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Maharishi in Vlodrop:
Beim Kauf des Klosters wurde eine Universität versprochen.
Maharishi liess sich eine Villa bauen, die er bis zu seinem Tod bewohnte. Das Kloster wurde mutwillig zerstört.
 
 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
 

Maharishi in Vlodrop:

 
 

Anfrage im Landtag NRW

Ruth Seidl, Mitglied des Landtages von Nordrhein-Westfalen, hat eine "Kleine Anfrage" an die Landesregierung gerichtet, Drucksache 14/9705 vom 18.08.2009, http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD14-9705.pdf
"Erhalt des Klosters St. Ludwig im deutsch-niederländischen Grenzgebiet".
 
 
 
Die Karikatur:   
Maharishis Abbruch-Manie ist international.   

"Road Kill along the highway to Heaven on Earth",   
plattgewalzt an der Schnellstrasse zum Himmel auf Erden.   
Maharishi auf einem Bulldozer schiebt Tempel und Kirchen beiseite.   
Quelle: http://206.114.144.86/sv/roadkill.htm   

Zuletzt wollte er Genf abreissen und neu bauen,  
http://www.AGPF.de/TM-Genf.htm

 

Seit etwa 1985 bis zu seinem Tod 2008 hat Maharishi ein ehemaliges Klostergelände beim holländischen Vlodrop bewohnt, unmittelbar an der deutschen Grenze. Das "Kolleg St. Ludwig" - so die Aufschrift auf dem Turm - ist eine ehemalige Klosterschule der Franziskaner aus dem Jahr 1908. Es liegt in einer entlegenen Ecke des "Nationaal Park De Meinweg", von Vlodrop fast so weit entfernt, wie von der Kreisstadt Roermond. Unmittelbar benachbart liegt Dalheim Rödgen - auf deutscher Seite.

Ein Maharishi-Sprecher 2000 zum Schicksal des Klosters: "Wir überlassen es der Natur. Wenn ein Sturm das halbe Dach abdeckt, bleibt es so liegen. Für einen Eigentümer besteht keine Pflicht, ein Gebäude zu unterhalten" (unten).
Kein Sturm kam. Da liess Maharishi das Dach zerstören. Begründet wird der geplante Abbruch mit angeblichen Neubauplänen.
 

Für sich selbst hatte Maharishi auf dem Kloster-Gelände 1997 eine Villa bauen lassen.
Dafür lag eine zeitbeschränkte Genehmigung vor. Angeblich könne das Gebäude jederzeit abgebaut und anderswo wieder aufgebaut werden. Inzwischen wurde ein Flächennutzungsplan erlassen, wodurch das Gebäude auf Dauer legalisiert sein dürfte.


 
Hier dasselbe Gebäude mit der Bezeichnung "Maharishi's home" aus der TM-Website http://istpp.org/wp/index.html
   
Hütten für Maharishis Personal
     
Jetzt wird ausgebaut
 
 
Antennen für das Imperium  
  

 

Das Kloster einst und heute

 
So sah das Gebäude einmal aus. Das Foto stammt von etwa 1986. Die Maharishis hatten das Kloster schon übernommen, der Heilige St. Ludwig stand noch an seinem Platz. Heute ist er weg.  
 
 
 
 
Hier das Ergebnis von Maharishis 20-jährigem Wirken am Monument Nummer 507387 im Jahr 2005
 
Links das Kloster und das Gelände, bevor die Maharishis gekommen sind (grössere Version: Bild anklicken).  
Rechts die Zerstörungen
 
2002:  
Dieses Luftbild wurde der Website  
www.roerstreekmuseum.nl/Ludwig/index.htm  
des Museums Roerstreek entnommen.  
Es stammt vom November 2002.  
Die merkwürdige Anordnung der neuen Gebäude beruht vermutlich auf Maharishis Version des Feng Shui, wonach Häuser nach Osten auszurichten sind, vgl. http://www.AGPF.de/TM-Architektur.htm  
Rechts aussen Maharishis Villa >>
 
2007  
Maharishis angeblicher Wohnsitz entspricht vermutlich seiner  eigenen "Architektur", also seinem Geschmack, unmittelbar daneben beginnen gesichtslose Container-Bauten, die heute das Bild beherrschen.  
 
 
 

Mehr zur Zerstörung:

Man sieht an den Bildern, daß es sich nicht um Abbrucharbeiten gehandelt hat, sondern um systematische Zerstörung.
Es ist keinerlei Grund ersichtlich, warum ausgerechnet an der Vorderfront mit Abbrucharbeiten begonnen wird. Und weshalb standen während der Gerichtsverhandlung schon die Bagger bereit?
Offenbar haben die Maharishis gehandelt, wie Immobilienspekulanten.
 
 
 
 
 

Juli 2003: Oberstes Gericht entscheidet gegen Maharishi
 
 
PRESSENACHRICHT: KEIN ABRISS SANKT LUDWIG   

Von Heemkundevereniging Roerstreek und Burgercomité St. Ludwig, den 2. Juli 2003.  

RAAD VAN STATE: ST. LUDWIG DARF NICHT ABGERISSEN WERDEN.  

Der Magistrat von Roerdalen und die Maharishi-Organisation, der Besitzer des Reichsdenkmals Sankt Ludwig, haben heute von der Raad van State zum zweiten Mal im letzten Rechtszug Unrecht bekommen. Schon seit 6 Jahren versuchen sie vergebens ohne triftige Begründung das Reichsdenkmal Sankt Ludwig in Vlodrop abzureissen.   
Der Staatssecretaris van Cultuur und sieben niederländische und deutsche Organisationen, die sich einsetzen für die Erhaltung des Reichsdenkmals, haben durch die Entscheidung des Raad van State aufs neue Recht bekommen.  

PROZESSVERFAHREN  

Auf Antrag der Maharishi-organisation hat der Magistrat von Roerdalen am 22. September 1998 den Abbriss vom Reichsdenkmal Sankt Ludwig genehmigt. Gegen diese Entscheiding des Magistrats haben der Staatssecretaris van Cultuur, das Burgercomité St. Ludwig, die Heemkundevereniging Roerstreek, das Cuypersgenootschap, der Bond Heemschut, Dorfausschuss Dalheim-Rödgen, Heimatverein Wassenberg und die Stadt Wassenberg Einspruch erhoben.  
Der Magistrat von Roerdalen hat diesen Einspruch in verschiedenen Verfahren unbegründet erklärt.   

Der Staatssecretaris van Cultuur, der Bond Heemschut, das Cuypersgenootschap und unsere Organisationen haben darauf beim Verwaltungsrichter in Roermond Berufung eingelegt.   
Am 15. September 2000 hat der Verwaltungsrichter entschieden, da? der Magistrat den Einspruch gegen die Abbrissgenehmigung unzurecht unbegründet erklärt hat.  

Gegen diese Entscheidung des Verwaltungsrichters haben sowohl der Magistrat von Roerdalen als die Maharishi-Organisation beim Raad van State Berufung erhoben.  
Am 12. September 2001 bestätigte der Raad van State die Entscheidung des Gerichtshofs in Roermond. St. Ludwig durfte also nicht abgerissen werden.  
Trotzdem hat die Maharishi-Organisation  gleich nach der Entscheidung vollkommen ungesetzlich versucht, das Denkmal in kürzester Zeit so zu beschädigen, daß es unwiederherstellbar wäre. Dies geschah auf sorgfältig geplante Weise. Der Magistrat schritt nicht rechtzeitig ein um dies zu verhindern trotz der zahlreichen Warnungen von Umwohnenden und unserer Organisationen. Der Schaden der schon verursacht war als der Magistrat dennoch eingriff, hat sich als völlich wiederherstellbar erwiesen.  

Der Magistrat von Roerdalen hat darauf, ohne neue Begründungen, die Beschwerdeschriften doch wieder unbegründet erklärt. Die erwähnten Instanzen und Organisationen sind aufs neue in Berufung gegangen beim Gerichtshof in Roermond wo der Magistrat nochmals Unrecht bekommen hat. Trotzdem legten der Magistrat und die Maharishi-Organisation nochmals Berufung ein beim Raad van State, wo sie auch heute wieder Unrecht erhalten haben. Der Raad van State erklärt deutlich, da? der Magistrat von Roerdalen  bei seiner zweiten Entscheidung auf die Beschwerdeschriften von neuem in unzureichendem Masse Kenntnisse gesammelt hat mit Bezug auf die relevanten Tatsachen und die Interessen welche ab zu wägen sind, und die Entscheidung von neuem nicht tauglich motiviert hat.  

Nun sollte sich der Magistrat entschließen, ob er diesen heillosen Weg vom Abriss des Gebäudes weiter verfolgen wird, oder daß er jetzt einen Entschluß faßt, der nicht nur im Interesse des Besitzers sondern auch im allgemeinen Interesse ist: die Erhaltung vom Reichsdenkmal St. Ludwig.   

 

 
 
 

Der Prozess: Gemeinde muss neu entscheiden

Die AZ - Aachener Zeitung vom 24.6.2002 berichtet über ein aktuelles Urteil
 
 
AZ - Aachener Zeitung vom 24.6.2002  


Tauziehen geht weiter  
Kloster St. Ludwig: Abriss oder Erhalt?  
Vlodrop. Das Tauziehen um den Abriss oder Erhalt des Klostergebäudes St. Ludwig an der niederländisch-deutschen Grenze geht weiter: Das Verwaltungsgericht Roermond hat jetzt den Widerspruch des Bürgerkomitees, der Heemkundevereniging "Roerstreek" St. Odilienberg, der Cuypers-Genossenschaft, des bundes "Heemschut" zu amsterdam und des Staatssekretärs für kultur in Den Haag  gegen den erneuten Beschluss des Bürgermeisters und der Wethouders der Gemeinde Roerdalen anerkannt. Die Gemeindeverwaltungsg von Roerdalen (Bürgermeister und Wethouders) hatte zuvor den Widerspruch der Heimat- und Kulturvereinigungen gegen die von der Gemeindeverwaltungs abermals erteilte Abrissgenehmigung für St. Ludwig zu Gunsten der Maharishi-Organisation zurückgewiesen, wie es heißt, ohne dabei Gründe zu nennen. Im jetzt ergangenen Urteil des Verwaltungsgerichts Roermond werden die Verantwortlichen von Roerdalen aufgefordert, einen neuen Beschluss zu fassen.
 
 
 

Abriss-Kritiker aus Vlodrop besichtigen die Abriss-Trümmer in Schledehausen
 
Aus: Neue Osnabrücker Zeitung 25.5.2002  


Abrissgegner aus Holland auf den Schledehauser Trümmern  

Bissendorf (ra)  
Der Abriss der denkmalgeschützten Akademie Schledehausen und der monatelange Streit um die Entsorgung des Bauschutts ist möglicherweise kein Einzelfall.  

Am kommenden Mittwoch entscheidet ein niederländisches Gericht, ob die Gemeinschaft um den Guru Maharishi Mahesch Yogi ein knapp 100 Jahre altes Franziskanerkolleg in Vlodrop dem Erdboden gleichmachen darf. Gestern haben sich Mitglieder eines Bürgerkomitees aus dem Nachbarland zum Erhalt des ebenfalls denkmalgeschützten St. Ludwig-Kollegs persönlich bei Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter über die Probleme mit der „Maharishi Ayurved Gesundheitszentrum Akademie Schledehausen GmbH“ erkundigt. Sie sehen Parallelen zu den Vorgängen im niederländischen Vlodrop und wollen dies auch vor Gericht so darstellen.  

 Auch gut neun Monate nach dem Abriss des Jugendstilgebäudes Am Berg in Schledehausen trümen sich noch immer meterhohe Berge aus Metall, Steinen und Holz. Die Geschäftsführung der früheren Akademie ist nach Angaben von Bürgermeister Halfter weder unter den bekannten Anschriften in den Niederlanden noch in der Schweiz erreichbar.  

 Für Entrüstung haben die Vorgänge in Schledehausen aber schon im vergangenen Jahr gesorgt. Ein auf dem Abbruchgelände vom Grundstückseigentümer geplantes „Freudenfeuer“, bei dem im Sommer 2001 der Bauschutt der früheren Naturheilklinik in Flammen aufgehen sollte, konnte von den Behörden im letzten Moment untersagt werden.  

 Die Osnabrücker Landtagsabgeordnete Dorothea Steiner (Grüne) hatte daraufhin vor den „Wahnvorstellungen und Heilsversprechen der Transzendentalen Meditations-Sekte“ gewarnt und die vom Landkreis Osnabrück erteilte Abrissgenehmigung für die denkmalgeschützte Akademie als Folge einer verfehlten Einschätzung bezeichnet. Die Ankündigung der Sekte und ihrer Grundstücksgesellschaft, an Stelle des stilvollen Gebäudes Millionen in einen Neubau zu investieren, seien Luftschlösser gewesen und ein „Spiel mit gezinkten Karten“.  

 In dem deutsch-niederländischen Grenzgebiet rund um Heinsberg und Vlodrop staubt und kracht es seit Monaten auf ähnliche Weise. Der Guru Maharishi Mahesh Yogi und seine Anhänger haben Mitte der 80-er Jahre das St. Ludwig Kolleg in Vlodrop gekauft und sich dort niedergelassen. Die ehemalige Klosterschule der Franziskaner aus dem Jahre 1908 soll dem Erdboden gleichgemacht werden und auf den Fundamenten ein neues Gebäude nach den Prinzipien des Ayur-Veda entstehen: ein an der Vorbeugung orientiertes Gesundheitssystem, das auch den Zusammenhang zwischen Wohnraum, Lebensenergie, Gesundheit und Erleuchtung zum Inhalt. Gegen den von der zuständigen Gemeindeverwaltung genehmigten Abriss des Franziskanerkollegs kämpfen neben dem niederländischen „Bürgerkomitee St. Ludwig“ auch der Heimatverein Wassenberg aus dem nur einen Kilometer entfernten Nachbarkreis Heinsberg in Deutschland. Mitte September vergangenen Jahres hat sich auch aufgrund dieser Initiative das oberste niederländische Gericht in Den Haag gegen den Abbruch entschieden. Dass die Yogi-Gemeinde damals dennoch mit dem sofortiges Abriss der Forderfront des Franziskanerkollegs begann, begründete sie mit einem Hörfehler bei der telefonischen Übermittlung des Urteils. So berichtete es jedenfalls der Westdeutsche Rundfunk im Internet unter „WDR online“. Heftige Proteste konnten den weiteren Abriss zwar stoppen, mittleweile hat die für das „angeschlagene“ Kolleg zuständige Gemeindeverwaltung aber eine neue Abrissgenehmigung erteilt. Über deren Rechtmäßigkeit soll das oberste Gericht am Mittwoch entscheiden. Harry Cox vom Bürgerkomitee, der für den Rechtsstreit am Donnerstag in Schledehausen Argumente sammelte, bezeichnete die Yogi-Sekte als einen „Staat im Staate“.   

Zur Ortsbesichtigung mit Bissendorfs Bürgermeister Halfter gesellte sich gestern überraschend auch Gisela Mieschendahl-Preuß, die 18 Jahre lang Geschäftsführerin der Akademie Schledehausen war und mittlerweile kaum ein gutes Haar an ihrem früheren Arbeitgeber lässt. „Warum macht jemand sowas?“, fragte sie, „wie kann man nur so einen Müllhaufen liegen lassen“. Von der in den Niederlanden ansässigen Muttergesellschaft der Akademie habe sie sich losgesagt, beteuerte die gekündigte Schledehauser Geschäftsführerin Mieschendahl-Preuß. Ihre früheren Weggefährten würden sie mittlerweile „wie eine Aussätzige behandeln“. Die Telefonnummer eines Beauftragten der „Maharishi Ayurved Gesundheitszentrum Akademie Schledehausen GmbH“ in Vlodrop war gestern auf einen Anrufbeantworter geschaltet.  

 Angaben darüber, ob und wann die mittlerweile durch Absperrgitter gesicherten Bauschuttberge Am Berg in Schledehausen entsorgt werden, kann der Bissendorfer Bürgermeister nicht machen. Halfters Skepsis für eine enstprechende Zusage im Februar dieses Jahres hatte sich bestätigt. Nach einem Auftrag aus Holland seien drei Schuttmulden gefüllt und abtransportiert und die Aktion dann abgebrochen worden.  

 Ein Sprecher des Landkreises Osnabrück äußerte sich dagegen gestern auf Anfrage zuversichtlich, dass das Bauschutt-Problem in Schledehausen „in naher Zukunft“ gelöst werden könne. Nähere Angaben wollte die Kreisverwaltung dazu allerdings nicht machen. 

 
 



Aachener Nachrichten 24.7.2000

Letzte Bewohner müssen bis August ausziehen

Maharishi lässt St. Ludwig verfallen

Dalheim (an-o/bast). Auch so kann man sein Ziel vielleicht erreichen: Man lässt Gebäude einfach verkommen. Das ist zurzeit offensichtlich das Bestreben der Maharishi-Organisation beim Kloster St. Ludwig.

Immer noch ist keine Entscheidung durch die höchsten Gerichte in den Niederlanden gefallen, ob das frühere Kloster dicht hinter der Grenze zwischen Dalheim und Vlodrop von der Maharishi-Organisation abgerissen werden darf oder der Denkmalsschutz Sieger ist.

Der 82-jährige Maharishi Mahesh Yogi wohnt zwar noch in einem der sieben neuen auf dem Gelände errichteten Bungalows, zwischenzeitlich sind aber bereits etwa 120 Anhänger in ein "vedisches Zentrum" nach North Carolina verzogen. Die jetzt noch auf dem Gelände befindlichen 50 Personen müssen bis zum August auch ausziehen.

Fernsehsendungen

Sie gehören zum Team des Guru, das aus einem Gebäude im Klosterpark noch rund um die Uhr Fernsehsendungen erstellt und weltweit ausstrahlt. Sie sollen in einem Hotel mit Bungalowpark in Heibloem unterkommen, über dessen Ankauf zur Zeit verhandelt wird.

Nun hat der Sturm inzwischen das Dach des Hauptgebäudes des Klosters in Vlodrop ernsthaft beschädigt. "Aber das lassen wir so", meinte ein Sprecher der Vereinigung, "es soll still vor sich hin verrotten. Es ist sowieso asbestverseucht und für uns falsch gebaut."

Ärger gibt es auch im früheren Jesuitenkloster in Valkenburg, wo etwa 250 Anhänger wohnen. Die sollen auch ausziehen, weil die Aura nicht mit der vedischen Lehre in Einklang zu bringen ist. Für sie wird noch ein neues Unterkommen gesucht. Das Jesuitenkoster steht zum Verkauf.

Rechtsstreit

Seinen Rechtsstreit mit dem niederländischen Staat auf Anerkennung der Stiftung "Maharishi University of Management" hat der Guru auch endgültig verloren. Der Raad van State hat die Berufung der Vereinigung gegen die Entscheidung des Ministers für Bildung und Wissenschaft , der die Unterrichtsqualität als nicht ausreichend angesehen hatte, abgewiesen. Die Stiftung, so hieß es, habe den notwendigen Nachweis nicht erbracht, da sie weder in den Niederlanden noch in der Europäischen Union eine anerkannte Einrichtung besitze. Dass eine solche in den Vereinigten Staaten bestehe, sei ohne Belang.

Der Guru hatte seinerzeit auch versucht, seine "Universität" im ehemaligen Petroldepot bei Arsbeck zu errichten. Der Wegberger Rats hatte aber gegen dieses Vorhaben gestimmt und die Ansiedlung so verhindert.



Aachener Nachrichten 13.03.2000

Vlodrop (an-o/hele). Maharishi Mahesh Yogi ist das Warten leid. Weil auch nach drei Jahren noch keine Genehmigung vorliegt, das ehemalige Kloster in Vlodrop abzureißen und durch einen Universitäts-Neubau zu ersetzen, gibt die Glaubensbewegung ihr Welthauptquartier auf.

Nicht nach Osten ausgerichtet

Der Maharishi wollte das 1978 von den Franziskaner-Patres aufgegebene Kloster St. Ludwig abreißen, weil es nicht der altindischen vedischen Baukunst entspricht, in der alles nach Osten ausgerichtet sein muss. In den neuen Gebäudekomplex wollte die Sekte zig-Millionen investieren. Das gesamte Anwesen hatte sie 1984 für 1,8 Millionen Gulden erworben.

Schnäppchen gemacht

Ein Schnäppchen im Verhältnis zu den 13 Millionen, die der niederländische Staat den Patres gezahlt hatte, der zudem weitere Millionen in den Unterhalt steckte. Die Suche nach einem neuen Besitzer blieb erfolglos, bis die indische Sekte auf den Plan trat. Die früheren Pläne des Maharishi, sich mit seinen Anhängern im Laurensberger Schloss Rahe nieder zu lassen, waren am Protest der Bevölkerung und der Politik gescheitert.

Proteste aus der Bevölkerung

Dagegen stimmte der Gemeinderat Roerdalen, auch zuständig für Vlodrop, den Plänen zu. Aus der Bevölkerung meldeten sich allerdings Gegenstimmen, auch in Wassenberg und Wegberg, nur wenige Autominuten vom Maharishi-Zentrum entfernt. Als das Kloster schließlich vom Staat zum Baudenkmal erklärt wurde, mussten neue Anträge gestellt werden. Darüber soll aber erste Ende Mai entschieden werden.

Neues Ziel: North Carolina

Solange aber wollte der Maharishi nicht warten: Die Hälfte seiner rund 250 Anhänger hat nach Meldungen niederländischer Zeitungen Vlodrop schon verlassen, der Rest folgt in den nächsten Tagen. Bestimmungsort ist ein spirituelles Zentrum im US-Bundesstaat North Carolina.

"Wir überlassen es der Natur"

In Vlodrop bleibt nur der niederländische Zweig der Bewegung. Ihr Sprecher Jos Uijen zum Schicksal des Klosters: "Wir überlassen es der Natur. Wenn ein Sturm das halbe Dach abdeckt, bleibt es so liegen. Für einen Eigentümer besteht keine Pflicht, ein Gebäude zu unterhalten."

Dass es soweit kommen wird, glaubt das Bürgerkomitee St. Ludwig, dass gegen den Abriss gekämpft hat, aber nicht. Ein Sprecher gab zu bedenken: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Organisation, die der Welt den Frieden bringen und ihr Geld sinnvoll anlegen will, das Kloster verfallen lässt."

Schlag für die Wirtschaft
Enttäuschung herrscht bei Roerdalens Gemeindedirektor Jos Saes: "Ich kann den Schritt verstehen, bedauere ihn aber. Maharishi ist zu einem Teil unserer Gesellschaft geworden und sicher nicht im negativen Sinn. Die Organisation machte unseren Namen bekannt und war wichtig für die einheimische Wirtschaft."
 
 
 
 
 



Ein Pressebericht von damals:

Rheinische Post 13.4.85

Ehemaliges Kloster St. Ludwig an Maharishi verkauft
Sekten-Universität im holländischen Vlodrop
Von unserem Redaktionsmitglied Helga Hermanns

Grenzland — Der altehrwürdige Bau des Klosters St. Ludwig, das zur holländischen Gemeinde Vlodrop an der niederländischen Grenze nicht weit von Niederkrüchten gehört, wurde jetzt für 1,9 Millionen Gulden von der holländischen Regierung an eine internationale Gesellschaft namens MERU (Maharishis European Research University) verkauft. Wie der Bürgermeister von Vlodrop, Martin Smeets, bestätigte, hatte die Regierung das Kloster 1979 von deutschen Franziskanern für 19,5 Millionen Gulden gekauft. Doch die enormen Unterhaltungskosten dieses riesigen Bauwerks zwangen die Administration dazu, den Preis auf dieses "Taschengeld“ herunterzuhandeln.

Von vielen Seiten waren kritische Stimmen laut geworden, eine Sekte habe sich In dem Kloster einquartiert. Tatsächlich gilt TM (Transzendentale Meditation) in der Bundesrepublik offiziell als religiöse Sekte. Diese Glaubensgemeinschaft wurde In den sechziger Jahren von dem indischen Guru Maharishi Mahesh Yogi gegründet. In der Broschüre "Wege ins Nichts“ über Jugendsekten, die in Düsseldorf herausgegeben wurde, findet sich folgende Charakterisierung der Technik von TM: "Sie beinhaltet, daß man sich morgens und abends jeweils 15 bis 20 Minuten in sein Inneres zurückzieht und die "Manta“, eine geheimzuhaltende Silbe, die vom TM-Lehrer für den Schüler ausgewählt wird und als für ihn nur allein wirksam gilt, denkt oder spricht.

Natürlich kostet die Erlernung der Technik Geld. Die Preise für die Einführungskurse, die sieben Lektionen enthalten, sind nach Berufsgruppen gestaffelt. Sie liegen zwischen 150 und 600 Mark. Allerdings nennt die oben genannte Broschüre auch Summen bis zu 90 000 Mark. Mahrishi und seine Helfer haben nun ein Programm erarbeitet, daß den Weltfrieden bringen soll: "Schon wenn ein Prozent der Menschheit die Technik der TM ausübt, nimmt die Ordnung in der gesamten Gesellschaft zu“, behauptet der indische Meister in seinem Programm und versucht dies auch noch anhand von Statistiken zu beweisen.

Obwohl alle Herren, mit denen man beim Besuch des Klosters zusammentraf, den kommerziellen Charakter der Sekte bestritten, fällt es schwer zu glauben, daß alles aus reiner Menschenfreundlichkeit geschieht: Der Prunk in den riesigen Räumen, die flauschigen Teppiche, die Polstermöbel und Seidentischdecken vermitteln den Eindruck eines Märchenschlosses, nicht einer Universität. Doch andererseits fehlt auch nicht der seriöse Anstrich bei der ganzen Sache: Gutaussehende Herren - meist Engländer, aber auch Besucher aus ganz Europa - in blauen Nadelatreifenanzügen und mit Aktenkoffern, die Damen ebenfalls in gepflegtem Dress ließen wiederum Zweifel aufkommen, daß hier etwas Merkwürdiges passiert.

Auf dem offiziellen Programm der Eröffnungswoche standen honorige und international anerkannte Gelehrte. Thema des Kongresses: der Veda. Dabei handelt es sich um eine Sammlung der ältesten indischen religiösen Texte, die als göttliche Offenbarung gelten.

Alle Studenten, mit denen die RP die Gelegenheit hatte zu sprechen, betonten übereinstimmend, daß ihnen TM erst den richtigen Sinn des Lebens vermittelt habe. Der frühere Deutsch- und Sportlehrer Toni Kemmerling aus Dormagen bei Köln kam zum Beispiel 1972 zur TM, mittlerweile ist er selbst TM-Lehrer.

Die Holländer sehen die Sache lange nicht so kritisch, wie die Anwohner auf deutscher Seite. "Solange diese Gemeinschaft nicht die Allgemeinheit belästigt, sollen sie machen, was sie für richtig halten“, argumentierte Smeets. Er selbst sei kein Anhänger dieser Sache, aber er wehre sich auch nicht dagegen. Und es stimme auch nicht, daß die Sekte versucht habe, Jugendiiche aus Dalheim zu werben. Pfarrer Moers habe in einem Gespräch mit ihm erzählt, es seien nur ein paar Kinder gewesen, die dort Schlitten gefahren wären. Einige Leute aus dem Kloster hätten sie dann zu einer Tasse heißer Schokolade eingeladen.

Insgesamt 3000 Leute sollen in Zukunft In dem früheren Kloster Mathematik, Physik, Chemie und andere Wissenschaften studieren. Dies wäre nach Auffassung der MERU-Leute genau das eine Prozent, um Frieden zu schaffen und den sogenannten Maharishi-Effekt zu erzielen.

Bildunterschrift:
Das einstige Kloster deutscher Franziskaner gehört nun einer Stiftung, die in der Bundesrepublik als Sekte gilt. 0er Anführer ist Maharishi Mahesh Yogi, der mit einem Meditations-Programm den Weltfrieden propagiert. RP-Bild: Hermanns
 
 
 



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