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Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/TM.htm  Zuletzt bearbeitet am 25.10.2010 
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Kurz-Info über den Maharishi-Kult:
Naturgesetz-Partei, TM, Transzendentale Meditation, Ayurveda
 
 
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Maharishi Mahesh Yogi (bürgerlich: Mahesh Prasad Warma) war 1967 zur Stelle, als der Manager der Beatles starb. Er wurde damals weltberühmt. Er bot zunächst die "Transzendentale Meditation" als angeblich einfache, leicht zu erlernende und billige Entspannungsmethode an. Wirkstoff: Das "Mantra", ein geheimzuhaltendes Klangwort, angeblich vom "TM-Lehrer" für den jeweiligen Kunden eigens erschaffen. Der Meditierende werde zu einem Übermenschen, könne gar ohne maschinelle Hilfe und nur durch Geistes Kraft fliegen. Das aber erwies sich als Täuschung. Allerdings handelt es sich dabei wohl um ein massives Indiz für Realitätsverlust der Maharishi-Anhänger. Heute werden die "yogischen Flieger" auch zu Vorführungen im Wahlkampf der Partei eingesetzt. Zu sehen sind Personen, die mit untergeschlagenen Beinen hüpfen.

Die TM-Anhänger glauben oder behaupten, durch gemeinsame Meditation das Bewusstsein der Menschen - auch unbeteiligter - verändern zu können: Wenn nur 1% der Bevölkerung gemeinsam "transzendental" meditiere, dann würden sich die dadurch erzeugten Gehirnwellen überlagern und verstärken ("Kohärenz") und das Bewusstsein der anderen verändern. Dies sei ein "Naturgesetz". Dadurch seien nicht nur alle Probleme der Allgemeinheit  zu lösen, sondern auch Unsterblichkeit für den Einzelnen zu erreichen. Geplant ist auf dieser Grundlage die "Weltregierung". Seit langem besteht allerdings der Eindruck, dass zumindest in Deutschland sorgsam vermieden wird, die angeblich angestrebten 7.000 "Meditanten" zu versammeln. Denn dann wäre diese Behauptung überprüfbar. Im übrigen wäre die juristische Zulässigkeit derartiger Methoden der Beeinflussung Dritter (ohne deren Zustimmung!) zu überprüfen, wenn sie denn beweisbar wäre.

Die TM-Organisation hat in Verfolgung dieses Zieles in Deutschland seit 1963 weit über 100 Vereine, Firmen und sonstige Organisationen gegründet, wieder aufgelöst oder verlagert. Typisch war und scheint bis heute zu sein, dass Firmen und Organisationen häufig nicht an ihrem Sitz tätig sind, also dort, wo sie in die Register eingetragen sind.

Das galt zum Beispiel auch für die SFB Stiftung für Bewusstseinsforschung, die in der Hohenzollernstrasse 31 in Hannover ein "Projektbüro" betrieb. 1993 waren in einem halben Jahr über 3 Millionen DM Spenden eingesammelt worden, bestimmt für den Besuch von über 300 Indern in Deutschland. Damit die Spenden von der Steuer abgesetzt werden konnten, wurde das Projekt als gemeinnützige wissenschaftliche Arbeit deklariert, als "Forschungsprojekt soziale Feldeffekte", angeblich durchgeführt von der SFB.

In Deutschland bestanden 1994 etwa 60 Filialen unter den Bezeichnungen TM Lehrinstitut, TM- Center, Transzendentale Meditation, Veda-Institut oder Ayur-Veda. Zentrale war und ist wohl auch heute die Samhita GmbH in Bissendorf.  Den Regierungen dieser Welt wurde in ganzseitigen Zeitungsanzeigen Hilfe in "Unbesiegbarkeit" angeboten. Politische Parteien wurden gegründet. Die Naturgesetz Partei liess im Bundestags-Wahlkampf 1994 und 98 "yogische Flieger" auftreten. Schon vorher gab es "Die goldene Partei - Vertreter des Volkes". Die deutsche Regierung wurde verklagt, u.a., weil sie TM als Sekte bezeichnet hat. Die höchsten deutschen Gerichte (Bundesverwaltungsgericht 7 C 2.87 vom 23.5.89 BVerwGE 82,76 = NJW 1989, 2272; Bundesverfassungsgericht 1 BvR 881/89 v. 15.8.89 = NJW 1989, 3269) stellten fest: der Staat darf warnen, muss es sogar, wenn Anlass besteht. Und der bestehe hier. Mit grosser Beharrlichkeit wurde versucht, eigene Siedlungen zu erstellen, zunächst als das "ideale Dorf" bezeichnet, dann als "Die gesunde Stadt". Mutmasslicher Zweck: Gemeinsame Meditation zum Zweck der Beeinflussung der Öffentlichkeit.   In der Werbung steht inzwischen die "Ayurveda-Medizin" im Vordergrund, auch als wirksames Mittel gegen Aids angepriesen. Dazu das Sozialgericht Berlin (S 72 Kr 833/89 v. 12.1.90): "Es fehlt jeder vernünftige Hinweis darauf, dass die Ayurveda-Therapie grundsätzlich und im Fall des Klägers geeignet ist, Krankheiten zu heilen oder den Gesundheitszustand wenigstens positiv zu beeinflussen".

Ingo Heinemann
Erstfassung 14.10.98 Stand: 1.2.2006
 
 



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