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Das Maharishi-Mantra: unlautere Werbung
 

 
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Was ist ein Mantra?

Ein Mantra ist ein Satz, ein Wort oder eine Silbe, welche die Wirkung der Meditation unterstützen sollen.
Bekanntestes Mantra ist das gesummte "Om".
 
 

Das Maharishi-Mantra

Das Maharishi-Mantra ist ein Wort, auf dem die angebliche besondere Wirksamkeit der "transzendentalen" Meditation beruht.

Der Maharishi-Kult behauptet, ein Mantra habe keine Bedeutung: "Da das Mantra reiner Klang ist, ohne Bedeutung oder Begriffsinhalt, werden weder Intellekt noch Emotionen durch besondere Assoziationen bewegt." Dieses Zitat stammt ausgerechnet aus dem Text "Transzendentale Meditation - eine Methode für Christen" geladen am 2.6.2010 aus der Website www.Maharishi.at.

Ehemalige berichten es anders: "Das Mantra ist in der Regel ein Göttername. ... Wer TM ausübt, ruft tatsächlich, ohne es zu wissen, Hindu-Götter an. Wer hier im Westen ließe sich wohl in TM einweihen, wenn er das im voraus wüßte! Vermutlich die wenigsten!" - http://www.agpf.de/TM-Bericht-1983.htm#2.

Nach wie vor wird behauptet, das Mantra werde für jeden Kunden "persönlich" ausgesucht. Deshalb müsse es auch geheim gehalten werden. Heute wird das Mantra in der Öffentlichkeit kaum noch erwähnt. Dennoch wird es unverändert eingesetzt. In einem Artikel in der Zeitschrift Management und Training 2/02  berichtet die Autorin Elke Schwuchow:

"Darüber, wie die Technik der TM konkret funktioniert, erfährt man nichts. Was steckt hinter der TM? 900 Euro muss man in Bad Ems hinblättern, um in die Geheimnisse der TM eingeweiht zu werden. Die eigentliche Technik ist diese: „Man bekommt ein persönliches Mantra, einen Wortklang. Meines war Kiring. Dieses Mantra soll man zweimal täglich morgens und abends je 20 Minuten mental vor sich her sagen. Bevor man das Mantra gesagt bekommt, wird man darauf hingewiesen, dass man es nicht weiter erzählen darf, weil es ein ganz persönliches und eigens vom TM-Lehrer ausgewähltes ist", erläutert Karlheinz Schmitt, Unternehmer aus Mainz, der im Bad Emser Zentrum einen privaten Grundkurs TM gemacht hat. Mittlerweile ist bekannt, dass das Mantra keinesfalls für jeden einzelnen individuell gefunden wird, sondern dass es sich aus dem Alter des Meditierenden erschließt. Das verlangte Verschweigen des Mantras soll das Geheimnisvolle derTM bewahren und tarnen, dass es keine individuellen Mantras gibt. Werden doch die TM-Lehrer in der angeblichen Kunst der individuellen Auswahl des Mantras ausgebildet und das zu nicht unerheblichen Kosten. Schmitt ist ziemlich enttäuscht über die Banalität der Technik: „Weil es so einfach ist, fühlst du dich über den Tisch gezogen. Ich kann mich zwar mit der TM entspannen, aber die Leistung, die du für das bezahlte Geld bekommst, ist zu teuer. Die machen natürlich nur so ein Geheimnis um die Technik, weil sie nicht wollen, das man TM selbst lernt, ohne Kurs, und sie dann kein Geld mehr verdienen."
Tatsächlich sind Mantras nicht geheimnisvoll. Sie werden einfach nach Alter vergeben. Demnach war Unternehmer Schmitt bei der Vergabe des Mantras zwischen 35 und 40 Jahre alt.
 

 

Die Liste der geheimen Maharishi-Mantren

Quelle: Therese Schulte: Transzendentale Meditation und wohin sie führt, Abschiedsdisput einer TM-Lehrerin, 1980, S. 222.
Es ist natürlich möglich, dass Änderungen vorgenommen worden sind.
Am Prinzip der Täuschung würde das jedoch nichts ändern.
 
Mantra  Alter des Einzuführenden
ING von 4 bis 10 Jahre
IM bis 12 Jahre
INGA bis 14 Jahre
IMMA bis 16 Jahre
AING bis 18 Jahre
AIM bis 20 Jahre
AINGA bis 22 Jahre
AIMA bis 24 Jahre
SHIRING bis 30 Jahre
SHIRIM  bis 35 Jahre
KIRING  bis 40 Jahre
KIRIM  bis 45 Jahre
HIRING   bis 50 Jahre
HIRIM bis 55 Jahre
SHIAM bis 60 Jahre
SHIAMA über 60 Jahre
 
 

Das Gericht: "Praxis der Vergabe und Geheimhaltung von Mantras unlauter"

Oberverwaltungsgericht Münster 5 A 1125/84  Urteil vom 18.12.85:
"Die entgegen den Verlautbarungen der TM-Bewegung, die Mantren würden individuell ausgewählt, unbestritten bestehende Praxis, sie nach dem Lebensalter zu vergeben, ist unlauter, zumal durch die Anweisung, das Mantra geheimzuhalten, sichergestellt wird, daß die Täuschung nicht aufgedeckt wird. Sie ist jedoch weder für die TM-Bewegung noch für die Meditierenden von so wesentlicher Bedeutung, daß aus diesem Grunde der Schutz aus Art. 4 GG entfallen müßte. Das Mantra soll nur das "Fahrzeug“ sein, um andere Bewußtseinszustände zu erreichen. Es hat nach Auffassung der TM-Bewegung keinen Bedeutungsinhalt, der demgemäß auch nicht auf das Individuum zurückwirken könnte. Wesentlich ist lediglich die durch das ständige Wiederholen eines Klanglautes zu erreichende Ruhe."
 

Maharishis "Transzendentale Meditation" wird auch als "Mantra-Meditation" bezeichnet.

Wer die Bedeutung des Mantras für Maharishi-Anhänger ermessen will, suche im Ehemaligen-Bericht Zerstörte Illusionen nach dem Wort. Es ist dort ein zentraler Begriff.

In dem TM-Websites ist das Mantra aber kaum zu finden.
Wo ist das Mantra geblieben?

In diesem Zusammenhang sei an die überragende Bedeutung erinnert, welche nach Maharishis Meinung das angebliche persönliche Mantra für die TM hat:

"Um die Bestimmung des richtigen Wortes für jedes Inidividuum zu ermöglichen sind Lehrer in der Kunst der Auswahl eines Lautes oder eines Wortes, die den besonderen Eigenschaften des Individuums entsprechen, ausgebildet worden" ("Wissenschaft vom Sein", 1966, Übersetzung 1967 von Nikolaus Graf  Blücher, S.  63).
Seitdem bekannt ist, daß die Mantras keineswegs für den Einzelnen gefunden werden, wird der Begriff vom Maharishi-Kult in seinen für die Öffentlichkeit bestimmten Texten weitgehend verschwiegen. Das heißt aber keineswegs, daß sich etwas geändert hat.
Unter http://www.transzendentale-meditation.de/presse/kursekos.htm
heißt es:
"Stufe 4 ist die individuelle Unterweisung in die Meditation in Form eines Einzeltrainings. Der Lernende erhält von seinem TM-Lehrer ein Mantra - einen Wortklang - und die Technik seiner richtigen Anwendung."
Mehr findet sich dort allerdings nicht.
Das ist erstaunlich. Denn die Ausbildung der Lehrer in der angeblichen Kunst der Auswahl des persönlichen Mantras galt als Rechtfertigung für die nicht gerade geringen Kosten der Ausbildung.
Die Ausbildung der Lehrer war im übrigen auch Gegenstand des Prozesses gegen die Bundesregierung. Der Maharishi-Kult wollte der Bundesregierung untersagen lassen, TM werde von "nicht ausreichend qualifizierten Lehrern vermittelt". Dazu: Die Ausbildung der Lehrer ist insbesondere auch wegen der Gefahren von Bedeutung, die mit dieser Art von Meditation verbunden sind.

Die Begriffe Maharishi und Mantra zusammen sind in den zahllosen TM-Websites so gut wie garnicht zu finden. Fast alle Fundstellen stammen von TM-kritischen Darstellungen.
 
 



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