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Walter Alfred Siebel ("WAS"):
Psycho-Erfinder und Unternehmensberater
 
 
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Beratung:

Sektenberatung Bremen e.V.
Postfach 10 15 43
28015 Bremen
Fon/Fax: 04205/1609
E-mail:  Bernhard.Bruenjes@googlemail.com
 
 

 
Wer ist Walter Alfred Siebel?

Walter Alfred Siebel, geboren 1947, hat Theologie studiert und war Pfarrer bei Verden, wo er nach eigenen Angaben "allerlei angerichtet" hat (www.wasconsult.de/Berufliches/berufliches.html, April 2005). 1980 ist er "aus dem kirchlichen Dienst ausgeschieden und hat eine "freie Praxis als Konfliktberater (Ehe-, Lebens-, Familien- und Erziehungsberater) begonnen".
Dazu auch unten unter Siebels Lebenslauf (>>). Ausserdem hat Siebel bereits damals "Konfliktforschung in größerem Ausmaß betrieben". Um ihn herum ist eine Gruppe entstanden, die als Sekte und Psychokult bezeichnet wurde. Angehörige und Kritiker beobachteten Siebel damals in erster Linie als Konfliktverursacher. Siebel hat damals eine psychologische Theorie erfunden, die "Noosomatik". Siebel hat sich damit hinter zahlreichen anderen Erfindern von Psycho-Angeboten eingereiht.

Heute scheint er sich in Wiesbaden weitgehend auf Unternehmensberatung im weitesten Sinne und den Verkauf seiner psychologischen Erkenntnisse via Internet  zu beschränken (www.wasconsult.de). Er schreibt in seiner Website , er habe seine "Praxis der Konfliktberatung auf den Gebieten der Lebens-, Ehe- und Erziehungs-Beratung eingestellt": "Meine praktischen Tätigkeiten haben sich auf die Gebiete EDV und IT verlagert. Beratungen und vor allem Sicherheitsanalysen, Gestaltung von Web-Seiten... " (www.wasconsult.de/Beratungen/beratungen.html, April 2005). Ausserdem bietet er unter "WAS-Beratungen" das Thema “Betriebsklima” an.

Siebel hat über lange Zeit hinweg "Heilkunde als nicht zugelassener Heilpraktiker ausgeübt", so ein Gericht (>>). Seinen Antrag auf Erlaubnis als Heilpraktiker haben Verwaltung und Gericht anschließend abgelehnt. Die nächste Instanz hat das Urteil dann allerdings wegen eines Verfahrensfehlers wieder aufgehoben (>>). Siebel hat damit den Eindruck erweckt, als seien damit auch die Feststellungen von Behörde und Gericht aufgehoben.
 
 
In Siebels Website (www.wasconsult.de/Beratungen/beratungen.html) war am 22.4.2005 zu lesen: "Ich bin weder Arzt noch Diplom-Psychologe und habe auch keine Heilpraktiker-Zulassung, übe also keinerlei Heilkunde aus". Er behauptete also, dass keine Heilkunde ausübt, wer keine Zulassung hat.  

In einer Abmahnung an die AGPF vom 16.2.2002 behauptet Siebel, die AGPF dürfe das Urteil des VG Stade (>>) nicht mehr wiedergeben, also auch nicht die dort enthaltene Feststellung, er habe "Heilkunde als nicht zugelassener Heilpraktiker ausgeübt". Mit Klage vom 12.7.2005 verlangt er die Unterlassung der Wiedergabe dieses Zitats, mit Vergleich vom 24.10.2005 vor dem Landgericht Bonn (9 O 415/05) verzichtet er auf diesen Anspruch.  

Mit Klage vom 13.10.2006 erhebt er diese Forderung erneut und nimmt am 26.3.2007 die Klage in der Verhandlung vor dem Landgericht Bonn (9 O 425/06) zurück. Ziel dieses Prozesses war, der AGPF verbieten zu lassen, die  

"Internetseiten www.agpf.de/Siebel.htm und www.agpf.de/Siebel-Theorien.htm zu veröffentlichen oder an Dritte weiter zu geben und den Kläger namentlich in der Öffentlichkeit zu nennen im Zusammenhang mit den Hilfsweisen Anträgen aus II. der Klageschrift und diese zu verbreiten".
Abbildung: Walter Alfred Siebel erklärt die Welt. 
Das Photo stammt aus der Zeitschrift "Prinz" vom März 1990
 
 
Nachdem Siebel seinen Wohnsitz nach Wiesbaden verlegt hat, stellte sich die Frage, ob er inzwischen Heilpraktiker geworden ist oder auch dort wieder illegalen Aktivitäten nachgehen oder sich auf Unternehmensberatung beschränken würde.  Dazu mehr (>>) 
Sein Firmenschild an der Haustür der Bahnhofstrasse 41 in Wiesbaden lautete "W.A. Siebel Konfliktforschung". 

Die Abbildung zeigt einen Artikel aus dem Wiesbadener Kurier vom 4.11.2002 (>>). 

 
 

2002 hat das zuständige Gesundheitsamt Siebels Tätigkeit überprüft und in einer Stellungnahme an das Regierungspräsidium mitgeteilt, bei der von Siebel durchgeführten "Konfliktberatung" handele es sich um unerlaubte Ausübung der Heilkunde. Das Gesundheitsamt hat Siebel über die Konsequenzen informiert:

Siebel hat daraufhin durch seine Bevollmächtigten mitteilen lassen, dass er inzwischen jede Beratungstätigkeit eingestellt habe und nur noch auf wissenschaftlichem Gebiet in der Unternehmungsberatung und bei Institutionen im Coaching- und EDV-Bereich tätig sei.

Die Behörden scheinen diese Angaben bezweifelt zu haben.

Dieses Misstrauen erschien nicht ganz unberechtigt.
Die AGPF hat Siebel mit E-Mail vom 22.2.2001 gefragt, ob ihm inzwischen eine Zulassung als Heilpraktiker erteilt worden sei und ob er als Heilpraktiker tätig sei.
Siebel antowrtete mit E-Mail vom 26.2.2001:

"Betreff: Re: Herrn Siebel wegen Abmahnung vom 16.2.2001 wegen diverser Äußerungen
Datum: Mon, 26 Feb 2001 12:34:49 EST
Von: Wasgermany@aol.com
An: Ingo.Heinemann@t-online.de
Sehr geehrter Herr Heinemann,
es gibt von meiner Seite keinerlei Antrag auf Zulassung als Heilspraktiker, ich "praktiziere" auch nicht als solcher. Ich habe es auch nie ernstlich vorgehabt. Mein damaliger Antrag hat weit mehr enhüllt, als ich erwartet hatte. Die Ergebnisse sind sehr reichhaltig. Damit war es auch gut. Die Tatsache, daß das OVG Lüneburg dieses merkwürdige Urteil aus Stade aufgehoben hat, hat mein Rechtsempfinden sehr beruhigt.
Mit freundlichen Grüßen
W.A.Siebel"
Die von Siebel erwähnten Urteil sind wiedergegeben unter http://www.AGPF.de/Siebel-HP-Urteile.htm
Mehr zu den Urteilen unten.
 
 
 

Firmen und Websites

Siebel betreibt oder betreut zahlreiche Websites (Inhaber-Prüfung z.B. mit http://www.DENIC.de oder http://www.iks-jena.de/cgi-bin/whois.pl ). "WAS" steht in den Domain-Namen jeweils für Walter Alfred Siebel.

 
 
Wiesbadener Kurier 4.11.2002 
[Bildunterschriften, Abbildung siehe oben >>: „Firmenschild“ und „Konfliktforscher“] 


Irrlehre eines „gefährlichen Genies“  
Walter Alfred Siebel lockt mit seiner „Nooanalyse“ zur Teilnahme an sündhaft teuren Kursen 

Wiesbaden. Er ist teuer. Er ist bei vielen seiner Klienten beliebt. Und Gundula Herder (Name von der Redaktion geändert), die zehn Jahre lang einen seiner Kurse besucht hatte, beschreibt ihn als „gefährliches Genie“. Die Rede ist von Walter Alfred Siebel, ehemals Pastor in einer Gemeinde nahe Bremen. 
Von Kurier-Redakteur Christoph Cuntz 

 In den 80er Jahren mutierte er zum Vertreter einer von ihm entwickelten Lehre, die sich Noologie, Nooanalyse oder auch Noosomatik nennt. Heute residiert der 55-Jährige in der Wiesbadener Bahnhofstraße. Ein „Berater mit medizinischer Couleur“ sei Siebel, so Bernhard Brünjes von der Sektenberatung Bremen, der sich seit Jahren mit dem vollbärtigen Mann anlegt. Dabei muss, wer Kontakt mit ihm aufnehmen will, zahlreiche Hürden nehmen. Möglicherweise aus gutem Grund: Er würde sich strafbar machen, sollte bekannt werden, dass er Diagnosen anbietet und Heilangebote macht. Denn der Mann hat die dafür erforderlichen Diplome nicht.  

So prüft aktuell das Gesundheitsamt, ob er gegen das Heilpraktikergesetz verstößt. In einem ersten Gespräch mit einem Vertreter der Behörde seien ihm die Grenzen aufgezeigt worden, so der Ex-Pastor im Gespräch mit dem Kurier. Er habe deshalb die praktische Arbeit eingestellt. 

 Eine Finte? Noch wirbt er in der Bahnhofstraße für seine „Konfliktforschung“. Noch räumt seine Tochter dem Kurier gegenüber ein, er biete Kurse an, dies allerdings ohne medizinische Beratung. Und noch beantwortet diese auf Anfragen von Interessenten, die Beratung ihres Vaters könne nur privat, nicht per Kasse abgerechnet werden. 

 Sekten-Jäger Brünjes hatte Anfang Juni das Wiesbadener Sozialministerium auf Siebel aufmerksam gemacht. Und dieses wiederum hat die hessische Psychotherapeutenkammer angeschrieben und um eine Expertise über Siebels krude Lehre gebeten. Zuständig dafür wäre der Offenbacher Psychologe und Esoterik-Spezialist Werner Gross, der Siebel nachsagt, er habe die Regeln und Gesetze des Psychomarktes erkannt und wisse, was in der Szene angesagt ist. Seine Lehre weise Elemente auf, die ihn in die Nähe von Sekten und Psychogruppen rückten. Es gebe Menschen, für die er gefährlich sei. „Das hängt von der psychischen Struktur der Klienten ab.“ 

 Siebel selbst hat seine Lehre in Büchern und Schriften dargestellt. „Nous heißt griechisch Geist”, schreibt er an einer Stelle. „Deshalb heißt die psycho-logische Seite meiner Theorie Nooanalyse und die medizinische Seite Noosomatik und die theoretische Darlegung Noologie“. Er gibt vor, über traditionelle Ansätze der Psychoanalyse hinauszugehen – dies mit größerer Effizienz.  

„Konzentrierten Unsinn“ nennt Günther Klosinski von der Tübinger Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie dieses Theoriegebäude. Was Siebels Tochter nicht davon abhält, seine Beratung (Dauer: 45 Minuten) für 100 Euro feilzubieten.  

Damit ist auch bei dem [Auslassung] der Euro zum „Teuro“ geworden. Gundula Herder, die zwischenzeitlich ausgestiegen ist, musste vor Einführung der europäischen Währung noch 120 Mark für eine Sitzung zahlen. Sie war ursprünglich zu Siebel gegangen, weil sie unter Angstzuständen litt. Später machte sie auch mit ihrem Mann eine Paar-Sitzung. 

 „Wir waren ganz gut betucht“, sagt sie. In ihrem Kurs saßen viele, denen es finanziell ähnlich gut ging: Selbstständige und einige Ärzte. Heilung habe Siebel zwar nicht versprochen. „Aber es galt als klar: Wer hingeht, dem wird geholfen“. Aus den Ergebnissen von Blutuntersuchungen und aus den Schwingungen des EKGs habe er „die tollsten Sachen“ herausgelesen. Einem Kursteilnehmer habe er auf Grund der Kurven sogar unterstellt: „Du hast eine Liebschaft.“ 

 Gundula Herder beschreibt Siebel als schlau und clever, als einen Mann mit außerordentlich gutem Gedächtnis, großer Suggestiv-Kraft und „guter Menschenkenntnis, die er falsch nutzt“. Seine Klienten blieben über Jahre hinweg bei der Stange, weil sie „ein bisschen was von seinem Wissen begreifen wollen“. Sie selbst hat sich zwangsläufig abgenabelt, weil ihr nach der Scheidung von ihrem Mann das Geld für Siebels sündhaft teure Kurse fehlt.  

Heute erkennt sie, dass ihr die Kurse „nicht so richtig geholfen“ haben, dass der „weltfremde“ Siebel sie in die Isolation getrieben hat. Auf dessen Anraten hatte sie den Kontakt zu ihrem Vater vollständig abgebrochen, teilweise zu den Geschwistern und ansatzweise zur Mutter.  

Nach zehn Jahren Siebel gleicht Gundula Herders Familienleben einem Scherbenhaufen, den sie mühsam kitten muss. Noch unter Anleitung des [Auslassung] hatte sie eingewilligt, dass ihr Ex-Mann das Sorgerecht für eines ihrer beiden Kinder erhält. Doch Siebel lehre, dass Worte wie „Mama“ und „Papa“, wie „Bitte“ und „Danke“ Symbole für die Unterwerfung der Kinder unter die Erwachsenen seien. Weil aus Sicht des [Auslassung] Kinder aber von Geburt an autonom sind, sieht Gundula Herder ihr Kind, das beim Siebel-treuen Ex-Mann lebt, in die Rolle des Außenseiters gedrängt: „Es droht seelisch und körperlich zu verwahrlosen“. Was ihr von Siebels Nooanalyse bleibt? Ein Kampf um das Sorgerecht für ihr zweites Kind. 

 
 

Siebels Lebenslauf: Selbstbeglaubigt
 
Siebel ist studierter Theologe. Darüber hinaus kann er sich offenbar nur auf die Teilnahme an Kursen bei einem "Western Institute for Research and Training in Humanics" berufen, abgekürzt als W.I.R.T.H. oder WIRTH, geleitet von Lucy K. Akkerknecht oder Ackerknecht.
 
Aus: Verwaltungsgericht Stade 6 A 33/91 Urteil vom 31.1.92 http://www.AGPF.de/Siebel-HP-Urteile.htm#Seite3 


Der am 25. Oktober 1947 in Simmern/Hunsrück geborene Kläger erwarb im Jahre 1966 am Staatlichen Neusprachlichen Gymnasium Sobernheim das Zeugnis der Reife. Während seines anschließenden Studiums im Studiengang Evangelische Theologie an deutschen Hochschulen besuchte er unter anderem auch Lehrveranstaltungen über Psychopathologie und Psychotherapie. Die Universität Heidelberg erteilte ihm zum Wintersemester 1967/68 nach der erfolgreichen Teilnahme an dem Kurs für psychiatrische Klinik den Praktikantenschein. Irn Jahre 1970 bestand er die Erste Theologische Prüfung. Nach Ableistung des Vikariats bestand er die Zweite Theologische Prüfung am 25. September 1972. Am 18. Oktober 1972 ist er zum Dienst eines Pastors ordiniert worden. Der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers berief den Kläger mit Wirkung vorn 1. Mai 1975 zum Pfarrer auf Lebenszeit. Ihm wurde ab dieser Zeit die Pfarrstelie in Otterstedt/Kreis Verden übertragen. 
 

Seit 1974 war der Kläger Mitglied des "Western Institute for Research and Training in Humanics'"(W.I.R.T.H.) mit Sitz in Kalifornien (USA), das von der Professorin Dr. phil. Lucy K. Akkerknecht geleitet wurde. Dieses verlieh ihm nach Belegung verschiedener in Frankreich abgehaltener Kurse und größtenteils in Anerkennung bei noch zu nennenden deutschen Privateinrichtungen durchlaufener Veranstaltungen mit Urkunde vom 15. Mai 1977 unter dem Namen "Walfred Siebel" die Bezeichnung "Adlerian Marriage, Family and Child Counselor" ("Adlerianischer Ehe-, Familien- und Kinderberater"). In den Jahren zuvor hatte der Kläger an Fortbildungsveranstaltungen der Deutschen Gesellschaft für Individualpsychologie e.V., Regionalkreis Nord in Delmenhorst teilgenommen, die zu einem Teil von Frau Prof. Dr. Ackerknecht abgehalten worden waren. 

Auf eigenen Antrag wurde der Kläger mit Ablauf des 31. Oktober 1980 aus dem Dienst der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers entlassen. 

Die Gesellschaft für Psychopraxie e.V. Völkersen verlieh dem Kläger am 1. November 1960 den Titel "Psychopraktiker", verbunden mit der Aufgabe eines "Lehranalytikers der GfP". Seit der Aufgabe seines Pf arramtes war der Kläger freiberuflich in der "Konfliktberatung" tätig. 

Die vorstehenden Feststellungen beruhen im wesentlichen auf eigenen Angaben des Klägers und auf Ablichtungen von Vorlagen, die zu einem erheblichen Teil vom Kläger in früherer kirchlicher Eigenschaft selbst gesiegelt und beglaubigt worden waren.

 
 
 

Unerlaubte Ausübung der Heilkunde

Dazu die Urteile http://www.AGPF.de/Siebel-HP-Urteile.htm
Siebel hat über lange Zeit hinweg "Heilkunde als nicht zugelassener Heilpraktiker ausgeübt", so das Urteil Verwaltungsgericht Stade 6 A 33/91:
  

Aus: Verwaltungsgericht Stade 6 A 33/91 Urteil vom 31.1.92 (nicht rechtskräftig, >>) Seite 37 - http://www.AGPF.de/Siebel-HP-Urteile.htm#ausgeübt 


"Hiernach hat der Kläger Heilkunde als nicht zugelassener Heilpraktiker ausgeübt. Seine Arbeit mit und an den Patienten betraf das Erkennen und die Behandlung zumindest psychischer Erkrankungen, über deren Vorliegen es keines abschließenden Urteils bedarf, durch systematische Beeinflussung des Seelenlebens der Patienten. Er hat ihnen gegenüber heilkundliches Wissen in Anspruch genommen und ihnen Heilung, mindesteüs aber Linderung der seelischen Beschwerden in Aussicht gestellt. Seine Sitzungen dienten hierbei diagnostischen Zwecken. Die Grenze zur Beratung war dadurch überschritten, daß der Kläger .von den Zeugen beispielsweise Unterordnung unter seine Behandlungsmaßnahmen verlangte und das Ziel verfolgte, ihr Seelenleben mit dem von ihm als richtig erachteten Ergebnis zu beeinflussen. Diese Feststellung trifft die Kammer von Amts wegen in Anwendung des § 1 Abs. 2 HeilprG. Sie nimmt im übrigen dasselbe Ergebnis in dem der Staatsanwaltschaft Verden erstatteten Gutachten des Sachverständigen Dr. med. L. vom 4. November 1990 bestätigend zur Kenntnis, dessen medizinische Abgrenzung zwischen Behandlung und Beratung nach fachgebundenen Unterscheidungsmerkmalen vorgenommen wordern ist und bei der rechtlichen Würdigung nicht bindet. 

... Die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Verden vom 30. April 1991 kann ihn schon deshalb nicht entlasten, weil sie nur auf Verjährungsgründen beruht. ..."

                    Seinen Antrag auf Erlaubnis als Heilpraktiker hatte die Verwaltungsbehörde abgelehnt. Das Verwaltungsgericht hat diese Entscheidung bestätigt.
 

Das  Oberverwaltungsgericht Niedersachsen 8 L 2045/92 Urteil vom 30.11.94

hat die Entscheidung des Verwaltungsgerichts aufgehoben.
Grund: Siebel hatte der Verwaltungsbehörde gegenüber Einwendungen gegen die Bewertung des Ergebniss des Überprüfungsgesprächs erhoben. Diese Einwendungen hätten von der Verwaltungsbehörde geprüft werden müssen. Eine sachgerechte Prüfung war jedoch nicht möglich, denn es fehlte an "hinreichenden verfahrensmäßigen Vorkehrungen, um das Prüfungsgeschehen nachträglich noch aufklären zu können". Deshalb "sind die angefochtenen Bescheide, mit denen die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde versagt worden ist, aufzuheben" und die Verwaltungsbehörde "war daher zu einer Neubescheidung des Antrags des Klägers auf Erteilung der Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde zu verpflichten" (Seite 19).

Über das weitere Verwaltungsverfahren ist hier nichts bekannt.
Deshalb haben wir Herrn Siebel mit E-Mail vom 22.2.2001 um Auskunft gebeten:

"Deshalb bitte ich um Mitteilung, wie das Antragsverfahren ausgegangen ist.
Wurde Ihnen die Zulassung als Heilpraktiker erteilt?
Sind Sie derzeit als Heilpraktiker tätig?
Falls Ihnen die Zulassung nicht erteilt wurde: Haben Sie dagegen Klage erhoben?
Wenn ja: Bei welchen Gerichten und unter welchen Aktenzeichen laufen die Verfahren?"
Herr Siebel hat mit E-Mail vom 26.2.2001 geantwortet:
"es gibt von meiner Seite keinerlei Antrag auf Zulassung als Heilspraktiker, ich "praktiziere" auch nicht als solcher. Ich habe es auch nie ernstlich vorgehabt. Mein damaliger Antrag hat weit mehr enhüllt, als ich erwartet hatte. Die Ergebnisse sind sehr reichhaltig. Damit war es auch gut.
Die Tatsache, daß das OVG Lüneburg dieses merkwürdige Urteil aus Stade aufgehoben hat, hat mein Rechtsempfinden sehr beruhigt.
Mit freundlichen Grüßen
W.A.Siebel"
Damit ist allerdings wenig über den Fortgang des damaligen Antragsverfahrens gesagt, ausser eben, dass Siebel nicht Heilpraktiker ist.

Es ist anzunehmen, dass das Überprüfungsgespräch hätte wiederholt werden müssen.
Es ist weiter anzunehmen, dass die Verwaltungsbehörde eine entsprechende Einladung ausgesprochen hat.
 
 
 
 



Allround-Lehrer

Siebel ist im Internet unter www.wasconsult.de und www.darcon.de
Titel einiger seiner dort angebotenen Bücher:



Siebel-Begriffe:
vgl. auch: Siebels Begriffswelt

Siebel glaubt, eine bessere Psychologie entwickelt zu haben:

"Aufgrund von eigenen Forschungen bin ich auf dem Gebiet der Psychologie zu anderen Ergebnissen gekommen, was die Methodik angeht, als die drei großen tiefenpsychologischen Schulen von Freud (Wien) Adler (Wien) und Jung (Zürich)".
Dementsprechend hat er auch neue Begriffe eingeführt:
Noologie, Nooanalyse, Noosomatik, Logosophie
Zum Begriff "Logosophie" heißt es in der Siebel-Website (www.wasconsult.de):
"Vorwort zu Umgang":
"Abschied genommen habe ich vom Begriff "Logosophie", der meine Theorie bis zum April 1994 bezeichnet hat. Dieser Begriff ist jedoch bereits in den 30er Jahren von Carlos Bernardo Gonsàlez Pecotche in Brasilien verwendet worden, um seine, mir nicht "kompatible" Theorie über den Machtmenschen zu bezeichnen. Die "braune" Anfärbung seiner Veröffentlichungen, die mir erst im April 1994 zugänglich gemacht worden sind, entsprechen genauso wenig dem Inhalt meiner Weltanschauung, wie andere autoritäre oder autoritätshörige Anschauungen. Ich habe den Namen meiner Theorie in "Noologische Metatheorie" geändert."
 



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