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Lukas: Vier Jahre Hölle
und zurück
Untertitel: "Lukas, 15,
gerät in die Klauen einer der mächtigsten Satanssekten Deutschlands.
Seine erste Lektion: Wer aussteigt, muss sterben".
Bastei-Lübbe, 240 Seiten,
1995
"In den Klauen einer der
mächtigsten Satanssekten Deutschlands" soll bedeuten, dass es mehrere
solcher "mächtigen" Satanssekten gibt.
Tatsächlich gibt es
keine einzige Satanssekte, die man als "mächtig" bezeichnen könnte.
Selbstverständlich gibt
es Machtmissbrauch und selbstverständlich kommt es vor, dass sich
Täter mit Hilfe anderer der Strafverfolgung entziehen.
Aber bei Kapitalverbrechen
ist das sehr selten.
Das kommt wohl auch nur
vor, wenn nur die unmittelbar beteligten zwei oder drei Personen Bescheid
wissen. Hier aber soll es um grosse Gruppen gehen, deren Mitglieder zwangsläufig
untereinander in Kontakt stehen müssen.
Es ist so gut wie ausgeschlossen, dass aus einer solchen
Gruppe nichts nach aussen dringt.
Allenfalls ist es ein Roman
mit Tatsachenkern.
Allerdings ist nicht feststellbar,
welches dieser Tatsachenkern ist.
Das macht die Sache eher noch schlimmer.
Also muss das Buch insgesamt
als Produkt der Phantasie angesehen werden, als Fiktion.
Es kommt dabei nicht darauf
an, ob der Autor selbst geglaubt hat, es handele sich um tatsächliche
Erlebnisse. Ebensowenig kommt es darauf an, ob die Autoren des Vorwortes
und des Nachwortes dies geglaubt haben.
"Lukas" ist ein Pseudonym. Das Nachwort hat eine "Marlies"
geschrieben, deren Identität ebenfalls unbekannt ist. Warum sie ihren
Namen nicht nennt, schreibt "Marlies" nicht.
"Marlies" ist oder war angeblich Sektenberaterin und
wurde um Hilfe gebeten, nachdem "Lukas" einen Suizidversuch unternommen
hatte. Nachprüfbar ist das nicht.
Das Vorwort stammt von Jürgen Hauskeller, Autor deas Buches "Im Namen des Satans - Das verlockende Spiel mit dem Bösen", 1995.
Andreas
Huettl schreibt, es handele sich bei den Büchern "Vier
Jahre Hölle und zurück" und "Satanspriesterin" um "offensichtlich
von Ghostwritern verfasste angebliche Tatsachenberichte namentlich nicht
genannter Autoren" und erwähnt das Buch deshalb nur beiläufig.
Georg Otto Schmid hat das Buch 1998 ausführlich
und scharfsinnig analysiert, http://www.relinfo.ch/satanismus/lukas.html
Lesenswert auch http://de.wikipedia.org/wiki/Lukas_%E2%80%93_Vier_Jahre_H%C3%B6lle_und_zur%C3%BCck