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AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit e.V., Bonn

Der Maharishi-Kult in Österreich:
Das Geinberg-Projekt



 
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Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/TM-Geinberg.htm Zuletzt bearbeitet am 4.11.2001

 
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Österreich: Das Geinberg-Projekt

In Geinberg in Österreich, "in der Thermenregion, mitten im Dreieck München - Salzburg - Wien", wird eine Gemeinde nach dem üblichen Muster überrollt.

Seit fast 20 Jahren sind Gemeinden und Bürger immer mal wieder mit derartigen angeblichen Projekten befaßt. Immer wurden große Versprechungen gemacht. In keinem Fall war eine seriöse Planung erkennbar. Meist war weder die Träger der Planungen hinreichend identifizierbar, noch war erkennbar, woher das Geld kommen sollte.
In allen Fällen aber wurden bereits in diesem Stadium trotz fehlender Entscheidungsgrundlage weitreichende Entscheidungen von den Kommunen erwartet.
Dies führte zwangsläufig zu erheblichen Meinungsverschiedenheiten.
Nach diesem Muster scheint auch das Projekt in Geinberg abzulaufen.

Der angebliche oder tatsächliche Initiator und Betreiber Dr. Schachinger wünschte bis Mitte Juni 2001 einen Gemeinderatsbeschluß für die Umwidmung des Grünlandes in Bauland.
Er behauptet allen Ernstes, "dass es sich bei dem Zentrum ausschließlich um ein medizinisches Projekt handle" (unten), obwohl von Anfang an von einem Dorf die Rede war, sowohl in dem "Ansuchen", als auch in der Presse. Außerdem enthält der Plan ein Hotel, "4-Stern-Bereich oder höher", was wenig mit einem "medizinischen Projekt" zu tun hat.

Alles das hat große Ähnlichkeiten mit den bisherigen Projekten, zuletzt dem in Fürstenberg an der Havel.

Im übrigen: Was ist das, ein "medizinisches Projekt"?
Was soll das mit Maharishi-Ayurveda zu tun haben?
Maharishi-Ayurveda darf nicht verwechselt werden mit der in Indien praktizierten traditionellen Medizin. Vgl. dazu: Maharishi-Ayurveda: Etikettenschwindel   =   http://www.AGPF.de/TM-Ayurveda.htm

Nicht ohne Grund wird Maharishi-Ayurveda in der Öffentlichkeit vorwiegend als Wohlfühl-Angebot ("Wellness") vermarktet.
Intern handelt es sich um pure Ideologie.

Alles das sollte eigentlich belanglos ein.
Denn wie üblich liegt offenbar keinerlei Finanzierungskonzept vor.
Im "Ansuchen an die Gemeinde" heißt es lediglich:

"Für die Finanzierung haben wir Zusagen von privaten Investoren.
Selbstverständlich sind wir offen für Finanzierung von öffentlicher Hand und EU-Förderungen"
Bisher wurde im deutschsprachigen Raum kein einziges Projekt auch nur begonnen.
Kein einziger Neubau ist größer als ein Einfamilienhaus, vgl. Maharishis Architektur: "Maharishi-Sthapataya-Veda"
Auch in Europa ist nicht viel mehr vorzuweisen.
Zwei kleine Eigenheim-Siedlungen aus den achtziger Jahren, in Skelmersdale und in Lelystad. In letzterem auch eine Versammlungshalle, wie man sie als auch Fertigbau bestellen kann.
Lelystad wurde als Beispiel für die Belebung der Wirtschaft angeführt, die von einem solchen Maharishi-Projekt ausgehe oder ausgehen könne.
Vor Ort ist davon wenig zu bemerken, vgl. http://www.AGPF.de/TM-Lelystad.htm
Seit einige Befürworter des Fürstenberg-Projekts Lelystad besucht und die Siedlung besichtigt haben, ist von dort nicht mehr viel zu hören.

Tatsache ist hingegen: Nach Maharishis Lehre folgt die Belebung der Wirtschaft automatisch aus der gemeinsamen Meditation der yogischen Flieger. Was angekündigt wird, sind also keine überprüfbaren Prognosen, sondern ideologische Luftschlösser.
 


Das "Ansuchen an die Gemeinde"

Eine "GrobanaIyse" der Vastu Bau GmbH wurde der Gemeinde vorgelegt.
Die Planung soll der Architekt Christian Schweizer vornehmen.
Es liegt eine Gebäudezeichnung vor, die zu jedem beliebigen Vorhaben passen könnte,
vgl. Maharishis Architektur: "Maharishi-Sthapataya-Veda"
Außerdem liegt eine Planskizze vor, deren Herstellung kaum zwei Stunden beansprucht haben dürfte.
 
 

GESUNDHEITSDORF INNVIERTEL 

INITIATOR: Dr.med.Wolfgang Schachinger, Arzt für Allgemeinmedizin Ayurveda-Arzt. Buchautor 

ANSUCHEN AN DIE GEMEINDE 

... Es handelt sich um ein ganzheitliches Konzept von Gesundheitszentrum, Hotelbetrieb, Wohnen und Arbeiten. 

Im Gesundheitszentrum wollen wir die neuesten Naturheilverfahren der Ayur-Veda Medizin anwenden... 
Im Hotelbetrieb planen wir dem exquisiten Gesundheitsangebot der Ayur-Veda Medizin einen qualitativ hochwertigen Rahmen für ca.40 Gäste zu bieten ( 4-Stern-Bereich oder höher) 

Die strukturelle Gestaltung der Gebäude und die Landschaftsplanung werden entsprechend den Gesetzmäßigkeiten der Vedischen Architektur, Maharishi Sthapatya Veda, ausgeführt sein. 

Um eine Atrnosphäre von Wolilbefinden und Gesundheit zu schaffen und unseren Mitarbeitern (für 40 Gäste sind ca.70 Mitarbeiter = Arbeitsstellen zu erwarten) lange Anfahrtswege zu ersparen, möchten wir auch entsprechende Wohnräume für Mitarbeiter durch die Errichtung von einigen Einfamilienhäusern und einem Personalhaus schaffen. Die Arbeitsplätze für die ca. 70 Mitarbeiter werden vor allem im Hotel- und Gesundheitsbereich entstehen. 
Ein Ayur-Veda-Laden, ein Versandgeschäft für Ayur-Vedische Produkte, eine kleine biologische Landwirtschaft mit Kräutergarten, der Sitz der Firma Vastu-Bau GmbH und ein reges Seminarangebot werden zusätzliche Arbeitsplätze anbieten. 

Die Planung wird vorn Architekten Christian Schweizer durchgeführt. 
Für die touristische Projektentwicklung konnten wir die Schweizer Firma Hospitality Management Consulting gewinnen. 
Für die Finanzierung haben wir Zusagen von privaten Investoren. 
Selbstverständlich sind wir offen für Finanzierung von öffentlicher Hand und EU-Förderungen. 
 



Ayurveda-Wellness-Hotel in Geinberg

1. Ausgangslage

HMC Hospitahty Management Consultants AG ist eine in Zug (Schweiz) ansässige, seit 10 Jahren auf die Planung, Beratung und Führung von Restaurants und Hotels spezialisierte Unternehmung. HMC wird geleitet von Armin Henzen, lic.oec.HSG mit Spezialrichtung Hotellerie und Tourismus. 

Die Vastu Bau GmbH ist die Promotorin für die Entwicklung eines Ayurveda-Wellness-Hotels in Geinberg in der Thermenregion Oberösterreich. 
Es wurde vereinbart, in einer ersten Phase folgende Arbeiten durchzuführen: 

  • Standortbesichtigung und Eignungsprüfung
  • Konzeptionelle Grobabklärung
  • Grundsatzentscheid, ob das Projekt als machbar beurteilt werden kann.


Für die Vorabklärungen wurden diverse Checklisten übergeben. 


2. Standortbeurtellung

Damit ein Standort als machbar beurteilt werden kann, muss er folgenden Kriterien genügen: 

  • gute Sichtbarkeit
  • ideale verkehrstechnische Erreichbarkeit
  • verkaufsfördernde und Nachfrage generierende Nachbarschaft
  • Entwicklungsfähigkeit des Grundstückes
Die Mikrolage des Grundstückes ist als gut zu bezeichnen. Die leichte Hanglage hilft dem zukünftigen Gebäude zu einer guten Sichtbarkeit. Das Gelände ist offen, wodurch das Gebäude optimal ausgerichtet werden Kann. Dies ist für die vedische Architektur von besonderer Bedeutung. 

Geinberg ist nicht gerade eine touristische Vorzeigedestination. Vorteilhaft ist jedoch die Lage in der Thermenregion, mitten im Dreieck München - Salzburg - Wien. Die Erreichbarkeit ist genügend. Dieser eher wenig positive Faktor wird kompensiert durch die unmittelbare Nachbarschaft zum Thermenhotel. Auf dem hohen Bekanntheitsgrad dieses Hotels kann aufgebaut werden. Hier sind auch die Synergien bei der zukünftigen Betriebsführung zu nutzen. 

Der Standort ist nicht erstklassig, ist für dieses Konzept jedoch als genügend zu bezeichnen, weil für den zukünftigen Gast nicht die Destination als solche entscheidend ist, sondern die ayurvedische Behandlung an und für sich. 

3. Konzeptionelle Grobabklärung

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Vastu Bau GmbH/HMC/GrobanaIyse/24-04-01 1 



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Ayurveda-Wellness-Hotel in Geinberg
 

Das Projekt ist in seiner Komplexität ganzheitlich fordernd und äusserst anspruchsvoll. Es kann nicht wie ein gewöhnliches Wellness-Hotel entwickelt werden. 

Ayurveda hat in den letzten Jahren in Westeuropa einen grossen Aufschwung erfahren, ist aber in den meisten Hotels, die solche Behandlungen anbieten eher ein modisches Zusatzangebot als ein echtes therapeutisches Element. 

Der Bedarf und die Notwendigkeit einer richtigen therapeutischen Behandlung sind unbestritten. 

Offen sind die folgenden Fragen: 
 

a) In welches Hotelkonzept soll das Ganze eingebettet werden, damit auch ein wirtschaftlicher Erfolg möglich ist? 
Wenn wir das Konzept nicht nur als Klinik puritanisch-spartanisch-nüchtern aufgleisen (geringe Zusatzverkäufe), sondern auch Lebensfreude und Genuss (nicht Exzess) hineinbringen, wird sich der Erfolg einstellen.
b) Welches Zielpublikum soll bei der Therapie angesprochen werden und in welchem Preissegment soll sich der Betrieb Positionieren? 
Wenn immer möglich sollte nicht die Gewinnmaximierung im Vordergrund stehen. Die Therapien sollten nicht nur für das Top Management erschwinglich sein. 
Kann durch des Engagement von indischen Köchen und Therapeuten eine günstigere Kalkulation ermöglicht werden? 
c) Wo ist die ideale Kapazität? 
Soll das Projekt in Etappen realisiert werden? Wenn immer die Nachfrage nach mehr Zimmern vorhanden ist, kann ein Erweiterungsbau realisiert werden. 
Z.B. Zentrumsgebäude in einer ersten Etappe, später die Bungalows. 
d) Wie ist die Anulage zu finanzieren?


Im Hinblick auf das detaillierte Finanzierungskonzept sind folgende erste Gedanken entstanden: 
 

  • Die Vastu Bau GmbH sichert sich als Promotorin das Grundstück,
  • Sie klärt ab, welche Förderungsmittel bezogen werden können.
  • Sie stellt das Grundstück im Rahmen eines Baurechtsvertrages zur Verfügung.


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Vastu Bau GmbH/HMC/GrobanaIyse/24-04-01 2 



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Ayurveda-Wellness-Hotel in Geinberg
 
 

  • Es wird eine lmmobiliengesellschaft (IG) gegründet, an der sich die Vastu Bau GmbH im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten beteiligt.
  • Diese Gesellschaft kann allenfalls auch als Stiftung konzipiert werden
  • Für den Betrieb wird eine Betriebsgesellschaft gegründet, welche einen Mietvertrag mit der lG abschliesst.


4. Grundsatzentscheid

HMC betrachtet dieses Projekt grundsätzlich als machbar. 

Im Hinblick auf einen definitiven lnvestitionsentscheid, sind nun die nächsten Schritte einzuleiten: 

  • Sicherung des Grundstückes.
  • Abklärung der Fördermittel.
  • Bewerberanalyse (Parkschlösschen, Bad Ems, etc.) mit dem Ziel, alle wichtigen betrieblichen Kennzahlen zu erhalten.
  • Finanzierungskonzept.
  • Definition Raumprogramm für die erste Etappe.
  • Wirtschaftlichkeitsrechnung.


HMC steht bei diesen Arbeiten sehr gerne zur Verfügung. 

Zug, Ostern 2001 / Armin Henzen 

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Vastu Bau GmbH/HMC/GrobanaIyse/24-04-01 3 

 


 
 
OÖNachrichten 10.7.2001 
Volksbefragung zu Ayur-Veda
GEINBERG. Ursprünglich wollte der Gemeinderat am vergangenen Donnerstag über den Bau 
eines Ayur-Veda-Zentrums abstimmen, doch daraus wurde nichts. Die Mandatare entschieden sich 
für eine Volksbefragung. Das Ergebnis soll aber nicht maßgebend für die endgültige Entscheidung 
sein. Der Projektbetreiber droht mit Abwanderung. 

OÖNachrichten (Regionalausgabe Innviertel) vom 10. 07. 2001 

Ayur-Veda-Zentrum als "Spaltkeil" 
Gemeindeväter wollen Volk befragen
von Martina Weidenholzer 
GEINBERG. Ursprünglich wollte der Gemeinderat am vergangenen Donnerstag über den Bau eines 
Ayur-Veda-Zentrums in Geinberg abstimmen. Daraus wurde aber nichts. Die Mandatare entschieden sich für eine 
Volksbefragung. 

Offenbar wollen sich die Gemeindeväter nicht die Finger verbrennen. Denn dem Dringlichkeitsantrag von SP und VP 
über eine Volksbefragung zu dem Thema wurde mit knapper Mehrheit stattgegeben. 

Wie die OÖN exklusiv berichteten, möchte der Rieder Allgemeinmediziner Wolfgang Schachinger in Geinberg ein 
Ayur-Veda-Zentrum errichten. Manche in der Gemeinde befürchten aber, dass damit sozusagen übers Hintertürl einer 
Sekte freier Weg gemacht wird - und das, obwohl Sektenexperten Entwarnung geben, dass diese Gefahr nicht drohe. 
Schachinger selbst betonte erst kürzlich anlässlich eines Informationsabends dass es sich bei dem Zentrum 
ausschließlich um ein medizinisches Projekt handle. Er bekannte sich dabei als praktizierender Katholik und wies 
alles "Sektenhafte" weit von sich. Den Gemeinderäten war das offenbar nicht genug. Vergangenen Donnerstag 
entschlossen sie sich für eine Volksbefragung. Das Ergebnis soll aber, so wird es jedenfalls behauptet, nicht 
maßgebend für die endgültige Entscheidung sein. 
"Der Termin für die Befragung wird bei der nächsten Gemeinderatssitzung festgelegt. Über die auf uns zukommenden 
Kosten liegen noch keine Erfahrungswerte vor", meint Bürgermeister Bernhard Schöppl (FP). 
Schachinger ist enttäuscht und verärgert, will aber die Befragung vorerst einmal abwarten. Allerdings denkt der Arzt 
auch daran, einen neuen Standort zu suchen. Die Unterstützung des Landes Oberösterreich für sein Projekt habe er.


 
Neues Volksblatt vom 10.7.01 
Pro und Contra Ayurveda
Fällt Standort Geinberg?
GEINBERG — Der Plan, in Geinberg ein Ayurveda-Zentrum mit fernöstlichen Heilmethoden zu errichten, schlägt hohe Wellen. Der Beschluss des Geinberger Gemeinderates, vor der Umwidmung eines Grundstücks eine Volksbefragung durchzuführen, VOLKSBLATT berichtete, schreckt nun vielleicht Initiator und Betreiber des Zentrums ab. 
Von Berthold Unfried 
Hinter dem 150 Millionen-S-Projekt steht Dr. Wolfgang Schachinger, praktischer Arzt und seit zehn Jahren Betreiber eines Maharishi-Ayurveda-Zentrums in Ried. Sein Plan für Geinberg mit heimischen Investoren: ein 50-Betten-Hotel samt Einrichtungen für Gesundheit und Wellness auf Ayurveda-Basis. Schachinger im Gespräch mit dem VOLKSBLATT: „Ayurveda, auf Indisch „Wissen vom Leben“, ist ein ganzheitliches Gesundheitskonzept. Ja, es steht für eine andere Lebensanschauung, die aber mit der christlichen kompatibel ist. 70 bis 80 Arbeitsplätze würden wir nach Geinberg bringen, kommen doch bei uns auf einen Kurgast eineinhalb Betreuer.“ Der Ayurveda-Arzt und Lehrer transzendentaler Meditation bezeichnet Geinberg als „ein rein medizinisches Projekt“, so wie eben schon sein Rieder „Zentrum für Regeneration“, in dem er viele Geschäftsleute und Stadtpolitiker betreut. Gegen das Projekt laufe eine „Verleumdungs-Kampagne“ mit den wildesten Gerüchten, etwa dass hier ein Sektenzentrum entstehen soll“, so Schachinger. Er baue aber auf die Unterstützung durch das Wirtschaftsressort der Landesregierung. 

Auch der Geinberger Bürgermeister Bernhard Schöppl (F) unterstützt das Projekt, nach „intensiver Information“ und Prüfung sowohl vom Land OÖ -  -  - als auch von Sektenexperten der Diözese Linz. Widerstand kommt vor allem aus kirchlichen Kreisen in Geinberg. Laut Schöppl soll aber mit Schachinger eine „privatrechtliche Vereinbarung“ ausgemacht werden, in der sich die Initiatoren des Projekts ausdrücklich verpflichten, in dem Zentrum „nur Gesundheit und Wellness anzubieten, aber keine Religion und keine Politik“. Für die Realisierung des Projekts brauchte es die Umwidmung eines zwei Hektar großen landwirtschaftlichen Grundstücks für touristische Nutzung. Jetzt, da sich der Gemeinderat am letzten - Donnerstag, wie exklusiv berichtet, mit 10:8 für eine Volksbefragung vor dieser Umwidmung ausgesprochen hat, reagiert Schachinger verärgert. „Ich lasse mich nicht parteipolitisch verheizen“, erklärte er. Der Mediziner vermutet, dass die Befürworter des AyurvedaZentrums aus Fraktionszwang für die Volksbefragung stimmen mussten. 

In der Thermengemeinde nur ein kleines Zentrum zu errichten (auf jenem 2 ha-Grund, der jetzt schon für Tourismuszwecke gewidmet ist), komme für ihn wohl kaum in Frage. Er gebe nicht auf und überlege, das Ayurveda-Zentrum in einer anderen oö. Gemeinde zu errichten. „Da gibt's schon Kontakte und Interessenten“, beteuert Schachinger. Geinberg wäre nach dem 5-Sterne-Hotel Schloss Pichlarn in Irdning/Steiermark das zweite große Ayurveda-Zentrum in Österreich. -  - 


 
 
Neues Volksblatt, 7.7.2001 
Volksbefragung wegen Ayurveda

Geinberg – Ein Ayurveda-Gesundheitsdorf in Geinberg? Über diese in der Innviertler Thermengemeinde heiß diskutierte Frage sollen sich die 930 Wahlberechtigten Geinbergs in einer Volksbefragung äußern. Das beschloss der Gemeinderat am Donnerstag nach einem entsprechenden Dringlichkeitsantrag der ÖVP und SPÖ mit 10 Für- und 8 Gegen-Stimmen (eine Enthaltung; GR-Mandatsstand: 8 VP / 8 FP / 3 SP). Die FP-Fraktion mit Bürgermeister Bernhard Schöppl wollte bei der Sitzung, für die mit etwa 40 Zuhörern viel größeres Interesse herrschte als sonst, die für das vom Rieder Arzt Dr. Wolfgang Schachinger geplante 150 Mill. S-Gesundheitszentrum nötige Umwidmung eines Grundstückes durchziehen. Terminisiert wird die Volksbefragung in der August-Gemeinderatssitzung. ÖVP-Gemeindevorstand Karl Rögl, Mitinitiator der Volksbefragung, zum Volksblatt: "Die Gegner des Zentrums befürchten, dass dieses Ayurveda-Gesundheitsdorf auch eine Akademie des Maharishi-Kultes wird. Sie haben bereits mehr als 100 Unterschriften dagegen gesammelt."


 
Neues Volksblatt, 3.7.2001 
Ayurveda-Plan schlägt in Geinberg hohe Wellen

Geinberg – Der Gemeinderat von Geinberg muss am Donnerstag ein heißes Eisen anfassen und stößt dabei auf großes Interesse der Bevölkerung. Es geht um den umstrittenen Plan des Rieder Arztes Dr. Wolfgang Schachinger, in der Thermenhochburg ein "Ayurveda"-Gesundheitszentrum zu errichten. Im Vorfeld gingen die Wellen bei Informationsveranstaltungen schon sehr hoch, befürchtet wird, dass mit Ayurveda auch ein zentrum des indischen Maharishi-Kults ins Innviertel kommt. 

Das Unbehagen in Geinberg richtet sich freilich nicht gegen Ayurveda, eine ganzheitliche Sicht der Gesundheit mit vielen Anhängern, sondern gibt die Angst wider, hier entstehe ein "Sektenzentrum des destruktiven Maharishi-Kults" (so Gegner vorwiegend aus kirchlichem Kreis). So soll das Ayurveda-Projekt auch schon in anderen Gemeinden der Umgebung, auch in Passau, abgeblitzt sein. In Geinbergs Gemeindestube geht es vorerst um die "touristische Widmung" eines 2 ha großen Grundstücks im Besitz von Graf Moy aus Hallein. Das Areal wäre eine Hälfte des Grundstücks für das 150-Millionen-S-Projekt, das Ayurveda-Arzt Schachinger errichten lassen will, die andere Hälfte ist entsprechend gewidmet. 

"Es ist schwierig für unsere ÖVP, eine Zerreißprobe", erklärt dazu VP-Gemeindevorstand Karl Rögl, "die einen sind aus wirtschaftlicher Sicht dafür, die andern stehen auf der Seite der Gegner. Die F-Fraktion/Bürgermeister Schöppl ist pro, die SP dürfte fast einhellig gegen das Projekt sein."


 
OÖNachrichten 02.07.2001 
Gesundheitszentrum löst bei Kritikern flaues Gefühl aus 
VON MARTINA WEIDENHOLZER 

GEINBERG. In der Thermengemeinde wird seit Wochen heftig diskutiert: Anlass ist ein geplantes Ayur-Veda-Gesundheitszentrum. Manche Geinberger befürchten offenbar, dass ihnen mit dem Zentrum quasi übers Hintertürl eine Sekte in die Gemeinde gesetzt werden könnte. 

An die 150 Interessierte versuchten sich in der Vorwoche bei einer Informationsveranstaltung ein möglichst unverwaschenes Bild zu machen. Hilfestellung leistete ihnen dabei der Rieder Allgemeinmediziner Wolfgang Schachinger, der, wie exklusiv berichtet, das Ayur-Veda-Zentrum verwirklichen möchte. 

Er, Schachinger, habe schon seit Jahren die Vision, über die Schulmedizin hinaus Patienten helfen zu können, ließ der Arzt seine Zuhörer wissen. "Ayur-Veda ist für mich etwas Großes. Das Projekt dient der Gesundheit. Es sollen Kräuterdampfbäder, Massagen, Meditation, die es in jeder Kultur gibt, Joga und eine sehr ausgewogene Küche angeboten werden", war Schachinger sehr um Sachlichkeit bemüht. 

Das Gesundheitszentrum würde, so der Arzt weiter, rund 40 Arbeitsplätze bringen und nach der ayur-vedischen Architektur errichtet werden. Ayur-Veda ist eine uralte Wissenschaft aus der vedischen Hochkultur Indiens, die mehr als 5000 Jahre zurückreicht. Wörtlich übersetzt bedeutet Ayur-Veda "Wissenschaft vom langen Leben". Schachinger hat auch eine "Übersetzung" dafür. Für ihn sei Ayur-Veda "eine leise Medizin für eine laute Zeit". 

Die meisten Zuhörer spendeten dem Arzt viel Applaus. Allerdings gab es auch kritische Stimmen. So warf ihm ein sehr emotionsgeladener Zuhörer vor, ein "hinterlistiges Spiel" zu treiben, weil, wie er betonte, der so genannten transzendentalen Meditation "sektenhaftes, persönlichkeitsveränderndes Verhalten" angelastet werde. 

Schachinger ließ das nicht auf sich sitzen und bekannte sich in seiner Replik umgehend als praktizierender Katholik und wies alles "Sektenhafte" weit von sich. "Das Thema ,Sekte und Religion` stellt sich im gegenständlichen Fall überhaupt nicht. Bei dem, was ich vor habe, handelt es sich ausschließlich um ein medizinisches Projekt." 

Wie es nun tatsächlich weitergehen wird, hängt nicht zuletzt vom kommenden Donnerstag ab. Am 5. Juli wird der Geinberger Gemeinderat zusammentreten und darüber entscheiden, ob der für das Ayur-Veda-Zentrum notwendige Grund umgewidmet wird. 
 

OÖNachrichten vom 02.07.2001 
Emotionen
VON MAX HOFER 

Dass es nicht nur Zustimmung, sondern auch gewisse Vorbehalte gegen das geplante Ayur-Veda-Zentrum in Geinberg (siehe nebenstehenden Bericht) gibt, ist völlig normal. Immerhin handelt es sich ja um eine alte indische Heilform, die hierzulande noch nicht sonderlich verbreitet ist. Sich mit dem Plan öffentlich und kritisch auseinanderzusetzen und dabei auch so heikle Bereiche wie die mögliche Nähe zu einer Sekte nicht auszuklammern, ist daher völlig legitim. 

Allerdings sollte man auf dem Boden der Sachlichkeit bleiben. Wenn selbst Sektenexperten betonen, dass es diesbezüglich bei Ayur-Veda keine Bedenken gebe, müsste das eigentlich reichen, um die Emotionen aus der Diskussion herauszubringen. Sonst redet man etwas zu Tode, was eigentlich noch gar nicht richtig angefangen hat. 


 
OÖNachrichten 2.5.2001 
Thermengemeinde setzt auf fernöstliche Medizin 
VON MARTINA WEIDENHOLZER 
GEINBERG. In Rekordzeit hat die Therme Anklang und Auslastung gefunden. Als neue Attraktion ist nun in Geinberg ein ayur-vedisches Gesundheitszentrum geplant. 

Ayur-Veda heißt die Medizin, die es in Indien schon seit 5000 Jahren gibt und die jetzt im Innviertel Einzug halten soll. 

Geinbergs Bürgermeister Bernhard Schöppl (FP) will sich allerdings erst absichern: "Selbstverständlich muss geprüft werden, inwieweit dieses Projekt überhaupt in die Thermenregion passt. Mit der Landesregierung werden diesbezüglich bereits Gespräche geführt. Auch in Blickrichtung möglicher Förderungen", erklärt Schöppl. 

Geplant soll eine Art Gesundheitsdorf für etwa 40 bis 50 Gäste und ein Hotel sein. 

Der praktische Arzt Wolfgang Schachinger aus Ried, der offenbar der Initiator des Projekts und der Ansprechpartner für die Gemeinde ist, hält sich noch bedeckt: "Solange es keine konkreten Beschlüsse gibt, wäre es voreilig, Details zu nennen. Noch ist schließlich nichts entschieden." 


 
OÖNachrichten 30.4.2001 
Neues Gesundheitszentrum für die Thermengemeinde 
VON MARTINA WEIDENHOLZER 
GEINBERG/RIED. Mit der Therme Geinberg hat die Innviertler Gemeinde schon einen Volltreffer gelandet. Die moderne Anlage wurde bekanntlich in Rekordzeit angenommen und hat eine tolle Auslastung. Nun bahnt sich mit einem Gesundheitszentrum für fernöstliche Medizin eine weitere Attraktion an. 

In Geinberg pfeifen es inzwischen schon die Spatzen von den Dächern, dass auch noch ein ganz besonderes "Gesundheitsdorf" errichtet werden soll - und zwar soll die Ayur-Veda-Medizin Einzug im Innviertel halten. So heißt die uralte Wissenschaft aus der vedischen Hochkultur Indiens, die mehr als 5000 Jahre zurückreicht. Wörtlich übersetzt bedeutet Ayur-Veda "Wissenschaft vom langen Leben". 

Zunächst will sich Geinbergs Bürgermeister Berhard Schöppl (FP) allerdings Gewissheit darüber verschaffen, ob das Projekt auch langlebig wäre: "Selbstverständlich muss geprüft werden, ob das Zentrum überhaupt in die Thermenregion passen würde. Mit der Landesregierung werden diesbezüglich bereits Gespräche geführt. Auch in Blickrichtung möglicher Förderungen. Auch Wirtschaftlichkeitsrechnungen müssen angestellt werden. Auf diese Weise schaffen wir die Entscheidungsgrundlagen. Der Gemeinderat wird dann darüber befinden müssen, ob dieses Zentrum in Geinberg errichtet werden kann", schildert Schöppl die geplante Vorgangsweise. 

"Menschen aus der ganzen Region könnten hier Arbeitsplätze finden. Außerdem würde die Wirtschaft belebt und die Kaufkraft gestärkt werden", fügt der Ortschef, der dem Projekt offenbar aufgeschlossen gegenübersteht, hinzu. 

Dem Vernehmen nach sollte das Gesundheitszentrum auf den "Hosledergründen" errichtet werden und Platz für etwa 40 bis 50 Hotelgäste bieten. 70 neue Arbeitsplätze würde das für die Region bedeuten. 

Der praktische Arzt Wolfgang Schachinger aus Ried, von dem offenbar die Initialzündung zu dem geplanten Projekt ausgegangen und der anscheinend auch der Ansprechpartner für die Gemeinde ist, will noch nicht allzu viel über das fernöstliche Gesundheitszentrum sagen: "Solange es keine konkreten Beschlüsse gibt, wäre es voreilig, Details zu nennen. Noch ist schließlich gar nichts entschieden. Alles steckt im Anfangsstadium. Und deshalb muss sensibel an das Projekt herangegangen werden." 



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