www.AGPF.de 
Infos über Sekten, Kulte und den Psychomarkt 
AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit 
Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung e.V. 
Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/TM-Oebisfelde.htm  Zuletzt bearbeitet am 7.8.2012 
Beratung | Impressum | Zur Homepage | Inhaltsseite | Begriff Sekte | AGPF-Spendenkonto
 
 
 
Maharishis in Oebisfelde
Nach dem Kauf einer Kaserne und eines Ackers wurde eine "Vedische Universität" versprochen. 2005 wurde ein "Friedenspalast" in der Kaserne eingerichtet.
2010 wurde der Bau eines "Turms der Unbesiegbarkeit" angekündigt.
 
 
 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
 
Seit über 20 Jahren sind Gemeinden und Bürger immer mal wieder mit angeblichen Projekten der Maharishi-Organisationen und -Anhänger befasst. Immer wurden grosse Versprechungen gemacht. In kaum einem Fall war eine seriöse Planung erkennbar. Oft war weder der Träger der Planungen hinreichend identifizierbar, noch war erkennbar, woher das Geld kommen sollte.   
In praktisch allen Fällen aber wurden bereits in diesem Stadium trotz fehlender Entscheidungsgrundlage weitreichende Entscheidungen von den Kommunen erwartet. Dies führte zwangsläufig zu erheblichen Meinungsverschiedenheiten in den Gemeinden.  
Maharishi selbst dürfte zwar durchaus in der Lage sein, solche Projekte zu finanzieren.   
Es hat jedoch nie erkennbare Anzeichen dafür gegeben, daß er dazu auch bereit ist.  
Im Gegenteil: meist wurden solche Projekte zum Anlass für aufwendige Spendenkampagnen genommen.
 

Obiger Text befindet sich seit Anfang 2002 in dieser Website. Er enthält die Zusammenfassung aus jahrzehntelanger Beobachtung.

Der nachfolgende Text wird zeigen, warum sich an dieser Beurteilung nichts geändert hat.
 

2010: Maharishi-Turm
 
Maharishis Deutschland-Guru Emanuel Schiffgens verkündete am 21.7.2010, er werde "in diesen Tagen auf einem 18 Hektar großen Gelände" bei Hannover "mit dem Bau eines zwölfstöckigen, 54 Meter hohen Turms der Unbesiegbarkeit, dem ersten in Deutschland und der Welt“ beginnen.  
Rechts die dazugehörige Abbildung des Gebäudes aus http://deutsche-nachrichten-agentur.de/de/verzeichnis/deutschland/aktuell/111559980 geladen am 8.8.2010.  
Die "Deutsche Nachrichten Agentur" ist eine Werbeabteilung des Maharishi-Kultes.  
Solche Turmbauten plant der Maharishi-Kult seit langem, auch als höchsten Turm der Welt. Es blieb das übliche Luftschloss.  Auf dem Gelände ist seit Jahren bis auf den Aushub einiger Gräben nichts passiert.
 
 
 

2009: Maharishi-Ortschef wollte Bürgermeister werden

Hans-Egon Kolsdorf  (>>) wollte hauptamtlicher Bürgermeister der neuen Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen werden. Trotz heftiger Wahlwerbung wurde er letzter von den 7 Bewerbern.
 
 

2006: Aus der "Universität" wurde "Erholungskomplex"

Monatelang hat die angebliche Stiftung die Stadt Oebisfelde umgetrieben. Bürger und Stadträte machten sich offenbar Hoffnung auf eine veritable Universität. Sang- und klanglos wurde das Luftschloss umgeplant.
Die "Klötzer Volksstimme" berichtete am 1.6.2006:

"Nachdem das Vorhaben zum Bau einer Universität oder Hochschule durch die Maharishi-Weltfriedensstiftung in Oebisfelde gescheitert ist, plant die Stiftung nun einen Erholungskomplex. Vorgestellt wurde das Proiekt am Dienstag bei der Sitzung des Bauausschusses."
Dieser habe zugestimmt. Jetzt müsse noch der Stadtrat zustimmen.
Von "210 Gästebetten" ist die Rede, zusätzlich für "sehr wichtige Personen (VIP)" zehn Suiten mit je einem Bett.
Ansonsten das Übliche bei solchen Planungen, anderen Gemeinden wohl bekannt.
Ein "Ayurveda Gesundheitszentrum", eine "ayvurvedische Arztpraxis mit der Möglichkeit zur ambulanten und stationären Behandlung", ein "Bildungs- und Seminarbetrieb".
Vorträge als "Teil des Kurbetriebes".
"Ein- und Mehrfamilienhäuser fiir die Dozenten" seien vorgesehen.
Das deutet wiederum auf eine kleine Maharishi City hin. Warum sagt man das eigentlich nicht gleich?
 
 
 

Kolsdorfs Kaserne

In Oebisfelde in der Nähe von Wolfsburg hatte der Maharishi-Anhänger Hans-Egon Kolsdorf eine frühere Kaserne der Nationalen Volks-Armee NVA gekauft. Im früheren Grenzgebiet der DDR war jede Gemeinde froh, wenn sich für eine solche Immobilie ein Käufer gefunden hat. Kolsdorf hatte die Immobilie aus der Konkursmasse einer Bildungseinrichtung ersteigert. Angeblich für 100.000 Euro. In der Volksstimme (10.01.2006 http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/sachsen_anhalt/?em_cnt=20952) wird berichtet: "Maharishi-Stiftung will in Oebisfelde erste ' Vedische Hochschule' Deutschlands bauen". Dort heisst es allerdings: "Die Kaserne war nach der Wende durch das Arbeitsamt für Umschulungsseminare genutzt worden. Die Kolsdorfs kauften das Gelände von der Kommune, rissen 13 Gebäude ab und richteten in der ehemaligen Soldatenunterkunft ein Tagungs- und Meditationszentrum mit 51 Zimmern ein. Die Gäste werden von der 'Maharishi-Friedensstiftung' vermittelt".
Tatsächlich wird in der Gemeinde kolportiert, ein Abbruchunternehmer - der auch im Stadtrat sitze - sei der einzige, der bisher an den Maharishis Geld verdient habe.

Kolsdorf war 1999 bei den Europawahlen Kandidat für Maharishis Naturgesetz-Partei. Als Wohnsitz war damals Bissendorf angegeben, das damalige Zentrum des Maharishi-Kultes. Viel mehr war über ihn nicht bekannt, ausser, dass er "TM-Lehrer" war (http://www.AGPF.de/TM-Lehrer.htm) und bis er "Kabinettsmitglied" von Maharishis "Friedensregierung" wurde (>>).
 
 
 

Die Kaserne wird als Palast etikettiert
 
Kolsdorf Kaserne wurde mit einem Schild über dem Eingang (>>) und einem Wegweiser als "Friedenspalast" etikettiert.  
Der Eingang wurde mit einem kleinen Torbogen versehen mit jeweils kleinen vergoldeten Zwiebeltürmchen auf den beiden Säulen. Auf dem Dach wurde eine schmale pyramidenförmige Mauer gebaut, auf deren letzten obersten Stein wiederum eine vergoldete Zwiebel gesetzt ist und die den Eindruck einer Kuppel erweckt. Die Kaserne liegt am nördlichen Stadtrand von Oebisfelde, im Norden begrenzt von der Bahnstrecke und im Süden von einem kleinen Industriegebiet. Angrenzend der Acker, auf dem die Universität geplant ist.  Rechts der Wegweiser an der einzigen Zufahrt zum Gelände.
Zunächst war nur von einem Seminargebäude die Rede.
Bis Maharishi beschloss, eine Maharishi-Weltfriedens-Stiftung zu gründen,  http://www.AGPF.de/TM-Friedenspalast.htm
Diese solle weltweit "Friedenspaläste" errichten, http://www.AGPF.de/TM-Friedenspalast.htm
Zunächst wurde ein solcher Friedenspalast für die Gründungsfeierlichkeiten benötigt.
Maharishi-Anhänger erzählten, Maharishi habe Anfang März 2003 ultimativ nach einem passenden Gebäude verlangt, da die Gründung am 8.3.2003 in Deutschland stattfinden solle. Noch wenige Tage vor Eröffnung des "Friedenspalastes" rätselten die Maharishi-Anhänger, wo dieser sich wohl befinde.
Kolsdorf sah seine Chance.
Sein "Seminarhaus" in Oebisfelde war allerdings noch längst nicht fertig.
Kolsdorf liess eilig den Bauschutt wegräumen.
Kolsdorf war inzwischen auch Mitglied von Maharishis Deutscher Friedensregierung - http://www.AGPF.de/TM-Friedensregierung.htm - und bot sein Seminarhaus an.
In der ehemaligen Kaserne gab es zwar 50 Zimmer, aber keinen Saal von ausreichender Grösse.
Also wurde kurzerhand ein Festzelt bestellt.
Daraus wurde mit viel Dekorationsstoff das Innere eines Palastes gemacht, http://www.AGPF.de/TM-Weltfriedensstiftung.htm#Nader
 
 
 

Kolsdorf und Stein in Maharishis "Friedensregierung"

Allein schon die Existenz dieser "Friedensregierung" und die Bezeichnungen ihrer Mitglieder zeugt vom Realitätsverlust der Maharishi-Anhänger und von den Gefahren von Maharishis Methoden.
 
Kolsdorf   
war oder ist seit 2003 "Kabinettsmitglied" von Maharishis "Friedensregierung" in Deutschland.  
Zuständig für Wirtschaft, also Maharishis Wirtschaftsminister für Deutschland.  
   

Eckart Stein (>>)  
war als Präsident dieser virtuellen Regierung sein Chef.  
 

 
 

Maharishis Stellvertreter in Oebisfelde
 
Rechts der US-Amerikaner Tony Nader  in vollem Ornat als Maharishis König Raja Raam.  
Rechts neben ihm Maharishis Deutschland-Guru Emanuel Schiffgens.  
Dahinter ein noch schmuckloses Kasernengebäude, durch ein  Schild über dem Eingang als "Friedenspalast" gekennzeichnet.
 
 

Eine reiche Sekte?

Die Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung berichtete am 02.12.2003 über den "Reichtum der weltweit agierenden Sekte ... , der auf Milliarden geschätzt wird" - http://www.AGPF.de/TM-Uedem.htm#Presseberichte
Das mag für Maharishi selbst gelten, über den der SPIEGEL am 28.10.2004 berichtete, er sei "Steinreich und steinalt", http://www.AGPF.de/TM1.htm#steinreich
Über die Finanzen der Sekte selbst ist in Wahrheit nichts bekannt.
Insbesondere gibt es keine Hinweise darauf, dass die Organisation reich ist. Im Gegenteil.
Ebensowenig gibt es Hinweise darauf, dass Maharishi sein Geld in die Sekte investiert. Im Gegenteil.
Er ist erst durch die Sekte reich geworden.
 

Die Gründungsversammlung am 8.3.2003 fiel den Bewohnern von Oebisfelde vor allem deshalb auf, weil Teilnehmer in Hubschraubern anreisten, http://www.AGPF.de/TM-Weltfriedensstiftung.htm#Heli
Einer soll goldfarben lackiert gewesen sein, Maharishis Lieblingsfarbe.

Insgesamt wurde offensichtlich der Eindruck erweckt, als handele es sich um eine reiche Organisation.
Dafür gibt es allerdings keine nachprüfbaren Beweise.
Die angebliche Weltfriedensstiftung wurde angeblich mit 10 Millionen Euro ausgestattet. Abgesehen davon, dass es keinerlei Beweis für die Richtigkeit dieser Behauptung gibt: Damit liesse sich kaum ein einziger dieser "Friedenspaläste" finanzieren. Schon garkeine Universität.

Zur Bezeichnung als Sekte:
Zum Begriff Sekte: http://www.AGPF.de/Begriff.htm
Der religionswissenschaftliche Begriff "Sekte" sagt etwas über die Herkunft aus. Nämlich über die Trennung von einer religiösen Gruppe.
Der umgangssprachliche Begriff sagt etwas über das Verhalten einer Gruppe und deren Handlungen aus, insbesondere über den Umgang mit Anderen und deren Beeinflussung.

Die Volksstimme vom 10.1.06 berichtete über Kolsdorfs Reaktion auf das "Vorurteil", es handele ich um eine Sekte:

"Es gibt seit 1995 ein Urteil, dass unsere Gemeinschaft nicht als Sekte bezeichnet werden darf."
Ein solches Urteil gibt es nicht.
Der Maharishi-Kult hat zwar versucht, der Bundesregierung die Bezeichnung als Sekte, Jugendsekte oder Jugendreligion verbieten zu lassen.
Das Bundesverwaltungsgericht hat diese Klage abgewiesen, http://www.AGPF.de/Bundesverwaltungsgericht7c2-87.htm
Das Bundesverfassungsgericht hat dies bestätigt,  http://www.AGPF.de/Bundesverfassungsgericht-1BvR881-89.htm
Beide Entscheidungen habe festgestellt: Der Staat darf warnen.

Kolsdorf weiter laut Volksstimme vom 10.1.06:

"Eine Enquetekommission des Bundestages habe zudem nach zwei Jahren der Prüfung festgestellt, dass von "Maharishi keine Gefahr ausgehe."
Gemeint ist die Enquete-Kommission "Sogenannte Sekten und Psychogruppen" des Deutschen Bundestages,  http://www.AGPF.de/Enquete-Kommission.htm
1996 hat der Bundestag die Enquete-Kommission eingesetzt. 1998 hat diese ihren Bericht mit zahlreichen Empfehlungen abgeliefert, der im interne abgerufen werde kann. Fundstellen und Informationen unter http://www.AGPF.de/Enquete-Bericht.htm
Die Kommission hat insbesondere die Empfehlung der Verabschiedung eines Psychovertragsgesetzes abgegeben. Dazu: http://www.AGPF.de/Psychogesetz.htm
 
 
 
 
Maharishis Ideologie: wissenschaftlich verbrämter Unsinn 

Maharishi dekoriert Esoterik mit Begriffen aus der indischen Kultur und dem Hinduismus. Er behauptet, seine "Transzendentale Meditation" ("TM") habe wissenschaftlich bewiesene Ergebnisse. Dem Einzelnen verleihe TM übernatürliche Fähigkeiten, wie etwa die des Fliegens, also der Überwindung der Schwerkraft. Das Gehirn sende dabei Wellen aus. Bei Massenmeditation würden die Wellen sich überlagern. Das nennt Maharishi Kohärenz, was lediglich Zusammenhang bedeutet. Die dadurch erzeugten Gehirnwellen würden das Bewusstsein der anderen verändern. Dies sei ein Naturgesetz. Durch diese Wellen werde das Bewusstsein und damit das Verhalten aller Menschen positiv verändert und Aggressivität beseitigt. Maharishi täuscht dabei mit vermeintlich wissenschaftlichen Formeln Wirksamkeit vor. Demnach seien Gruppen bestimmter Grösse nötig, um etwa Kriminalität zu verhindern und den Weltfrieden herbeizuführen. Nämlich die Quadratwurzel aus einem Prozent der Weltbevölkerung. Scheinbar dienen alle Aktivitäten der Beschaffung des Geldes für Gründung und Unterhalt solcher Gruppen oder der Beseitigung vermeintlicher Probleme dabei.   
   Je nach Bedarf werden einzelne Begriffe in den Vordergrund gestellt, wie etwa Meditation, Ayurveda, Veda, Veden, Indologie, Weltfriede. Einzig gemeinsamer Begriff ist der Alias-Name "Maharishi".   
   Auch nach 50 Jahren gibt es keinerlei Beweis für die Richtigkeit von Maharishis Behauptungen. Noch viel weniger für die Wirksamkeit seiner angeblichen Verfahren. Selbst die "transzendentale" Meditation sei, so der Psychologe Rolf Degen ("Lexikon der Psycho-Irrtümer"), sei  "dem Nichtstun und Dösen um keinen Deut überlegen" (Psychologie heute, 6/85). Auch Maharishis vermeintlich so erfolgreiche Wissenschaftler haben zumindest auf diesem Gebiet bisher keine besonderen Erfolge vorzuweisen. Bei manchen von ihnen sind nicht einmal die vorgezeigten akademischen Titel verifizierbar.  
   Maharishi Anhänger verehren ihn als "Seine Heiligkeit". Stets wird jedoch betont, man sei "unabhängig von Religion und Weltanschauung". Viele Kritiker meinen, das sei Täuschung oder gelte nur für die jeweilige Anwendung, also etwa TM oder Ayurveda. Die Grundlage sei hinduistisch, was verheimlicht werden solle. Für die Beurteilung in dieser Website spielt diese Frage keine Rolle.

 
 

Tatsächliches Planungsziel "Maharishis Vedische Stadt"?

Die Planung für die "Universität" enthält einen "Campus" mit Wohnungen für die angeblichen Studenten. Der Plan für Kolsdorfs "Friedenspalast" enthält 8 Gebäude, die mit "Wohnen" bezeichnet sind. Ausserdem drei lange Gebäude, die als "Mehrfamilienhaus" bezeichnet sind. Zusammen sind 115 Parkplätze. Das dürfte die Zahl der Wohneinheiten sein. Nur für den "Friedenspalast".

Es spricht viel dafür, dass diese Wohneinheiten letztlich das Planungsziel sind.
Seit Jahrzehnten existieren solche Maharishi-Viertel in Lelystad in Holland und Skelmersdale in England..
Seit Jahrzehnten will der Maharishi-Kult so etwas auch in Deutschland haben.
Für die gescheiterten Projekte  der Maharishis in Rheinsberg und Fürstenberg wurde noch mit Empfehlungsschreiben und Einladungen von Bürgermeistern aus Lelystad und Skelmersdale geworben.
Jetzt soll möglicherweise der Umweg über eine angebliche Universität genommen werden.
Denn wenn die Universität sich als nicht realisierbar herausstellt, könnten die Wohngebäude übrig bleiben und als Eigentumswohnungen finanziert werden.
 

Intern kursiert ein Rundschreiben vom 20.2.2006 von Jochen Uebel. Dieser hatte sich erst im Januar 2006 an die AGPF gewandt und um Korrekturen der Eintragungen über ihn gebeten, etwa in einem Artikel von 1980  "Der Multi im Meditations-Geschäft" - http://www.AGPF.de/TM-Multi-im-Meditationsgeschaeft.htm#TMManager
Uebel triumphiert: Endlich werde es einen Ort für "dauerhafte Grossgruppen" geben, denen bisher "kein Bestand gewährt wurde in diesem Land".
Man habe jetzt die "Chance, Maharishis Vedischer Stadt zu Geburt zu verhelfen".
Die "Transformation einer Region" stehe bevor.

Tatsächlich wird seit langem versucht, eine solche Siedlung einzurichten, zunächst als "Ideales Dorf" bezeichnet, http://www.AGPF.de/TM-Dorf.htm

Schon jetzt seien die 50 Männer der "internationalen Purusha-Gruppe" von Seelisberg in Kolsdorfs Friedenspalast umgezogen. Kolsdorf selbst meldete die volle Belegung seines Hauses zunächst intern: "Die größte europäische Purusha-Gruppe ist am Abend des 29. Dezember 2003 von Seelisberg in Deutschlands ersten Friedenspalast nach Oebisfelde umgezogen. ... Obwohl es 'nur" 50 Purushas sind, so hat man dennoch das Gefühl, dass es viel, viel mehr sind, eben ein tausendköpfiger Purusha." Das ist wohl die Kerntruppe derer, die durch Massenmeditation kohärente Wellen erzeugen sollen, welche angeblich die Schwerkraft (http://www.AGPF.de/TM-Fliegen.htm) und den Unfrieden überwinden können.
Die Männer dieser Gruppe leben von Spenden, die sie bei Maharishi-Anhängern einsammeln.
Später behauptete Kolsdorf dem Stadtrat von Oebisfelde gegenüber: "Wir sind zu 80 Prozent ausgelastet" (Altmark-Zeitung 17.11.2005).
 
 
 

Spendensammlung für Oebisfelde

Intern verbreitet Jochen Uebel mit seinem Rundschreiben vom 20.2.2006 Spenden-Bitten übelster Art:
Statt Kinder in Afrika oder die eigenen Kinder solle man besser das Maharishi-Projekt in Oebisfelde unterstützen.
Dabei geht es um Kleinbeträge, um offenbar wenigstens die Planung am Laufen zu halten.
Jeder Einzelne solle "Kassensturz" machen und prüfen, was er abgeben könne.
Jeder einzelne solle prüfen, welche "kleinen und grossen Beträge" man "einfach umlenken" könne, "ohne dass es uns schmerzt".
Zunächst werden Spenden genannt, die man etwa an "Kinder in Not in Afrika" überweise: "Hilft es wirklich, wenn wir solche Symptome einer grausam aus dem Ruder gelaufenen, globalen Unwissenheit zu lindern versuchen?"
Oder Geld, welches man an eigene Kinder überweise, "die vielleicht längst selbständig genug sind, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten?"
Oder Geld für Tageszeitungen: "Man kann sich Abonnements teilen!" oder auf Aktualität verzichten. "Braucht es wirklich die popelige Tageszeitung am gleichen Tag?". Auch auf das Auto könne man verzichten, das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel benutzen:
"Lenkt all eure Spenden jetzt nach Oebisfelde um. Jetzt oder nie."
Das gelte auch für die Kirchensteuer: "Tretet endlich aus! Und gebt denen Eure Kirchensteuer, die sie wirklich verdienen.

Bis 2004 war Earl Kaplan Maharishis wichtigster Geldgeber. Dann nannte Earl Kaplan Maharishi einen Lügner, Betrüger und Gehirnwäscher, http://www.AGPF.de/TM+EarlKaplan.htm
Über die jetzt in Oebisfelde ansässigen Purushas schreibt Kaplan:

"Wenn man schliesslich auf alle die armen Leute von Purusha und Mother Divine schaut, die unter Blutarmut und fortgeschrittener Osteoperose leiden, dann weiss man, dass Maharishi viele Leben ruiniert hat."
 
 

Überrumpelungs-Planung

Die Altmark-Zeiung berichtete am 17.11.2005, die Maharishi-Weltfriedensstiftung habe "vor etwa drei Wochen" (also etwa am 25.10.2005) ein 12,8 Hektar großen Gelände neben dem Friedenspalast von einer Erbengemeinschaft erworben. Am 4.11.2005 habe man einen Antrag an die Stadt gestellt. Es solle eine vedische Universität für 500 Studenten entstehen.
Die Altmark-Zeitung berichtete weiter, wie Kolsdorf  den Stadträten die Vorhaben am 15.11.2005 vorgestellt hat.
Der Flächennutzungsplan müsse geändert werden. Das Gelände sei noch als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen. Es solle stattdessen als Gemeinfläche ausgewiesen werden. Alle Kosten werden zu 100 Prozent vom "Vorhabenträger" übernommen, so Kolsdorf.
Die Zeitung: "Wenn alles gut läuft und dem Vorhaben keine Steine in den Weg gelegt werden, könnte bereits im Mai 2006 mit dem Bau der Universität begonnen werden". Die Zeitung zitiert positive Äusserungen einzelner und namentlich genannter Stadträte. Negatives wurde nicht geäussert oder nicht zitiert. Das alles liest sich, als sei die Planung einer privaten Universität ein Vorhaben wie die Erweiterung eines Tante-Emma-Ladens.

Es ist völlig abwegig, ein solches Grossprojekt in derartig kurzer Zeit durchziehen zu wollen. Jeder Planer und jeder Jurist weiss das. Deshalb ist zu vermuten, dass Stadtrat und Verwaltung mit dieser vermeintlichen Blitz-Planung überrumpelt oder unter Druck gesetzt werden sollten.
Diese Methode hat der Maharishi-Kult seit Jahren angewandt.
Seit Anfang 2002 wird in dieser Website über das rücksichtslose Vorgehen gegenüber kommunalen Verwaltungen und Parlamenten berichtet (Kasten oben): Immer wurden grosse Versprechungen gemacht. In kaum einem Fall war eine seriöse Planung erkennbar. Oft war weder der Träger der Planungen hinreichend identifizierbar, noch war erkennbar, woher das Geld kommen sollte. In praktisch allen Fällen aber wurden bereits in diesem Stadium trotz fehlender Entscheidungsgrundlage weitreichende Entscheidungen von den Kommunen erwartet.

Alles das trifft auch hier wieder zu.
 
 
 

Zwei Projekte

Die Maharishis planen in Oebisfelde im Wesentlichen zwei grosse Projekte:

 
Hier der Plan der Uni auf dem Acker  
Norden oben
Hier der Plan des "Friedenspalastes"  
Norden rechts
Hier der Bebauungsplan,   
beschlossen vom Gemeinderat 
Die Abbildungen können durch Anklicken vergrössert werden. Auf der linken Abbildung befindet sich links unten ein grünes Quadrat. Der Text darauf lautet: "150 mal 150 Meter Friedenspalast mit separater Planung". Das ist der "Friedespalast", Abbildung in der Mitte, wie sich aus dem Bebauungsplan rechts ergibt. Der Bebauungsplan vom 25.11.2005 wurde vom Stadtrat Oebisfelde bereits am 12.12.2005 mit Beschluss Nr. 58-12/2005 mit 12 Ja-Stimmen, 4 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen beschlossen.
Im Übrigen folgt die Planung dem, was der Maharishi-Kult als "vedische Architektur" oder "Maharishi-Sthapataya-Veda" bezeichnet. Dies sei "keine von Menschen erdachte Lehre, sondern das im Naturgesetz selbst enthaltene Wissen" - http://www.AGPF.de/TM-Architektur.htm
Wichtigster Punkt dieser Esoterik-Architektur ist die Ausrichtung nach der Himmelsrichtung ohne Rücksicht auf den Strassenverlauf. Nach demselben Muster würde ein grosser Teil der Innenstadt von Genf abgerissen, wenn es nach Maharishi ginge, http://www.AGPF.de/TM-Genf.htm
Wie so etwas nach Fertigstellung aussieht, kann man an Maharishis Wohnsitz sehen, http://www.AGPF.de/TM-Vlodrop.htm#Luftbild
Derzeit tonangebend für den Stil mit Türmchen, Erkern, Kuppeln und Säulen ist in Deutschland Christian Schweizer. Von ihm stammt der Plan für de Friedenspalast, Bild oben Mitte.
Der Bebauungsplan (Bild oben rechts) stammt von dem Architekten Gunther Schulz.
Der war vor Jahren bereits als Maharishi-Funktionär gelistet. 2000 hatte Maharishi eine "Maharishis Weltweite Naturgesetz Administration" (MWNA) eingerichtet, http://www.AGPF.de/TM-Totalitarismus.htm#GuntherSchulz
König dieser Weltregierung wurde damals Tony Nader (>>). Schulz wurde Direktor für "Landwirtschaft auf der Grundlage der Naturgesetze", wozu auch "Fliegen" für Bauern gehörte. Diese Verwaltungsstruktur wurde nach wenige Jahren wieder aufgelöst. Vermutlich wegen Mangel an kostenlosem Personal.
 
 
 

Die Konkurrenz

Wer die Rentabilität solcher Planungen abschätzen will, muss die Konkurrenz berücksichtigen.
Hier soll  nicht auf das Überangebot an Tagungsstätten eingegangen werden.
Sondern nur auf die Konkurrenz aus dem eigenen Lager.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass es keinerlei Anzeichen für ein wachsendes Interesse an Maharishis Ideologie gibt.
Im Gegenteil: Seit Jahren hört man aus dem Maharishi-Kult Klagen über den Niedergang.
Es geht deshalb hier auch nicht etwa um eine betriebswirtschaftliche Analyse.
Hier kann es ur um die fehlende Ernsthaftigkeit der Planung gehen.
 

300 Friedenspaläste geplant

In einer Anzeige in der "Zeit" vom 25.5.2005 hiess es: "Friedenspaläste sollen an den 300 wichtigsten Orten in Deutschland entstehen" -  http://www.AGPF.de/TM-Friedenspalast.htm#Spendenmasche
Eine Liste war Anfang März 2006 zu finden unter http://www.maharishifriedenspalast.de/friedenspalaeste/friedenspalaeste.html
Sollte jeder davon mit 50 Kunden belegt sein, würde man dafür 15.000 Kunden benötigen.
Es müsste sich fast ausschliesslich um neue Kunden handeln, denn wenn die Maharishis derzeit 500 Teilnehmer auf die Beine bringen würden, dann wäre das schon viel.
Zur regionalen Konkurrenz berichtete die Presse aus einem nur 140 Kilometer entfernten Ort:
 
Aus: Volksstimme vom 10.1.06 - http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/sachsen_anhalt/?em_cnt=20952  


Maharishi-Stiftung will in Oebisfelde erste " Vedische Hochschule " Deutschlands bauen  
Tagungszentrum in Falkenstein geplant  
.....  
Besinnungspause  
Skeptisch ist man hingegen in Falkenstein ( Aschersleben-Staßfurt ). Dort will die Maharishi-Stiftung im Ortsteil Pansfelde ein Tagungszentrum bauen – für 8, 5 Millionen Euro. Bürgermeister Klaus Wycisk ( CDU ) : "Die Meinung der Menschen hier ist verhalten bis ablehnend." Zwar seien alle Voraussetzungen für den Bau gegeben, aber er habe die Friedensstiftung um eine "kleine Besinnungspause" gebeten. "Es gibt eine Menge Erklärungsbedarf im Ort. Diese Zeit wollen wir dem Investor einräumen." Es gebe Stimmen, die meinen, dass "solcherart von religiöser Gemeinschaft" Investoren und Touristen, von denen immer mehr in den Harzort kommen, abschrecken könnten. Auch wirtschaftlich erwarte der Bürgermeister keinen Anstoß. "Es ist doch allgemein bekannt, dass die Maharishi-Zentren weitgehend autark agieren – bis hin zur Verpflegung."  
Der Oebisfelder Hans-Egon Kolsdorf sieht die Haltung der Falkensteiner mit transzendentaler Gelassenheit : "Nur wenn es die Menschen dort wirklich wollen, wird die Stiftung bauen." Viele Orte würden sich darum reißen, Standort für ein Tagungszentrum zu werden.  
Die Sorgen der Falkensteiner ist für die Vizechefin der Verwaltungsgemeinschaft Oebisfelde-Calvörde kein Grund zur Beunruhigung. " Wir leben seit drei Jahren mit der Maharishi-Gemeinschaft zusammen. Es sind ruhige, verträgliche Leute. "Eine private Hochschule in der Stadt sei eine Chance, die man sich nicht entgehen lassen dürfe."
Das Falkenstein-Pansfelde-Projekt ist inzwischen vom Tisch.
Kolsdorfs Äusserung "Nur wenn es die Menschen dort wirklich wollen, wird die Stiftung bauen" beinhaltet wohl weniger transzendentaler Gelassenheit, als vielmehr eine Andeutung auf die mangelnde Ernsthaftigkeit der Planung. Dieser Satz war auch bei bisherigen fehlgeschlagenen Planungen meist zu hören.

Vorhandene Konkurrenz gibt es u.a. bereits in Uedem (http://www.AGPF.de/TM-Uedem.htm) und Bremen www.ilse-eickhoff-akademie.de
Das sind die grösseren Einrichtungen. Hinzu kommen diverse Kleinbetriebe.
 
 
 

Universitäten allerorten

Beispiele:
Eine der angeblichen Universitäten wurde zuletzt in Vaals geplant, http://www.AGPF.de/TM-Vaals.htm
Danach noch Ende 2005 eine in Hannover, http://www.AGPF.de/TM-Hannover.htm

Darüber berichtete die Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 1.12.2005
http://epaper01.niedersachsen.com/eZeitung/2005120130743html/HAZ/htmlstories/1130204339_0a1e50d7_10_p.html
Titel: Maharishi-Stiftung plant "Universität"  Wissenschaftsministerium prüft Verstoss gegen Hochschulgesetz
Die Maharishis hatten dort das Grotesche Palais gekauft, unklar ist bis heute, wer der Käufer ist.
Die Zeitung: "Gestern haben die neuen Nutzer ... dort die "Maharishi Universität des Weltfriedens" ausgerufen. Ziel ist es nach den Worten von Deutschlandchef Emanuel Schiffgens, zehn Fakultäten einzurichten und 100 Professoren zu beschäftigen ..."
Das Wissenschaftsministerium: "Wir haben keine Kenntnis von den Plänen der Stiftung und werden prüfen, ob ein Verstoß gegen das Niedersächsische Hochschulgesetz besteht",  ... . Dort sei geregelt, dass eine Hochschule, die nicht in staatlicher Trägerschaft ist, eine Anerkennung des Ministeriums benötige, um sich entsprechend nennen zu dürfen und Abschlüsse zu vergeben."
1999 ein "Bildungszentrum für Vedische Wissenschaft" in Rheinsberg
2001 im 30 kilometer entfernten Fürstenberg http://www.AGPF.de/TM-Fuerstenberg.htm
Wie gesagt, dies sind nur Beispiele.
In Potsdam wurde eigens eine Universitäts-GmbH eingetragen, http://www.AGPF.de/TM-Wissenschaft#Potsdam,
 
 
 

Kolsdorfs "Friedenspalast"

Der "Friedenspalast" ist der Maharishi-typische Etikettenschwindel.
In Wahrheit handelt es sich nach dem Plan um Kolsdorfs Seminareinrichtung.
Die 8 Gebäude unten sind mit "Wohnen" bezeichnet. Darunter befinden sich 50 Parkplätze. Das dürfte die Zahl der Wohneinheiten sein.
Die beiden Gebäude in der Mitte sind "Bildungsstätte", das linke als "Bestand" gekennzeichnet, das ist vermutlich der derzeitige "Friedenspalast". Das rechte Gebäude ist als "neu" bezeichnet.
Die drei langen Gebäude darüber sind mit "Mehrfamilienhaus" bezeichnet. Darunter sind 65 Parkplätze eingezeichnet.  Das dürfte die Zahl der Wohneinheiten sein.

Soweit bisher bekannt, handelt es sich bei diesen zusammen etwa 22.500 Quadratmeter (150 mal 150) grossen Parzellen um Kolsdorfs Privateigentum.
Für ein solches Projekt gelten andere Regeln, als für eine Universität.
Die nachfolgenden Ausführungen müssen deshalb nicht auch für dieses Projekt gelten, auch wenn bei in einem gemeinsamen Bebauungsplan enthalten sind.

Kolsdorf am 21.2.2006 laut Altmark-Zeitung vom 23.6.2006 (>>) über seinen "Friedenspalast":
"Wir sind ein ganz normales Seminarhotel, in dem Kurse gehalten werden“.
Dessen Erweiterung war eit längerer Zeit geplant. Die Volksstimme 18.3.2004:
"Neue Pläne liegen bereits in der Schublade. Dr. Kolsdorf: 'Sollte der Zuspruch zu den Kursen anhalten, wollen wir eventuell ein zweites Seminarhotel bauen. Die entsprechende Bauvoranfrage haben wir schon gestellt'. Außerdem sei im Bereich der Hermannstraße der Bau eines Mehrfamilienhauses zur normalen Vermietung vorgesehen."
 
 
 

Die Universität auf dem Acker

Dazu auch: http://www.AGPF.de/TM-Wissenschaft.htm

Hat die Gründung einer Universität auf dem Acker einer Kleinstadt (2500 Telefoneinträge) überhaupt je eine Chance gehabt?
Kaum.
Gab es jemals Anzeichen dafür, dass das Geld dafür vorhanden oder beschaffbar sein würde?
Kaum.
Was soll das also?
Die Planung von Luftschlössern war seit jeher Maharishis Lieblingsbeschäftigung.
Beispiele:

Für diese Einschätzung spricht insbesondere die Tatsache, dass der Maharishi-Kult aus vorangegangenen Planungen sehr genau weiss, welche Planungsschritte erforderlich sind.
Der Maharishi-Kult weiss also genau, dass es völlig unsinnig ist, einen Gemeinderat unter Zeitdruck zu setzen und dessen Entscheidungen herbeizuführen.
In diesem Fall hatte man genau diese Erfahrung gerade erst in Hannover gemacht (>>).

Vermutlich geht es also nur um die Planung selbst, nicht um das angebliche Ziel der Planung.
Sinn machen solche Luftnummern nur dann, wenn schnell ein Erfolg vorzuweisen ist, über den an Maharishi berichtet werden kann.
Das geht am Besten mit dem jeweiligen Gemeinderat.
Viele Gemeinderäte lassen sich durch Veranstaltungen, das Versprechen von Aufträgen und Arbeitsplätzen beeindrucken.
Echte Informationen gibt es in diesem Stadium meist nicht.
Auch ein Bürgermeister kann also nicht völlig ausschliessen, dass aus der Sache was wird.
Deshalb wird kaum ein Bürgermeister ein solches Projekt ablehnen.
Zumal eine solche Planung aus vielen Einzelschritten besteht und die Gemeinde nur für einige davon zuständig ist.
Es ist also relativ einfach, schnell positive Bewertungen oder Beschlüsse einer Gemeinde zu bekommen.
So auch hier.

Die Planung einer privaten Universität erfordert demgegenüber gewaltigen Aufwand.
So etwas erfordert zahlreiche Genehmigungen von unterschiedlichen Behörden.
Kauf oder Bau der Gebäude ist organisatorisch nur ein kleiner Teil.
Das gilt auch für die Finanzen. Insbesondere wenn - wie hier - kaum Technik erforderlich ist.
Wirklich teuer wird erst der Betrieb einer solchen Einrichtung.
Es wird kolportiert, das Ackerland habe etwa 25.000 Euro für knapp 140.000 Quadratmeter gekostet.
Das ist bisher ein lächerlicher Betrag, selbst wenn man für die Planung noch einmal denselben Betrag ansetzt.
 
 
 

Studienziele und Leiter der "Universität"
 
Am 21.2.2006 stellte Kolsdorf im Rittersaal von Oebisfelde der Öffentlichkeit das Universitätsprojekt und den angeblichen zukünftigen Leiter vor, Dr. Eckart Stein. Darüber berichtete die Altmark-Zeitung vom 23.6.2006 unter dem Titel "Eine Frage des Glaubens", Abbildung rechts.  
Stein war zuvor als Chef einer "Friedensregierung" von Maharishis Gnaden bekannt (>>), Kolsdorf war oder ist Wirtschaftsminister dieser Papier-Regierung.
Auf einem Foto sieht man Eckart Stein vor einem Namensschild, welches ihn als Professor ausweist.
Sicher ist bisher allerdings nur, dass er in Deutschland promoviert hat. Also den Dr.-Titel benutzen darf.
Seit Dezember 2003 befindet sich in dieser Website folgende Eintragung:
 
Aus: http://www.AGPF.de/TM-Friedensregierung.htm  seit Dezember 2003:  


Am 31.8.2003 um 10 Uhr 40 wurde im "Friedenspalast am Niederrhein" in Uedem die "Deutsche Friedensregierung" gegründet.  
"Präsident und Gründer": Prof. Dr. Eckart Stein, "Quantenphysiker und Experte auf dem Gebiet der Quantenchromodynamik".  
Zur Herkunft seines Professorentitels heisst es (http://www.globalesland.de/hintergrund/stein.php  geladen am 11.12.2003):  
    "Prof. Dr. Stein hat 1996 an der Universität Frankfurt mit „summa cum laude“ promoviert und 2002 an der Universität Regensburg habilitiert. Seit Juni 2001 ist er Professor an der Maharishi University of Management, wo er über das Verständnis des menschlichen Bewusstseins aus der Sichtweise der uralten Tradition des Veda und aus der Sichtweise der modernen Physik arbeitet."  
Es ist also eher unwahrscheinlich, dass er berechtigt ist, in Deutschland den Professorentitel zu führen. 
 

Am 5.3.2006 haben wir per E-Mail bei Kolsdorf nach der Adresse von Eckart Stein gefragt, wegen dieser Zweifel an der Berechtigung zur Führung des Professorentitels.
Eine Antwort lag bis zum 11.3.2006 nicht vor und ist auch später nicht eingegangen.

Am 15.3.2006 hat die AGPF deshalb Strafanzeige wegen unberechtigter Titelführung erstattet.
Die Staatsanwaltschaft Magdeburg teilte am 10.10.2006 unter dem Aktenzeichen 330 Js 9992/06 mit, dass
"der Aufenthalt des Beschuldigten bisher nicht hat ermittelt werden können. Alle insoweit erforderlichen Massnahmen sind indessen veranlasst worden. ... Sobald der Aufenthalt des Beschuldigten bekannt wird, werden die Erittlungen sofort wieder aufgenommen".
Am 2.8.2012 teilte die Staatsanwaltschaft der AGPF unter demselben Aktenzeichen ("Tatvorwurf: Missbrauch von Titeln, Berufsbezeichnungen, Abzeichen") mit, das Ermittlungsverfahren sei wegen Verfolgungsverjährung gem. § 78 StPO eingestellt worden: "Die Fahndung nach dem Aufenthalt des Beschuldigten hatte bislang keinen Erfolg".
Kolsdorf und Stein referierten weitgehend das, was teilweise seit Jahrzehnten vom Maharishi-Kult über die angeblichen positiven Wirkungen der "Transzendentalen Meditation" verbreitet wird. Wichtigster Punkt: Die angeblich "600 Studien über die positive Wirkung von TM auf den Menschen". Dazu: Werbeargument Forschungsarbeiten: "Hochstapelei und Fälschungen" - http://www.AGPF.de/TM-Wissenschaft.htm
Offenbar haben Kolsdorf und Stein den Oebisfelder Bürgern den üblichen Werbevortrag für Transzendentale Meditation verpasst, hier die Version von 1983: http://www.AGPF.de/TM-Werbevortrag.htm
 
 
 

Zusammenarbeit mit Universität in Tübingen vorgetäuscht?

Nach dem Bericht in der Altmark-Zeitung vom 23.6.2006 antwortete Stein auf die Frage, ob es in der Hochschule einen staatlich anerkannten Abschluss geben werden: "In Indologie".

Eine solche Behauptung in diesem Stadium ist abwegig.
Besonders in Verbindung mit der nachfolgenden Behauptung.

Stein behauptete nach diesem Bericht weiter, die Oebisfelder Hochschule werde mit der Universität in Tübingen zusammenarbeiten.
Eine erste Anfrage ergab:
An der Universität Tübingen weiss man nichts von einer solchen geplanten Zusammenarbeit.

Dieser Vorgang ist besonders schwerwiegend.
Denn hier wird nicht nur die Öffentlichkeit getäuscht.
Hier wird auch der gute Ruf einer Universität und ihrer Mitarbeiter ausgebeutet und möglicherweise in Mitleidenschaft gezogen.

Vermutlich soll damit auch vom völligen Fehlen wissenschaftlicher Qualifikation abgelenkt werden.
Wir haben bisher keinerlei Hinweis darauf gefunden, dass es unter den Maharishi-Anhängern solche mit wissenchaftlicher Qualifikation in Indologie gibt.
Stein mag ein noch so qualifizierter Physiker sein.
Mit Indologie hat das absolut nichts zu tun.
 
 
 
 

Täuschung der Bürger

Am 28.2.2006 stellte der Maharishi-Kult den Bürgern in Oebisfelde seine aktuelle Planung vor.
Darüber berichtete die "Volksstimme" http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokales/kloetze/?em_cnt=47372

Demnach wurde den Bürgern allerdings der zu diesem Zeitpunkt wichtigste Punkt verschwiegen:
Das Landesverwaltungsamt Halle hatte den Plan bereits abgelehnt. Er widerspreche der Raumordnung. Genauer gesagt dem Gesetz über den Landesentwicklungsplan des Landes Sachsen-Anhalt (LEP-LSA), http://www.sachsen-anhalt.de/LPSA/fileadmin/Files/Lep1999.pdf
All das kann man mit wenigen Klicks im Internet erfahren. Dort sind zum Beispiel auch die Oberzentren bildlich dargestellt, in denen solche Einrichtungen vorgesehen sind, http://www.mittel-de.de/regionen/dls/sachsen_anhalt.pdf
Die "Volksstimme": "An dieser Einschätzung kann wohl kaum noch gerüttelt werden".

Noch etwas hat die Zeitung herausgefunden:

"Ein Antrag auf Gründung einer staatlich anerkannten Hochschule liegt im Kultusministerium noch immer nicht vor ", war von der Ministeriumssprecherin Brigitte Deckstein gestern zu erfahren. Die Hürden für die Gründung einer solchen Hochschule sind indes hoch und im Hochschulgesetz klar geregelt. Zudem müsste der Wissenschaftsrat in dieser Frage gehört werden. Und : Ohne Zustimmung durch das Land kann die geplante Einrichtung sich auch nur schlecht Hochschule nennen.
In der vergangenen Woche hatte Kolsdorf öffentlich angekündigt, dass bis Anfang Mai der entsprechende Antrag beim Magdeburger Kultusministerium gestellt werden soll."
 
 

Weltfriedens-Versammlung 2003
 
 



Impressum:


1. Version dieser Seite installiert am 13.3.2003


 


Diese Website wurde eröffnet im September 1998