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Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/TM-Uedem.htm  Zuletzt bearbeitet am 6.3.2006
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Der Maharishi-Kult in Uedem:
Vom Hotel zum Sitz der "Deutschen Friedensregierung"


Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
Impressum


Zunächst sah es so aus, als solle das Hotel auch weiterhin als Hotel genutzt werden. Eine Nutzungsänderung wurde nicht öffentlicht diskutiert.

Im Medienschatten der heftigen öffentlichen Diskussion um ein Projekt in Fürstenberg haben Anhänger des Maharishi-Kultes 2001 klammheimlich ein ehemaliges Hotel gekauft. Die Gemeinde wurde vor vollendete Tatsachen gestellt.

Durchgeführt wurde letztlich Kaderschulung (>>), getarnt als Friedensprojekt.
Nach einem Jahr hiess es dann (>>):

"Das Friedensprojekt in dem wunderschönen Hotel Bergschlößchen in Uedem wurde im Laufe des Jahres wegen anderweitiger Nutzung des Gebäudes durch den Eigentümer eingestellt. Das Bergschlößchen erfüllt zukünftig eine neue, wichtige Friedensfunktion als internationale Akademie und kann als einer der ersten Friedenspaläste in Deutschland bezeichnet werden."
Nun ja, auch eine "Akademie" ist ja so etwas ähnliches wie ein Hotel.
Nach einem weiteren Jahr war es dann das, was der Maharishi-Kult immer wieder plant: ein "Gesundheitszentrum für exklusive Ayurveda-Behandlungen" (www.maharishi-weltfriedens-stiftung.de/existing_palaces.html).

Im Dezember 2003 wurde dann die Katze aus dem Sack gelassen:
Uedem wird Sitz der "Deutschen Friedensregierung" (>>).
Dort soll zukünftig also Maharishis Politik gemacht werden. Dazu:

Ausserdem werde ein Zentrum für "Transzendentale Meditation" eröffnet.
Dabei geht es keineswegs nur um Entspannungsünungen.
Vielmehr sollen durch Massenmeditation kohärente Wellen erzeugt werden, welche angeblich die Schwerkraft und den Unfrieden überwinden.

Aus dem Beherbergungsbetrieb war zunächst eine Schulungseinrichtung geworden, dann eine Gesundheitseinrichtung.
Und am Ende ist es ein Psycho-Betrieb.
Zweck ist jetzt die Bewusstseinsbeeinflussung.
Die Herren auf dem Podium erzählen das, was seit 35 Jahren erzählt wird:
Dass tägliche "Transzendentale Meditation" die Welt nachhaltig verbessern würde.
 
 
 

Kaderschulung in Uedem
 

Aus: Naturgesetz Journal Nr. 8 / 2001


Neues Projekt des Vedischen Friedenskorps e.V.
Purusha Kohärenzgruppe in Uedem für Deutschland
Seit März 2001 hat Deutschland eine neue Kohärenzgruppe: Das Vedische Friedenskorps e.V. fördert mit der Purushagruppe in Uedem den Frieden in Deutschland und in Europa. Die von der Gruppe mit Maharishis Vedischen Friedenstechnologien im kollektiven Bewusstsein erzeugte Atmosphäre aus Herzlichkeit und Harmonie unterstützt die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Völkern in Europa und löst unfriedliche Tendenzen auf.
 
"Ich begrüße die wohlwollende Unterstützung all derjenigen, die die Bedeutung des Purusha als Kohärenz erzeugenden Faktor für den Frieden und das Wohlergehen der Menschheit erkannt haben. Ich möchte Sie deshalb einladen, weiterhin alles in Ihren Mitteln stehende zu tun, damit zumindest ein Tausendköpfiger Purusha in Europa entstehen kann."
Maharishi Mahesh Yogi


Mit Hilfe mehrerer Kredite konnte ein wunderschönes Gebäude mit 45 gut eingerichteten Zimmern sowie Flug-, Konferenz- und Speiseräumen erworben werden. Vom Osteingang des Gebäudes genießt man einen weiten Blick auf Kuhweiden und Wälder und kann sich an den Strahlen der aufgehenden Sonne erfreuen.
Das Städtchen Uedem hat ca. 8.000 Einwohner und ist Sitz einer NATO Zentrale. In 10-20 km Entfernung liegen zwei bekannte Wallfahrtsorte: Kevelaer und Marienbaum.

Die gute Atmosphäre, die bisher geschaffen wurde, spiegelte sich in einem kürzlich erschienenen Zeitungsartikel wieder, der die TM "als Bereicherung des Angebots an Meditationsmethoden" im Raum Kleve willkommen hieß und "den spirituellen Charakter der TM" in den Vordergrund stellte.

Gerade in einer Zeit, in der Deutschland junge Soldaten in fremde Krisengebiete schickt und Waffengewalt im Namen des Friedens einsetzt, sind Kohärenzgruppen in unserem Land eine dringende Notwendigkeit. Fördern daher auch Sie den Frieden mit einmaligen oder regelmässigen Spenden an das Vedische Friedenskorps.

Bitte überweisen Sie Ihre Spenden auf folgendes Konto:

Commerzbank Siegburg,
BLZ: 380 400 07, Kto.Nr.: 333 7367 02
Empfänger: Vedisches Friedenskorps e. V
Stichwort: "Kohärenzgruppe NRW"


Sie erhalten eine Spendenbescheinigung, die Sie beim Finanzamt zur Steuerabsetzung benutzen können!
 

"Allein ein Tausendköpfiger Purusha (eine Gruppe für die Regierung) kann das kollektive Bewusstein positiv verändern. Das ganze Drama ist in unseren Händen."
Maharishi Mahesh Yogi
"Das Schicksal einer Nation wird allein durch den Grad von Kohärenz im kollektiven Bewusstsein einer Nation bestimmt. Politiker können nur auf Zustände und Ereignisse reagieren, die durch den Grad von Kohärenz im kollektiven Bewusstsein einer Nation verursacht werden. Deshalb besitzt jeder Bürger in seinem individuellen Lebensbereich mehr Entscheidungsfreiheit und hat einen größeren Einfluss auf den Lauf seines Schicksals, als ein Parlament bezüglich des nationalen Geschehens oder der Präsident einer Supermacht hinsichtlich der globalen Entwicklung auf unserem Planeten. Es ist nicht die Regierung oder der Regierungschef, der eine Nation regiert, es ist allein der Grad von Kohärenz im kollektiven Bewusstsein einer Nation, der bestimmt, ob eine Regierung Friedens- oder Kriegspolitik betreibt und ob sich die Dinge zum Guten oder Schlechten entwickeln."
Maharishi Mahesh Yogi

 

20 JAHRE IM SELBST
Schnell vergeht die Zeit, was allein dem in Zeitlosigkeit Gegründeten wie ein Augenblick erscheint. Vor genau 20 Jahren wurde in Arosa, Schweiz, von Seiner Heiligkeit Maharishi Mahesh Yogi ein Programm ins Leben gerufen, das ohne gleichen ist.
Am 20. Oktober 1981 begann ein Programm der permanenten Reise ins Selbst. Es geht um Purusha, der Sanskrit-Begriff für unser innerstes Wesen, das Selbst, die innerste unveränderliche Bewusstseinsnatur eines jeden Menschen, der ewige Zeuge aller Lebensprozesse. Dieses Wesen des eigenen Lebens zu erforschen und zum Erblühen zu bringen, dazu dient das Purusha-Programm. Männer, die die Zeit und Unab-hängigkeit besitzen, sich ausschließlich diesem Studium zu widmen, finden in diesem Programm den geeigneten Entfaltungsrahmen. Uber das parallele Programm für Damen werden wir in einer der kommenden Ausgaben berichten können.
Was bedeutet der ,,Tausendköpfige Purusha“? Tausend Köpfe stehen symbolisch für die unend-liche Verschiedenheit und Individualität aller Menschen, ihre vielfältigen Tendenzen, die als ein Purusha, eine Person, also als geschlossene Einheit agieren. Dies repräsentiert und verkör-pert das Prinzip der Einheit von Verschiedenheit. Besteht die Purushagruppe aus 1 .000 Personen, erreicht ihre Kohärenz eine Stärke, die für das kollektive Bewusstsein eines ganzen Landes har-monisierend wirkt.
Im Laufe der Jahre haben weltweit viele Hundert Männer kürzere oder längere Zeit an diesem Pro-gramm teilgenommen. In jedem wächst dabei die unvergängliche Sicherheit, sein inneres unbegrenz-tes Reservoir zu entfalten. Es gibt Purushagruppen in verschiedenen Teilen der Welt: in Australien, Großbritannien, Indien, Italien, Niederlande, Ukraine, USA und jetzt auch in Deutschland.
Indem die Teilnehmer beständig auf die Erfahrung des Selbst, auf das Verstehen all seiner Facetten ausgerichtet sind, eingebettet in eine permanent ausgewogene Tagesroutine, erzeugen und leben diese Purushagruppen eine außerge-wöhnlich starke Kohärenz. Sie bereichern jedes kollektive Bewusstsein, in dem sie beheimatet sein mögen. Ein Purusha ist ein Experte der Kohärenz, eine Verkörperung lebendiger Einheit.
Jedes Land, das sich solche Experten leisten kann, gewinnt ein "Instrument“ für den Frieden, für Fortschritt und Freude - für alle Mitbürger. Allen Mitgliedern im Programm des Tausend-köpfigen Purusha gelten zu diesem Jubiläum unsere herzlichsten Glückwünsche, unser Dank für ihr Engagement und der Wunsch, dass sie nunmehr dauerhaft in Deutschland sein werden.
jai Gurn DeiN

Bildunterschrift:
Linkes Bild: Internationale Purusha-Gruppe in North Carolina, USA. Mitte: Mitglieder der deutschen Purusha Friedensgruppe, die sich in Uedem gebildet hat. Rechts: Die neue Residenz mit Osteingang, 45 Zimmern und mehreren Gruppenraumen.
 Schnell vergeht die Zeit, was allein dem in Zeitlosigkeit Gegründeten wie ein Augenblick erscheint. Vor genau 20 Jahren wurde in Arosa, Schweiz, von Seiner Heiligkeit Maharishi Mahesh Yogi ein Programm ins Leben gerufen, das ohne gleichen ist.


 
 
Aus: Naturgesetz Journal Nr. 9/2002 Dezember 2002 Seite 3


Fünf Jahre Vedisches Friedenskorps

Kohärenzgruppe in Uedem (Purusha)
Das Friedensprojekt in dem wunderschönen Hotel Bergschlößchen in Uedem wurde im Laufe des Jahres wegen anderweitiger Nutzung des Gebäudes durch den Eigentümer eingestellt. Das Bergschlößchen erfüllt zukünftig eine neue, wichtige Friedensfunktion als internationale Akademie und kann als einer der ersten Friedenspaläste in Deutschland bezeichnet werden. Dieser kontinuierliche Erfolg ist besonders auch den Unterstützern zu verdanken, die seit März 2001 die Uedemer Purusha-Gruppe mit ihren Zuwendungen gefördert haben.


 
 

Presseberichte

Uedem wird Sitz der "Deutschen Friedensregierung"

Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung, 03.12.2003

Mittwoch, 03. Dezember 2003

Ernst nehmen und diskutieren

MAHARISHI-SEKTE / Spezialisten des Kreises Kleve suchen das Gespräch mit Anhängern, um Zweifel zu säen. 
AM NIEDERRHEIN. "Die Leute sind hochintelligent und ernst zu nehmen." Siegfried Wolff ist Jugendschutzfachkraft beim Kreis Kleve und beschäftigt sich seit 22 Jahren mit Sekten. Auch mit der Transzendentalen Meditation (TM), die sich in Uedem im Bergschlösschen angesiedelt hat. Von dort aus versucht die Sekte, die Lehren des Maharishi Mahesh Yogi zu verbreiten. Dies übrigens bereits seit März 2001. Doch der Plan, das Haus als Schulungszentrum zu etablieren, scheiterte ebenso wie ein gemeinsames Auftreten mit der Gemeinde Uedem. Als der Verwaltung gewahr wurde, wer sich dort als Nachbar angesiedelt hat, wurde die gemeinsame Pressekonferenz abgesagt.
Jetzt soll das Haus (wie berichtet) als ayurvedische Klinik und Sitz der deutschen Friedensregierung dienen, einer Art PR-Abteilung für die Lehren des Maharishi. Wolff nennt zwei Punkte, bei denen seine Arbeit mit TM beginnt: "Psychisch labile Menschen können negativ beeinflusst werden. Zudem sind die Seminare sehr teuer und können Menschen in große Not bringen." Sein Ansatz: diskutieren, argumentieren. So traf er sich bereits mit TM in Uedem, um über eine Rede des Maharishi zu debattieren, in dem der zur Zerstörung deutscher, amerikanischer und britischer Strukturen aufrief. Wie sich das mit dem vorgeblichen Streben nach Weltfrieden vereinbare, konnten seine Gesprächspartner von TM nicht beantworten. Wolff: "So lassen sich Zweifel säen, ob das System TM wirklich das gibt, was es verspricht." Wolff will bei TM-Anhängern die kritische Auseinandersetzung mit den Weisheiten ihres Meisters fördern. Er und seine Kollegen stehen in SachenVorbeugung oder Hilfe für Aussteiger jeglicher Sekte bereit: Tel: 02821/8 54 54. (P.V.)


 
 
Neue Ruhr / Neue Rhein Zeitung, 02.12.2003


Bildunterschrift:
Im "Friedenspalast", früher Hotel Bergschlösschen, stellten der Präsident und seine Mitstreiter ihr Programm vor. (Fotos: Ron Franke) Der Präsident der Friedensregierung Professor Eckart Stein doziert vor dem Porträt des Maharishi. Der Sitz der Yogi-Sekte.

Imperium der Harmonie

SEKTE / Die "Deutsche Friedensregierung" will in Uedem ein Zentrum für "Transzendentale Meditation" öffnen. 

Glauben kann süchtig machen. Der Entzug ist schmerzhaft und dauert Jahrzehnte." So überschrieb die Frankfuter Rundschau einen Artikel über Sekten. In Uedem stellte sich jetzt die "Deutsche Friedensregierung" vor, die nach den Lehren des Maharishi Mahesh Yogi durch gemeinsame "Transzendentale Meditation" (TM) das Bewusstsein der Menschen verändern will, um eine friedliche und harmonische Welt zu schaffen.

Globaler Konzern

Wer ein besserer Mensch werden will, muss zunächst mal zahlen. Kurse und Seminare, in denen die Meditation gelehrt wird, kosten Unsummen. Gleichzeitig wird in dem ehemaligen Hotel Bergschlösschen eine ayurvedische Klinik eröffnet. Der Maharishi ist ein steinreicher Mann, sein Imperium weltumspannend. 

Der Bundesregierung ist es nach einem Prozess gegen die Maharishi-Sekte per Urteil des Bundesverfassungsrichtes gestattet, ja, sogar erwünscht, TM als Sekte zu bezeichnen und vor dieser zu warnen. Dabei wird man in Uedem überaus nett empfangen. Überall hängen Bilder des Maharishi Mahesh Yogi, ein verwirrendes Organigramm gibt Auskunft über alle Bereiche des Denkens, die durch TM zusammengefügt werden sollen. Alle Leute lächeln sehr höflich. 

Auf dem blumengeschmückten Podium haben drei "Minister" der so genannten Friedensregierung Platz genommen. Ärzte und Physiker, die erläutern, dass tägliche ,Transzendentale Meditation´ die Welt nachhaltig verbessern würde. Jeder Mensch fände innere Ruhe und Frieden. Die gemeinsam ausgestrahlte Harmonie führe dazu, dass sich Drogenmissbrauch, Kriminalität, ja sogar Kriege verhindern ließen.

"Yogisches Fliegen" für den Frieden

Forschungen sollen ergeben haben, dass es genügt, wenn die Quadratwurzel aus einem Prozent der Weltbevölkerung (damals 8000 Menschen) das "Yogische Fliegen" in einer Gruppe ausübt, um eine sofortige Steigerung von Harmonie und positiven Trends in der gesamten Gesellschaft herbeizuführen. 

Bevor man "fliegen", also der gemeinsamen Meditation nachgehen kann, muss man zahlen. Eine Einführung in Transzendentale Meditation kostet 2000 Euro. Will man es in der Sekte zu etwas bringen, folgen der Aufstieg zum Lehrer (10000 Euro) oder ein Sidhi-Kurs (bis 4000 Euro).

Dies mag auch den Reichtum der weltweit agierenden Sekte erklären, der auf Milliarden geschätzt wird. Ein ehemaliger TM-Anhänger: "Die ,Transzendentale Meditation´ und ihre hoch geschraubten Ansprüche sind ein werbewirksames Mittel, um zu Macht über Menschen, Einfluss und besonders wichtig, um an Geld zu kommen."

Der Regensburger Soziologie-Professor Dieter von Schmädel schreibt in einer Studie: "In Indien beschränkt sich der Einfluss der TM-Sekte auf Personen in Spitzenpositionen der ayurvedischen Organisationen. In hochindustrialisierten Ländern Europas und Nordamerikas sieht das völlig anders aus."  Die Sekte habe die Verbreitung ihrer Version des Ayurveda, Maharishi-Ayurveda (MA) genannt, massiv vorangetrieben. Allein in Deutschland seien vier MA-Gesundheitszentren mit stationärer Versorgung eröffnet worden - Uedem wäre das nächste. Neben dem Maharishi ist Tony Nader der neue starke Mann bei TM: "gekrönter Regent" des "Globalen Landes", praktisch eine Art Vorstandsvorsitzender des Konzerns TM - und damit auch Chef der Deutschlandabteilung "Deutsche Friedensregierung" um deren Präsidenten und Physik-Professor Eckart Stein und seine Mitstreiter Dr. Volker Schanbacher ("Minister für Weltfrieden"), Dr. Walter Mölk ("Minister Gesundheitserziehung") und Dr. Mathias Kossatz ("gesundheitspolitischer Sprecher"). Von Schmädel: "Die Sekte versucht Wissenschaftler aus dem medizinischen Bereich und praktizierende Ärzte, die sich für Naturheilkunde interessieren, zu gewinnen. Dabei könnten durch die Einrichtung von Universitäten, Gesundheitszentren und durch den Vertrieb TM-eigener Produkte auch adäquate finanzielle Anreize geboten werden." Angebote und Preise der geplanten ayurvedischen Klinik in Uedem sind zurzeit noch in Vorbereitung.

01.12.2003    PETER VOSS 


 
 
 
 
Neue Ruhr Zeitung vom 20.3.01


Uedem (rey/yes). Bei der gestrigen Hauptausschußsitzung in Uedem herrschte unter allen Parteien Einigkeit. Man will den neuen Bewohners des Bergschlösschens kein Forum bieten.

Die Anhänger des indischen Gurus Maharishi seien "Wölfe im Schaftspelz", die "die Weltherrschaft anstreben", so Hubert Schlautmann (SPD). So gebe es eine offizielle Warnung des Familienministeriums vor der Vereinigung. Bürgermeister Werner van Briel meinte, die Bürger in Uedem hätten Angst und gab zu: "Ich weiß jetzt, dass sie mir nicht die letzte Wahrheit gesagt haben", als sie sich vorgestellt haben." Man müsse ihnen deutlich zeigen, dass "sie hier nicht erwünscht sind".

Markus Bremers (SPD) warf Werner van Briel vor, blauäugig gewesen zu sein und Schützenhilfe geleistet zu haben, als er die Anhänger der "Psychosekte" ins Rathaus einlud, um sich dort der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dieser für morgen angesetzte Termin wurde gestrichen.


 
 
NeueRuhrZeitung 21.3.2001


"Das wird ein Ghetto"

Uedem. Sie sind in Sorge, die Politiker in Uedem. Wegen der Maharishi-Sekte, die das Bergschlösschen gekauft hat. "Es ist jetzt klar, dass sie dort ein Ghetto schaffen wollen", kritisierte Bürgermeister Werner van Briel gestern zu Beginn eines gemeinsamen Pressegesprächs mit den Fraktionsvorsitzenden die neuen Hotel-Besitzer. Weil die "wohl aus taktischen Gründen bei den ersten Gesprächen nicht alles gesagt haben", so van Briel weiter. Es sei klar, dass die Sekte das Hotel nicht für Jedermann öffnen werde. Van Briel: "Sonntägliche Spaziergänge mit anschließendem Kaffee und Kuchen wird´s dort für die Uedemer nicht mehr geben." 

Das Ganze sei nicht zu verhindern gewesen, nahm Peter Thyssen (CDU) die Verwaltung in Schutz. Parteiübergreifend. Thyssen: "Gegen den Notarvertrag konnte man nichts machen." Der CDU-Politiker bedauerte mit Blick aufs Bergschlösschen, das die "touristische Zukunft zunächst verspielt ist". Wie die übrigen Politiker stellte er klar, dass man die Sekte in Uedem nicht haben wolle. Deshalb würden Landrat, sowie Landtags- und Bundestagsabgeordnete eingeschaltet - Barbara Hendricks (SPD) kommt schon morgen. Thyssen weiter: "Das ist nicht allein Uedems Problem." Besorgt äußerte sich auch Hubert Schlautmann (SPD). Man solle jetzt zwar keinen Popanz aufbauen. "Wir müssen das, was die da machen, aber genau beobachten", sagte er ebenso wie Berno Meyer (Grüne) und Paul Verhaelen (FDP). Schlautmann: "Wir wollen deren mystisch-magisches Politik-Verständnis nicht akzeptieren." Zwar werde man keine Kampagne gegen die Sekte starten. "Wir wollen die Bürger aber über diese Leute aufklären", versprach er. 
W. Remy


 
Neue Ruhr Zeitung vom 19.4.01


Uedemer wollten den Guru sehen

Uedem. David Krause ist enttäuscht. Der 18-jährige Uedemer ist am Mittwochabend zur Infoveranstaltung ins Bergschlösschen nur aus einem einzigen Grund gekommen: "Ich wollte den Guru sehen." Sieht ja auch cool aus, der Maharishi. Das findet auch die Clique des Jugendlichen, die mit David den Weg in das Seminarhotel der umstrittenen Maharishis gefunden hatte, um ihre Neugier zu befriedigen. Aber zu sehen war der 83-jährige Meister der transzendentalen Meditation (TM) auch im Rahmen des Vortragabends nur auf einem Foto.

Rund 100 interessierte Uedemer lauschten der TM-Videoshow, zu der die Führungscrew des künftigen Maharishi-Seminarhotels eingeladen hatte.

TM sei keine Weltanschauung, auch wenn man durch die zweimal tägliche Anwendung dieser Form der Meditation oft zu einer "anderen Sicht der Dinge" kommen kann, betonte ein Maharishi-Jünger. "Unserer Organisation muss niemand angehören, der TM erlernen möchte", bekräftigte auch Hotelmanager Ernst-Peter Flint.

Nach der kurzen Einführung ins Geheimnis der TM gab Heiko Cornelissen, 17 Jahre, zu, das alles "langweilig" zu finden. Die Uedemer Bürger bekamen Gelegenheit Fragen zu stellen. Was sie auch taten.

Auf die Frage, was denn nun im Bergschlösschen künftig alles veranstaltet und geplant sei, kam Flints ehrliche Antwort: "Das wissen wir auch noch nicht so ganz genau." Immerhin - ein Seminarhotel soll es sein. Und vielleicht auch mal eine Art Klinik für Menschen, die Körper und Seele reinigen wollen. Natürlich kann jeder Interessierte "ohne besondere geistigen Voraussetzungen" TM hier erlernen. Etwas finanzielles Potential sollte schon vorhanden sein. Sieben Tage TM-Schulung kosten satte 1700 Mark. Kein Pauschalangebot - nur der Unterricht - ohne Übernachtung und Verpflegung. "Die Ruhe, die man durch TM erreichen kann ist wohl ganz gut - aber das Ganze ist viel zu teuer", klagte der 19-jährige Gordon Naeve.

Christel Tenelsen wollte wissen, ob TM eine Religion sei - der Maharishi sehe doch sehr danach aus. "Nein, eine Technik, die jeder erlernen kann", so Flint. Im Gespräch mit der NRZ verriet Tenelsen: "Mir ist egal, was die hier machen - solange sie uns nicht die Kinder von der Straße holen". Wohl kaum, denn verschenkt wird das Wissen um den positiven Einfluss der TM nicht. Und Nachwuchssorgen haben die weltweit 200 Maharishi-Unis nicht. Übrigens: In Deutschland gibt es keine.

Fazit des Infoabends: Die Bereitschaft zur Toleranz scheint bei den Uedemer wieder zu wachsen - von Psychosekte und Wölfen in Schafspelzen sprach im Zusammenhang mit den neuen Bergschlösschen-Bewohnern zumindest Mittwochabend niemand. Der Blick auf die Maharishis bleibt aber verbunden mit einer gesunden Portion Skepsis. So fragte Christel Tenelsen: "Quatschen sie die Leute auf der Straße an, um Interesse zu wecken?" Antwort: "Früher haben wir die Menschen einmal so über uns informiert." Das sei lange vorbei. Heute sei die Werbung seriöser: Plakat- und Anzeigenaktionen sowie Mund-zu-Mund-Propaganda. Johannes Paeßens aus Uedem wollte wissen: "Kommen die meisten TM-Lernwilligen als normale Kursteilnehmer zu ihnen, oder sind das Mitglieder der Maharishi-Organisation?" "Meistens sind es bloße Kursteilnehmer, die TM erlernen wollen und dann ihre eigenen Wege gehen. Nach der siebentägigen Schulung, kann jeder alleine diese Meditationstechnik üben", antwortete Flint. Zunehmend Ärzte würden sich jedoch nach der Schulung für eine Mitgliedschaft bei den Maharishis entscheiden.

ANKE GELLERT-HELPENSTEIN



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