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Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung e.V., Bonn
Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/Warnung.htm  Zuletzt bearbeitet am 1.5.2004
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Warnung und Aufklärung
Warnung vor Gefahren beinhaltet immer auch die Prognose,
daß diese Gefahr auch künftig vorhanden sein wird.
Nur eine negative Prognose rechtfertigt eine Warnung.
Eine solche Prognose muß sich auf Tatsachen stützen.
Wenn die Gefahr von Handlungen ausgeht, muß früheres Handeln berücksichtigt werden.
Ebenso, seit wann die Gefahr bekannt ist und wie auf Kritik reagiert wird.


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Zunächst einmal: Sekten sind sehr unterschiedlich. Nicht alle sind gefährlich und nicht vor allen muß gewarnt werden. Deshalb ist eine generelle Warnung vor Kontakten nicht angebracht und wäre wohl auch unwirksam.

Aber:
Vor Gefahren muß gewarnt werden.
Besonders, wenn sie nicht ohne weiteres erkennbar sind.
Das ist eine Selbstverständlichkeit, wir kennen das von Schlaglöchern und Medikamenten.
 
Wissenschaftlicher Beweis nicht erforderlich
Man muß nicht mit wissenschaftlicher Genauigkeit beweisen, daß eine Gefahr vorliegt. 
Die Wissenschaft kann insbesondere auf neu auftretende Gefahren nur mit großer Verzögerung reagieren. So hatte die Bundesregeriung darauf hingeweisen, daß es bei der Transzendentalen Meditation zu Selbstmorden gekommen sei. Die Kläger im Prozeß: Es sei nicht wissenschaftlich bewiesen, daß die Zahl der Selbstmorde bei TM "statistisch signifikant" höher sei, als bei anderen Bevölkerungsgruppen. 

Das Bundesverfassungsgericht 1 BvR 881/89 (Wortlaut des Urteils auf der Seite Der Staat darf warnen):

"Auch aus dem hohen Rang des Grundrechts der Glaubens- und Gewissensfreiheit  folgt nicht, daß die Bundesregierung ihr Tätigwerden von dem Ergebnis abschließender und unanfechtbarer wissenschaftlicher Untersuchungen zum Gefahrenpotential der sogenannten "Neuen Jugendreligionen/Jugendsekten“ hätte abhängig machen müssen".
Eine wissenschaftliche Untersuchung würde voraussetzen, daß man die genauen Zahlen kennt. Also die Zahl derer, die TM praktizieren und die Zahl der Selbstmörder. Die Kläger haben dazu nichts geliefert. Selbst bei der Zahl derer, die TM praktizieren, haben die Kläger sich auf die öffentlich genannten Zahlen berufen.

Auf jeden Fall aber setzt Warnung eine solide Informationsbasis voraus.
Es ist ein großer Unterschied, ob eine Warnung auf einem einzigen Bericht eines Betroffenen basiert, oder auf zahlreichen Berichten vergleichbaren Inhalts.
 
 
 

Grenzen der Aufklärung

Aufklärung und Information haben jedoch Grenzen.
Wohl jeder, der sich mit Beratung befaßt, kennt das: Gelegentlich geraten auch solche jungen Leute in eine derartige Gruppe, die in der Schule informiert wurden. Das kann im Einzelfall am Unterricht gelegen haben.

Es gibt jedoch auch eine andere Grenze, die beachtet werden muß.
Bestimmte Psychotricks scheinen in der Lage zu sein, Kritikfähigkeit auszuschalten.
 
 
 

Zitate

"Der Mensch ist konditionierbar wie eine Graugans, auch wenn die Intellektuellen dies nicht gerne hören"
(Schwertfeger, Der Griff nach der Psyche, S. 45).
 

Scientology-Gründer "Hubbard lockt neue Anhänger an, indem er sich ihre Einsamkeit und Angst mit einer üblen Mischung aus Hypnose und Gehirnwäsche, Pawlowscher Konditionierung und verzerrter Psychotherapie zunutze macht. In Monatsschriften und "persönlichen" Briefen preist er die Scientology als Mittel gegen alle möglichen Leiden von Schnupfen bis Krebs an - er verspricht sogar, daß durch das "Auditing" der Intelligenzquotient um einen Punkt pro Stunde ansteigt." (Eugene H. Methvin in DAS BESTE: "Die erschreckenden Praktiken der Scientology-"Kirche"  1. Teil 5/80 2. Teil 9/81).

"Am sichersten wirken solche Reize, die fest eingeschliffene Verhaltensweisen auslösen. Dazu gehören, wie wir aus der verhaltensbiologischen Forschung wissen, vor allem solche Reize, die "angeborene Dispositionen" des Menschen ansprechen und deswegen in der Hand von Werbeleuten gefährliche Waffen sind (EIBL-EIBESFELDT, 1973, S. 64, VOGT, 1970, S. 99 ff).
"Als letztes sind einige Implikationen für die Verbraucherpolitik zu nennen. Das konditionierte Verhalten ist, wie bereits begründet wurde, ein  "reizgesteuertes Verhalten". Selbst eine negative Einstellung und Abwehrhaltung gegenüber der Werbung beeinträchtigt den Konditionierungserfolg nicht. Es ist sogar zu vermuten, daß sich der Konsument, selbst wenn er es willentlich versucht, einer solchen Konditionierung  nicht entziehen kann. Daraus ergeben sich verbraucherpolitische Folgerungen: Will man die Konditionierung des Konsumenten verhindern, etwa weil emotionale Bindungen an schädliche Produkte aufgebaut werden, so nützt es nichts, den Konsumenten aufzuklären und an seine Vernunft zu appellieren. Das Ziel, die Konditionierung zu verhüten, kann nur durch einen Konsumentenschutz erreicht werden, der die Konditionierung unterbindet. Hier zeigen sich die  Lücken einer Verbraucherpolitik, die zu stark auf das normative  Leitbild vom vernünftigen Verbraucher eingeschworen ist und ihre Maßnahmen vor allem auf Information und Aufklärung der Verbraucher ausrichtet (KROEBER-RIEL, 1977b) .
(Prof. Dr. Kroeber-Riel: Konsumentenverhalten. 2. Aufl. 1980,  Verlag Vahlen. Der Verfasser ist Direktor des Instituts für Konsum- und Verhaltensforschung an der Universität des Saarlandes Kroeber-Riel hat die emotionale Konditionierung des Verbrauchers durch Werbung experimentell untersucht.)
 



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