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Schenkkreise, Herzkreise:
Schneeballsystem esoterisch getarnt
Bundesgerichtshof stellt Rückzahlungsverpflichtung fest
 
 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
Presse  
 
 

Achtung Rechtsänderung. BGH: Nach neuem Recht ist ein Vertrag, der auf eine objektiv unmögliche Leistung gerichtet ist, nicht allein aus diesem Grund nichtig, http://www.AGPF.de/Bundesgerichtshof-IIIZR87-10.htm

 
"In Deutschland ist das erlaubt, in anderen Ländern nicht", sagte WISO-Moderator Opoczynski am 3.4.2006 im Anschluss an einen durchaus kritischen Film.  
Darauf sollte sich niemand verlassen. 
Auch Moderatoren sind nicht unfehlbar. 
Von "erlaubt" kann nun wirklich keine Rede sein, wenn der Empfänger das Geld zurückgeben muss. 
Es kann um Übrigen durchaus sein, dass die Beteiligung an einem Schenkkreis auch strafbar ist. Dazu mehr unten.
 
 

Die Urteile:

 

Pressemitteilung des Bundesgerichtshofes vom 11.11.2005
http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=pm&Datum=2005&Sort=3&nr=34280&anz=159&pos=0&Blank=1

Der BGH bestätigt die Sittenwidrigkeit solcher Veranstaltungen.
Bisher hatten manche Gerichte gesagt, der Einsatz könne dennoch nicht zurück verlangt werden, wenn der Einzahler selbst die Sittenwidrigkeit kannte oder sich dieser Einsicht leichtfertig verschlossen hat.
Der BGH: Darauf könne es hier nicht ankommen, weil sonst zum Weitermachen geradezu eingeladen würde.
Ergebnis: Das Geld muss zurückgezahlt werden.
 
 
Bundesgerichtshof  
Mitteilung der Pressestelle Nr. 159/2005 vom 11.11.2005 

Rückzahlung von im Rahmen eines "Schenkkreises" gezahltem Geld 

Der Kläger verlangte in den beiden Verfahren die Rückerstattung von Beträgen, die er im Zuge der Teilnahme an einem sogenannten "Schenkkreis" an die Beklagten gezahlt hat. 

Die "Schenkkreise" waren nach Art einer Pyramide organisiert. Die an der Spitze stehenden Mitglieder des "Empfängerkreises" erhielten von ihnen nachgeordneten "Geberkreisen" bestimmte Geldbeträge. Darauf schieden die "Beschenkten" aus dem "Spiel" aus; an ihre Stelle traten die Mitglieder der nächsten Ebene, die nunmehr die Empfängerposition einnahmen. Es galt dann, genügend Teilnehmer für neu zu bildende "Geberkreise" zu finden, die bereit waren, den festgelegten Betrag an die in den "Empfängerkreis" aufgerückten Personen zu zahlen. Die Anwerbung war Sache der auf der untersten Reihe verbliebenen "Mitspieler". 

In Kenntnis des vorbeschriebenen Systems trat der Kläger in einen "Geberkreis" ein und zahlte an die Beklagten, die mit anderen den "Empfängerkreis" besetzt hatten, jeweils 1.250 €. Er wollte weiter im Spiel bleiben und selbst später "Beschenkter" werden. 

Amtsgericht und Berufungsgericht haben dem Kläger die jeweils eingeklagten 1.250 € nebst Zinsen und Auslagen zugesprochen. Mit der von dem Berufungsgericht zugelassenen Revision verfolgten die Beklagten ihren Antrag, die Klage abzuweisen, weiter. 

Der III. Zivilsenat hat die Revisionen zurückgewiesen. 

Nach Auffassung des III. Zivilsenats kann der Kläger von den Beklagten die gezahlten Beträge zurückfordern. Denn er hat sie ohne rechtlichen Grund gezahlt. Die Vereinbarung des "Schenkkreises" war, da auf ein Schneeballsystem gerichtet, sittenwidrig und damit nichtig (§ 138 Abs. 1 BGB). 

Der Bereicherungsanspruch scheiterte entgegen der Annahme der Revision auch nicht an § 817 Satz 2 BGB. Die Vorschrift bestimmt, dass eine Rückforderung ausgeschlossen ist, wenn dem Leistenden gleichfalls ein Gesetz- oder Sittenverstoß zur Last fällt. 

Diesbezüglich hatte das Berufungsgericht ausgeführt, es spreche zwar einiges dafür, dass der Kläger sich der Sittenwidrigkeit der Spielanlage bewusst gewesen sei oder sich zumindest dieser Einsicht leichtfertig verschlossen habe. Mit der Zahlung an die Beklagte habe er indes nicht unmittelbar sittenwidrige Ziele verfolgt; er sei in dieser Phase des "Spiels" passiv gewesen. Ob diese Erwägung zutrifft, konnte der III. Zivilsenat offenlassen. Dem Berufungsgericht war jedenfalls darin beizutreten, dass der Grund und Schutzzweck der Nichtigkeitssanktion (§ 138 Abs. 1 BGB) hier  ausnahmsweise - gegen eine Kondiktionssperre gemäß § 817 Satz 2 BGB spricht. Die in dem Streitfall zu beurteilenden, nach dem Schneeballsystem organisierten "Schenkkreise" waren anstößig (§ 138 Abs. 1 BGB), weil die große Masse der Teilnehmer  im Gegensatz zu den initiierenden "Mitspielern", die (meist) sichere Gewinne erzielten - zwangsläufig keinen Gewinn machte, sondern lediglich ihren "Einsatz" verlor. Das "Spiel" zielte allein darauf ab, zugunsten einiger weniger "Mitspieler" leichtgläubige und unerfahrene Personen auszunutzen und sie zur Zahlung des "Einsatzes" zu bewegen. Einem solchen sittenwidrigen Verhalten steuert § 138 Abs. 1 BGB, indem er für entsprechende Vereinbarungen Nichtigkeit anordnet. Das würde aber im Ergebnis konterkariert und die Initiatoren solcher "Spiele" zum Weitermachen geradezu einladen, wenn sie die mit sittenwidrigen Methoden erlangten Gelder  ungeachtet der Nichtigkeit der das "Spiel" tragenden Abreden - behalten dürften. 

Der vorbeschriebenen, § 817 Satz 2 BGB einschränkenden Wertung steht nicht entgegen, dass das aufgrund eines Spiels Geleistete gemäß § 762 Abs. 1 Satz 2 BGB nicht zurückgefordert werden kann. Diese Vorschrift greift nur dann Platz, wenn die Rückforderung auf den Spielcharakter gestützt wird. Ist die "Spielvereinbarung"  wie hier - gemäß § 138 Abs. 1 BGB nichtig, gelten die allgemeinen Regeln, d.h. die Rückforderung wegen ungerechtfertigter Bereicherung ist zulässig. 

Urteile vom 10. November 2005 - III ZR 72/05 und III ZR 73/05 
Amtsgericht Altenkirchen(Westerwald) – Entscheidung vom 23.9.2004 – 71 C 304/04 ./. 
Landgericht Koblenz – Entscheidung vom 16.3.2005 – 12 S 270/04 
Amtsgericht Altenkirchen (Westerwald) – Entscheidung vom 23.9.2004 – 71 C 303/04 ./. 
Landgericht Koblenz – Entscheidung vom 16.3.2005 – 12 S 276/04 

Karlsruhe, den 11. November 2005 Pressestelle des Bundesgerichtshof

 
 
 

Die Nachzügler sind die Dummen

Wie in jedem Schneeballsystem gewinnen die Organisatoren und die Nachzügler sind die Dummen.

Bild rechts: Artikel "Gierige Herzen" aus Woman-Magazin Nr. 24/2003 vom 24.11.2003

Eine Gruppe von Frauen tut sich zusammen.
Man schenkt sich Geld. Viel Geld.
Am Schluss sollen alle mehr haben. Viel mehr.
Wie soll das funktionieren?
Warum sollte sich Geld vermehren, nur weil es verschenkt wird?

Es funktioniert nur, solange immer mehr Leute teilnehmen.
Die bisherigen Teilnehmer werden mit dem Geld der Neuen bezahlt.
Das ist das ganze Geheimnis.
Wie bei jedem Schneeballsystem werden es aber nicht immer mehr und irgendwann reisst die Kette ab.
Die zuletzt gegeben haben, bekommen dann nichts mehr.
Weil das von Anfang an klar ist und weil die Teilnehmer mit blumigen Worten darüber getäuscht werden, ist das Schneeballsystem verboten.

Immer wieder wird gefragt, was intelligente Leute veranlassen kann, mitzumachen, obwohl deutlich erkennbar ist, was dahinter steckt.
Um das zu erklären, benötigt man weder Pfarrer, noch Psychologen.
Es ist die Geldgier.
Viele der Schenkkreis-Betreiber(innen) sind schlichtweg Betrüger(innen).
Damit man ihnen später nicht auf die Spur kommen kann, stellen sie sich meist nur mit Vornamen vor.
Ob die überhaupt stimmen, kann man nicht prüfen.
Deshalb sollte man unbedingt die vollständigen Namen und Adressen der Beteiligten aufschreiben.
Besonders derjenigen, denen man das Geld gibt.
Misstrauen ist angesagt.
Auch wenn manche der Frauen sich als "Charity Ladies" darstellen, die angeblich anderen helfen wollen.
Man sollte unbedingt eine Quittung mit Name und Anschrift desjenigen verlangen, dem man das Geld gibt.
Die Ausstellung einer Quittung für den Empfang von Geld ist eine absolute Selbstverständlichkeit.
Wird das abgelehnt, stinkt die Sache.

Derzeit scheint es sich vorwiegend um Frauenkreise zu handeln.
Es gibt allerdings keinerlei Anhaltspunkt dafür, dass das so bleibt.
So wird zum Beispiel der "Der Fluß des Geldes" von einem Mann betrieben (unten).

Eine Besonderheit der Schenkkreise scheint die kleine Gruppe zu sein.
Bricht diese zusammen, fällt das nicht allzu sehr auf.
Die anderen Gruppen machen weiter.
Allerdings weiss auch kaum jemand, welche von den Frauen viele Gruppen betreiben und sich eine goldene Nase verdienen.
 
 
 

Täuschungsmethode: Übergabe leerer Umschläge

Anruf einer Frau im April 2006. Sie sei auf Rückgabe von Geld verklagt worden. Tatsächlich habe sie jedoch kein Geld erhalten. Der Umschlag, der ihr übergeben worden worden sei, sei in Wahrheit leer gewesen. Sie habe sich stattdessen in eine neue Liste ganz oben eintragen dürfen.

Die Frau hat sich also an der Täuschung von Neukunden beteiligt. Dazu rattert sie den üblichen Wortschwall herunter. Es hätten ja alle Bescheid gewusst. Das ist natürlich Unsinn. Es hätten ja auch Leute mit Berufen der Rechtspflege teilgenommen, so zum Beispiel ein Polizeibeamter. Name? Den wisse sie nicht, es seien ja keine Nachnamen genannt worden.
Damals sei das ja auch noch nicht sittenwidrig gewesen, das sei ja erst nach dem Urteil des BGH der Fall.
Unsinn. Der BGH hat festgestellt, dass der Vorgang zum Zeitpunkt der Ausführung sittenwidrig war.

Mag sein, dass in diesem Fall tatsächlich ein leerer Umschlag übergeben wurde. Aber das kann natürlich jetzt jeder Teilnehmer erzählen. Jeder Empfänger von Geld kann behaupten, der Umschlag sei leer gewesen.
 
 
 

Täuschung und Glaubwürdigkeit

Wie bei jeder Täuschung ist die Glaubwürdigkeit für den Erfolg entscheidend.
Frauen scheinen für viele Frauen besonders glaubwürdig zu sein.
Esoterische Frauen für esoterische Frauen besonders.
Das esoterische Vokabular ist allerdings nur Teil der Täuschung.

Die angebliche Rechtmässigkeit des Systems spielt für die Glaubwürdigkeit eine besondere Rolle.
Deshalb werden immer wieder folgende Behauptungen aufgestellt:

Immer mal wieder wird gegen Kritik eingewandt:  
 

Rechtsfragen

Zu unterscheiden ist zwischen Strafrecht und Zivilrecht.
In beiden Fällen muss zunächst der Sachverhalt ermittelt und beschrieben werden.
Dabei kann es durchaus auf vermeintlich geringfügige Einzelheiten und die Wortwahl ankommen.
Wer Geld zurück fordern will, sollte deshalb möglichst frühzeitig Einzelheiten notieren und/oder eine Bericht schreiben.

Im Zivilrecht geht es um die Frage, ob Geld zurückgefordert werden kann.

Das Geschäft kann zum Beispiel gegen ein gesetzliches Verbot verstossen, etwa weil es Betrug enthält:

BGB § 134 Gesetzliches Verbot
Ein Rechtsgeschäft, das gegen ein gesetzliches Verbot verstößt, ist nichtig, wenn sich nicht aus dem Gesetz ein anderes ergibt.
Allerdings muss hier auch der "subjektive Tatbestand" nachgewiesen werden, also die Betrugsabsicht. Das dürfte kaum je ohne vorheriges Strafverfahren möglich sein.

Oder es kann sich um ein sittenwidriges Geschäft handeln:

BGB § 138 Sittenwidriges Rechtsgeschäft; Wucher
(1) Ein Rechtsgeschäft, das gegen die guten Sitten verstößt, ist nichtig.
(2) Nichtig ist insbesondere ein Rechtsgeschäft, durch das jemand unter Ausbeutung der Zwangslage, der Unerfahrenheit, des Mangels an Urteilsvermögen oder der erheblichen Willensschwäche eines anderen sich oder einem Dritten für eine Leistung Vermögensvorteile versprechen oder gewähren lässt, die in einem auffälligen Missverhältnis zu der Leistung stehen.
 
 

Schenkkreise strafbar

Das Strafrecht beurteilt keine Begriffe, sondern Handlungen. Deshalb ist auch der Einwand unsinnig, es gebe kein Gsetz gegen Schenkkreise (>>). Diese Handlungen müssen zunächst einmal aufgeklärt werden. Es muss also der Sachverhalt festgestellt werden. Das dauert seine Zeit. Dazu gehört auch die Frage, ob es sich um Organisationen handelt.

Dazu Rechtsanwalt Christian Käs von der Interessengemeinschaft Schenkkreisgeschädigter in der ZDF-Sendung Mona Lisa vom 19.12.2003:

"Wir stehen wohl an der Schwelle hin zu einer gewissen Organisation. Nach meiner Einschätzung gibt es 20 bis 25 Personen im deutschsprachigen Raum, die das ganz systematisch, professionell und zu Erwerbszwecken machen."
Damit stellt sich die Frage, ob es sich um eine oder mehrere kriminelle Vereinigungen handeln könnte.
Es ist üblich, dass Straftäter ihre Handlungen als nicht strafbar darstellen oder im Ernstfall behaupten, sie hätten von der Strafbarkeit nichts gewusst.
Die Verschleierung dessen, was tatsächlich geschieht, ist bei Straftaten üblich.
Deshalb kann es bei neu auftauchenden Methoden durchaus einige Jahre dauern, bis es zu den ersten Anklagen oder Strafurteilen kommt.
 
 
 

"Schenkkreis"-Organisatoren verurteilt

Bisher handelt es sich offenbar "nur" um Strafbefehle, wie sie bei Tätern ohne Vorstrafen üblich sind. Besonders dann, wenn der Täter geständig ist. "Geständig" heisst nicht etwa, dass ein Angeklagter sich selbst für schuldig erklärt, wie man es aus Kriminalfilmen kennt. Es genügt, dass er den Sachverhalt zugibt, oder "einräumt", wie gern neutral formuliert wird. Eine abweichende Beurteilung der Rechtslage ist belanglos. Es kann also durchaus vorkommen, dass Angeklagte erst den Sachverhalt einräumen, also ein Geständnis ablegen und anschliesssend ihre Unschuld beteuern. Es steht selbstverständlich jedem Straftäter frei, sich für unschuldig zu halten. Vermutlich beteuert die Mehrzahl der Insassen der Vollzugsanstalten ihre Unschuld.

Ein solcher Strafbefehl hat jedoch die Wirkung eines Strafurteils. Meist wird kein Einspruch eingelegt. Wenn Einspruch eingelegt wird, kommt es zu einer mündlichen Verhandlung. Bleibt also abzuwarten, ob es zu einer solchen Verhandlung kommt. Es ist anzunehmen, dass die Zeitung, von der der nachfolgende Bericht stammt, dann darüber berichten wird.
 
Schwäbisches Tagblatt vom 6.11.04 
http://www.cityinfonetz.de/index.php?objekt=ST&nav1=Newsticker&nav2=Newsticker&artikel_id=520075&aktion=lesen 

"Schenkkreis"-Organisatoren verurteilt 

TÜBINGEN 

(tol). Auf Antrag der Tübinger Staatsanwaltschaft hat das Amtsgericht am 29. Oktober gegen drei im Raum Tübingen ansässige Organisatoren so genannter "Schenkkreise" jeweils Strafbefehl erlassen und Geldstrafen verhängt. Den Angeklagten werden Vergehen der "progressiven Kundenwerbung" zur Last gelegt. 

Die drei Angeklagten, eine 47-jährige und eine 36-jährige Frau sowie ein 47-jähriger Mann, haben nach dem Ergebnis der von der Polizeidirektion Tübingen durchgeführten Ermittlungen in den Jahren 2002 und 2003 mehrere so genannte "Schenkkreise" insbesondere im Raum Tübingen initiiert und organisiert. Unter anderem handelte es sich um die Schenkkreise mit den Namen "Phönix 10 Ost", "Phönix 14 West", "Phönix 14 Ost", "Phönix 1017 Ost", "Phönix 1019 Ost", "Phönix 15 West", "Phönix 1020 West", "Phönix 1025 Ost", "Phönix 2088 West", "Phönix 2088 Ost", "Phönix 3088 Ost" und "Phönix 4019 West". 

Die Schenkkreise waren nach dem Schneeballsystem organisiert und darauf ausgerichtet, dass möglichst viele neue Mitglieder gewonnen werden, teilt die Staatsanwaltschaft mit. Wer einem solchen Kreis beitreten wollte, musste zunächst den Betrag von 2.500 Euro einzahlen. Danach sollten die neuen Mitglieder ebenfalls Freunde oder Bekannte zum Beitritt und damit zur Zahlung von 2.500 Euro anwerben. 

Je nach Zahl der neu angeworbenen Mitglieder war ein Aufstieg in eine höhere der regelmäßig vier Hierarchieebenen des Schenkkreises möglich. Eine Auszahlung von 40.000 Euro wurde in Aussicht gestellt. 

Die drei Angeklagten organisierten die Schenkkreise und luden Mitglieder sowie potenzielle Interessenten zu Treffen, den so genannten Schenkfesten, ein. Sie moderierten die "Feste" und propagierten die "Idee des Schenkens" sinngemäß nach dem Motto "Geld schenken macht glücklich". Außerdem nutzten sie die "Feste" zur Werbung neuer Teilnehmer und vor allem von weiteren Beitrittszahlungen. Dabei sollen sie insgesamt 75.000 Euro eingenommen haben. 

Die Tübinger Staatsanwaltschaft weist darauf hin, dass das schadensträchtige Risiko derartiger Spielsysteme auf die sich rasant ausweitende Teilnehmerschar bestehe. Etwa 87,5 Prozent aller Teilnehmer würden ihren Einsatz garantiert verlieren. Gerade unerfahrene Personen, die in der Regel keinen ausreichenden Überblick über den Stand des Systems haben, würden oftmals nicht den wahren Funktionsmechanismus der Schenkkreise verstehen. Das Motto dieser Schenkkreise laute schlicht: "Den Letzten beißen die Hunde". 
© 2003 Schwäbisches Tagblatt GmbH - Uhlandstr. 2 - 72072 Tübingen

 
 

Strafbare Werbung
neue Fassung ab 3.7.2004 alte Fassung
§ 16 UWG Strafbare Werbung 

(1) Wer in der Absicht, den Anschein eines besonders günstigen Angebots hervorzurufen, in öffentlichen Bekanntmachungen oder in Mitteilungen, die für einen größeren Kreis von Personen bestimmt sind, durch unwahre Angaben irreführend wirbt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. 

(2) Wer es im geschäftlichen Verkehr unternimmt, Verbraucher zur Abnahme von Waren, Dienstleistungen oder Rechten durch das Versprechen zu veranlassen, sie würden entweder vom Veranstalter selbst oder von einem Dritten besondere Vorteile erlangen, wenn sie andere zum Abschluss gleichartiger Geschäfte veranlassen, die ihrerseits nach der Art dieser Werbung derartige Vorteile für eine entsprechende Werbung weiterer Abnehmer erlangen sollen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. 

§ 6 c UWG (Progressive Kundenwerbung, "Schneeballsystem") 

Wer es im geschäftlichen Verkehr selbst oder durch andere unternimmt, Nichtkaufleute zur Abnahme von Waren, gewerblichen Leistungen oder Rechten durch das Versprechen zu veranlassen, sie würden entweder von dem Veranlasser selbst oder von einem Dritten besondere Vorteile erlangen, wenn sie andere zum Abschluss gleichartiger Geschäfte veranlassen, die ihrerseits nach der Art dieser Werbung derartige Vorteile für eine entsprechende Werbung weiterer Abnehmer erlangen sollen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (§ 6c: IdF d. Art. 1 Nr. 4 G v. 1.9.2000 I 1374 mWv 14.9.2000)

 
 

Urteile: Schenkkreise sittenwidrig, Rückzahlung dennoch ungewiss

Die bisher bekannt gewordenen Urteile beurteilen Schenkkreise übereinstimmend als sittenwidrig.
Aber sie kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen.
Das Ergebnis hängt davon ab, ob die Betroffenen gewusst haben, auf was sie sich einlassen.
Oder "die Augen vor der Sittenwidrigkeit der Vereinbarung leichtfertig verschlossen" haben.
So das Oberlandesgericht  Köln in einer Pressemitteilung zu drei Prozessen (>>).
Man wird also in jeden einzelfal den Sachverhalt sehr genau ermitteln und prüfen müssen.

Das wichtigste Urteil: OLG Köln 20 U 129/04 vom 6.5.2005

 
Oberlandesgericht Köln Pressemitteilung 15. August 2005 http://www.olg-koeln.nrw.de/home/presse/archiv/2005/Schenk.pdf 


OLG Köln zur Sittenwidrigkeit der Beteiligung an „Schenkkreisen“ und zum Ausschluss eines Rückzahlungsanspruchs der Teilnehmer  
Das OLG Köln hat sich in mehreren Entscheidungen mit der Beteiligung an sog. Schenkkreisen befasst. Es hat hierbei entschieden: Der Vertrag über die Teilnahme an einem solchen Schenkkreis ist sittenwidrig. Der Teilnehmer kann jedoch nicht Rückzahlung des für seinen „Beitritt“ gezahlten Betrages verlangen, wenn er sich der Einsicht in den Schneeballcharakter des Systems leichtfertig verschließt. 

In einem der entschiedenen Fälle hatte die Ehefrau des Klägers, eine Frau aus dem Bonner Raum, im September 2003 eine Werbeveranstaltung für die „Schenkbörse 2003“ besucht. Deren System ist wie eine auf dem Kopf stehende, in mehrere Ränge untergliederte Pyramide aufgebaut. Einige Tage später übernahm die Ehefrau des Klägers vom Beklagten, der selbst Teilnehmer der Schenkbörse war, gegen Zahlung von 10.000 Euro dessen dritte Rangstelle im System. Der Beklagte hatte diesen Platz seinerseits zu einem früheren Zeitpunkt gegen Zahlung desselben Betrages erhalten. Die auf Rückzahlung der 10.000 Euro gerichtete Klage blieb in zwei Instanzen erfolglos. Das OLG Köln als Berufungsgericht führte aus (OLG Köln, Urt. v. 6.5.2005 – 20 U 129/04, rechtskräftig): 

Bei den dem Schenkkreis zugrunde liegenden Regeln handele es sich um ein Schneeballsystem. Die Gewinnerwartung beruhe allein darauf, dass eine immer stärker ansteigende Zahl von Teilnehmern den geforderten Beitrag leiste. Im Wesentlichen hätten jedoch nur die Initiatoren als erste Mitspieler eine sichere Gewinnchance, während die späteren Teilnehmer zumeist ihren Einsatz verlieren müssten, weil angesichts des Vervielfältigungsfaktors in überschaubarer Zeit keine Mitspieler mehr gewonnen werden könnten. Darüber hinaus sei der Schenkkreis darauf angelegt, dass die Teilnehmer in ihrem privaten und beruflichen Umfeld nach neuen Mitspielern suchten, was zu einer Kommerzialisierung des Privatlebens und zu nachhaltigen Einflüssen auf das Privatleben führe. Ein solches System, das die Gefahr erheblicher Belastungen im sozialen Umfeld mit sich bringe, verstoße schon an sich gegen die guten Sitten. Daher sei die Abrede zwischen der Ehefrau des Klägers und dem Beklagten betreffend die Übernahme der dritten Rangstelle gegen Zahlung von 10.000 Euro wegen Sittenwidrigkeit nichtig. 

Gleichwohl stehe der Ehefrau des Klägers der danach an sich gegebene Rückzahlungsanspruch gegen den Beklagten aus Rechtsgründen nicht zu. Denn die Ehefrau habe mit dem Abschluss der Übernahmevereinbarung und der Hingabe des Geldes – objektiv – ebenfalls gegen die guten Sitten verstoßen und sich – subjektiv – dieser Einsicht leichtfertig verschlossen. Zwar seien die sozialen Rahmenbedingungen, unter denen das beanstandete Geschäft zustande gekommen sei, namentlich die in Schenkkreisen erlebten Gemeinsamkeiten zu berücksichtigen. Auch werde dem Schenkkreis durch Anwesenheit von Honoratioren ein seriöser Anstrich verliehen. Die Verbreitung einer „Goldgräberstimmung“ sowie Mitläufereffekte trügen ebenfalls zur Herabsetzung von Hemmschwellen bei. Gleichwohl habe der Ehefrau des Klägers der Schneeballcharakter des Systems, wonach jeder Gewinnerwartung die Schädigung später eintretender Mitspieler zugrunde liege, schlechthin nicht entgehen können. Darüber hinaus habe sie versucht, sich durch Erwerb einer Position im dritten Rang einen Sondervorteil gegenüber neu eintretenden Teilnehmern zu verschaffen. Hierdurch werde deutlich, dass sie die grundlegenden Elemente des Schneeballsystems durchschaut habe und gewillt gewesen sei, die hohen Risiken des Eintritts zugunsten eines schnelleren Vorankommens zum ersten Rang in Kauf zu nehmen. 

In einem zweiten Fall hatte die Klägerin dem Beklagten, der ebenso wie sie selbst Mitglied eines Schenkkreises war, gleichfalls im September 2003 insgesamt 7.500 Euro zur Teilnahme an dem System ausgehändigt, nachdem sie an einigen Treffen des Schenkkreises in einem Hotel teilgenommen hatte. Die auf Rückzahlung der 7.500 Euro gerichtete Klage wurde in erster Instanz abgewiesen. Auf die Berufung der Klägerin wies das OLG Köln (Beschluss v. 9.11.2004 24 U 125/04) darauf hin, das Rechtsmittel habe keine Aussicht auf Erfolg. Ein Rückforderungsanspruch sei auch hier ausgeschlossen, weil die Klägerin die Augen vor der Sittenwidrigkeit der Vereinbarung leichtfertig verschlossen habe. Die Konzeption des Spiels sei ihr bekannt gewesen. Sie habe daher erkennen können, dass ihre Gewinnerwartung allein darauf beruhe, dass eine immer größere Zahl von Mitspielern einen hohen Einsatz zahle. Über das Prinzip des Schneeballsystems werde seit vielen Jahren immer wieder kritisch informiert. Die Klägerin hat aufgrund dieser Hinweise die Berufung zurückgenommen, so dass die erstinstanzliche Klageabweisung rechtskräftig geworden ist. 

In einem dritten Fall schließlich (OLG Köln, Urt. v. 15.2.2005 – 24 U 120/04) konnte das OLG Köln die Frage der Sittenwidrigkeit offen lassen, weil es hierauf für die Entscheidung des Rechtsstreits nicht ankam. 
Der Dezernent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 
(Rüdiger Pamp)

 
 
 
 

Amtsgericht Güterloh 14 C 553/03 Urteil vom 21.11.2003

 
Amtsgericht Güterloh 14 C 553/03 Urteil vom 21.11.2003 

Die Klägerin kann von der Beklagten die Rückzahlung von 5.000,00 Euro verlangen, §§ 138, 812, 817 S. 3 BGB. 

Bei der Streit befangenen Veranstaltung "Herzenskreis", bei der die Klägerin der Beklagten 5.000,00 Euro übergab, handelte es sich um Sittenwidriges Gewinnspiel, § 138 BGB. Deshalb fehlt der Hingabe des Geldes ein rechtfertigender Grund, § 812 Abs.1 BGB (BGH NJW 97, 2314 ff,). Dieser Entscheidung lag ein System zu Grunde, dass 

wie vorliegend in Form einer Pyramide aufgebaut war. Die Entscheidung des BGH ist deshalb auf den zu entscheidenden Rechtsstreit übertragbar. Für die Feststellung der objektiven Sittenwidrigkeit ist es unerheblich, ob die Klägerin diesen Mangel kannte. Für die Feststellung der Sittenwidrigkeit kommt es auf die objektive Wertung an. 

Der BGH hat in der vorgenannten Entscheidung die Anwendbarkeit des § 817 S. 2 BGB, der dem Anspruch entgegen stehen könnte, verneint. Diese Bestimmung setzt voraus, dass der Leistende in gleichem Maße die Sittenwidrigkeit kannte. Dies kann jedoch bei der Klägerin nicht festgestellt werden. Nach ihren Ausführungen vertraute sie im Gegenteil der Seriosität der Veranstaltung wegen des gehobenen Rahmens, in dem die Veranstaltungen des "Herzenskreis" statt fand. Sie vertraute auch auf die Auskünfte von Teilnehmerinnen, die ihr erklärten, bereits 40.000,00 Euro erhalten zu haben. Jedenfalls kann ein sittenwidriges Verhalten der Klägerin nicht festgestellt werden. Blauäugigkeit und Naivität, selbst ein überdurchschnittliches Gewinnstreben reichen allein nicht aus, um eine Sittenwidrigkeit im Sinne des § 817 S. 2 BGB feststellen zu können. 

Die Beklagte kann sich nicht auf Entreicherung berufen, § 819 BGB. Im Termin zur mündlichen Verhandlung hat sie angegeben, im Ergebnis einen positiven Saldo erzielt zu haben. Ihre Ausführungen dazu, das eingenommene Geld ausgegeben zu haben, sind zu unsubstantiiert, als dem nachgegangen werden könnte. Außerdem ist der Beklagten § 819 BGB entgegen zu halten. Hier kommt es auf den Zeitpunkt an, zu dem die Beklagte den Mangel das rechtlichen Grundes hat erkennen können. Dass weitere Rechtsverhältnisse abzuwickeln sind, wie die Beklagte weiterhin einwendet, steht der Rückforderung ebenfalls nicht entgegen.

Das Amtsgericht beruft sich auf die Entscheidung des Bundesgerichtshofes XI ZR 191/96 vom 22. April 1997, vgl.
Amtsgericht Köln  112 C 551/03 Urteil vom 18.02.2004
"Dem Grunde nach", so das Gericht, sei "ein Rückzahlungsanspruch der Klägerin gegen die Beklagte aus ungerechtfertigter Bereicherung gemäß § 812 Abs.1 S.1 BGB begründet, da sie ohne rechtlichen Grund an die Beklagten den Betrag von 5.000,-- € gezahlt hat."
Und zwar, "weil sämtliche Vereinbarungen, die im Zusammenhang mit einer Teilnahme an dem Pyramidenspiel des Herzkreises standen, ... wegen Sittenwidrigkeit des "Spiels" gemäß § 138 BGB nichtig waren."
 

Allerdings stehe dem in diesem konkreten Einzelfall entgegen, dass die Klägerin "gleichfalls gegen die guten Sitten verstoßen hat". Das Gericht stellt dazu einige hochkomplizierte Erwägungen an und folgert:

"Im Ergebnis ist jedenfalls vorliegend festzustellen, daß auch nach der von der Rechtsprechung entwickelten Formel eines "Leichtfertigen Verschließens von der Erkenntnis der Sittenwidrigkeit" in der Person der Klägerin bereits nach dem unstreitigen Parteivorbringen in Verbindung mit der persönlichen Anhörung der Parteien die Voraussetzungen der gesetzlichen Kondiktionssperre erfüllt sind."
Um das zu begründen, benötigt das Gericht dann allerdings viele Seiten. Dies ist ein Hinweis darauf, dass es sich hier um eine Einzelfallentscheidung handelt, die nur bei Vorliegen gleicher Voraussetzungen auf andere Fälle angewandt werden kann.
 
 
 
 

"Der Kreis teilt sich" nicht, sondern er wird geteilt.

Die Presse berichtet gern über die vermeintliche Funktionsweise dieser Schenkkreise.
Gleich zu Beginn heisst es meist: "Der Kreis teilt sich", so als handle es sich um ein Naturereignis.
Aber irgend jemand muss das organisieren und die Leute verteilen.
Damit werden selbstverständlich finanziell die Weichen gestellt.
Denn es ist anzunehmen, dass derjenige die finanziellen Verhältnisse der Teilnehmer kennt.

Wer entscheidet also, wer in welchen der beiden neuen Kreise kommt?
Bereits diese grundsätzliche Frage bleibt meist unbeantwortet.
Kein Jurist kann auf derartig dünner Tatsachenbasis ein brauchbares Urteil abgeben.
 
 
 
 

Kreditaufnahme besonders kritisch

Häufig nehmen Frauen Kredite auf, um Geld "verschenken" zu können.
Deren Motiv ist im allgemeinen, Geld zu investieren, um mehr Geld zu bekommen.
Oft genug steckt eine finanzielle Notlage dahinter, so dass der Kredit sehr viel Zinsen kostet.
Wenn dann kein Geld kommt, bricht das kunstvoll gezimmerte Finanzgebäude zusammen.
Zumal dahinter auch noch eine soziale Notlage stecken kann.
In offenbar nicht wenigen Fällen scheint es sich um Alleinerziehende Mütter zu handeln, die von Sozialhilfe leben.
 
 
 

Esoterik

Der Glaube an wundersame Geldvermehrung hat an sich wenig mit Esoterik oder Sekten zu tun.
Es gibt jedoch Parallelen:

Der angebliche soziale Zweck ist also nichts als Etikettenschwindel.
 
 
 
 

Links

Unter www.Schenkkreise.de  findet sich eine Website, die solche Schenkkreise propagiert. Die Domain "schenkkreise.de" ist eingetragen für eine
Arbeitsgemeinschaft Namibiahilfe e. V. D-38536 Meinersen Dorfstr. 1B
 
 
 
 
 
 
"Der Fluss des Geldes": Milliardenumsätze? 
 

Die erste Zeile des rechts abgebildeten Werbeblattes lautet: 
"Der Fluss des Geldes - ein privater, nicht gewerblicher Unterstützungskreis" 
Die letzte Zeile lautet: 
"Im 'Fluss des Geldes' werden maximal 200.000 Mitspieler aufgenommen". 
200.000 - privat? 
Nimmt man den geringsten dort genannten Einsatz von 100 Euro, wären das bereits 20 Millionen Euro Umsatz. 
Setzen alle den maximalen Einsatz von 5.000 Euro, beträgt der Umsatz bereits sagenhafte  
1 Milliarde Euro, in Zahlen: 1.000.000.000 Euro. 
 
 

Keine Organisation? 
Übrigens gibt es hier Querverbindungen. 
Eingeladen zu der Werbeveranstaltung wurde eine Frau, die von der Veranstalterin eines Herzkreises ihr Geld zurück verlangt (und später auch erhalten) hat. 
Offenbar glaubten die Veranstalter, dass man sie nur mit genügend hohen Beträgen ködern müsse. 
Hier zeigt sich, dass hinter diesen veremeintlichen Geldmaschinen sehr wohl Organisation steckt. 
 

 
 

Woman's Gifting Circle: Werbetext
 
 
Women's Gifting Circle 
eine neue Art von und für Frauen 
miteinander zu teilen 
(alles, was es zu teilen gibt!) 
sich gegenseitig zu unterstützen 
andere Sichtweisen zu entwickeln 
Vertrauen in das Leben zu entwickeln


HERZ-ZIRKEL 
Der Herz-Zirkel engl. Women's gifting circle kommt aus Kanada, wo er vor 10 Jahren von einem Kreis von Frauen ins Leben gerufen wurde um notleidenden Frauen ihrer Gemeinde zu helfen. Noch immer ist das Prinzip durch Teilen und Mitteilen immer mehr Frauen zu Wohlergehen und Reichtum im umfassenden Sinn zu verhelfen. 
Geteilt werden Energie und Geld genauso wie Freude und Leid, Meinungen und Erfahrungen, Befürchtungen und Ermutigungen-Durch regelmäßige Telefonkontakte sowohl der einzelnen Frauen einer Gruppe, als auch einer Konferenzgesprächsmöglichkeit pro Woche für alle Beteiligten oder Interessierten, auch eventuell noch unentschlossenen Frauen, wird die Energie und Verbundenheit spürbar Ausdruck finden. So wird auch die notwendige Motivation gehalten, die jeweils alle Frauen einer Gruppe anspornt sich dafür einzusetzen, daß sichwirklich Jede Frau genau das erlauben kann, was sie für sich als Freiraum, Reichtum und Überfluß empfindet. Wir werden fähig uns mit allen zu freuen, weil wir nicht Angst haben müssen selbst leer auszugehen. Im Zeitalter der Liebe und Herzenswärme zeigen wir der Welt, daß für alle Menschen genug da ist.  Wir müssen nichts festhalten und an uns raffen, sondern wir können es großzügig zur Unterstützung anderer verschenken.  
Die Kontakte untereinander haben daher auch den Sinn in Zeiten möglicher Zweifel oder dem Aufkommen alter Ängste, einander Mut zu machen und neue Energien zu entfachen. 
Keine Frau wird durch die Maschen des immer größer werdenden Netzes fallen, weil auch sie ihr unmittelbares Umfeld (d.h. ihre eigene Gruppe) im Blick und im Herzen hat. Das heißt jede von uns ist wichtig und unentbehrlich dort wo sie ist. 
Durch das stete Teilen und wieder Erweitem der Gruppe vergrößert sich auch das Netz, bis es ab einem gewissen Punkt uns alle die Sicherheit fühlen läßt. nach der wir uns so sehr sehnen. Vielleicht merken wir auch, daß dieses Netz schon immer da war, wir es aber erst jetzt durch die Unterstützung aller anderer Frauen spüren können. 
Eine wunderschöne Erfahrung im Prozeß ist der Punkt an dem wir wie Sterntaler beschenkt werden und tiefe Freude und Dankbarkeit empfinden. Genau diese Gefühle beflügeln uns, immer mehr Frauen in dieses Netz einzuknüpfen. 

Geld steht häufig für Macht und Hierarchie, für Konkurrenz und Wettbewerb. Daher geschieht es sehr leicht - und von uns selbst oft unbemerkt - daß wir die Momente der Gier, des Habenwollens, des Nicht-TeiIen-WoIlens, der Ängstlichkeit und des Uns-Schämens, des Uns-Schuldigfühlens auf andere projizieren und dann diese Personen verurteilen. In Wirklichkeit verurteilen wir diese Gefühle in uns selbst, machen uns vor, daß wir eigentlich doch einen ganz gesunden Umgang mit Geld haben. In den Circles wollen wir genau dieses Fühlen in jeder von uns erleichtern, versöhnen und auch heilen. Der Weg dorthin ist die Ehrlichkeit! 
Der durch die Circles ermöglichte Umgang mit Geld macht uns unsere abgespaltenen Anteile nach und nach sichtbar und verständlich. In dem geschätzten Raum des Kreises haben wir die Möglichkeit, diese Spaltung aufzuheben und zu transformieren. Der "Geldaspekt" verliert sein Angstpotential, wir können loslassen. Die Geldenergie wird gereinigt und verändert, sie kann wieder frei fließen. Wenn wir das Geld zurückgeben in den großen Strom, tut es dort seine Wirkung, in Freiheit und durch liebevolles Umgehen mit ihm und miteinander. Wir können diese Energieform wirklich verändern, zuerst in uns selbst und mit den Circle-Frauen: mit der Zeit wird sie dann ihre positive Wirkung voll entfalten und nach dem Prinzip des hundertsten Affens früher oder später die morphogenetischen Gedankenfelder verändern. 
Es macht Spaß, neue Wege zu gehen, neue Denk- und Sichtweisen auszuprobieren. Frau muß schon ein bißchen verrückt sein, mit Genuß verrückt sein, sich herausrücken aus dem, was auf diesem Planeten als Realität (und besonders als Realität des Geldes) wahrgenommen wird. Wir können uns gratulieren und beglückwünschen für den Mut zu dieser Verrücktheit! 
Die Frau, die Dir dieses Blatt gibt, wird Dir erklären, wie es funktioniert und Dir die Nummern der Telefonkonferenzen mitteilen, denn - wie gesagt - es geht nicht nur um Geld... 


 

Die Gruppe besteht aus 7 Frauen ( 4 Unterstützerinnen, 2 Lehrlingen, 1 Empfängerin). Diese 7 Frauen sprechen jeweils Frauen an, die bereit sind, der Empfängerin 10.000 DM zu schenken. Nachdem sich 8 Frauen für die obere Reihe (Geberinnen) gefunden und diese bezahlt haben, gibt die Empfängerin das Signal zur Teilung der Gruppe. Sie selbst zieht sich zurück - so entstehen jetzt 2 Gruppen mit jeweils 7 Frauen, die wiederum für Ihre jeweilige Gruppe 8 neue Geberinnen finden, die der neuen Empfängerin jeweils 10.000 DM geben. Nach der 3-Teilung sind die ursprünglichen Geberinnen in der Empfängerinnenposition. Die jeweilige Empfängerin übernimmt die Koordination in der eigenen Gruppe. Darüber hinaus übernimmt sie für eine bestimmte Zeit die Kosten für eine Konferenzschaltung ( ca. 100.- DM für einen Monat), damit die Frauen aller Gruppen einmal wöchentlich alle miteinander kommunizieren können, Mit der Vorwahl: 0 10 24 oder 0 10 51 und dann 001 für Amerika und der Nummer xxxxxxxxx landet Frau im Konferenz call-center, wartet auf die Ansage und wird zur Wahl einer vierstelligen Pin-Nummer aufgefordert, die mit dem Zeichen # endet. Dann kann der Kontakt mit vielen sicherlich hochinterssanten Frauen gleich losgehen. 
Alle Telefongespräche in die USA mit der Vorwahl 0 10 51 kosten 13 Pf. die Minute. 



Der Prozess des Schenkens 
Der Prozeß des Schenkens segnet uns in verschiedenster Weise. Beim Geben sind wir zunächst dazu aufgerufen loszulassen. Möchten wir empfangen, so machen wir uns zunächst leer, wir geben anderen ohne die Erwartung, daß etwas zurückkommt. 
An dieser Stelle können wir immer wieder beobachten, wie das Mangeldenken uns immer noch im Griff hat. Damit meine ich den Glauben, der unsere Kultur durchdringt, daß nicht genug für alle da ist. So treten wir in Konkurenz miteinander und sorgen uns um unsere Zukunft. Es ist wie das Gefühl zu verdursten, während der Brunnen gefallt ist. Dieses Mangeldenken zieht sich durch alle Bereiche unseres Lebens. Wir fürchten es gäbe nicht genug Geld und passende Gefährten dort draußen, nicht genügend gute Jobs, gute Häuser, gute Schulplätze. 
Im vergangenen Jahrtausend, zumindest in der westlichen Zivilisation, wurde Frömmigkeit und Spiritualität mit Armut gleichgesetzt. Wir hören überall subtile und weniger subtile Sprüche die Armutsbewußtsein zum Ausdruck bringen: alles hat seinen Preis; es ist ja nur Geld ; Reiche sind schlecht - Arme sind gut; wenn es nichts kostet ist es nichts wert; u.s.w......,.- 
Wir haben unsere Verbindung zur göttlichen Quelle und unseren Reichtum verloren und haben vergessen woher wir kommen und wer wir sind. 
'Ich muß unglaublich einfältig, betrunken oder verrückt gewesen sein, als ich mich in mein eigenes Haus schlich und Geld stahl, über den Zaun kletterte und mein eigenes Gemüse klaute."    -Rumi
Eine weitere Segnung, die uns durch den Schenkungsprozess erteilt wird, erfahren wir beim Empfangen. Hier haben wir die Möglichkeit, die Veränderungen in unserem Denken zu beobachten wenn wir das geschenkt bekommen, wofür die meisten von uns monatelang "hart" arbeiten müssten. 

DAS FELD DER FÜLLE 
Es gibt immer genug für alle, wenn der Überfluß geteilt wird und der "Ursprünglichen Quelle" Dankbarkeit gezeugt wird. Die Schlüssel um dieses Feld zu betreten, sind Dankbarkeit und Vertrauen, die in Balance steht mit Handlung. Das Feld hält umgehende Manifestationen für all diejenigen bereit die für Ihren Herzenswunsch mit Dankbarkeit bitten, bevor sie Segnungen in Form von Geld, Möglichkeiten und unerwarteten Geschenken erhatten. Die "Ursprüngliche Quelle" agiert auf geheimnisvolle Weise, bringt genau die richtigen Leute, Plätze oder Dinge zu dir, um Deinen wahren Bedürfnissen zu entsprechen. Das Feld der Fülle erinnert uns an unser göttliches Recht darauf, daß unsere Gebete beantwortet werden und all unseren Bedürfnissen leicht und auf liebevolle Weise entsprochen wird. 

DER KREIS DES SCHENKENS UND DAS FELD DER FÜLLE  

Hier ist eine Möglichkeit, Zugang zum Feld der Fülle zu erlangen und es in unserer physischen Realität vollständig zu erfahren. Wir betreten das Feld nicht nur für unseren persönlichen Reichtum, sondern für den Reichtum des gesamten Kollektivs. Wenn wir uns daran erinnern, in tiefer Dankbarkeit unseres Herzens zu teilen, bevor wir Überfluß erfahren, folgt die Manifestation in Form von Geschenken auf leichte, anmutige und magische Weise. 

DIE VERSCHIEDENEN EBENEN:  
DIE EBENE DER GEBENDEN 

Die drei Schlüssel um Zugang zum Feld der Fülle zu erlangen sind Dankbarkeit, Vertrauen und ausgewogene Handlung. Das Geschenk das wir machen um in den Kreis einzutreten, aktiviert das Feld der Fülle. Das funktioniere indem wir uns dem Vorhaben verpflichten, dem Prozess vertrauen und aus tiefstem Herzen unsere Dankbarkeit ausdrücken, wenn wir darum bitten, daß unseren Bedürfnissen entsprochen wird. Die Geschenke die wir machen bereiten die "Pumpe" des Überflusses darauf vor, in unser Leben zu strömen. 
Erinnere dich daran offen zu bleiben für die Art und Weise in der die physische Manifestation in Erscheinung tritt. Wunder gibt es reichlich, und sehr häufig kommen sie in Verpackungen, die wir nicht erkennen. 


DIE EBENE DER UNTERSTÜTZERIN 

Hier assistieren wir dabei das Feld weiter auszudehnen, unterstützen die, die gerade hereinkommen und diejenigen die sich auf das Empfangen zubewegen. Die ursprüngliche Quelle ist unendlich, grenzenlos, schrankenlos. Sie ist mehr als wir wirklich verstehen können. Der Kreis erlaubt uns, zu diesem unendlichen Feld zu gelangen. Uns in diese Position hineinzubegeben bedeutet, in eine .Realität zu kommen, die eng verbunden ist mit dem universellen Gesetz. 

DIE EBENE DER ANWÄRTERIN 

Diese Ebene bereitet uns auf eine völlig neue Weise des Empfangens vor. Wir lernen unser Geben und Empfangen auszugleichen. Unsere Kultur hat uns gelehrt, daß es ein größerer Segen ist zu geben als zu empfangen. Aber ohne die Menschen die Geschenke von anderen empfangen, ist der Kreislauf der Lebenskraft, der beides. Geben und Nehmen beinhaltet-, unvollständig. Wir bereiten uns darauf vor, bewußt die Rolle der Empfangenden einzunehmen. 

DIE EBENE DER EMPFÄNGERIN 

Diese Position vervollständigt den Kreis oder Pfad der Lebenskraft, die sich in einer unendlichen Schleife fortbewegt. Die Position der Empfängerin erweitert zudem unser Gefühl der Dankbarkeitßr all die Geschenke des Lebens die wir täglich erhalten. Sie hilft die Kunst des Empfindens auf einer tiefen zellulären Ebene unserer physischen Ebene zu verankern. Damit wird das Feld für das gesamte Kollektiv verankert. Zu Empfangen unterstütze ehrt und erfüllt die Heiligkeit des Lebens, Zudem bewirkt Empfangen eine Ausweitung und Ener^etisierung des Feldes der Fülle weit über unsere Vorstellung hinaus. Indem wir lernen mit Anmut und Freude zu geben und zu empfangen, können wir darüberhinaus das Geschenk, das unser Leben bedeutet, voll würdigen. 


Es wird dadurch eine innere Veränderung geben, die uns auf verschiedenen Ebenen öffnet. Die Bewegung, die diesem freien Fluß von Energie und Geld innewohnt belebt uns neu. 
Damit verbunden ist die vielleicht bedeutendste Segnung, die wir durch den Schenkungsprozess erhalten: Dankbarkeit für das Leben an sich. 
 

 

Presse
 
 

Die Polizei warnt vor Geldverlust und Gewalt:
 Gier auf Geld verdrängt den Verstand
 
 
Wochenkurier Unkel Nr. 49/2003  


Polizeiinspektion Linz  

Schöne Bescherung im Schenkkreis 
Alles sollte so schön sein:  
Es treffen sich Bürger aus allen Gesellschaftsschichten, um miteinander "wunderbare Gefühle" zu empfangen und, in hübsche Päckchen verpackt, Geld zu schenken.  
Es sind Treffen von meist arglosen Menschen, die sich in etwas gefangen haben, was von den Veranstaltern früher beschönigend "Herzkreis" genannt wurde, meist jedoch als "Schenkkreis" oder Schenkbörse bekannt ist. Die von positiven Argumenten geprägte Ansprache der Teilnehmer oder schlichtes Leugnen der Argumente von Außenstehenden soll darüber hinwegtäuschen, dass es hier knallhart um Geld geht. Nach etwa der 20. Teilung dieses Systems, das analog des hinlänglich bekannten Pyramidensystems abläuft, reicht die Gesamtbevölkerung von Österreich nicht mehr aus, um die freien Plätze zu besetzen, und nach etwa der 23. Stufe sind mehr als alle Erwachsenen der Bundesrepublik Deutschland vonnöten, um das System am Laufen zu halten.  
Einige wenige, die früh einsteigen bzw. die Kreise initiieren, machen den großen Reibach. Aber auch die, die Geld überreicht bekommen, haben mitunter keine Freude daran. Einige dieser Schenkkreise werden zudem begleitet von roher Gewalt. Teilnehmer, die Geld erhalten haben, wurden auch schon Opfer von Raubstraftaten oder körperlicher Gewalt - dabei geht es bis zum Mord. Aber auch die große Masse, die später dazukommt, ist ihr Geld los. Der Einsatz bei diesen Kreisen variiert und geht von 1.000 bis zu 10.000 Euro (!), die manche dieser Schenkkreise als "Einstiegssumme" verlangen. Viele lassen sich von den "Erfolgsstorys" der "Beschenkten" sogar dazu verleiten, sich Geld über Bankkredite oder von Bekannten zu leihen, um dann vermeintlich den dicken Batzen einzustreichen. Natürlich scheitert dies in den meisten Fällen. Die Kriminalpolizei und die Verbraucherzentralen raten dringend von der Teilnahme an diesen Veranstaltungen ab! Ihr Geld sollte Ihnen dafür zu schade sein!  
Polizeipräsidium Koblenz, Kriminaldirektion K 15 (Polizeiliche Kriminalprävention),  
Tel. 0261/103-1, Fax 0261/1032870,  
Mail: kdkoblenz.praevention@polizei.rlp.de

 
Lokalanzeiger 3.12.03  


Schenkkreise: Finanzieller Verlust programmiert! 
Kriminalpolizei und Verbraucherschutzorganisationen warnen dringend vor Teilnahme 

REGION. Alles sollte so schön sein: Es treffen sich Bürger aus allen Gesellschaftsschichten, um miteinander "wunderbare Gefühle" zu empfangen und, in hübsche Päckchen verpackt, Geld zu schenken. In Gaststätten treffen sich bis zu 200 Teilnehmer vom Arbeiter bis zum Angestellten, darunter auch Honoratioren der Gemeinde, von Bürgermeister über Pfarrer bis zum Apotheker, diskret im Saal und überreichen sich, ebenfalls ansprechend verpackt, Geldbeträge, von denen andere Bürger fast ein ganzes Jahr leben könnten. Alle Schichten der Bevölkerung sind bei diesen Treffen dabei. Es sind Treffen von meist arglosen Menschen, die sich in etwas gefangen haben, was von den Veranstaltern früher beschönigend "Herzkreise" genannt wurde, meist jedoch als "Schenkkreise" oder Schenkbörsen bekannt ist. 

Immer wieder werden arglose Menschen mit Systemspielen geprellt. Unter dem Namen "Schenkkreise" sind sie in der letzten Zeit auch im nördlichen Rheinland-Pfalz bekannt geworden: Teilweise sehr schöne Worte werden da gemacht: "Wir wollen uns gegenseitig unsere Träume erfüllen" heißt es. "Es ist für alle Menschen genug Geld da", "Gemeinsam Geben und Nehmen erfahren" oder "Vertrauen in die Energie der Gruppe". Die von positiven Argumenten geprägte Ansprache der   Teilnehmer   oder schlichtes Leugnen der Argumente von Außenstehenden soll darüber hinwegtäuschen, dass es hier knallhart um Geld geht. Und um Geldgier.  

Hinter diesen angeblich so "schönen"  Schenkkreisen verbirgt sich nichts anderes als eine Abwandelung der schon hinlänglich bekannten Pyramidensysteme. Bei diesen Schenkkreisen geht es immer um dasselbe Prinzip. 15 Teilnehmer bilden eine Pyramide. Die auf der Schenkebene    stehenden "schenken" den auf der oberen Ebene stehenden Personen der Pyramide 10000 Euro. Danach wird die Gruppe geteilt, alle Teilnehmer rücken eine Position nach oben, jetzt müssen neue Teilnehmer gesucht werden, die bereit sind, 10 000 Euro zu verschenken. Bis sich einer der Mitspieler aus der ersten Gruppe an die "Empfangsposition" emporgearbeitet hat, hat das System schon 127 Mitspieler, davon 15 "Beschenkte" - und 112 Verlierer. Naturgemäß kollabieren diese Systeme in absehbarer Zeit. Es ist eine ganz einfache Rechnung: Es verlieren immer, egal in welcher Runde sich das Spiel befindet, mindestens 87,5 Prozent der Beteiligten ihr Geld. Wenn gleichzeitig mehrere dieser Kreise in einer Region starten, ist das Potential an willigen Mitspielern rasch erschöpft.  

"Nach etwa der 20. Teilung des Systems reicht die Gesamtbevölkerung von Österreich nicht mehr aus, um die freien Plätze zu besetzen, und nach etwa der 23. Stufe sind mehr als alle Erwachsenen der Bundesrepublik Deutschland vonnöten, um das System am laufen zu halten.", meint dazu Christian Kuhlmann, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Koblenz. "Einige wenige, die früh einsteigen bzw. die Kreise initiieren, machen den großen Reibach. Aber auch die, die Geld überreicht kriegen haben mitunter keine Freude daran: Einige dieser Schenkkreise werden zudem begleitet von roher Gewalt. Teilnehmer, die Geld erhalten  haben,  wurden auch schon Opfer von Raubstraftaten oder körperlicher Gewalt - dabei geht es bis zum Mord. Aber auch die große Masse, die später dazukommt, ist ihr Geld los", so Kuhlmann.  

Der Einsatz bei diesen Kreisen variiert und geht von 1000 bis zu 10000 Euro (!), die manche dieser Schenkkreise   als   "Einstiegssumme"   verlangen. Dieses Geld ist in den allermeisten Fällen verlorenes Geld. Manche möchten das aber partout nicht wahrhaben. Denn mitnichten machen nur Teilnehmer mit, die mal eben 5000 oder gar 10000 Euro über haben. Viele lassen sich von den "Erfolgsstorys" der "Beschenkten" sogar dazu verleiten, sich Geld über Bankkredite oder von Bekannten zu leihen, um dann vermeintlich den dicken Batzen einzustreichen. Natürlich scheitert dies in den meisten Fällen. Deshalb beschwören die Schenkkreis-Teilnehmer ebenso verbissen wie verzweifelt: "Das System funktioniert!" Denn um die eigene Börse fett zu machen und das eigene Geld nicht verloren zu haben, müssen zwangsläufig dauernd neue Teilnehmer begeistert werden, die dann 5000 oder 10 000 Euro zahlen ("verschenken"). Dabei stoßen manche auf Probleme: Zu den Treffen werden in Ermangelung anderer Kontakte vornehmlich gute Freunde und Bekannte geladen, die dort so lang, meist durch einen Moderator, beschwatzt werden, bis auch sie an die wundersame Geldvermehrung   glauben und ihr Geld hergeben. Nach dem Erwachen verliert man mit etwas Pech neben dem Geld auch noch alle seine Freunde, die man zum Mitmachen überredet hat - denn bei Geld hört die Freundschaft bekanntlich auf. Dabei wird die Naivität der Bürger und sein eigentlich vorhandenes Wissen um die Unmöglichkeit des Systems schamlos ausgenutzt. Obwohl jedem klar sein muss, dass das System nicht funktioniert, verdrängt die Gier auf Geld den Verstand. Die Kriminalpolizei und die Verbraucherzentralen raten dringend von der Teilnahme an diesen Veranstaltungen ab! Ihr Geld sollte Ihnen dafür zu schade sein. Für weitere Informationen steht Ihnen die Kriminalprävention des Polizeipräsidiums Koblenz unter Telefon 0261/1031 zur Verfügung,       -rlu-  
 

 
 

Prozesse und Strafanzeigen
 
Kölnische Rundschau 10.1.2004  


Oberberg 
Neue Strafanzeige wegen der Waldbröler Schenkkreise 

WALDBRÖL. Bei der Kripo in Gummersbach ist eine weitere Strafanzeige aus dem Südkreis im Zusammenhang mit den Schenkkreisen eingegangen. Das hat Polizei-Pressesprecher Ernst Seeberger gestern auf Anfrage bestätigt. In bevorstehenden Zivilklagen vertritt der Kölner Rechtsanwalt Erik Millgramm allein rund 30 Mandanten aus dem Raum Waldbröl, die ihr Geld von den "Beschenkten" zurückhaben wollen.  

Nach eigenen Angaben vertritt Millgramm ingesamt etwa 300 Schenkkreis-Opfer, dabei gehe es um eine Gesamtsumme von 1,5 Millionen Euro. "Unsere Politiker sollten sich mal überlegen, welche Energie da abgeht, welch ungeheures Kapital da entzogen wird," meint der Anwalt. Im Gegensatz zu den USA und der Schweiz sind Gewinnspiele nach Art der Schenkkreise in Deutschland noch nicht verboten, doch der Bundesgerichtshof hat sie bereits 1997 als sittenwidrig eingestuft.  

"Auf Risiko wurde nicht hingewiesen"  

Nach Einschätzung des Kölner Anwalts haben auch Aussteiger den Anspruch auf Rückzahlung ihrer "verschenkten" Beträge nicht verloren, wenn ihnen vorgegaukelt worden ist, sie könnten zu den Gewinnern gehören. Von den Beklagten werde zwar immer wieder behauptet, auf die Risiken hingewiesen zu haben, doch das Gegenteil sei meist der Fall. Was Moderationen von Schenkkreisen aus dem Waldbröler Raum betreffe, sei dies beweisbar.  

Beim Thema strafrechtliche Relevanz ist Erik Millgramm eher vorsichtig. "Es kann als Betrug gewertet werden, wenn einer dieser Charts mit Platzhaltern besetzt worden ist." Als "Platzhalter" gelten beispielsweise Beträge, die in der Hierarchie der Pyramide höher stehende Personen eingesetzt haben, um eine größere Anzahl an Beteiligten vorzutäuschen.  

Angesichts der 1,5 Millionen Euro, die alleine seine Mandanten zurückfordern werden, spricht Erik Millgramm von der "Unfähigkeit unseres Steuersystems, die geeigneten Maßnahmen zu treffen". Nach OVZ-Informationen sind den Steuerfahndern der Finanzbehörden inzwischen Teilnehmerlisten von Schenkkreisen aus dem Oberbergischen zugespielt worden. (mf)  

 

 
 
 
 
ZDF - Volle Kanne -Sendung vom 28. August 2003  9.05 h 


Gefährliche Geldspiele  
Herz- und Schenkkreise sind reiner Nepp  

Frauen nennen es Herz- oder Schenkkreis, Männer Tafelrunde oder Börsenspiel. Es geht dabei um Geld. Angeblich bekommt man ein Vielfaches von dem ausbezahlt, was man eingezahlt hat. Seit Monaten verbreitet sich dieses neue Schneeballsystem rasend schnell.  

Foto: Die Spieler werden abgezockt und sind oftmals hoch verschuldet 

Polizei, Staatsanwaltschaft, Verbraucherzentralen und Sektenberatungsstellen schlagen Alarm. Von den Pyramidenspielen im Schneeballsystem geht eine ungeheure Gefahr für die Beteiligten aus. Unter dem Vorwand, in relativ kurzer Zeit sehr viel Geld zu verdienen und dabei selbst nur wenig zu investieren, werden Verbraucher von Betrügern abgezockt. 

Was dahinter steckt: Verschiedene Personen bilden eine Pyramide. Einer bildet die Spitze, er wird "beschenkt" und bekommt viel Geld. Darunter lauern zwei Anwärter auf die Spitze, dann vier Unterstützer und acht Geldgeber. Die Geber zahlen an den Anführer eine vereinbarte Summe. Der Beschenkte fällt automatisch aus dem Pyramidensystem, die zwei Anwärter rücken nach. Da nun aber zwei Beschenkte an der Spitze stehen würden, teilt sich die Pyramide auf. Das heißt, es werden wieder acht Geldgeber pro Pyramide gesucht. 

Wie in einem Schneeballsystem funktioniert das Spiel, so lange ausreichend Personen nachrutschen. Jeder hofft, an die Spitze zu gelangen, da nur der Kopf gewinnt. Doch wenn das "Spiel" stagniert, gibt es Druck, Frust und schlechte Stimmung in der Gruppe. Bei genauer Überlegung kann dieses System nur begrenzt funktionieren. Nach der x-fachen Teilung müssten mehrere Milliarden Menschen an dem Schenkkreis-Spiel teilnehmen - mehr als die gesamte Erdbevölkerung. In Wirklichkeit verschenkt man sein Geld und bekommt nichts zurück. 

Verbraucherschützer warnen: Gerade Personen in finanziellen Nöten steigen in das gefährliche Spiel ein. Sie leihen sich Geld von Freunden, Familie oder Bekannten, bekommen Kredit von anderen Pyramiden-Teilnehmern, den man dann bei eigener Beschenkung zurückzahlen muss. Dies treibt viele in die Verschuldungsfalle. Meist geht es um Einsätze von etwa 5000 Euro, manche "spielen" sogar mit 20.000 Euro Einsatz. Bei Misserfolg, wenn man beispielsweise keine neuen Mitglieder akquirieren kann, droht Psychoterror seitens der Gruppe. 

Das Prinzip eines Herz- oder Schenkkreises hört sich für die Interessenten zunächst einmal gut an. Juristin Karin Goldbeck von der Verbraucherzentrale (VZ) Niedersachsen: "Die Abzocke wird vertuscht und eingehüllt in esoterische Worthülsen." Frauen und Männer tun sich zusammen und bilden eine (angeblich) starke Gemeinschaft, das Geld soll fließen wie Energie. 

Es entsteht ein Netzwerk mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen. Man fühlt sich geborgen, lernt Leute aus unterschiedlichen Kreisen und Schichten kennen, redet über Probleme und Gefühle. Es herrscht eine friedliche und liebenswerte Stimmung. Die Herz- oder Schenkkreise arbeiten mit Herzen als Bonus-System, die man erlangen kann. Bei den Männern gibt es Tafelrunden, in denen man sich mit Ritter und Knappe anspricht. 

Polizei und Staatsanwaltschaft sind häufig machtlos. Denn nur wenige Betrogene trauen sich an die Öffentlichkeit zu gehen und fordern mit Hilfe eines Anwaltes ihr Geld zurück. Zu groß sind oft die Scham und Selbstvorwürfe, weil sie auf das Spiel hereingefallen sind. So fällt es den Behörden schwer zu ermitteln. Es soll sogar schon Großveranstaltungen geben, in denen neue Interessenten angeworben werden. Ein Urteil des Bundesgerichtshofes in Karlsruhe besagt lediglich, dass das Schneeballprinzip sittenwidrig ist. Erfolgreiche Klagen auf Geldrückzahlungen gibt es nach Auskunft der VZ Niedersachsen bisher kaum. 

Foto: Der Mindesteinsatz sind 5000 Euro

 
 
 
 
Aachener Nachrichten 07.08.2003 


Ableger eines Pyramidenspiels kommt aus Köln 
Schnellen Euro im Blick: Schenkkreise 
Von Nachrichten-Redakteur Heiner Hautermans 

Aachen (an-o) - Das gemeinsame Ziel vor den Geld- vernebelten Augen ist der schnelle Euro: Einsatz 10.000 Euro, Auszahlung nach wenigen Wochen 80.000 Euro. Das Ganze auch noch garniert mit jeder Menge gut gelaunter und gebildeter Menschen und sozial/ esoterischem Hintergrund. 

"Herzkreis" (nur für Frauen) und "Schenkkreis" (gemischtes Publikum) heißen die Gewinnspiele, die allesamt nach dem üblen Pyramidensystem funktionieren, dessen ungeachtet aber immer noch Menschen in den Bann ziehen, für die Rechnen eigentlich zum Alltag gehört und Mathematik ein wichtiger Teil der Ausbildung war: Professoren, Rechtsanwälte, Ingenieure, Architekten oder Handwerker. 

Die Teilnehmer pflegen einen fast verschwörerischen Umgang miteinander, kennen sich meist nur beim Vornamen und treffen sich zwei Mal die Woche, oft in Randbereichen Aachens. Fest steht, dass die Spirale aus Köln gekommen ist und es mindestens vier Kreise in Aachen gibt. 

Sie funktionieren nach einem ausgeklügelten System in einer rechtlichen Grauzone. In Stufe eins werden mindestens 16 Spieler gebraucht, die insgesamt 160.000 Euro einzahlen. Jeder Teilnehmer wird also gehalten, möglichst viele Mitspieler zu werben, erst aus dem Freundeskreis, dann Bekannte und Kollegen. 

Der ideologische Überbau wird gleich mitgeliefert: "Wir glauben an das universelle Gesetz: Alles, was wir frei geben, kommt vielfach zu uns zurück." Zu entnehmen dem Internet, in dem zahlreiche Einträge dazu zu finden sind. Das Geld fließt nicht an die Organisatoren, sondern von Mitspieler zu Mitspieler. Mitspieler Hans: "Es gibt keine Verträge, aber ordentlich Gruppendruck." 

Nachdem die erste Ebene besetzt ist, wird der "Chart" halbiert, werden in den nächsten Stufen weitere 16 Teilnehmer erforderlich. Die Gesamtzahl steigt in Achter- Potenzen, schon nach acht bis neun Gesamtdurchläufen werden mehrere tausend Mitspieler benötigt. Nach 29 Runden, so hat ein Kritiker errechnet, ist man bei einer Gesamtzahl von sechs Milliarden. Die Kapazitätsgrenze in Aachen und Umgebung ist offenkundig beinahe erreicht. 

Auch wenn in den Treffen niemand zum Mitmachen überredet wird und viel vom gegenseitigen Vertrauen die Rede ist, warnen Experten vor dem Pyramidenspiel. Polizeipressesprecher Paul Kemen: "Die letzten beißen die Hunde." Anzeigen seien allerdings bisher nicht eingegangen. Kein Wunder: Die Geprellten scheuen die Erkenntnis, dass sie einer absolut durchschaubaren Abzieherei zum Opfer gefallen sind. 

"Für ihre Naivität" 

Ingo Heinemann, Geschäftsfüher des Bundesverbands für Sekten- und Psychomarktberatung: "Die Teilnehmer schämen sich für ihre Naivität." Zum materiellen Verlust geselle sich irgendwann die bittere Einsicht, von Nahestehenden hereingelegt worden zu sein, denn irgendwann, so viel ist klar, bricht das System zusammen. 

Die Verbraucherzentrale NRW warnt deshalb vor der Abzocke. Jurist Jürgen Schröder ermuntert die Spieler, die vergeblich auf ihren Gewinn warten, ihren Einsatz zurückzufordern. Das sei zumindest dann möglich, wenn der Vorgänger oder der Empfänger das System durchschaut habe, da er dann subjektiv vorwerfbar gehandelt habe. 

Das Organisieren der so genannten Pyramidenspiele sei rechtlich zwar verboten, beim "Schenkkreis" kassiere allerdings kein Dritter. Das Anwerben neuer Teilnehmer sei aber sittenwidrig, weil das "Unwissen um die Unmöglichkeit des Systems" schamlos ausgenutzt werde.

 
 
Express Köln 14.03.2003 
http://www.express.de/servlet/Satellite?pagename=XP/index&pageid=1004370693392&rubrik=200&artikelid=1046456909972&regid=1 


Wie Kölns feine Damen ihr Geld verspielen 
Sie sind reich. Sie sind gierig. Sie verlieren fast alle 
Von DANIEL CREMER und LOUIS-F. JÄGERSBERG 

Köln – Die feinen Damen treffen sich in feinen Villen. Zum Beispiel in Marienburg. Dann gibt es Geschenke. Eine Frau erhält von acht anderen rote Herzen – Inhalt: je 5000 Euro.  

Seit über einem halben Jahr läuft das Abzockspiel „Herzkreis“ in Köln. Hunderte Frauen träumen vom großen Geld – und verlieren ihren Einsatz. Herzkreis: gefährliche Sucht in feinen Kreisen. Herzkreis: Das Motiv ist nackte Gier …  

Wenn wir zusammenhalten, können wir nur gewinnen“, werben die Spielerinnen: „Unsere Männer haben die Börse, wir den Herzkreis.“ Das Prinzip ist einfach: Jede Frau bringt 5000 € in den Zirkel ein. Später rutscht auch sie nach oben, bekommt das Achtfache zurück. „Wir warnen vor der Teilnahme“, sagt Polizeisprecher Jürgen Göbel. Aber gegen Gier ist auch er machtlos. 

Die Liste der Teilnehmerinnen (die Namen sind EXPRESS bekannt) liest sich wie ein Auszug aus Kölns feinsten Adressen: Geschäftsfrauen (z. B. aus dem Bäckereibereich), Galeristinnen (international tätig), Journalistinnen (TV) und Künstlerinnen. Kaum eine bekennt sich dazu.  

Die Kölner Malerin Ursula Wandel verteidigt „Herzkreis“: „Es soll eine sehr gute Möglichkeit sein, Geld zu machen.“ Angeblich soll eine Krankengymnastin „Herzkreis“ nach Köln gebracht haben. Eine Mitspielerin: „Sie hat 160.000 € verdient.“  

Kritisch ist Uschi Holl vom Damen-Karnevalsverein Colombina Colonia: „Ich wurde auch angesprochen. Ich lasse die Finger davon.“ Und die Bonner Promi-Wirtin Karin C. erzählt: „Ich habe enge Freundschaften an »Herzkreis« zerbrechen sehen…“ 

Der Herzkreis: 87,5 Prozent verlieren den Einsatz garantiert » 
So funktioniert das Abzock-Spiel: Jedes Herz aus der obersten Reihe zahlt an das einzelne Herz ganz unten jeweils ... 

So funktioniert das Abzock-Spiel: Jedes Herz aus der obersten Reihe zahlt an das einzelne Herz ganz unten jeweils 5000 Euro. Dieses Herz erhält also insgesamt 40.000 Euro und verlässt dann das Spiel. 

Jetzt bilden die beiden Herzen aus der zweiten Reihe von unten jeweils ein neues 40.000-€-Abkassierherz, müssen jedoch acht neue Zahlherzen rekrutieren. Dann scheiden auch sie aus, jetzt ist die darüber liegende Herzebene am Kassierzug. So verdoppelt sich die Anzahl der parallel laufenden Herzkreise mit jeder Runde.  

In Runde 10 spielen bereits 8191 Frauen mit, von denen 7168 leer ausgehen. In Runde 20 müssten über 8 Mio Frauen mitspielen, in Runde 23 ganz Deutschland. Garantiert: 87,5 % aller Spieler gehen leer aus. 
 

 
 
 

International: Schenkkreise auch in der Schweiz
 
 
Tages-Anzeiger Zürich 24.4.2003  

Warnung vor illegalen Schenkkreisen 
Die Luzerner Polizei warnt vor Schenkkreisen. Diese seien verboten und führten meist zum Totalverlust. 

Schenkkreise sind ein illegales Schneeballsystem. Sie grassierten zuerst im Kanton Zürich und breiten sich nun rasch über die ganze Schweiz aus. Die Luzerner Strafuntersuchungsbehörden und die Kantonspolizei bekamen in letzter Zeit viele Anfragen verunsicherter Bürger. Sie sahen sich veranlasst, die Öffentlichkeit zu warnen. 

Bei den Schenkkreisen geben Frauen vor, einander Geld zu schenken. Die Aktion «Frauen für Frauen» klingt verlockend. Viele Schenkkreise werden als esoterische Zirkel getarnt. Jede Teilnehmerin - es machen fast ausschliesslich Frauen mit - muss einen Einsatz von meist 8000 Franken leisten. Gleichzeitig sucht sie weitere Spenderinnen. Das Geld kommt in einen Topf. Hat sie acht Kandidatinnen gefunden, rutscht sie einen Rang nach oben. Wenn sie die erste Position erreicht, erhält sie den achtfachen Einsatz, also 64 000 Franken. Nur: Die allerwenigsten schaffen es bis an die Spitze. Neue Teilnehmerinnen müssten in der Regel Dutzende von Spenderinnen finden, um einen Gewinn zu erhalten. «Wer daran teilnimmt, riskiert den Verlust seiner gesamten Einlagen und macht sich zudem strafbar», schreiben die Luzerner Behörden. Den Teilnehmerinnen droht eine Busse bis zu 10 000 Franken oder Gefängnis. Ausserdem müssen sie mit der Beschlagnahmung des Gewinns rechnen. Initiantinnen sind zwar meist Frauen aus der Esoterikszene, doch sie suchen Mitspielerinnen aus ihrem gesamten Bekanntenkreis. 

Meditation als Köder 

Schenkkreise werden oft als Meditationsgruppen getarnt. Die Frauen treffen sich zu spirituellen Ritualen oder organisieren Frauenfeste. In hochtrabenden Rundbriefen werden weitere Interessentinnen geködert. «Es gibt eine Möglichkeit, am materiellen Energiefluss des Lebens teilzuhaben, jetzt, sofort», heisst es etwa. Die Luzerner Behörden warnen, dass sich die Schenkkreise systembedingt sehr schnell ausbreiten, eben schneeballmässig. Da die Schenkkreise inzwischen einen schlechten Ruf haben, treten sie nun oft unter dem Namen Autonomer Kreis auf. (sta.)

 
Tages-Anzeiger Zürich 14.6.2002 


Frauen, die ihre Freundinnen abzocken 

Im Raum Zürich sind in Esoterikzirkeln zahlreiche «Schenkkreise» aktiv. Ein 
illegales Schneeballsystem mit hohen Geldeinsätzen. 

Von Hugo Stamm  

In Zürich und am linken Seeufer haben sich Frauenzirkel gebildet, in denen sich die Teilnehmerinnen mit einem verbotenen Spiel gegenseitig betrügen. Die Frauen geben vor, einander Geld zu schenken. Die Aktion «Frauen für Frauen» klingt verlockend. Die Schenkkreise werden als esoterische Zirkel getarnt. 

So funktionierts: Die Initiantin eines Kreises sucht Kolleginnen, die ihr je einen bestimmten Betrag schenken. Das Geld kommt in einen Topf. Wenn sie acht Geldgeberinnen gefunden hat, ist der Schenkkreis komplett, und sie erhält die gesamte Summe. Nun rückt die zweite Frau ins Zentrum des Kreises, und die Suche nach neuen Spenderinnen beginnt von vorn. Die Einsätze können bis zu 7500 Franken betragen. Die Aussicht auf einen Gewinn von 60 000 Franken scheint viele Frauen blind zu machen. Denn wie bei allen Schneeballsystemen bleiben die meisten Spielerinnen mit einem Totalverlust auf der Strecke. 

Mit kleinen Einsätzen beginnen 

«Angefixt» werden die Frauen oft mit tiefem Einsatz. Beträgt er 100 Franken, nennt sich der Frauenzirkel Sternen-Schenkkreis. Hier funktioniert das System relativ gut. Deshalb lassen sich viele Frauen verleiten, an Schenkkreisen mit höheren Einsätzen teilzunehmen. 

Bei den Herzfrauen-Schenkkreisen müssen satte 7500 Franken eingesetzt werden. Hier wird die Luft dünn, denn wer kann es sich schon leisten, einen solchen Betrag zu «schenken»? Die Gefahr ist also gross, den Einsatz zu verlieren. Wer beispielsweise als Letzte zu einem Schenkkreis stösst, muss warten, bis Dutzende neue Mitspielerinnen gefunden sind. Initiantinnen sind zwar meist Frauen aus der Esoterikszene, doch sie suchen Mitspielerinnen aus dem gesamten Bekanntenkreis. 

Meditation als Köder 

Besonders perfid an diesen Schenkkreisen ist, dass sie vordergründig als Meditationsgruppen auftreten. Die Frauen treffen sich zum spirituellen Ritual oder organisieren Frauenfeste im privaten Rahmen. Selbst das Schenken wird zelebriert: Ist ein Schenkkreis komplett, werden die Banknoten über der Gewinnerin ausgeschüttet. 

Geködert werden neue Kandidatinnen mit Einladungen zu den Frauentreffs. «Meine Freundin bestürmt mich seit Tagen», erklärt eine Frau aus Wädenswil. «Sie ist völlig euphorisch. Ich habe ihr versucht zu erklären, dass das System nicht funktionieren kann, doch sie lässt sich nicht beirren. Dabei lebt sie am Existenzminimum.» 

Viele Frauen versuchen auch mit Rundschreiben, neue Kandidatinnen zu gewinnen. «Es gibt eine Möglichkeit für dich und mich, zu Geld zu kommen für unsere Träume, Notwendigkeiten, Bedürfnisse, ohne dass wir eine Bank ausrauben, erben, uns zu Tode krampfen, betteln, vorher90 Jahre alt werden! Es gibt eine Möglichkeit, am materiellen Energiefluss des Lebens teilzuhaben, jetzt, sofort. Frauen beschenken andere Frauen und diese wieder andere. Und da das Geld immer in die Mitte fliesst, ist nachher jede Frau reich. Reich vom Schenken, reich vom Teilnehmen dürfen am Fest des Schenkens.» 

An den Treffen treten oft auch Frauen auf, die behaupten, schon 100 000 oder mehr Franken gewonnen zu haben. Wer das Geld nicht flüssig hat, wird aufgefordert, Sponsorinnen zu suchen, die den Einsatz vorschiessen. Auf diese Weise wird die Zitrone bis zum letzten Tropfen ausgepresst. Schenkkreise haben sich aus Deutschland in die Schweiz ausgebreitet. Wie stark sie bei uns verbreitet sind, lässt sich aber nicht abschätzen. Erfahrungen mit anderen Schneeballsystemen zeigen aber, dass sie sich schnell über grosse Gebiete ausweiten, nach einer gewissen Zeit aber zusammenbrechen. Der Grund ist einfach: Das illegale Spiel funktioniert nur bei einer exponentiellen Entwicklung. 

Die Begeisterung vieler Frauen führt häufig zu Ehestreits. Die Männer versuchen ihren Lebenspartnerinnen klar zu machen, dass das System nicht funktioniert. In seiner Verzweiflung rechnete ein Mann im Internet vor, dass es beispielsweise in der 5. Runde bereits 32 769 Mitspielerinnen brauche, von denen aber nur 4681 Geld gewinnen würden. Und in der elften Runde müsste die ganze Menschheit mitspielen, weil 8,5 Milliarden Mitspielerinnen benötigt würden. Ein Ding der Unmöglichkeit. Vielleicht animieren deshalb in letzter Zeit Frauen ihre Männer, ebenfalls Schenkkreise aufzubauen. Ausserdem wenden die Verfechterinnen des Systems ein, eine Teilnehmerin könne sich mehrmals beteiligen. 

Geldgier als Motiv 

Über die Schenkkreise findet vor allem in Deutschland eine heftige Debatte im Internet statt. In einem Beitrag gibt ein Kritiker unter dem Titel «Goldrausch im Eso-Land», zu bedenken, das Schenken werde pervertiert: «Man schenkt nicht aus reinen Motiven, sondern um selbst der Beschenkte zu werden und das Vielfache zu bekommen.» Das sei kein Schenken, sondern ein Investieren in ein illegales System, bei dem sich wenige auf Kosten vieler bereichern würden. 

Die wenigsten Frauen sind sich bewusst, dass die Schenkkreise illegal sind. Sie verstossen gegen das Bundesgesetz betreffend Lotterien und gewerbsmässige Wetten, wie Hans Leuenberger, Sprecher der Kantonspolizei Zürich, erklärt. Die Delikte müssen von Amtes wegen verfolgt und mit Bussen oder Gefängnis geahndet werden. Es kommt aber selten zu Verurteilungen, weil sich die betrogenen Teilnehmerinnen selbst schuldig gemacht haben. 
 

 
 
Neue Westfälische 17.03.2003  

Herzfrauen zocken um harte Euros  
Schenkkreise und Pyramidenspiele greifen auch in Bielefeld um sich / Betrug mit esoterischem Denkmantel 
VON MONIKA DETERING 

Bielefeld. Anna und Sina sollen heute jeweils 10.000 Euro erhalten. Ort: Ein Reihenhaus in Marienfeld. Überschwängliche Begrüßung, Küsschen, Umarmungen, es gibt Leckeres zu essen und zu trinken. Die Stimmung ist aufgeladen und euphorisch unter ungefähr 25 Frauen zwischen 20 und 60 Jahren. Alle duzen sich. Nur die Vornamen sind bekannt. Niemand fragt, wer man ist. Willkommen im „Herzkreis“.  
Schenkkreise wie der Herzkreis zählen zu den Pyramidenspielen, sie funktionieren nach dem Schneeballsystem. Die Macherinnen appellieren mit esoterischen Weisheiten an Herz und Gefühl: „Frauen zeigen der Welt, dass genug Geld für alle da ist. Geld schenken heißt Loslassen, neue Energien werden entfacht. Geld und Energien kommen um Vielfaches zum Geber zurück. Nur 5.000 geben, dann erhält man bis zu 40.000 Euro.“ Ein Spiel, das auf Gutgläubigkeit setzt und funktioniert, so lange immer mehr Menschen mitmachen. Aber irgendwann reißt die Kette ab. Die zuletzt „geschenkt“ haben, bekommen nichts. Ihr Geld ist futsch. 
Genau davor warnt Manfred Hudalla von der Bielefelder Kripo. „Ich rate jedem, die Finger von Herzfrauen zu lassen!“ Schenkkreis-Veranstaltungen finden meistens in Privatwohnungen statt. Der Einsatz variiert nach Art des Kreises zwischen 100 und 5.000 Euro.  
„Ich fühle mich richtig befreit, nachdem ich 5.00 Euro verschenkt habe“  
Die großartige Inszenierung der „Beschenkung“ macht das System der Herzfrauen deutlich. Das Wohnzimmer ist festlich mit Blumen und Kerzen geschmückt und Spannung glänzt in den Gesichtern. Heute dürfen Gastfrauen dabei sein. „Schön, wenn du mitmachst“, wird ihnen zugeflötet, während Anja Überzeugung verkündet: „Wo kriege ich denn so eine immense Verzinsung für mein Geld?“ „Hat schon jemand die Höchst-summe bekommen?“. Anja zeigt auf eine Frau jenseits der Fünfzig. „Die, schon zwei Mal!“  
Für jeden liegen Blätter mit geheimnisvollen Zeichen aus. Sonja erklärt:„Acht Herzen symbolisieren die Geberinnen. Wer keine 5.000 Euro hat, kann sich mit einer anderen das Herz teilen. In der zweiten Reihe stehen die vier Herzen für Unterstützerinnen, darunter zwei für Anwärterinnen. Das 15. Herz steht unten allein, das ist das der Empfängerin.“  
Anna und Sina teilen sich ein Herz.Sonja berichtet: „Ich habe immer gedacht, ein Sparbuch ist Sicherheit. Jetzt fühle ich mich richtig befreit, nachdem ich 5.000 Euro abgehoben und verschenkt habe.“ Und was sagt der Banker angesichts solcher Summen? Sonja lacht: „Ich habe an verschiedenen Automaten an unterschiedlichen Tagen abgehoben.“ Eine andere: „Ich habe sogar Aktien verkauft.“Auch Bankkredite werden aufgenommen oder Verwandte angepumpt.  
Die Spannung steigt, und die Freundlichkeit der erfahrenen Herzfrauen gegenüber Gästen weitet sich ins Unermessliche. Endlich wird Herz- und Geldenergie sichtbar: Kunstvoll gefaltete 100- und 200-Euro-Scheine lugen mit Blumen aus niedlichen Körbchen, stecken in Umschlägen mit riesigen Schleifen. In kurzer Zeit wurden aus zwei Geschenken über je 2.500 Euro 20.000 Euro. Anna und Sina nehmen gerührt Geldpäckchen entgegen. Die Anwesenden bestaunen den Glanz der Noten. Etwas davon soll einem guten Zweck zukommen. Das überzeugt, das steckt an, in aller Augen glitzern Eurozeichen: „Bald bin ich dran!“ Am Rande des Tumults spricht Anja eindringlich mit einer Zweifelnden: „Geld ist Energie, die fließen muss!“  
Die Reihe der Geberinnen muss neu gefüllt werden. Wie jedes Mal. Karin beginnt, Gastfrauen steigen ein, und sind mit 2.500 oder 5.000 Euro dabei. Eine Frau, gerade Witwe geworden, wird von Sina umarmt: „Ich unterstütze dich mit einem halben Herz. Wenn du beschenkt wirst, gibst du mir meinen Einsatz zurück, der Rest ist deins, ist das nicht wunderbar?“  
Psychischer Druck wird über SMS-Nachrichten ausgeübt: Wer nicht zu den regelmäßigen Treffen kommt, wird vorwurfsvollangemahnt. Schließlich soll jede Herzfrau neue Herzfrauen anwerben, damit der Geldfluss nicht versiegt. Denn nach jeder Beschenkung beginnt die Suche nach neuen gutgläubigen Spenderinnen von vorn, bis keine mehr aufzutreiben sind. Dann gehen die Einsätze verloren. Die Aussagen wie:„Geld ist zweitrangig, es geht ums Geben undNehmen“ verschleiern das eigentliche Interesse der Initiatorinnen. Ums Wohlergehen anderer geht es ihnen nicht, nur um das reine Geldverdienen. 
Bei der Frage nach der Rechtmäßigkeit heißt es: Es sind freiwillige Gaben, deshalb ist das System rechtmäßig. Das ist das Typische für Betrug, Geschädigte schenken ihr Geld freiwillig. Aber auf Grund einer Täuschung. Der Straftatbestand des Betruges beruht aber auf den Merkmalen Täuschung und Irrtum. In der Schweiz sind Pyramidenspiele verboten und werden mit saftigen Strafen belegt. Die Verlockung ist groß, die Systeme schwer durchschaubar.  
AuchHerzfrauen sind esoterische Geldvermehrungsmaschinen. Zweifel werden mit Versprechen nach Freundschaft und der Gier nach Reichtum weggepustet. Unter dem esoterisch angehauchten Deckmantel der Frauensolidarität wollen Schenkkreise wie Herzfrauen nur eins: Abzocken.  
 

 
 
 

Leserbriefe zu dieser Internet-Seite
 

"perfides Spiel"
 
Betreff:       herzkreise 
Datum:        Fri, 29 Aug 2003 17:42:51 +0200 
Von:            xxxxxxxxxxx 
 An:             Ingo.Heinemann@t-online.de 

Guten Tag, 
Mit großem Interesse habe ich Ihre Internetseite gelesen, über einen Link vom ZDF. Ich kann nur jedem/jeder raten, sich Ihre Seite von oben bis unten durchzulesen, bevor er sich in den Wahnsinn dieser Kreise begibt.  
Ich bin selbst eine "Schenkende" gewesen. 
Hatte Glück und erhielt mein Geld zurück, als mir allmählich klar wurde, was für ein perfides Spiel das ist und das diese sog. esoterische Schiene nur dazu dient, einen großen hübschen Schleier über das allseits bekannte Prinzip dieses Spiels zu legen. Zugegeben, wenn man die ersten zwei / drei Male an den "Treffen" teilnimmt, ist man als Frau schon ganz schön begeistert von dieser Stimmung. Und frau zahlt bereitwillig für ein halbes oder gar ganzes Herz. Und man fühlt sich so toll dabei!! Echt! Und dann irgendwann nach einigen Wochen kommt die große Ernüchterung, weil frau sich schlau macht und mal im Internet Artikel zu diesen Herzkreisen sucht. Und findet. Und die eigene Thorheit erkennt. Oops. Und wenn man dann Bedenken bei den mitmachenden "Herzfrauen" anmeldet, dann erntet man meist Unverständnis. 
  "Du sendest schlechte Energien aus, und was schlecht für dich ist, ist auch schlecht für uns. Es ist besser, du trittst aus unserem Kreis aus!" (Ich kam mir vor wie eine Katholikin, die exkommuniziert wird!). Letztendlich war ich froh, dass zwei andere Frauen mein halbes Herz übernahmen (2500 Euro) und ich da raus war. Glück im Unglück. Aber ich kenne noch genügend, die da drin sind, und ich weiß nicht, ob die alle jemals etwas von dem Geld wiedersehen werden. Rübergeschwappt ist diese Welle von Mallorca. Dort gibt es zig Herzkreise, alle in der esoterischen Ecke. Die Frauen, die dort leben, sind entweder geparkte Ehefrauen, die nicht wissen, was sie mit ihrem Geld machen sollen, oder gescheiterte Esoterik-Existenzen, die mit all ihren Reiki-, Taichi-, Guru- und sonstigen Seminaren auf den Bauch gefallen sind und auch keine echte Lust mehr haben, einer "normalen" Tätigkeit nachzugehen. Statt dessen versuchen sie sich alle in diesen Herzkreisen in der Hoffnung, dass auch ihnen der große Geldregen hold ist, damit sie wenigstens die Mieten für ihre Wohnungen und Esoterik-Räume zahlen können, geschweige denn von den ganzen Schulden, die sich bei etlichen von diesen Frauen schon angehäuft haben. Hinzu kommen natürlich noch die Schulden für den Herzkreis-Einsatz. 
Eine langjährige Freundschaft ist deshalb in die Brüche gegangen, weil meine Freundin, die dort lebt und das ganze intensiv betreibt und vorantreibt, nur noch dafür lebt, dass diese Kreise fortbestehen. Das kann und will ich aber nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren. Ich kann nur hoffen, dass sich mehr Leute trauen, über ihre Erfahrungen zu berichten. Wie gesagt, ich hatte Glück und bekam mein Geld zurück. Aber ich glaube, viele andere werden scheitern und nichts mehr von dem Geld sehen. 

Mit freundlichen Grüßen, 
eine "Bekehrte"

 

"nochmal davon gekommen!"
 
Betreff:        Herzkreis - nochmal davon gekommen! 
Datum:        Tue, 15 Apr 2003 08:09:10 +0200 

Hallo lieber Ingo Heinemann, 
Vielen Dank für die Aufklärung in Sachen Herzkreis. Es ist mir fast schon peinlich wie naiv und gutgläubig ich war und wie leicht man mich mit etwas Freundlichkeit überreden kann … Ich habe zum erstenmal an einem Herzkreistreffen teilgenommen und kann mich nur den Warnungen vor einem Einstieg anschliessen. Gut verpackt und überzeugend dargestellt – auch wenn ich nicht glaube, dass jede Frau an der Spitze der Pyramide vorsätzlich abzockt, kämpft sie doch darum die 40.000 Euro zu bekommen und blendet alle Nebeneffekte aus: Suchtstruktur, das unsoziale “Nach-Mir-die Sintflut-Denken” und den Selbstbetrug, indem man sich sagt, ich spende ja etwas von dem Geld für einen guten Zweck oder “helfe” anderen Frauen , in den Herzkreis zu kommen. Fast hätte ich meine Schwester überredet, teilzunehmen….  
Mittlerweile bin Dank ihrer Webseite hierzu informiert und habe rechnen gelernt. J 
Echte herzliche Grüße!

 

"gutgläubig bin ich mitgetrottet"
 
Betreff:        Herzkreis 
Datum:        Fri, 11 Jul 2003 19:51:18 +0200 
Von:  xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx 
An: <Ingo.Heinemann@t-online.de> 

Hallo, lieber Herr Heinemann, 
erst gerade gestern habe ich zum erstenmal etwas über diesen Herzkreis erfahren. Ich wurde von guten Bekannten zum einem schönen Abend eingeladen. Man hat mir vorher nicht verraten, um was es ging. Also gutgläubig bin ich mitgetrottet. Es ist genau wie auf Ihrer Internetseite beschrieben. Herzliche Begrüßung, Küsschen, flöt flöt, Sekt, lecker Essen usw. 

Aber Gott sei Dank habe ich mich gefühlt wie auf einer Verkaufsveranstaltung. Somit war eine gewisse Skepsis vorhanden. Heute wurde ich natürlich sofort wieder kontaktiert von den beiden Bekannten, wegen des Kaufs eines Herzens. Aber jetzt ist meine Entscheidung ganz klar gefallen. Ich habe Ihre Info gelesen und das entspricht genau meinem Vermutungen. 

Vielen vielen Dank. Ich sehe jetzt alles sehr klar. Empfehlen Sie eventuell die Polizie einzuschalten? Weil diese armen Frauen sind echt Gehirngewaschen. 
Über Ihre Antwort freue ich mich. 
Viele Grüsse 
 

 
 
Betreff:        Schenkkreise 
Datum:        Mon, 13 Oct 2003 11:10:20  
Von: xxxxxxxxxxxxxx 
An:      Ingo.Heinemann@t-online.de 
Hallo Herr Heidemann, 
auf diesem Wege wollt ich Ihnen mitteilen, das die von Ihnen genannten Spiele scheinbar jetzt auch im Raum xxxxxxxx  Einzug gehalten haben. Dank Ihrer Seite im Internet wurde ich gerade noch vom "schenken" zurückgehalten.... 
Auf diesem Weg vielen Dank 
Gruß xxxx
 
 
 
 
 
 



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1. Version dieser Seite installiert am 3.2.2003


 


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