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Maharishi-Kult in Vlodrop:
Die Zerstörung des Klostergebäudes St. Ludwig 2001 und 2002
Am Tag nach den Terroranschlägen auf New York und Washington: Während die Maharishi-Anhänger geplant haben, den Terroranschlag in den USA für Ihre Propaganda auszunutzen (vgl. Leitseite), haben sie die Zerstörung des Klostergebäudes vorbereitet.
Abriss-Kritiker aus Vlodrop besichtigen die Abriss-Trümmer in Schledehausen
 
 
 
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Mai 2002 

September 2001 

Impressum
 
 

Mai 2002
 


 
 

September 2001


 


 
 
 
 
Rheinische Post 19.9.2001 
Maharishi und Gemeinde Roerdalen zur Situation des ehemaligen Klosters St. Ludwig:
Letztes Wort noch nicht gesprochen?
WASSENBERG/WEGBERG (RP). Immer noch formen die goldenen Buchstaben auf dem Hauptturm des ehemaligen Klosters in Vlodrop den Schriftzug "Kolleg St. Ludwig". Aber unmittelbar darüber sowie rechts und links davon ist nur noch Zerstörung geblieben. Vier Abrissbirnen haben gleichzeitig mit dem Abbruch begonnen, obwohl das oberste niederländische Verwaltungsgericht nur eine Stunde zuvor anders entschieden hatte (die RP berichtete). Wie es zu dieser paradoxen Situation kommen konnte - dazu äußerte sich der neue Pressesprecher der Stiftung MERU (Maharishi European Research University) gestern erstmals in einem Gespräch mit der Rheinischen Post auf dem Klostergelände. 
Drei Vertreter seiner Organisation seien während der Urteilsverkündung in Den Haag gewesen und hätten die Entscheidung per Telefon übermittelt, erzählt Rik Jung. "Da müssen Worte benutzt worden sein, die am anderen Ende der Leitung nicht eindeutig waren", sagt er. Was genau gesprochen worden sei, wisse er jedoch nicht. "Ich war nicht dabei." Tatsache aber sei, dass man in der Gewissheit einer sicheren Genehmigung mit den Arbeiten begonnen habe. "Nach der letzten Genehmigung haben wir zu lange gewartet - bis es all diese Proteste gab", antwortet er auf die Frage, warum man nicht gewartet habe, bis das Urteil schriftlich vorlag.  

Anzeige erstattet 

Hans Wiegand, Sprecher der Gemeinde Roerdalen, erhielt das Urteil eine Stunde nach dessen Verkündung per Fax. Er machte sich auf den Weg nach Vlodrop, um mit den Eigentümern darüber zu sprechen. "Schon auf der Zufahrt sah ich die riesige Staubwolke!" Roerdalen und das niederländische Kulturministerium haben mittlerweile Anzeige erstattet wegen des Verstoßes gegen Artikel 11, Absatz 2, des niederländischen Denkmalschutzgesetzes. Danach dürfen Denkmäler in den Niederlanden zwar abgerissen werden, aber nur, wenn dafür eine Genehmigung vorliegt.  

Während Wiegand gleich nach der Urteilsverkündung erklärt hatte, das höchste Gericht habe letztinstanzlich entschieden, dass der Klosterkomplex nicht abgerissen werden dürfe, sah er die Situation nach ausführlicher Analyse des sechsseitigen Urteilstextes gestern etwas differenzierter. Der Raad van State habe das Recht der Gemeinde, die Abrissgenehmigung zu erteilen, gar nicht in Frage gestellt, erklärt er, und damit für die Niederlande sogar eine Art Grundsatzurteil gefällt, was die Kompetenzen von Gemeinden in diesem Bereich betrifft.  

Aufgehoben hat das Gericht ihm zufolge lediglich die Entscheidung der Gemeinde bezogen auf die Beschwerden gegen die Abrissgenehmigung. Sie habe ihre ablehnende Haltung dabei nicht ausreichend begründet, heißt es im Urteil. "Wir sehen es jetzt als unsere Pflicht, uns erneut mit den Beschwerden zu befassen und eine Entscheidung herbeizuführen", sieht er die Gemeinde in der Verantwortung. Könnte heißen: bei erneuter Ablehnung Anrufung des Gerichts in Roermond durch die Gegner, Anrufung des Raad van State durch die Eigentümer, die gleichen Prozesse also noch mal von vorne. Die Gemeinde will über ihr weiteres Handeln in dieser Woche beraten.  

Würden wieder aufbauen 

"Wir analysieren die Situation und warten ab, was auf der anderen Seite geschieht", heißt es bei der Maharishi-Organisation. "Sollten wir per Gesetz gezwungen werden, das Gebäude wieder aufzubauen, würden wir dies tun." Dass bis zu einer neuen Entscheidung an dem durch die ersten Abrissarbeiten an vielen Stellen offenen Gebäude durch die Wetterverhältnisse im Herbst und Winter jetzt der Zahn der Zeit weiter kräftig nagen wird, befürchtet aber auch er.  

Von PETRA WOLTERS

 
Limburger Dagblad 13.9.2001 
http://www.limburger.nl/ link: Maharishi start sloop klooster 
Übersetzt von Daniela Weber 

Maharishi reißt Kloster ab 

Die Gemeinde Roerdalen und Anwohner von Vlodrop sind wütend über die illegale Abrissaktion und haben bei der Polizei Anzeige erstattet. Die Gemeindeverwaltung ließ die Abrissarbeiten gestern morgen gegen halb zwölf einstellen, nachdem sie von Anwohnern davon in Kenntnis gesetzt worden war. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Abrissfirmen im Auftrag von Maharishi bereits zwei Frontfassaden neben dem Haupteingang vernichtet und den Turm oberhalb des Eingangs in Stücke geschlagen. 

Die Maharishi-Bewegung, die an der Stelle des Klosters eine neue Vedische Universität bauen will, verweigerte gestern jegliche Stellungnahmen zu dieser illegalen Aktion. Laut Gemeindeverwaltung, muss Maharishi das Gebäude auf eigenen Kosten wieder herstellen. Ein Sprecher der Gemeinde schätzt den Schaden auf etliche Millionen Gulden. 

Bürgermeister V. Braam äußert sich verärgert über die Maharishi-Bewegung, weil die das Urteil der Regierung mit Füßen getreten habe. Braam fühlt sich darüber hinaus durch die Organisation selbst angegriffen, weil die Gemeinde früher durch die Erteilung einer Abrissgenehmigung dem Maharishi zu Willen gewesen ist. Laut dem Verwaltungsrichter in Roermond bestätigte gestern auch die Regierung, dass das Nationaldenkmal nicht dem Boden gleichgemacht werden darf. Die Gemeinde hätte die Unmöglichkeit eines notwendigen Abrisses voraussehen können. Ein Nationaldenkmal kann einzig in ganz besonderen Ausnahmen abgerissen werden. „ Davon ist hier keine Rede“, urteilte das Gericht.  

Laut Braam hat Maharishi gegen den Denkmalschutz verstoßen und ein gerichtliches Urteil nicht beachtet. „Es sind strafbare Handlungen verübt worden. Das können wir nicht dulden.“ 

Außer der Gemeinde Roerdalen wird auch das Bürgerkomitee St. Ludwig aus Vlodrop und der Heimatkundeverein Roerstreek aus Sankt Odilienberg Anzeige gegen Maharishi erstatten. Beide Parteien, die gestern ihre Beschwerden gegen den Abriss durch die Regierung bestätigt sahen, üben heftige Kritik an dem in ihren Augen ungenügendem Auftreten der Gemeindeverwaltung. „ Der Maharishi war bereits seit einer Woche mit den Vorbereitungen zum Abriss beschäftigt und die Gemeindeverwaltung hat davon gewusst“, sagt L. Op de Kamp, Vorsitzender des Bürgerkomitees. „Wir haben die Gemeindeverwaltung mehrfach aufgefordert, das Gebäude zu bewahren. Letzten Dienstagabend haben die Abrissfirmen ihre Anlagen aufgebaut. Die Gemeindeverwaltung wurde daraufhin benachrichtigt, aber sie kam erst gucken, als es zu spät war. Es ist eine Schande.“ 

Braam betont, dass die Gemeinde wenig unternehmen konnte. „ Es ist nicht verboten, mit Abrissfahrzeugen herum zu fahren.“ Doch bedauert der Bürgermeister die Vorkommnisse. „Zu meinem Bedauern sind wir nicht beauftragt, die Anliegen von Anwohnergruppen zu schützen. Ich verstehe, dass die Menschen verärgert sind. Ich bin selbst auch sehr verärgert.“

Pressemitteilung des Bürgerkomitee St. Ludwig
 
PRESSEMITTEILUNG Vlodrop, 13. September 2001 
übersetzt von Daniela Weber 

HINTERHÄLTIGER ANSCHLAG DURCH MAHARISHI AUF NATIONALDENKMAL IN LIMBURG (NL) 

Am 12 September, 10 Uhr morgens, hat die Maharishi-Organisation mit brutaler Gewalt die Vernichtung des bedeutenden Klostergebäudes St. Ludwig im Wald von Vlodrop begonnen. Dies erfolgte gleichzeitig und trotz der unmissverständlichen Aussprache der Regierung in Den Haag, wo in höchster Instanz entschieden wurde, dass dieses Nationaldenkmal NICHT abgerissen werden darf. Dies ist um so schwerwiegender, als man eigentlich selbst dann nicht mit dem Abriss beginnen wollte - wie der Bürgermeister fälschlich beteuert - , hätte das Ergebnis der Regierung anders gelautet. 

Der mittlere Turm ist vernichtet, ein Teil des Gebäudes ist eingestürzt und hundert Meter des architektonisch typischen Vorbaus drohen infolge der Schieflage einzustürzen. Deutlich ist, dass man als erstes die wertvollsten Teile treffen wollte. Der Schaden geht in Millionenhöhe. 

In den vergangenen Tagen wurde bereits viel Material herbeigefahren, das auf Vorbereitungen für einen Abriss hinwies.Grund genug für die Anwohner, dem Heimatkundeverein Roerstreek und dem Bürgerkomitee St. Ludwig, die Gemeindeverwaltung von Roerdalen mündlich und schriftlich ausdrücklich darauf hinzuweisen und noch zu versuchen, dass unverzüglich Maßnahmen ergriffen werden, um dem Abriss zu verhindern. 

Die Gemeindeverwaltung hat nichts unternommen, ungeachtet dieser Warnungen und ungeachtet der Tatsache, dass die Maharishi-Organisation bereits in der Vergangenheit bei der Durchführung unrechtmäßiger Bauaktivitäten zu Lasten der charakteristischen Umgebung des Klosters auf dem Gelände gezeigt hat, wozu sie fähig ist. Die Gemeindeverwaltung hat nicht gehandelt, ungeachtet der Tatsache, dass in der Vergangenheit bereits sichtbar wurde, dass Zusagen der Maharishi-Organisation, sich an die Regeln halten zu wollen, keinerlei Wert haben. Dagegen hat die Gemeindeverwaltung gemeinsam mit dem Bürgermeisteramt immer das Bild einer angesehenen "bedeutenden Organisation" gezeichnet, obwohl man es längst besser wusste. 

Seit Jahren wird hier von einem "Staat im Staate" mit eigenen Gesetzen auf dem Gebiet der Niederlande an der Grenze zu Deutschland geredet. 

Das Bürgerkomitee hat sich bereits seit 1997 für den Erhalt des ehemaligen Klosters und seiner Umgebung eingesetzt. Veranlassung waren die drohenden Wahrscheinlichkeiten die sich abzuzeichnen begannen und immer noch aktuell sind. Wir haben uns dabei immer besonnen eingesetzt und alle Belange gefördert, damit alle zu ihrem Recht kommen können, auch der Eigentümer. Die Maharishi-Organisation aber war daran nicht mehr interessiert. Sie wusste sich ungehindert unterstützt durch die Gemeindeverwaltung von Roerdalen. Nur durch diese Unterstützung konnte die Maharishi-Organisation ihre Salami-Taktik in die Praxis umsetzen mit dem Resultat, dass nun auch das Klostergebäude ernsthaft beschädigt ist. 

Als Bürgerkomitee fordern wir die unverzüglichen Beseitigung des Schadens, der das Ergebnis des kriminellen Verhaltens der Maharishi-Organisation ist, ermöglicht durch die Gemeindeverwaltung von Roerdalen. 

Verein Bürgerkomitee St. Ludwig, Effelderweg 1, 6063 NB VLODROP NL 
Telefon 0475 402316/401751 Telefax 0475 400574

 
 
Limburger Dagblad 13.9.2001  
http://www.limburger.nl/ link: Dat de Maharishi dit zou doen, hadden we niet verwacht' 
Übersetzt von Daniela Weber 

Der illegale Abriss des ehemaligen Klosters St. Ludwig in Vlodrop hat bei vielen Bewohnern böses Blut verursacht. Der Maharishi, der seine Regeln an eigenen Maßstäben ausrichtet, und die Gemeindeverwaltung Roerdalen, die in ihren Augen viel zu lax reagiert hat, werden es bezahlen müssen. 
Dass der Maharishi dies tun würde, hatten wir nicht erwartet. 

von Bas Poell 

Vlodrop. Eine Fremder mit fremden Plänen. So dachten die Einwohner von Vlodrop bis gestern über den Maharishi Mahesh Yogi, der geistige Vater der Transzendentalen Meditation. Für die Vlodroper war er nicht anderes als ein alter greiser Mann, umgeben von einer Gruppe schwebender Anhänger, tief verborgen im Wald von Vlodrop-Station. Kein Guru um sich zu beunruhigen. Erst recht nicht, nachdem der Gemeinderichter geurteilt hatte, dass der Maharishi sein Vorhaben, das Kloster St. Ludwig abzureißen, nicht ausführen darf. Vlodrop konnte wieder ruhig schlafen. Bis gestern morgen. 

Mürrische Sicherheitsbeamte bewachen an diesem Mittwochmorgen den langen Zufahrtsweg zum ehemaligen Kloster. Interessierte und Presse werden bereits an der Eingangspforte auf Abstand gehalten. „Wir wollen nichts sagen, wir sagen nichts und das Tor bleibt für Sie geschlossen“, lautet die Antwort auf die Frage, was denn um alles in der Welt los sei. 

Nach gut einer halben Stunde fliegt das Tor auf. Eine Reihe von Bulldozern und Kranwagen ziehen ab, gefolgt von einer Gruppe Bauarbeiter in einem PKW. Sie haben ein Teil von Sankt Ludwig zerstört. Ein Beamter der Gemeindeverwaltung, der auf dem Gelände war, hat Fotos gemacht. Darauf ist zu sehen, dass zwei Frontfassaden mitten hindurch zerborsten sind und ein Turm vom Dach abschlagen wurde. 

Der Maharishi hat sich nicht an das Urteil des Verwaltungsgerichts gehalten und er hat anscheinend auch nicht den endgültigen Urteilsspruch der Regierung abwarten wollen. Das Urteil ist gerade gefallen: Sankt Ludwig muss erhalten bleiben. 

Louis op de Kamp, Vorsitzender des Bürgerkomitees Sankt Ludwig, steht geschlagen vor dem Eingangstor. Seine Bürgergruppe hat jahrelang für den Erhalt des Klosters gestritten. Wütend ist er auf den Maharishi, der heute Morgen seine negative Seite gezeigt hat. „Der Mann hat absolut keinen Respekt vor schönen alten Gebäuden. Darüber hinaus kümmert er sich nicht um gerichtliche Urteile. Er ist wahrscheinlich der Auffassung, dass er hier seinen eigenen Staat hat, aber er wohnt noch immer 
in den Niederlanden. Es ist ein Skandal.“ 

Für das Auftreten der Gemeindeverwaltung Roerdalen hat Op de Kamp auch kein gutes Wort übrig. „Wir haben sie x-mal aufgefordert, mit zum Kloster zu kommen. Der Maharishi war bereits seit einiger Zeit damit beschäftigt, den Abriss des Gebäudes vorzubereiten. Dienstagabend fuhren Abrisswagen auf das Gelände. Wir haben daraufhin die Gemeindever-waltung erneut angerufen. Aber die weigerte sich zu kommen. Ja, heute morgen sind sie da gewesen, aber da war es zu spät“.  

Die Vlodroper erhalten Beistand durch einzelne Anwohner in Vlodrop-Station. Anschuldigungen an die Gemeindeadresse gehen schnell rund. „Es ist eine Schande.“ „Die Gemeindeverwaltung will, dass das Kloster verschwindet. Sie haben dem Maharishi immer eine Abrissgenehmigung erteilt. Ich bin ausgesprochen wütend hierüber.“ 

Auch Bürgermeister Vincent Braam lässt per Telefon wissen, wütend zu sein. „Ich begreife die Frustration der Bewohner. Was Maharishi getan hat, kann nicht gerechtfertigt werden. Wir haben die Signale aus der Nachbarschaft sehr wohl ernst genommen. Aber jedes Mal als wir nachschauen gingen, war nichts. Ja, die Abrissfahrzeuge haben wir auch gesehen. Wir sind der Auffassung gewesen, dass der Maharishi alles für einen Abriss vorbereiten wollte, für den Fall, dass die Regierung doch dem Abriss zustimmen würde. Dass er es tun würde, haben wir nicht erwartet.

 



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