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AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit e.V., Bonn

Die Bensheimer Studie 1980:
Differentielle Wirkungen der Praxis der Transzendentalen Meditation (TM)
Eine empirische Analyse pathogener Strukturen als Hilfe für die Beratung
Institut für Jugend und Gesellschaft Bensheim
Teil 3:  Kapitel 4.4 bis 4.6



 
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Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/TM-Bensheim3.htm Zuletzt bearbeitet am 6.5.2001

 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
4.4 Auswirkungen der TM im sozialen Bereich 99
4.4.1 Gestaltung des privaten Lebensbereichs und der sozialen Beziehungen vor der TM-Zeit 99
4.4.1.1 Hobbies, Interessen, Neigungen 99
4.4.1.2 Engagement in der Freizeit 100
4.4.1.3 Kommunikationsverhalten 101
4.4.2 Auswirkungen der TM auf das soziale Feld 102
4.4.2.1 Veränderungen im Tagesrhythmus 102
4.4.2.2 Veränderungen in der Interessenlage 103
4.4.2.3 Veränderungen im Beziehungsgeflecht 106
 Sozialverhalten in der Familie 106
 Sozialverhalten der Ehepartner 108
4.4.2.4 Veränderungen im Konfliktverhalten 111
4.4.2.5 Veränderte Außenbeziehungen 113
 4.4.3 Persönlichkeitsprofil 116
 4.4.3.1 Vorbemerkung
 4.4.3.2 Allgemeine Auswertung 117
 4.4.3.3 Einzelauswertungen 121
 4.4.3.4 Vergleichende Auswertung 130
 4.4.4 - Z u s a m m e n f a s s u n g - 130


 4.5 Auswirkungen der TM im Bereich schulischer und beruflicher Leistungen 132
 4.5.1 Schulische und berufliche Leistungen vor der TM-Zeit 132
 4.5.2 Veränderungen im Leistungsbereich 133
 4.5.2.1 Konzemtrationsfähigkeit 133
 4.5.2.2 Leistungsanforderungen 134
 4.5.3 Berufliche und schulische Laufbahn 135
 4.5.4 - Zusammenfassung 137
 4.6 Auswirkungen der TM im Bereich psychischer und physischer Gesundheit 137
 4.6.1 Vorbemerkung 137
 4.6.2 Gesundheitszustand der untersuchten Gruppe vor der TM-Zeit 138
 4.6.3 Körperliche Beschwerden und Krankheiten während der TM-Zeit 139
 4.6.4 Seelische Störungen und Krankheiten während der TM-Zeit 143
 4.6.5 Auslösesituationen für psychische Erkrankungen 149
 4.6.6 - Z u s a m m e n f a s s u n g - 151


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Der Text wurde gescannt und in das HTML-Format umgesetzt von Ingo Heinemann. Die korrekte Übertragung der Zahlen wurde nicht durchweg nachgeprüft, ist jedoch in den meisten Fällen an den Tabellen nachzuprüfen. Bei Unklarheiten oder sinnentstellenden Fehlern bitte ich um Benachrichtigung unter Ingo.Heinemann@t-online.de



Bensheimer Studie 1980, Albrecht Schöll und andere, Seite 99

4.4. Auswirkungen der TM im sozialen Bereich

Die untersuchte Gruppe wurde zunächst nach dem Sozialverhalten vor der TM-Zeit befragt, um es mit dem Sozialverhalten während der TM-Zeit vergleichen zu können. Gruppe 3 (Ehepartner) wird z.T. gesondert dargestellt, da sie spezifische Veränderungen im Sozialbereich aufzeigt.
 

4.4.1. Gestaltung des privaten Lebensbereichs und der sozialen Beziehungen vor der TM-Zeit

4. 4.1.1 .Hobbies, Interessen, Neigungen

Tabelle 28: Interessen vor der TM-Zeit (Mehrfachnennungen möglich)

Überdurchschnittlich hoch war bei den potentiell Meditierenden das Interesse am Reisen, Musik und Theater. Auffallend gering ist das Interesse am Fernsehen; die Hälfte (27) gab an, daß TV bei ihnen keine Rolle gespielt habe, für weitere 25% (13) eine geringe. Nur bei 11% (6) spielte es eine große Rolle.



Bensheimer Studie 1980, Albrecht Schöll und andere, Seite 100

4.4.1.2. Engagement in der Freizeit

Tabelle 29: Engagement vor der TM-Zeit (Mehrfachnennungen möglich)

Bei den potentiell Meditierenden handelt es sich um eine Gruppe, die ca. zu je einem Fünftel in einer der in Tabelle 29 dargestellten Bereiche engagiert war. Etwa die Hälfte engagierte sich zu den bestehenden Beziehungen in der Verwandtschaft und im Freundeskreis auch außerhalb in Verein, Kirche und Politik.



Bensheimer Studie 1980, Albrecht Schöll und andere, Seite 101

4.4.1.3.  Kommunikationsverhalten

Tabelle 30: Kommunikationsverhalten vor der TM-Zeit

Die überwiegende Mehrheit (82%) hatte vor ihrer TM-Zeit keine Langeweile. Auch die Kommunikationsbereitschaft war ausgesprochen hoch. Durchschnittlich 70% (46) gaben an, gern diskutiert zu haben. Sie waren an den verschiedensten Themen interessiert, konnten aufmerksam zuhören und sachlich argumentieren.

Insgesamt handelt es sich bei den Meditierenden um Personen, die vorher vielfältig interessiert, geistig rege und aufgeschlossen waren. Auch hatten sie, wie in Tabelle 34 und 35 dargestellt, zum größten Teil gute bis sehr gute Beziehungen zur Familie und zu Freunden.



Bensheimer Studie 1980, Albrecht Schöll und andere, Seite 102

4.4.2. Auswirkungen der TM auf das soziale Feld

4.4.2.1. Veränderungen im Tagesrhythmus
 

Tabelle 31: Veränderungen im Tagesablauf (Mehrfachnennungen möglich)

Bei 90% (61) veränderten sich die Eß-, Schlaf- und/oder Arbeitsgewohnheiten. 41 Meditierende veränderten in gravierender Weise ihre Eßgewohnheiten, was in etwa damit übereinstimmt, daß 45 Meditierende zu strengen Vegetarieren wurden. Dieses Ergebnis zeigt, daß alle drei befragten Gruppen erst dann eine Veränderung der Eßgewohnheiten angaben, wenn ein extremer Vegetarismus vorlag. Mit 82% haben sich die Schlafgewohnheiten am stärksten verändert.

Beispiele:

"Sie war nur noch wochenweise im Haus. Ist zuletzt ausgezogen. Die Kinder wurden von meiner Frau völlig vernachlässigt.“ (3/67)

"Wenn mein Mann abends ins Bett ging, hat er mich auch dazu gezwungen. Ich mußte Schlaftabletten nehmen, sonst konnte ich nicht schlafen. Morgens gab es Schwierigkeiten, da er bereits seine Übungen machte und ich mich nicht dagegen wehren konnte.“ (3/67)

"Meine Frau war ständig müde, hat ständig geschlafen, zum Teil bis 12 Uhr, ging aber abends bereits um 22 Uhr ins Bett. Sie hat nicht die Nerven gehabt, sich um das Kind zu kümmern, das 14 Monate alt war. Ich mußte vormittags von der Arbeit kommen, um das Kind zu versorgen. Sie kümmerte sich auch nicht um das Frühstück, ging nicht mehr aus dem Haus, z.B. zur Krankenkasse, nur um meditieren zu können.“
(3/67)




Bensheimer Studie 1980, Albrecht Schöll und andere, Seite 103


 
"Er ist manchmal einen ganzen Tag im Zimmer gewesen, obwohl viel zu arbeiten gewesen ist, im Gegensatz zu früher. Das war für ihn wie ein Zwang, daß er nicht mehr arbeiten konnte. Er meinte, daß das nicht richtig wäre, was er vor der TM gemacht hatte, er wollte von der Familie weggehen.“ (1/67)

"Er nahm in keiner Weise mehr am Familienleben teil. Machte sich das eigene Essen.“ (1/67>

"Ich hatte oft Bauchschmerzen und war oft krank. Habe viel mehr geschlafen.“ (2/67)

"Wenn das Baby gewickelt werden sollte und es war TM-Zeit, mußte das Baby warten.“ (2/67)

"Ich litt an Schlaflosigkeit und führte ein unregelmäßiges Leben.“ (2/67)

"Hatte geregelteren Tagesablauf, wurde naturangepaßter. Die Natur wurde mir mehr vertraut als Menschen und ich mir selbst.“ (2/67)

4.4.2.2. Veränderungen in der Interessenlage

Tabelle 32: Interessen vor der TM-Zeit

Auf die Frage "Haben sich die Interessen vor der TM-Zeit verändert?“ gaben 76% (48) an, daß sie abgeflacht seien; nur bei 5% (3) hat sich die vorherige Interessenlage gesteigert. Im Gegensatz dazu zeigten 91% (57) ein starkes Interesse an TM, d.h., sie entwickelten eine andere Motivations- und Antriebsstruktur während der TM-Zeit und verlagerten alles Interesse auf TM.



Bensheimer Studie 1980, Albrecht Schöll und andere, Seite 104

Beispiele:
 

"Mein Mann konnte im Fernsehen keine Katastrophen mehr sehen. Sein Interesse für Politik war völlig abgeflacht.“ (3/6 6)

"Bei Diskussionen oder nach Fernsehnachrichten war der einzige Kommentar: dort müßten ein paar TM-Lehrer hin!“ (3/66)

"Ich habe gar nichts mehr gemacht; ich saß nur noch zu Hause, saß da und dachte, las über Spiritismus, hatte Denkzwänge und kein Interesse zu irgendwelchen Aktivitäten.“ (2/66)

"Es bezog sich alles immer auf die Weltanschauung der TM, der TM-Aktivitäten und der TM-Kurse.“ (2/66)


Tabelle 33: Die Rolle der TM in Gesprächen

Bei 77% (50) spielte die TM eine starke bis sehr starke Rolle in Gesprächen, bei 8% wurde das Gespräch als normal bezeichnet und 15% haben nicht darüber gesprochen. Bei Gruppe 2 liegen die Werte etwas niedriger. Ein Vergleich zwischen Meditanten und Insidern zeigt, daß diese Variable in dem Maß an Bedeutung gewinnt, in dem einer in die TM eingestiegen ist. Für 93% der Insider spielte die TM in Gesprächen eine starke bis sehr starke Rolle, im Gegensatz zu 48% bei Meditanten.

Aus den qualitativen Aussagen wird ersichtlich, daß Außenstehende diese Gespräche über TM oft als phrasenhaft, mechanisch und indoktrinierend empfinden. ("Er redete wie eine Schallplatte, immer nur in Wiederholungen.“) Ehemalig Meditierende sprechen in ihren Aussagen häufig von positiven Auswirkungen. Ihrer Meinung nach konnten sie



Bensheimer Studie 1980, Albrecht Schöll und andere, Seite 105

besser zuhören und führten keine oberflächlichen Gespräche mehr.

Was für Meditierende wichtig ist, ist für Außenstehende oft bedeutungslos. Hier kommt wieder die veränderte Wahrnehmung zum Ausdruck. Erst langsam wird das von der TM übernommene Wahrnehmungsraster nach Loslösung von der TM abgebaut. Zu diesem Phänomen die Tonbandaussage einer ehemalig Meditierenden:
 

"Ich hatte große Schwierigkeiten mit meiner Mutter. Ich habe ihr erklärt, was das für positive Auswirkungen hätte, aber. sie meinte, das könne sie überhaupt nicht finden. Sie fand mich in mich gekehrter. Sie kann sich sehr stark auf jemanden einstellen. Heute glaube ich ihr das alles. Ich würde egoistischer sein, ich würde mich nicht mehr um die Familie kümmern. Sie konnte keine positiven Auswirkungen feststellen und meinte, ich sei völlig isoliert. Ich sehe das heute auch so, denn ich hatte ja durch die TM ganz viel mit mir selber zu tun, und ich konnte mich gar nicht mehr so auf die Leute einstellen.“ (2)


Beispiele für den Gesprächsstil:
 

"Der Gesprächsstil hat sich eingeengt, sie wurde aggressiver und intoleranter. Bei der Scheidungsklage war die Verhandlung vor dem Gericht und meine Frau machte die TM zum Hauptthema, sehr zu ihrem Nachteil. Sie sagte, wenn der Ehemann meditieren würde, würde sie sofort zurückkommen.“ (3/64)

"Der ganze Gesprächsstil hatte einen missionarischen und indoktrinierenden Charakter.“ (3/64)

"Hat eine primitive Sprache angenommen - konnte sich schwer artikulieren ... entweder Kopf leer oder sehr voll.“ (1/64)

"Der Gesprächsstil hatte sich verändert, indem ein zwanghaftes Reden über TM auftrat. Ob vom Essen oder der Straßenverkehrslage geredet wurde, alles mündete in TM. Wenn Besuch kam, der gar nichts mit TM zu tun hatte, wurde er überredet, TM zu machen.“ (1/64)

"Der Gesprächsstil änderte sich dadurch, daß er sehr rechthaberisch wurde und als einziges die TM als Wahrheit ansah, und er versuchte fanatisch, jeden zu missionieren.“
(1/64)

"Oberflächliche Gespräche wurden ad acta gelegt - kein Interesse mehr dafür - man sprach über tiefschürfende Dinge, die von Bedeutung waren und wo man dahinter stand.“ (2/6 4)




Bensheimer Studie 1980, Albrecht Schöll und andere, Seite 106


 
"Unkonzentriert - habe Wörter vergessen, das Stottern hat sich verstärkt.“ (2/64)

"Leiser, sensibler Umgangston. Alles war ein bißchen sachter. Wir grüßten uns mit dem Gruß JAY GURU DEV.“ (2/6 4)

"Man hörte auf, die Sprache zu verwenden.“ (2/64)

4.4.2.3. Veränderungen im Beziehungsgeflecht
 

In diesem Abschnitt werden die Gruppen 1 und 2 von der Gruppe 3 getrennt dargestellt, da sich bei den meditierenden Ehepartnern eine besondere Problematik ergibt.
 

Sozialverhalten in der Familie

Tabelle 34: Soziale Kontakte innerhalb der Familie vor und während der TM-Zeit

Vor der Einführung in die TM nahmen 81% (46) mehr oder weniger aktiv am Familienleben teil. Nur 16% zogen sich zurück. Während der Zeit in der TM waren es nur noch 43% (23), die am Familienleben noch in irgendeiner Weise teilnahmen. Dafür zogen sich 57% (31) völlig von der Familie zurück. Der Median verschiebt sich von 1,667 vorher auf den Wert 3,629 während der TM-Zeit. Hatten also vor dieser Zeit die meisten noch aktiven Anteil am Familienleben, bauten



Bensheimer Studie 1980, Albrecht Schöll und andere, Seite 107

sich die Familienbeziehungen der Meditierenden deutlich ab.

Ein Vergleich zwischen Meditanten und Insidern ergibt, daß 66% der Insider und 42% der Meditanten sich vom Familien- leben zurückgezogen haben. Die Ursache für den Verlust der Sozialbeziehungen in diesem Raum kann nicht allein im subkulturellen Milieu der TM-Bewegung gesucht werden, sondern liegt bereits in der Meditationsart und der sie begleitenden Praxis begründet.
 

Beispiele
 

"Die Situation zu Hause wurde immer schlimmer. Ich hielt mich zu Hause kaum noch auf. Setzte mich ins Auto und fuhr zum TM-Lehrer. Ich vernachlässigte den Haushalt.“ (2/61)

"Ich war am Gespräch nicht mehr interessiert, zeigte Arroganz, weil meine Eltern nicht meditierten.“ (2/61)

"Er hat nur zu Meditierenden Kontakte gehabt - wenn er mit Freunden kam, die waren immer aus den Reihen der TM. Alles, was er sagte, war wie eine Schallplatte, immer Wiederholungen, immer dasselbe... Die Auseinandersetzung kam ja immer bei Familienzusammenkünften, und dann ist er meistens weggelaufen. Es gab nur noch ein Interesse und das war die Meditation - er lebte nur noch nach der Meditation und hat sich, als er hier zu Hause war, in keiner Weise an das Familienleben angepaßt. Er hat auch gesagt, er könne durch die Meditation sein Hungergefühl unterdrücken, er brauche nicht normal zu essen, wie wir. Er sagte, man brauche dann nur noch zwei bis drei Stunden zu schlafen. Wenn er einige Zeit hier war, stand er nicht mehr so früh auf, sondern sein Leben war etwas verbummelt. Er sagte, er könne den Zigarettenrauch nicht vertragen und hat sich zurückgezogen. Er aß nur noch Reis, er hat alles abgelehnt, auch das Gemüse, weil ich da etwas Brühpaste dranmachte. Er sagte, er könne das nicht vertragen, das wirke auf ihn wie Alkohol - er wurde ein ganz großer Egoist, nur sein Glücklichsein und sein Wohl waren wichtig. Er war sehr empfindlich geworden ..." (1)




Bensheimer Studie 1980, Albrecht Schöll und andere, Seite 108

Schaubild 4 Soziale Kontakte innerhalb der Familie



Bensheimer Studie 1980, Albrecht Schöll und andere, Seite 109

Sozialverhalten unter Ehepartnern

In Gruppe 3 wurde den Befragten standardisierte Variablen vorgelegt, die auch Aufschluß über das Sozialverhalten des Ehepartners geben sollten. Die Values der Variablen waren unterteilt in:
 

1 sehr viel/ sehr intensiv/ sehr gut
2 viel/ intensiv/ gut
3 wenig/ durchschnittlich/ befriedigend
4 keine/ oberflächlich/ unbefriedigend


In Tabelle 35 sind für die Variablen die Mediane vor und während der TM-Zeit mit der entsprechenden Differenz angegeben. Der Wert 2,333 bedeutet z.B., daß die Aussagen einer Variablen zwischen viel und wenig liegen.
 

Tabelle 35: Sozialverhalten unter Ehepartnern (Wert als Median angegeben)

Die Variable "Zeit für den Ehepartner“ geht um 0,9 Punkte zurück, bedingt durch das Engagement in der TM-Bewegung. Das gemeinsame Gespräch, das schon vorher in dieser Skala am schlechtesten eingeschätzt wurde, bleibt in etwa gleich, da nun in der Ehe viel Gesprächsstoff über die TM vorliegt. Die emotionalen Beziehungen zum Ehepartner müssen im Zusammenhang mit den intimen Beziehungen gesehen werden. Beide Variablen verschlechtern sich während der TM-Zeit ausgesprochen stark ( um 1,00 bzw. 1,69 Punkte). Auch die Beziehungen zu den Kindern und die fürsorgliche Betreuung gehen deutlich ( um 1,25 bzw. 1,00 Punkte) zurück. Dies kann mit der schon beschriebenen Änderung des Wahrnehmungs-



Bensheimer Studie 1980, Albrecht Schöll und andere, Seite 110

rasters, verbunden mit einer zunehmend introvertierten Haltung erklärt werden. Die Beziehung zum Partner und zu den Kindern wird als Streß empfunden, der zu meiden ist, weil er die eigene Entwicklung hemmt. In diesem Zusammenhang ist auch der Rückgang bis hin zur völligen Verweigerung intimer Beziehungen zu sehen. Sie verursachen ein schlechtes Karma. Dahinter steht die allgemeine Vorstellung, daß monastisches Leben höher bewertet wird als das Leben eines sog. "Hausvaters“. Deshalb lassen sich auch überdurchschnittlich viel Meditierende von ihrem Partner scheiden, weil ihnen die alltäglichen Belastungen innerhalb der Familie zu groß werden. Die sich auffällig verschlechternden Beziehungen zu den Kindern verursachten in einigen Fällen erhebliche Entwicklungsstörungen.

Insgesamt zeigt sich eine deutliche Abnahme der Lebensqualität auf allen Ebenen. Die Liebes- und Beziehungsfähigkeit nimmt drastisch ab, in einigen Fällen bis zur völligen Beziehungsunfähigkeit. Gleichgültigkeit, vermindertes Interesse und geringeres Engagement für Kinder und Ehepartner werden konstatiert. In Extremfällen kommt es zur Scheidung und zur starken Vernachlässigung der Kinder.

Beispiele
 

"Ich hatte angefangen, intolerante Züge zu entwickeln -ich bin den Problemen anderer gegenüber gleichgültiger geworden. Ich hatte eher die Einstellung: die sollen doch für sich selbst auch was tun! Hochgradiger Egoismus und Egozentrik sind verbreitet. Die ganze TM richtet sich doch daran aus: mir soll es gut gehen, ich soll erleuchtet werden etc. ich, ich, ich ... Die Umwelt spielt keine Rolle .~ Die weltlichen Interessen sind weniger geworden, auch der Wunsch nach sportlicher Betätigung. Es war mehr Interesse da für religiöse und philosophische Fragen. Das Baby mußte später gewickelt werden, wenn TM-Zeit war oder Besucher mußten warten. Ich habe dann schon manchmal gesagt, die realen Dinge sind wichtiger als TM, aber bei meinem Mann war dann schon TM wichtiger.
Entgegen meiner eigenen Überzeugung habe ich mich mehr vom gemeinsamen Leben zurückgezogen. Neue Kontakte während der TM-Zeit habe ich nur mit Meditierenden geknüpft. Selbstbeweihräucherung - ein ständiges Belobigen, was für einen Stein der Weisheit man jetzt in der Hand hat und Erlebnisaustausch, wie toll die Eindrücke in der




Bensheimer Studie 1980, Albrecht Schöll und andere, Seite 111


 
Meditation waren und im Überlegen, wie man noch mehr Leute zum Meditieren bringen könnte und sich die Organisation ausbreiten könnte...“ (2)

"Seit einem Jahr hat sie die Kinder kaum gesehen. Nach fünf Monaten hat sie wieder für eine Stunde die Kinder gesehen. Während dieser Stunde hat sie 40 Minuten mit dem TM-Center telefoniert. Sie würde ohne TM zusammenbrechen... Mich (Ehemann) und ihren Vater hat sie auf Lebensunterhalt verklagt.“ (3/61)

"Die Mutter kümmerte sich nicht mehr um das Kind und ließ es weinen, wenn es irgendwelche Sorgen hatte... Die Mutter ist nicht mehr mit dem Kind auf den Spielplatz gegangen, es wurde die ganze Zeit in der Wohnung festgehalten, im Laufstall.“ (3/61)

"Die Familie ging ganz auseinander. Sie interessierte sich nur noch für TM und nahm sich gar keine Zeit mehr für den Ehepartner, sie lebte sich mit dem Kleinkind völlig auseinander, sie war nicht mehr fähig, das Kind anzusprechen, hatte auch gar keine Geduld mehr mit dem Kleinkind.“ (3/61)

4.4.2.4. Konfliktverhalten

Tabelle 36: Veränderungen im Konfliktverhalten

Knapp über ein Viertel (26%,16) wurde während der TM-Zeit aggressiver, wobei hier die Gruppe 3 mit 70% auffällt. 18% (11) wurden intoleranter, 18% (11) wollten Konflikte vermeiden, 10% (6) wollten Konflikte möglichst vermeiden, wurden jedoch im Konfliktfall noch aggressiver. 5% (3) waren überhaupt nicht mehr belastbar. 10% (6) blieben völlig unberührt und nur 5% (3) wurden insgesamt in ihrem Verhalten toleranter. Interessant ist, daß nur 10% (6) keinerlei



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Veränderung zeigen und 5% toleranter wurden. Auf alle anderen hatte TM einen graduell unterschiedlich negativen Einfluß. Bei der Mehrheit wurde das innere Gleichgewicht gestört.

Beispiele
 

"Mein Mann wirkte vorher sehr ruhig. Während der Meditation gab es jeden Tag Streit, Brüllen, Toben, Tassen wurden aus dem Fenster geschmissen und Uhren - das Ticken der Uhr störte ihn. Er brauchte absolute Ruhe und herrschte jeden an, der ihn störte.“ (3/65)

"Ist durch nichts mehr aus der Ruhe zu bringen, lächelt glücklich.“ (1/65)

"Fing an zu weinen, wenn er in die Enge getrieben wurde.“ (1/65)

"Er zeigte eine gewisse Gleichgültigkeit und sehr schwache emotionale Reaktionen.“ (1/65)

"Es trat in Konfliktsituationen eine starke Gleichgültigkeit für soziale Probleme auf.“ (1/65)

"In Konfliktsituationen meinte er immer im Recht zu sein und wurde in Worten und Gebärden aggressiv.“ (1/65)

"TM machte mich gefühlskälter - gelassener Egoismus.“ (2/6 5)

"Ich neigte eher dazu, gereizt zu werden, weil ich empfindlicher geworden war.“ (2/65)

"Ich habe mich nicht mehr so viel von Konfliktsituationen belasten lassen, intoleranter geworden.“ (2/65)




Bensheimer Studie 1980, Albrecht Schöll und andere, Seite 113

 4.4.2.5. Veränderte Außenbeziehungen

Tabelle 37: Soziale Beziehungen nach außen vor und während der TM-Zeit

55% (37) hatten vor ihrer TM-Zeit intensive Freundschaften und 30% (20) hatten zumindest einige Bekannte. Nur 6% (4) lebten sehr isoliert. Die relativ guten Außenbeziehungen kommen in dem Median von 1,405 zum Ausdruck.

Während der TM-Zeit haben nur noch 20% (13) intensive Freundschaften und 20% (13) einige Bekannte, hingegen leben 50% (33) sehr isoliert, in der Gruppe 3 sind es sogar 70%, während die Gruppe 2 noch die relativ besten Außen- beziehungen aufweist. Der Median verschlechtert sich um 1,595 Punkte auf den Wert 3,000.



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Schaubild 5 Soziale Beziehungen nach außen




Bensheimer Studie 1980, Albrecht Schöll und andere, Seite 115

Die Außenbeziehungen werden aus den gleichen Gründen vernachlässigt wie die Beziehungen in der Familie. Dafür werden im subkulturellen Milieu der neuen Bezugsgruppe wieder feste und intensive Kontakte geknüpft, wie aus nachfolgender Tabelle ersichtlich wird.

Tabelle 38: Wurden neue Kontakte geknüpft während der TM-Zeit?

89% (55) knüpften Kontakte ausschließlich zu Meditierenden, 2% (1) auch zu Nichtmeditierenden und 10% (6) zu beiden. Es fällt auf, daß in Gruppe 3 alle Meditierenden ausschließlich Kontakte innerhalb ihrer neuen Bezugsgruppe aufnahmen. Es ist ersichtlich, daß das Interesse für alles außerhalb der TM abnimmt. Auch verleiht das Zusammensein mit Gleichgesinnten eine gewisse Sicherheit. Bei den Kontakten mit Nichtmeditierenden reduziert sich das Interesse auf den missionarischen Aspekt. Die Kontakte unter den TM-Leuten werden in den qualitativen Aussagen oft als "sehr intensiv“ und "herzlich“ beschrieben. Zentrale Themen sind meistens TM und Meditationserlebnisse. Es wird viel gemeinsam meditiert. Die gemeinsamen Center-Abende sind der Anlaß, daß die Medi- tierenden in die esoterischen Lehren durch Erzählungen von TM-Lehrern, Gouverneuren und anderen Meditierenden eingeführt werden. Hier laufen in der Bezugsgruppe und durch die Erfahrung der Gruppenmeditation gruppendynamische Prozesse ab, die ein fast unmerkliches Hineinwachsen in Lehre und Wirklichkeitssicht intendieren.

Beispiele:
 

"...die haben dann manchmal abends zusammengesessen, da kam ein Gouverneur aus der Schweiz, in Schlips und Kragen, eine weltfremde Person, und erzählte uns etwas aus dem




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Weltall und von außerirdischen Sphären, und man hatte das Gefühl, man muß intelligent sein, um das zu begreifen. Mein gesunder Menschenverstand sagte mir, das ist Quatsch und wollte das auch nicht begreifen und habe mir dann lieber die Person angesehen und viel beobachtet. Keiner von den Gouverneuren war verheiratet, und ich habe mich gefragt, wie das kommt, ob die vielleicht keine Zweierbeziehungen eingehen können, wo wir doch gerade vorher gehört hatten, man könne sich intensiver auf den Partner einstellen. Die wirkten alle, als wenn sie nur für sich leben - wie Mönche fast. Ich habe das dann auch mal gefragt, ich habe aber nie eine klare Antwort bekommen, ich wurde immer übergangen, das war ein Gerede um den Brei herum und dann wurde man abgespeist mit dem Weltall. Sie wollten das Nirwana, das ist ja noch hinter dem Weltall, sprachen die...“ (2)

"...in dieser Zeit habe ich den besonderen Draht zu Meditierenden gehabt, das ist so ein Kreis, der hält enorm zusammen und schließt sich von anderen ziemlich ab. Das ist doch eigentlich verkehrt, denn wenn man es verbreiten will, dann sollte man doch dorthin gehen, wo Streß ist. Die Leute haben kein soziales Verhalten, möchte ich sagen, sie gehen nie irgendwo hin, wo Armut und Elend herrscht, denn dann könnte der Streß auf sie übergehen und das wollen sie nicht... Mir ist das mal passiert, als ich Rückenschmerzen durch Verspannung bekommen hatte und ich wollte, daß mir jemand den Rücken massiert, aber das machte niemand, denn man sagte, daß ist Streß und Entstressen und wenn wir das mit unseren Händen machen, dann geht der Streß in unseren Körper. Da war ich doch ziemlich erschrocken. Man hilft nicht gerne anderen...“ (2/6 3)

"Wir unterhielten uns über Treffen mit TM-Leuten, über Lehrgänge, über das, was wird, wenn man nicht mehr lebt, welche Erlebnisse ich hatte, wenn ich meditiert hatte.“ (2/63)

"Die TM-Lehrer in unserem Haus wollten keinen Kontakt nach außen, wegen der stressenden Situation und zeigten kein soziales Verhalten, sie spielten sich gegeneinander aus.“ (2/6 3)


4.4.3 Persönlichkeitsprofil

4.4.3.1 Vorbemerkung

Um die Einschätzung der Veränderung im persönlichen Bereich meßbar zu machen, wurde ein Profilbogen erarbeitet. (nähere Angaben dazu sind im Abschnitt 2.4 enthalten.) Die Grundlage für die Items des Profilbogens bildeten sowohl Eigenschaf-



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ten, die dem Meditierenden durch die Praxis der Meditation von TM zugesprochen werden, als auch Eigenschaften, die bei den Meditierenden eine hohe Rolle spielten. Daran sollte die Richtung eines möglichen Wandels der Person durch die Praxis der Meditation aufgezeigt werden.

70 Personen beantworteten den Profilbogen.

38 aus Gruppe 1 *
22 aus Gruppe 2
10 aus Gruppe 3
* In den Fällen, wo beide Elternteile das Persönlichkeitsprofil beantwortet hatten, wurde der Mittelwert beider Aussagen für die Auswertung verwendet.
4.4.3.2 Allgemeine Auswertung

Die allgemeine Auswertung beruht auf der durchschnittlichen Veränderung aller Eigenschaften, wie sie sich von der Phase l  (vor TM) zur Phase 2 (während TM) veränderten. Diese durchschnittliche Veränderung wurde in Schaubild 6 festgehalten. Die Items "Empfindlichkeit“, "Apathie“ und "Egoismus“ galten als Kontroll-Items. Das bedeutet, daß ihre Abnahme für das gesamte Bild der Persönlichkeit eine Verbesserung, ihre Zunahme jedoch eine Verschlechterung des Gesamtbefindens der Person anzeigt.



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 Tabelle 39: Persönlichkeitsprofil Gruppe 1, 2, 3



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  Schaubild 6: Vergleich der Phasen 1 u. 2 im Durchschnitt der Gruppen der Eltern, der ehem.Meditier., der Ehepartner




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Die Empfindlichkeit veränderte sich von + 1,100 (Phase 1) auf + 1,303 (Phase 2), somit um + 0,203 Punkte. Die Apathie stieg von - 1,282 (Phase 1) auf - 0,740 (Phase 2), was eine Veränderung von + 0,542 bedeutete. Ebenso nahm der Egoismus zu: er stieg von + 0,457 auf + 1,051, also um 0,594 Punkte. Alle drei negativen Eigenschaften nahmen im allgemeinen Durchschnitt an Bedeutung zu. Als Kontroll-Items geben sie damit einen ersten Hinweis auf die Tendenz des Gesamtbildes. Es ist eine Verschlechterung in den Eigenschaften der Persönlichkeit des Meditierenden von der Zeit vor der TM zur Phase während der Meditation festzustellen. Die Tendenz der Verschlechterung soll in einzelnen Auswertungen und Gegenüberstellungen erfolgen. Zuvor sei jedoch noch die Tabelle 39a erwähnt. Sie gibt die durchschnittlichen Daten der Veränderung wieder.

Tabelle 39a: Übersicht über die durchschnittlichen Veränderungen von Phase 1 zu Phase 2 für ehemalig Meditierende, Eltern und Ehepartner




Bensheimer Studie 1980, Albrecht Schöll und andere, Seite 121

4.4.3.3 Einzelauswertungen

Tabelle 39b: Persönlichkeitsprofil Gruppe 3 (Ehepartner)

Die Gruppe der Ehepartner lag in der Beurteilung des meditierenden Partners den Wertungen der Eltern sehr nahe. Das Item "Wirklichkeitssicht“ hat sich um 2,800 Punkte verschlechtert, und zwar von +0,600 auf -2,200. Wurde die gemeinsame Deutung der Wirklichkeit bei den Ehepartnern vor der Einführung in die TM als durchschnittlich erlebt, so war sie nun zum größten Widerspruch geworden. Den zweitstärksten Wandel gaben die Ehepartner in der Offenheit an. Hier verschlechterte sie sich um -2,800 Punkte, und zwar von +1,4 auf -1,4.

Offenheit als kommunikative Qualität war durch die Meditation abgebaut worden. Als non-verbale Eigenschaft des Verstehens und Mitteilens hatte sie sich in ihr Gegenteil gewandelt. Mit dem Verlust an Offenheit ergab sich für die Ehepartner gleichzeitig ein extremer Wandel in der Ehrlichkeit (-3,100). Diese starke Bewertung ist insofern von Bedeutung, da die Ehrlichkeit als eine der vertrauensbildenden Eckpfeiler jeglicher Zweierbeziehung durch die Meditation in keiner Weise stabilisiert oder gestärkt wurde.



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Dieser Mangel tritt noch deutlicher hervor, wenn man sieht, wie vergleichsweise gering der Wandel der Ehrlichkeit bei den Eltern (-1,776) und bei den ehemalig Meditierenden (-0,636) ausfiel. Eine andere Gruppe von Items wird durch ihren extremen Wandel interessant: die Kontaktfähigkeit veränderte sich um -2,600 Punkte, die Höflichkeit um -1,722 Punkte, die Wärme und Herzlichkeit um -2,200 Punkte. Diese drei Eigenschaften lassen sich als Momente der emotionalen Zuwendung beschreiben. Auch hier ist eine deutliche Abkühlung in der Beziehung zu verzeichnen, sobald einer der Ehepartner meditiert. (Schaubild 7)



Bensheimer Studie 1980, Albrecht Schöll und andere, Seite 123

  Schaubild 7: Vergleich der Phasen 1 u. 2 für die Gruppe der Ehepartner




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Tabelle 39c: Persönlichkeitsprofil Gruppe 1 (Eltern)

Bei der Beurteilung der Werte, wie sie die Eltern abgegeben haben, fällt ebenso die hervorstechend negative Bewertung der Begriffe "Wirklichkeitssicht“ und "Offenheit“ auf. Die beträgt beim ersten -3,224 und beim zweiten -3,255 Punkte. Wahrscheinlich ergaben sich hier zwischen den Eltern und ihren Kindern die größten Reibungsflächen. Für die Eltern gab es eine weitere Auffälligkeit, die durch die gemeinsame Tendenz der Items "Konzentration“ (-2,312), "Willensstärke“ (-2,190), "Arbeitsfreude“ (-2,826) und "Ehrgeiz“ (-2,103) umschrieben werden kann. Hierin spiegelt sich das Leistungsverhalten der Kinder als auch die Leistungserwartung der Eltern vermischt wieder. Da sich selbst die ehemalig Meditierenden während ihrer Zugehörigkeit zur TM im Leistungsverhalten schlechter einschätzten, scheint diese von den Eltern negative Veränderung gerechtfertigt. Auch in dieser Eigenschaft bewirkte die TM eine Verschlechterung und keine Steigerung und hat somit auch hier ihre Versprechungen nicht eingelöst (Schaubild 8)

Darin sind sich ehemalig Meditierende, Eltern und Ehepartner mit graduellen Unterschieden einig. Sowohl Kontaktfähigkeit (-2,431) und Zuverlässigkeit (-2,117), als auch Wärme und



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Herzlichkeit (-2,177) gingen nach Meinung der Eltern wesentlich zurück. Sie geben Hinweis auf die soziale Zuwendung der Kinder zu den Eltern. Es muß dabei jedoch ein möglicherweise verdeckter Ablösungsprozeß mit berücksichtigt werden. Dadurch hebt sich aber die Problematik der verstärkten Trennung und Abgrenzung nicht auf. Die Beurteilung der ehemalig Meditierenden in diesen Eigenschaften sind ein Anhaltspunkt für die Richtigkeit der Beobachtung.



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Schaubild 8: Vergleich der Phasen 1 u. 2 für d. Gruppe d. Eltern




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Tabelle 39d: Persönlichkeitsprofil Gruppe 2 (ehemalig Meditierende)

Die ehemalig Meditierenden waren in ihrer Selbstbeurteilung vorsichtig. (Schaubild 9) Sie legten zwar die Gesamtentwicklung ihrer Persönlichkeit während der Meditationsphase als negativ aus, ließen dabei aber die Fremderwartungen ihrer Umgebung wahrscheinlich außer acht oder schätzten sie gering ein. Aus diesem Grund traten bei ihnen nicht solche extremen Beurteilungen auf wie bei den Ehepartnern und Eltern. Außerdem waren sie lange nicht so tief in die TM eingestiegen, wie die Meditierenden in Gruppe 1 und 3. Es fällt auch hier auf, daß die Wirklichkeitssicht (-1,273) und die Offenheit (-0,955) einen relativ starken Wandel durch die Meditation erfuhren. Es ist anzunehmen, daß sich auch für sie in diesen Eigenschaften die größten Konfliktstoffe widerspiegelten. Ebenso zeigte sich, wie stark sie den Verlust an Humor bewerteten (-1,000), der als weitere Eigenschaft eine sehr hohe persönliche Bedeutung zu haben scheint. Dementsprechend wurde er auch bei den Eltern und Ehepartnern als Mangel bewertet. Als interessante Aussage ist bei der Eigenbewertung die Zunahme des Selbstbewußtseins und der Ausgeglichenheit mit +0,455 bzw. +0,636 Punkten zu nennen. Diese Beurteilungen scheinen jedoch nur in Bezug auf



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die Praxis der TM zu gelten, nicht generell, denn sie waren nur mit der gleichzeitigen Abgrenzung zu den Nicht-Meditierenden von Bedeutung.



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 Schaubild 9: Vergleich der Phasen 1 u. 2 für d. Gruppe der ehemalig Meditierenden



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4.4.3.4 Vergleichende Auswertung

In allen drei Gruppen galten die Wirklichkeitssicht und die Offenheit gleichermaßen als die auffälligsten Indikatoren für die negative Veränderung. Die Veränderung der Wirklichkeitssicht hat nach den bisherigen Auswertungen eine Abnahme der Offenheit zur Folge. Dies wirkt sich bei den Meditierenden in Gruppe 3 (Ehepartner) stärker in der emotionalen Zuwendung, in Gruppe 1 (Eltern), in der sozialen Zuwendung aus. Für die ehemalig Meditierenden bedeutete diese durch die Meditation bedingte Abgrenzung gleichzeitig eine Absicherung für ihr Selbstbewußtsein und ihre Ausgeglichenheit. Die Kritikfähigkeit war während der Phase der Meditation eindeutig zurückgegangen.

Dieser extreme Rückgang an positiven Verhaltensweisen steht in einem krassen Widerspruch zu den Versprechungen der TM.
 

4.4.4. Zusammenfassung
 




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4.5. Auswirkungen der TM im Bereich schulischer und beruflicher Leistungen

4.5.1. Schulische und berufliche Leistungen vor der TM-Zeit

Im Abschnitt 3.3.3. wurden die schulischen und beruflichen Leistungen vor der TM-Zeit detailliert dargestellt. Insgesamt lagen die schulischen Leistungen deutlich über dem Durchschnitt. Die Befragten waren mit ihrer schulischen und beruflichen Situation zum größten Teil zufrieden.



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4.5.2. Veränderungen im Leistungsbereich

4.5.2.1. Konzentrationsfähigkeit

Tabelle 40: Veränderungen in der Konzentrationsfähigkeit

Bei 56% (34) verschlechterte sich die Konzentrations- fähigkeit, bei 16% (10) wurde sie besser und bei 26% (16) blieb sie gleich. Bei der Gruppe 2 hielten sich die Verbesserungen und die Verschlechterungen die Waage, während in Gruppe 1 und 3 mehr als 70% in der Konzentrationsfähig- keit beeinträchtigt wurden. Die Verschlechterung in der Konzentrationsfähigkeit äußerte sich bei vielen in einer größeren Vergeßlichkeit, innerer Abwesenheit und Unfähigkeit zu kontinuierlicher Tätigkeit.

Beispiele:
 

"Sie konnte sich nicht mehr konzentrieren, depressive Phasen wurden immer länger.“ (3/75)

"Die ohnehin schwache Konzentrationsfähigkeit wurde noch schlechter.“ (3/75)

"Fünf Jahre lang konnte ich mich gut konzentrieren, die restlichen Jahre starke Konzentrationsschwäche.“ (2/75)

"Die Konzentrationsfähigkeit wurde eher schlechter als besser- zuhause habe ich nur noch das Allernötigste getan - habe mich nur auf die TM und die TM-Familie konzentriert.“ (2/75)




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4.5.2.2 Leistungsanforderungen

Tabelle 41: Leistungsanforderungen

In allen drei Gruppen verschlechterte sich insgesamt die Leistungsfähigkeit. Nur in Gruppe zwei hat sie sich bei einigen verbessert. Bei 61% (37) wurden Leistungsanforderungen schlechter bewältigt, bei 13% (8) wurde sie besser und bei 21% (13) blieb sie gleich. Die Aussagen der Probanden deuten auf Antriebsarmut und fehlendes Durchhaltevermögen hin.

Beispiele:
 

"Der Beruf wurde für ihn immer belastender. Er hat ihn aufgegeben.“ (3/74)

"Er wurde immer schwächer, es war ihm alles zuviel.“ (3/74)

"Er ist noch schwächer, leistungsunfähiger und antriebsärmer geworden, er ist gesundheitlich erbärmlich unten.“ (3/74)

"Keine Leistung mehr außerhalb der TM.“ (1/74)

"Das erste halbe Jahr nach der Einführung stiegen die Leistungen. Sie führte das auf TM zurück. Sie wurde aber dann unausgeglichener, und das fiel dem Lehrer auch auf. Sie bekam Konzentrationsschwierigkeiten.“ (1/74)




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4.5.3 Berufliche und schulische Laufbahn

Tabelle 42: Veränderungen in der beruflichen und schulischen Laufbahn

Im Durchschnitt wurde bei 58% (38) der Befragten die berufliche Laufbahn negativ durch die TM beeinflußt. Bei 40% (26) blieb sie gleich und nur bei einem Meditierenden hatte die Zugehörigkeit zur TM einen positiven Einfluß auf die berufliche Laufbahn.

Die Beschäftigung mit TM führt nur selten zu einem verstärkten Kräfteeinsatz im Beruf. Häufig ist es so, daß das Interesse am Beruf nachläßt, weil er z.B. als sinnlos empfunden wird. Oft werden Studium und/oder Beruf sogar abgebrochen, um alle Kräfte für TM freizuhaben.
 

Tabelle 43: Angaben über Beruf und Studium

42% (28) aller Befragten haben ihren Beruf bzw. das Studium aufgrund der TM-Zugehörigkeit aufgegeben, um voll- oder teilzeitlich für die Organisation zu arbeiten oder längere Kurse besuchen zu können. Es ist bezeichnend, daß gerade in der Elterngruppe, deren Kinder meditieren, 63% den Beruf oder das Studium aufgegeben haben, während es bei den



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ehemalig Meditierenden nur 22% sind. Dies kann als Indikator dafür gewertet werden, daß die Gruppe 1 wesentlich intensiver und auch engagierter in der TM-Bewegung tätig ist. Idealismus und der Glaube an die eigene Entwicklung als auch an die Evolution insgesamt, der von der TM-Bewegung kräftig gefördert wird, verleiten Meditierende dazu, ihren Beruf oder ihr Studium aufzugeben, um ohne Gehalt und Krankenversicherung für die TM-Bewegung jahrelang zu arbeiten. (Ein TM-Lehrer: "Wenn beides nicht möglich ist, Studium und TM, dann ist es besser, das Studium aufzugeben.“)

Aus den Interviews ist zu entnehmen, daß Meditierende von der TM-Bewegung wieder abgeschoben werden, sobald sie arbeits- oder zahlungsunfähig werden <s. Abschnitt 6.5).
 

Beispiele:
 

"Er hat alles stehen und liegen gelassen und nichts anderes mehr gemacht als TM. Er wollte sich damit eine neue Lebensaufgabe aufbauen. Er hat dann nach der Scheidung nur noch für die Meditation gelebt. Er läßt sich laufend vom TM-Arzt arbeitsunfähig schreiben, ist es aber im Grunde nicht. Er ist arbeitsunwillig laut Gerichtsaussage.“ (3/79)

"Er hat die berufliche Laufbahn abgebrochen, um vollzeitlich bei der TM zu sein. Er hat die Promotion nicht erreicht, obwohl er sie begonnen hatte. Er wollte auch keine Arbeitsstelle mehr, weil ihm das körperlich alles zu viel war.“ (3/79)

"Sie hat das Examen abgebrochen, um vollzeitig für TM tätig zu sein.“ (1/79)

"Er hat keine Kraft mehr zum Studium - wurde hypochondrisch, hat zuletzt das Studium abgebrochen.“ (1/79)

"Er hat seine berufliche Laufbahn unterbrochen und nach dem seelischen Zusammenbruch schließlich ganz abgebrochen - als Frührentner ausgeschieden.“ (1/79)

"Sie hat alle Versicherungen gekündigt, Versorgungsan- sprüche auszahlen lassen und ihr ganzes Eigentum aufgegeben, um an Geld zu kommen, damit sie nach Seelisberg gehen kann.“ (1/79)

"Er ist arbeitslos geworden, weil er fünf Jahre aus der Berufspraxis heraus war.“ (1/79)




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"Ich habe mein Studium unterbrochen und weiß immer noch nicht, was ich machen will.“ (2/79)

"Nach der Promotion vor dem Gouverneurskurs den Beruf abgebrochen.“ (2/79)

4.5.4 Zusammenfassung
 
  4.6 Auswirkungen der TM im Bereich psychischer und physischer Gesundheit

4.6.1 Vorbemerkung

Die Auswirkungen im gesundheitlichen Bereich waren in allen drei Gruppen etwa gleich stark. Im Gegensatz zu anderen, weiter oben beschriebenen Bereichen (Sozialverhalten,



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Persönlichkeit und berufliche Laufbahn), traten bei Meditanten und Insidern bis auf wenige Ausnahmen gleich starke Gefährdungen und Störungen auf. Verschiedene Indikatoren und die Analyse von Tonbandprotokollen deuten daraufhin, daß gesundheitliche Störungen durch die Meditation und das veränderte Wahrnehmungsraster zumindest begünstigt werden.
 

4.6.2 Gesundheitszustand der untersuchten Gruppe vor der TM-Zeit

Tabelle 44: Gesundheitszustand vor der TM-Zeit

36% (22) hatten in den letzten Jahren vor ihrer. TM-Zeit einen Arzt mehr oder weniger regelmäßig besucht. Bei Gruppe 3 waren es 70% (7). 6 von diesen 22 Personen waren in einer therapeutischen Behandlung, 8% (5) hatten Psychopharmaka, 6% (4) Schmerzmittel und 6% (4) Medikamente für die physische Gesundheit verschrieben bekommen. Die Personen waren u.a. wegen Heuschnupfen, Schilddrüsenbeschwerden, Nervosität, Depressionen, Magenschmerzen und Hormonstörungen in ärztlicher Behandlung. 77% (49) hatten keine Medikamente eingenommen.



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4.6.3 Körperliche Beschwerden und Krankheiten während der TM-Zeit

In der Befragung wurden körperliche Beschwerden erhoben, die erst während der Ausübung von TM auftraten, oder die sich während dieser Zeit deutlich verstärkten. Im einzelnen wurden folgende Krankheitssymptome und Beschwerden angegeben:
 

Tabelle 45: Beschwerden und Krankheiten von Meditierenden während der TM (Mehrfachnennungen möglich)

Bei 63% (42) der Meditierenden traten körperliche Beschwerden auf. Am häufigsten sind Magen-/Darmbeschwerden, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Nackenschmerzen eingetreten.

Der Berliner Mediziner Dr. Domeyer berichtet von ähnlichen funktionellen Störungen bei 20 bis 25 Patienten, die nach TM meditierten.
 
 

"...Kopfschmerzen besonders im Vorderkopf mit Konzentrationsstörungen, Engigkeitsgefühl im Bereich der Schilddrüse und Schluckbeschwerden, stenokardische und Atembeschwerden, gastritische Symptomatik sowie verstärkt auftretende prämenstruelle Beschwerden bei Frauen, bei Männern Mißempfinden im Prostatabereich. Dieses Beschwerdebild trat in kleinen Varianten bei allen Patienten auf, die mich aufsuchten, so daß ich einen merkwürdigen Gegensatz bemerkte, der sich einerseits in der Aussage der TM-Anhänger: ,seit ich meditiere, fühle ich mich in allen Dingen sehr viel besser‘, andererseits in dem beklagten Beschwerdebild darstellte, insbesondere, weil es sich bei näherem Befragen immer ergab, daß mindestens ein zeitlicher Zusammenhang zwischen dem Beginn des




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Meditierens und dem Auftreten der geklagten Beschwerden zu konstatieren war.“ ( Nr.6  7.2.79 Schweizerische Ärztezeitung)


Auch ein Schweizer Arzt hat in einer eigenen Untersuchung folgende Symptome bei meditierenden Patienten festgestellt:
 

"... eine Tendenz zu sprunghaftem nervösem Gedankenlaufen, Empfindlichkeit und Schlaffheit, soziale Isolierung, Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, eine monatelang andauernde therapieresistente Schlaflosigkeit verbunden mit Angstzuständen religiöser Natur sowie großer Ermüdbarkeit und Überempfindlichkeit im Alltag. Depression, Dysästhesien im unteren Wirbelsäulenbereich, Kreislauflabilität, unwillkürlichen Zuckungen in Gesicht oder Extremitäten.“ (Dr.P.Heusser: Schaden durch TM, Schweizerische Ärztezeitung, 7.2.79)


Sogar der TM-Bewegung sind jene Symptome bekannt, die durch TM verursacht werden, obwohl sie in der offiziellen TM-Forschung als Kontraindikationen der TM nicht benannt werden. In der für die Öffentlichkeit geheimen Checking-Anweisung heißt es:
 

Manchmal mag sich jemand über Druck an der Stirn, am Hinterkopf oder über Schmerzen an den Schläfen oder im Nacken beschweren, die während der Meditation auftreten.
Das kann zwei verschiedene Gründe haben:
1.  Irgendwo im Kopf, an irgendeiner Stelle, besteht ein schwacher oder geringfügiger Schmerz, der auf der groben Bewußtseins-Ebene nicht wahrgenommen wird und den man zu erfahren beginnt, wenn die Aufmerksamkeit jene feine Ebene erreicht. In solch einer Situation kann man nichts anderes tun, als das zu erfahren oder durch die Erfahrung dessen hindurchzugehen, wenn man den Schmerz zu fühlen beginnt. Diese Schmerzempfindung wird unweigerlich in jeder Meditation wieder auftreten, bis die Wunde vollständig geheilt, oder die Situation beseitigt ist. Über diese Situation könnte man auch sagen, die Erfahrung des Schmerzes während der Meditation entstehe aus dem Vorgang der Streßlösung. Die Formel lautet in diesem Fall: Nimm es wie es kommt und erlaube ihm, den Weg zu nehmen, den es gehen kann.
2.  Etwas Anstrengung zum Meditieren, ein Versuch das Mantra zu denken - eine Absicht, wenn auch nur schwach, das Mantra weiter zu denken oder irgend ein Gedanke daran, das Mantra weiter zu erfahren, oder sehr feine Stadien des Mantras zu erfahren - all das kann in einem Wort zusammengefaßt werden:
Anstrengung bei der Meditation.
Das kann ganz einfach beseitigt werden, indem man aufhört, das Mantra zu wiederholen, sobald man den Schmerz zu




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fühlen beginnt und einfach dasitzt und nichts tut bis der Schmerz verschwunden ist. Es mag vielleicht ein paar Sekunden, eine halbe oder eine Minute beanspuchen, dann beginnen wir wieder mit dem Mantra. Dieser Vorgang, mit dem Mantra in dem Moment aufzuhören, wenn in der Meditation der Schmerz aufzutreten beginnt, sollte bei beiden Situationen angewendet werden, bei 1 und 2. Man braucht nicht zu versuchen, herauszufinden ob die Kopfschmerzen aus der Situation 1 oder 2 herrühren, denn es gibt keine Möglichkeit, den genauen Grund dieser Schmerzempfindungen während der Meditation zu bestimmen. Jede Schmerzempfindung, die während der Meditation im Kopf, im Herzen oder irgendwo anders auftritt, wird in dieser Weise behandelt werden.
JAI GURU DEV


Die Deutung der Schmerzen in den Checking-Anweisungen ist eine religiöse Interpretation innerer Vorgänge, die aus dem Blasendiagramm und der Dharma-Lehre abgeleitet wird. Ein ehemaliger TM-Lehrer berichtet:
 

"Man hat die Schmerzen mit den Shakran-Energiezentren gedeutet. Man konnte die Shakran in der Meditation richtig spüren, wie die Energie dort hin- und hergeht, und wenn man viel meditiert, dann treten dort Verspannungen auf, die leicht an Schmerzen erinnern. Die Erweckung des Shakran gehört aber zu positiven Erfahrungen, daß die Energie frei fließen soll. Daß Energie da ist, aber nicht durchkommt, das verursacht die Schmerzen, so wird das gedeutet.“ (2)


Diese Art von "Störungsdeutung und -beseitigung“ ist ungenügend. Ehemalig Meditierende berichten, daß die Beschwerden nach Einhaltung der Anweisungen noch stärker werden. Manche leiden auch noch jahrelang nach Aufgabe der TM an chronisch gewordenen Beschwerden, besonders an Kopf- und Nackenschmerzen.



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Schaubild 10 für die Gruppen 1,2,3
Körperliche Beschwerden und Krankheiten während der TM - insgesamt 42 Fälle -



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4.6.4 Seelische Störungen und Krankheiten während der TM-Zeit

Bei dieser Variable wurde nach den seelischen Störungen und Krankheiten gefragt, die während der TM aufgetreten sind oder sich durch TM deutlich verstärkten.

Tabelle 46: Seelische Störungen und Krankheiten von Meditierenden während der TM (Mehrfachnennungen möglich)

76% (51) der untersuchten Fälle hatten seelische Störungen bzw. psychische Krankheiten, die im Verlauf der TM-Zeit und als Folge der TM auftraten. In einigen Fällen sind bereits vorgefundene psychische Störungen und Krankheiten vollends zum Ausbruch gekommen.

Vor der TM-Zeit befanden sich 6 Personen in therapeutischer Behandlung; während oder nach der Ausübung der TM stieg die Zahl derer, die wegen seelischer Störungen einen Arzt oder Psychiater aufsuchen mußten, auf 29. Der Prozentsatz der sich wegen seelischer Störungen einer Therapie unterziehenden Personen ist also während der Zugehörigkeit zur TM von 9% auf 43% gestiegen. Nicht berücksichtigt sind jene Meditierenden, die sich aufgrund der TM-Ideologie weigerten, einen Psychiater bzw. eine therapeutische Einrichtung aufzusuchen oder, die in anderer Weise die aufgetretenen Störungen zu heilen versuchten.



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In Tabelle 46 sind die am häufigsten aufgetretenen psychischen Störungen dargestellt. An erster Stelle (mit 63%) steht die Müdigkeit. Sie korreliert in Gruppe 2 mit einem Wert von 0,749 und einer Signifikanz von 0,000 mit Schlafstörungen. Beide Variablen sind Indikatoren für sich anbahnende psychische Störungen, wenn Müdigkeit und Schlaflosigkeit längere Zeit andauern. Das Ergebnis der Tabelle bestätigt diesen Indikator.

An zweiter Stelle folgen Angstzustände mit 52% <27). In Verbindung mit Horrorvorstellungen (18%) deuten sie auf erschreckende Meditationserlebnisse, die Außenstehenden nicht erzählt werden dürfen und unter Meditierenden wegen dem bestehenden "Erfolgszwang“ auch kaum erzählt werden. Die fehlende Entlastungsfunktion durch Gespräche verdichtet die Angstzustände und Horrorvorstellungen zu einem psychischen Syndrom, das bei 31% (16> in Wahnvorstellungen, bei 39% <20) in Zwangsvorstellungen zum Ausdruck kam und bei 26% <13) in einem Nervenzusammenbruch endete. 20% (10) äußerten ernstzunehmende Selbstmordabsichten. Sie konnten die psychischen Belastungen ohne fremde Hilfe nicht mehr aushalten. Auffallend ist, daß in Fremd- und Selbstwahrnehmung bei 39% (20> eine Regression beobachtet wurde. Selbst Meditierende bemerken diesen Vorgang, wenn sie das Gesicht mancher Insider als "Baby-face“ bezeichnen. Der Konflikt zwischen erstrebter und realer Welt, der durch die Karma-Lehre und den "Streßfaktor“ konstituiert wird, wird zugunsten der erstrebten Welt, die sich in der Meditation und in der TM-Bewegung widerspiegelt, gelöst. Meditierende ziehen sich immer stärker in eine Scheinwelt zurück. Begünstigt wird diese Entwicklung durch die TM-Lehre und deren Ideologie, die wiederum beide eng mit den auf der emotionalen Ebene ablaufenden Meditationserfahrungen gekoppelt sind. Sie verleihen das Gefühl des Angenehmen, Leichten, als ob Wünsche automatisch in Erfüllung gingen. Die emotionalen Erlebnisse machen offen für die TM auch in ihrer institutionellen Ausprägung, wo jene Wünsche zur (Schein-)- Wirklichkeit werden. Auf dieser Ebene bietet die TM-Bewegung alles an, was latente omnipotente Vorstellun9en anspricht



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und aktiviert (z.b. Sidhi, Weltregierung). Das Konglomerat aus Meditationserlebnissen, ausschließlich auf die TM bezogenen Wahrnehmungsmustern und deren Manifestation auf der institutionellen Ebene, bilden anscheinend einen fruchtbaren Nährboden für regressive Entwicklungen.

Schuldgefühle haben 29% (15) der Meditierenden belastet. Sie treten auf, wenn Meditierende, etwa in einer Therapie oder im Gespräch, etwas über TM und eigene Meditationserlebnisse aussagen, was sie eigentlich nicht dürfen, weil sie sich an die eingegangene Geheimhaltungspflicht gebunden fühlen. 39% (20> zeigten eine zunehmende Nervosität, die auch in Kopf- und Gliederzuckungen symptomatisch in Erscheinung trat. Von der TM-Bewegung wird dies als "Streßlösung“ interpretiert. Wahrscheinlicher ist jedoch, daß zu starke Außenreize nicht mehr verkraftet werden. Kann sich ihnen der Meditierende nicht entziehen, so tritt Nervosität ein. Meditierende sind geräusch- und lärmempfindlicher, wie die Auswertung der qualitativen Aussagen ergab.

Beispiele:
 

"...nach den ersten Kursen hat er mit voller Kraft für TM gearbeitet. Später hat er sich immer mehr zurückgezogen. Nach dem letzten 6-Wochen-Kurs hat er ein sehr langes Programm gehalten, im Zimmer eingeschlossen wie in der Klosterzelle, war nicht mehr ansprechbar, hat immer länger meditiert. IJie studentischen Leistungen wurden immer schlechter, zuletzt war er dazu nicht mehr fähig. Dann kam es zu einer psychischen Verschlechterung. Er sagte, Maharishi ist ein Lügner. Er geht nicht mehr ins Center. Er wird vom Center-Leiter angerufen, dann geht er wieder unter Zwang ins Center. Er war damals schon krank. Ein
Erlebnis: er saß im Center in der Dunkelkammer, er sagte, dort störe ich niemand. Ein meditierender Medizinstudent riet mir, ich solle auf meinen Sohn aufpassen, da er Selbstmordabsichten habe, er solle weniger meditieren. Dann wurde er in eine psychiatische Klinik eingeliefert. Sie konnten ihn jedoch nicht behalten. Er hat dort keine Hilfe bekommen, weil die Ärzte über TM nichts wußten. Er kam psychisch unter Druck, weil er über TM etwas verraten hat und sich doch sagte, ich sage nichts.“ (116)

"Sie hat starke Menstruationsstörungen und meinte, das hat




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gar nichts zu sagen, das haben alle Frauen bei TM.
Sie sagt, du brauchtst mir gar nicht so viel zu sagen, ich vergesse das ja doch bis morgen. Sie sagt, sie hätte eine Leere im Kopf. Der Arzt hat jetzt Stoffwechselstörungen festgestellt. Als sie von dem Aufenthalt in ... wieder zurückkam, wollte sie selbst zum Arzt gehen und zwar sagte sie immer, sie wolle ihren Kopf untersuchen lassen.
Wir saßen beide hinten im Auto (auf der Fahrt von einem Center nach Hause), sie hing immer bei mir am Hals (bei der Mutter) und weinte und konnte sich nicht mehr beruhigen, sie hatte auch Angst - ich mußte bei ihr im Zimmer schlafen.
Als sie zurück kam aus X und wieder zuhause wohnte, sagte sie: ich komme mir vor wie ein kleines Kind, ich bin froh, daß ich wieder bei dir bin, ich komme mir vor als wäre ich wieder ein kleines Kind.
Sie hat auch Stimmen gehört während des Zusammenbruchs, sie hat gesagt, die Stimme ihres Vaters hätte sie durch einen Frosch wahrgenommen. Frau Dr. ... hat gesagt: du siehst immer an die Zimmerdecke, siehst du da jemand? Sie sagte ja, sie sieht jemanden, konnte aber nicht angeben wen, nur schemenhaft.“ (1)

"Sie klebt oder malt Kinderbilder auf - lebt sehr verspielt.“ <1/48)

"Er weint laut, holt sich Märchenbücher von früher, ist eifersüchtig auf seine kleine Nichte, ist träge geworden, nicht mehr belastbar. Die kleinste Anstrengung schafft ihn schon.“ (1/48)

"Sie hat sich immer selbst kuriert - ihr wurde von TM geraten, keine Krankenversicherung einzugehen, weil Meditierende nicht krank werden - als sie krank wurde, wurde sie nicht zum Arzt geschickt, sondern nach Hause.“
(1/86)

"Sie ist sehr stark abgemagert, hatte während der TM keine ärztliche Betreuung. Sie wurde, nachdem sie aus Seelisberg herausgeschmissen wurde, von einer Ärztin für ein Jahr krankgeschrieben. Der Amtsarzt hat ihr Arbeitsunfähigkeit bescheinigt.“ (1/86)

"Vom Arzt wurde eine Neurose mit schizoiden Formenkreisen diagnostiziert - er ist durch die Meditation sehr reif geworden, auf der anderen Seite sehr hilflos und kindlicher.“ <1/87)

"Er war mehrere Male in psychiatrischer Behandlung und in psychiatrischen Kliniken - insgesamt länger als ein halbes Jahr. Heute ist er zu Hause und arbeitsunfähig. Er muß ab und zu wieder in Behandlung.“ (1/86)

"Er sagte, er hätte einen Dämon im Leib. Er wandelte immer hier herum, er sagt, das kommt von der TM. Wer TM machen würde, der brauchte nicht mehr zu schlafen - er war wie




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ein Skelett.“ (1/86)

"Beide Kinder hatten nach dem Sidhi-Kurs sehr viel Wasser im Körper. Kein Arzt wußte woher es kam, geschwollene Beine, geschwollenen Bauch und Kopf. Nach Abbruch der TM ging das Wasser wieder weg.“ (1)

"Die Depressionen haben sich sehr verstärkt. Selbstmord- absichten waren in den letzten zwei Jahren akut.“ (3/87)

"Denkzwänge - Angst vor Menschen und Erlebnissen. Ich fühlte mich wie drei Jahre alt, habe mich auch so verhalten, wenn ich alleine war.“ <2/87)

"In der Meditation geweint, wurde sensibel, ohne jeden Grund traurig geworden von ganz innen heraus. Ich wollte mir nicht eingestehen, daß Depressionen vorhanden sind, deswegen habe ich sie verdrängt. Später kamen die Depressionen dann noch intensiver, zunehmende Apathie.“
(2/8 7)

"Ich konnte den Lärm in der Schule nicht mehr ertragen. Ich hatte den‘Eindruck als ob einem die Haut von der Seele abgezogen würde, d.h., daß die seelische Schutzschicht verloren ging, deshalb hatte ich den Wunsch, mich mehr zurückzuziehen. Mein TM-Lehrer und -Gouverneur sagte mir, das sei nur ein vorübergehendes Phänomen, ich solle mehr meditieren. Mir wurde von verschiedenen TM-lern gesagt, daß ich in kürzester Zeit große Fortschritte gemacht hätte, ich hätte angeblich die Veranlagung dazu, TM-Lehrer zu werden, das war ein halbes Jahr nach meiner Einführung.“ <2/87)

"Verschiedene Meditanten mußten wegen Schmerzen zum Arzt. Pauschalempfehlung war Körperfühlen. Ein Mädchen war unfähig aufzustehen wegen unstressing.“ (2/86)

"Bei meinem Freund und TM-Lehrer beobachtete ich ein ganz starkes Nervenzittern, ihm fiel z.B. beim Essen in der Mensa der Löffel aus der Hand. Er teilte dann die Natur auf in göttlich und satanisch. Er wurde mehr und mehr von TM abhängig. Er versuchte von TM loszukommen, bekam starke Entzugserscheinungen, z.B. Schlaflosigkeit und stieg dann noch tiefer in die TM ein.“ (2/86)




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Schaubild 11
Seelische Störungen und Krankheiten währen der TM - insgesamt 51 Fälle -



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4.6.5 Auslösesituationen für psychische Erkrankungen

- D. Lang geht der Frage nach einer möglichen Pathogenität der Jugendsekten nach. In diesem Zusammenhang diskutiert er auch die Tranzendentale Meditation. Anhand der Kasuistik von drei Meditierenden, die ein psychotisches Bild boten, zeigt er den Verlauf der Krankheitsgeschichte. In diesem Zusammenhang kommt er zu folgendem Ergebnis:
 

"Die pseudoreligiöse Ideologie der Sekten und ihre problematischen Techniken eines 'Wegs nach innen‘ (Langen) passen dergestalt wie der Schlüssel ins Schloß präschizophrener und schizophrener Strukturiertheit. Ein solches System aber ist geschlossen, verunmöglicht, um mit Tellenbach zusprechen, jeden 'Akt echten Transzendierens‘." (D.Lang: Attraktivität und Pathogenität von Jugendsekten, Nervenarzt 51, 1980)


Auch bei der Analyse unserers Fallmaterials hat sich gezeigt, daß latente und offene pathogene Strukturmerkmale in der TM aktiviert werden und eine allgemeine Verschlechterung der psychischen Konstitution eintritt.
 

Erhöhte Sensibilisierung und Labilität im Persönlichkeitsbild der Meditierenden schaffen ebenfalls die Voraussetzungen für offene psychische Störungen. Meditierende in der Adoleszensphase entwickeln keine stabile und zugleich flexible Ich-Du-Relation, sondern werden in der eindimensionalen Ich-Relation fixiert, die sich in der Meditation, einem Zustand der Trance, zu intrapsychischen Ich-Entgrenzungen ausweiten; das Ich verschmilzt letztlich mit dem religiös erlebten All-eins-sein.

Das Tonbandprotokoll eines jungen Mannes in der Adoleszensphase zeigt den Verlauf der Entpersönlichung und der ekstatischen Veschmelzung mit den "Gesetzen der Natur“:
 

"...zunehmende Konzentration auf sich selbst. Eine Introversion vielleicht, daß man seine ganze Konzentration auf das Nervensystem wendet, daß einen das beschäftigt hat. Mich hat es nicht fasziniert, sondern es hat mich interessiert.
Man versucht, sich von der Umwelt völlig abzuschirmen. Ich nannte das so schön Reizstop, ich habe also versucht, keinerlei Reize auf mich einwirken zu lassen und da ist es natürlich ganz ruhig in mir geworden, je mehr man diese




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Reize abbaut. Andere machen das nicht, aber mich hat das interessiert, denn die Reize spielen eine große Rolle, daß man dann erst mal die Relation der Reize merkt, wenn man lange keine Reize hat. Wenn ich z.B. Tage in einer dunklen Höhle hausen würde und komme dann wieder ans Licht, dann kommt mir der kleinste Sonnenstrahl vor wie etwas Göttliches. Daß eben alles relativ ist und daß die Reize überhaupt nichts bedeuten...
Abbau - weil ich gemerkt habe, die Persönlichkeit, das ist eigentlich nur etwas, das nach außen wirkt und das ist total uninteressant... Daß eigentlich die Persönlichkeit etwas Sinnloses ist, aber im sozialen Bereich Notwendiges ist. Wenn ich also allein bin, z.B. auf einem Berg, was brauche ich da eine Persönlichkeit, aber wenn man sich sozusagen von der Umwelt abschirmt, dann merkt man, daß die eigene Persönlichkeit von außen abhängt. Aber wenn ich feststelle, daß Außen existiert eigentlich gar nicht, nur mein Innen?... Ja, d.h. meine Persönlichkeit stirbt, -aber was kommt dann, dann kommt eine Ehrfurcht vor der Natur, eine stumme Hingabe an dieses Weltgeschehen, an das Göttliche, was vielleicht die Tiere machen. Die Persönlichkeit ist was rein Menschliches.“ (2)
Diese Auszüge aus dem Tonbandprotokoll verdeutlichen den Verlauf der Entpersönlichung durch die TM. In diesem Alter verstärkt die TM das natürliche Interesse an Selbsterkenntnis in der Weise, daß der Selbstfindungsprozeß einseitig auf innerpersönliche Prozesse gelenkt wird, die dann mit dem vorgefundenen Wahrnehmungsraster der TM in einer für die Persönlichkeitsentwicklung negativen Weise interpretiert werden.
 

- In Belastungssituationen kommt es schließlich, als Folge der fehlenden psychischen Dispositionen, zu pathogenen Erscheinungen. Im obigen Fall trat das Krankheitsbild als Folge eines längeren Auslandsaufenthaltes auf. Der Medi- tierende kam in Konflikt mit seiner geschlossenen, abge- kapselten Identität, die er im Ausland öffnen mußte. Bei einem anderen jungen Mann ist die psychische Störung nach einer ihn belastenden Operation aufgetreten. Auszüge aus dem
TonbandprOtOkOll:
 

"In der Klinik kamen verschiedene Sachen zusammen; die Sensibilisierung, die eine Folge ist der TM, die zusammen mit einer sensibleren Veranlagung und mit einer extremen Situation zu solchen Auswirkungen führt.




Bensheimer Studie 1980, Albrecht Schöll und andere, Seite 151


 
Durch Sensibilisierung, Überreaktion auf extreme Situationen, sodaß es überhaupt möglich wird, daß man so eine Psychose durchmacht, denn das ist so eine Art Kettenreakion....
Die TM hat eine ganz bestimmte Grundvoraussetzung geschaffen. So ein Ausflippen oder so eine extreme Reaktion der Seele auf Sachen, oder Ängste, die sich in einem aufgestaut haben. Die Grundvorausssetzung dafür war die TM. Andere Leute nehmen halt dafür sensibilisierende Drogen, das halte ich im Effekt für das Gleiche. Wär ich nie im Krankenhaus gewesen, hätte ich wahrscheinlich so etwas nie durchgemacht; hätte ich nie TM gemacht, hätte ich es wahrscheinlich auch nie durchgemacht.
Ich war nicht in Behandlung; habe nur eine Reihe Psychopharmaka bekommen und bin auf Betreiben meiner Eltern hin vorzeitig entlassen worden; bin dann auch zuerst nicht in die Schule gegangen, sondern eine ganze Weile zuhause geblieben.“ (2)


Belastungssituationen, die normalerweise von Menschen ohne größere Schwierigkeiten aufgefangen werden können, sind nun der Auslöser für eine psychische Erkrankung. Die TM, in Form der Meditationspraxis und das veränderte Wahrnehmungsraster in Verbindung mit der TM-Ideologie haben u.E. die psychische Erkrankung vorbereitet und letztlich ausgelöst. Ist die Sensibilisierung und eindimensionale Ich-Relation genügend weit fortgeschritten, dann genügen schon geringe Streß- bedingungen, um eine Krankheit zu provozieren.
 

4.6.6 Zusammenfassung
 




Bensheimer Studie 1980, Albrecht Schöll und andere, Seite 152


 




Bensheimer Studie 1980, Albrecht Schöll und andere, Seite 153


 

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