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| Auf einem ehemaligen Kurgelände mit
Kurhaus befindet sich seit vielen Jahren die deutsche Zentrale des Maharishi-Kultes.
Für die Öffentlichkeit war das im wesentlichen "die Akademie". Auf dem Bild rechts ein Schaukasten am Eingang des Geländes, Aufschrift: "Akademie Schledehausen". Die Presse spricht noch heute vom "Schledehausener Akademiegelände". Das Grundstück gehörte ursprünglich einem gemeinützigen Verein, dürfte also mit steuerbegünstigten Spenden gekauft worden sein, also mit staatlichen Subventionen. 1984 war der Verein pleite. Das Grundstück sollte versteigert werden. Jetzt gehört es offenbar einer Maharishi-GmbH. Hat die damals das Grundstück ersteigert? Wurde der Maharishi-Kult so Eigentümer des Grundstücks? Seit damals wurde offenbar nur noch wenig Geld in den Unterhalt des Grundstücks und der Immobilien gesteckt. Am Weg zum Gesamtgelände befindet sich ein Schaukasten mit einem Werbeplakat für Ayur-Veda und einem kleinen Lageplan der Objekte. Das Plakat hängt schief, der Lageplan ist verblichen. Außen verrottet der Schaukasten. |
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Am 19.2.2005 berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung:
"Ausrangierte Klärbecken eine Gefahr für Kinder
Von Kerstin Balks, Bissendorf
Fast vier Jahre sind seit dem Abbruch der Akademie Schledehausen vergangen. Auf Betreiben der damaligen Eigentümer fiel das denkmalgeschützte Jugendstilgebäude im Jahr 2001 der Abrissbirne zum Opfer. Geblieben sind ein baufälliger Hühnerstall, der zur Schutthalde verkommt, und eine unzureichend gesicherte Kläranlage in einem Waldstück unterhalb am Gradweg. Der Ellerbecker Ortsvorsteher Heinz Lötter sieht hier vor allem eine Gefahr für spielende Kinder."
"Bis 1996, als die Gemeinde Bissendorf entlang des Gradweges eine neue Kanalisation verlegen ließ, wurde die Anlage vom damals oberhalb des Areals liegenden Ayurveda-Gesundheitszentrum - im Volksmund "Akademie" - unterhalten. Seitdem haben die Eigentümer der Anlage diese sich selbst überlassen.
...
Doch wer sind eigentlich diese Eigentümer? Im Liegenschaftskataster ist die Akademie Schledehausen eingetragen. Gisela Mieschendahl-Preuß, die heute die "Veda-Villa" in Schledehausen betreibt, war 18 Jahre lang Geschäftsführerin der Gesellschaft, hat sich aber inzwischen von der Organisation getrennt. Ihr Sohn Falk Mieschendahl verweist auf die in Berlin eingetragene Maharishi Veda GmbH. Obwohl von Lothar Londke, Mitarbeiter in deren Bad Essener Verwaltung, jede Verbindung zu der ehemaligen Ayurveda-Akademie bestritten wird, will er sich sicher sein, dass die Kläranlage niemals von der Einrichtung genutzt worden sei. Verworrene Historie, verwirrende Zuständigkeiten. Letztendlich ist wieder einmal die im niederländischen Vlodrop ansässige Gemeinschaft um den Guru Maharishi Mahesh Yogi Ansprechpartner - wie schon bei der Debatte um die Entsorgung des Bauschuttes nach dem Abriss der Akademie (wir berichteten).
Wie dem auch sei: Zunächst will die Gemeinde die Bauaufsichtsbehörde beim Landkreis Osnabrück auf die Missstände an der alten Kläranlage aufmerksam machen. "Wenn die Ängste berechtigt sind, wird die Bauaufsicht die Eigentümer verpflichten, das Gelände abzusichern", ist sich Bürgermeister Guido Halfter sicher. Damit ist der von Heinz Lötter befürwortete Abriss der Anlage aber noch lange nicht auf den Weg gebracht. Karl-Heinz Senkel, Leiter des Bissendorfer Fachdienstes Planen und Bauen: "Ob ein Rückbau der Anlage erforderlich ist, darüber kann nur ein Gutachten der Unteren Wasserbehörde Aufschluss geben." Gisela Mieschendahl-Preuß hält nichts von einem Abriss der Anlage. Sie sei vielmehr als "kleines technisches Wunder" erhaltenswert, da sie bis zu ihrer Stilllegung ganz ohne Strom und ohne Chemikalien funktioniert habe. Und das nicht nur für das Ayurveda-Gesundheitszentrum: In früheren Zeiten sei die Abwasserentsorgung eines Lungensanatoriums mit 130 Patienten über die Anlage abgewickelt worden."
| An der Landstraße ein Wegweiser:
"Akademie Ayurveda Gesundheitszentrum".
Auch dieser sieht nicht gerade einladend aus. Der Eindruck: Die Anlage wird nur von TM-Anhängern genutzt. Ayur-Veda Preise und äußeres Erscheinungsbild Schledehausen wären für "Nur-Kunden" nicht stimmig.
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Mit den denkmalgeschützten
Altbauten hielt der Wert des Grundstücks sich vermutlich in Grenzen.
Jetzt sind die wertmindernden
Altbauten weg.
Der Wert des Grundstücks
dürfte gewaltig gestiegen sein.
Grundstückspekulation
durch Vortäuschung von Bauplänen und Abriss von Altbauten?
Man wird sehen.
Das denkmalgeschützte Hauptgebäude wurde inzwischen abgerissen, da das alte Gebäude angeblich einer wirtschaftlichen Verwendung des Geländes für einen Neubau im Wege stand. 12 Millionen sollten angeblich investiert werden. Einen Bauantrag gab es allerdings nicht.
Der Maharishi-Kult plant gleichzeitig zahlreiche andere Projekte. Woher das Geld dafür kommen soll, ist in allen Fällen unerfindlich. Die Gemeinderäte werden mit absonderlichen Versprechungen geködert. Ein 5-Sterne-Hotel mit den dazugehörigen Arbeitsplätzen.
Dabei war der Maharishi-Kult bisher nicht
einmal in der Lage, seine Zentrale halbwegs angemessen zu unterhalten.
Die Zentrale wurde inzwischen nach Bad
Essen verlegt. Dort genügt ihr eine einzige Etage im Dach eines Neubaus.
Zuständig jetzt eine "Maharishi
Veda GmbH". Einer der beiden Geschäftsführer: Gunther Chassé,
"Leiter des für Deutschland verantwortlichen Führungskreises"
(Naturgesetz Journal Nr. 2/2002 Seite 3: "Deutsche Zentrale im Vastu").
Anlässlich der Eröffnung am 28.2.2002 beschrieb Chasse die neue Struktur:
"Die Maharishi Veda GmbH ist das wirtschaftlich Handlungsorgan für die Aktivitäten des Globalen Landes des Weltfriedens in Deutschland. In sie gehen alle früheren Strukturen über, die als Samhita, Veda GmbH & co. KG oder MWNA das Programm der Transzendentalen Meditation über Jahre und Jahrzehnte vertreten haben. "
Die Mini-Zentrale in Bad Essen entwickelt
offenbar Mini-Filialen, wie sie in jeder Wohnung betrieben werden können.
In der "Einladung" an den Bürgermeister
von Bissingen (siehe Neue Osnabrücker Zeitung 29.5.2002, unten)
ist als Adresse für "Das globale Land des Weltfriedens" die Große
Str. 20 in Bissendorf angegeben. Ein Bild des Gebäudes: Parlament
des Weltfriedens und Friedenspalast in Schledehausen
Eine weitere Filiale befindet laut Telefonbucheintrag
sich im Haus des Gunther Chassé in Wachtberg bei Bonn.
Abbruch ideologisch motiviert ?
Die Immobilien des Maharishi-Kultes in
Deutschland werden neuerdings offenbar zu sachfremden Zwecken eingesetzt.
Anders ist der Abbruch der Gebäude
in Schledehausen nicht zu verstehen. Denn zu diesem Zeitpunkt gab es keinen
Bauantrag und somit auch keine Baugenehmigung für Neubauten. Es war
auch nicht zu erwarten, daß diese kurzfristig erteilt werden können.
Völlig unklar auch die Finanzierung. Zwar wird behauptet: "Das
Geld steht bereit". Das allerdings muß bezweifelt werden. "Eine
vernünftige Renovierung würde Millionen DM kosten. Und wer soll
das bezahlen?“, fragt die Geschäftsführerin. Und woher sollen
dann die 12 Millionen für den Neubau kommen? Soweit bekannt, hat bisher
weder Maharishi, noch eine seiner internationalen Organisationen jemals
Geld in Deutschland investiert.
| Rechts das Titelbild der Zeitschrift.
Die Titelgeschichte: "Maharishi Sthapatya Veda . Abriss und Erneuerung. Alte Gebäude der TM-Verwaltung mussten weichen". Der dazugehörige Artikel unten.
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Abbruch-Zeitpunkt beruht auf Astrologie
In einem Artikel über "Die physische Erneuerung der Welt" berichtet die Maharishi-Zeitschrift "Naturgesetz Journal" zum Zeitpunkt des Abbruchs (unten):
"Dass es nun gerade im Monat Mai stattgefunden hat, hat meines Erachtens seine Gründe in der Jyotish-Konstellation, in der es geboten war, alte Strukturen abzureißen.“"Jyotisch" ist nicht anderes als die Maharishi-Variante der Astrologie.
Maharishis Architektur: Ideologische Aufenthaltsverbote
Die angebliche Maharishi-Architektur ist
möglicherweise nur der sektentypische Deckmantel für die Kontrolle
der Anhänger.
Das würde auch die Dürftigkeit
der Regeln für das Bauen erklären.
So sagen die von Maharishi eingesetzten
"Zeitzonen-Administratoren" (im Artikel über "Die physische Erneuerung
der Welt", unten):
"Vedische Architektur erlaubt uns nicht in nicht-vedischen Gebäuden zu sein."Möglicherweise handelt es sich nicht um Regeln für das Bauen.
Maharishi nennt seine Architektur
Das Maharishi Sthapatya Veda (mehr
dazu im Artikel über den Abbruch, unten)
ist Maharishis Variante des Feng Shui.
Es wird empfohlen, ein Haus nach Osten
auszurichten.
Viel mehr ist auch einem umfangreichen
Artikel nicht zu entnehmen, den der Architekt Christian Schweizer in der
Zeitschrift Naturgesetz Journal 2/00 vom März 2000 veröffentlicht
hat.
Er schreibt über die "Berater-Ausbildungskurse".
Preise werden nicht genannt.
Der Architekt:
"Vedische Architektur ist keine von Menschen erdachte Lehre, sondern das im Naturgesetz selbst enthaltene Wissen ...
... die Erde hat eine Fahrtrichtung, die wir daran erkennen, dass jeden Morgen für uns im Osten die Sonne auf- und im Westen wieder untergeht, da die Erde sich um ihre eigene Achse dreht. Wenn wir auf der Erde ein Gebäude etablieren oder errichten wollen, sollte dieses auch "in Fahrtrichtung schauen". Jedes Haus sollte nach Osten ausgerichtet oder orientiert sein, damit die Hausbewohner niemals die "Orientierung verlieren“.
Es ist sehr wichtig, dass im Gebäude jede Funktion seinen richtigen Platz hat, denn sonst wird man im Eßzimmer schläfrig oder bekommt Hunger im Arbeitszimmer. ...
So trägt z.B. die falsche Plazierung der Küche unweigerlich zur Schwächung des Verdauungssystems bei und die falsche Plazierung des Schlafzimmers zu Schlaflosigkeit und chronischer Müdigkeit. ..."
Bauschutt weg - neue Baugenehmigung nötig
Wird eine Gebäude erst einmal abgerissen,
ist für einen Neubau eine völlig neue Baugenehmigung nötig.
Das war natürlich absehbar.
Hat der Eigentümer damit Probleme,
kann er immer noch verkaufen.
Dann kann er behaupten, die Gemeinde habe
ihn zum Verkauf gezwungen.
| Neue Osnabrücker Zeitung 7.9.2002
Bauschutt komplett entsorgt Bissendorf (hil) Der Schledehauser Bauschuttstreit ist beendet. Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter gab gestern bekannt, dass die Reste des vor etwa einem Jahr abgebrochenen Akademiegebäudes inzwischen komplett entsorgt und das Gelände mit Mutterboden aufgefüllt worden ist. Zum Ärger vieler Anwohner und des Bürgermeisters hatte sich die Entsorgung des Bauschutts wie Kaugummi in die Länge gezogen. Nach dem Abriss des etwa 100 Jahre alten ehemaligen Akademiegebäudes hatte sich monatelang niemand um die dort noch verbliebenen Stein- und Holzreste gekümmert die sich auf dem Gelände an der Bergsträße meterhoch auftürmten. Die Abfuhr des Bauschutts war nur nach und nach in jeweils kleinen Mengen erfolgt. "Jetzt sieht endlich alles wieder ordentlich aus. Das freigeräumte Gelände wird nun der Natur über lassen.“ Guido Halfter zeigte sich gestern „erst einmal erleichtert“ und schloss auf Nachfrage aus, dass die Fläche in naher Zukunft erneut bebaut wird. Für einen Neubau müsste der Eigentümer einen komplett neuen Antrag stellen. „Jch kann mir kaum vorstellen, dass es dafür derzeit großes Wohlwollen im Gemein derat geben würde“, betonte der Bürgermeister. So seien die Erfahrungen mit dem Eigentümer der Fläche zuletzt „nicht gerade positiv“ gewesen. |
Abriss-Kritiker aus Vlodrop besichtigen die Abriss-Trümmer in Schledehausen
Die frühere Maharishi-Geschäftsführerin
Mieschendahl-Preuß wird heute von ihren früheren Weggefährten
„wie eine Aussätzige behandelt“.
Aus: Neue Osnabrücker Zeitung
25.5.2002
Bildunterschrift: NUR NOCH BAUSCHUTT ist von der ehemals denkmalgeschützten Akademie Schledehausen übrig, die im vergangenen Jahr abgerissen worden ist. Die Ankündigung der "Maharishi Ayurved Gesundheitszentrum Akademie Schledehausen GmbH", dort einen zweistelligen Millionenbetrag in ein neues Gebäude zu investieren, haben sich bis heute nicht bewahrheitet. Gestern informierten sich Mitglieder eines Bürgerkomitees aus den Niederlanden bei Bürgermeister Guido Halfter über die Probleme. Fotos: Elvira Parton Abrissgegner auf den Schledehauser
Trümmern
Bissendorf - Der Abriss der denkmalgeschützten Akademie Schledehausen und der monatelange Streit um die Entsorgung des Bauschutts ist möglicherweise kein Einzelfall. Am kommenden Mittwoch entscheidet ein niederländisches Gericht, ob die Gemeinschaft um den Guru Maharishi Mahesch Yogi ein knapp 100 Jahre altes Franziskanerkolleg in Vlodrop dem Erdboden gleichmachen darf. Gestern haben sich Mitglieder eines Bürgerkomitees aus dem Nachbarland zum Erhalt des ebenfalls denkmalgeschützten St. Ludwig-Kollegs persönlich bei Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter über die Probleme mit der „Maharishi Ayurved Gesundheitszentrum Akademie Schledehausen GmbH“ erkundigt. Sie sehen Parallelen zu den Vorgängen im niederländischen Vlodrop und wollen dies auch vor Gericht so darstellen. Auch gut neun Monate nach dem Abriss des Jugendstilgebäudes Am Berg in Schledehausen trümen sich noch immer meterhohe Berge aus Metall, Steinen und Holz. Die Geschäftsführung der früheren Akademie ist nach Angaben von Bürgermeister Halfter weder unter den bekannten Anschriften in den Niederlanden noch in der Schweiz erreichbar. Für Entrüstung haben die Vorgänge in Schledehausen aber schon im vergangenen Jahr gesorgt. Ein auf dem Abbruchgelände vom Grundstückseigentümer geplantes „Freudenfeuer“, bei dem im Sommer 2001 der Bauschutt der früheren Naturheilklinik in Flammen aufgehen sollte, konnte von den Behörden im letzten Moment untersagt werden. Bürgerkomitee: Ein Staat im Staate Die Osnabrücker Landtagsabgeordnete Dorothea Steiner (Grüne) hatte daraufhin vor den „Wahnvorstellungen und Heilsversprechen der Transzendentalen Meditations-Sekte“ gewarnt und die vom Landkreis Osnabrück erteilte Abrissgenehmigung für die denkmalgeschützte Akademie als Folge einer verfehlten Einschätzung bezeichnet. Die Ankündigung der Sekte und ihrer Grundstücksgesellschaft, an Stelle des stilvollen Gebäudes Millionen in einen Neubau zu investieren, seien Luftschlösser gewesen und ein „Spiel mit gezinkten Karten“. In dem deutsch-niederländischen Grenzgebiet rund um Heinsberg und Vlodrop staubt und kracht es seit Monaten auf ähnliche Weise. Der Guru Maharishi Mahesh Yogi und seine Anhänger haben Mitte der 80-er Jahre das St. Ludwig Kolleg in Vlodrop gekauft und sich dort niedergelassen. Die ehemalige Klosterschule der Franziskaner aus dem Jahre 1908 soll dem Erdboden gleichgemacht werden und auf den Fundamenten ein neues Gebäude nach den Prinzipien des Ayur-Veda entstehen: ein an der Vorbeugung orientiertes Gesundheitssystem, das auch den Zusammenhang zwischen Wohnraum, Lebensenergie, Gesundheit und Erleuchtung zum Inhalt. Behandelt "wie eine Aussätzige" Gegen den von der zuständigen Gemeindeverwaltung genehmigten Abriss des Franziskanerkollegs kämpfen neben dem niederländischen „Bürgerkomitee St. Ludwig“ auch der Heimatverein Wassenberg aus dem nur einen Kilometer entfernten Nachbarkreis Heinsberg in Deutschland. Mitte September vergangenen Jahres hat sich auch aufgrund dieser Initiative das oberste niederländische Gericht in Den Haag gegen den Abbruch entschieden. Dass die Yogi-Gemeinde damals dennoch mit dem sofortiges Abriss der Forderfront des Franziskanerkollegs begann, begründete sie mit einem Hörfehler bei der telefonischen Übermittlung des Urteils. So berichtete es jedenfalls der Westdeutsche Rundfunk im Internet unter "WDR online“. Heftige Proteste konnten den weiteren Abriss zwar stoppen, mittleweile hat die für das „angeschlagene“ Kolleg zuständige Gemeindeverwaltung aber eine neue Abrissgenehmigung erteilt. Über deren Rechtmäßigkeit soll das oberste Gericht am Mittwoch entscheiden. Harry Cox vom Bürgerkomitee, der für den Rechtsstreit am Donnerstag in Schledehausen Argumente sammelte, bezeichnete die Yogi-Sekte als einen „Staat im Staate“. Zur Ortsbesichtigung mit Bissendorfs Bürgermeister Halfter gesellte sich gestern überraschend auch Gisela Mieschendahl-Preuß, die 18 Jahre lang Geschäftsführerin der Akademie Schledehausen war und mittlerweile kaum ein gutes Haar an ihrem früheren Arbeitgeber lässt. „Warum macht jemand sowas?“, fragte sie, „wie kann man nur so einen Müllhaufen liegen lassen“. Von der in den Niederlanden ansässigen Muttergesellschaft der Akademie habe sie sich losgesagt, beteuerte die gekündigte Schledehauser Geschäftsführerin Mieschendahl-Preuß. Ihre früheren Weggefährten würden sie mittlerweile „wie eine Aussätzige behandeln“. Die Telefonnummer eines Beauftragten der „Maharishi Ayurved Gesundheitszentrum Akademie Schledehausen GmbH“ in Vlodrop war gestern auf einen Anrufbeantworter geschaltet. Bauschutt-Entsorgung "in naher Zukunft"? Angaben darüber, ob und wann die mittlerweile durch Absperrgitter gesicherten Bauschuttberge Am Berg in Schledehausen entsorgt werden, kann der Bissendorfer Bürgermeister nicht machen. Halfters Skepsis für eine enstprechende Zusage im Februar dieses Jahres hatte sich bestätigt. Nach einem Auftrag aus Holland seien drei Schuttmulden gefüllt und abtransportiert und die Aktion dann abgebrochen worden. Ein Sprecher des Landkreises Osnabrück äußerte sich dagegen gestern auf Anfrage zuversichtlich, dass das Bauschutt-Problem in Schledehausen „in naher Zukunft“ gelöst werden könne. Nähere Angaben wollte die Kreisverwaltung dazu allerdings nicht machen. |
Bürgermeister fest entschlossen, gegen TM-Netzwerk vorzugehen
Die im Artikel erwähnte Einladung an den Bürgermeister ist wiedergegeben in
| Aus: Neue Osnabrücker Zeitung
29.5.2002
Bürgermeister besorgt wegen sektenähnlichem Netzwerk Bissendorf (ra)
Die erste Sitzung dieses so genannten Parlaments hat bereits Ende April in einem renommierten Osnabrück Hotel stattgefunden. Vor allem weil die Veranstalter ihre offizielle Niederlassung in Schledehausen haben, fürchtet der hauptamtliche Bürgermeister, „dass sich über der Gemeinde etwas zusammenbraut, was nicht gut ist“. Obwohl die juristischen Möglichkeiten wahrscheinlich begrenzt seien, will Halfter alle Informationen über die Einrichtung sammeln und Kontakte zu Sektenbeauftragten bei staatlichen und kirchlichen Organisationen knüpfen. In ihrer Einladung zur bevorstehenden Parlamentssitzung erklärt die Schledehauser Initiative unter anderem, dass für die Finanzierung des alternativen Konzeptes der „Globalen Regierung des Weltfriedens“ gerade einmal die Ausgaben eines einzigen amerikanischen Bombers benötigt würden. Für die Errichtung eines Friedenspalastes und einer Universität für den Weltfrieden in Osnabrück gebe es bereits ein „profitables Planungskonzept“. Die leitenden Positionen sollten von Experten aus den Bereichen „Industrie- und Handelskammer, Baugewerbe, Juristen, Ärzte Lehrer, Universitätsprofessoren und Landwirte“ besetzt werden. Das Projekt in Osnabrück führt nach Angaben der Initiative „Globales Land des Weltfriedens“ dazu, dass „die Kriminalität sinken wird und die Probleme in der Stadt zurückgehen werden“. Zur Finanzierung der „Gewinn bringenden“ Einrichtung wird dem hauptamtlichen Bürgermeister von Bissendorf vorgeschlagen, „zehn prominente, wohlhabende Persönlichkeiten aus der Wirtschaft als Gründer des Friedenspalastes“ auszuwählen. Derartige Aktivitäten seien allerdings nicht notwendig, wenn der Stadtrat das Projekt selbst finanzieren wolle. Die in Holland ansässige Stiftung „Maharishi Global Financing“ nehme gerne Anträge von Gründern der Friedenspaläste entgegen. Weil Zeit bei diesem weltweit geplanten Vorhaben von ausschlaggebender Bedeutung sei, müsse die Initiative ohne Verzögerung umgesetzt werden. Entgegen dieser schriftlichen Aufforderung hat Guido Halfter mittlerweile Aktivitäten entwickelt, die der Organisation mit Sitz in Schledehausen nicht willkommen sein werden. Ein Telefonat mit dem von seinen Mitarbeitern als „Big Boss“ bezeichneten Sprecher der Dachorganisation in Holland habe weder neue Erkenntnisse gebracht noch die Sorgen in Bissendorf zerstreuen können, erklärte der Bürgermeister. Halfter ist nach eigenen Angaben fest entschlossen, gegen ein Netzwerk vorzugehen, das von seiner Gemeinde aus Gelder für weltweite TM-Projekte akquirieren wolle. Die Sprecherin der Schledehauser Initiative, Laureen Anne Buro, wies gestern auf Anfrage Vermutungen zurück, dass es sich beim „Globalen Land des Weltfriedens“ um eine unseriöse Organisation handele. Bei der 1. Sitzung des Parlaments des Weltfriedens am 28. April in Osnabrück sei von den rund 30 Teilnehmern der Grundstein für das Projekt gelegt worden, an dem nun weiter gearbeitet werden solle. Weltweit gebe es mehr als fünf Millionen Anhänger der Transzendentalen Meditation. Neben dem Bissendorfer Bürgermeister hat auch Osnabrücks Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip eine schriftliche Einladung für Sonntagabend erhalten. Dessen persönlicher Referent Günter Landwehr bestätigte am Montag den Eingang des Schreibens, „das hier aber nicht weiter zur Kenntnis genommen worden ist“. |
Der
frühere Eigentümer: Die gemeinnützige IMS
| Aus: Ingo Heinemann: Der Maharishi-Konzern,
1989 http://www.AGPF.de/TM-Konzern.htm
IMS INTERNATIONALE MEDITATIONSGESELLSCHAFT e. V. Registergericht Osnabrück 9 VR 1696
(Anlage 43)
Die Funktion des Vereins besteht überwiegend in der Trägerschaft für die Akademie Schledehausen-Bissingen. Laut Grundbuch Band 22 Blatt 676 handelt es sich dabei um insgesamt rund 45.000 Quadratmeter Grundstücke. Grundbuchauszug in Photokopie vom 23.11.83 (Anlage 44) Die darin erwähnte Anordung der Zwangsversteigerung ging mutmaßlich auf rückständige Steuerschulden zurück. Das Verfahren ist inzwischen anderweitig erledigt. |
IMS
pleite: Grundstück sollte versteigert werden
| Aus: IDK
I/84 01.07.84 Maharishi-Kult gründet politische Partei
Garnicht in das Bild von der reichen Sekte paßt allerdings, daß die "AKADEMIE SCHLEDEHAUSEN" bei Osnabrück pleite ist und demnächst versteigert wird, Amtsgericht Osnabrück, Aktenzeichen 28 K 10/83. Hier fehlen etwa ein bis zwei Millionen. Eigentümer ist der Verein IMS - INTERNATIONALE MEDITATIONSGESELLSCHAFT, eingetragen beim Amtgericht Osnabrück VR 1696. Gleichzeitig versuchte der Kult, in Starzach bei Tübingen einen Hotel-Komplex zu kaufen, der wohl kaum unter 10 Millionen DM zu haben sein dürfte. Interessent: "KURATORIUM FÜR EINE IDEALE KULTUR UND GESELLSCHAFT", AG Königstein/Ts. VR 680. |
Das Naturgesetz-Journal 5/2000
über ideologisch begründeten Abbruch von Gebäuden