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Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/TM-Wissenschaft.htm  Zuletzt bearbeitet am 23.11.2006
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Der Maharishi-Kult, die Universitäten und die Wissenschaft
Werbeargument Forschungsarbeiten: "Hochstapelei und Fälschungen" (>>)



 
 
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    Werbeargument: Wissenschaft

    Wissenschaft und wissenschaftlich sind die vermutlich wichtigsten Begriffe neben den Markenzeichen des Maharishi-Kultes.
    Nicht ohne Grund heisst eines der wenigen Bücher des Maharishi "Die Wissenschaft vom Sein".
    Und die Partei heisst "Naturgesetz-Partei" und führt somit einen der wichtigsten wissenschaftlichen Begriffe im Namen.

    Maharishi verkauft seine "transzendentale" Meditation als angeblich einfache, leicht zu erlernende und billige Entspannungsmethode,

    Eine solche Werbung bedarf eines Zusatzes, der die Wirksamkeit bekräftigt.
    Das ist die Wissenschaft.

    Billig ist TM im übrigen längst nicht mehr, vgl. http://www.AGPF.de/TM-Preise.htm
     
     

    Werbeargument: Forschungsarbeiten

    Der Maharishi-Kult behauptet seit jeher, die Wirksamkeit und Überlegenheit der Transzendentalen Mediation bzw. des Ayur-Veda sei wissenschaftlich bewiesen.

    Dazu wird bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf angebliche 300 oder 600 Forschungarbeiten verwiesen.
    Nur wenige davon sind greifbar oder gar als Buch veröffentlicht.
    Kaum eine wurde bisher von neutraler Seite auf Plausibilität oder gar inhaltlich überprüft.

    Bei diesen Forschungsarbeiten müsste geprüft werden,


     

    Exeter-Studie: Nur 4 % der wissenschaftlichen Veröffentlichungen mit positiven Ergebnissen

    In der Tageszeitung vom 21.5.2004 http://www.taz.de/pt/2004/05/21/a0233.nf/textdruck
    berichtet  Jörg Zittlau über eine Studie von Peter Canter und Edzard Ernst vom Universitätslehrstuhl für Komplementärmedizin im englischen Exeter "zu TM und ihren Auswirkungen auf die geistige Leistungsfähigkeit":

    "Bewusstseinserweiterung nur für Profis. Die Transzendentale Meditation führt nicht immer zum Erfolg. Vor allem die Erwartungshaltung ist entscheidend".
    Demnach haben die Forscher zwar über hundert Veröffentlichungen zu dem Thema gefunden, doch lediglich zehn davon hätten die Kriterien erfüllt, die üblicherweise an eine klinische Arbeit gestellt werden. Von diesen Studien kamen vier zu positiven und sechs zu teilweise oder komplett negativen Ergebnissen. Vor diesem Hintergrund ist der Titel des TAZ-Artikel (" ... führt nicht immer zum Erfolg") eher übertrieben.

    Vermutet wird, dass die Auswahl der Versuchspersonen massgeblich Einfluss auf die unterschiedlichen Ergebnisse hat.  Edzard Ernst: "Zu den Studien, die ein positives Ergebnis brachten, wurden Testpersonen herangezogen, die schon vorher ein starkes Interesse an TM und anderen spirituellen Themen hatten."
     
     
     
     

    "Hochstapelei und Fälschungen"

    Die Arbeit von Christa Kniffki ist unter dem Titel "Transzendentale Meditation und Autogenes Training" im Kindler-Verlag als Taschenbuch erschienen. Kniffki hat diese Arbeit als Diplomarbeit am Klinikum der Universität Kiel durchgeführt. Der Professor, der ihr 1974 diese Gelegenheit gab, schrieb 1979 dazu, in dieser Arbeit seien lediglich die Auswirkungen auf "Persönlichkeitsvariablen" untersucht worden. Erst in ihrem Buch habe die Autorin dann behauptet, die Arbeit beinhalte einen "Vergleich der Erfolgsaussichten beider Entspannungsmethoden" - so der Untertitel des Buches.
    Der Professor dazu:

     "Diese Umdrehung und Aufwertung des Themas wird durch die Substanz der Untersuchung keineswegs getragen. Für einen Wissenschaftler ist so ein Vorgehen schlicht Hochstapelei ... Die naiven graphischen Darstellungen, die eine Überlegenheit der TM belegen sollen, müssen als Fälschungen enttarnt werden."
    Hier als PDF (213 KB) das Schreiben der Universität Kiel vom 20.9.1979:  http://www.AGPF.de/Kniffki-Uni-Kiel-20.9.79-wg-Diplomarbeit.pdf

    Vgl. dazu: AGPF aktuell  IV/1987  Wissenschaft vorgetäuscht?
     


    Die
    "Deutsche MERU-Gesellschaft (MERU = Maharishi European Research University)"
    in Bissendorf-Schledehausen führt das Buch auch noch im August 2000 in seiner Internet-Bücherliste:
    www.netlink.de/meru/buecher.htm
     
     
     

    Werbeargument Universitäten

    Das Werbeargument "wissenschaftliche Arbeiten" wird unterstützt durch die Werbung mit angeblichen Universitäten.
    Zumindest für Europa gilt:
    Diese Universitäten existieren nicht.
    Die Benutzung des Begriffes Universität ist ebenfalls Hochstapelei.
     
     
     

    Die Maharishi-Universität in Potsdam

    Bisher besteht die "Universität" offenbar nur als Firma.
    Nachfolgend der Registerauszug von 1999. Vergrösserung der Abbildung durch Anklicken.
    Grössere Version unter http://www.AGPF.de/TM-Uni-GmbH-Potsdam-HRB3708.gif
     
    Maharishi Universität für Vedische Wissenschaft Gesellschaft mit beschränkter Haftung
    Gesellschaftsvertrag vom 13.2.92
    Sitz Potsdam
    Handelsregister Potsdam HRB 3708
    Ersteintrag 10.8.92
    Geschäftszweck:
    Gründung und Betrieb von eigenen Forschungs- und Bildungsinstituten sowie die Verwertung von Ergebnissen dieser und die Beteiligung an Einrichtungen gleicher oder ähnlicher Art

    Geschäftsführer zunächst Helmut Fiala, Hannover, seit 7.11.94 ausgeschieden.
    Helmut Fiala war damals auch Geschäftsführer der SfB - Stiftung für Bewußtseinsforschung.
    vgl.  AGPF-KurzInfo http://www.AGPF.de/tm.htm
    Die Stiftung war daran beteiligt, Millionen am Finanzamt vorbei zu schleusen.

    Die Gesellschafter der Firma

    alle Berlin, haben am 5.9.94 beschlossen, sich selbst zu Geschäftsführern zu machen.

    Horst-Rainer Witt war maßgeblich am gescheiterten Rheinsberg-Projekt beteiligt, vgl.
    Standort für Maharishi-Stadt gesucht
    Über dessen frühere Aktivitäten hat die AGPF bereits berichtet in

    Letzte Nachricht im Frühjahr 2001: Fürstenberg soll Sitz der "Universität" werden.


    Im Internet wird unter
    www.vedische-uni.de\home.htm
    ein "Studium Integrale online" angeboten zweckes "Wiederbelebung der Grundprinzipien des Humanismus".
    Unter www.vedische-uni.de/242.htm wird angeboten (geladen im April 2000)

    "Eine umfassende Zusammenstellung der Forschungsarbeiten zu Maharishis Vedischer Wissenschaft
    Die Vedischen Bewusstseinsprogramme von Maharishis Vedischer Wissenschaft sind in wissenschaftlichen Untersuchungen in den letzten 25 Jahren intensiv überprüft und in ihrer Wirksamkeit bestätigt worden. Heute belegen mehr als 500 wissenschaftliche Untersuchungen aus 27 Ländern von
    214 Universitäten und Forschungsinstituten die Wirkungen der Transzendentalen Meditation (TM) und der anderen Vedischen Technologien.
    Eine Übersicht zu diesen wissenschaftlichen Untersuchungen wird im Internet unter folgenden den
    Anschriften gegeben:
    http://www.netlink.de/meru/windex.htm
    http://www.netlink.de/meru/contents.htm
    http://www.mum.edu/tm_research
    Weitere Informationen erteilt:
    ....
    Deutsche MERU-Gesellschaft
    Am Berg 2
    D-49143 Bissendorf
    Tel.: ...49/5402-8833
    Fax. ...49/5402-7149
    e-mail: meru@naturgesetz.de
    Internet: http://www.netlink.de/meru/

     


    Die Aachener Nachrichten vom 24.7.2000
    ("Maharishi lässt St. Ludwig verfallen", vollständiger Artikel: Der Maharishi-Kult und die Immobilien )
    berichten:
     

    Seinen Rechtsstreit mit dem niederländischen Staat auf Anerkennung der Stiftung "Maharishi University of Management" hat der Guru auch endgültig verloren. Der Raad van State hat die Berufung der Vereinigung gegen die Entscheidung des Ministers für Bildung und Wissenschaft , der die Unterrichtsqualität als nicht ausreichend angesehen hatte, abgewiesen. Die Stiftung, so hieß es, habe den notwendigen Nachweis nicht erbracht, da sie weder in den Niederlanden noch in der Europäischen Union eine anerkannte Einrichtung besitze. Dass eine solche in den Vereinigten Staaten bestehe, sei ohne Belang.

    Der Guru hatte seinerzeit auch versucht, seine "Universität" im ehemaligen Petroldepot bei Arsbeck zu errichten. Der Wegberger Rats hatte aber gegen dieses Vorhaben gestimmt und die Ansiedlung so verhindert.


    Bauplatz in Graubünden gesucht
     
     
    Maharishi European Research University sucht einen Bauplatz in Graubünden - mit Hilfe des Delegierten für Wirtschaftsförderung des Kantons Graubünden
    Eugen Arpagaus
    Quelle: Die Südostschweiz vom 9.11.00
    Transzendentale Meditation will noch ein Stück Himmel auf Erden

    Maharishi European Research University sucht einen Bauplatz in Graubünden

    Die Maharishi European Research University will in Graubünden einen Standort für ein neues Schulungszentrum finden. Dies berichtete die romanische Tageszeitung «La Quotidiana» gestern. Verbreitet wird das Anliegen des Instituts, das als Ableger der Transzendentalen Meditation gilt, durch die kantonale Wirtschaftsförderung.

    VON JANO FELICE PAJAROLA

    Der Brief ist an alle Regionalorganisationen des Kantons Graubünden gegangen: Die in Seelisberg (Uri) beheimatete Maharishi European Research University (Meru) suche ein Grundstück, um ein Schulungszentrum für bis zu 200 oder mehr Kursteilnehmer bauen zu können. Die «University» sei bestrebt, ein Gebäude «nach den neuesten Erkenntnissen der vedischen Wissenschaften» zu bauen, wobei der «Lichteinfall und die Nutzung des Lichts ein zentrales Element» seien. Das wird noch konkretisiert: Das Grundstück müsse durch «viel Sonne, im Speziellen durch Morgensonne» geprägt sein und habe auf einer Höhe von 1500 m ü. M. zu liegen. An ruhiger Lage müsse es sein; man könne sogar von «abgelegen» sprechen, heisst es im Brief weiter. Falls man in der angeschriebenen Region interessierte Gemeinden sehe, die sich für eine solche Universität im Sinne eines Schulungszentrums eignen würden, bringe man diese doch bitte in Kontakt mit dem Absender. 

    Kritische Angaben fehlen
    Dieser Absender ist nicht etwa die Meru selbst, sondern das Departement des Innern und der Volkswirtschaft. Genauer gesagt: der Delegierte für Wirtschaftsförderung des Kantons Graubünden, Eugen Arpagaus. Dessen Motivation ist klar: Viele Bündner Gemeinden wären vielleicht zufrieden, wenn sie eine solche Organisation mit Leuten im Dorf hätten, die Geld einbrächten, zitiert ihn die «Quotidiana». Was am Brief des Wirtschaftsförderers allerdings auffällt: Kritisches über die Meru ist ihm nicht zu entnehmen, und das trotz der Recherchebemühungen, die Arpagaus unternommen hat. Er schildert die Meru als ein Institut, das Kurse in vedischen Wissenschaften, Management, Gesundheit, Architektur, Informatik und Musik anbietet. Zudem vermittle es die Lehren der Transzendentalen Meditation, Technologien zur Entfaltung des menschlichen Bewusstseins sowie «subjektives und objektives Wissen». 
    Gerade Letzteres trifft dabei - wohl eher ungewollt - den Kern der Sache. Die Meru in Seelisberg ist eine Gründung des durch die Beatles bekannt gewordenen Transzendentale-Meditation-Gurus Maharishi Mahesh Yogi. Maharishis Lehre wurzelt zwar im Hinduismus, ist aber seit langem eindeutig verwestlicht und kommerzialisiert. Seine Anhänger glauben, dass die Kraft der Meditation die Welt verändern kann: Wenn nur ein Prozent der Bevölkerung regelmässig Transzendentale Meditation (TM) ausübe, werde sich die Lebensqualität der ganzen Gesellschaft verbessern - jedenfalls laut dem 1974 entdeckten und «wissenschaftlich bewiesenen» so genannten «Maharishi-Effekt». Es folge dann die «Gesellschaft im Zeitalter der Erleuchtung»; Maharishi hat deren «Morgendämmerung» 1975 in Seelisberg ausgerufen und dort kurz darauf die «Weltregierung des Zeitalters der Erleuchtung» installiert. Der Guru lebt inzwischen in Indien; am Vierwaldstättersee ist die Meru zurückgeblieben. 

    Ein «destruktiver Kult»?
    TM wird von Sektenspezialisten unterschiedlich beurteilt. Georg Schmid beispielsweise räumt ein, die Organisation verkaufe ein für viele hilfreiches Meditationskonzept, das sich aber als Utopie entpuppe. Andere bezeichnen TM als «destruktiven Kult», weil ihre Praktiken «persönliche und familiäre Bindungen und letztlich die Persönlichkeit selbst» zerstören könnten; kritisiert wird auch die gottähnliche Verehrung von Maharishi sowie die Realitätsferne des Kults, der in Deutschland übrigens als Jugendsekte bezeichnet werden darf. Und natürlich sind die angebotenen Kurse nicht gratis, vor allem wenn es um die «Levitation» geht, das «jogische Fliegen», das in den letzten Jahren immer wieder für Schlagzeilen gesorgt hat. 
    «Willkommen bei der internationalen Residenz für den Himmel auf Erden, Seelisberg, Schweiz», heisst es auf der Homepage der Meru. Ein Stück Himmel auf Erden soll jetzt also auch in Graubünden entstehen - und ein für die Standortgemeinde voraussichtlich einträgliches noch dazu. Arpagaus weist in seinem Brief darauf hin, er habe sich in Seelisberg bezüglich der Meru erkundigt; zusammenfassend könne er festhalten, dass die Institution dort «sehr willkommen» sei und in keiner Art und Weise auffalle. Die Teilnehmer der Kurse seien zudem «eher wohlhabende und gut ausgebildete Leute». Das mag natürlich verlockend tönen für finanzschwache Gemeinden auf 1500 m ü. M. Zu verlockend, wenn man sich die Meru näher ansieht? Beim kantonalen Amt für Wirtschaftsförderung war gestern niemand für eine Stellungnahme zum verschickten Brief erreichbar. 
    Laut Recherchen der «Quotidiana» stösst das Bauvorhaben nicht nur, aber vor allem bei Gemeinden im Bündner Oberland auf ein positives Echo. Theo Maissen, Sekretär des Gemeindeverbandes Surselva, bestätigte gestern auf Anfrage der SO, es hätten bislang schon neun Ortschaften grundsätzliches Interesse am Projekt bekundet.


     



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