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Ruth Seidl, Mitglied des
Landtages von Nordrhein-Westfalen, hat eine "Kleine Anfrage" an die Landesregierung
gerichtet, Drucksache 14/9705 vom 18.08.2009, http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD14-9705.pdf
"Erhalt des Klosters St.
Ludwig im deutsch-niederländischen Grenzgebiet".
| Die Karikatur:
Maharishis Abbruch-Manie ist international. "Road Kill along the highway
to Heaven on Earth",
Zuletzt wollte er Genf abreissen
und neu bauen,
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Seit etwa 1985 bis zu seinem Tod 2008 hat Maharishi ein ehemaliges Klostergelände beim holländischen Vlodrop bewohnt, unmittelbar an der deutschen Grenze. Das "Kolleg St. Ludwig" - so die Aufschrift auf dem Turm - ist eine ehemalige Klosterschule der Franziskaner aus dem Jahr 1908. Es liegt in einer entlegenen Ecke des "Nationaal Park De Meinweg", von Vlodrop fast so weit entfernt, wie von der Kreisstadt Roermond. Unmittelbar benachbart liegt Dalheim Rödgen - auf deutscher Seite.
Ein Maharishi-Sprecher
2000 zum Schicksal des Klosters: "Wir überlassen es der Natur.
Wenn ein Sturm das halbe Dach abdeckt, bleibt es so liegen. Für einen
Eigentümer besteht keine Pflicht, ein Gebäude zu unterhalten"
(unten).
Kein Sturm kam.
Da liess Maharishi das Dach zerstören. Begründet wird der geplante
Abbruch mit angeblichen Neubauplänen.
Für
sich selbst hatte Maharishi auf dem Kloster-Gelände 1997 eine Villa
bauen lassen.
Dafür lag eine
zeitbeschränkte Genehmigung vor. Angeblich könne das Gebäude
jederzeit abgebaut und anderswo wieder aufgebaut werden. Inzwischen wurde
ein Flächennutzungsplan erlassen, wodurch das Gebäude auf Dauer
legalisiert sein dürfte.
| Hier dasselbe Gebäude mit der Bezeichnung "Maharishi's home" aus der TM-Website http://istpp.org/wp/index.html | ![]() |
| Hütten für Maharishis Personal | ![]() |
| Jetzt wird ausgebaut | ![]() |
| Antennen
für das Imperium
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So sah das Gebäude einmal aus.
Das Foto stammt von etwa 1986. Die Maharishis hatten das Kloster schon
übernommen, der Heilige St. Ludwig stand noch an seinem Platz. Heute
ist er weg.
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| Hier das Ergebnis von Maharishis 20-jährigem Wirken am Monument Nummer 507387 im Jahr 2005 |
| Links das Kloster und das Gelände,
bevor die Maharishis gekommen sind (grössere Version: Bild anklicken).
Rechts die Zerstörungen |
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| 2002:
Dieses Luftbild wurde der Website www.roerstreekmuseum.nl/Ludwig/index.htm des Museums Roerstreek entnommen. Es stammt vom November 2002. Die merkwürdige Anordnung der neuen Gebäude beruht vermutlich auf Maharishis Version des Feng Shui, wonach Häuser nach Osten auszurichten sind, vgl. http://www.AGPF.de/TM-Architektur.htm Rechts aussen Maharishis Villa >> |
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| 2007
Maharishis angeblicher Wohnsitz entspricht vermutlich seiner eigenen "Architektur", also seinem Geschmack, unmittelbar daneben beginnen gesichtslose Container-Bauten, die heute das Bild beherrschen. |
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Mehr zur Zerstörung:
Juli
2003: Oberstes Gericht entscheidet gegen Maharishi
| PRESSENACHRICHT: KEIN ABRISS SANKT LUDWIG
Von Heemkundevereniging Roerstreek und Burgercomité St. Ludwig, den 2. Juli 2003. RAAD VAN STATE: ST. LUDWIG DARF NICHT ABGERISSEN WERDEN. Der Magistrat von Roerdalen und die Maharishi-Organisation,
der Besitzer des Reichsdenkmals Sankt Ludwig, haben heute von der Raad
van State zum zweiten Mal im letzten Rechtszug Unrecht bekommen. Schon
seit 6 Jahren versuchen sie vergebens ohne triftige Begründung das
Reichsdenkmal Sankt Ludwig in Vlodrop abzureissen.
PROZESSVERFAHREN Auf Antrag der Maharishi-organisation hat
der Magistrat von Roerdalen am 22. September 1998 den Abbriss vom Reichsdenkmal
Sankt Ludwig genehmigt. Gegen diese Entscheiding des Magistrats haben der
Staatssecretaris van Cultuur, das Burgercomité St. Ludwig, die Heemkundevereniging
Roerstreek, das Cuypersgenootschap, der Bond Heemschut, Dorfausschuss Dalheim-Rödgen,
Heimatverein Wassenberg und die Stadt Wassenberg Einspruch erhoben.
Der Staatssecretaris van Cultuur, der Bond
Heemschut, das Cuypersgenootschap und unsere Organisationen haben darauf
beim Verwaltungsrichter in Roermond Berufung eingelegt.
Gegen diese Entscheidung des Verwaltungsrichters
haben sowohl der Magistrat von Roerdalen als die Maharishi-Organisation
beim Raad van State Berufung erhoben.
Der Magistrat von Roerdalen hat darauf, ohne neue Begründungen, die Beschwerdeschriften doch wieder unbegründet erklärt. Die erwähnten Instanzen und Organisationen sind aufs neue in Berufung gegangen beim Gerichtshof in Roermond wo der Magistrat nochmals Unrecht bekommen hat. Trotzdem legten der Magistrat und die Maharishi-Organisation nochmals Berufung ein beim Raad van State, wo sie auch heute wieder Unrecht erhalten haben. Der Raad van State erklärt deutlich, da? der Magistrat von Roerdalen bei seiner zweiten Entscheidung auf die Beschwerdeschriften von neuem in unzureichendem Masse Kenntnisse gesammelt hat mit Bezug auf die relevanten Tatsachen und die Interessen welche ab zu wägen sind, und die Entscheidung von neuem nicht tauglich motiviert hat. Nun sollte sich der Magistrat entschließen, ob er diesen heillosen Weg vom Abriss des Gebäudes weiter verfolgen wird, oder daß er jetzt einen Entschluß faßt, der nicht nur im Interesse des Besitzers sondern auch im allgemeinen Interesse ist: die Erhaltung vom Reichsdenkmal St. Ludwig.
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Der Prozess: Gemeinde muss neu entscheiden
Die AZ - Aachener Zeitung vom 24.6.2002
berichtet über ein aktuelles Urteil
| AZ - Aachener Zeitung vom 24.6.2002
Tauziehen geht weiter Kloster St. Ludwig: Abriss oder Erhalt? Vlodrop. Das Tauziehen um den Abriss oder Erhalt des Klostergebäudes St. Ludwig an der niederländisch-deutschen Grenze geht weiter: Das Verwaltungsgericht Roermond hat jetzt den Widerspruch des Bürgerkomitees, der Heemkundevereniging "Roerstreek" St. Odilienberg, der Cuypers-Genossenschaft, des bundes "Heemschut" zu amsterdam und des Staatssekretärs für kultur in Den Haag gegen den erneuten Beschluss des Bürgermeisters und der Wethouders der Gemeinde Roerdalen anerkannt. Die Gemeindeverwaltungsg von Roerdalen (Bürgermeister und Wethouders) hatte zuvor den Widerspruch der Heimat- und Kulturvereinigungen gegen die von der Gemeindeverwaltungs abermals erteilte Abrissgenehmigung für St. Ludwig zu Gunsten der Maharishi-Organisation zurückgewiesen, wie es heißt, ohne dabei Gründe zu nennen. Im jetzt ergangenen Urteil des Verwaltungsgerichts Roermond werden die Verantwortlichen von Roerdalen aufgefordert, einen neuen Beschluss zu fassen. |
Abriss-Kritiker
aus Vlodrop besichtigen die Abriss-Trümmer in Schledehausen
| Aus: Neue Osnabrücker Zeitung
25.5.2002
Abrissgegner aus Holland auf den Schledehauser Trümmern Bissendorf (ra)
Am kommenden Mittwoch entscheidet ein niederländisches Gericht, ob die Gemeinschaft um den Guru Maharishi Mahesch Yogi ein knapp 100 Jahre altes Franziskanerkolleg in Vlodrop dem Erdboden gleichmachen darf. Gestern haben sich Mitglieder eines Bürgerkomitees aus dem Nachbarland zum Erhalt des ebenfalls denkmalgeschützten St. Ludwig-Kollegs persönlich bei Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter über die Probleme mit der „Maharishi Ayurved Gesundheitszentrum Akademie Schledehausen GmbH“ erkundigt. Sie sehen Parallelen zu den Vorgängen im niederländischen Vlodrop und wollen dies auch vor Gericht so darstellen. Auch gut neun Monate nach dem Abriss des Jugendstilgebäudes Am Berg in Schledehausen trümen sich noch immer meterhohe Berge aus Metall, Steinen und Holz. Die Geschäftsführung der früheren Akademie ist nach Angaben von Bürgermeister Halfter weder unter den bekannten Anschriften in den Niederlanden noch in der Schweiz erreichbar. Für Entrüstung haben die Vorgänge in Schledehausen aber schon im vergangenen Jahr gesorgt. Ein auf dem Abbruchgelände vom Grundstückseigentümer geplantes „Freudenfeuer“, bei dem im Sommer 2001 der Bauschutt der früheren Naturheilklinik in Flammen aufgehen sollte, konnte von den Behörden im letzten Moment untersagt werden. Die Osnabrücker Landtagsabgeordnete Dorothea Steiner (Grüne) hatte daraufhin vor den „Wahnvorstellungen und Heilsversprechen der Transzendentalen Meditations-Sekte“ gewarnt und die vom Landkreis Osnabrück erteilte Abrissgenehmigung für die denkmalgeschützte Akademie als Folge einer verfehlten Einschätzung bezeichnet. Die Ankündigung der Sekte und ihrer Grundstücksgesellschaft, an Stelle des stilvollen Gebäudes Millionen in einen Neubau zu investieren, seien Luftschlösser gewesen und ein „Spiel mit gezinkten Karten“. In dem deutsch-niederländischen Grenzgebiet rund um Heinsberg und Vlodrop staubt und kracht es seit Monaten auf ähnliche Weise. Der Guru Maharishi Mahesh Yogi und seine Anhänger haben Mitte der 80-er Jahre das St. Ludwig Kolleg in Vlodrop gekauft und sich dort niedergelassen. Die ehemalige Klosterschule der Franziskaner aus dem Jahre 1908 soll dem Erdboden gleichgemacht werden und auf den Fundamenten ein neues Gebäude nach den Prinzipien des Ayur-Veda entstehen: ein an der Vorbeugung orientiertes Gesundheitssystem, das auch den Zusammenhang zwischen Wohnraum, Lebensenergie, Gesundheit und Erleuchtung zum Inhalt. Gegen den von der zuständigen Gemeindeverwaltung genehmigten Abriss des Franziskanerkollegs kämpfen neben dem niederländischen „Bürgerkomitee St. Ludwig“ auch der Heimatverein Wassenberg aus dem nur einen Kilometer entfernten Nachbarkreis Heinsberg in Deutschland. Mitte September vergangenen Jahres hat sich auch aufgrund dieser Initiative das oberste niederländische Gericht in Den Haag gegen den Abbruch entschieden. Dass die Yogi-Gemeinde damals dennoch mit dem sofortiges Abriss der Forderfront des Franziskanerkollegs begann, begründete sie mit einem Hörfehler bei der telefonischen Übermittlung des Urteils. So berichtete es jedenfalls der Westdeutsche Rundfunk im Internet unter „WDR online“. Heftige Proteste konnten den weiteren Abriss zwar stoppen, mittleweile hat die für das „angeschlagene“ Kolleg zuständige Gemeindeverwaltung aber eine neue Abrissgenehmigung erteilt. Über deren Rechtmäßigkeit soll das oberste Gericht am Mittwoch entscheiden. Harry Cox vom Bürgerkomitee, der für den Rechtsstreit am Donnerstag in Schledehausen Argumente sammelte, bezeichnete die Yogi-Sekte als einen „Staat im Staate“. Zur Ortsbesichtigung mit Bissendorfs Bürgermeister Halfter gesellte sich gestern überraschend auch Gisela Mieschendahl-Preuß, die 18 Jahre lang Geschäftsführerin der Akademie Schledehausen war und mittlerweile kaum ein gutes Haar an ihrem früheren Arbeitgeber lässt. „Warum macht jemand sowas?“, fragte sie, „wie kann man nur so einen Müllhaufen liegen lassen“. Von der in den Niederlanden ansässigen Muttergesellschaft der Akademie habe sie sich losgesagt, beteuerte die gekündigte Schledehauser Geschäftsführerin Mieschendahl-Preuß. Ihre früheren Weggefährten würden sie mittlerweile „wie eine Aussätzige behandeln“. Die Telefonnummer eines Beauftragten der „Maharishi Ayurved Gesundheitszentrum Akademie Schledehausen GmbH“ in Vlodrop war gestern auf einen Anrufbeantworter geschaltet. Angaben darüber, ob und wann die mittlerweile durch Absperrgitter gesicherten Bauschuttberge Am Berg in Schledehausen entsorgt werden, kann der Bissendorfer Bürgermeister nicht machen. Halfters Skepsis für eine enstprechende Zusage im Februar dieses Jahres hatte sich bestätigt. Nach einem Auftrag aus Holland seien drei Schuttmulden gefüllt und abtransportiert und die Aktion dann abgebrochen worden. Ein Sprecher des Landkreises Osnabrück äußerte sich dagegen gestern auf Anfrage zuversichtlich, dass das Bauschutt-Problem in Schledehausen „in naher Zukunft“ gelöst werden könne. Nähere Angaben wollte die Kreisverwaltung dazu allerdings nicht machen. |
Letzte Bewohner müssen bis August ausziehen
Maharishi lässt St. Ludwig verfallen
Dalheim (an-o/bast). Auch so kann man sein Ziel vielleicht erreichen: Man lässt Gebäude einfach verkommen. Das ist zurzeit offensichtlich das Bestreben der Maharishi-Organisation beim Kloster St. Ludwig.
Immer noch ist keine Entscheidung durch die höchsten Gerichte in den Niederlanden gefallen, ob das frühere Kloster dicht hinter der Grenze zwischen Dalheim und Vlodrop von der Maharishi-Organisation abgerissen werden darf oder der Denkmalsschutz Sieger ist.
Der 82-jährige Maharishi Mahesh Yogi wohnt zwar noch in einem der sieben neuen auf dem Gelände errichteten Bungalows, zwischenzeitlich sind aber bereits etwa 120 Anhänger in ein "vedisches Zentrum" nach North Carolina verzogen. Die jetzt noch auf dem Gelände befindlichen 50 Personen müssen bis zum August auch ausziehen.
Fernsehsendungen
Sie gehören zum Team des Guru, das aus einem Gebäude im Klosterpark noch rund um die Uhr Fernsehsendungen erstellt und weltweit ausstrahlt. Sie sollen in einem Hotel mit Bungalowpark in Heibloem unterkommen, über dessen Ankauf zur Zeit verhandelt wird.
Nun hat der Sturm inzwischen das Dach des Hauptgebäudes des Klosters in Vlodrop ernsthaft beschädigt. "Aber das lassen wir so", meinte ein Sprecher der Vereinigung, "es soll still vor sich hin verrotten. Es ist sowieso asbestverseucht und für uns falsch gebaut."
Ärger gibt es auch im früheren Jesuitenkloster in Valkenburg, wo etwa 250 Anhänger wohnen. Die sollen auch ausziehen, weil die Aura nicht mit der vedischen Lehre in Einklang zu bringen ist. Für sie wird noch ein neues Unterkommen gesucht. Das Jesuitenkoster steht zum Verkauf.
Rechtsstreit
Seinen Rechtsstreit mit dem niederländischen Staat auf Anerkennung der Stiftung "Maharishi University of Management" hat der Guru auch endgültig verloren. Der Raad van State hat die Berufung der Vereinigung gegen die Entscheidung des Ministers für Bildung und Wissenschaft , der die Unterrichtsqualität als nicht ausreichend angesehen hatte, abgewiesen. Die Stiftung, so hieß es, habe den notwendigen Nachweis nicht erbracht, da sie weder in den Niederlanden noch in der Europäischen Union eine anerkannte Einrichtung besitze. Dass eine solche in den Vereinigten Staaten bestehe, sei ohne Belang.
Der Guru hatte seinerzeit auch versucht, seine "Universität" im ehemaligen Petroldepot bei Arsbeck zu errichten. Der Wegberger Rats hatte aber gegen dieses Vorhaben gestimmt und die Ansiedlung so verhindert.
Vlodrop (an-o/hele). Maharishi Mahesh Yogi ist das Warten leid. Weil auch nach drei Jahren noch keine Genehmigung vorliegt, das ehemalige Kloster in Vlodrop abzureißen und durch einen Universitäts-Neubau zu ersetzen, gibt die Glaubensbewegung ihr Welthauptquartier auf.
Nicht nach Osten ausgerichtet
Der Maharishi wollte das 1978 von den Franziskaner-Patres aufgegebene Kloster St. Ludwig abreißen, weil es nicht der altindischen vedischen Baukunst entspricht, in der alles nach Osten ausgerichtet sein muss. In den neuen Gebäudekomplex wollte die Sekte zig-Millionen investieren. Das gesamte Anwesen hatte sie 1984 für 1,8 Millionen Gulden erworben.
Schnäppchen gemacht
Ein Schnäppchen im Verhältnis zu den 13 Millionen, die der niederländische Staat den Patres gezahlt hatte, der zudem weitere Millionen in den Unterhalt steckte. Die Suche nach einem neuen Besitzer blieb erfolglos, bis die indische Sekte auf den Plan trat. Die früheren Pläne des Maharishi, sich mit seinen Anhängern im Laurensberger Schloss Rahe nieder zu lassen, waren am Protest der Bevölkerung und der Politik gescheitert.
Proteste aus der Bevölkerung
Dagegen stimmte der Gemeinderat Roerdalen, auch zuständig für Vlodrop, den Plänen zu. Aus der Bevölkerung meldeten sich allerdings Gegenstimmen, auch in Wassenberg und Wegberg, nur wenige Autominuten vom Maharishi-Zentrum entfernt. Als das Kloster schließlich vom Staat zum Baudenkmal erklärt wurde, mussten neue Anträge gestellt werden. Darüber soll aber erste Ende Mai entschieden werden.
Neues Ziel: North Carolina
Solange aber wollte der Maharishi nicht warten: Die Hälfte seiner rund 250 Anhänger hat nach Meldungen niederländischer Zeitungen Vlodrop schon verlassen, der Rest folgt in den nächsten Tagen. Bestimmungsort ist ein spirituelles Zentrum im US-Bundesstaat North Carolina.
In Vlodrop bleibt nur der niederländische Zweig der Bewegung. Ihr Sprecher Jos Uijen zum Schicksal des Klosters: "Wir überlassen es der Natur. Wenn ein Sturm das halbe Dach abdeckt, bleibt es so liegen. Für einen Eigentümer besteht keine Pflicht, ein Gebäude zu unterhalten."
Dass es soweit kommen wird, glaubt das Bürgerkomitee St. Ludwig, dass gegen den Abriss gekämpft hat, aber nicht. Ein Sprecher gab zu bedenken: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Organisation, die der Welt den Frieden bringen und ihr Geld sinnvoll anlegen will, das Kloster verfallen lässt."
Schlag für
die Wirtschaft
Enttäuschung
herrscht bei Roerdalens Gemeindedirektor Jos Saes: "Ich kann den Schritt
verstehen, bedauere ihn aber. Maharishi ist zu einem Teil unserer Gesellschaft
geworden und sicher nicht im negativen Sinn. Die Organisation machte unseren
Namen bekannt und war wichtig für die einheimische Wirtschaft."
Rheinische Post 13.4.85
Ehemaliges Kloster St. Ludwig an Maharishi
verkauft
Sekten-Universität im holländischen
Vlodrop
Von unserem Redaktionsmitglied Helga Hermanns
Grenzland — Der altehrwürdige Bau des Klosters St. Ludwig, das zur holländischen Gemeinde Vlodrop an der niederländischen Grenze nicht weit von Niederkrüchten gehört, wurde jetzt für 1,9 Millionen Gulden von der holländischen Regierung an eine internationale Gesellschaft namens MERU (Maharishis European Research University) verkauft. Wie der Bürgermeister von Vlodrop, Martin Smeets, bestätigte, hatte die Regierung das Kloster 1979 von deutschen Franziskanern für 19,5 Millionen Gulden gekauft. Doch die enormen Unterhaltungskosten dieses riesigen Bauwerks zwangen die Administration dazu, den Preis auf dieses "Taschengeld“ herunterzuhandeln.
Von vielen Seiten waren kritische Stimmen laut geworden, eine Sekte habe sich In dem Kloster einquartiert. Tatsächlich gilt TM (Transzendentale Meditation) in der Bundesrepublik offiziell als religiöse Sekte. Diese Glaubensgemeinschaft wurde In den sechziger Jahren von dem indischen Guru Maharishi Mahesh Yogi gegründet. In der Broschüre "Wege ins Nichts“ über Jugendsekten, die in Düsseldorf herausgegeben wurde, findet sich folgende Charakterisierung der Technik von TM: "Sie beinhaltet, daß man sich morgens und abends jeweils 15 bis 20 Minuten in sein Inneres zurückzieht und die "Manta“, eine geheimzuhaltende Silbe, die vom TM-Lehrer für den Schüler ausgewählt wird und als für ihn nur allein wirksam gilt, denkt oder spricht.
Natürlich kostet die Erlernung der Technik Geld. Die Preise für die Einführungskurse, die sieben Lektionen enthalten, sind nach Berufsgruppen gestaffelt. Sie liegen zwischen 150 und 600 Mark. Allerdings nennt die oben genannte Broschüre auch Summen bis zu 90 000 Mark. Mahrishi und seine Helfer haben nun ein Programm erarbeitet, daß den Weltfrieden bringen soll: "Schon wenn ein Prozent der Menschheit die Technik der TM ausübt, nimmt die Ordnung in der gesamten Gesellschaft zu“, behauptet der indische Meister in seinem Programm und versucht dies auch noch anhand von Statistiken zu beweisen.
Obwohl alle Herren, mit denen man beim Besuch des Klosters zusammentraf, den kommerziellen Charakter der Sekte bestritten, fällt es schwer zu glauben, daß alles aus reiner Menschenfreundlichkeit geschieht: Der Prunk in den riesigen Räumen, die flauschigen Teppiche, die Polstermöbel und Seidentischdecken vermitteln den Eindruck eines Märchenschlosses, nicht einer Universität. Doch andererseits fehlt auch nicht der seriöse Anstrich bei der ganzen Sache: Gutaussehende Herren - meist Engländer, aber auch Besucher aus ganz Europa - in blauen Nadelatreifenanzügen und mit Aktenkoffern, die Damen ebenfalls in gepflegtem Dress ließen wiederum Zweifel aufkommen, daß hier etwas Merkwürdiges passiert.
Auf dem offiziellen Programm der Eröffnungswoche standen honorige und international anerkannte Gelehrte. Thema des Kongresses: der Veda. Dabei handelt es sich um eine Sammlung der ältesten indischen religiösen Texte, die als göttliche Offenbarung gelten.
Alle Studenten, mit denen die RP die Gelegenheit hatte zu sprechen, betonten übereinstimmend, daß ihnen TM erst den richtigen Sinn des Lebens vermittelt habe. Der frühere Deutsch- und Sportlehrer Toni Kemmerling aus Dormagen bei Köln kam zum Beispiel 1972 zur TM, mittlerweile ist er selbst TM-Lehrer.
Die Holländer sehen die Sache lange nicht so kritisch, wie die Anwohner auf deutscher Seite. "Solange diese Gemeinschaft nicht die Allgemeinheit belästigt, sollen sie machen, was sie für richtig halten“, argumentierte Smeets. Er selbst sei kein Anhänger dieser Sache, aber er wehre sich auch nicht dagegen. Und es stimme auch nicht, daß die Sekte versucht habe, Jugendiiche aus Dalheim zu werben. Pfarrer Moers habe in einem Gespräch mit ihm erzählt, es seien nur ein paar Kinder gewesen, die dort Schlitten gefahren wären. Einige Leute aus dem Kloster hätten sie dann zu einer Tasse heißer Schokolade eingeladen.
Insgesamt 3000 Leute sollen in Zukunft In dem früheren Kloster Mathematik, Physik, Chemie und andere Wissenschaften studieren. Dies wäre nach Auffassung der MERU-Leute genau das eine Prozent, um Frieden zu schaffen und den sogenannten Maharishi-Effekt zu erzielen.
Bildunterschrift:
Das einstige Kloster deutscher Franziskaner
gehört nun einer Stiftung, die in der Bundesrepublik als Sekte gilt.
0er Anführer ist Maharishi Mahesh Yogi, der mit einem Meditations-Programm
den Weltfrieden propagiert. RP-Bild: Hermanns