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Dr. Uwe Ruscher:
Maharishi Ayur-Ved: Eine Kritik


 
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Dr. Uwe Ruscher:
Maharishi Ayur-Ved: Eine Kritik

Die Bad Godesberger Arbeitsgruppe "Wissenschaftlicher Ayurveda“ betrachtet die Aktivitäten des sogenannten "Maharishi Ayur Ved“ in Verbund mit den Aktivitäten der sektengleichen Bewegung der "Transzendentalen Meditation“ des "Maharishi Mahesh Yogi“ mit Sorge.

Die Sorge richtet sich gegen den Mißbrauch des Namens "Ayurveda“ der Traditionellen Indischen Medizin, gegen die psychische Einflußnahme der Sekte "TM“ auf die Bevölkerung und gegen die Verhaltensweisen der diese Sekte tragenden Ärzte im Sinne fragwürdigen und unwissenschaftlichen Vorgehens.

Im Einzelnen: Der Ayurveda, die bedeutendste traditionelle Medizin Indiens, hat, zunächst innerhalb des indischen Kontextes, den Status einer Medizin, welche das Bezugssystem der Heilkunde auf dem indischen Subkontinent der letzten zweieinhalbtausend Jahre darstellt. Es ist in Indien als Medizinsystem vor anderen (z.B. Unani, Siddha, Amchi) und neben der 'Schulmedizin‘ offiziell anerkannt. Es erfährt entsprechende Förderung und besitzt ein staatlich kontrolliertes und geregeltes Ausbildungs- und Ausübungssystem. Die Ausbildung im Ayurveda dauert bis zu neun Jahren ("Medical Doctor of Ayurveda").
Der Ayurveda erfreut sich weltweit eines zunehmenden Interesses auch von Seiten der wissenschaftlichen Medizin, die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Medizinsystem hat begonnen.

Es erscheint notwendig, den Ayurveda Indiens von der Maharishi Mahesh Yogi-Bewegung und seinem "Maharishi AyurVed“ abzugrenzen.

Wiewohl diese Bewegung mit Verfahren der ayurvedischen Medizin operiert, sind diese Operationen doch Teil eines überwiegend spirituell und kommerziell ausgerichteten Systems zweifelhaften Charakters sowohl in ethischer wie politischer Hinsicht.

Der Sanskrit-Begriff "maha-rshi“ ('Maharishi‘) bedeutet zu Deutsch: "Großer Seher“ ist dem im europäischen Kontext gebräuchlichen Begriff des 'Weisen‘ durchaus zu vergleichen. Es ist ein üblicherweise posthum verliehener Ehrentitel. Mahesh Yogi nimmt darüberhinaus den Titel: 'His Holiness‘ (Seine Heiligkeit) für sich in Anspruch. Mahesh Yogi reklamiert damit für sich nicht nur den Titel eines spirituellen, sondern darüberhinaus den Titel eines religiösen Führers. Damit sind die Qualitäten einer Sekte erfüllt. Kennzeichnend auch für diese Sekte ist die geistige Abhängigkeit der Angehörigen vom Sektenführer. Zu dieser Beurteilung gelangt das Bundesverfassungsgericht 1989 (BVerfG, 15.8.89, 1 BvR 881/89): "Im Hinblick auf (diese) Inhalte, Grundlagen und eschatologischen Perspektiven der 'Wissenschaft der Kreativen Intelligenz‘ und der 'Transzendentalen Meditation‘ [...] müssen die Bf. (Beschwerdeführer) es sich gefallen lassen, daß das sie verbindende [...] Konzept in seiner Gesamtheit [...] als Religion oder religionsähnliche Weltanschauung abgesehen wird.“

Mahesh Yogi beansprucht die Vermittlung der wahren Lehre des Yoga durch seine "Transzendentale Meditation“. Er handelt jedoch dem Wesen des Yoga grundsätzlich zuwider: Im Gegensatz zur "Transzendentalen Meditation“ hat der Yoga zum erklärten Ziel das Erlangen der geistigen Unabhängigkeit. Mahesh Yogi hat mittlerweile eine weltumspannenden spirituellen Trust aufgebaut, der auf mehrere Milliarden Dollar Wert geschätzt wird. Der von ihm seit 1985 proklamierte neue Ayurveda, der ,Maharishi-AyurVed‘ ist der Zugang dieser Sekte über das Gesundheitssystem in die Psyche der Bevölkerung. Davor kann nur eindringlich gewarnt werden.

Sein Ziel ist die Einflußnahme auf die "Volksgesundheit“ in somatischer wie psychischer Hinsicht. Dieser Weg ist früher erreichbar gewesen über die TM-Bewegung, jetzt über das gewinnträchtige Gesundheitsbusiness: "Maharishi AyurVed“ und die letzteren begründende "vedische“ Wissenschaft.

Ausdruck fidet dies organisatorisch über die 'Deutsche Gesellschaft für Ayurveda‘. Dieselbe Postanschrift in Bissendorf benutzt die MERU-Gesellschaft, die sich insbesondere der 'Förderung der Volksgesundheit, Jugendpflege und Jugendvorsorge‘ (§2/2 der Satzung) durch 'Erforschung von Mitteln, Methoden und Techniken, die zu einer vollen Bewußtseins- und Persönlichkeitsentfaltung des Menschen...führen‘ (§ 1 d. Satzung).

MERU ist ein sagenhafter Berg der Hindu-Mythologie im nördlichen Hixnalaya, er entspricht in seiner Bedeutung dem Olymp der griechischen Mythologie. Sein Gipfel ist Sitz der Götter und ein beliebter Platz für Weise (Maharishis) und Fabelwesen (Gandharvas hiervon abgeleitet die Maharishi-Therapie des Gandharva-Veda).

MERU liest sich offiziell als 'Maharishi European Research University‘ in Bissendorf, Schledehausen.

Mit dem Jahr 1975 hat Mahesh Yogi, alias Mahesh Prasad, das 'Zeitalter der Kreativen Intelligenz‘, das 'Zeitalter der Erleuchtung‘ ausgerufen und eine neue Zeitrechnung begonnen.
Dieses Zeitalter wird auch als das 'vedische‘ Zeitalter bezeichnet, ebenso: vedische Wissenschaft, vedische Medizin, etc.

Die Veden sind die religiösen Gesänge des indischen Subkontinentes, datierend von 2000 v. Chr. bis etwa 500 v. Chr., selbstverständlich nicht nur ein kulturhistorisch unschätzbares Gut, sondern Grundlage der indischen Philosophie und Bezugspunkt der großen Religionen Indiens. Die Veden wurden vermutlich von den Ariern gedichtet, jenem Volksstamm, der um 2500 v. Chr. in den indischen Subkontinent einwanderte. Sie stellen das zweite kulturelle Zeugnis des indischen Subkontinentes dar nach den Grabungsfunden der präarischen Kultur von Harappa und Mohenjo Daro. Veda (Sanskrit) bedeutet Wissen, Wahrheit. Der Veda gilt dem Gläubigen als das Maß der Dinge. Die endgültige Ausformulierung der Veden wird etwa auf das siebente vorchristliche Jahrhundert datiert.

Mahesh Yogi beansprucht nun für sich, den absoluten Wahrheitsgehalt der Veden (Veda, Sanskrit: Wort, Wahrheit) vermitteln und ihn wissenschaftlich mittels der Quantenphysik begründen zu können.

Die Implikationen hieraus sind umfassend: Der Wahrheitsanspruch von Mahesh Yogi ist absolut und unveränderlich. Seine Worte sind in ihrer Gültigkeit unabhängig von Zeit und Raum zu betrachten. Sie werden als gültig und wahr schon vor der Entstehung der Welt und über ihren Untergang hinaus angesehen. Was nicht dem Veda entspricht, gilt als blasphemisch. Nichts darf sich als 'vedisch‘ bezeichnen, das sich nicht an das Wort (Veda) hält. Diesem Anspruch muß ebenso eine sich 'vedisch‘ bezeichnende Wissenschaft genügen.

Dieser Wabrheitsanspruch der Mahesh-Anhänger und ihrer Einzelbewegungen, besitzt schon eine gewisse Auffälligkeit. Dieser wird nun, so das Konzept, mit allerlei Begriffen aus der modernen Physik untermauert, um ihm, diesem Wahrheitsanspruch, spekulativ "wissenschaftliche“ Gültigkeit zu verleihen.

Die 'vedische‘ Wissenschaft hat sich bis heute in der spirituellen hinduistischen Schale des Vedanta erhalten. Aus ihr ging auch Mahesh Yogi hervor.

In diesem Zusammenhang muß eingegangen werden auf die Haltung dieses vedantischen, vedischen Spiritualismus gegenüber dem entstehenden Ayurveda zu vorchristlicher Zeit, der sich als wissenschaftliche Bewegung erstmals von den magischen und rituellen Praktiken der Priester des Vedanta absetzte: Es brachte ihr die Feindschaft und den Bann dieser Priester ein: davon zeugt noch heute der Titel des führenden ayurvedischen Quellentextes Caraka. Der Ayurveda entwickelte sich damals nicht im wärmenden Schoße einer vedischen Wissenschaft (wie Mahesh Yogi behauptet) - er entwickelte sich trotz ihrer. Nicht die Engländer oder die Moghul-Herrscher waren die ersten, dem Ayurveda zuzusetzen, sondern die 'Vedische Wissenschaft‘. Ebenso geschieht es heute wieder.

"Maharishi-AyurVed“ ist nicht Ayurveda: Maharishi betont ausdrücklich, daß der gegenwärtige, in Indien praktizierte Ayurveda in wesentlichen Aspekten unvollständig sei. Demnach kann also geschlossen werden, daß es sich beim 'Maharishi-AyurVed‘ nicht um eine Behandlungsweise nach den Regeln der Kunst (lege artis) des (offiziellen) Ayurveda handelt.

Die wesentlichen Aspekte des 'Maharishi AyurVed‘ sind, so wird es gelehrt, die den Geist beeinflussenden, also die psychoaktiven oder spirituellen 'Techniken‘ des "Maharishi AyurVed“. Diese sind wiederum im Wesentlichen die Techniken der sogenannten "Transzendentalen Meditation“.

Schon 1978 warnte das Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit vor den Gefahren der "Transzendentalen Meditation (TM)“: TM führe zu Persönlichkeitsstörungen, psychischen Schäden bis hin zur Auslösung von Psychosen. Das Ministerium kritisierte zu Recht die nicht hinreichende Qualifikation der TM-Lehrer, um solche Störungen zu erkennen oder gar aufzufangen, da ihnen regelmäßig die psychologische oder psychiatrische Ausbildung fehle. Diese Auffassung wurde mit Urteil vom 23.5.89 durch das Bundesverwaltungsgericht (AZ: BVerwG 7 C 2.87) bestätigt.

Ebenso deutlich warnen die Sektenbeauftragten der Kirchen und des Bundes vor der TM: Abbau des Realitätsbezuges, Selbstisolierung, Aufgabe der familiären Bezüge und gesellschaftlichen Normen besonders bei Ich-labilen Persönlichkeiten.

Da die TM wesentlicher Bestandteil der 'Heilserwartung‘ der Maharishi-Bewegung ist, der "Maharishi AyurVed“ wiederum (ein) Ausdruck dieser Bewegung ist, muß angenommen werden, daß das Gefährdungspotential der TM auf den "Maharishi AyurVed“ übergeht.

Im Zusammenhang mit der therapeutischen Nutzung des Yoga wird daher eine genügende Qualifikation des Therapeuten gefordert einschließlich der Durchführung von Supervisionen. Es ist erforderlich, für die Yoga-Therapie einen Standard zu gewährleisten, wie er zum Beispiel in der Psychotherapie bereits vorhanden ist. Die TM verschließt sich dieser Forderung.

Wer von der gegenwärtig in Indien praktizierten Ayurveda-Medizin, also so, wie sie staatlicherweise kontrolliert und reglementiert wird, abweicht und ein archaisches, vorchristliches Gedankengut ("vedisch“) zum Maßstab bzw. zur Bewertungsgrundlage erhebt, verhält sich vergleichsweise wie ein juristischer Gutachter, welcher innerhalb eines Gutachtenfalles die Grundlagen beispielsweise des BGB und Staatsrechtes verläßt und das Stammesrecht der Germanen zur Grundlage seiner Beurteilung macht.

Dies kommt zum Ausdruck in den "20 Therapieformen des Maharishi AyurVed“: Neben der Tatsache, daß die TM-Techniken die ersten drei Ränge der zwanzig Maßnahmen einnehmen (TM, Mantras und 'geistige Schulung‘), werden therapeutische und diagnostische "medizinische“ Verfahren zweifelhafter Güte angewendet: Astrologie, Edelsteintherapie, Pulsdiagnose, psychische Beeinflussung bis hin zur Durchführung von Opferritualen.

Dieses hat mit der Traditionellen Indischen Medizin nur sehr wenig gemein. Es handelt sich um ein selbständiges, eigenes System des Mahesh Yogi, welches den Namen Ayurveda benutzt.

Dem "Maharishi AyurVed“ ist daher die typische indische ayurvedisch-medizinische Kompetenz zu versagen.
Er verläßt nicht nur den Boden einer sogenannten nicht-wissenschaftlichen Erfahrungsmedizin, sondern er verläßt den Boden einer Behandlung auf den Grundlagen der als EG-Standart akzeptierten sogenannten good medical practice.
Dieses ist aus ärztlicher Sicht bedenklich.

Zur Untermauerung seiner Integrität postuliert der "Maharishi AyurVed“, daß "erst durch die Zusammenarbeit von Maharishi Mahesh Yogi mit den weltweit führenden ayurvedischen Ärzten ... dieses uralte Wissen in seiner Ganzheit wiederhergestellt (wird)“ (Zit. Memorandum). Bei den hier angeführten ayurvedischen Persönlichkeiten V.M. Dvivedi, B.D. Triguna und Balraj Maharshi handelt es sich nicht um die weltweit führenden Ayurveda-Ärzte. Wesentliche indische Repräsentanten des Ayurveda, z.B. Dr. A.S. Majumdar, eh. Präsident des Council of Indian Medicine der indischen Regienmg, bewertet die Praktiken des Mahesh Yogi als unethisch.

Weiter zu den Ausbildungsstandarts des Maharishi-eigenen Werte- und Ausbildungssystems.
Es sei noch einmal betont, welchen Wert die indische Regierung dem Ausbildungssystem des Ayurveda zumißt: sechs Jahre Studium der medizinischen Lehre einschließlich der (indischen) Wissenschafissprache Sanskrit sowie drei Jahre klinische Weiterbildung begründen den 'Medical Doctor of Ayurveda‘.

Wie beispielsweise in der Akupunktur zur Anerkennung der ärztlichen Leistung die entsprechende, von Eigeninteressen der Deutschen Gesellschaft für Akupunktur unabhängig bewertete und standardisierte Ausbildung gehört, verstößt "Maharishi AyurVed“ gegen allgemein geübte Praxis der Ausbildung. Innerhalb des deutlich von merkantilen Interessen geprägten Wirtschafisunternehmens "Maharishi-AyurVed“ werden die Therapeuten innerhalb eigener Ausbildungsinstitute nach unternehmenskonformen Standarts qualifiziert.

Selbst der Ansatz einer Unabhängigkeit ist darin nicht zu sehen. Zudem gehören die zentralen Figuren der therapeutischen Szene obligat der TM-Bewegung an, bzw sind darin zu höheren Graden aufgerückt.

Die Ausbildungsstandarts für "externe“ niedergelassene Arzte reichen aufgrund des nur an wenigen Wochenenden vermittelten maharishi-ayurvedischen Gedankengutes kaum zu mehr, als die unternehmenseigenen Produkte den Patienten zu vermitteln (Bsp.: "Kapha-Tee“ oder "Vata-Tee“) - oft genug ohne tatsächlich wissen zu können, was sie verschreiben, da die Rezepturen regelmäßig nicht veröffentlicht werden (Bsp.: Amrit Kailash, eine der von "Maharishi AyurVed“ vertriebenen Drogengemische).

Zwar ist richtig, daß eine Religionsgemeinschaft oder Weltanschauungsgememschaft das Recht hat, eigene Ämter ohne staatliches Mitwirken zu verleihen und selbst zu entscheiden, welche Ausbildungsanforderungen sie stellt. Richtig ist aber auch, daß vor drohenden Gesundheitsgefahren gewarnt werden darf.

Diese Gefahren liegen in nicht ausreichend qualifizierter oder kontrollierter Ausbildung, im konsequenten Verleugnen negativer Behandlungsergebnisse, im Nichtveröffentlichen der angewendeten Rezepturen, in der theoretisch schon inakzeptablen Annahme und Angabe, daß Behandlungen und Drogen und Psychotechniken immer nebenwirkungsfrei seien, in der Nicht-Ausbildung der TM-“Lehrer“ in psychotherapeutischen Interventionstechniken, im Nichtvorweisenkönnen pharmakologischer toxikologischer Studien, schlicht in der Negierung von Grundsätzen vorbeugenden ärztlichen Handelns zum Schutze des Patienten.

In den üblichen Vorträgen der Maharishi-Ausbilder wird den Kunden öffentlich der Arztbesuch abgeraten, da es im Körper einen 'inneren‘ Arzt gäbe, der kompetent genug sei, den Menschen zu heilen, vorausgesetzt nur, man lernt ihm zuzuhören bei entsprechender psychischer Schulung.

Eine Vielzahl wesentlicher Äußerungen über den Ayurveda durch Mahesh Prasad ("Maharishi“) widerspricht der gängigen indologischen Forschung ebenso wie der gängigen Meinung der indischen medizinischen und indologischen wie historischen Wissenschaftler. Eine Veröffentlichung der Deutschen MERU Gesellschaft 2/89 belegt diese eigenartige Tendenz: Unter dem Titel "Umbenennung grundlegender Begriffe der Physik“ liest man: "Das Institut für Physik der Maharishi International University, Fairfleld, Iowa, hat seine Pläne für ein umfassendes Forschungsprogramm bekanntgegeben: Es sollen alle Aspekte der Physik neu interpretiert und neu definiert werden.“ Hier wird also ein neues Weltbild konstruiert: Der "Maharishi AyurVed“ ist die Wiederbelebung der magisch-rituellen Medizin aus der Vorzeit des Ayurveda. Den Anhängern werden magische Formeln ("Mantras“, "Urklang“) verliehen. Es werden ihnen magische Fähigkeiten versprochen, wie durch die Luft fliegen, durch Mauern gehen. In einem magischen Ritual werden die Adepten durch den Priester ("Betreuer“) in die "vedische Wissenschaft“ (Transzendentale Meditation) eingeführt. Der Gebrauch von Amuletten ("Edelsteintherapie“) und die Beschwörung der Sterne ("vedische Mathematik“) runden das Bild ab.

Es muß deutlich gesagt sein, daß zwischen den Begriffsinhalten "MaharishiAyur-Ved“ und der Traditionellen Indischen Medizin Ayurveda kaum mehr ein Zusammenhang besteht.

Der Begriff Maharishi-AyurVed ist anwendungsgleich zu sehen mit dem Wahrheitsbegriff der TM-Bewegung. Es kommt daher nicht mehr auf den allgemein so verstandenen Inhalt eines Wortes an, sondern auf die Auffassung des Gurus Mahesh Yogi.

Dieses spiegelt sich wider im Bemühen, für allgemein akzeptierte Begrife neue Inhalte oder neue Begriffe einzurichten. Beispiel: vedische Physik, vedische Mathematik, vedische Wissenschaft etc.

Wenn jemand also einen Apfel eine Birne nennt, so ist dies innerhalb seines Weltbildes durchaus richtig. Dennoch wird im allgemeinen Sprachgebrauch und Verständnis der Apfel ein Apfel bleiben.

Den spirituellen Charakter der Maharishi-Bewegung unterstreicht das BVerwG-Urteil von 1989. Im Laufe des Revisionsprozesses beruft sich die Maharisbi-Bewegung ausdrücklich auf den Art. 4 Abs. 1 GG, also auf den Schutz des Grundrechtes auf Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses.

Dieses ist weder in der wissenschaftlichen Medizin, noch in der nicht-wissenschaftlichen Erfahrungsmedizin, noch auch bei Heilpraktikern geübte Praxis.

Dr. U. Ruscher
Arzt für Chirurgie
Bad Godesberger Arbeitsgruppe Wissenschaftlicher Ayurveda
Evangel. Krankenhaus Bad Godesberg
Waldstr. 73
53177 Bonn
Tel.: 0228-383258
 



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