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Infos über Sekten, Kulte und den Psychomarkt AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung e.V. Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/TM-Dorf.htm Zuletzt bearbeitet am 11.9.2007 Impressum | Zur Homepage | Zur Inhaltsseite | Zum Begriff Sekte | AGPF-Spendenkonto |
Der Maharishi-Kult:
Standort für Maharishi-Stadt
gesucht
| Inhalt dieser Seite: | Zum Thema auch: | In anderen Websites: |
|
siehe
in:
http://www.AGPF.de/tm1.htm |
| Seit über 20 Jahren sind Gemeinden
und Bürger immer mal wieder mit angeblichen Projekten der Maharishi-Organisationen
und -Anhänger befasst. Immer wurden große Versprechungen gemacht.
In kaum einem Fall war eine seriöse Planung erkennbar. Oft war weder
der Träger der Planungen hinreichend identifizierbar, noch war erkennbar,
woher das Geld kommen sollte.
In praktisch allen Fällen aber wurden bereits in diesem Stadium trotz fehlender Entscheidungsgrundlage weitreichende Entscheidungen von den Kommunen erwartet. Dies führte zwangsläufig zu erheblichen Meinungsverschiedenheiten in den Gemeinden. Maharishi selbst dürfte zwar durchaus in der Lage sein, solche Projekte zu finanzieren. Es hat jedoch nie erkennbare Anzeichen dafür gegeben, daß er dazu auch bereit ist. Im Gegenteil: meist wurden solche Projekte zum Anlasse für aufwendige Spendenkampagnen genommen. |
Seit vielen Jahren nimmt der Maharishi-Kult
immer mal wieder Anlauf, um in Deutschland eine eigene Kommune zu gründen.
Bezeichnet wurden diese zunächst als Sidha-Land,
als "Ideales dorf oder "Ideale Stadt". In den 80ger Jahren meist in Süddeutschland.
Spätestens die Urteile des Bundesverwaltungsgericht und des Bundesverfassungsgerichts
(Der TM-Prozess) beendeten
diese Pläne.
Aber immer mal wieder wird getestet.
Hier eine kleine Auswahl.
2005: Oebisfelde: http://www.AGPF.de/TM-Oebisfelde.htm
2003:
Der Jurist, Wahrsager und Steine-Händler Armin Ratke will "Seminarzentrum"
in Remshalden-Buoch bauen
| 2006. Auf der Buocher Höhe wurde ein Seminarzentrum errichtet. Der Betreiber stellt klar und betont ausdrücklich, dass es sich hier nicht um das im Artikel beschriebene und ehemals geplante Seminarzentrum der Maharishi Sekte handelt. Es besteht lediglich eine Namensgleichheit zwischen dem vom Autor dieser Homepage beschriebenen, ehemals projektierten Haus und dem jetzigen Seminarzentrum Buocher Höhe. |
2003 in Remshalden auf der dortigen Buocher
Höhe. Die Schorndorfer Nachrichten hatten am 1.10.2003 gefragt: "Macht
der Remshaldener Teilort Buoch künftig als Umschlagplatz des Psycho-Marktes
von sich reden?" Der in dieser Website mehrfach erwähnte Armin
Ratke hatte mit DaimlerChrysler über ein Grundstück verhandelt,
welches vor Jahrzehnten für ein Bildungszentrum vorgesehen war, aber
nie genutzt wurde. DaimlerChrysler schien verkaufsbereit, Ratke stellt
eine "Bauvoranfrage". Der Gemeinderat war nicht abgeneigt, zumal von 50
Arbeitsplätzen die Rede war. Allerdings vermerkte die Zeitung:
"Der Abstimmung gingen andererseits längliche, in weltanschauliche Dinge abdriftende Vorträge des Ehepaars Ratke voraus, bei denen wohlgefällig die Rede war vom Frieden unter den Menschen, von der Einheit aller Nationen, vom Weltbürgertum, vom Recht auf gesunde Entfaltung des Einzelnen und davon, dass alle Menschen Kinder Gottes seien. Beide hoben darauf ab, dass das geplante Buocher Seminarzentrum zum Hort sanfter Reinigungskuren wird, in dem Ayur-Veda als „ganzheitliches Gesundheitssystem" (Genoveva Ratke) zur Anwendung kommt - um im Gegensatz zu einer „zum Reparaturhandwerk" reduzierten modernen Medizin (Ratke) im Sinne der Vorsorge und Vorbeugung zu wirken: u.a. mit Ganzkörper-Synchronmassagen, Kräuter-Dampfbädem, Güssen, inneren und äußeren Ölungen, gesunder Ernährung, alles unter ärztlicher Aufsicht - eins unter den derzeit immer stärker aufkommenden Wellness-Angeboten, um's mal schlicht auszudrücken."Ein "Blick ins Internet" machte Ratkes Verbindung zu Maharishi deutlich. Der Bürgermeister Zeidler war "nach eigener Durchsicht umfangreicher, im Internet verfügbarer Informationen über TM und den Maharishi-Kult", so die Zeitung, gewillt, das Projekt „mit allen Mitteln" zu kippen, wenn sich "der Verdacht erhärten sollte, dass das auf der Buocher Höhe geplante Vorhaben eventuell in der Nähe zu einer mit zweifelhaften Machenschaften operierenden Sekte steht und der Gemeinderat darüber nicht informiert worden ist".
Am 18.10.2003 meldete die Stuttgarter Zeitung,
der "Investor" habe Abstand genommen: "Nachdem Bürgermeister Norbert
Zeidler ihn urn eine Stellungnahme zu diesen Verbindungen gebeten hatte,
zog der Rechtsanwalt aus Seebach die Bauvoranfrage zurück". Nicht
ohne darauf hinzuweisen, dies geschehe auf Grund von Diffamierungen, weil
er Kunden und Mitarbeitern nicht zumuten könne, "mit dermaßen
üblen, rufschädigenden Wertungen assoziiert zu werten".
| Kurz nach der Vereinigung entstand das Projekt "Pilotprojekt Brandenburg". Per Fragebogen (Abbildung rechts, zum Vergrössern anklicken) wurde bereits 1991/92 um Auskunft über die Wohnwünsche gebeten, zurückzusenden an die "MUVW GmbH i.Gr." in Berlin, also die Maharishi Universität für Vedische Wissenschaft Gesellschaft mit beschränkter Haftung. | ![]() |
Vgl. auch
Diese Firma plant 2001 auch das Fürstenberg-Projekt.Manche sehen die fortwährende Planung
riesiger Komplexe in Deutschland als Indiz für Realitätsverlust.
Zumal ein Zweck solcher Kommunen wohl
auch die gemeinsame Meditiation zwecks Beeinflussung Dritter mittels durch
eben diese Mediation erzeugter Gehirnwellen sein dürfte. Diese Methode
der Beeinflussung (für deren Wirksamkeit es allerdings keinerlei Beweis
gibt) soll auch für politische Zwecke eingesetzt werden. Genannt wird
meist der Weltfriede, gemeint ist möglicherweise die Mehrheit für
die TM-Partei "Naturgesetz".
Die Mehrheit im Gemeinderat ergäbe
sich möglicherweise automatisch bei entsprechender Zahl von Zuzügen.
Die Gemeinden sind meist zunächst
durchaus angetan von derartigen Plänen. In keinem Fall scheinen jedoch
die erforderlichen Millionen vorhanden gewesen zu sein. Maharishi selbst
dürfte zwar durchaus in der Lage sein, so etwas zu finanzieren. Es
hat jedoch nie erkennbare Anzeichen dafür gegeben, daß er dazu
auch bereit ist.
Bei den letzten Projekten ist der Berliner Steuerberater Horst Rainer Witt als angeblicher Investor oder als Vertreter von Investoren aufgetreten. Über Witt hat die AGPF bereits berichtet in
Witt ist auch Geschäftsführer derDas Rheinsberg-Projekt ist gescheitert.
Kurz darauf kaufte sich der wichtigste
deutsche Maharishi-Unterstützer in der benachbarten Marina Wolfsbruch
ein. Wegen der 75 Ferienhäuser und des Steigenberger-Hotels würde
diese sich sowohl für die Maharishi-Kommune eignen, als auch für
die "Universität". Vordringlich dürfte die "Universität"
sein, da die entsprechenden Gebäude in Bissendorf-Schledehausen und
Vlodrop dem Zerfall oder Abbruch entgegensehen, vgl. Der
Maharishi-Kult und die Immobilien
Diese "Universität" könnte durch
Nutzung der Veranstaltungsräume des Steigenberger-Hotels schleichend
installiert werden.
Fürstenberg
an der Havel: "Maharishis wieder da"
"Maharishis wieder da": So titelte der
Ruppiner Anzeiger am 27.1.2001. Diese Zeitung hatte fast als einzige über
die vorherigen Projekte in Rheinsberg und die Marina Wolfsbruch in Kleinzerlang
kritisch berichtet.
In Fürstenberg kam die öffentliche
Diskussion sofort in Gang.
Einzelheiten:
Das Rheinsberg-Projekt
Die Maharishi-Ayurveda-Klinik Bad Ems
wandte sich 1999 an "die Stadtverordneten und Bürger von Rheinsberg".
Im Briefkopf heißt es: "Öffentlich anerkannte Privatklinik
(§ 30 GewO)".
Dazu: Maharishi-Ayurveda-Klinik:
"Staatlich anerkannt"?
Berliner Morgenpost 24.10.99
Rheinsberg wird keine Metropole der Maharishi-Bewegung
SPD-Bürgermeister Manfred Richter: «Ich ziehe Ansiedlungsbeschluss am Dienstag auf der Sondersitzung komplett zurück»
Von Hajo Eckert
Rheinsberg - Der von den Rheinsberger Stadtverordneten gefasste Beschluss zur Ansiedlung eines Meditationszentrums der TM-Bewegung (Transzendentale Meditation) des indischen Gurus Maharishi Mahesh Yogi wird annulliert. Der SPD-Bürgermeister Manfred Richter kündigte auf einer Bürgerversammlung am Freitag Abend im Rheinsberger Ratskeller vor 150 Anwesenden an: «Ich ziehe den TM-Ansiedlungsbeschluss komplett zurück.»
Die in geschlossener Sitzung gefasste Grundsatzentscheidung hatte die Stadtverordneten, aber auch die Bürgerschaft, in zwei Lager gespalten. Die kontroverse Auseinandersetzung zum TM-Zentrum auf 35 Hektar Stadtfläche direkt neben dem Schloss, die nach Meinung Richters den guten Ruf von Rheinsberg nachhaltig beschädigte, hatte inzwischen zur Diskussion einer kleineren Version geführt. Diese hätte nur fünf Hektar beansprucht und statt 200 nur 20 Millionen Mark gekostet. Statt geplanter Klinik, Akademie, Hotel und Wohnungen wollte man nur noch Klinik und Hotel bauen.
Der Bürgermeister kritisierte im Ratskeller die Thematisierung der durch CDU und Bürgerverein einberufenen Bürgerversammlung unter dem Titel «Wird Rheinsberg eine Sektenstadt?» als «unangemessen».
Nach dem Beschluss der Stadtverordneten, der mit den Stimmen von SPD/FDP und PDS gegen CDU und Bürgerverein zustande kam, war unter dem Druck der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg und der Öffentlichkeit gegen die Ansiedlung des TM-Zentrums kontrovers diskutiert worden.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende in der Stadtverordnetensitzung, Jan Pieter Rau, kritisierte, dass die weit reichende Entscheidung in geschlossener Sitzung ohne öffentliche Diskussion gefasst wurde und eine beantragte Vertagung verhindert wurde.
Thomas Gandow, Sektenbeauftragter der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg, charakterisierte die TM-Bewegung auf der Versammlung als «Religion, zu deren Grundsätzen gehört, dass der Schwächere dem Stärkeren zu folgen hat.» Aus einem Aussteigerbericht des früheren TM-Anhängers Elmar Krumpholz zitierte der Wittenberger Sektenexperte und Sozi-Therapeut Claus Engels, dass der Guru Maharishi Mahes Yogi Adolf Hitler als größten deutschen Führer bezeichnet. Auch die von ihm angepriesenen Heilpraktiken hätten mit dem traditionellenAyurveda nichts zu tun. TM-Anhänger Boguslav Zynger dagegen pries die Transzendentale Meditation als effektive Methode für Stressabbau und gegen Drogenmissbrauch.
Aus der Traum für geplantes TM-Center?
Rheinsberger Stadtverordnete
wollen Bauprojekt
der «Transzendentalen
Meditation» stoppen
Von K. Jahr-Weidauer
Rheinsberg - Die Ansiedlung einer Ayur-Veda-Klinik mit Hotel, Hunderten von Wohnungen sowie einem Akademiekomplex der Transzendentalen Meditation (TM) in Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) scheint zu platzen. Bürgermeister Manfred Richter (SPD) berief eine Sondersitzung der Rheinsberger Stadtverordneten für den 26. Oktober ein. Einziges Thema: die Ansiedlungswünsche von TM. Geklärt werden soll endgültig, ob sich TM in der Stadt Rheinsberg niederlassen darf oder nicht. TM gilt bei vielen als eine sektenartige Vereinigung. Besonders die Amtskirchen lehnen die Praxis von TM ab. Die weltweit operierende Meditationsbewegung hat nach eigenen Angaben zirka fünf Millionen Anhänger. In Deutschland sind es 160 000 Menschen, die sich der Transzendentalen Meditation geöffnet haben.
Rheinsbergs Stadtverordnete hatten im September mit zehn (Für Rheinsberg/FDP, SPD, PDS) gegen sechs Stimmen (CDU, Bürgerverein) einem entsprechenden Antrag der «Maharishi Universität für vedische Wissenschaft» GmbH zugestimmt. Es sollten insgesamt 200 Millionen Mark investiert werden.
«Dieser Beschluss steht jetzt auf dem Prüfstand und müsste rückgängig gemacht werden», sagte Manfred Richter der Berliner Morgenpost.
«Durch die Berichterstattung in den Medien über die geplante Ansiedlung ist in Rheinsberg und Umgebung eine große Unruhe entstanden», so Richter. Neben Printmedien hätte auch das ORB-Fernsehen berichtet und ein negatives Stimmungsbild vermittelt. «Eine sachliche Argumentation und eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Projekten des Investors ist unter diesen Umständen in Rheinsberg nicht mehr möglich», so Richter weiter. Es gebe vorgefasste starre Meinungen, die nicht zu erschüttern seien.
Er sei mit seinem Vorstoß der Sondersitzung jetzt um Schadensbegrenzung bemüht. Schon einmal habe die Stadt mit einem potenziellen 100-Mio.-Mark-Investor Schiffbruch erlitten. Die Interconti-Gruppe, die sich ebenfalls in Rheinsberg ansiedeln wollte, sei damals durch die tendenziöse Medienberichterstattung verprellt worden, so Richter. Dennoch hofft er, dass es «die kleine Lösung» von Ayur-Veda-Klinik und Hotelbetrieb für die Stadt noch geben könne. In dieser Woche wollte Horst-Rainer Witt, Berliner Steuerberater, die Pläne für das TM-Vorhaben den Stadtoberen vorlegen.
Der Geschäftsführer der Bad Emser
Ayur-Veda-Klinik, Lothar Pirc, will die neue Entwicklung abwarten. «Wenn
man uns in Rheinsberg nicht haben will, dann akzeptieren wir die Entscheidung
und bleiben eben weg», so Pirc. Sollten aber die Stadtverordneten
bei dem gefassten Beschluss vom September bleiben und Klinik und Hotel
wünschen, dann werde es wohl bei der Investition von 20 Mio. Mark
bleiben.
Kaum war das Rheinsberg-Projekt geplatzt,
wurde im benachbarten Kleinzerlang die "Marina Wolfsbruch" geplant.
Gesellschafter war auch der Eigentümer
des Parkschlösschens
in Traben-Trarbach.
Daraufhin entstand der Verdacht, dass
dort ebenfalls eine Maharishi-Einrichtung geplant werde.
Ein Maharishi-Zenrum wurde allerdings
nicht daraus.
Unklar blieb, ob dies nie geplant war
oder ob der massive Protest dies verhindert hat.
Es blieb bei einer Marina.
Das Milliardenprojekt beim Scharmützelsee
Der Scharmützelsee liegt etwa 60 Kilometer
südöstlich von Berlin. Die Städte Wendisch Rietz, Ahrensdorf,
Glienicke, Beeskow in der Verwaltungsgemeinschaft Buckow liegen in der
Umgebung des Sees.
| Märkische Oderzeitung 18.2.92
Das Licht am Ende des Hinterkopfes In Wendisch Rietz residiert seit fast einem halben Jahr eine Gliederung der TM-Sekte - dank freundlicher Vermittlung durch das Bundeswirtschaftsministerium. Wenige Kilometer weiter, zwischen Ahrendsorf und Glienicke, plante TM eine "Maharishi-Stadt der Unsterblichkeit“ für 10 000 Einwohner: Investitionsvolumen: eine Milliarde DM. "Wie die schon aussehen.“ Die Wirtin ist nicht gerade erbaut über die neuen Bewohner des Ferienparks. Was die Frau jedoch stört, ist keinesfalls das ungewohnte Äußere - die weißen Einheitsstrickmützen, die helle Kleidung und diese gewisse freundliche Weltentrücktheit im Blick. Das wahre Unglück heißt: "Die trinken keinen Tropfen Alkohol und essen vegetarisch.“ Ein Raum für Yoga-Übungen Der Unmut scheint verständlich. Denn nicht nur ein paar Gastwirte, sondern fast alle in der 1100-Einwohner-Gemeinde am Scharmützelsee sind von denen abhängig, die im ehemaligen Jugenderholungszentrum der FDJ Quartier machen. Warum dort seit über emem Jahr so gut wie nichts los ist, begreift niemand so richtig. Nicht einmal Udo Arndt, der das einstige Ferienparadies mit 1300 Betten, zahlreichen Restaurants, Diskotheken und Freizeitsportanlagen leitet. In Zeiten der Modrow-Regierung dem Ministerium für Handel und Tourisms unterstellt, fiel der Ferienpark mit der deutschen Einheit in den Besitz der dem Bundeswirtschaftsministerium nachgeordneten Bundesvermögensverwaltung. Die soll nun das Gelände verkaufen - und tut sich schwer damit. Angesichts der unsicheren Perspektive - angezeigte Eigentümerwechsel verzögerten sich von Quartal zu Quartal - machten die großen Reiseveranstalter einen Bogen um das ansonsten lukrative Anwesen. Insofern war Udo Arndt recht froh, als sich im Spätsommer vorigen Jahres ein Herr Mehling von der "Deutschen Gesellschaft für Ayurveda“ aus Berlin vorstellte und sich nach Unterbringungsmöglichkeiten für eine Studentengruppe erkundigte. Bedingung wäre ein größerer Raum für "Yoga-Übungen“. Kein Problem. Der Einbuchungsvertrag (50 000 DM monatlich) wurde zunächst bis Dezember abgeschlossen, dann bis Ende März verlängert. Und möglicherweise wird noch ein Quartal drangehängt, falls, so das vorgesetzte Bundeswirtschaftsministerium, bis dahin keine lukrativere Belegung gebucht worden sei. "Mit dem Vertrag hat alles seine Richtigkeit“, weiß Udo Arndt. Für seinen Vorgesetzten aus dem Bundeswirtschaftsministerium, Lothar Tautz, fällt das Seminar der Ayurveda-Gesellschaft unter "Schulungstourismus - als eine Möglichkeit, den Arbeitsstandort Ferienpark zu erhalten“. Dem von der Gesellschaft vorgelegten Seminarprogramm konnte Lothar Tautz "nichts Negatives abgewinnen". Außerdem hätte er das nicht inhaltlich zu beurteilen. Bedingung für den Einbuchungsvertrag sei es jedoch gewesen, daß die Vereinsmitglieder keine Werbung unter der Bevölkerung betreiben. Trotzdem hatte Lothar Tautz nichts gegen zwei Informationsveranstaltungen für die Wendisch-Rietzer: "Bevor irgendwelche Gerüchte entstehen, sollte da Offenheit herrschen.“ Aus Rückfragen bei der Sektenbeauftragten des Berliner Senats und bei der Evangelischen Kirche konnte Lothar Tautz keine Gründe herleiten, den Einbuchungsvertrag zu verweigern. Die letzte Bastion Monika Schipmann, Sektenbeauftragte des
Berliner Senats, kann sich sehr wohl an eine telefonische Nachfrage aus
dem Bundeswirtschaftsnunisterium erinnern, und sie kann sich auch ihrer
Antwort entsinnen. Postwendend schickte die Senatsbeamtin dem Nachfrager
eine Reihe einschlägiger Berichte, "aus denen man beim besten Willen
keine Empfehlung herauslesen kann.“ Im Gegenteil: Die "Deutsche Gesellschaft
für Ayurveda“, so Monika Schipmann, ist Teil der Bewegung "Transzendentale
Meditation“, vor der staatliche Stellen warnen. Mit höchstrichterlichem
Segen: Das Bundesverwaltungsgericht hält es in einem Urteil vom 23.
5. 1989 (Aktenzeichen 7 C 2.87) für erwiesen, daß es durch die
Meditationstechniken des Maharishi-Kultes zu psychischen Entgleisungen
oder sogar zu einer Zerstörung der Persönlichkeit kommen könne.
Deshalb dürfe die Bundesregierung auch warnen. Bei Warnung des Staates
vor gesundheitlichen Risiken liege die Schwelle
Name: Transzendentale Meditation (TM) bezeichnet die Meditationstechnik, theoretisch begründet als "Wissenschaft der Kreativen Intelligenz“. Gründer: Maharishi Mahesh Yogi. Geboren 1918 in Jabalpur/Indien. Von seinen Anhängern "Maharishi“ genannt. Titel: "Seine Heiligkeit“. Ziel: Die Verbreitung der TM-Technik um "unter der Schirmherrschaft der Weltregierung des Zeitalters der Erleuchtung das volle Potential jedes Menschen ... und eine ideale Gesellschaft zu verwirklichen.“ Statistik: Weltweit rund 2,5 Mio in TM Eingeführte, in Deutschland rund 100 000 Ayurveda-Aktivisten halten Deutschland für eine der letzten rückschrittlichen Bastionen, die den Segen jener Meditationstechnik noch nicht erkannt hat. Bei "Ayurveda“ (die TM-Technik ist einer von mehreren Ansätzen davon), soll es sich um "das älteste ganzheitliche System der Naturheilkunde“ handeln, das vom Begründer der TM-Lehre, Maharishi Mahesh Yogi wiederbelebt worden und inzwischen auf der ganzen Welt anerkannt sei. Ein großer Teil der Krankheiten sei streßbedingt und daher durch meditative Methoden heilbar. Das biologische Alter von Menschen, die TM betreiben, soll oft weit unter dem tatsächlichen liegen. Mit Religion hätte TM, so äußern sich Anhänger, nichts zu schaffen. Unter den Meditierenden befinden sich Menschen verschiedenster Konfession. Die Verkäuferin Rosemarie Wiesner zum Beispiel ist Katholikin. Zusammen mit rund einem Dutzend anderer Wendisch-Rietzer besuchte sie eine Informationsveranstaltung der Ayurveda-Gesellschaft im Ferienpark. Und zeigte, wie auch die Familie des CDU-Kreistagsabgeordneten Michael Carras, Interesse daran, diese Medltationstechnik zu erlernen. Zum Preis von 400 Mark nehmen die vier Einheimischen nun einen zehnstündigen Einführungskurs wahr. Rosemarie Wiesner kann bestätigen, daß Religion dabei keine Rolle spielt: "Ich mußte nicht die Seite wechseln.“ Als sie vor dem Bildnis "Seiner Heiligkeit Maharishl Ma-hesh Yogi“ niederknien sollte, wurde ihre Weigerung aus religiöser Überzeugung akzeptiert. Rosemarie Wiesner verweist darauf, daß die Migräne, unter der sie seit Jahren leidet, seit Beginn der Meditationsübungen merklich nachgelassen hat. Zahlreiche Berichte bestätigen, daß zunächst fast alle Meditierenden positive Erfahrungen mit TM machen. Ein Aussteiger erinnert sich: Frischluft im Gehirn "Bei der ersten Meditation hatte ich den Eindruck, mir wurden von oben beide Gehirnhälften auseinandergezogen; und so, wie es als angenehm empfunden wird, wenn man nach längerem Schnupfen zum ersten Mal wieder freier riechen kann, strömte nun Frischluft in das vormals offenbar verkleisterte Gehirn. Dann verlängerte sich mein Hinterkopf zu einem runden Tunnel, in den ich hineinschauen und an dessen weit entferntem Ende ich ein Licht sehen konnte...“ Mit der Zeit jedoch kommt es zu ungewollten Wesensveränderungen: "Meine Ausgeglichenheit war zu einer Schlaffheit geworden. Ich spürte, wie mein einzipes Ziel war, zu kosmischem Bewußtsein zu gelangen. Überhaupt hatte ich das Interesse an meiner Umwelt verloren ... Die Isolierung hatte mich beim Kragen gepackt ... Permanent strömten Gedanken durch meinen Kopf, ... nur bestand das Neue darin, daß alle diese Gedanken völlig ohne Zusammenhang auftraten. Ich konnte einfach keine Kontrolle mehr daruber bekommen. Die Gedanken begannen mich zu beherrschen, anstatt daß ich die Gedanken lenken konnte. Konzentration fiel mir immer schwerer. Ausdauer und Geduld verschwanden langsam ... Ich fing an, die Meditierenden daraufhin zu beobachten. Ich entdeckte überall dasselbe.“ Zunehmend berichten Psychiater und Psychotherapeuten über Menschen, die durch TM seelisch erkrankt sind. "Besonders unter jungen Menschen“, so heißt es in einer vom Institut für Jugend und Gesundheit Bensheim herausgegebenen Broschüre (der obiges Zitat entnommen ist), "die intensiv in der Bewegung mitarbeiten, Fortbildungskurse besuchen und die in sich geschlossene Lehre übernehmen, kann die Meditation Wirkungen entfalten, welche die TM-Organisation strikt verschweigt: Totale Abhängigkeit von der Meditation und Organisation (viele geben ihr Studium und ihren Beruf auf und arbeiten vollzeitlich in der TM-Bewegung - ohne Gehalt, ohne Kranken- und Sozialversicherung), seelisches und körperliches Zusammenbrechen, Unfähigkeit zu einem normalen Leben und schließlich die Entwicklung eines Geisteszustandes, der die Einweisung in psychische Kliniken erfordert - dort aber kaum mit Erfolg behandelt werden kann.“ Das Ei wird ausgebrütet Dessen ungeachtet ist das TM-Imperium weiter auf dem Vormarsch durch das neu zu gewinnende Ostdeutschland. Dabei erweist sich das, was gegenwärtig in Wendisch Rietz stattfindet, offenbar nur als ein Vorspiel dessen, was man an Aktivitäten der Sekte in Zukunft noch in der Region erwarten darf. Pfarrer Thomas Gandow vom Archiv für Religions- und Weltanschauungsfragen bei der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg, ein profunder Kenner der Szene, meint: "Die legen da in Wendisch Rietz nur das Ei, das sie erst ausbrüten wollen.“ Das heißt eine "Maharishi-Stadt der Unsterblichkeit“ für rund 7000 Erwachsene und 3000 Kinder. Wenn es nach dem Willen der TM-Gurus gegangen wäre, würden schon bald die ersten Bulldozer das Land zwischen Ahrensdorf und Glienicke (unweit von Wendisch Rietz) aufreißen. Und fast hätte es auch geklappt. Olaf Kempert, der Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft Buckow, zu der Ahrensdorf und Glienicke gehören, erzählt, daß sich Anfang November einige Herren im Gemeindebüro vorstellten, "die im Zusammenhang mit der Hannover-Messe 2000“ eine Modellsiedlung für modernes Wohnen errichten wollten. Zwei Wochen später lag eine detaillierte Projektbeschreibung auf dem Tisch, erstellt durch einen Bauunternehmer Karl Neubauer. 5 000 Arbeitsplätze sollten entstehen, die Baukosten wurden mit rund einer Milliarde Mark beziffert. Für "Die ideale Stadt“, wie sie die Projektanten nannten, waren 582 Wohngebäude vorgesehen, eine Universität, Einkaufszentren, Kindergärten, Spielplätze und Sportstätten. Die Gemeindevertreter waren begeistert. Über die Finanzierung sollten sich die Einheimischen keine Sorgen machen. Den Interessenten für ein "modernes Wohnen“ würde ein günstiges Finanzierungsangebot gemacht werden. Außerdem bestünde ja die Möglichkeit der Bezuschussung durch die Wohnungs- und Städtebauförderung und aus Mitteln des "Aufschwung Ost“. "Für die Region wäre das ein Riesenaufschwung gewesen“, sagt der Bürgermeister. Mit dem Begriff "Ayurveda-Gesundheitszentrum“ konnte die Gemeindeverwaltung zunächst jedoch nichts anfangen. Erst der Hinweis eines Gemeindevertreter., der über seine Erfahrungen bei einer TM-Informationsveranstaltung in einem Nachbarort berichtete, führte zu einer Anfrage bei Pfarrer Gandow, der dann die Volksvertreter aufklärte. "Im Westen kriegen diese Leute schon lange keinen Fuß mehr auf die Erde, und hier rücken sie an wie die Drückerkolonnen“, kommentiert Gandow das Geschehen. Dabei würden die Sekten davon profitieren, daß im Osten noch relativ wenig über sie bekannt ist, kaum Aufklärung betrieben wird und soziale und weltanschauliche Verunsicherung für stetigen Zulauf sorgt. Was das Ayurveda-Gesundheitszentrum betrifft, so sei das doch alles großer Schwindel. "Mit der wirklichen indischen Ayurveda-Medizin hat das überhaupt nichts zu tun.“ Da sei eine neunjährige akademische Ausbildung nötig und kein Wochenkurs. Daß man immer wieder hört, es funktioniere doch, ist schnell erklärt: Wer sich für etwa 6000 bis 8000 Mark in einen Meditationskurs einkauft, mag sich am Ende selbst nicht eingestehen, daß er sein Geld genauso gut hätte zum Fenster hinauswerfen können. Also beginnt man langsam, das, was man beim Meditieren gern wahrnehmen will, für die tatsächliche Wahrnehmung zu halten. So lange bis man das eine nicht mehr vom anderen unterscheiden kann. Ein Effekt, der von allen gleich empfunden, aber nicht ausgesprochen werde. "Wenn Sie eine genaue Vorstellung davon haben wollen“, rät Gandow, "lesen Sie noch mal das Märchen 'Des Kaisers neue Kleider‘.“ FRED PILARSKI
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1989:
Sasbachwalden-Breitenbrunnen im Schwarzwald
| Text der überdachten
Tafel auf der Abbildung rechts:
Maharishi-Instiut für
Ayur-Ved
Dr. Ulrich Bauhofer
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Beide Fotos stammen von 1989
Zuletzt konnte man in der Tagespresse
unter dem Titel "Versteigerung missrät zur Posse" lesen:
"Doch die Gläubigerbanken ...
wollen nach dem Konkurs der "Kurhotel Breitenbrunnen GmbH" und der "Maharishi
Institut für Ayur-Ved GmbH" der Eigentümer Elke und Klaus Aleff
noch Geld sehen – möglichst viel Geld. "
Der Verkehrswert soll "über fünf
Millionen Euro" betragen, das Mindestgebot für das gesamte Anwesen
zuletzt 150000 Euro.
Von etwa 1975 bis 1985 nutzte der Maharishi-Kult
das 1930 im Bauhaus-Stil entstandene Gebäude und versuchte 1981 vergeblich,
es zu kaufen. Erst danach wurde es unter Denkmalschutz gestellt. 1985 kaufte
das Land Baden-Württemberg den heruntergekommenen Komplex und investierte
20 Millionen Mark in die Wiederherstellung und Modernisierung.
Seit 1992 ist das Gebäude eine Tagungsstätte
der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg,
Dort ist heute eine Ausstellung mit Materialien
und Exponaten zur Geschichte des Hauses zu sehen.
Der nachfolgende text und das dazugehörige
bild stammen aus der Website http://www.hausaufderalb.de
Die Abbildung zeigt ein Zimmer mit einem
Maharishi-Plakat.
| Aus: http://www.hausaufderalb.de/geschichte/himmelsleiter.pdf
Maharishi Mahesh Yogi hatte die Meditationstechnik entwickelt, die von Mitte der 1970er bis Mitte der 1980er Jahre im "Haus auf der Alb“ gelehrt wurde: Die "Internationale Meditationsgesellschaft“ (IMS) betrieb im "Haus auf der Alb“ wie auch andernorts in Deutschland und Europa eine "Akademie für Transzendentale Meditation“. Im Foyer wurden "Flugstunden“ abgehalten, wenn fortgeschrittene Meditierende in die Kunst des "Yogischen Fliegens“ eingewiesen wurden. Im Haus wohnten neben der Familie des Akademieleiters auch einige Anhänger, zum Teil ebenfalls mit Familie. ... 1981 bemühte sich die Internationale Meditationsgesellschaft vergeblich, das "Haus auf der Alb“ zu erwerben. |
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Um 1985 kaufte der Maharishi-Kult bei Vlodrop in Holland eine früheres
Kloster. Zuletzt wurde dieses als Klosterschule benutzt, wie auch das Kloster
Marienberg in Boppard (>>).
Drt nahm Maharishi dann seinen Wohnsitz.
Einzelheiten unter http://www.AGPF.de/TM-Vlodrop.htm
Dazu auch: Maharishi-Kult
1983: Die heutige Justizministerin Däubler-Gmelin als unglaubwürdig
dargestellt
| Stuttgarter Zeitung 28.7.83
Am Projekt wird festgehalten Die Maharishi-Jünger hoffen auf einen Erfolg vor Gericht ekm. TÜBINGEN. Obwohl der Gemeinderat von Starzach und das Landratsamt in Tübingen die Gründung eines "Idealen Dorfes“ durch ein Kuratorium der Anhänger der Transzendentalen Meditation (TM) unter Hinweis auf die Vorschriften des Bebauungsplans und aus Sorge wegen der drohenden Überfremdung des Teilorts Wachendorf abgelehnt haben, halten die Jünger des Maharishi Mahesh Yogi an ihrem Projekt unbeirrbar fest, wie sie jetzt In Tübingen deutlich zu erkennen gaben. Die derzeitige Auslastung des seit 5 Jahren leerstehenden Hotels "Neckarhöhe“ mit 180 bis 250 Feriengästen zu Ferienkursen in Transzendentaler Meditation, die - je nach Kurs und Appartement - zu Vollpensionspreisen von 250 bis 450 Mark pro Woche durchgeführt werden, vertragen sich nach Meinung des Pressesprechers Malte Hozzel des "Kuratoriums für eine ideale Kulturund Gesellschaft e.V.“ mit der Baunutzung im Sinne des Bebauungsplans für das Wachendorfer Feriendorf. Nach einer Phase der Nutzung für Sommerferien der Anhänger der TM stellen sich die Sprecher des TM-Kuratoriums eine zwei- bis dreijährige Mietphase vor. Während dieser Zeit wollen, sie durch persönliche Kontakte und Aufkärung die "künstlich angeheizten Widerstände" gegen das Meditationszentrum abbauen. Dann soll eine Kaufphase eingeleitet werden mit dem Langzeitziel eines "Idealen Dorfes“ mit etwa 800 Elnwohnern als "Dorf im Dorf“. Einen konkreten Zeitplan für die Verwirklichung des Langzeitziels gebe es nicht, hieß es bei dem Tübinger Pressegespräch, und es müsse auch nicht unbedingt Wachendorf als Standort des "Idealen Dorfes" sein. Wachendorf biete sich für ihr Vorhaben eben an, weil es "ruhig und schön gelegen“ sei, wie der TM-Lehrer Joachim Roller aus Pforzheim unterstreicht. Die Anhänger der Transzendentalen Meditation erklärten ausdrücklich, daß sie ihre Wachendorfer Pläne nur mit und nicht gegen die einheimische Bevölkerung verwirklichen wollen, von einer "Überfremdung“ der Einheimischen könne nicht die Rede nein, auch nicht im kommunalpolitischen Bereich, da TM keine politische Zielsetzung habe. Gegen den Sofortvollzug des landratsamtlichen Verbots der Nutzung des Hotels als Heim für Ferienkurse von TM haben die Maharishi-Anhänger bekanntlich Klage beim Verwaltungsgericht Sigmaringen erhoben. Malte Hozzel ist zuversichtlich, daß die Sigmaringer Richter im Sinne der Kläger entscheiden. |
| Stuttgarter Zeitung 2.9.83
Sekten-Jünger erhalten recht Verwaltungsgericht entscheidet gegen Landratsamt ekm. TÜBINGEN. Die Maharischi-Jünger dürfen in. Wachendorf bleiben und auch weiterhin im Appartementhotel "Neckarhöhe“ im Feriengebiet Holzwiesen der Starzacher Teilgemeinde Kurse in "Transzendentaler Meditation“ (TM) abhalten: Anders als das Landratsamt Tübingen, das eine derartige Nutzung durch eine Verfügung mit Sofortvollzug unter Androhung eines Zwangsgeldes von 10000 Mark verbot, hält das Verwaltungsgericht Sigmaringen die Ferienkurse für vertretbar. Zwar steht die Enlscheidgng des Verwaltungsgerichts in der Hauptsache noch aus, in der Begründung des Beschlusses zur Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung des Widerspruchs der Maharishi-Jünger deutet die VII. Kammer des Verwaltungsgerichts aber ausdrücklich an, daß "der Widerspruch mit hoher Wahrscheinlichkeit Erfolg haben wird“. Ein Blick in Ferienkataloge zeige, daß die wochen- oder monatsweise Nutzung von Ferienhoteis geradezu typisch sei. Man dürfe, so die Sigmaringer Richter, einer solchen Verfügung keinen abstrakten Hotelbegriff zugrunde legen und, von einer "gehobenen Anlage des Beherbergungsgewerbes“ ausgehen, wie etwa von einem Großstadthotel mit hoher Besucherfluktuation. Die Meinung des Landratsamts, wonach die Ferienkurse eine "rechtswidrige Nutzung unmittelbar vorzubereiten“ geeignet seien, wertet das Verwaltungsgericht als "Behauptung“. "Dem Kuratorium für eine ideale Kultur und Gesellschaft“ der Maharischi-Jünger schwebte ursprünglich die Gründung eines "Idealen Dorfes“ mit 800 Einwohnern vor. Dieses Projekt hat die Organisation aber angesichts des heftigen Widerstandes der Gemeinde Starzach wieder aufgegeben. Ihr Sprecher Malte Hozzel bekundete gestern vor der Presse ein gewisses Verständnis für die Verfügung des Landrats in Tübingen, die er für "politisch“ hält; zugleich äußerte er seine Genugtuung über die Entscheidung des Verwaltungsgerichts. "Ideale Dörfer“ einzurichten, sei nach wie vor die Absicht der "Transzendentalen Meditation“, erklärte Hozzel weiter, am liebsten am Rande einer Gemeinde oder einer Stadt. Dies werde aber nicht gegen den Willen der Einwohnerschaft vorgenommen. Deshalb scheide Wachendorf aus, zumal eine Änderung der Nutzungsvorschrifben dort momentan nicht erreichbar sei. Binnen 14 Tagen werde das Kuratorium entscheiden, ob in Wachendort auch künftig Ferienkurse angeboten werden, wozu ein entsprechender Vertrag mit dem Eigentümer des Appartementhoteis erforderlich wäre. Die Auslastung des Hotels mit seinen fast 500 Betten habe 50 Prozent nie überschritten - nicht zuletzt wegen der ursprünglichen Gründungsabsichten für ein "Ideales Dorf“ und der öffentlichen Auseinandersetzungen darüber. Malte Hozzel registrierte deshalb mit besonderer Genugtuung, daß das Verwaltungsgericht an der Verfügung des Landratsamts das Fehlen einer Würdigung des erheblichen wirtschaftlichen und ideellen Interesses als "fehlerhaft“ bemängele; Regreßansprüche wegen der wirtschaftlichen Nachteile wolle das Kuratorium hingegen nicht stellen. |
| SCHWÄBISCHE DONAU ZEITUNG SÜDWEST
PRESSE 9.12. 1983
TM-Anhänger können noch auf ihr "ideales Dorf“ hoffen Verwaltungsgerichtsof entschied gegen Starzach Von unserer Tübinger Redaktion STARZACH, Kreis Tübingen (web). Die Anhänger des indischen Gurus Maharishi Mahesh Yogi dürfen weiterhin Kurse für Transzendentale Meditatien (TM) im Ferienhotel auf der Neckarhöhe im Starzacher Ortsteil Wachendorf halten. So entschied jetzt der Verwaltungsgerichtshof Mannheim im Streit zwischen den TM-Anhängern und der Gemeinde Starzach. Die Auseinandersetzung begann im Frühsommer dieses Jahres, als die Absicht des "Kuratoriums für eine ideale Kultur und Gesellschaft“ bekannt wurde, in dem leerstehenden Hotel und dem Ferienpark in der Nachbarschaft ein "ideales Dorf“ nach dem Vorbild der Guru-Siedlung Fairfield im US-amerikanischen Bundesstaat Iowa aufzubauen. Die Gemeinde widersetzte sich dem Vorhaben und erwirkte eine Verfügung des Landratsamtes Tübingen, die den Auszug der TM-Praktizierenden innerhalb einer Woche verlangte. Vor dem Verwaltungsgericht Sigmaringen hatten die TM-Leute allerdings Erfolg mit ihrem Widerspruch gegen den Sofortvollzug der landratsamtlichen Verfügung. Als die Behörde nun Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof einlegte, entschied auch diese Instanz zugunsten der TM-Anhänger. Die freuen sich jetzt über die Aussicht, "nun auch im nächsten Jahr wieder die Schönheit und Stille des Wachendorfer Landes genießen zu können“ und bereiten sich auf einen längeren Aufenthalt vor. Die Gemeinde hatte deswegen versucht, die neuen Bewohner des Hotels so schnell wie möglich auf die Straße zu setzen, weil sie der Auffassung ist, daß sie sich später einmal, wenn der Rechtsstreit in der Hauptsache entschieden ist, von dem unwillkommenen Mieter nicht mehr trennen kann. Jedoch deuten Wertungen des Verwaltungsgerichtshofs jetzt schon darauf hin, daß die Rechtsposition der Gemeinde der gerichtlichen Prüfung nicht standhalten könnte. Die höchste baden-württembergische Verwaltungsgerichtsinstanz äußerte erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit des gegenüber den TM-Anhängern ausgesprochenen Verbots der Kreisbehörde, weil diese von irrtümlichen Voraussetzungen ausgegangen sei und ihr Ermessen "fehlerhaft ausgeübt“ habe. Dennoch sieht Starzachs Bürgermeister Manfred Dunst Prozessen zuversichtlich entgegen. Er setzt auf das Versprechen der TM-Anhänger, die erklärt hatten, das "ideale Dorf“ nicht gegen den Willen der Bevölkerung aufzubauen. Die Bürger seiner Gemeinde seien,
sagte Dunst, nach wie vor gegen das Projekt. Wenn sie sich derzeit so ruhig
verhielten, dann deswegen, weil sie erst die richterlichen Urteile abwarten
wollten.
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Am 29. Juli 1981 haben zwei Kaufleute aus dem Rheinland das ehemalige Kloster Marienberg - die ehemaligen Ursulinenschule - in Boppard für 1,7 Millionen DM gekauft. Geplant war angeblich ein Altenheim, so zumindest einer der Käufer. Das sei jedoch nicht zu realisieren gewesen, weil der Umbau 10 Millionen DM gekostet hätte. Das Gebäude wurde an eine Organisation der Maharishis verpachteten, die damals noch ausschliesslich unter ‘Transzendentalen Meditation“ auftrat.
1983 wurde darüber eine Broschrüe veröffentlicht:
Jürgen von Wnuk-Lipinski:In der Einleitung heisst es:
Transzendentale Meditatin im ehemaligen Kloster Marienberg in Boppard.
Fakten und Reaktionen.
Aktion Jugendschutz Katholische Landesarbeitsselle Rheinland-Pfalz
"Dieser Vorgang fand insbesondere in der lokalen Öffentlichkeit starke Beachtung und löste teilweise heftige Kontroversen aus.
Mit dieser Broschüre wird der Versuch unternommen, wesentliche Fakten und Positionen zu dokumentieren und so dem Leser eine Meinungsbildung zu ermöglichen."
1984 verschwanden die Maharishis wieder.