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Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/TM-Meditation.htm  Zuletzt bearbeitet am 10.3.2006
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Maharishis Patentrezept: "Transzendentale" Meditation


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Vorab ist festzustellen, dass Meditation nicht etwa ein genau beschreibbares Verfahren ist.
Ebensowenig lassen sich die angeblichen positiven Auswirkungen der Meditation nachweisen.
Dazu im einzelnen: Meditation - auch nicht besser als Dösen?

Maharishi verkauft seine "transzendentale" Meditation als angeblich einfache, leicht zu erlernende und billige Entspannungsmethode.
Wirkstoff: Das "Mantra", ein geheimzuhaltendes Klangwort, angeblich vom "TM-Lehrer" für den jeweiligen Kunden eigens ausgesucht.
Die Wahrheit ist: Der "TM-Lehrer" teilt das Mantra einfach nach Altersgruppe zu.
Dazu: Mantras nicht geheimnisvoll

Mit dem Zusatz "Transzendental" hat Maharishi aus einer vermutlich beruhigenden Tätigkeit - wie etwa beten oder dösen - ein Markenzeichen und eine verkäufliche Leistung gemacht. Zu Abgrenzung wurde stets behauptet, TM sei "keine Religion".
 
 

Angebliche wissenschaftliche Beweise: "inkompetent, wenn nicht gar betrügerisch"

Maharishi hat stets behauptet, seine Methode sei anderen Methoden überlegen. Zum Beweis werden die angeblichen zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten angeführt.

Das Fragezeichen, welches ich 1987 noch angehängt habe, kann man heute getrost weglassen.

Der Wissenschaftsautor Rolf Degen hat in seinem "Lexikon der Psycho-Irrtümer" zahlreiche Beweise für seine Behauptung zusammengetragen, Meditation sei auch nicht besser als Dösen. Er schreibt:
 
Rolf Degen: Lexikon der Psych-Irrtümer, Eichborn-Verlag 2000, Seite 268


"Und wenn die Meditation schon keine kurzfristige Wirkung zeitigt, findet sich auch auf lange Sicht kein überzeugender Nutzeffekt. Die Meditationsanhänger sollten sich aus dem Kopf schlagen, dass die Entrückung zu irgendwelchen langfristigen und tief greifenden Persönlichkeitsveränderungen führt, folgert ein diesbezüglicher Literaturbericht.`4 Es gibt demnach auch keine überzeugende Untersuchung, wonach Meditation einen Beitrag zur Linderung neurotischer Störungen leistet. Schließlich fehlt jeglicher Beweis, dass sie hohen Blutdruck zu senken vermag oder einem Rauschgiftsüchtigen helfen kann, von seiner Droge loszukommen. »Die angeblichen Besonderheiten der Meditation sind überhaupt nicht einzigartig, sondern beruhen auf einer Mixtur aus Einbildung, Suggestion, dem Placebo-Effekt einfacher Entspannung, neurotischen Überzeugungen und der Fehlinterpretation mehrdeutiger emotionaler Erfahrungen«, bringt der Psychologie-Professor Barry L. Beyerstein von der Simon Fräser University in Bumaby, Kanada, gnadenlos die Kritik auf den Punkt.5

Da nützt es auch nichts, wenn der Maharishi mit einem erdrückenden Wust aus Grafiken, Kurvendarstellungen und Tabellen die segensreichen Wirkungen von TM auf die Stresshormone, die Kohlendioxid-Abgabe oder andere körperliche Indikatoren zelebriert, moniert der amerikanische Philosophie-Professor Robert Todd Carroll im Internet.6 »Die Wahrheit ist, dass die TM-'Forscher' überhaupt keine kontrollierten Experimente durchführen. Was die Qualität ihrer Methoden betrifft, befinden sie sich auf einem Niveau mit der Parapsychologie - sie sind inkompetent, wenn nicht gar betrügerisch.«

Tatsächlich hat sich die TM-Bewegung ja auch längst übernatürliche Fähigkeiten auf die Fahnen geschrieben: Der Meditierende werde zu einem Übermenschen, er könne gar ohne maschinelle Hilfe und nur durch Geistes Kraft fliegen ... "

4) Murray, L.b.: What is meditation? Does it help? In: Genetic Psychology Monograph, Bd. 106 (1982), S. 85-115
5) Beyerstein, Barry L.: Pseudoscience and the brain: Tuners and tonics for aspiring superhumans. In: Della Sala, Sergio (Hg.): Mind myths. Exploring popular assumptions about the mind and brain. Willey Verlag, Chichester et. al. 1999.
6) http//skepdic.com  [siehe unten]

 
 
http://skepdic.com/tm.html   Robert Todd Carroll: the Skeptic's Dictionary


TM recruiting literature is full of charts and graphs demonstrating "scientifically" the wonders of TM. Things like metabolic rate, oxygen consumption rate, bodily production of carbon dioxide, hormone production, brain waves, etc. are measured and charted and graphically presented to suggest that TM really takes a person to a new state of consciousness. The truth is that most TM 'scientists' do not do controlled experiments and, in fact, are on par with most parapsychologists when it comes to experimental design and controls. That is, their work is incompetent, if not fraudulent. Some of the studies are simply trivial: you can get some of the same physiological results by relaxing completely. Though, according to TM advocates, tests have shown that TM produces "neurophysiological signatures that are distinctly different from relaxation and rest. "[Judy Stein, personal correspondence] Critics disagree, however, and cite other studies suggesting that TM may be hazardous to your health. For example, a German study done in 1980 found that three-fourths of long-term transcendental meditators experienced adverse health effects. One should be cautious in drawing any strong conclusions from this small study, however. TM may attract many people who are stressed out and are seeking relief. Thus, many of those who have physical or psychological problems after meditating may have had them before they started meditating. Thus, for many in the study, meditation may not have caused their problems, but it didn't relieve them, either.

Die erwähnte deutsche Studie ist Die Bensheimer Studie 1980
 
 
 
AGPF AKTUELL IV/87 vom 21.12.87 Seite 7 - AGPF aktuell  IV/1987 Wissenschaft vorgetäuscht?

MAHARISHI-KULT: WISSENSCHAFT VORGETÄUSCHT?

Der Maharishi-Kult propagiert die "Transzendentale" Meditation als eine leicht und schnell zu erlernende Methode der Entspannung, die anderen Methoden klar überlegen sei. Zur Untermauerung dieses Anspruchs verweist der Kult auf über 350 wissenschaftliche Arbeiten. Der Kult spricht auch jedem - auch der Bundesregierung - das Recht auf Kritik ab, der nicht zuvor diese Arbeiten zur Kenntnis genommen hat. Vorab ist dazu zu sagen: Der größte Teil der deutschen Arbeiten ist wissenschaftlich irrelevant, weil einfach nicht greifbar. 

Zur Überprüfung dieses Anspruchs sollen zwei Autoren herausgegriffen werden, die jeweils eine herausragende Stellung einnehmen. Für den deutschen Sprachraum ist dies CHRISTA KNIFFKI, deren Arbeit "Transzendentale Meditation und Autogenes Training" im Kindler-Verlag als Taschenbuch erschienen ist und somit eine große Verbreitung erhalten hat. Kniffki hat diese Arbeit als Diplomarbeit am Klinikum der Universität Kiel durchgeführt. Der Professor, der ihr 1974 diese Gelegenheit gab, schrieb 1979 dazu, in dieser Arbeit seien lediglich die Auswirkungen auf "Persönlichkeitsvariablen" untersucht worden. Erst in ihrem Buch habe die Autorin dann behauptet, die Arbeit beinhalte einen "Vergleich der Erfolgsaussichten beider Entspannungsmethoden" - so der Untertitel des Buches. Der Professor dazu: 

 " Diese Umdrehung und Aufwertung des Themas wird durch die Substanz der Untersuchung keineswegs getragen. Für einen Wissenschaftler ist so ein Vorgehen schlicht Hochstapelei ... Die naiven graphischen Darstellungen, die eine Überlegenheit der TM belegen sollen, müssen als Fälschungen enttarnt werden." 

Derartige Graphiken finden sich im übrigen in sehr vielen Arbeiten, die sich mit TM befassen. Der Professor fügt seine eigene Meinung zu TM bei: 

 "Die Transzendentale Meditation ist ... ein stark ideologisch überladenes, mit pseudowissenschaftlichen Argumenten aufgewertetes obskures Verfahren, welches in der Hand von Laien, die von den Chancen und Gefahren suggestiver Verfahren nichts verstehen, nur gefährlich und schädlich sein können". 
 

Der wohl namhafteste Autor, auf den der Kult sich für den amerikanischen Raum beruft, ist Prof. Dr. Herbert Benson. Tatsächlich sprach Benson sich 1972 geradezu enthusiastisch für TM aus und sein damaliger Aufsatz dürfte dafür ursächlich gewesen sein, daß zahlreiche Ärzte sich TM anschlossen. Benson hat seine damalige Meinung jedoch wenig später modifiziert. Er fand nämlich heraus, daß die angeblichen Besonderheiten der TM ein teils jahrtausende alter Hut sind, mit denen lediglich eine angeborene Fähigkeit zur Entspannung unterstützt werde. Das "Mantra" sei nichts anderes, als 

 "Ein Geleitwort für den Geist. Um den Geist von logischen, auf die Außenwelt bezüglichen Gedanken abzulenken, bedarf man eines ständigen anreizezs. Man wiederholt einen Laut, ein wort einen Satz im Stillen oder man spricht das gewählte motto laut aus, oder man hält es im Geist fest und richtet dabei seinen Blick starr auf einen Gegenstand" ("Gesund im Streß", Ullstein 1978, S. 123). 

Dazu bedarf es allerdings keines Mantras. Benson empfiehlt das einfache Wort "eins". In diesem Zusammenhang sei auf die überragende Bedeutung verwiesen, welche nach Maharishi's Meinung das angebliche persönliche Mantra für die TM hat: 

 "Um die Bestimmung des richtigen Wortes für jedes Inidividuum zu ermöglichen sind Lehrer in der Kunst der Auswahl eines Lautes oder eines Wortes, die den besonderen Eigenschaften des Individuums entsprechen, ausgebildet worden" ("Wissenschaft vom Sein", S.  63). 

Benson stellt weiter fest, daß keine Überlegenheit der Meditation gegenüber anderen Entspannungsübungen feststellbar sei, also auch keine Überlegenheit der "Transzendentalen" Meditation. Im übrigen warnt Benson: 

   "Eine Grundlehre vieler Meditationssysteme besagt, eine kurze Meditation habe ihr Gutes, doch eine lange sei besser. Nach diesem Grundsatz meditieren manche Jünger oft stundenlang. Menschen, die wochenlang täglich mehrere Stunden meditieren, befinden sich, nach unseren Beobachtungen, in der Gefahr, Halluzinationen zu verfallen" (S. 133). 


 
 



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