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Mit Schulmedizin ist Universitätsmedizin gemeint, also die Medizin, die an Universitäten auf wissenschaftlicher Grundlage gelehrt wird.
Zutreffender ist der Begriff "Evidenzbasierte
Medizin", also auf Beweise gestützte Heilkunde.
Dazu http://de.wikipedia.org/wiki/Evidenzbasierte_Medizin
Der Begriff "Schulmedizin" wird meist dann benutzt, wenn Ärzte und sonstige Heiler ihre vermeintlich oder tatsächlich neuen Methoden gegen die herkömmlichen, die "alten" abgrenzen wollen. Er wird deshalb in dieser Website an einigen Stellen benutzt, vgl.
Diese Website befasst sich nicht mit der Frage, ob Glaube, Placebos, Informationen, Vertrauen oder Rituale helfen oder wirksam sein können und welche Rolle die psychische Komponente bei der Heilung spielt oder spielen kann.Diese Website will auch nicht entscheiden, ob eine Methode sinnvoll ist oder Unsinn.
Diese Website sagt lediglich: Wenn Glaube, Placebos, Informationen, Vertrauen oder Rituale verkauft werden, dann muss der Verbraucher bestimmte Mindestinformationen bekommen, um sich entscheiden zu können, ob er sein Geld ausgeben (und ein Risiko eingehen) will.
An diesen Mindestinformationen fehlt es
in vielen Fällen.
Die Bezeichnung als Schulmedizin, Naturmedizin
oder Alternativmedizin kann solche Informationen nicht ersetzen.
Es handelt sich um Sammelbegriffe ohne
genau feststellbaren Inhalt.
Jeder kann solche Begriffe nach Belieben
benutzen.
Für die Tätigkeit von Ärzten
hat die Rechtsprechung umfangreiche Aufklärungspflichten und Sorgfaltspflichten
entwickelt.
Ein Verstoss dagegen kann schadensersatzpflichtig
machen.
Diese Aufklärungspflicht gilt für
jede Heilbehandlung.
Aber ausserhalb der Schulmedizin wird
diese Aufklärungspflicht weitgehend ignoriert.
Der nachfolgende Text beruht weitgehend auf einem Artikel des Historikers Prof. Dr. Robert Jütte (http://www.igm-bosch.de/mitarbeiter/juette_publ.htm) im EZW-Materialdienst, einer "Zeitschrift für Religions- und Weltanschunngsfragen", Nr. 10/2004, Seite 363: "Von den medizinischen Sekten des 19. Jahrhunderts zu den unkonventionellen Richtungen von heute", http://www.ekd.de/ezw/39804.html
Manche der "neuen" Methoden beinhalten nach eigenen Angaben "jahrtausendealte" Erkenntnisse. Die Begriffe neu und alt eignen sich also nicht für eine Auseinandersetzung.
Das bedeutet nicht etwa, dass die Nicht-Schulmedizin
keine Wirkung hat.
Sondern lediglich, dass diese Wirkung
schwer oder garnicht kalkulierbar ist.
Selbst wenn die Wirkung im Einzelfall
nachweisbar war, besagt das wenig über die voraussichtliche Wirksamkeit.
"Wer heilt, hat Recht": Das mag für
die Vergangenheit gelten, denn "Wo kein Kläger, dort kein Richter".
Für eine Prognose sind solche Sprüche
unbrauchbar.
Die Einschätzung der voraussichtlichen
Wirksamkeit aber macht aus einem Versprechen erst eine verkaufsfähige
Ware.
Und nur, wenn die Wirkung mit wissenschaftlich
erwiesener Voraussehbarkeit eintreten kann, bezahlen die Krankenkasse solche
Verfahren und Medikamente. Die Ausnahme bestätigen diese Regel.
Für die Nicht-Schulmedizin hat sich
kein Begriff durchgesetzt. Naturmedizin oder Naturheilkunde ist keineswwegs
identisch mit alternativer Medizin.
Ebensowenig kann man sagen, dass Schulmediziner
keine Nicht-Schulmedizin anwenden.
Die Homöopathie ist unter Ärzten
mit staatlicher Zulassung weit verbreitet.
Manche davon benutzen homöopathische
Medikamente - also solche ohne nachweisbaren Wirkstoff - möglicherweise,
um der Forderung ihrer Patienten nach einem Medikament entsprechen zu können,
ohne Nebenwirkungen zu riskieren.
Das Vertrauen die Wirksamkeit der Behandlung
erhöht, ist ein alter Hut.
Deshalb benutzen selbstverständlich
auch Ärzte vertrauensbildende Massnahmen.
Manche davon kann wohl auch als rituale
bezeichnen.
Ein Arzt, der im roten Mantel daherkäme,
hätte sein Vertrauen wohl verspielt.