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Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/TM-Fliegen.htm  Zuletzt bearbeitet am 4.11.2008   
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Flieger oder Betrüger?
Der Maharishi-Kult behauptet, man könne das Fliegen allein durch Geistes Kraft erlernen.
Es ist ein massives Indiz für Realitätsverlust der Maharishi-Anhänger, wenn diese Hopsen auf der Matte für Fliegen halten.
 
 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
Ingo Heinemann: Scientology-Kritik
 
 
Aus: Paul Mason: Maharishi Mahesh Yogi - Die  Biographie, 1994, Seite 309, 310


Im Jahre 1986 fiel Guru Purnima auf Montag, den 21. Juli. Dieser verheißungsvolle Tag wurde für den ersten internationalen »Yoga-Flug«-Wettstreit im Indira Gandhi Hallenstadium in Neu Delhi ausersehen. Die Schaummatratzen bestückte Arena umgaben Spruchbänder mit der Aufschrift: »Programme des Maharishi zur Schaffung des Weltfriedens« sowie »Maharishi Ayurveda — vollkommene Gesundheit für die Menschheit«. Das Stadium faßte zehntausend Menschen. Es war vollbesetzt. Hinzu gesellten sich über siebzig Sidhas aus aller Welt, um ihre Fähigkeit, der Schwerkraft zu trotzen, zur Schau zu stellen. Der neue Shankaracharya, Swami Vishnu Devanand, dessen Ankunft eine Gruppe von Pandits veranlaßte, mit ihren Rezitationen zu beginnen, eröffnete den Vorgang. Dem Auftritt des Shankaracharya folgten Dr. Bevan Morris und eine Reihe von Sprechern, hauptsächlich Indern.
Dann war es an der Zeit, daß die Show begann. Die »schwebenden« Athleten sprangen nach einigen Minuten der Mantra-Meditation wie chinesische Feuerwerkskörper umher. Ernsthaft hüpf-sprangen, wetthüpften und hürdenhopsten sie, im Bemühen, die »Mechanismen zur Schaffung von Kohäsion im Weltbewußtsein, die Basis des Weltfriedens« zu demonstrieren. 
 
 
Die "Deutsche Nachrichten-Agentur" der Maharishis meldete in ihrer Website am 26.10.2006: "400 Yogische Flieger erzielen Maharishi-Effekt für die Niederlande - Deutschland braucht 1000 Yogische Flieger um das nachzumachen". Rechts eine Abbildung aus dieser Meldung. 
Das bedeutet zunächst einmal, dass es dem Maharishi-Kult in Jahrzehnten nicht gelungen ist, in Deutschland 1000 "Flieger" zum Synchron-Hopsen auf die Matte zu bringen. Belege für die Entstehung des Fotos rechts gibt es - wie üblich - nicht. 
Der Artikel enthält Berichte über angebliche positive Auswirkungen dieses Synchron-Hopsens. Weniger Kriminalität, bessere Wirtschaftsdaten, weniger Arbeitslose, auch das wird seit Jahrzehnten behauptet. Selbstverständlich wird keinerlei Beweis dafür erbracht, dass beides miteinander zu tun hat. 

 
 
 
"Fliegen" für die Politik

Die politischen "Programme" des Maharishi-Kultes zeichnen sich durchweg durch Realitätsferne aus.
Im Falle des "Fliegens" muss man wohl von Realitätsverlust sprechen. Die Flieger sollen die Kraft der gemeinsamen Meditation demonstrieren, die angeblich die Schwerkraft überwindet. Diese Meditation wiederum wird als Instrument der Politik angeboten, mit dessen Hilfe die Wirtschaft vor Ort auf Trab gebracht und der Weltfriede hergestellt werden soll.
 
 
Hier ein Foto aus der TIME vom Juli 2002. Der Text zeigt, dass Maharishi mit diesen sportlichen Übungen politische Ambitionen verbindet. Die Demonstration fand angeblich in Tel Aviv statt und sollte zeigen, dass die Auseinandersetzungen in Israel durch eine Massenmeditation von 500 Maharishi-Anhängern beseitigt werden können. Warum Maharishi diese Gruppe nicht längst installiert und den Frieden herbeigeführt hat, bleibt unerfindlich, wenn man nicht davon ausgeht, dass es lediglich um Spenden und Subventionen geht.

 
 
 
"Flieger" in der Wirtschaftswerbung 

Eins hat der Maharishi-Kult inzwischen erreicht: 
"Flieger" werden in der Werbung als Symbol für Entspannung benutzt, wenn auch scherzhaft. 
  

Der Beweiswert der vom Maharishi-Kult veröffentlichten Fotos ist auch nicht grösser, als der Beweiswert der Fotos, die 2005 in der Werbung verwendet wurden. 

  • Links Computer-Werbung: "Stressfrei in DSL starten".
  • Rechts Bank-Werbung an einer Bushaltestelle in Rostock: "100% entspannt".

 
 
 
Angebliche Beweisfotos 

Das Bild rechts stammt aus einer Website des Maharishi-Kultes, dort gefunden 2001

 
Dieses - offenbar identische - Bild stammt vom Umschlag des Buches "Der Maharishi Effekt" von Alaine und Arthur Aron, Heyne Verlag 1986, ISBN 3-453-04959-4.  
Untertitel des Buches: "Auf der Suche nach gesellschaftlichem und politischem Einfluß von Gruppenmeditation"

 
 

"Yogische Flieger" in der ARD 2004

Die Video-Sequenz kann geladen werden unter http://www.AGPF.de/TM-Flieger-ReportMuenchen-10.5.2004-Video.avi
Das Video dauert etwa 10 Sekunden. Die Datei ist 2,7 MB gross, Ladezeit mit Normal-Modem ca. 15 Minuten. Es empfiehlt sich, es zunächst auf der eigenen Festplatte zu speichern und von dort abzuspielen.
 
Am 10.5.2004 berichtete das politische Magazin Report München über Maharishi-Ayurveda. in diesem Film wurden auch "Flieger gezeigt, gefilmt ausnahmsweise mal nicht von Maharishi-Anhängern, sondern vom Bayerischen Fernsehen, in dessen Archiv sich diese Aufnahmen befinden. 
Besonderheit: Die Flieger wurde nicht nur von vorn gezeigt, sondern auch von der Seite, in Zeitlupe. Man sieht einen Mann kraftvoll vorbeihüpfen und kann genau die Bewegungsabläufe erkennen, einschliesslich der typischen Gewichtsverlagerungen und Kraftanstrengungen beim Hüpfen. Bei jedem der Hüpfer lässt sich im richtigen Sekundenbruchteil selbstverständlich auch ein Bild erzielen, welches den Bildern gleicht, die vom Maharishi-Kult verbreitet werden.

 

 
 
 
 
 

"Yogische Flieger" aus einem TM-Video im Internet
 
yogische Flieger Dieses Video beweist, daß der Maharishi-Kult nach wie vor an der Behauptung festhält, seine Anhänger könnten "fliegen". Es beweist zugleich, daß es sich nach wie vor um Hüpfen auf der Matte und somit allenfalls um eine sportliche Leistung handelt. Das hatte ein STERN-Test schon 1978 gezeigt (unten).
Die Bilder stammen aus einem Video von Damian Schipporeit: "Die Welt in der wir leben - leben können", geladen im Sommer 2001 von der Seite http://www.tm-portal.de/adressen_politik.htm.
Dort sind Links zu unterschiedlichen Video-Qualitäten, zum Beispiel "Starte Video für Modem  (56 Kbit)" als "temp6.ram".
 



Im April 2001 ließ Maharishi verbreiten (http://www.tm-portal.de/beaven.htm),
der Kalte Krieg sei durch die gemeinsame "transzendentale Meditation" von 7000 yogischen Fliegern beendet worden: Für Maharishi mag das lediglich der Auftakt für eine weltweite Aktion zum Sammeln von Spenden gewesen sein.
Seine Anhänger scheinen derartige Behauptungen durchaus ernst zu nehmen.
Das kann eines der zahlreichen Indizien für massiven Realitätsverlust sein.
Zum Realitätsverlust vgl. insbesondere auch Die Bensheimer Studie, Kapitel 4.
 
 
 
 

Der Vorsitzende der Naturgesetz-Partei Reinhard Borowitz über seine Fähigkeit des Fliegens ohne maschinelle Hilfe

Maharishis Multifunktionär Reinhard Borowitz (u.a. langjähriger Vorsitzender der Naturgesetz-Partei)  war 26 Jahre alt und Student der Mathematik und Physik in Hamburg, als er über seine Fähigkeit als Flieger ohne maschinelle Hilfe befragt wurde. Ja, er könne fliegen, behauptet er. Bis zu fünfzig Zentimeter habe er sich in die Luft erhoben und sei durch den Raum geschwebt. Zwei oder drei Sekunden lang (Hör Zu 1978, "Wirklich, ich kann fliegen!").
 
 
 
 
 
Die Landesregierung Schleswig-Holstein: "Bleib auf dem Teppich". 

Ein an junge Leute gerichtetes Faltblatt aus dem Jahr 2000 

Titel:
Endzeitangst - Propheten - Sekten - Apokalypse - No Future? Sekten versprechen viel ... Bleib auf dem Teppich

zeigt einen schwebenden weissbärtigen Guru 
Gemeint ist vermutlich Maharishi. 
  

 

 
 
 

Psychisch krank?

Wer glaubt, er könne fliegen, der ist vermutlich krank.
Das ist Sache seiner Familie und der Ärzte.
Anders kann das aussehen, wenn derjenige Entscheidungen mit Wirkung für Dritte zu fällen hat.
Dann hat der Arbeitgeber zu prüfen, ob die weitere Berufstätigkeit verantwortbar ist.
Der Arbeitgeber hat selbstverständlich zu berücksichtigen, daß ihm bei etwaigen Schäden ein Organisationsverschulden angelastet werden kann.
Wenn Indizien darauf hindeuten, daß der oder die Betreffende sich oder andere gefährdet, muß eine Zwangseinweisung geprüft werden.
Hier gelten selbstverständlich die üblichen Beweisregeln.
Wer Maharishi-Anhänger ist, muß nicht unbedingt auch glauben, fliegen zu können.
Wer behauptet, er glaube, fliegen zu können, der sagt vielleicht die Unwahrheit.
 
 

Flieger oder Betrüger?

Wer das "Yogische fliegen" erlernen will, muß einen Kurs absolvieren. Das kostet Geld. Wer etwas verkauft, was es nicht gibt, wird üblicherweise als Betrüger bezeichnet.

Zwar hat das Oberverwaltungsgericht Münster (5 A 1125/84  Urteil vom 18.12.85  http://www.AGPF.de/ovg5a1125-84.htm ) geschrieben: "Auch der Vorwurf des Betruges ist in bezug auf das sogenannte Fliegen nicht gerechtfertigt."   Das Gericht hat diese Bemerkung allerdings nicht weiter begründet. Insbesondere ist es nicht auf die objektivenTatbestandsmerkmale des Betruges eingegangen, nämlich Täuschung, Irrtum, Vermögensverfügung und Vermögenschaden. Die potentiellen Kunden werde über die Möglichkeit der Überwindung der Schwerkraft ohne maschinelle Hilfe getäuscht, nehmen aufgrund des so erzeugten Irrtums eine Zahlung vor und erleiden dadurch einen Vermögensschaden. Das ist der objektive Tatbestand. Damit ist selbstverständlich nichts über die subjektive Seite gesagt, also die Strafbarkeit eines möglichen Täters. Das ist Sache der Gerichte. Die systematische Erffüllung eines objektiven Straftatbestandes rechtfertigt jedoch den Vorwurf des Betruges und möglicherweise den der Bildung einer kriminellen Verenigung.
 
 
 
 

Flieger-Bilder in der Maharishi-Presse
 
 
Diese Bilder stammen aus der Zeitschrift "Weltregierung" Nr. 4, 1979, "Weltfriede gesichert". Aus genau derselben Serie (erkennbar am Hintergrund) hatte die Zeitschrift "Pardon" schon 1977 Photos veröffentlicht (unten). Hier zunächst die Herkunft im Bild, nämlich das Titelbild und die letzte Seite der Zeitschrift.
 

Und hier eine größere Darstellung aus der letzen Seite derselben Zeitschrift:

 
 
In derselben Zeitschrift wird der im Schneidersitz zwischen Ostblock und Westmächte heranfliegende "Sidha-Mann" mit Batman verglichen, wenn auch nur in einem Komik-Streifen. Das Bibel-Zitat darunter ("Wind und Meer sind ihm gehorsam", Neues Testament, Markus 4, 39-41) deutet an, daß dies durchaus ernst gemeint ist. 

 

 
 
 

Flieger-Bilder in der regulären Presse
 
 
Von Anfang an wurde die Presse zur Verbreitung der Behauptung über das Fliegen benutzt. 
Dabei wurde dann ein und dasselbe Photo in kritischen Artikeln benutzt, aber auch in unkritischen. Dazu schreibt die Basler Zeitung (unten): "Flugbilder stammen allesamt von "Maharishi-treuen" Pressevertretern".

 
 
In einem Artikel der Basler Zeitung (unten) von 1982 wird das Bild rechts gezeigt. Bildunterschrift: "Photos aus einer Werbebroschüre: 'Bei maximaler Kohärenz' hebt man vom Boden ab ..."

 

Dasselbe Bild (ohne Hinweis auf die Herkunft, das Bild stammt ersichtlich aus derselben Serie wie die Photos oben aus der Zeitschrift "Weltfrieden") hatte schon 1977 die Zeitschrift Pardon veröffentlicht, keineswegs in kritischer Absicht. Bildunterschrift: "Nach zehn Monaten ununterbrochener TM-Praxis kann im Prinzip jeder den Science-Fiction-Traum vom Fliegen verwirklichen. Fliegende Meditierende weisen in der Phase des Aufsteigens eine besonders hohe Kohärenz (Ordnung) der Gehirnwellen auf."
Der vollständige Artikel: www.AGPF.de/tm-pardon77.pdf
 
 
 

Keine Beweise: AGPF hat 1987 physikalischen Beweis mit einer Waage vorgeschlagen

Bisher gibt es keinerlei Beweise für die Flugfähigkeit.
Dabei wäre ein solcher Beweis recht einfach zu erbringen.
Mit Schreiben vom 24.2.87
vollständiger Wortlaut: AGPF AKTUELL II/87 vom 30.6.87
habe ich der GTM vorgeschlagen:

"Ich schlage vor, daß Sie dies mit den Methoden der üblichen Wissenschaft beweisen, indem Sie einen Meditanten unter neutralen Bedingungen auf eine Waage setzen, die mit einem automatischen Aufzeichnungsgerät verbunden ist. Erhebt sich der Meditant vom Boden,  ohne daß zuvor entsprechende Gegenkräfte aufgezeichnet wurden, dann dürfte damit Ihre Behauptung bewiesen sein. Wenn der Schreiber zuvor eine entsprechende Gegenkraft aufgezeichnet hat, dann war das "Fliegen" nur eine sportliche Übung."
Darauf habe ich keine Antwort bekommen.
 
 
 

10 000 DM Preisgeld für Beweis geboten

1978 haben zwei Hamburger Pastoren sogar einen Preis von 10.000 DM für denjenigen ausgesetzt, der die Fähigkeit nachweise, fliegen oder schweben zu können:
General-Anzeiger Bonn 2.11.78 in http://www.AGPF.de/tm-presse1.htm

Das Geld wurde nicht abgefordert.
 
 
 
 
 

Test 1978: Sportstudenten "fliegen" auch ohne Meditation

In einem umfangreichen Bericht über Maharishi und die Transzendentale Meditation hatte der Stern bereits 1978 prüfen lassen, ob das auf den Bildern gezeigte Ergebnis auch ohne Meditation zu erzielen ist. Er liess Sportstudenten einen Test absolvieren. Ergebnis: Alle 6 hoben sich hüpfend in die Höhe. Der Fotograf schoss Bilder, die verblüffende Ähnlichkeit mit den von den Maharishis gelieferten haben (STERN Nr. 51/1978 vom 14.12.1978, "Komm, flieg mit mir").
 
 
 
 
 

Basler Zeitung 28.9.82: "Wir können fliegen"
 
 
Aus: Basler Zeitung 28.9.82  


Bildunterschrift: "Photos aus einer Werbebroschüre: "Bei maximaler Kohärenz" hebt man vom Boden ab ..." 

Die «Sidhis» von Binningen haben jeden Tag Flugtag  

Die "Weltregierung des Zeitalters der Erleuchtung" residiert in Seelisberg ob dem Rütli. Regierender ist Maharishi Mahesh Yogi; er hat es gerne, wenn man ihn mit "Seine Heiligkeit"anredet. "Transzendentale Meditation" heisst seine Lehre, der Umsatz der Bewegung wird allein für Europa auf 750 Millionen Franken geschätzt. In Binningen, am Höhenweg 14, hat die Weltregierung einen Ableger, die "Maharishi Akademie für Naturgesetz". Sie lädt auf das Wochenende zu Tagen der offenem Tür.  
....... 
Vor zwei Jahren war Ich in Seelisberg, dem Kur- und Wallfahrtsort ob dem Rütli, wollte da im Hotel Sonnenberg einmal den Maharishi Mahesh Yogi sehen, jenen Guru, der von seinen anhängern "His Holiness", seine Heiligkeit, genannt wird, die Meditierenden aus aller Welt sehen, die da das Fliegen lernen. Kurzum, ich habe niemanden gesehen, der da ohne Hilfsmittel schweben oder fliegen konnte. Nur solche, die das von sich behaupteten, lächelnd über den ungläubigen Thomas. Was ich sah: viel Vergoldetes und billigen Pomp, lauter Propermänner und Sauberfrauen mit Blumen in der Hand, freundlich. ... 

In der Akademie für Naturgesetz in Binningen ist nichts von Pomp zu spüren. Im Gegenteil, die Inneneinrichtung ist fast trist, so sparsam. Einige Stühle, Tischchen, Regale mit Broschüren und Büchern über den Yogi und seine Lehre. Dominante im Versammlungsraum ist ein Uralt-Fernsehapparat mit Verstärker und Videogerät, auch letzteres im Handel kaum mehr erhältlich, weil veraltetes System. .... 

Im Keller die Meditationsräume ob es scherzhaft gemeint ist oder nicht, wenn die Höhenwegbewohner dazu "Flugräume" sagen, habe ich nicht feststellen können. ... 

Immer dieses Fliegen-können. In allen Werbe- und Informationsbroschüren aus der eigenen Druckerei in Seelisberg, übrigens recht teuer aufgemacht mit dickem Hochglanzpapler und viel Goldfarbe, immer wieder diese Photos. LächeInd, als sei‘s ein Riesengaudi, hocken da die Yogis und TM-Anhänger im Schneidersitz. Nur sitzen sie nicht auf dem Boden, sondern etwa einen halben Meter darüber. "Auch minutenlanes Schweben ist während der Meditation ohne Tricks möglich", heisst es etwa als Bildlegende. Oder: "Diese Photos zeigen eine Frau, die im Lotussitz eine zirka anderthalb Meter weite Flugparabel mit einer Schwebehöhe von etwa 40 Zentimetern vollzieht. "Könnt Ihr auch fliegen?", fragen wir die beiden bei unserm Besuch anwesenden TM-Lehrer. "Aber ja". "Dürfen wir photographieren?" - "Nein, Maharishi gestattet es nicht mehr."  

Auch in Seelisberg darf das Fliegen und Schweben nicht photographiert werden. Die in den Broschüren und Büchern veröffentlichten Flugbilder stammen allesamt von "Maharishi-treuen" Pressevertretern.  
..... 
Seltsam, die Bilder mit den schwebenden Yogls zeigen diese immer mit wehenden Haaren und fliegender Kravatte, als würden sie fallen, von erhöhter Position auf die Matratze plumpsen.  

International gibt es rund 2,5 MillIonen Anhänger der Transzendentalen Meditation. 40 000 sind sogenannte Fortgeschrittene, die das sogenannte Sidhi-Programm absolviert haben, also eben fliegen können. In der Schweiz hat‘s 40000 TM-Anhänger, davon 400 Fortgeschrittene. In der Nordwestschweiz, für welche das TM-Center in Binningen zuständig ist, sind es 1100 Maharishi-Gläubige und 50 Sidhis. Binningen ist eines von 1500 TM-Zentren, weltweit.  

Hier kann man die TM lernen. Man startet mit einem Einführungskurs von sieben Schritten, insgesamt dauern die Lektionen 6 Stunden und 45 Minuten. Kosten: Ein Viertel eines Monatslohnes oder mindestens 450 Franken. Studenten müssen weniger bezahlen. Dann gibt es Fortgeschrittenen-Programme. Wer es nicht beim einfachen Meditieren bleiben lassen will, absolviert das TM-Sidhi-Programm. Nach sechs Wochenenden und 14tägigem Aufenthalt in Seelisberg oder einem der grossen Zentren ist man soweit und kann dann eben unter anderem fliegen. Kosten: Mindestens 4500 Franken. Bis man TM-Lehrer ist, legt man noch einige Tausender mehr auf den Tisch, insgesamt rund 18 000 Franken. Übrigens: In Seelisberg arbeiten die TM-Anhänger gratis, einige erhalten Kost und Logis, andere müssen ihr Essen auch noch selbst bezahlen. Die meisten leben vom Ersparten, manche von einem Vermögen. Dritte wiederum arbeiten zwischendurch bei einem "gewöhnlichen" Arbeitgeber.  
..... 
Klaus Mannhart  

Bildunterschriften:  
Photos aus einer Werbebroschüre: "Bei maximaler Kohärenz" hebt man vom Boden ab ...  
TM-Lehrer im binninger TM-Center: "Natürlich können wir fliegen"

 
 



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