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Unter www.Handelsregister.de
befindet sich ein gemeinsames Registerportal der Bundesländer.
Die Suche nach Firmen und Vereinen ist
dort kostenlos und ergibt die genauen Namen, die Registernummer und die
Angabe, ob "aktuell" oder "gelöscht".
Firmendaten sind zu finden unter www.Unternehmensregister.de
Ein bundesweites Stiftungsregister gibt
es bisher nicht.
Bei den Maharishi-Stiftungen
handelt es sich keineswegs immer um echte Stiftungen.
Liste von Firmen und Vereinen aus dem Umfeld des Maharishi-Kultes (nicht vollständig):
Aktualisierung
2002
In der Internet-Seite http://www.nadir.org/nadir/archiv/Antifaschismus/Organisationen/Diverse/AInatg.html
wird unter dem Titel "Naturgesetz
Partei" genannt:
"in Hamburg: Maharishi Ayur Veda GmbH,
Rothenbaumchausee 26, und Maharishi Institut für Unternehmensführung
GmbH, Schröderstiftstr. 30) ".
Ausserdem: Neue
Firma gegründet 2002: Maharishi Veda GmbH
Aktualisierung
1996
Inzwischen hat TM die Prozeßserie
gegen die Bundesregierung verloren. Die höchsten deutschen Gerichte
(Bundesverwaltungsgericht 7 C 2.87 vom 23.5.89 BVerwGE 82,76 = NJW 1989,
2272; Bundesverfassungsgericht 1 BvR 881/89 v. 15.8.89 = NJW 1989, 3269)
stellten fest: der Staat darf warnen, muß es sogar, wenn Anlaß
besteht. Und der bestehe hier.
TM hat dann die "Transzendentale Meditation" in den Hintergrund und die "Ayurveda-Medizin" in den Vordergrund gestellt (vgl. AGPF Aktuell II/1989 "Maharishi-Ayurveda": Etikettenschwindel?"). Dazu das Sozialgericht Berlin (S 72 Kr 833/89 v. 12.1.90): "Es fehlt jeder vernünftige Hinweis darauf, daß die Ayurveda-Therapie grundsätzlich und im Fall des Klägers geeignet ist, Krankheiten zu heilen oder den Gesundheitszustand wenigstens positiv zu beeinflussen". Das Urteil zeigt, daß versucht wird, die Kosten den Krankenkassen aufzuladen (vgl. unten: "Der Staat als Kunde" und AGPF Aktuell I\91: "Irreführung mit angeblichen Rabatten bei Krankenversicherung" und "Üble Geschäfts mit AIDS").
Die Naturgesetzpartei ist an die Stelle der "Goldenen Partei" getreten. Während zeitweilig das "Fliegen" eher heruntergespielt wurde, wurde dies 1994\95 von der Partei als Wahlschlager vorgeführt.
Wahrscheinlich existiert ein Teil der nachfolgend geschilderten Firmen nicht mehr. Aber darauf kommt es hier nicht an. Der Schönau-Komplex (unten II) wurde inzwischen verlassen, die Deutsche Kulturstiftung verlegt.
Tatsächlich sind
inzwischen zahlreiche neue Firmen, Vereine und Stiftungen gegründet
worden
(vgl. auch AGPF
Aktuell II\89: "TM, Ayurveda, UNH, BEP, Optimisten-Club, New Age").
Zentrale Adresse war die Hohenzollernstraße 31 in Hannover.
Dort waren zwischenzeitlich folgende Organisationen und Firmen ansässig:
SFB Stiftung für Bewusstseinsforschung
Projektbüro Hannover
SIB Stiftung für Interkulturelle
Bildungsforschung
Förderverein Bildungs Initiative
e.V.
Hochschule für Vedische Wissenschaft
Vedisches Bildungswerk
Vedische Maharishi Therapiepraxen
GEF Gesellschaft für Energieforschung
GmbH
HVW Grundstücks GmbH
Es handelt sich allerdings nicht um eine Bürokomplex, sondern um ein Villa.
Einleitung
Die Sekte in Kürze (aktualisiert
im AGPF-Kurzinfo)
I.
Juristische Personen
II.
Einzelfirmen, Vereine, Einrichtungen, Unternehmen
III.
Märkte, Werbung, Preise, Umsätze
IV. Die angeblichen
Beweise für die Wirksamkeit der TM
V. Mutmaßliche
Erschleichungen von steuerabzugsfähigen Spendenquittungen
VI: Der Maharishi-Kult
und die Politik
VII. Der Staat als
Kunde
VII.1 WKI - WISSENSCHAFT DER KREATIVEN INTELLIGENZVIII. Maharishi-Kult: Weltanschauung?
VII.2 Universitäten und Professoren
VII.3 Direktwerbung bei Regierung
Die Anlagen sind in zwei Beweisordnern zusammengefaßt. Diese dienen lediglich Beweiszwecken und können nicht versandt oder kopiert werden.
Stand: 1.11.89
Diese Arbeit zählt vorwiegend Fakten auf, die sonst nie veröffentlicht worden wären. Dadurch sollen andere Darstellungen über den Maharishi-Kult ergänzt werden. Diese Arbeiten befassen sich mit den Inhalten, die von Maharishi verbreitet werden, aber auch dem Druck und den Problemen, die eine Mitgliedschaft bewirken können.
Die AGPF definiert den Maharishi-Kult als einen Destruktiven Kult, weil seine Praktiken persönliche und familiäre Bindungen und letzlich die Persönlichkeit selbst zerstören können, und seine Anhänger ihren Guru gottähnlich oder als Gott kultisch verehren.
Von den möglicherweise zerstörerischen Praktiken soll hier nicht die Rede sein. Erwähnt sei, daß diese auch dazu führen, daß manche der Anhänger praktisch ohne Gehalt arbeiten und so auch die Lohnnebenkosten und Sozialabgaben wegfallen. Davon wird hier im Ansatz die Rede sein.
Denn hier geht es im ersten Teil um die wirtschaftlichen Aktivitäten eines solchen Kultes, die zum einen eben auf der erwähnten Kostensituation -Traum jedes Unternehmers- beruhen und andererseits auf dem Glauben der Anhänger, daß ihre "Lehre" praktisch alles zu bewirken mag.
So besehen, ist diese Arbeit auch nur ein Beispiel für andere Sekten, die ähnliche Aktivitäten entwickeln.
Dieser Arbeit erhebt keinerlei Anspruch
auf Vollständigkeit oder Aktualität, weil dies schlicht unmöglich
wäre. Viele der hier vorgestellten Firmen gibt es nicht mehr.
Aber sie belegen einen Teil der zeitweiligen Aktivitäten und Träume
der Anhänger.
Handelsregister Düsseldorf HRB
15034 (Anlage 1)
Stammkapital: 100.000.-- DM
Anteilseigner mit je 14.300.-- DM
u.a.:
Hanspeter Ritterstaedt
Dr. Heinrich Röder
Anand Shirivastava, Indien, ein
Neffe des Maharishi Mahesh Yogi alias Mahesh Prasad Warma
Sämtliche Anteilseigner sind Funktionäre des Kultes.
Gegenstand des Unternehmens:
Der Erwerb und das Halten von Beteiligungen
aller Art, insbesondere Fertigungsbetrieben.
Gewinnberechtigtsind nur die Anteile
der zwei Inder und des Schweizers Marco Stiefel.
Büroanschrift: unbekannt
I.2 AMRITA NATURPRODUKTE GMBH
Handelsregister 5140 Erkelenz HRB
0683 Ersteintrag 28.4.88
Sitz in 5144 Wegberg
Gegenstand des Unternehmens:
"Herstellung und die Verarbeitung
sowie der Handel mit Naturprodukten aller Art, insbesondere Kosmetika,
Körperpflegemittel, Gewürze, Nahrungsmittel, Edelsteinen, Naturfasern,
Stoffenund Produkten technischer Herkunft".
I.3 SIDHA Gesellschaft für Entwicklung, Produktion und Handel mbH
Handelsregister Osnabrück HRB
0769 - (Anlage 2)
Stammkapital: 100.000.-- DM
Gesellschafter u.a.:
Hanspeter Ritterstaedt
Dr. Heinrich Röder
Anand Shirivastava, Indien
Marco Stiefel, Schweiz
Gegenstand des Unternehmens laut Handelsregister:
Entwicklung neuer Produkte und Verfahrenstechniken,
Fertigung von Produkten, Erbringung von Dienstleistungen, sowie Handel
mit Produkten, insbesondere in folgenden Bereichen:
Maschinenbau, Elektrotechnik, Keramik,
Kunststoffverarbeitung, Landwirtschaft, Textilwirtschaft, Bauwirtschaft,
Kunsthandwerk sowie elektronische Datenverarbeitung und Unternehmensberatung.
Beispiele dieser Tätigkeit:
SIDHA UNTERNEHMENSBERATUNG - Datentechnik-Software-Managementseminare
Vertreten in: Paris, London, Köln,
München, Zürich, Rom, Freetown, Johannesburg, Delhi, Singapur,
Jacarta, Tokyo, Hong Kong, Manila, Sydney, Wellington, Vancouver, Montreal,
New York, San Fransisco, Los Angeles, Caracas, Bogota, Rio de Janeiro.
Anzeige in der Zeitung Computer-Woche
8/83 - (Anlage 3)
Angebot von Computer-Programmen
durch Schreiben v. 3.3.84 -
(Anlage 4)
mit Produktbeschreibung -
(Anlage 5)
und Bestellkarte
(Anlage 6)
SIDHA - Sorbilite-Verfahren: Einschweißen
von Papieren und Gegenständen in Klarsicht-Kunststoff - (Anlage
7)
I.4. SIDHA Corporation International
Ort der Eintragung und Rechtsform
sowie Kapital unbekannt.
In der Bundesrepublik vertreten
durch:
Sidha Couture, Am Berg 2 - D 4516
Bissendorf Tel. 05402-8023
Laut Prospekt für die "Kollektion
1981" - (Anlage 8)
dort auch Ausstellungsräume.
Firmensitz identisch mit Akademie
Schledehausen.
I.5 SIDHA Corporation International Deutschland
Ort der Eintragung, Rechtsform und
Kapital unbekannt.
Hat ihre "Kollektion aus feinsten
Seidenkleidern" laut Prospekt
(Anlage 9)
auf folgenden Textilmessen angeboten:
Münchner Modetage
IGEDO, Düsseldorf
Berliner Interchic
Ein Unternehmensbereich der ALPHA
- Fertigungs-GmbH Metall-Elektronik-Holz-Textilien"
Anschrift: Residenz Rheingold, Uferstr.
29 - 5000 Köln 50
I.6 ALPHA Fertigungs GmbH Metall-Elektronik-Holz
Ort der Eintragung: Unbekannt
Laut Gesellschaftsvertrag -
(Anlage 10)
beträgt das Gesellschaftskapital
1 Million DM
Gesellschafter:Hanspeter Ritterstaedt
mit 1.000.-- DM
AEM Produktion Holding 999.000.--
DM
Geschäftsführer u.a.:
Hanspeter Ritterstaedt
Dr. Heinrich Röder
Anand Shirivastava
Marco Stiefel
Laut Gesellschaftsvertrag soll Düsseldorf
Sitz der Gesellschaft sein. Bis Mai 1985 war diese im dortigen Handelsregister
jedoch nicht eingetragen (Anlage 11)
I.7 MERU PRESS Druckerei GmbH
Handelsregister Lörrach HRB
687 (Anlage 12)
Stammkapital 20.000.-- DM
Anteilseigner:
a) Internationaler Verein
für die Förderung der Wissenschaft der Kreativen Intelligenz,
Schweiz
b) IMS - Internationale Meditationsgesellschaft
Deutscher Verband, Düsseldorf
c) Students International
Meditations Society, Deutscher Verband e.V. Köln
d) Stiftungsfonds für
die Wissenschaft der Kreativen Intelligenz Deutscher Verband
e.V. Hamburg
Erster Gesamtprokurist: Hanspeter
Ritterstaedt
Gegenstand des Unternehmens:
Die Förderung der Wissenschaft
der kreativen Intelligenz nach ihrem Begründer Maharishi Mahesh Yogi
sowie ihres praktischen Aspektes, der Technik der Transzendentalen Meditation.
Der Satzungszweck wird verwirklicht
insbesondere durch die Herstellung und Verbreitung von Druckschriften als
Informations- und Werbematerial...
Die Gesellschaft ist selbstlos tätig,
sie verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.
Nach vorliegenden Informationen
stellt die Firma sämtliche Drucksachen für den gesamten Maharishi-Kult
in der Bundesrepublik her.
Unter Verstoß gegen das Landesgesetz
wird auf diesen Drucksachen niemals die Druckerei angegeben.
Im März 1983 waren 31 Personen
unter der Firmenanschrift auch melderechtlich gemeldet (Anlage
13).
Nach einer Information der AOK
(Anlage 14)
von 1982 beschäftigte die Firma
"nacheinander einige 100 jüngere, männliche Mitarbeiter".
Nach derselben Mitteilung weigert
sich die Firma seit 1979, Sozialabgaben abzuführen. Dort werde nicht
Arbeit geleistet, sondern Meditation.
Laut Mitteilung des Sozialgerichts
Freiburg vom 17.3.85 und des Landessozialgerichts Stuttgart vom 23.5.85
ist das Verfahren bis heute nicht abgeschlossen (Anlage
15).
I.8 Verlag des Zeitalters der Erleuchtung GmbH
Handelsregister Lörrach HRB
843 (Anlage 16)
Stammkapital: 20.000.-- DM
Gesellschafter mit 19.000.-- DM:
IMS - Internationale Meditationsgesellschaft
Deutscher Verband, Düsseldorf
Geschäftsführer: Hanspeter
Ritterstaedt
Gegenstand des Unternehmens:
Die Gesellschaft verfolgt ausschließlich
und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnittes "Steuerbegünstigte
Zwecke" der Abgabenordnung.
Zweck der Gesellschaft ist die Förderung
der Wissenschaft der kreativen Intelligenz nach ihrem Begründer...
Laut Gewerbeanmeldung
(Anlage 17)
kein Gewerbebetrieb, sondern Organisation
ohne Erwerbscharakter.
Durch die Förderung (Herstellung
und Verbreitung von Lehr-, Unterrichts-, Informations- und Werbematerial)
der Wissenschaft der Kreativen Intelligenz (WKI) und deren praktische Aspekte,
die Technik der Transzendentalen Meditation (TM) und das Sidhi-Programm,
wird ermöglicht, daß mindestens 1% ("Maharishi-Effekt") der
Bevölkerung am Programm der Transzendentalen Meditation teilnimmt.
Dadurch ist die Verwirklichung der idealen Gesellschaft sichergestellt.
Ebenfalls laut Gewerbeanmeldung
sind "alle Mitarbeiter ehrenamtlich tätig".
Es sind keine Verlagsprodukte bekannt,
welche des presserechtlich erforderlichen Hinweis auf den VERLAG FÜR
DAS ZEITALTER DER ERLEUCHTUNG enthalten.
I.9 TM-Media-SERVICE GMBH HAMBURG
Handelsregister AG Hamburg HRB 38991
Ersteintrag 14.12.87
Werbung in einem Anzeigenblatt:
"50% WENIGER KRANK
NEUER DURCHBRUCH IM GESUNDHEITSWESEN
DURCH TRANSZENDENTALE MEDITATION
TEILHABER: DER STEUERBERATER HORST
RAINER WITT, BERLIN
vgl. unten "Entwicklunghilfe
e.V."
Witt hatte mit diesem Verein praktisch
eine Spendenwaschanlage für den Maharishi-Kult installiert. In einem
Schriftsatz an das OVG Münster vom 1.10.85 hat der Kult den Steuerbetrug
praktisch zugegeben. Dort heißt es, der Verein trage "teilweise die
Lebenshaltungskosten von Teilnehmern dieses speziellen Sidhi-Kurses" (vgl.
auch AGPF AKTUELL II/88 Seite 4).
I.10 IMS Internationale Meditationsgesellschaft Deutscher Verband e.V.
früher: SRM Internationale Meditationsgesellschaft
Deutscher Verband e.V.
Vereinsregister
1. Vorsitzender: Hanspeter
Ritterstaedt (Lt. § 9 "Präsident")
Der Verein "vollzieht ... die Richtlinien der übergeordneten internationalen Organisation der SRM" - § 3 Abs. 1 der Satzung
Der Verein "erläßt ... Richtlinien für alle nachgeordneten Organisationen und ihm angeschlossenen Vereinigungen..."
Der Verein "übernimmt die Durchführung von Aufgaben informativer und publizistischer Art, soweit sie von übergeordneter Bedeutung sind".
1. Vorsitzender des Vereins kann nur sein, wessen Eignung vor der Wahl vom jeweiligen Präsidenten der übergeordneten Internationalen SRM-Organisation oder dessen Nachfolger oder Beauftragtem festgestellt wurde (§ 10 Abs. 3 der Satzung).
Der Präsidialrat (§ 12 der Satzung) "besteht aus den Ehrenmitgliedern und den in der BRD tätigen Lehrern der TM, deren Lehrereigenschaft durch die Assocatiation internationale pour le Mouvement de regenartion spirituelle in Genf oder ihrer Nachfolgeorganisation schriftlich bescheinigt sein muß".
In der Mitgliederversammlung 1979
wurden die Vorsitzenden folgender Vereine zu Ehrenmitgliedern der IMS gewählt:
SRM
SIMS
SWKI (Anlage 17 )
(Protokollauszug S. 174 der
Registerakten)
I.11 S. R. M.
SRM ist die Abkürzung für
SPIRITUAL REGENERATION MOUVEMENT.
Sie wird von verschiedenen Organisationen
bzw. Firmen verwendet:
1. SRM Internationale Meditationsgesellschaft
Deutscher Verband e.V.
Gegründet am 6.7.63 im Autobahnrasthaus
Kassel.
1. Name: Deutscher Verband Geistiger
Erneuerungsbewegung.
Gründungsmitglied u.a.: Graf
Nikolaus Blücher
Stellv. Vorsitzender: Hanspeter
Ritterstaedt (Anlage 19)
Sitz: München
Namensänderung 1967
Vereinsregister München 389
N2 und 6571 (Anlage 20)
1972 Sitzverlegung nach Frankfurt
VR 6214
2. International SRM Publications
Verleger des Buches
"Die Wissenschaft vom Sein und
die Kunst des Lebens"
Übersetzung 1967 von Nikolaus
Graf Blüchner (Anlage 21)
3. SRM Internationale Meditationsgesellschaft
Landesverband Bremen e.V.
Vereinsregister Bremen VR 2811
(Anlage 22)
I.12 S.I.M.S. - STUDENTS INTERNATIONAL
MEDITATION SOCIETY
DEUTSCHER VERBAND e.V.
Vereinsregister Düsseldorf VR
5426 (Anlage 23)
Beansprucht Gemeinnützigkeit.
Gründung 1968.
Satzungsauszug:
§ 3 Tätigkeit des Vereins
1. Um seine Aufgaben zu erfüllen,
vollzieht der Verein die Richtlinien der internationalen SIMS-Organisation
...
2. errichtet und unterhält
der Verein in allen größeren deutschen Städten Lehr- und
Forschungsinstitute für die WKI - im folgenden "Weltplancenter" (WPC)
genannt, die für die Durchführung der Vereinsaufgaben in einem
Gebiet mit ca. 1 Million Einwohner regional zuständig sind;
§ 8 Die SIMS als Universitäts-
oder Hochschulgruppe
1. Innerhalb der WPC können
sich SIMS-Mitglieder, die Studenten der selben Universität oder Hochschule
sind, zu einer studentischen Verbindung zusammenschließen und an
der Universität oder Hochschule eintragen lassen.
Wie bei einer solchen Eintragung vorzugehen ist, erläutert das Ministerium für Erziehung und Erleuchtung (Anlage 24)
Vorläufer der SIMS waren die
AMS-ACADEMIC MEDITATION SOCIETY - Akademische Meditations Gemeinschaft.
Die AMS in Köln wurde am 15.5.68 gegründet.
1. Vorsitzender: Gerd Hegendörfer
2. Vorsitzender: Peter Hübner
(Anlage 25)
Gerd Hegendörfer war auch "Direktor"
des Vereins
AMS - Akademische Meditationsgemeinschaft
Deutscher Verband e.V.
mit unbekanntem Sitz, aus dem am
27.12.68 die SIMS hervorging.
(Anlage 26)
Gerd Hegendörfer ist seither
Vorsitzender der SIMS.
1973 wurde in der Mitgliederversammlung
der Antrag gestellt, "Die SIMS möge eventuelle finanzielle Überschüsse
der neugegründeten WYMS zur Verfügung stellen. Der Antrag wurde
einstimmig abgelehnt.
1976 verfügte der Verein über
ein Vermögen von über 822.000.- DM.
Darunter:
Gewinnanteil IMS e.V. 84.415,67
Verrech. Konto IMS e.V. 70.415,67
Darlehen MIU-Press 357.978,80
Rückstellungen 146.114,00
1976 erzielte der Verein außerdem
folgendes Ergebnis:
Einnahmen 665.262,35
Ausgaben 580.846,69
Gewinn 84.415,69
DM
Üblicherweise weisen Vereine,
welche die Gemeinnützigkeit beanspruchen, keinerlei Gewinn aus. Noch
ungewöhnlicher ist es, daß außer dem Gewinn auch noch
Rücklagen und Kredite vorhanden sind.
Unter den Einnahmen nehmen die Aufnahmegebühren
einen besonderen Rang ein: 558.428,85 DM.
Mitgliedsbeiträge hingegen
erbrachten nur 5.470.-- DM. Bei einem Mitgliedsbeitrag von 20.-- DM errechnen
sich daraus 273 Mitglieder. Die Höhe der Aufnahmegebühren steht
dazu in einem auffälligen Mißverhältnis. Besonders, weil
der Verein "STUDENTS INTERNATIONAL" heißt.
(Protokoll der Rechnungsprüfung
1976) 48<
I.13 S.W.K.I. - Stiftungsfond für die Wissenschaft der kreativen Intelligenz e.V.
Vereinsregister Hamburg VR 8173
(Anlage 28)
Der Verein beansprucht die Gemeinnützigkeit.
"Präsident": Hans Grossfuss
Ursprünglicher Name des Vereins:
"Stiftungsfond Schöpferische
Intelligenz e.V."
Mit Vorstandsrundschreiben v. 3.2.75
(Anlage 29)
wird mitgeteilt: "Wie Ihnen
sicher schon bekannt, hat Maharishi entschieden, daß der Ausdruck
'schöpferisch' durch 'kreativ' ersetzt werden soll. Dies hat für
uns eine Namensänderung und damit auch eine Satzungsänderung
zur Folge.
Unsere Organisation soll künftig
folgenden Namen tragen:
SWKI Stiftungsfonds für die
Wissenschaft der kreativen Intelligenz.
Zur Satzungsänderung muß
dem Amtsgericht ein Beschluß des Vorstandes vorgelegt werden. Wir
bitten daher, Ihr Einverständnis oder gegebenenfalls auch einen anderen
Vorschlag auf diesem Rundschreiben zu vermerken und es uns zurückzureichen.
unleserlich
JAI GURU DEV"
Das Rundschreiben trägt bereits
den neuen Vereinsnamen mit einem neuen SWKI-Signet.
Mit Schreiben vom 21.5.75 - ebenfalls
bereits auf neuem Briefpapier - werden schließlich auch die "Gründungsmitglieder
und aktiven Mitarbeiter" zu einer Mitgliederversammlung eingeladen, in
welcher die längst vollzogene Änderung legitimiert werden soll.
(Anlage 30)
Die Satzung kennt lediglich ordentliche und fördernde Mitglieder sowie Ehrenmitglieder.
Mit Schreiben vom 31.7.77 teil SWKI-Deutsche
Zentrale mit:
"Der Weltplanverwaltungsrat hat
das Recht, durch schriftliche Mitteilung an den Vorstand des SWKI solche
Beschlüsse mit sofortiger Wirkung abzuändern, die nach seiner
Auffassung den Zielen der Satzung des Vereins zuwiderlaufen oder sie verzögen."
(Anlage 31)
I.14 MAHARISHI UNIVERSITY OF NATURAL LAW
Vereinsregister Koblenz VR 2235
(Anlage 32)
Gründungsmitglied: Hanspeter
Ritterstaedt
Der Verein beansprucht Gemeinnützigkeit.
Abweichend vom Namen des Vereins
("Universität für natürliches Recht") werden auch andere
Bereiche einbezogen:
Erziehung
Gesundheit
Rechtswesen und Ordnung
Industrie und Wirtschaft
Kultur
Regierung
Verteidigung: Erhebung der Nation
in den Zustand der Unbesiegbarkeit durch Erzeugung von Kohärenz im
nationalen Bewußtsein.
I.15 MAHARISHI-KOLLEG FÜR NATURGESETZ
Vereinsregister Stuttgart VR 4008
(Anlage 33)
Der Verein beansprucht Gemeinnützigkeit.
Vereinszweck:
Förderung
-internationaler Gesinnung, der
Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens
-der Jugendpflege und der Jugendfürsorge
-der Bildung, Erziehung und Entfaltung
aller latenten Fähigkeiten jedes Menschen
-toleranten sozialen Verhaltens
-der Wissenschaft
-der Entwicklungshilfe
-der Kunst
-des Weltfriedens
I.16 INSTITUT FÜR NATÜRLICHES RECHT UND ORDNUNG Vereinigung meditierender Juristen in Deutschland e.V.
Vereinsregister Montabaur VR 986
(Anlage 34)
Der Verein beansprucht Gemeinnützigkeit
Der Verein koordiniert, fördert und
veranstaltet ... Forschungsprojekte sowie Ausbildungs- und Fortbildungsprogramme,
in denen das TM- und TM-Sidhi-Programm als technologie des Bewußtseins
eingesetzt wird, insbesondere in folgenden Bereichen:
1. Rehabilitation und Ausbildung
von Strafgefangenen sowie Betreuung entlassener Strafgefangener;
2. Ausbildung und Fortbildung des
Gefängnispersonals;
3. Zusatzausbildung und Fortbildung
der an den rechtswissenschaftlichen Fakultäten lehrenden und lernenden
Personen.
4. Zusatzausbildung von Richtern,
Anwälten, Notaren und sonstigen im Bereich der Justiz tätigen
Personen;
5. Zusatzausbildung und Fortbildung
für Mitglieder der gesetzgebenden Körperschaften;
6. Zusatzausbildung und Fortbildung
der Polizei
7. Verbrechensvorbeugung in kriminalitätsanfälligen
Bevölkerungsgruppen;
8. Generelles Programm zur Verbrechensverhütung;
9. Rehabilitation und Vorbeugung
in Fällen von Alkoholmißbrauch, Drogensucht und ähnlichem
schädlichen Verhalten;
10. Vorbeugung gegen kollektive
Verbrechen wie Krieg, Bürgerkrieg, Völkermord u.ä. Erscheinungen
...
I.17 MERU - MAHARISHI EUROPEAN RESEARCH UNIVERSITY e.V.
Vereinsregister Koblenz VR 2198
(Anlage 35)
Der Verein beansprucht Gemeinnützigkeit
§ 2 Zweck und Ziele
2.4 Die Forschungsgebiete der Maharishi
European Research University:
a). Altern und Unsterblichkeit:
Erforschung von Ursachen von Alterungsprozessen.
Einsatz verschiedener Verfahren,
die dem Alterungsprozess entgegenwirken ...
f) Agrarwirtschaft: Aufdecken von
Ursachen landwirtschaftlicher Krisen wie z.B. Versteppung, Hungersnöte
etc. Deren Vorbeugung durch Verfahren zur Wiederherstellung und Erhaltung
des Gleichgewichts in der Natur.
I.18 Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft der kreativen Intelligenz
Vereinsregister Stuttgart VR 3699
(Anlage 36)
Der Verein beansprucht Gemeinnützigkeit
Zweck des Vereins:
Förderung
-internationaler Gesinnung, der
Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens;
-der öffentlichen Gesundheitspflege
-der Jugendpflege und Jugendfürsorge
...
§ 15 Center-Rat
1. Die Präsidenten bzw. die
Vorsitzenden der örtlichen Organisationen von IMS, MIU/FRSI, SFWKI,
SRM, die TM-Lehrer sind, bilden den Center-Rat des Centers Stuttgart ...
3. Der Center-Rat kann mit einfacher
Mehrheit verlangen, daß Beschlüsse der Mitgliederversammlung,
die mit den Vereinszielen, der Würde und der Tradition der TM sowie
der Lehre und dem Gedankengut der WKI nicht in vollem Einklang stehen,
vorläufig suspendiert werden und von der Mitgliederversammlung neu
zu beschließen sind.
§ 3 Abs. 2: Der Verein ist
an die Weisung der Maharishi University of Natural Law, Mentmore, gebunden
Abs. 3: In seiner Tätigkeit
orientiert sich der Verein an dem in Boppard eingetragenen Verein Maharishi
University of Natural Law e.V.
I.19 VEREINIGUNG DEUTSCHER ÄRZTE ZUR FÖRDERUNG DER GESUNDHEIT DURCH TRANSZENDENTALE MEDITATION
Vereinsregister Düsseldorf VR
5774 (Anlage 37)
Beansprucht Gemeinnützigkeit
Signet: Äskulab-Stab mit Schlange zwischen den Buchstaben T und M
Dieser Verein ist ein wesentliches Instrument der Öffentlichkeitsarbeit und der Verkaufsförderung. Die Erstwerbung durch Plakate enthält in der Regel unten im Plakat den Hinweis:
"Empfohlen durch die Deutsche Ärztegesellschaft
zur Förderung der Gesundheit durch Transzendentale Meditation e.V.
4516 Bissendorf"
(Anlage 38)
(Bissendorf und Schledehausen sind
ein Ort. Alle Adressen in diesem Zusammenhang gehören zum Komplex
Akademie Schledehausen.)
Der Verein betreibt auch PR-Kampagnen, wie etwa den
Offener Brief an den Kanzler der Regierung der Bundesrepublik Deutschland, Herrn Helmut Schmid 30. August 1978
Darin wird daß Mißfallen darüber zum Ausdruck gebracht, daß das Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit Forderungen des Maharishi-Kultes ignoriert hat. Folgerung:
"Diese Situation erfordert unseres
Erachtens:
-ein baldiges persönliches
Gespräch mit Ihnen, hochverehrter Herr Bundeskanzler, da Sie uns für
Ihre unbürokratische Aufgeschlossenheit bekannt sind;
-Beauftragung eines kompetenten
Gremiums, das unsere Vorschläge prüft und praktische Schritte
einleitet;
-sofortige Unterstützung des
in Hamburg angelaufenen Forschunsprojektes zur Verwirklichung einer idealen
Gesellschaft durch das Programm der Transzendentalen Meditation ..."
(Anlage 39)
Im Protokoll der Vorstandssitzung
vom 29.9.80 (Anlage 40)
wurde ein Beschluß notiert,
nach dem die "5 Regeln für gute Gesundheit" aus der Zeitschrift "Weltregierung
aktuell Nr. 2" zu übernehmen. Darin ist u.a. das
"Memorandum an die Bundesregierung
Dem Bundesminister für Jugend,
Familie und Gesundheit Frau Antje Huber, MdB überreicht am 23.8.78"
abgedruckt.
Vollständige Fassung der mit
viel Gold bedruckten Zeitschrift
(Anlage 41)
Dieses Memorandum mit Zusatzerklärung
ist auch noch in anderer Fassung verbreitet worden, wohl weil die "Weltregierung"
nicht für alle Empfänger als seriös galt ...
(Anlage 42)
I.20 IMS INTERNATIONALE MEDITATIONSGESELLSCHAFT e. V.
Registergericht Osnabrück 9
VR 1696 (Anlage 43)
Nicht zu verwechseln mit der IMS
- Deutscher Verband in Düsseldorf.
Der Verein beansprucht Gemeinnützigkeit.
Die Funktion des Vereins besteht überwiegend in der Trägerschaft für die Akademie Schledehausen-Bissingen. Laut Grundbuch Band 22 Blatt 676 handelt es sich dabei um insgesamt rund 45.000 Quadratmeter Grundstücke. Grundbuchauszug in Photokopie vom 23.11.83 (Anlage 44)
Die darin erwähnte Anordung
der Zwangsversteigerung ging mutmaßlich auf rückständige
Steuerschulden zurück. Das Verfahren ist inzwischen anderweitig erledigt.
I.21 MIU - FRSI Forschungsring für Schöpferische Intelligenz
Sitz angeblich in Hannover, dort
im Vereinsregister nicht eingetragen. Lediglich Briefpapier vorhanden
(Anlage 45)
I.22 DEUTSCHE MERU GESELLSCHAFT
Ebenfalls nur Briefkopf vorhanden (Anlage 45)
möglicherweise identisch mit
der Maharishi European Research University
I.23 VEREIN ZUR FÖRDERUNG DER PERSÖNLICHKEIT e.V.
Vereinsregister Köln VR 8344 (Anlage 46)
Einziger Zweck scheint die "Unterstützung" der Einzelfirma "Kölner Lehrinstitut für Persönlichkeitsentfaltung" zu sein. In dessen Prospekt heißt es
Förderkreis: Spenden an den
Verein zur Förderung der Persönlichkeit sind steuerlich absetzbar.
Unseren Förderern sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt"
(Anlage 47)
I.24 KURATORIUM FÜR EINE IDEALE KULTUR UND GESELLSCHAFT
Vereinsregister Königstein VR
680 (Anlage 48)
Präsident: Hanspeter Ritterstaedt
Vize- : Hans Grossfuss
Schriftführer: Dr. Malte Hozzel
Der Verein beansprucht Gemeinnützigkeit.
Gründung: 12.5.83
Eigentlicher Zweck des Vereins:
Erwerb und Betrieb des Ferienhotel
Neckarhöhe in Starzach-Wachendorf. Neben dem Hotel für ca. 10
Mio DM sollten kommunale Grundstücke für weiter ca. 10 Mio DM
sowie ein angrenzendes Feriendorf für ca. 10 Mio DM gekauft werden.
Dort sollte ein "Ideales Dorf" mit bis zu 2.000 Bewohnern betrieben werden.
Nachdem die Stadt den Verkauf verhinderte,
kam ein Mietvertrag zustande mit einer Monatsmiete von 30.500.-- DM.
(Anlage 49)
I.25 WYMS - WORLD YOUTH MOVEMENT FOR THR
SCIENCE OF CREATIVE INTELLIGENCE
Vereinsregister Kassel VR 1223
(Anlage 50)
Beansprucht Gemeinnützigkeit
Präsident seit Gründung:
Peter Hübner alias Peter Hitler
(vgl. Krumbholz S. 72)
Laut § 5 der Satzung ist WYMS
eine internationale Jugendvereinigung.
Heutiger Sitz ist eine Villa in
der Adam-Remmele-Str.3 - 6901 Schönau. Am Haus befindet sich keinerlei
Hinweis darauf, wer dieses benutzt. An der Klingel steht lediglich "Adam-Remmele-Str.
3". Erst eine Auskunft der Post über den Mieter des Postfachs 11 74
gibt Aufschluß (Anlage 51)
Jugendliche sind dort noch nicht
gesichtet worden. Stattdessen erscheinen täglich um die 15 Vertreter
von Firmen aller Branchen, i.d.R. auf Geschäftsführer-Ebene und
verhandeln über Aufträge in teilweise zigfacher Millionenhöhe.
Soweit dabei die WYMS auftritt, wird
ein Briefpapier mit einem Adler im Kopf und Funktionsbeschreibungen unten
verwendet. In normaler Maschinenschrift füllt diese eine ganze Seite.
(Anlage 52)
Der Komplex Schönau ist aber
auch Zentrale für zahlreiche Einzelfirmen und wird deshalb dort abgehandelt.
Die Villa liegt am Ortsrand, ist äußerlich unscheinbar und im Sommer fast völlig zugewachsen. Besucher melden sich an einer Sprechanlage, ein elektrisches Schiebetor öffnet sich und schließt sich sofort nach passieren des Fahrzeuges. Die eigentliche Eingangstür ist zugewachsen, auch Personen müssen das Tor passieren.
Vor der Haustür parkt unter Dach regelmäßig ein roter Rolls-Royce. Daneben weitere schwere Wagen der gehobenen Klasse. Am 9.7.85 landete erstmals ein Hubschrauber neben dem Haus.
(Hubschrauber gehörten seit jeher zur Ausrüstung von Sellisberg in der Schweiz. Neuerdings ist eine Boeing 727 hinzugekommen. Kennzeichen der Boeing: 9 V - WGA)
Entgegen dem äußeren Anschein weist eine von einem Architekten gefertigte Objektbeschreibung als äußerst anspruchsvoll, geräumig und hoch gesichert. (Anlage 53)
Das Gebäude ist in jeder Hinsicht autark und kann bei entsprechender Bevorratung monatelang ohne Außenkontakt existieren. Dafür sind vorhanden:
Eigene Quelle
eigene Kläranlage
absolut sicherer Atombunker, nicht
unter dem Haus, sondern im Berg, mit 18 Räumen und div. Einbauregalen,
Duschen, WC, Liegen.
2 Kühlräume mit 2 Kühlaggregaten
Stromversorgung
Luftfilterungs-, Reinigungs- und
Entgiftungsanlage
automatische Pressluftanlage
20.000 Liter Wasservorräte
diverse Heizöltanks von 15.000
bis 65.000 Liter
1 Schießkeller
1984 wurde eine Groß-Computeranlage
installiert.
Es bestand mindestens ein Telex-Anschluß
- 461469 wyms d
(Anlage 54)
Es wird kolportiert, daß kofferweise Bargeld für das WYMS-Konto und für das Konto Peter Hübner bei der Sparkasse Schönau eingeliefert wird.
Es sollen ständig etwa 15 Personen im Gebäude gelebt haben. Das Gebäude faßt ohne weiteres 80 Personen.
Im Haus befand sich eine Druckerei. Da die Maschinen nicht zu hören sind, ist zu vermuten, daß diese im Bunker installiert ist.
Das Anwesen wurde inzwischen fluchtartig
verlassen, möglicherweise im Zusammenhang mit einer zweiten Hausdurchsuchung,
welche die Staatsanwaltschaft dort durchführen ließ.
II.2 Deutsche Kulturstiftung
Die "Verfassung" dieser Organisation ist überaus aufwendig produziert. Der Adler - wie bei WYMS - in Gold gedruckt, die Linie darunter rot und gold, der Text blau auf hellblau (Anlage 55)
Auf der letzten Seite heißt es:
Deutsche Kulturstiftung
als Gemeinnützig und besonders
förderungswürdig anerkannt.
Es fehlen nicht nur die presserechtlich erforderlichen Angaben, sondern auch die Anschrift. Lediglich der Sitz wird in § 1 der Satzung mit Heidelberg angegeben. Dort ist aber lediglich das Postfach 10 20 40 angemietet. Erst eine Anfrage bei der Post ergab den tatsächlichen Sitz. (Anlage 56)
Die angebliche Stiftung ist kein eingetragener Verein. (Anlage 57)
Sie ist auch keine gem § 80
BGB genehmigt Stiftung. Das zuständige Regierungspräsidium Karlsruhe
teilt vielmehr mit Schreiben v. 7.5.84 mit, daß "Ein Antrag auf Genehmigung
bei uns zu keiner Zeit gestellt worden ist",
(Anlage 58).
Die "Stiftung" ist also ein juristisches Nullum. Namen sind auch keine in Erfahrung zu bringen und so wird in Gang gesetzt, was es nach deutschem Recht eigentlich nicht geben sollte: Ein juristisches Nullum, gut getarnt und verbarrikadiert und mit offensichtlich großen Mitteln versehen, wird massiv wirtschaftlich und politisch tätig.
Beispiel für diese Tätigkeit:
Offener Brief der Deutschen Kulturstiftung an die Prädidenten von Bundestag und Bundesrat ... (Anlage 59)
Neben absurden Anschuldigungen wird "Klage bei den zuständigen deutschen und internationalen Gerichten offiziell und öffentlich" angekündigt. Kläger sollen sein:
-Freier Deutscher Bürgerverein
-Deutsche Staatsbürgerliche
Vereinigung
-European Foundation of the Free
an Independent Citizens
-World Asoviation of the Free an
Independent Citizens
-Deutscher Verband der freien und
unabhängigen Politiker
-European Council of the Free an
Independent Politicians
-World Association of the Free an
Independent Politicians.
Das Ganze in erstklassigem Druck auf Glanzpapier, oberer Rand gelb, rot, blau, Adler und "Offener Brief" in Gold, dann zwei Zeilen rot, zwei schwarz. Aber keine Anschrift, kein Name, kein Verantwortlicher.
Da die "Stiftung" weder eine Stiftung noch ein eingetragener Verein ist, kann sie auch nicht als gemeinnützig anerkannt werden. Die entsprechende Behauptung auf der letzten Seite der "Verfassung" ist somit falsch.
Weitere Beispiele für die Tätigkeit der "Stiftung":
Schreiben an den Minister für Soziales, Gesundheit und Umwelt des Landes Rheinland-Pfalz vom 1.6.84:
Deutsches Forschungszentrum
Fachinstitut für Grundlagenforschung
Eine freie unabhängige Einrichtung zur kritischen Förderung der Freien Gewissensbildung in allen Bereichen der Gesellschaft.
Unter der Schirmherrschaft der Deutschen Kulturstiftung und ihrer Förderergesellschaften.
Unterschrift unleserlich
Fachbereich 10
Grundlagenforschung im Bereich Jugend
(Anlage 60)
Die Aufzählung der 17 "Fachbereiche"
ist in nicht mehr lesbarer Kleinstschrift gedruckt, die "Hauptfunktionseinheiten"
entsprechen in etwa denen der WYMS.
Entsprechende Schreiben sind auch an andere Ministerien gegangen.
Der auf dem Briefpapier angegebene Telex-Anschluß ist identisch mit dem WYMS-Anschluß.
Mit der Zeitschrift Deutsches Politisches
Forum 6/84 wendet die "Stiftung" sich
An die CDU-CSU-Fraktion im Deutschen
Bundestag
Bezug: Deutsches Kultur-Forum
Auf derselben Seite heißt es wiederum:
"Eine freie unabhängige Körperschaft zur Förderung von Tradition und Fortschritt als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt".
Angeblich "kooperative Herausgeber" dieser Zeitschrift:
-Deutscher Wählerring
-Deutscher Wählerverband
-Deutsche Wählervereinigung
-European Foundation of Electors
-World Association of the Promotots
of Free Elections
Auf S. 10 der Zeitschrift heiß es:
Die Deutsche Wählergemeinschaft bereitet gegen die katholische Kirche, gegen die Parteien CDU und CSU sowie gegen die einzelnen Abgeordneten dieser beiden Parteien eine Klage bei den Verfassungsgerichten vor wegen verfassungsfeindlicher Gesittung, verfassungsfeindlicher Umtriebe sowie wegen Untergrabung und Aushöhlung unserer demokratischen Rechtsordnung.
Auf S. 16 wird eine neue Partei vorgestellt:
Vertreter des Volkes
Die goldene Partei Deutschlands
Eine "goldene Partei" meldet sich auch unter der Telephonnummer 1881, welche auch das "Deutsche Forschungszentrum" in seinem Briefpapier führt.
Aus der Rückseite der Zeitschrift behauptet diese "Goldene Partei":
"Die Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland schuf durch ihre finanzelle Förderung die Voraussetzung für die Praktische Erforschung der menschlich-kosmischen Ausbildungsprogramme unserer deutschen Vorfahren.
Darüber ist der Bundesadler abgedruckt.
Auf den letzten beiden Innenseiten der Zeitschrift werden in Anzeigen unter der Titelzeile
Aar Edition Präsentiert
Bücher angeboten. Autor: Peter Hübner, WYMS-Präsident und im Maharishi-Kult als "Peter Hitler" tituliert (vgl. Krumbholz S. 72).
Der abgebildete Prospekt der Buchreihe "Arbeit, Gott der Deutschen" wird in zwei verschiedenen, aufwendig gedruckten Versionen (Anlage 62) versandt, mit Bestellkarte 2) ve
Auch diese Prospekte enthalten auf der Rückseite wiederum den täuschenden Hinweis auf die angebliche Förderung durch die Bundesregierung.
Am Ende der Prospekte eine Anzeige:
"Sichern Sie sich einen Studienplatz
an der
Fakultät der Arbeit
Fakultät für das Kosmische
Gesetz"
Daneben ein Rundstempel (solche Rundstempel dienen häufig der Vortäuschung eines Amtsstempels):
Modell der freien Volksuniversität Deutscher Kultur
Angeboten wird
Vollstudium * Teilzeitstudium *
Fernstudium *
Unterbringung in eigenen Häusern
(Das Angebot des Fernstudiums ist zweifellos ein Verstoß gegen des Fernunterrichtsschutzgesetz - FernUSG).
Als Herausgeber der Buchreihe ist angegeben:
Modell der freien Volksuniversität
Deutscher Kultur
Fakultät der Arbeit
Als Verlag:
Deutscher Verlag
Mitglied der Aar Edition International
Gruppe
Produktion: Deutsche Produktionsgesellschaft
Mitglied der United Produktions
International Gruppe
Vertrieb: Europäische Buch-
und
Schallplatenvertriebs-Gesellschaft
Mitglied der International Distibutors
Gruppe
Dieselben Angaben sind in den sechs Bänden enthalten, wie immer ohne jede Anschrift.
Am Schluß der Bücher jeweils Werbung für Bücher Peter Hübners und das bereits erwähnte Studienplatz-Angebot. (Anlage 64)
Bevor der Kunde beliefert wird, bekommt
er zunächst eine "Computer-Message" (Anlage 65)
die ebensowenig eine Anschrift enthält,
wie die Rechnung
(Anlage 66).
Der Interessent für einen Studienplatz erhält einen Prospekt:
Unter der Schirmherrschaft der Deutschen
Kulturstiftung
Modell einer freien Volksuniversität
Deutscher Kultur
* Ein realistischer Plan
* Eine notwendige Aufgabe
*Eine phantastische Idee
Ein Traum der deutschen Jugend
wird Wirklichkeit
Die Rückseite enthält wiederum
die Behauptung von der angeblichen Förderung durch die Bundesregierung
der Bundesrepublik (Anlage 67)
Auch die Behauptung "als gemeinnützig
und besonders förderungswürdig anerkannt" findet sich erneut.
Zum Preis von 25.-- DM einschließlich
Mehrwertsteuer
(Anlage 68)
vertreibt die Europäische
Buch- und Schallplattenvertriebsgesellschaft in Buchform ein
Manifest der Fakultät für Arbeit
mit denselben Negativ-Merkmalen
(Anlage 69)
Dort werden weitere Fakultäten
"Freien Volksuniversität" vorgestellt. In Anzeigen wird "Gelegenheit
zur Mitwirkung" angeboten und zwar sowohl in der Aar-Edition, als auch
von der Firma
Enjoy Records
Für die Einspielung der Werke
unserer großen Klassiker
sowie der Firma
United Productions
Für Film- und Fernsehproduktion
Interessenten aus 28 beruflichen Richtungen werden gebeten, Bewerbungsunterlagen beim Postfach der "Stiftung" anzufordern.
Wie bereits erwähnt, geben ständig
Firmenvertreter dort ihre Angebote ab.
Die bisher bekannt gewordenen Planungen summieren sich auf Investitionen von ca. 1,5 Milliarden DM, also 1.500 Millionen DM allein für die Bundesrepublik.
So soll im Frankfurter Raum ein Schulungszentrum mit über 100 Gästezimmern für insgesamt 200 bis 250 Teilnehmern gebaut werden, ein Firmenvertreter - es ging um Investitionen von fast 150 Millionen DM - berichtete:
"Im Oktober ... wurden wir zusammen
mit diversen namhaften Firmen eingeladen, auf eigene Kosten (DM 600,--
für zwei halbe Tage) an einem Kongreß teilzunehmen ...
Bereits bei meinem letzten Besuch
hatte man mit zwei Exemplare der "Verfassung" der Deutschen Kulturstiftung
überreicht. Diese Deutsche Kulturstiftung scheint - zumindest in der
Bundesrepublik - gegenüber der vorher benutzten Bezeichnung der Gruppe
- WYMS - in den Vordergrund zu treten. Vorstand und Mitarbeiter beider
Vereine sind jedoch identisch.
Die Mitglieder der Deutschen Kulturstiftung
bzw. der WYMS treten nach wie vor sehr dezent auf und versuchen, einen
seriösen Eindruck zu machen.
Die wirklichen Ziele der Gesellschaft
sind schwer durchschaubar. Es steht lediglich fest, daß die Gruppe
offensichtlich in der Lage ist, erhebliche Mittel für ihre eigenen
Zwecke zusammenzubekommen. Die Einrichtung des Hauses in Schönau macht
einen durchaus gediegenen Eindruck. Die Herren pflegen nur in Mercedes-Limousinen
der S-Klasse und - neuerdings - Audi 100 CD-Modellen vorzufahren. Alle
Herren treten stets im Dunkelblauen Anzug und passender Clubkrawatte auf.
Herr Tils
hielt mir einen ca. 2-stündigen Vortrag über die Ziele der Deutschen
Kulturstiftung ...
Die Stiftung ist sich voll der
Tatsache bewußt, daß hier teilweise Gedanken aus der Zeit des
3. Reiches hervorgeholt werden, die mit Sicherheit auf Widerstand oder
bestenfalls Mißtrauen stoßen werden ...
Es besteht die Möglichkeit,
Mitglied der Stiftung zu werden, wobei für Einzelpersonen ein Jahresbeitrag
von 108,-- DM aufzubringen ist. Firmen sollen 108,-- DM pro Monat bezahlen
(Die Zahl 108 bedeutet irgendwelche Symbolik, die mir entfallen ist). Es
wurde betont, daß die Zusammenarbeit zwischen deutschen Firmen und
der Stiftung keinesfalls von der Mitgliedschaft abhängig sei. Dies
ist aber letztendlich zu bezweifeln.
Im übrigen besteht nach wie
vor von Seiten der Stiftung bzw. der WYMS der Wunsch, die Geschäftsleitung
kennenzulernen. Man möchte innerhalb der nächsten ca. 2 Wochen
Bescheid darüber haben, ob Herr NN. bereit ist, persönlich ein
Gespräch mit Herren der Kulturstiftung zu führen ( mir ist bekannt,
daß die WYMS mit diesem Prinzip bisher recht guten Erfolg gehabt
hat. Ich erfuhr bei einem Besuch einer anderen Firma, daß von diesem
Unternehmen sogar ein Vorstand extra in die Schweiz gereist war, um sich
dort beim Ober-Guru vorzustellen)".
II.3 DEUTSCHE WELTPLANZENTRALE
Frühere Anschrift: Lützowstr.
6 (Anlage 70)
Diese Anschrift wurde auch von der
IMS benutzt.
Nicht im Vereinsregister eingetragen.
(Anlage 71)
II.4 Weltplancenter
Es gibt - oder gab - ca. 80 Weltplancenter in der Bundesrepublik.
Zumindest zeitweilig erzielten diese bis über 10.000 "Einführungen" im Jahr. Bei einem Preis von 400,-- DM entspricht dies einem Umsatz von 4 Mio DM. die meisten Zentren wurden inzwischen umbenannt. An ihrer Funktion für die Erstwerbung hat sich dadurch nichts geändert.
Die Zentren werden als Einzelfirmen
geführt.
II.5 INTERNATIONAL SRM PUBLICATION
Verleger des Maharishi-Buches "Die
Wissenschaft vom Sein und die Kunst des Lebens". Nicht eingetragen, nicht
auffindbar.
(Anlage
72)
II.6 INTERNATIONALE MEDITATIONSGESELLSCHAFT Stuttgart
Der erste Verein, heute nicht mehr
auffindbar. (Anlage 73)
Mit Rundschreiben v. Mai 84 ("Erster Tausendköpfiger Puja") werden Spenden auf ein Konto dieses Vereins erbeten, die steuerlich abzugsfähig sein sollen. (Anlage 74)
Bei diesem Verein handelt es sich offensichtlich um eine Spendenwaschanlage zur Beschaffung von Spendenquittungen.
Hierzu der Anhang "mutmaßliche
Erschleichung ..." (Anlage 75)
II.8 INSTITUT FÜR VEDISCHE WISSENSCHAFT
Einzelfirma in Bad Soden, wendet
sich an Kurgäste. (Anlage 76)
II.9 AKADEMIE FÜR VEDISCHE WISSENSCHAFT
Stuttgart, kein e.V., wirbt mit Zeitungsanzeigen.
(Anlage 77)
II.10 BÜRGERINITIATIVE ZUR LÖSUNG
DER PROBLEME IN DEUTSCHLAND
Handschriftlich und so den einfachen
Bürger ohne Schreibmaschine vortäuschend - selbst der Briefkopf
ist handgeschrieben - schreibt diese Politiker an, so auch den damaligen
Vorsitzenden der AGPF, den Bundestagsabgeordneten Friedrich Vogel.
Zitat: "In unserem Gespräch
wollen wir uns im wesentlichen auf die neuesten Erkenntnisse der modernen
Physik und deren Anwendung auf kollektive Problemlösung beziehen.
Unsere Bürgerinitiative hat
keine bestimmte politische, weltanschauliche oder religiöse Ausrichtung.
Ich selber bin von Hause aus Gymnasiallehrer
für Chemie und Mathematik und arbeite z.Zt. an einem wissenschaftlichen
Forschungsprojekt."
Sprecher für den Raum Osnabrück:
Wolfgang Kaiser
Am Berg 2 - 4516 Bissendorf 2
Nur an der Adresse kann man erkennen, daß es sich dabei um die technisch hoch gerüstete Akademie Schledehausen handelt.
Eine Telephonnummer ist vorsichtshalber nicht angegeben.
II.11 INITIATIVE ZUR FÖRDERUNG DER FRIEDENSFÄHIGKEIT
Diese bot am 5.5.88 einen "Informationsabend
für Bundestagsabgeordnete" an. Tagungsort: Restaurant Tulpenfeld im
Schatten des Bundestages. Hier wurde erstmals die "Ayurveda-Ganzheitsheilmethode"
als Verfahren gegen AIDS angedient.
Hier sollen nur die Psycho-Dienstleistungen
behandelt werden, nicht der Industrie- und Handelsbereich.
Die sog. Erstwerbung richtet sich an Interessenten, die noch nie mit TM etwas zu tun gehabt haben.
Plakatwerbung:nicht selten werden ganze Straßenzüge plakatiert. Meist erlauben Geschäftsinhaber, die unverfänglichen Plakate in die Schaufenster zu hängen. Typischer Text:
"Ruhe und Tiefenentspannung durch
die Technik der Transzendentalen Meditation Natürlicher Abbau von
Nervosität und Streßfolgen, psychosomtischen Störungen,
Schlaflosigkeit"
(Anlage 78)
Hier liegt meist ein Verstoß gegen das HWG-Heilmittelwerbegesetz vor, da psychosomatische Störungen und Schlaflosigkeit krankhaft sein können. TM wird als "Verfahren" i.S.d. § 3 HWG angeboten.
Handzettelwerbung: Typischer Text:
"Transzendentale Meditation ist eine einfache natürliche und mühelose Technik, die alle vorhandenen geistigen und körperlichen Fähigkeiten voll zur Entfaltung bringt. (Anlage 79)
Zeitungsanzeigen: Typischer Text:
"Über 5000 Jahre Tradition -
die moderne Wissenschaft bestätigt die ganzheitlichen Auswirkungen
einer natürlichen Entspannungstechnik".
(Anlage 80)
oder
"Der Schlüssel zu guter Gesundheit" (Anlage 81)
Wer danach den Einführungskurs absolviert, der wird meist Adressat einer Werbung, die sich nur an solche Initiierten wendet. Zunächst wird meist versucht, ihn in wöchentlichen Centerabenden mit Gruppenmeditation an die Gruppe zu binden.
Die Kunden werden jetzt als
Liebe Meditierende, Sidhas und Gouverneure
angesprochen und damit zugleich die Stufenleiter klargestellt, oder aber einfach mit
Liebe Freunde.
Zahlreiche Veranstaltungen werden angeboten, eine wahre Werbeflut erreicht den "Meditierenden". (Anlage 82)
Die Kursgebühren halten sich im allgemeinen in Grenzen und steigen kaum einmal über 1.000.-- DM. Aber die Neugierde wächst, was es denn mit dem Fliegen auf sich hat.
Das aber wird schon etwas teurer:
6.000.-- DM. (Anlage 83)
Um "Blitzgiro" wird gebeten.
Diese haben somit allein für diese Kurse 30 Millionen DM ausgegeben. Das macht allein für die Kursart einen Jahresumsatz von 10 Millionen DM.
Wer TM-Lehrer werden will, wird rund 10.000.-- DM los und wer es zum Gouverneur bringen will, zahlt ebenfalls 10.000.-- DM (vgl. Krumbholz S. 85)
Teuer war auch der Aufenthalt beim Maharishi in Seeligsberg: Wer für Maharishi arbeitete, ohne dafür zu bezahlen, durfte sich Direktor nennen. Wer arbeitete und noch 50 DM am Tag bezahlte, wurde zum Minister befördert (vgl. Krumbholz S. 84).
Krumbholz schildert (S. 68) "illegale Zusatzeinnahmen in Höhe von rund 100.000.-- DM": Von den 1000 Kursteilnehmern wurde eine Kaution verlangt, für den Fall, daß als Folge der Meditation die Einrichtung demoliert würde. Die Kaution wurde nie zurückgezahlt. Nach deutschem Recht: Unterschlagung.
Ob die Kurspreise kostendeckend sind oder Gewinn abwerfen, läßt sich nur sehr selten nachprüfen.
Das Ferienhotel Wachdorf bietet eine solche Möglichkeit.
Es handelt sich um ein komfortables Hotel auf der Wiese, welches der Maharishi-Kult komplett angemietet hatte.
Dort wurde für die Zeit vom 30.7.83 bis 29.8.85 ein WKI-Kurs angeboten, zum Preis von 1.950.-- DM einschließlich Vollpension (Anlage 85)
Das erscheint billig, aber nur, wenn man nicht weiß, was der Maharishi-Kult für die Zimmer bezahlt:
5.-- DM pro Zimmer und Tag (Anlage 86)
für die 30 Tage also gerade 150.-- DM. Noch einmal 300.-- DM für die Großküchenverpflegung, bleiben rund 1.500.-- DM pro Teilnehmer übrig. Bei angenommenen 150 Teilnehmern - es passen mindestens 500 in das Hotel - sind das bereits
225.000.-- DM Überschuß in einem Monat.
Noch interessanter wird es für
den Maharishi-Kult nach dem 1.10.: Dann kostet ihn das Zimmer nur noch
2.-- DM pro Tag
(Anlage 87)
Im Prospekt heiße es;
"Bitte Bettwäsche mitbringen."
Dazu trägt der Maharishi-Kult vor Gericht (OVG Münster IMS ./. BRD 5 A 1125/84 Schriftsatz v. 1.10.85 S. 44):
"Grund hierfür war, daß das im Ferienhotel Wachendorf bei im übrigen sehr komfortablen Appartements keine Bettwäsche vorhanden war und ... das Kuratorium kein Geld hatte, welche zu kaufen."
Es ist zu fragen - und das wird sicher auch das Finanzamt interessieren - wo das viele Geld geblieben ist.
Immerhin wohl mehrere Millionen pro
Jahr.
Der Maharishi-Konzern legt großen Wert darauf, keine Religion zu verbreiten. Es spricht vielmehr von der Wissenschaft der kreativen Intelligenz (WKI).
Der Begriff der Wissenschaft ist doppeldeutig. Man kann ihn auch als um etwas Wissen verstehen. Es mag durchaus sein, daß dies auch so gemeint ist. Nach außen wird jedoch Wissenschaft mit beweisbar gleichgesetzt.
Der Maharishi-Konzern verfügt über zahlreiche Gutachten, mit denen angeblich die segensreiche Wirkung der Mantra-Meditation bewiesen werden soll. Da soll eine Christa Kniffki die Überlegenheit der TM über das autogene Training nachgewiesen haben. Dazu der Professor, in dessen Institut diese Arbeit begonnen wurde:
"Für einen Wissenschaftler ist so ein Vorgehen schiere Hochstapelei ... Die naiven graphischen Darstellungen, die eine Überlebenheit der TM beweisen sollen, müssen als Fälschungen enttarnt werden."
So manches andere dieser "Gutachten" dürfte von ähnlicher Qualität sein.
Schwer tut sich der Kult beim Beweis des "Fliegens", welches vor Gericht gelegentlich auch als Hüpfen relativiert wird. Dennoch verweist der Kult zum Beweis für die angebliche "Levitation" - also die Überwindung der Schwerkraft durch Geisteskraft, nämlich Meditation - auf "zukünftige, ausgreifte Theorien der Quantenphysik".
Dabei wäre der Beweis der Levitation
ganz einfach zu erbringen: Man setze den "Meditanten" auf eine Waage, die
mit einem Aufzeichnungsgerät verbunden ist, sei es mechanisch oder
elektronisch. Wenn das aufgezeichnete Gewicht auf Null sinkt, ohne daß
zuvor eine entsprechende Gegenkraft aufgezeichnet wurde, ist die "Levitation"
bewiesen (korrekte Versuchsbedingungen mit neutralen Beobachtern vorausgesetzt).
1. Verein zur Förderung der Persönlichkeit, Köln
Einziger Hinweis auf die Existenz dieses Vereins fand sich in einem Prospekt des Kölner Lehrinstitutes für Transzendentale Meditation Center für Persönlichkeitsentfaltung.
Am Ende dieses Pospektes
(Anlage 88)
heißt es:
"Förderkreis: Spenden an den
Verein zur Förderung der Persönlichkeit sind steuerlich absetzbar.
Unseren Förderern sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt."
Der "Verein zur Förderung der Persönlichkeit" ist unter VR 8244 im Kölner Vereinsregister eingetragen und beansprucht Gemeinnützigkeit.
2. Entwicklungshilfe e.V. Berlin
Einziger Hinweis auf die Existenz
dieses Vereins findet sich in einem Prospekt mit der Überschrift "Erster
Tausendköpfiger Purusha Akademie Marienburg 5407 Boppard" mit dem
Betreff: "Neue Purusha-Konten und Spendenbescheinigung": Darin heißt
es:
"In Berlin ist nun von Herrn Steuerberater
Witt und anderen der Verein "Entwicklungshilfe e.V." gegründet
worden, dessen gemeinnützige Zwecke vom Finanzamt anerkannt wurden
und der daher berechtigt ist, Spendenbescheinigungen auszustellen...
Bitte verwenden Sie dieses Konto
nur dann, wenn Sie unbedingt eine Spendenbescheinigung benötigen."
Dazu teilt der Maharishi-Kult in seinem Verfahren vor dem OVG Münster gegen die Bundesrepublik mit Schriftsatz v. 1.10.85 mit:
"Der Verein Entwicklungshilfe e.V. ist zur Unterstützung dieses Purusha-Kurses als Privatinitiative gegründet und beim Vereinsregister Berlin unter der Register-Nummer 7471 am 1.Nov. 1983 eingetragen worden ... Er verfolgt u.a. mildtätige Zwecke und trägt in diesem Rahmen teilweise die Lebenshaltungskosten von Teilnehmern dieses speziellen Sidhi-Kurses."
Das Tragen der Lebenshaltungskosten von Kursteilnehmern kann wohl kaum als "mildtätige Zwecke" angesehen werden.
Das war den Verfassern des bereits zitierten Prospektes auch durchaus bewußt, denn dort heißt es:
"Da Spenden an diesen Verein keine Zweckbindung für bestimmte Personen enthalten dürfen, darf auf der Überweisung kein Name eines Stipendiaten angegeben werden."
Mit anderen Worten: Die Verwendung der Spenden für Lebenshaltungskosten von "Stipendiaten" ist zweckwidrig und beinhaltet eine Steuerhinterziehung.
Der Verein wurde am 8.9.83 im Büro des Steuerberaters Horst-Rainer Witt in Berlin gegründet. Er beansprucht Gemeinnützigkeit.
Der Verein ist beim Amtsgericht Charlottenburg unter der Nr. VR 7471 eingetragen. Die Satzung enthält keinerlei direkten Hinweis darauf, daß mit "Entwicklungshilfe" nicht Hilfe für Bewohner der Dritten Welt gemeint sein könnte, sondern Hilfe für deutsche Anhänger des Maharishi bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit. Indirekt ist dies aber einem Passus der Präambel der Satzung zu entnehmen.
"So kann u.a. aus der Not der nicht nur in den sog. Entwicklungsländern sondern in zunehmendem Maße auch in den westlichen Industrienationen anzutreffende Arbeitslosigkeit eine Tugend gemacht werden, indem unterstützungsbedürftige Personen ohne Arbeitsplatz, Unterkunft, Verpflegung, eine Aus- bzw. Weiterbildung erhalten und dabei gleichzeitig ein Bestes für die Gesellschaft und die einzelnen Teilnehmer bewirkt.
Die Gründungsmitglieder sind überzeugt, daß solchermaßen zusammenlebende Gruppen, so sie eine gewissen Kohärenz in sich zu schaffen vermögen, gewaltige Veränderungen in der Gesamtgesellschaft bewirken können und damit allen Bereichen einer Nation zu höchster Blüte verhelfen werden."
Das verräterische Wort "Kohärenz" wurde handschriftlich mit der Erläuterung "Zusammenhänge" versehen.
Im Klartext: Die Dauer-Meditation zusammenlebender Maharishi-Anhänger soll mit Spenden finanziert und damit vom Steuerzahler subventioniert werden.
"Arbeitslos" ist in diesem Zusammenhang wohl auch jeder Mitarbeiter des Maharishi-Konzerns. Denn für die Mitarbeiter der Druckerei Meru Press will er keine Sozialabgaben bezahlen. Begründung: Dort werde nicht gearbeitet, sondern meditiert.
Es wird zu überprüfen sein,
ob sich auch die Arbeitsämter an der Finanzierung des Lebensunterhaltes
dieser "Arbeitslosen" beteiligen.
WELTREGIERUNG AKTUELL.
Jeweiliger Titelheld: "Seine Heiligkeit" Mahash Prasad Warma alias Maharishi Mahesh Yogi. Vorherrschende Farbe der auch über Kioske vertriebenen Schrift: Gold, das an den Fingern kleben blieb. Angebliche Auflage der Nr. 1 (später wurden keine Zahlen mehr genannt): 120.000 Stück. Bei einem Stückpreis von 4.-- DM hatte man also pro Ausgabe fast eine halbe Million DM Umsatz, übers Jahr 6 Millionen erwartet. Es ging diesem Maharishi-Projekt wie so vielen davor und danach: Nach Nummer 4 wurde es eingestellt. Vorsorglich wurden die Hefte ohne Datum gelassen: Sie sind noch heute erhältlich.
In der Nr. 1 wird zunächst die Weltregierung des Zeitalters der Erleuchtung vorgestellt, ansässig in der Intrnationalen Residenz des Zeitalters der Erleuchtung in Seelisberg, Schweiz.
Sieben Ministerien werden vorgestellt, darunter ein Ministerium für Gesundheit und unsterblichkeit. Das Ministerium für Festlichkeiten und Erfüllung ist gleich mit zwei Ministern besetzt.
Als Titelstory wird Unbesiegbarkeit für jede Nation angeboten: "Unbesiegbarkeit ist eine zwingende Notwendigkeit unserer Zeit." Hergestellt werden soll diese nicht durch Waffen, sondern durch den Maharishi Effekt: Wenn nur 1 % der Bevölkerung meditiere, so genüge das, die Unbesiegbarkeit herzustellen, aber auch, widrige Winde zu drehen und so Los Angeles Smog zu vertreiben.
Die zweite Story stellt das TM-Sidhi-Programm vor und zeigt in fünf Bildern einen Meditanten, der scheinbar schwerelos dem Photographen entgegen schwebt. Der Preis (6.000.-- DM) wird nicht genannt.
Unter dem Titel Hamburg verwirklicht die ideale Gesellschaft wird ein "Modell für ganz Deutschland".
Unter dem Titel " Eine neue Strategie der Verteidigung" wird Meditation für alle Militärs angedient, was sicher nicht schaden kann, was Meditation nach neuesten Erkenntnissen ist: Auch nicht besser als dösen.
Schließlich wird ein Offener
Brief an den Bundeskanzler abgedruckt, verfaßt von der Vereinigung
Deutscher Ärzte zur Förderung der Gesundheit durch Transzendentale
Meditation. Inhalt: Eine Beschwerde über den Bundesminister für
Jugend, Familie und Gesundheit. Dieser hatte ein TM-"Memorandum" schlicht
ignoriert.
Nachdem offenbar auch der Bundeskanzler nicht reagierte und ein Staatssekretär es gar gewagt hatte, den Maharishi-Kult als Jugendsekte zu bezeichnen, veröffentlichte der Kult eine Gegenschrift:
"Transzendentale Meditation: Entgegnung auf eine Diffamierungskampagne."
Verfasser: Jochen Uebel, Herausgeber der Zeitschrift Trendwende. Dieser fragt: "In wessen Interesse könnte es liegen, die Entwicklung einer gesünderen und mündigeren Gesellschaft in Deutschland zu verhindern?" Die Antwort soll sich jeder selbst geben: Die Regierung.
Uebel weiter: "Man muß sich fragen, ob die personelle Besetzung dieses Ministeriums nicht geändert und Einflüsse von Interessengruppen, wie z.B. der Kirchen, nicht eingedämmt werden sollten."
Nachdem auch Uebels Papier nichts fruchtete, ging der Kult zum Angriff über.
Am 28.4.1980 erhob Rechtsanwalt Dr. Hess aus Koblenz im Namen der IMS, der angeblichen Ärztevereinigung und 10 Weiterer TM-Anhänger Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch den Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit und verlangte außerdem, daß das Gericht in einer einstweiligen Anordnung dem Ministerium untersagen solle,
-die Transzendentale Meditation als Jugendsekte bzw. Jugendreligion zu bezeichnen,Tatsächlich verbot das Oberverwaltungsgericht Münster (5 B 1382/80) dem Ministerium weiterhin von Persönlichkeitszerfall zu reden. Als Jugendsekte darf der Kult weiterhin bezeichnet werden. (Diese Entscheidung betrifft nur das Ministerium. Die AGPF darf selbstverständlich weiterhin behaupten, daß TM Persönlichkeitsveränderungen und Persönlichkeitszerfall bewirken kann und daß dies einer Gehirnwäsche vergleichbar ist.)
-zu behaupten, TM könne zu psychischen Schäden oder einer Persönlichkeitszerstörung führen,
-Informationsmaterial zu versenden, im dem TM als Jugendsekte oder Jugendreligion bezeichnet wird.
Inzwischen hat der Kult den Prozeß in letzter Instanz auf der ganzen Linie verloren. Vgl. IDK II/89.
Ob Demokratie oder nicht, ist Maharishi ohnehin gleich. In einer späteren, millionenteuren und weltweiten Kampagne von Großanzeigen
"Regierungen eingeladen Ihre Probleme zu lösen"
richtet sich Maharishi ausdrücklich an
"Kapitalismus, Kommunismus, Sozialismus, Demokratie oder Diktatur".
Angenommen hat dieses Angebot bisher nur der Diktator Marcos, Präsident der Philippinen. Seither geht es mit dem bergab (vgl. IDK I/85).
-Heilbehandlung
-Gesundheitsvorsorge
-Drogenprophylaxe
-Rehabilitation von Strafgefangenen
-Verteidigung
Zur Durchsetzung dieses Verlangens bedient der Maharishi-Kult sich verschiedener Kanäle:
Wissenschaft:
"Wäre diese Zeit von Philosophie und Religion bestimmt, so würden wir TM mit den Begriffen von Philosophie und Religion verbreiten. Da diese Zeit aber statt dessen von der Wissenschaft bestimmt wird, verbreiten wir TM in der Ausdrucksweise der Wissenschaft." (zitiert nach Krumbholz, Zerstörte Illusionen, S. 33)
Der Begriff Wissenschaft wird von Maharishi zunächst in eher philosophischem Sinne verwendet, so beispielsweise in dem Buch "Die Wissenschaft vom Sein und die Kunst des Lebens", welches neben einigen Ausführungen zur Transzendentalen Meditation vorwiegend vermeintliche Lebenshilfe enthält." (Copyright 1966)
Die Lehrer, der nur aus wenigen Zimmern bestehenden MERU-Universität in der Schweiz, wurden zu Professoren ernannt. Ob dies auch in Deutschland der Fall war, ist unbekannt.
Inzwischen war es gelungen, den herkömmlichen Wissenschaftsbetrieb zu infiltrieren:
1972 gelang es, den Bostoner Kardiologen Herbert Benson für die Transzendentale Meditation zu erwärmen. Bensons Studien brachten zahlreiche Ärzte auf den selben Weg und werden noch heute als Beleg gern zitiert, obwohl Benson längst eine Kehrtwendung vollzogen und eine eigene Entspannungsmethode propagiert hat, in der das Mantra durch das Wort "Eins" oder jedes beliebige selbstgewählte Wort ersetzt wurde. ( Nachweis bei: Rolf Degen: Schein-Heil im Lotussitz? Psychologie heute 6/85, S. 24 ff.)
Lange Zeit blieben diese Arbeiten unwidersprochen und unüberprüft. In der Bundesrepublik gelang es einer gewissen Christa Kniffki an der Universität in Kiel, eine Diplomarbeit unterzubringen, dessen Thema sich auf die Frage beschränkte, ob sich mit Hilfe geläufiger Testuntersuchungen überhaupt irgendwelche Effekte bei gesunden Probanden feststellen lassen, die, lediglich um Eigenerfahrungen zu gewinnen, verschiedene Entspannungsmethoden kennenlernen. Aus der daraus entstandenen Diplomarbeit fertigte Kniffki später eine Publikaion, über die der für die Diplomarbeit zuständige Arzt mit Schreiben vom 20.2.79 schrieb: (Anlage 89)
"Für einen Wissenschaftler ist so ein Vorgehen schlicht Hochstapelei... Die naiven graphischen Darstellungen, die eine Überlegenheit der TM belegen sollen, müssen als Fälschung enttarnt werden."
Die anderen in der Bundesrepublik
gefertigten, angeblich wissenschaftlichen Abhandlungen wurden bisher soweit
ersichtlich von keiner Seite auf ihren wissenschaftlichen Gehalt untersucht.
In der Zwischenzeit wurden allerdings im englischsprachigen Ausland Untersuchungen angestellt, deren Ergebnis der deutsche Wissenschaftsautor Rolf Degen (Psychologie heute, 6/85) folgendermaßen zusammenfaßt:
"Meditation dem Nichtstun und Dösen um keinen Deut überlegen."
Aus den ausgewerteten Arbeiten zieht
der Autor aber durchaus einen weitergehenden Schluß:
"Für ein Verfahren, das seinen
strengen Wirkungsbeweis bislang noch schuldig geblieben ist, zieht die
Meditation aber bisweilen beachtliche Nebenwirkungen nach sich. Gelegentliche
Schwindelgefühle, Entfremdungszustände oder sonstige negative
Empfindungen sind wahrscheinlich jedem Meditierenden schon einmal untergekommen.
Entsprechend vorbelastete Personen können aber sogar psychotische
'ausflippen', einer tiefen Depression oder Angstanfällen erliegen,
wenn nicht sogar Selbstmord begehen."
Schlußfolgerung:
Wenn bisher kein schlüssiger Beweis für die Wirksamkeit der angeblichen Entspannungstechnik erbracht wurde, fehlt es selbstverständlich erst recht an Beweisen für die sich angeblich aus diesen Entspannungszuständen ergebenden weiteren Wirkungen und positiven Zustände auf den einzelnen und die Gesellschaft.
Man könnte somit die gesamte Transzendentale Meditation getrost als Freizeitbeschäftigung ansehen, wenn nicht folgende Aspekte wären:
a) Es sind tatsächlich Fälle von Gesundheitsschädigung und Selbstmord bekannt (wobei selbstverständlich nicht nachweisbar, ob die Beschäftigung mit der TM die eigentliche Wirkung der Schädigung war oder nur der Auslösefaktor für eine latent vorhandene).
b) Der Realitätssinn fortgeschrittener Meditierender wird zweifellos geschädigt. So werden autosuggestive Zustände für wirklich gehalten und vermeintlich wissenschaftlich bewiesen (z.B. das Fliegen).
c) In vielen Fällen werden persönliche und familiäre Bindungen zerstört.
d) Es bestehen weitere Gefahren durch die Auslieferung an eine totalitären Guru.
"Selbst die Lüge eines Erleuchteten
bedeutet für die Unwissenden eine Erleuchtung."
(zitiert nach Krumbholz, S. 16)
Die wissenschaftliche Beweisführung
für die angebliche Wirksamkeit der TM ist für Maharishi die Grundlage
der Forderung, diese TM umfassend auch in Bereichen einzuführen, in
denen die öffentlichen Kassen zu bezahlen hätten. Deshalb wendet
sich Maharishi in zahllosen Aktionen an deren Repräsentanten:
"Die Unterzeichneten... teilen der Deutschen Bundesregierung hiermit ihre ernste Besorgnis über die Lage des Gesundheitswesens in Deutschland mit und empfehlen ihr dringend, sich über neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu unterrichten ... Neueste Verlautbarungen lassen jedoch erkennen, daß Regierung und Behörden dieses Programm noch immer nicht in gebührenem Maße entsprechend ihrer Verantwortung für das Wohl der Nation in Jugendförderung, Erziehung und Bildung, Wirtschaft, Verteidigung und weiteren Bereichen öffentlichen Interesses beachten und einsetzen. In unserer Eigenschaft als Angehörige des Arztberufes bitten wir Sie hiermit, die nachstehenden Punkte zu überprüfen und alle verfügbaren Mittel einzusetzen, sie so schnell wie möglich praktisch zu verwerten."
Dieses Schreiben war an den Minister für Jugend, Familie und Gesundheit gerichtet.
Eine Woche später wandte dieselbe Vereinigung sich mit einem "offenen Brief" vom 30.8.78 an den "hochverehrten Herrn Bundeskanzler". Darin beklagte sich die vermeintliche Ärztevertretung über
"die ausdrückliche Ablehnung des Bundesministeriums für Jugend, Familie und Gesundheit, eine Delegation von Ärzten zur persönlichen Übergabe des Memorandums (vom 23.8.78) zu empfangen ... und ... die Weigerung, einen Verteter des Bundesministeriums zu einer dringlich einberufenen Sondersitzung der Ärztevereinigung zu entsenden."
Zu diesem Zeitpunkt war die vermeintliche Ärztevereinigung als juristische Person noch gar nicht exisent. Laut Gründungsprotokoll wurde sie erst am 22.4.79 gegründet und laut Vereinsregister Düsseldorf (VR 5774) am 28.6.79 ins Vereinsregister eingetragen. Dennoch fordert die vermeintliche Ärztevertretung vom Bundeskanzler:
"Ein baldiges persönliches Gespräch mit Ihnen, hochverehrter Herr Bundeskanzler, da Sie uns für Ihre unbürokratische Aufgeschlossenheit bekannt sind."
Es muß wohl davon ausgegangen werden, daß die kleinste positive Reaktion, und sei es eine Empfangsbestätigung seitens des Bundeskanzlers, weltweit zu Werbezwecken ausgeschlachtet worden wäre.
Der offene Brief an den Bundeskanzler wurde später in der Zeitschrift "Weltregierung aktuell nr. 1" veröffentlicht, die zunächst über Kioske vertrieben wird und die noch heute vom Maharishi-Kult verkauft wird.
In der "Weltregierung Nr. 2" wird das gesamte "Memorandum deutscher Ärzte der Deutschen Bundesregierung überreicht in Bonn am 23.8.78" abgedruckt.
Zu beachten: Während es also zunächst nur ein Memorandum der nicht existenten Vereinigung deutscher Ärzte zur Förderung der Gesundheit durch Transzendentale Meditation war, wurde daraus inzwischen ein "Memorandum deutscher Ärzte". Es wird also ein Memorandum der gesamten deutschen Ärzteschaft vorgetäuscht.
Bereits in der Zeitschrift "Weltregierung Nr. 3" (Herausgeber: Weltregierung des Zeitalters der Erleutung; Ministerium für Information und Inspiration, Seelisberg, Schweiz) wandte sich Maharishi mit einem "zeitgemäßen Rat an die Staatsoberhäupter und Regierungsmitglieder aller Länder". Zunächst solle einmal jede Regierung ein "Ministerium für Bewußtseinsentwicklung" Einrichten und Kontakt mit der Weltregierung des Zeitalters der Erleuchtung aufnehmen.
Nach einigen Jahren Pause wandte sich Maharishi in einer weltweiten Anzeigenkampagne (so beispielsweise eine ganzseitige Anzeige im Stern vom 13.10.83) mit einer "Einladung an alle Regierungen, ihre Probleme zu lösen":
"Jede Regierung ist eingeladen, zur Lösung ihrer Probleme mit der Weltregierung des Zeitalters der Erleuchtung einen Vertrag abzuschließen, wobei die entstehenden Kosten erst zu erstatten sind, wenn das gesetzte Ziel erreicht ist." (Anlage 90)
Ein Regierungschef hat dieses Angebot tatsächlich angenommen: Ferdinand Marcos, Präsident der Philippinen, war soeben in Verdacht geraten, die Ermordung des Oppositionsführers Benigno Aquino veranlaßt zu haben.
Im August 1984 reisten zahlreiche TM-Anhänger auch aus Deutschland nach Manila, um dem bedrängten Präsidenten durch Meditation zu helfen. Zum Dank lud Marcos "800 Experten der Maharishi-Technologie aus 48 Ländern" in seinen Palast Malacanano ein. Dort wurde er als der "Gründervater des Zeitalters der Erleuchtung" gefeiert und es wurde ihm die "Maharishiglocke der Unbesiegbarkeit" überreicht.
Je enthusiastischer die Presseinformationen des Maharishi-Kultes wurden, umso schlechter ging es dem Land und seinem Präsidenten.
Parallel zu diesen erfolglosen Bemühungen
installierte der Maharishi-Kult ein Deutsches Kulturinstitut
in einer konspirativen Villa in
6901 Schönau bei Heidelberg (ohne jedes Türschild). Diese angegliedert
wurde eine
Freie Volksuniversität deutscher Kultur
die ihren Schriften folgenden Hinweis aufdrucken läßt:
"Die Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland schuf durch ihre finanzielle Förderung die Voraussetzung für die praktische Erforschung der menschlich-kosmischen Ausbildungsprogramme unserer Vorfahren."
Hierzu kam eine Partei:
Vertreter des Volkes
Die goldene Partei Deutschlands
und zahllose Firmen, die ein riesiges Investitionsprogramm von mindestens einer Milliarde Umfang projektieren.
Daß all dies durchaus auch
politisch wirken soll, zeigt ein "offener Brief der Deutschen Kulturstiftung
an die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag" (Anlage
91)
in dem von Transzendentaler Meditation
keine Rede ist, wohl aber:
"Etwa 120.000 Bürger unserer Bundesrepublik praktizieren bereits seit längerem unsere alte deutsche Technologie der freien Persönlichkeitsentfaltung. Die natürliche Folge davon ist ein selbständigeres Denken des Bürgers, ein allmähliches Anwachsen des sittlichen Bewußtseins im Volke sowie eine Stärkung der natürlichen Menschenwürde bei den Bürgern."
Auch an "die Präsidenten von Bundestag und Bundesrat" richtet die Deutsche Kulturstiftung einen offenen Brief und beschuldigt den Bundespräsidenten der Verknüpfung seines Amtes mit Völkermord, Plünerung, Verelendung, Leibeigenschaft, Beseitigung der Demokratie usw.
Es wäre wohl verfehlt, in derartigen Hochglanzdrucken vorwiegend Akte der Selbsbestätigung zu sehen. Es ist durchaus anzunehmen, daß all dies ernst gemeint ist, wie auch ein Schreiben vom ebenfalls in der konspirativen Villa ansässigen
Deutsches Forschungszentrum Fachinstitut für Grundlagenforschung
an den Sozialminister eines Bundeslandes und vermutlich an alle Sozialminister (Anlage 92):
"Welches sind die Ziele in der Jugendentwicklung, auf die Sie die Tätigkeit Ihres Ministeriums richten?"
Daß nicht unbedingt sofort erkennbar ist, wer die Urheber dieses Schreibens waren, zeigen zwei Vermerke der Sachbearbeiter im Ministerium:
1. Vermerk: Weltplancenter des Maharishi-Yogi?
2. Vermerk: Ich glaube eher, dahinter
ist Moon.
Drei Wochen später erhielt das Ministerium ein Fernschreiben:
"Wir bitten um Beantwortung unseres Schreibens ... Für eine zügige Erledigung wären wir Ihnen dankbar."
Zehn Tage später ein weiteres Fernschreiben:
"Wir bitten Sie nochmals um Beantwortung unserer Schreiben."
Vierzehn Tage später ein weiteres Fernschreiben:
"Hiermit bitten wir Sie zum dritten Mal um Beantwortung unserer Schreiben."
Vermerk des Ministeriums: "keine Antwort!"
Zusammenfassung:
Es unterliegt keinem Zweifel, daß Maharishi den Begriff "Weltregierung" durchaus sendungsbewußt ernst nimmt, wenn auch nicht in dem Sinne, daß er den Regierungen dieser Welt die Verwaltungsarbeit abnehmen will. Er scheint jedoch durchaus ernsthaft der Meinung zu sein, daß die Regierungen dieser Welt die sogenannte Transzendentale Meditation auf alle Bereiche des öffentlichen Lebens übertragen und dafür letztlich an ihn bezahlen sollen. Wobei er in der bereits zitierten Anzeige im Stern immerhin zugesteht, daß
"die entstehenden Kosten erst zu erstatten sind, wenn das gesetzte Ziel erreicht ist."
Das dürfte allerdings im Falle Manalia Probleme ergeben haben. Denn den Presseinformationen ist zu entnehmen, daß der dortigen Aktion durchaus Erfolg beschieden gewesen sei, während die Öffentlichkeit genau das Gegenteil bemerkt hat.
Auf oberster Regierungsebene ist kaum zu erwarten, daß Maharishi weiterhin Zulauf finden wird.
Auf unterer Verwaltungsebene ist hingegen sehr wohl zu erwarten, daß es dem Maharishi-Kult mit seinen unterschiedlichsten Bezeichnungen gelingen wird, insbesondere Einrichtungen der Heilbehandlung, der Gesundheitsvorsorge, der sozialen Dienste und der Erwachsenenbildung zu unterwandern. Für all dies gibt es Beispiele, ohne daß etwas über die Dunkelziffer gesagt werden kann. Den Leitern oder Abteilungsleitern der Volkshochschulen beispielsweise dürfte weitgehend unbekannt sein, was sich hinter dem Begriff der Transzendentalen Meditation verbirgt und eine systematische Aufklärung des in Frage kommenden Fachpersonals hat noch nicht begonnen.
Sehr viel weiter ist die Infiltration bereits in Wirtschaftsunternehmen gediehen.
(im Prozeß IMS ./. BMJFG OVG
Münster Schriftsatz v. 1.10.85 10)
"Die Kläger haben sich entgegen dem Vorbringen der Beklagten auch niemals gegen die Klassifizierung als Weltanschauung gewehrt."Diese Behauptung ist falsch.
Richtig ist, das der Maharishi-Kult in zahlreichen Veröffentlichungen bereits vorbeugend Wert auf die Feststellung gelegt hat, keine Weltanschauung zu sein.
So zum Beispiel:
"Die Transzendentale Meditation ... ist keine Religion oder Weltanschauung, noch ist sie vom Glauben oder dem Lebensstil des Einzelnen abhängig."So Pressesprecher Dr. M. Hozzel in einem Gerichtsverfahren, in dem es um die Nutzung eines Hotels ging, 1983. (Anlage 93 )
"Die Transzendentale Meditation ... ist keine Religion oder Weltanschauung."Als "Wissenswertes zum Programm der TM" vom "Kurtorium für eine ideale Kultur und Gesellschaft e.V. in Gründung" am 18.5.85 dem Gemeinderat von Starzach in derselben Angelegenheit vorgelegt.