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| Aus: Paul Mason: Maharishi
Mahesh Yogi - Die Biographie, 1994, Seite 309, 310
Im Jahre 1986 fiel Guru Purnima auf Montag, den 21. Juli. Dieser verheißungsvolle Tag wurde für den ersten internationalen »Yoga-Flug«-Wettstreit im Indira Gandhi Hallenstadium in Neu Delhi ausersehen. Die Schaummatratzen bestückte Arena umgaben Spruchbänder mit der Aufschrift: »Programme des Maharishi zur Schaffung des Weltfriedens« sowie »Maharishi Ayurveda — vollkommene Gesundheit für die Menschheit«. Das Stadium faßte zehntausend Menschen. Es war vollbesetzt. Hinzu gesellten sich über siebzig Sidhas aus aller Welt, um ihre Fähigkeit, der Schwerkraft zu trotzen, zur Schau zu stellen. Der neue Shankaracharya, Swami Vishnu Devanand, dessen Ankunft eine Gruppe von Pandits veranlaßte, mit ihren Rezitationen zu beginnen, eröffnete den Vorgang. Dem Auftritt des Shankaracharya folgten Dr. Bevan Morris und eine Reihe von Sprechern, hauptsächlich Indern. Dann war es an der Zeit, daß die Show begann. Die »schwebenden« Athleten sprangen nach einigen Minuten der Mantra-Meditation wie chinesische Feuerwerkskörper umher. Ernsthaft hüpf-sprangen, wetthüpften und hürdenhopsten sie, im Bemühen, die »Mechanismen zur Schaffung von Kohäsion im Weltbewußtsein, die Basis des Weltfriedens« zu demonstrieren. |
| Die "Deutsche Nachrichten-Agentur"
der Maharishis meldete in ihrer Website am 26.10.2006: "400 Yogische Flieger
erzielen Maharishi-Effekt für die Niederlande - Deutschland braucht
1000 Yogische Flieger um das nachzumachen". Rechts eine Abbildung aus dieser
Meldung.
Das bedeutet zunächst einmal, dass es dem Maharishi-Kult in Jahrzehnten nicht gelungen ist, in Deutschland 1000 "Flieger" zum Synchron-Hopsen auf die Matte zu bringen. Belege für die Entstehung des Fotos rechts gibt es - wie üblich - nicht. Der Artikel enthält Berichte über angebliche positive Auswirkungen dieses Synchron-Hopsens. Weniger Kriminalität, bessere Wirtschaftsdaten, weniger Arbeitslose, auch das wird seit Jahrzehnten behauptet. Selbstverständlich wird keinerlei Beweis dafür erbracht, dass beides miteinander zu tun hat. |
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Die politischen "Programme" des Maharishi-Kultes
zeichnen sich durchweg durch Realitätsferne aus.
Im Falle des "Fliegens" muss man wohl
von Realitätsverlust sprechen. Die Flieger sollen die Kraft der gemeinsamen
Meditation demonstrieren, die angeblich die Schwerkraft überwindet.
Diese Meditation wiederum wird als Instrument der Politik angeboten, mit
dessen Hilfe die Wirtschaft vor Ort auf Trab gebracht und der Weltfriede
hergestellt werden soll.
| Hier ein Foto aus der TIME vom Juli 2002. Der Text zeigt, dass Maharishi mit diesen sportlichen Übungen politische Ambitionen verbindet. Die Demonstration fand angeblich in Tel Aviv statt und sollte zeigen, dass die Auseinandersetzungen in Israel durch eine Massenmeditation von 500 Maharishi-Anhängern beseitigt werden können. Warum Maharishi diese Gruppe nicht längst installiert und den Frieden herbeigeführt hat, bleibt unerfindlich, wenn man nicht davon ausgeht, dass es lediglich um Spenden und Subventionen geht. | ![]() |
| Angebliche
Beweisfotos
Das Bild rechts stammt aus einer Website des Maharishi-Kultes, dort gefunden 2001 |
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| Dieses - offenbar identische - Bild stammt
vom Umschlag des Buches "Der Maharishi Effekt" von Alaine und Arthur Aron,
Heyne Verlag 1986, ISBN 3-453-04959-4.
Untertitel des Buches: "Auf der Suche nach gesellschaftlichem und politischem Einfluß von Gruppenmeditation" |
"Yogische Flieger" in der ARD 2004
Die Video-Sequenz kann geladen werden
unter http://www.AGPF.de/TM-Flieger-ReportMuenchen-10.5.2004-Video.avi
Das Video dauert etwa 10 Sekunden. Die
Datei ist 2,7 MB gross, Ladezeit mit Normal-Modem ca. 15 Minuten. Es empfiehlt
sich, es zunächst auf der eigenen Festplatte zu speichern und von
dort abzuspielen.
| Am 10.5.2004 berichtete das politische
Magazin Report München über Maharishi-Ayurveda. in diesem Film
wurden auch "Flieger gezeigt, gefilmt ausnahmsweise mal nicht von Maharishi-Anhängern,
sondern vom Bayerischen Fernsehen, in dessen Archiv sich diese Aufnahmen
befinden.
Besonderheit: Die Flieger wurde nicht nur von vorn gezeigt, sondern auch von der Seite, in Zeitlupe. Man sieht einen Mann kraftvoll vorbeihüpfen und kann genau die Bewegungsabläufe erkennen, einschliesslich der typischen Gewichtsverlagerungen und Kraftanstrengungen beim Hüpfen. Bei jedem der Hüpfer lässt sich im richtigen Sekundenbruchteil selbstverständlich auch ein Bild erzielen, welches den Bildern gleicht, die vom Maharishi-Kult verbreitet werden. |
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"Yogische
Flieger" aus einem TM-Video im Internet
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Dieses Video beweist, daß der Maharishi-Kult nach wie vor an der Behauptung festhält, seine Anhänger könnten "fliegen". Es beweist zugleich, daß es sich nach wie vor um Hüpfen auf der Matte und somit allenfalls um eine sportliche Leistung handelt. Das hatte ein STERN-Test schon 1978 gezeigt (unten). |
Der Vorsitzende der Naturgesetz-Partei Reinhard Borowitz über seine Fähigkeit des Fliegens ohne maschinelle Hilfe
Maharishis Multifunktionär Reinhard
Borowitz (u.a. langjähriger Vorsitzender der Naturgesetz-Partei)
war 26 Jahre alt und Student der Mathematik und Physik in Hamburg, als
er über seine Fähigkeit als Flieger ohne maschinelle Hilfe befragt
wurde. Ja, er könne fliegen, behauptet er. Bis zu fünfzig Zentimeter
habe er sich in die Luft erhoben und sei durch den Raum geschwebt. Zwei
oder drei Sekunden lang (Hör Zu 1978, "Wirklich, ich kann fliegen!").
Wer glaubt, er könne fliegen, der
ist vermutlich krank.
Das ist Sache seiner Familie und der Ärzte.
Anders kann das aussehen, wenn derjenige
Entscheidungen mit Wirkung für Dritte zu fällen hat.
Dann hat der Arbeitgeber zu prüfen,
ob die weitere Berufstätigkeit verantwortbar ist.
Der Arbeitgeber hat selbstverständlich
zu berücksichtigen, daß ihm bei etwaigen Schäden ein Organisationsverschulden
angelastet werden kann.
Wenn Indizien darauf hindeuten, daß
der oder die Betreffende sich oder andere gefährdet, muß eine
Zwangseinweisung geprüft werden.
Hier gelten selbstverständlich die
üblichen Beweisregeln.
Wer Maharishi-Anhänger ist, muß
nicht unbedingt auch glauben, fliegen zu können.
Wer behauptet, er glaube, fliegen zu können,
der sagt vielleicht die Unwahrheit.
Wer das "Yogische fliegen" erlernen will, muß einen Kurs absolvieren. Das kostet Geld. Wer etwas verkauft, was es nicht gibt, wird üblicherweise als Betrüger bezeichnet.
Zwar hat das Oberverwaltungsgericht Münster
(5 A 1125/84 Urteil vom 18.12.85 http://www.AGPF.de/ovg5a1125-84.htm
) geschrieben: "Auch der Vorwurf des Betruges ist in bezug auf das
sogenannte Fliegen nicht gerechtfertigt." Das Gericht hat diese
Bemerkung allerdings nicht weiter begründet. Insbesondere ist es nicht
auf die objektivenTatbestandsmerkmale des Betruges eingegangen, nämlich
Täuschung, Irrtum, Vermögensverfügung und Vermögenschaden.
Die potentiellen Kunden werde über die Möglichkeit der Überwindung
der Schwerkraft ohne maschinelle Hilfe getäuscht, nehmen aufgrund
des so erzeugten Irrtums eine Zahlung vor und erleiden dadurch einen Vermögensschaden.
Das ist der objektive Tatbestand. Damit ist selbstverständlich nichts
über die subjektive Seite gesagt, also die Strafbarkeit eines möglichen
Täters. Das ist Sache der Gerichte. Die systematische Erffüllung
eines objektiven Straftatbestandes rechtfertigt jedoch den Vorwurf des
Betruges und möglicherweise den der Bildung einer kriminellen Verenigung.
Flieger-Bilder
in der Maharishi-Presse
| Diese Bilder stammen aus der Zeitschrift "Weltregierung" Nr. 4, 1979, "Weltfriede gesichert". Aus genau derselben Serie (erkennbar am Hintergrund) hatte die Zeitschrift "Pardon" schon 1977 Photos veröffentlicht (unten). Hier zunächst die Herkunft im Bild, nämlich das Titelbild und die letzte Seite der Zeitschrift. | ![]() |
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Und hier eine größere Darstellung aus der letzen Seite derselben Zeitschrift: |
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| In derselben Zeitschrift wird der im
Schneidersitz zwischen Ostblock und Westmächte heranfliegende "Sidha-Mann"
mit Batman verglichen, wenn auch nur in einem Komik-Streifen. Das Bibel-Zitat
darunter ("Wind und Meer sind ihm gehorsam", Neues Testament, Markus 4,
39-41) deutet an, daß dies durchaus ernst gemeint ist.
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Flieger-Bilder
in der regulären Presse
| Von Anfang an wurde die Presse zur
Verbreitung der Behauptung über das Fliegen benutzt.
Dabei wurde dann ein und dasselbe Photo in kritischen Artikeln benutzt, aber auch in unkritischen. Dazu schreibt die Basler Zeitung (unten): "Flugbilder stammen allesamt von "Maharishi-treuen" Pressevertretern". |
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| In einem Artikel der Basler Zeitung (unten) von 1982 wird das Bild rechts gezeigt. Bildunterschrift: "Photos aus einer Werbebroschüre: 'Bei maximaler Kohärenz' hebt man vom Boden ab ..." | ![]() |
Dasselbe Bild (ohne
Hinweis auf die Herkunft, das Bild stammt ersichtlich aus derselben Serie
wie die Photos oben aus der Zeitschrift "Weltfrieden") hatte schon 1977
die Zeitschrift Pardon veröffentlicht, keineswegs in kritischer Absicht.
Bildunterschrift: "Nach zehn Monaten ununterbrochener TM-Praxis kann im
Prinzip jeder den Science-Fiction-Traum vom Fliegen verwirklichen. Fliegende
Meditierende weisen in der Phase des Aufsteigens eine besonders hohe Kohärenz
(Ordnung) der Gehirnwellen auf."
Der vollständige Artikel: www.AGPF.de/tm-pardon77.pdf
Keine Beweise: AGPF hat 1987 physikalischen Beweis mit einer Waage vorgeschlagen
Bisher gibt es keinerlei Beweise für
die Flugfähigkeit.
Dabei wäre ein solcher Beweis recht
einfach zu erbringen.
Mit Schreiben vom 24.2.87
vollständiger Wortlaut: AGPF
AKTUELL II/87 vom 30.6.87
habe ich der GTM vorgeschlagen:
"Ich schlage vor, daß Sie dies mit den Methoden der üblichen Wissenschaft beweisen, indem Sie einen Meditanten unter neutralen Bedingungen auf eine Waage setzen, die mit einem automatischen Aufzeichnungsgerät verbunden ist. Erhebt sich der Meditant vom Boden, ohne daß zuvor entsprechende Gegenkräfte aufgezeichnet wurden, dann dürfte damit Ihre Behauptung bewiesen sein. Wenn der Schreiber zuvor eine entsprechende Gegenkraft aufgezeichnet hat, dann war das "Fliegen" nur eine sportliche Übung."Darauf habe ich keine Antwort bekommen.
10 000 DM Preisgeld für Beweis geboten
1978 haben zwei Hamburger Pastoren sogar
einen Preis von 10.000 DM für denjenigen ausgesetzt, der die Fähigkeit
nachweise, fliegen oder schweben zu können:
General-Anzeiger Bonn 2.11.78 in http://www.AGPF.de/tm-presse1.htm
Das Geld wurde nicht abgefordert.
Test 1978: Sportstudenten "fliegen" auch ohne Meditation
In einem umfangreichen Bericht über
Maharishi und die Transzendentale Meditation hatte der Stern bereits 1978
prüfen lassen, ob das auf den Bildern gezeigte Ergebnis auch ohne
Meditation zu erzielen ist. Er liess Sportstudenten einen Test absolvieren.
Ergebnis: Alle 6 hoben sich hüpfend in die Höhe. Der Fotograf
schoss Bilder, die verblüffende Ähnlichkeit mit den von den Maharishis
gelieferten haben (STERN Nr. 51/1978 vom 14.12.1978, "Komm, flieg mit mir").
Basler Zeitung 28.9.82:
"Wir können fliegen"