Konsequenzen. Gott habe die Natur und die Tiere den Menschen weg genommen und in die Hände von Geistwesen und göttlichen Wesen der Natur (Saamlin) gelegt.  

Noch drohender äußert sich die "Posaune Gottes" in einer "Offenbarung" Ende Februar. "Hört auf, eure Mitgeschöpfe, die eure Tiergeschwister sind, zu verzehren." Würden die Menschen diese Warnung abermals "dem Wind übergeben", folgten unausweichlich weltweite Katastrophen, die Hunderttausende hinweg raffen würden. "Die weltweite Apokalypse ist im Gange."  

Schuldzuweisungen und Endzeit-Szenarien dürften den ohnehin beachtlichen Druck auf die UL-Anhänger weiter erhöhen. Ein Aussteiger aus dem UL, der nicht genannt werden will, sieht weitere Veränderungen bei den "Christusbetrieben" voraus. Was nicht profitabel sei, werde "den Bach runter gehen."  

Thema intern  

Was unterscheidet das "Universelle Leben" von der Katholischen und der Evangelischen Kirche? Vor allem eines: Keine der Amtskirchen hat eine "Prophetin der Jetztzeit", die aktuelle "Botschaften Gottes" verkündet. Schneller und radikaler, als es bei den großen Kirchen jemals geschehen könnte, ändert so die Glaubensgemeinschaft aus Würzburg ihre Richtung, ihre Ideologie.  

Was "Prophetin" Gabriele Wittek verkündet, ist "das absolute Gesetz". So lässt sich absolut exakt bestimmen, wie Menschen und Geld eingesetzt werden, um die Ziele des UL zu erreichen. Heute ist es das Friedensreich für Tiere und die Natur. Was wird morgen sein? Spannend vor allem für die, die durch Gebet, Geld und ihrer Hände Arbeit dazu beitragen, dass das UL wächst und gedeiht.  

Vorgeschmack  
Standpunkt  

Heute so, morgen so. So schnell sich die Prioritäten bei der Glaubensgemeinschaft "Universelles Leben" ändern, so schnell fällt der Schatten der Ungnade über "Urchristen". Plötzlich ist "Unchrist", wer gestern noch zu den Auserwählten zählte. Nur ein Widerspruch. Ein anderer wird im Umgang mit den Menschen deutlich. "Selig sind die Sanftmütigen" - so lautet die Theorie. Doch im Umgang mit Kritikern ziehen die Juristen des Glaubens- und Wirtschaftsimperiums ganz andere Saiten auf. Schon wer unbequeme Fragen stellt, wird zum Handlanger der Amtskirchen oder zum "Hofschreiber" gestempelt. Wer sich gar vor Gut Greußenheim blicken lässt, wird schnell von einem "Gewappneten" - so heißt der Sicherheitsdienst des UL - aufgespürt und fotografiert. Ein Vorgeschmack auf das "Friedensreich", das dort entstehen soll. 

 
 
 
Main-Post 30.6.2001  
Das Friedensreich und die Autobahn  
Greussenheim Nicht immer liegen die Interessen der Glaubensgemeinschaft "Universelles Leben" und die der Gemeinden um Gut Greußenheim auf einer Linie. Bei der Autobahn-Westumgehung jedoch ziehen die ungleichen Partner an einem Strang.   

Auch der Anwalt der Glaubensgemeinschaft Universelles Leben schreibt nach Berlin  

Man muss kein Prophet sein, um zu sehen, wie die "Prophetin" des "Universellen Lebens" (UL) über die Autobahn-Westumgehung denkt. Jeder der beiden der von der "Machbarkeitsstudie" empfohlenen Trassen würden quasi vor Gabriele Witteks Haustüre vorbei ziehen.  

Wittek lebt mit einigen ihrer Anhänger auf dem Hofgut Greußenheim, wissen Insider. Und sie will mit ihren Gefolgsleuten um das Gut herum ein "Friedensreich" für die Natur und die Tiere errichten, wie die Main-Post Ende Mai berichtete.  

Die Autobahn würde gewaltig in die Landschaft eingreifen. Das gilt in besonderem Maß aus Sicht der umstrittenen Glaubensgemeinschaft, denn die Trasse würde das "Friedensreich" durchschneiden. Was Menschen mit einem Hang zum Sarkasmus kommentierten, dann werde das UL eben eine Raststätte an der Autobahn bauen und gemäß dem Credo ihrer "Prophetin" ausschließlich vegetarische Gerichte anbieten.  

Um die Autobahn-Lobbyisten auszubremsen, wendet sich Rechtsanwalt Dr. Christian Sailer im Auftrag seiner Mandanten von Gut Greußenheim an den Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages. Der tritt am 4. Juli zusammen. In den vergangenen Wochen hieß es immer wieder, das Gremium werde die Aufnahme der Westumgehung in den Bundesverkehrswegeplan beraten, wenn nicht gar entscheiden. Gestern verlautete in einer Stellungnahme der SPD-Landesgruppe im Bundestag, eine Beschlussfassung stehe überhaupt nicht zur Diskussion. (siehe Berichterstattung im Frankenteil, Seite A 1/B 3).  

Aus dem Schreiben wird deutlich, dass Sailers Mandaten in Sachen Westumgehung voll auf der Linie all der Menschen liegen, die eine Autobahn nördlich und westlich der Mainfrankenmetropole für zerstörerisch, wenig sinnvoll, ja für nicht zulässig halten. Sailer fasst die "schwersten planungsrechtlichen Bedenken" zusammen:  

> Die jetzige Vorgehensweise verstößt gegen das Raumordnungsgesetz, wonach "in verkehrlich hoch belasteten Räumen und Korridoren die Voraussetzungen zur Verlagerung von Verkehr auf umweltverträglichere Verkehrsträger wie Schiene und Wasserstraße zu verbessern seien. Das sei nicht einmal geprüft worden.  
> Das Projekt verstößt gegen das Bayerische Landesplanungsgesetz: Hiernach sollen "in Entwicklungsachsen überörtliche  
Infrastruktureinrichtungen gebündelt werden". Im vorliegenden Fall wird nicht gebündelt, sondern der vorhandene Verkehrsstrom durch die Landschaft verteilt - im Umfang von rund 50 000 Fahrzeugen pro Tag.  
> Dies verstößt auch gegen das Landesentwicklungsprogramm Bayern, in dem festgelegt ist: "Verkehrserschließungen und die Anbindung an die Stadt- und Umlandbereiche in Verdichtungsräumen sollen bevorzugt entlang der Entwicklungsachsen ... erfolgen".  
> Ferner gebietet auch das Landesentwicklungsprogramm Bayern so wie schon das Raumordnungsgesetz des Bundes, dass "beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur der Verkehrsträger Schiene nachhaltig gestärkt" wird, "mit dem Ziel, Verkehr so weit als möglich auf die Schiene zu verlagern". Derartige Überlegungen scheinen bei der Machbarkeitsstudie, keine Rolle gespielt zu haben, folgert der Anwalt.  

Christian Sailer kritisiert zudem schwerwiegende Abwägungsdefizite: Der "Mittelkorridor" führt weder zu einer effektiven Entlastung Würzburgs noch zu einer effektiven Erschließung des Bereiches Gemünden/Karlstadt/Lohr.  

Alle Varianten verstießen massiv gegen die Belange des Natur- und Umweltschutzes und bringt die von seinen Mandaten betriebene Landwirtschaft ins Spiel, "die rein ökologisch und ohne Nutztierhaltung praktiziert wird."  

In zahlreichen Gemeinden liefen bis Donnerstag Abend Unterschriften-Aktionen gegen eine "Autobahn-Westumgehung". In Hettstadt haben mehr als 1400 Bürger gegen die Autobahn unterschrieben, hieß es gestern, in Greußenheim sollen es mehr als 800 sein. Unter anderen wird argumentiert, die neue Trasse sei gerade mal acht Kilometer kürzer als die bestehende. Für Lastkraftwagen, die mit 80 Stundenkilometer rollen, errechne sich dann eine Einsparung von gerade sechs Minuten.  
Von unserem Redaktionsmitglied Tilman Toepfer

 
 
 
 
Main-Post 3.8.2001  

Tännig-Wald unverkäuflich  

Hettstadt Der Gemeinderat Hettstadt bleibt dabei: Der "Tännig" wird nicht verkauft. Die Verwaltung der "Gabriele-Stiftung", geführt von Anhängern der Glaubensgemeinschaft "Universelles Leben" (UL), hatte der Gemeinde zuletzt sechs Millionen Mark für rund 60 Hektar Gemeindewald geboten.  

UL bot sechs Millionen  

Die Glaubensgemeinschaft will um ihr Gut Greußenheim ein "Friedensreich für Natur und Tiere" errichten (siehe heute auch im Frankenteil). Unweit des Hofgutes, das die UL-Zentrale beherbergen soll, liegt der "Tännig", Hettstadter Gemeindewald.  

Schon im Frühjahr hatten Anhänger von "Prophetin" Gabriele Wittek der Gemeinde 4,5 Millionen Mark geboten. Der Gemeinderat lehnte damals ab. Jetzt hat die Gabriele-Stiftung das Angebot um 1,5 Millionen Mark erhöht.  

In einem Schreiben, das alle Bürgerinnen und Bürger Hettstadts in ihren Briefkästen vorfanden, werben die Verfasser, sie wollten "weiteren Wald" kaufen, in dem "die übliche Jagd" nicht ausgeübt wird, der frei sei von "gewalttätigen Einwirkungen". Die Gemeinde könne das Geld für die "Altstadtsanierung" einsetzen.  

Ganz und gar nicht friedfertig liest sich der zweite Teil des offenen Briefes. Bürgermeister Eberhard Götz verteidige die Privilegien einzelner Gemeinderatsmitglieder "gerne mit dem schwachsinnigen Argument vom Ausverkauf der fränkischen Heimat", polemisieren die Verfasser. UL-Kritiker werden als einfältige Zeitgenossen, notorische Lügner oder schizophrene Verleumder beschimpft.  

Die Gemeinderäte reagierten in der Sitzung am Mittwoch gereizt. Unverschämt und provokativ sei der Ton des Schreibens, waren sich alle außer Anni Haas-Weller einig, die die Interessen des UL vertritt. "Eine Nötigung des Gemeinderats", fand Bürgermeister Eberhard Götz.  

Mit dem Offenen Brief wolle das UL einen Keil zwischen Bevölkerung und Gemeinderat treiben, stellte 2. Bürgermeister Hermann Freund fest. SPD-Fraktionschef Elmar Maag will überprüft wissen, ob das Schreiben nicht "Volksverhetzung" ist. Der Tännig sei "für jeden Betrag der Welt unverkäuflich". Ludwig Kees empörte sich, wer das Argument vom Ausverkauf der fränkischen Heimat als schwachsinnig bezeichne, der wissen nicht, was Heimat ist. Das gelte auch für die, die ihr Ackerland an das UL verkaufen.  

Gegen die Stimme von Anni Haas-Weller beschloss das Gremium, den Tännig auf keinen Fall zu verkaufen und mit der Gabriele-Stiftung keine Grundstücksgeschäfte zu tätigen.  

Von unserem Redaktionsmitglied Tilman Toepfer

 
 
 
 

Impfung: Ja oder nein?

In der Zeitschrift Christusstaat (10/87) hieß es, Impfungen stecke "mangelndes Vertrauen zur Führung durch Gott".
In der Main-Post vom 09.04.2001 war zunächst einer kurzen Notiz zu enthejen, daß dies offenbar nicht für Tiere gilt:
 

 Gescheitert ist der Versuch des dem Universellen Leben nahe stehenden Vereins "Heimat für Tiere" aus
 Marktheidenfeld (Lkr. Main-Spessart), 47 seiner Schützlinge vorsorglich gegen die Maul- und Klauenseuche impfen  zu lassen. Das Argument des Vereins, bei dem Schutz dieser Tiere von der Kuh bis zum Meerschweinchen gehe es  um "hochrangige Rechtsgüter", beeindruckte das Würzburger Verwaltungsgericht nicht. Die Achte Kammer lehnte den Antrag mit der Begründung ab, dass das Interesse des Vereins geringer sei als das "Interesse am generellen Impfverbot" der Europäischen Union.
 
 
DPA  9.4.01  
Verein darf Tiere nicht gegen Maul- und Klauenseuche impfen  

Würzburg (dpa/iby) - Der Verein «Heimat für Tiere» darf die Klauentiere seines Tierhofes im Landkreis Main-Spessart nicht gegen die Maul- und Klauenseuche impfen. Das Verwaltungsgericht Würzburg wies einen entsprechenden Antrag am Montag ab.  

Das Gericht verwies auf eine Studie der Kommission über die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche; danach sei eine Politik der Nichtimpfung für die Gemeinschaft ins gesamt einer Impfpoiitik vorzuziehen. Die Kaminer sei nicht in der Lage, in dem Streit über die veterinärmedizinische und seuchenhygienische Richtigkeit einer solchen Vorgehensweise Stellung zu beziehen, hieß es in der Urteilsbegründung.  

Zudem verwies das Gericht darauf, dass auch wirtschaftliche Erwägungen ein hinreichender Grund für den Verzicht auf Impfungen sein können. Dem hatte der klagende Verein immaterielle Überlegungen des Tierschutzes entgegenstellt, was das Gericht allerdings im Zusammenhang mit dem MKS-Problem für falsch hält.  

Der Verein, der der umstrittenen Glaubensgemeinschaft «Universelles Lebens» nahe steht, unterhält im Landkreis Main-Spessaft einen Tierhof mit 150 Tieren, darunter auch Ziegen, Schafe, Hängebauchschweine, Wildschweine, Lamas und Kühe. Für diese Klauentiere beantragte der Verein beim zuständigen Veterinäramt eine Ausnahmegenehmigung zur Impfung gegen Maul- und Klauenseuche.  

Er begründete dies damit, dass seine Tiere nicht für den Handel und die Schlachtung bestimmt seien. Nachdem das Veterinäramt den Antrag abgelehnt hatte, zog der Verein vor das Würzburger Verwaltungsgericht.

 
 



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