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Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/Ravi-Shankar.htm  Zuletzt bearbeitet am 21.11.2009 
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Sri Sri Ravi Shankar
Guru als Prominentensammler
Verwechslungsgefahr: Der Guru Ravi Shankar ist nicht identisch mit dem Musiker Ravi Shankar
Ravi Shankars Lehrmeister Maharishi ist durch die Beatles weltberühmt geworden.
Auch Ravi Shankar sucht Kontakt zu Prominenten und Offiziellen.
Wie Maharishi baute er seine Organisation mit Psychomarkt-Angeboten auf.
Wie Maharishi präsentiert er sich heute als Friedensbringer.
 
 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
 

Ravi Shankar nennt sich "Sri Sri". "Sri" bedeutet in etwa  "heilig" oder "glücklich", wie bei Sri Lanka.
Ravi Shankar lässt sich als "His Holiness" anreden, "Seine Heiligkeit". Das ist offenbar ebenfalls ein selbst verliehener Titel. Ob wenigsten der Name "Ravi Shankar" echt ist, ist unklar.

Der heutige Guru Ravi Shankar war einst Mitarbeiter des Gurus Maharishi, der durch die Beatles weltberühmt wurde.
Die Namensgleichheit mit dem Sitar-Spieler erleichterte ihm vermutlich den Start als Guru.

Die Organisation des Gurus Sri Sri Ravi Shankar heisst International Art of Living Foundation IAOLF, laut Wikipedia (21.11.2009) "seit 2003 in der Schweiz als unabhängige Foundation eingetragen".
 
 
 

Der Verein "Die Kunst des Lebens Deutschland e.V."

Die deutsche Filiale ist der Verein "Die Kunst des Lebens Deutschland e.V.".
Dieser betreibt die "Akademie Bad Antogast" in 77728 Oppenau im Schwarzwald, auch als "Europäisches Zentrum
Bad Antogast" bezeichnet.
"Bad Antogast" ist nicht etwa ein Ortsname.
Man hat  vielmehr ein marodes Kurhotel gekauft, wie es Maharishi etwa in Schledehausen vorgemacht hatte.

Esotera Nr. 11/1998 berichtete: "Weil die Gäste ausblieben ... wurde das um die Jahrhundertwende erbaute Kurhotel mit seiner Felsenquelle, das in Bad Antogast in der Nähe von Oppenau im Schwarzwald liegt, in den Fünfzigern als Übergangslager für DDR-Flüchtlinge und Spätaussiedler genutzt und irgendwann dem Verfall überlassen. 1995 erwarb dann die "Gesellschaft für Inneres Wachstum e.V.” den zerfallenden Hotelkomplex. Diese Gesellschaft ist der deutsche Ableger der internationalen "Art of Living Foundation” ("Gesellschaft für Lebenskunst”), die von Sri Sri Ravi Shankar 1982 gegründet wurde ...".

Die ursprüngliche Website www.artofliving-foundation.de (Inhaber: Rainer Lang, zeitweilig Vorstand des Vereins) enthält jetzt nur noch ein Link zu www.artofliving.eu.

In http://artofliving.eu/index.php?id=10 befindet sich eimne Art Impresssum für den deutschen Teil dieser Website:

Angaben zum Verein sind nicht zu finden.
Ebensowenig Angaben darüber, wer Eigentümer von "Bad Antogast" ist.
 
 
 
 

Eklat in Indien: Oettinger bei Ravi Shankar
 

Günther Oettinger, Noch-Ministerpräsident von Baden-Würrtemberg und designierter EU-Kommissar, bereiste im November 2009 Indien mit einer 120-köpfigen Delegation aus Wirtschaft und Politik. Ein Besuch beim Prominenten-Sammler Ravi Shankar geriet zum Eklat. Die deutsche Presse berichtete. Rechts ein Bericht des Reutlinger Generalanzeigers vom 19.11.2009. Bildunterschrift: "Gruppenbild mit Guru". Oettingers Begleiter hatten einen Folklore-Abend erwartet und nicht einen Besuch bei einem Guru. Die Südwestpresse vom 20.11.09 mit dem Titel "Der indische Guru - ein Kasper": "Stattdessen warb der Guru für seine Weltanschauung und ließ Filme zeigen, in denen er sich als Heiliger feiern lässt. 'Ich weiß nicht, wo ich hier hingeraten bin', sagte die Grünen-Abgeordnete Theresia Bauer. 'In einen Hindu-Tempel wäre ich mit großem Respekt gegangen, aber nicht zu einem Kasper', empörte sich ein Unternehmer hinter vorgehaltener Hand."
 
Focus.de 19.11.09: "Viele fühlen sich an geschäftstüchtige Gurus vom Schlage Bhagwans erinnert.  ... Mehrere Kamerateams dokumentierten für den Guru Oettingers Besuch. Der Noch-Ministerpräsident muss damit rechnen, dass die Bilder mit ihm wie auch die anderer Politiker, den Einfluss des spirituellen Führers belegen sollen. Da ist er übrigens in guter Gesellschaft. Erst kürzlich gab der Mann, dem Oettinger in der EU-Kommission nachfolgen soll, Shankar bei einer Konferenz im EU-Parlament die Ehre: der SPD-Politiker Günter Verheugen."
 
 
 
In seiner "offiziellen" Website meldete Ravi Shankar bereits am 19.11.2009: "Minister-President of Baden-Wuerttemberg meets Sri Sri, Nov. 18" -  www.srisri.org
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ravi Shankar bei Wowereit

Der Tagesspiegel vom 18.9.2007 zählte Ravi Shankar "zu den großen Denkern unserer Gegenwart". Der Anlass: Ein Besuch bei Berlins Regierendem Bürgermeister Wowereit.
Sucht man "Ravi Shankar" bei Amazon, findet man allerdings hauptsächlich den Musiker.
Sucht man "Sri Sri Ravi Shankar" bei Amazon, findet man auch kaum mehr (gesucht am 21.11.2009).
Jedenfalls nichts, was einen grossen Denker vermuten lässt.
Vermutlich wäre es sinnvoll, auch die sonstigen Behauptungen der Tagesspiegel-Autorin zu überprüfen.

 

 

 

 
Staatsrat empfängt Shankar:   
"Warum unterstützt Hamburg die dubiosen Heiler?    
Bedenklich: Staatsrat Reinhard Stuth empfing gestern offiziell Sri Sri Ravi Shankar (48), der mit Traumapatienten atmen und meditieren will - und allein für seinen Vortrag 25 Euro Eintritt kassiert. „Mit dem Treffen wird nicht die Lehre Sri Sri Ravi Shankars bewertet", sagt Senatssprecher Lutz Mohaupt"     
(Bild Zeitung 23.4.2005, der Mann rechts mit der Maharishi-Haartracht ist Ravi Shankar).    

 

 
 
 
 
 

SPD-Abgeordnete Erika Mann unterstüzt Ravi Shankar
 
Erika Mann, SPD-Abgeordnete im Europäischen Parlament aus Bad Gandersheim, schlägt Ravi Shankar für Nobelpreis vor. Weshalb, wird allerdings auch nach der Lektüre der Verlautbarung in ihrer eigenen Website nicht klar. In ihrer Website http://erikamann.com befinden sich 87 Fundstellen für Ravi Shankar (21.11.2009).
Aus: http://erikamann.com/themen/aktuelleeuropische/Sri%20Sri%20Ravi%20Shankar 


Sri Sri Ravi Shankar von Erika Mann für den Nobelpreis vorgeschlagen 

Für den Nobelpreis 2007 hat Erika Mann den indischen Geistlichen Sri Sri Ravi Shankar beim norwegischen Nobelpreiskomitee vorgeschlagen. Damit ist dieser einer von 181 Personen, die für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurden. 

Sri Sri ist ein spiritueller Lehrer, der weltweit Beiträge zur menschlichen Entwicklung leistet. Der indische Staatspräsident verlieh ihm 1986 auf der "World Conference on Yoga" in Neu Delhi den Ehrentitel "Yogashiromani", "Kronjuwel des Yoga". Er ist das einzige nicht westliche Mitglied des Beirates der Divinity School der Yale Universität in den USA. 1996 leitete er die "International Conference of Religions" an der Universität Kyoto in Japan. Er war Gastredner zum fünfzigsten Geburtstag der Vereinten Nationen. 

Sri Sri Ravi Shankar gründete unter anderem 1981 die Art of Living Foundation die mittlerweile zu einer der größten Nichtregierungsorganisationen herangewachsen ist. Die Stiftung hat das Ziel, die Belebung menschlicher Werte in der Gesellschaft und die Entwicklung des einzelnen Menschen zu größerer innerer Freiheit und Selbstbestimmung zu fördern. 
19. Mai 2007

 
 

Nobelpreis für Sri Sri Ravi Shankar?

Die Welt vom 18.4.05 (http://www.welt.de/data/2005/04/18/706136.html) berichtete:

"Als das Nobel-Komitee in Oslo Mitte Februar die Kandidaten bekannt gab, die für den Friedensnobelpreis 2005 nominiert sind, stiftete es Verwirrung in den Redaktionen internationaler Medien. Denn auf der Liste steht unter "S" auch Sri Sri Ravi Shankar, Indien. Wer ist das? Die Nachrichtenagentur Reuters recherchierte nur oberflächlich und meldete, der "indische Sitar-Spieler Ravi Shankar" sei für den Nobelpreis nominiert. Das war gänzlich falsch; Reuters mußte eine Korrektur hinterherschicken, worüber die Branche sich gebührend lustig machte. Sri Sri Ravi Shankar soll über den Vorgang nur gelächelt haben. Daß er mit dem Musiker gleichen Namens verwechselt wird, ist er gewohnt. Außerdem hat die Falschmeldung dem frisch nominierten Nobel-Kandidaten immerhin ein schönes Medien-Echo verschafft... In dieser Woche könnte sein Name auch in Hamburger Redaktionen Verwirrung stiften. Denn Sri Sri Ravi Shankar besucht diese Woche die Hansestadt, wird am Freitag sogar im Rathaus empfangen ..."
Soweit in Erfahrung zu bringen war, gibt es solche Listen nicht. Dazu die nachfolgenden E-Mails.
 
Betreff:  SV: Ravi Shankar nominated for peace price?    
Datum:  Sun, 29 May 2005 10:41:26 +0200    
Von:  Info <info@nobel.se>    
An:  Ingo Heinemann <Ingo.Heinemann@t-online.de>    

Dear Ingo Heinemann,    
Since all proposals and documents concerning nominations for a Nobel Prize is confidential information for at least fifty years, the information you request below is not available. The Nobel Foundation can therefore not confirm if information of the kind you describe below is correct or not. Lists of nominations are never made public.    
Further information regarding the nomination procedure for the Nobel Peace Prize is available on the following page: http://nobelprize.org/peace/nomination/index.html    
Yours sincerely,    
Annika Ekdahl    
____________________________    
Annika Ekdahl    
Informationsansvarig / Public Relations Manager    
Nobelstiftelsen / The Nobel Foundation    
P.O. Box 5232    
SE-102 45 Stockholm, Sweden    
Phone: +46 (0)8 663 14 70    
Fax: +46 (0)8 660 38 47    
Web: Nobelprize.org    

-----Ursprungligt meddelande-----    
Från: Ingo Heinemann [mailto:Ingo.Heinemann@t-online.de]    
Skickat: den 23 maj 2005 15:36    
Till: Info    
Ämne: Ravi Shankar nominated for peace price?    



AGPF  Aktion für Geistige und Psychische Freiheit    
Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung e.V., Bonn    
E-Mail: AGPF@AGPF.de  Internet: http://www.AGPF.de    
Ingo Heinemann    
53579 Erpel - Grabenstrasse 1    
Tel. 02644-980130 Fax 02644-980131    
E-Mail: Ingo.Heinemann@t-online.de    
Internet: http://www.Ingo-Heinemann.de    
----------------------------------------------------    
Datum:  23.5.2005    
Betr.:   Ravi Shankar nominated for peace price?    
----------------------------------------------------    
Dear Sir and Madam,    
AGPF is occupied with consumer protection on the psycho market .    
The organizations of Sri Sri Ravi Shankar offers products on this market.    
Therefore we watch the advertising.    
A german newspaper    
Die Welt 18.4.05  http://www.welt.de/data/2005/04/18/706136.html    
reported, that the Nobel Committee in february  published the names of those, who are "nominated" for the price for peace.    
In this list should be Ravi Shankar, the guru, not the musician.    
Did you publish such a list?    
Where can I find it or could you please send it?    
What does the term "nominate" mean?    
In this case: Who nominated Ravi Shankar?    
Best regards    
Ingo Heinemann
 
 
 

Kritik in Indien

In der indischen Hindustan Times vom 26.2.2005 (http://www.hindustantimes.com/news/181_1258680,00110005.htm) wurde kurz zuvor die Frage diskutiert:

"Ist Spiritismus eine Methode, das zu erreichen, was Religionsführer als "Super-Bewusstsein' bezeichnen?
Oder ist es eine Rauchwolke für Sekten-Gurus um Reichtum in ihre Gruppe zu bringen?"
(Im Original heisst es: "Is spiritualism a means to attain what religious leaders dub as 'super-consciousness' or a "smoke screen" for cult gurus to attract the rich into their coterie?". "Spiritualism" wird vielfach mit "Spiritualität" übersetzt. Das Wörterbuch sagt: Spiritismus.)
Titel der Veranstaltung: "Spiritismus - Nimbus oder Schwindel? ('Spiritualism - a Halo or Hoax?')
Ravi Shankar mochte den Begriff Schwindel nicht gelten lassen. Die Zeitung:
" 'Studien haben gezeigt, dass dort am meisten Gewalt herrscht, wo es am wenigsten Spiritualität gibt', sagte der Befürworter der patentierten Sudarshan Kriya Atemtechnik"
(Drawing the lines between religious fanaticism and spiritualism, the proponent of the patented Sudarshan Kriya breathing technique said "studies have shown violence is highest where spirituality is the lowest.")
Was für "Studien"? Auch der Maharishi-Kult macht seit Jahrzehnten Werbung mit einer grossen Zahl angeblicher Studien, die angeblich die Überlegenheit der "Transzendentale Meditalion" beweisen sollen, vgl. http://www.AGPF.de/TM-Wissenschaft.htm.
 
 
 
 

Falschbehauptung: "Alt-Kanzler Helmut Schmidt schätzt die Lehre des Gurus"
 
In dem  Artikel rechts wird behauptet, Alt-Kanzler Helmut Schmidt schätze die Lehre des Gurus.    
Und nicht nur Helmut Schmidt, sondern mindestens ein weiterer ranghoher Politiker, also "Präsidenten".    
Helmut Schmid war Bundeskanzler von 1974-1982, nach Willy Brandt und vor Helmut Kohl. Seit 1983 ist Schmidt Mitherausgeber der Wochenzeitung Die Zeit.    
Mit Schreiben vom 6.11.2003 (Abbildung unten, zum Vergrössern anklicken) lässt Helmut Schmidt mitteilen, er schätze den Musiker Ravi Shankar. Der Guru sei ihm unbekannt.    
Später stellte sich heraus: Ein Gespräch hatte im Sommer 98 tatsächlich stattgefunden. Es ging dabei aber nicht um des Gurus Lehren. Das Gespräch mit dem Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt wurde im Namen einer internationalen Organisation geführt wurde, die ihren Sitz in Genf hat und ausdrücklich darauf hinweist, dass sie UNO-NGO ist. Inhalt des Gespräches war "humanitäre Arbeit". Helmut Schmidt war bereit, humanitäre Arbeit zu unterstützen.     
Tatsächlich kann Alt-Kanzler Helmut Schmidt sich offenbar nicht an Ravi Shankar erinnern, obwohl er bekanntermassen über ein hervorragendes Gedächtnis verfügt. Ravi Shankar hat also offenbar keinen besonderen Eindruck hinterlassen.    
Gegen den Artikel im Berliner Kurier vom 17.9.2003 haben Ravi RShakars Vertreter sich nicht verwahrt. Es ist deshalb anzunehmen, dass der fragliche Text von der Gesellschaft für Inneres Wachstum e.V. (GIW) oder der Akademie Bad Antogast lanciert oder angeregt wurde, die ja letztlich auch diese Lehre in Deutschland verkaufen und für die der Artikel deshalb geworben hat.    

Fazit: Ravi Shankar hat mit Schmid ein Gespräch über Unterstützung für  humantäre Arbeit geführt. Die Behauptung, Alt-Kanzler Helmut Schmidt schätze die Lehre des Gurus, ist frei erfunden.    

Berliner Kurier 17.9.2003

Der Guru, dem die Präsidenten vertrauen
Er kommt aus Indien und verbreitet auf der ganzen Welt sein Lächeln
 
Berlin - Mit seinem schwarzen Bart, dem wallenden weißen Gewand und seinen langen Haaren sieht er aus wie ein echter Guru. Der schlanke Mann mit der hohen Stimme heißt Sri Sri Ravi Shankar (47). Und Seine Yoga-Atemübungen sind ein echter Exportschlager, auch bei Präsidenten.     

Spannend war das. Die Begegnung mit dem weltberühmten Indischen Philosophen Sri Sri Ravi Shankar, im vierter Stock vom Hilton.     

Und da hockte er dann, im Lotussitz, auf seinem Sofa. "Berlin ist so eine lebhafte Stadt. Vielleicht die lebhafteste in Europa", sagt Shankar. Schön. Er muss es ja wissen. Über 140 Länder hat er bereist, um seine Lehre und das "Einmaleins" der richtigen Atmung zu verkünden.     

Und mit wem hat er nicht schon über Krieg und Frieden und das korrekte Atmen geplaudert: Der Polnische Staatspräsident Aleksander Kwasniewski schätzt seine Lehre "Art of Living" (Kunst des Lebens) genauso wie Alt-Kanzler Helmut Schmidt.     

Ja. Irgendwas hat er, dieser Sri Sri. Man wird ganz fröhlich in seiner Gegenwart. Es ist ja auch ganz toll, was der Gelehrte so alles macht, außer Atmen lehren. Er unterstützt zahlreiche Hilfs- und Entwicklungsprojekte, pflanzt Bäume, lässt ganze Dörfer von Müll und Unrat befreien. Seine Ziele für unsere Zukunft sind klar. "Die Menschen haben nach meinen Übungen mehr Kraft, ihre eigenen Ziele zu verfolgen und um mehr Nächstenliebe zu geben. Das lehre ich. Deswegen reise ich." Nein, der neue Star am Meditations-Himmel ist kein fieser Scharlatan: Sri Sri Ravi Shankar fährt keinen Rolls-Royce, kennt keine Sex-Partys, sondern lebt bescheiden. "Der schönste Luxus für mich ist, wenn Menschen lachen."     

Der Guru liest heute im Roten Rathaus, ab 18 Uhr. T. Berg     
BU: Ravi Shankar (47) lacht viel. (gr.Fo.). KURIER-Reporter Torsten Berg und der Guru. 

 
 

Ravi Shankar war "Gouverneur" der "Weltregierung" des Maharishi Mahesh Yogi
 
 
Ravi Shankar hat also sein Guru-Handwerk bei Maharishi gelernt, dem ersten indischen Guru, der im Westen erfolgreich und reich wurde. Dazu mehr unter http://www.AGPF.de/tm1.htm    

Das wäre kaum erwähnenswert, wenn diese Information den heutigen Informationen über Ravi Shankar zu entnehmen wäre, insbesondere also dem Lebenslauf. Das ist nicht der Fall. Weder in der deutschen Website www.artofliving.de, noch in seiner englischen srisriravishankar.info (Stand 28.4.2005) , aus der die Abbildung rechts stammt.    

Demnach nennt Ravi Shankar sich "His Holiness", "Seine Heiligkeit", wie Maharishi.    
 

 
 
Rechts Ravi Shankar als    
"Pandit Ravi Shankar, Rig-Veda-Pandit, Gouverneur des Zeitalters der Erleuchtung"
in der Zeitschrift  "Weltregierung" Nr. 4 aus 1979, die damals vom Maharishi Kult im Zeitschriftenhandel verkauft wurde.
   
 

In der Website www.artofliving-foundation.de heißt es zu seinem Werdegang:

"Sri Sri Ravi Shankar wurde 1956 im südindischen Bangalore geboren. Als Kind fiel er durch seine besondere Wachheit und seinen unmittelbaren Zugang zu den heiligen Schriften auf. Bereits im Alter von vier Jahren konnte er die Bhagavad Gita rezitieren. 1982 begann  Sri Sri Ravi Shankar, inspiriert durch eine Zeit der Stille, den Kurs "Die Kunst des Lebens" zu lehren. Er hat das zeitlose vedische Wissen des Yoga und der Meditation in den Kursen so gestaltet, daß es für den Menschen der heutigen Zeit leicht und auf natürliche Weise angewendet und erfahren werden kann."
"Bereits im Alter von vier Jahren konnte er die Bhagavad Gita rezitieren": Was bedeutet das? Nun ja, es ist auch in Europa keineswegs unüblich, dass Kinder Texte auswendig lernen, religiöse oder weltliche.

Auf Anfrage hat die Akademie Bad Antogast bestätigt, daß Ravi Shankar Gouverneur der Maharishi-Bewegung war (E-Mail vom 15.7.2001,  Eva Legall). Die Akademiegeäude gehören dem Verein Kunst des Lebens Deutschland e.V., laut Website "gegründet von Sri Sri Ravi Shankar".
 
 
 
 
 

Mindestens ein weiterer Maharishi-Anhänger ist Shankar gefolgt:
 
Dr. Eberhard Baumann, abgebildet in der Zeitschrift "Weltregierung" Nr. 4 aus 1979 ("Weltfriede gesichert") als Friedensbringer (links unten): "Deutsche Wissenschaftler leiten die zweite Phase des Friedensprogramms im Iran ein", Zum Bild vgl. auch http://www.AGPF.de/TM-Traben-Trarbach.htm    

Bildunterschrift:    

Dr. rer. nat. Eberhard Baumann    
Diplom-Biologe und Arzt an der Maharishi European Research University;    
Minister für Präventiv-Medizin, Weltregierung des Zeitalters der Erleuchtung.
 
 

Die angebliche Universität hat nie existiert. Die Bezeichnung "Arzt an der Maharishi European Research University" lässt Zeifel daran aufkommen, ob Baumann jemals Arzt war. Zumal Ärzte damals in der Regel Dr. med. waren und einen Dr. rer.nat. allenfalls zusätzlich hatten.
 

Die Süddeutsche Zeitung vom 27.03.1979 berichtete Autor Johann Freudenreich unter dem Titel "Praxishelferin sollte für Scientology-Sekte werben": "Für eine andere Sekte, "Transzendentale Meditation", hat erst kürzlich ein Arzt, der freilich nicht in München praktiziert, Dr. E. Baumann, öffentlich Reklame gemacht. Mit Hilfe dieser Heilslehre werde man nicht nur gesund, sondern könne sich auch durch Übung von der Erde erheben und schweben, erklärte der Arzt."

In der Internet-Seite
http://www.artofliving-foundation.de/Kurse/SahajSamadhi.htm
wird er bescheidener als "von Sri Sri Ravi Shankar persönlich ausgebildeten Meditationslehrer" bezeichnet.
 
 
 
 
Bernhard Brünjes:  

International Art of Living Foundation des Sri Sri Ravi Shankar  
Gesellschaft für Inneres Wachstum e.V. (GIW) – Akademie Bad Antogast  
mit Filialen in Frankfurt/M., Gießen, Hamburg, Hamsted-Olsen, Heiligenstadt, Kaltenkirchen, Lübeck, Lüneburg, Marburg, Neuss, Saarbrücken  

In einer Selbstdarstellung wird die Art of Living Foundation als eine internationale, auf dem pädagogischen und karitativen Sektor tätige Vereinigung, gegründet 1982 in den USA und von der Steuerbehörde (Internal Revenue Service – IRS) steuerbefreite „nonprofit“ (gemeinnützige) Organisation beschrieben.  

Weiterhin würde sie als nichtstaatliche Organisation (NGO) mit einem beratenden Status im Wirtschafts- und Sozial-Rat (ECOSOC) bei den UN geführt. Die Vereinigung sei beteiligt an den formellen Beratungen der World Health Organization (WHO) bei der „Entwicklung einer Globalen Gesundheitspolitik für das 21.Jahrhundert“.  

Weitere Mitgliedschaften werden angeführt:  
CONGO (Conference of NGO’s mit beratendem Status bei ECOSOC der UN), Genf  
UN Mental Health Committee and UN Committee on Aging, New York  
International Union for Health Promotion and Education, Paris  
NGO Forum for Health, Genf  

Der deutsche Ableger, die GIW ein eingetragener und als gemeinnützig anerkannter Verein ist Mitglied im „Deutschen NRO (Nicht-Regierungs-Organisation)-Forum Weltgipfel Bonn“.  
  

Sri Sri Ravi Shankar,   
1956 in Südindien geboren. Es war von Anfang an klar, dass sein Leben selten und ungewöhnlich sein sollte. Seine Eltern entdeckten, dass er vierjährig in der Lage war, die gesamte Bhagavad-Gita – einem sehr alten, heiligen Text, der die Bedeutung und den Zweck des Lebens erhellt – zu rezitieren.  
Während seiner Jugend studierte er bei berühmten spirituellen Meistern und widmete sein Leben Hilfsprojekten in Indien. Zur gleichen Zeit vervollständigte er die traditionelle Bildung und erwarb im Alter von 17 Jahren einen Fortgeschrittenengrad in Naturwissenschaften.  

1982, nach einer Phase der Stille und Ruhe trat Sri Sri als erleuchteter Meister mit einem neuen humanitären Geschenk der „Sudarshan Kriya“-Technik (Sudarshan Kriya bedeutet wörtlich „reinigende Handlung“, die zu einer „richtigen Sichtweise“ führt) hervor.  

1986 verlieh ihm der indische Präsident den Titel „Yoga Shiromani“ (Kronjuwel des Yoga) und „Höchster Lehrer der Erleuchtung“.  

Im Oktober 1995 verfasst Sri Sri eine Grussbotschaft zur 50Jahrfeier der UN, bzw. hält eine Rede.  
Wesentlicher Inhalt ist, dass er feststellt, die Welt befinde sich in einer Identifikationskrise. Erziehung müsse in der Form gestaltet werden, dass sie uns die grundlegende Identität hervorbringen lässt.  

„Zuerst sind wir ein Teil des Göttlichen, an zweiter Stelle sind wir Mensch. Dies lässt sich aber nur durch richtiges spirituelles Wissen bewerkstelligen. Hier möchte ich eine klare Unterscheidung zwischen Religion und Spiritualität treffen. Religion ist die Bananenschale und Spiritualität ist die eigentliche Banane...Weder zu Hause noch in der Schule hat man uns gelehrt, mit unserem Geist richtig umzugehen. Atemtechniken wie Pranayamas, Meditationen und Yoga können Spannungen und negative Gefühle auflösen und einem dabei helfen, im gegenwärtigen Augenblick zu leben.“


Seine Kurse Art of Living (Kunst des Lebens –die heilende Kraft des Atems) setzen sich aus drei Programmteilen zusammen:  
1. Sudarshan Kriya  
2. Yoga  
3. Meditation  

„Diese Kurse...haben dazu beigetragen, daß Hunderttausende von Menschen verschiedenster Kulturen, Traditionen und Religionen die tiefe Weisheit des Yoga in ihrem alltäglichen Leben in eine praktische Realität verwandelt haben und so eine weitreichende Verbesserung ihrer Lebensqualität erreichen konnten.  
Kern des Programms ist das Sudarshan Kriya und eine Reihe von überaus effektiven Atemübungen, die eine sofortige Energetisierung des Körpers sowie eine emotionale Stabilisierung und Zentrierung bewirken.“ (Visionen 2/99)


Zum Sudarshan Kriya ist zu bemerken:  
Die traditionellen „inneren Reinigungsübungen“ (Kriya) werden zumindest in westlichen Kulturkreisen nur relativ selten praktiziert.  
Unter anderem sind die Nasengänge, der Darm mittels eines eingeführten Wasserschlauchs oder Wollfadens zu säubern. „Westliche“ Kriyas beschränken sich meist auf einfachere Übungen z.B. durch ein rhythmisches Ein- und Hochziehen des Magens wie auch durch Singen von Meditationslauten wie die Silbe „om“.  

Wird der Schwerpunkt des Kriya allerdings auf Atemtechniken und Atemkontrolle, den Pranayamas, verlegt, ist der Hinweis unumgänglich, dass durch Anhalten des Atems für eine längstmögliche Zeit oder durch forciertes Atmen bis hin zur Hyperventilation massive psychische Störungen auftreten können, die unter Umständen sogar psychotische Wahnvorstellungen auslösen können.  

Sri Sri Ravi Shankar vertritt die Auffassung, dass  

„bei Stress- und Angstzuständen der Atem flacher geht und schneller, infolge dessen sich der Körper verspannt und Toxine nicht ausreichend aus den Zellen via dem Blutkreislauf und Atem abtransportiert werden...Der ungenügend atmende Körper wirkt sich beeinträchtigend auf unser Gefühls- und Verstandesleben aus. Lustlosigkeit, Gereiztheit, Unkonzentriertheit trüben die Lebensfreude und mindern die Arbeitsfähigkeit. Was wiederum mehr Stress, Druck und andere Defizite verursacht. Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen. Sudarshan Kriya reinigt schon beim ersten Mal die Zellen und wirkt optimierend auf deren Funktionen.“(Visionen 2/99)
Ich glaube, dass hier ein sehr komplexes psychologisches Gebiet mit physiologischen Vorgängen vermengt wird, ohne eine wissenschaftliche Begründung und einzig aus einem religiösen Kontext mit zu vermutender Naivität mehr als verallgemeinert wird.  

In der Stressforschung ist festgestellt, dass es nicht möglich ist, Stress durch objektive Gegebenheiten zu definieren. (Als objektive Gegebenheit wäre hier nach dem Ansatz von Sri Sri Ravi Shankar die Anreicherung der Zellen mit Toxinen zu bewerten. Der ungenügend atmende Körper wirke sich beeinträchtigend aus.) Das heisst, die objektive Gegebenheit ist nicht das, was Stress auslöst, sondern die Verarbeitung, die in der Person stattfindet. Stress ist das Ergebnis eines Verarbeitungsprozesses.  

Es erscheint beinahe als selbstverständlich, dass für Industrie und Handel ein Stressbewältigungsprogramm „ACHIEVING PERSONAL EXELLENCE - A New Dimension to Management Skills“ angeboten wird.  

Ausserdem nimmt es nicht wunder, dass auch versprochen wird, Sudarshan Kriya bewirkt die Genesung von körperlichen Beschwerden und Krankheiten von Arthritis bis zur Zuckerkrankheit.  
Hier besteht die Gefahr, dass notwendige diagnostische und therapeutische Massnahmen nicht erkannt, versäumt oder abgelehnt werden. Ausbleibende Heilung wird nicht dem Guru angelastet, sondern der eigenen Unzulänglichkeit.  
     

Yoga nach der Art of Living:   

Das Wort Yoga bedeutet Joch. Yoga ist bestrebt, Atman und Brahman unter ein Joch zu spannen, den Geist im Selbst und den universalen Geist, von dem es ein Aspekt ist. Yoga ist die Technik, diesen Vereinigungsvorgang zu erlernen.  
Yoga ist der Vorgang, durch den wir unsere ungenauen Vorstellungen, die vor der Wirklichkeit stehen, wegschieben. Yoga ist ein Prozess geistiger Disziplin.  

So nennt Sri Sri Ravi Shankar seinen Prozess geistiger Disziplin Purna Yoga –Yoga der Fülle, Stärke, Ausführlichkeit:  

„Wenn von einem entspannenden und verspielten Platz Bewegungen ausgehen, antwortet der Körper leicht und freudig. Die „Kunst des Lebens“-Yoga Stufen sind so ausgerichtet, dass des Körpers angeborene Weisheit entfacht wird und so jeden einzelnen Studenten zu einem erhöhten Bewusstsein und Verständnis seines einzigartigen Körpers führt.  
Die Sitzungen sind entspannend, erfrischend und verinnerlichend.  
Diese Einstellung funktioniert bei Yoga-Anfängern wie auch bei Langzeit-Yoga-Praktizierende. Die Betonung liegt im Gebrauch des Atems in jeglicher Position. Die Studenten lernen die Yoga-Positionen in einer freundlichen, konkurrenzlosen Atmosphäre.“
Der Pruna-Yoga im Selbstverständnis ist aber nichts anderes als Hatha-Yoga.  
Während im klassischen Yoga die Überzeugung vorherrscht, alles Materielle also auch der Körper und das irdische Leben Leid hervorbringt und deshalb negativ zu beurteilen sei, kommt der Hatha-Yoga zu einer positiven Meinung über den Körper. Dieser kann gebraucht werden, die Angst vor Leben und Tod abzubauen. Die Leid verursachenden Körperprozesse müssen neutralisiert werden, um so eventuell Unsterblichkeit bis hin zur Vergöttlichung zu erreichen.  
Hatha-Yogis konzentrieren sich deshalb sehr auf den Körper und die Beherrschung seiner Funktionen. Bisweilen wird der Hatha-Yoga auch als „Yoga der Gewalt“ bezeichnet, da er das angestrebte Ziel mit harten physischen Methoden erreichen will.  

Die Stellung Guptasana diene der „Heilung übermäßiger Samenausscheidung“:  

„Setzen Sie sich so auf den Boden, daß die linke Ferse am After liegt. Dann heben sie das Gesäß etwas an und legen den rechten Fuß derart auf den Linken, daß die Zehen vom linken Oberschenkel verdeckt bleiben.“
Die Lebenskraft ist nach hatha-yogischer Vorstellung auch im männlichen Samen enthalten. Wer sich sexuell betätigt, verschwendet seine Lebenskraft und ist Krankheit, Alter und Tod ausgeliefert.  
Die Stellung Dvipada Kandharasada wirke nicht nur gegen Hämorrhoiden, sondern von Frauen geübt, auch zur Empfängniskontrolle:  
„Sitzen sie am Boden und heben das linke Bein von hinten auf die rechte Schulter. Dann nehmen Sie auch das rechte Bein nach hinten und legen es auf das andere Bein. Hände werden vor der Brust zusammengelegt.“
Matsyendrasana beseitige Blähungen, Milz- und Lebererkrankungen sowie Diabetes mellitus; daneben werden sämtliche „Würmer zum Verlassen des Körpers gezwungen“:  
„Setzen Sie sich auf den Boden. Der linke Fuß wird auf den rechten Oberschenkel gelegt, so daß die Ferse nahe dem Nabel ruht. Dann stellen Sie den rechten Fuß über das linke Knie auf den Boden...Der linke Arm wird um das rechte Knie herumgelegt, bis die linke Hand die Zehen des rechten Fußes fassen kann. Die rechte Hand greift dann um den Rücken herum zur linken Ferse.“
Zu den „klassischen“ im Westen gebräuchlichsten Übungen (asanas) zählen der Schulterstand, der Kopfstand oder der Lotussitz.  
In der Gorakhsa Shataka (dem gekürzten Lehrbuch des Hatha-Yoga) steht: „Solange Lebenskraft im Körper gehalten wird, ist das Bewußtsein frei von Krankheit. Welchen Grund gibt es, den Tod zu fürchten, solange das Sehen zwischen den Augenbrauen fixiert bleibt?“  

Aus kritischer Sicht muss darauf verwiesen werden, dass viele Menschen im Westen sich vom Yoga angezogen fühlen, weil die Hoffnung und der Wunsch besteht, durch körperliche und geistige Übungen „zu sich selbst zu kommen“ oder einfach Entspannung zu finden.  
Die Übungen des Yoga führen in eine vom Hinduismus geprägte Lebensweise auch wenn dies nicht immer gleich erkennbar ist.  
Die Yoga-Traditionen sind so auf die Bedürfnisse und Vorstellungen hinduistischer Religiosität zugeschnitten, dass sie aus diesem Kontext nicht herauszulösen sind.  
Yoga ist Selbsterlösung, oder es ist kein Yoga!  

Der dritte Teil des Programms ist die persönliche Einführung in die Sahaj Samadhi Meditation.  
Sri Sri Ravi Shankar scheint von seiner Lehre so überzeugt zu sein, dass er ohne Umschweife in die achte Stufe der yogischen Meditation „einsteigt“.  
Die achte Stufe des Yoga ist eigentlich keine Stufe, sondern das Auf-dem-Gipfel-Angekommensein, Samadhi; Versunkenheit, vollkommene Befreiung durch die Fähigkeit letzter Verwirklichung und damit Erfüllung.  
   

„Wenn der Geist eins wird mit dem Gegenstand, auf den er sich konzentriert, heißt dieser Vorgang Raja-Yoga. Der Yogi als Herr über Schöpfung und Zerstörung wird dem höchsten Herrn ebenbürtig.  
Viele sind nur Hatha-Yogis, ohne des Raja-Yoga kundig zu sein. Ich halte sie für bloß Übende, die nicht die Früchte ihrer Anstrengung ernten.  
All die Hatha-Yoga-Übungen dienen nur der Verwirklichung des Raja-Yoga. Derjenige, der Raja-Yoga beherrscht, hintergeht den Tod.  
Ein Yogi im Zustande höchster Meditation empfindet weder Geruch noch Geschmack noch Geräusch oder Form oder Farbe; er kennt sich selbst und andere nicht.  
Ein Yogi im Samadhi spürt heiß und kalt nicht, nicht Schmerz oder Freude, Ehre oder Schande.  
Ein Yogi im Samadhi ist von keiner Waffe verwundbar; die ganze Welt vermag nicht, ihn zu überwältigen; und er ist jenseits zauberischer Mächte und magischer Diagramme. (Hatha-Yoga Pradipika)“
Was ist das Ziel, das Samadhi genannt wird?  
Es kann kurz definiert werden mit der vollkommenen und dauerhaften Verwirklichung des mit Brahman einen Atman im Zustand des Soseins und nicht nur mit unserem Wissen davon.  
Äusserlich kann der Zustand Samadhi unterschiedliche Gestalt annehmen. Einerseits sieht man den Yogi in Versunkenheit sitzen, wie er von Verehrern gefüttert wird, die irgendwo um den Meister herumhocken, der sich in einem Trancezustand befindet und nicht mehr am aktiven Leben teilnimmt. Andererseits gibt es den Präsidenten der Yoga Vedenta Forest University, der den Zustand Samadhi erreicht hat.  

In den westlichen Kulturkreisen hat die häufige Anwendung von Meditationstechniken zunehmend die Aufmerksamkeit auf mögliche Gefahren und Missbrauchspotentiale gelenkt.  

Die dem Zeitgeist entsprechenden Themen und Ängste werden am liebsten als Anlass für eine Meditation genommen: Suche nach Erklärung – Persönlichkeitsentfaltung und Grösse – Macht – Sinn – Gesundheit – Frieden – Gemeinschaftsgefühl.  
Dieser Hintergrund verdeutlicht, dass sie sich besonders eignen, um mystische Vorstellungen und Allmachtsfantasien wachzurufen. Die Art des Umgangs und das zugehörige Weltbild eröffnen manipulative Möglichkeiten. Die Verwendung pseudowissenschaftlicher Terminolo-  
gien unter Hinweis auf die Naturgesetze, Evolution oder Kosmos soll die Glaubwürdigkeit fördern.  

Meditation kann zu einer einsamen, verzweifelten und unendlichen Suche nach dem eigenen Selbst werden. Es ist fraglich, ob das Persönlichkeitsideal der östlichen Kulturen ohne weiteres mit der Identität und dem Selbstverständnis eines „westlichen“ Ichs in Einklang gebracht werden kann. Es gibt mehr als nur Anzeichen dafür, dass bei im „Westen“ sozialisierten Menschen wegen der stärkeren Ich-Entwicklung und der deutlicheren Abgrenzung zu der Umwelt und anderen Menschen bei derart, wie beschriebenen Eingriffen doch eher eine Schädigung eintreten kann.  

Heilsversprechungen für die Rettung der Welt erscheinen besonders dann gravierend, wenn psychisch labile oder psychiatrisch Auffällige mit Meditationstechniken konfrontiert werden, die zu Wahrnehmungsveränderungen und Depersonalisationserscheinungen führen können.  
Die Wahrnehmungseinschränkungen während der Meditation können gleichzeitig zu einer Einschränkung des kritischen Denkens führen.  
Darüber hinaus gibt es auch Meditationstechniken, die für manche Menschen einen suchterzeugenden Charakter annehmen:  
Wenn ich nicht bestimmte Körpererfahrungen oder Seelenzustände ständig erlebe, gerät mein inneres Gleichgewicht aus den Fugen.  
    

Als Fazit bleibt festzuhalten:   

Das Angebot des Sri Sri Ravi Shankar und seiner in Deutschland tätigen Meisterschüler ist zweifellos als ein esoterisches Angebot auf dem boomenden Psychomarkt zu werten.  

Dabei ist zu beachten, dass sich der Esoterik-Markt in zwei Ebenen aufteilen lässt.  

  • Die Gebrauchs- und Auswahlesoterik mit einer unüberschaubaren Fülle von Anbietern und  Angeboten
  • Die Systemesoterik mit organisierten Weltanschauungsgruppen mit esoterischem Welt-  und Menschenbild.
Esoterik ist zu einem „Container-Begriff“ geworden, Inbegriff des Strebens aus allem das Beste auszuwählen.  

Man kann auch von einer „Publikums- und Klientenreligion“ sprechen.  
Wenn das Wesen der Esoterik im Versuch der „Wiederverzauberung der Welt“ zu sehen ist, kann diese „Verzauberung“ vor allem als mystischer Vollzug der Zukunfts- und Erlösungshoffnungen im Rahmen ihrer spirituellen Praktiken und „pädagogischem Evolutionismus“ gesehen werden.  
   

Diese Zusammenhänge werden dort (Südafrika) konkret in den Völkerverständigungsprojekten angewendet und im Zuge der Atemübungen wird bald klar, wie lächerlich es ist, Anspruch auf „meine Luft“ zu erheben und die Abgrenzung von „deiner Luft“ durchsetzen zu wollen.“(Visionen 2/99)
Der Autor ist allerdings der Meinung, dass es „dicke Luft“ und „dünne Luft“ gibt.  
   


Quellennachweis:   

VELKD-Arbeitskreis, Religiöse Gemeinschaften, Handbuch religiöse Gemeinschaften  
Frederic Spielberg, Die lebenden Weltreligionen  
Colin Goldner, PSYCHO –Therapien zwischen Seriosität und Scharlatanerie  
Michael Utsch, Psychologische Aspekte der Meditation –Vortrag  
G.Niebel / R.Hanewinkel, Gutachten über Meditationstechniken  
Hans-Jürgen Ruppert, Materialdienst EZW 10/99  
The Art of Living, http://www.artofliving.org  
 

 

 
 

Ein Erfahrungsbericht
 
Erfahrungsbericht von Inge Reichert-Deurer, Ärztin,     
eMail  xxxxxxx@web.de    
Teilnehmerin am Kurs "Die Kunst des Lebens".     
Gefunden in Connection 4/2000.    

Seit fast einem Jahr befasse ich mich mit den Lehren des indischen Gurus Sri Sri Ravi Shankar und besuche Kurse von ihm und seinen Anhängern. Sein europäisches Zentrum befindet sich in Bad Antogast im Schwarzwald, einem ehemaligen Kurhotel. Ich komme gerade von einem Fortgeschrittenen-Kurs zurück und möchte meine persönlichen Eindrücke schildern.    

Sri Sri Ravi Shankar lehrt eine Abfolge von Yogaübungen, die immer mit einer bestimmten Atemrechnik verbunden sind, sowie Atemübungen. Ein wichtiges Element ist die Sudarshan-Kriya, die eine forcierte Atmung über etwa eine halbe Stunde beinhaltet. Dabei kann es zum Ausbruch von verdrängten Gefühlen kommen, was zu einer tiefen emotionalen Reinigung führt, weshalb es ratsam ist, die Sudarshan-Kriya nur in Gruppen durchzuführen.    

Ich praktiziere die empfohlenen Übungen täglich, das benötigt etwa eine halbe Stunde und ich habe erfahren, dass sie sehr wirksam sind. Ich fühle mich frischer, energievoller und lebensfroher. Langfristig sollen die Übungen und Kurse und seine Lehre zur Erleuchtung führen. Wenn man den ersten Kurs besucht, muss man zuerst ein Formular unterschreiben, dass man die erlernten Übungen nicht weitergeben darf. Im Prinzip ist das in Ordnung, nur war mir mehr als die Hälfte der Übungen in ähnlicher Weise schon aus Yoga-, Tanz-, Theater- und Therapiekursen bekannt.    

Die Versorgung mit Toiletten und Duschen im Haus ist etwas dürftig. Auch das leckere vegetarische Essen war zeitweilig etwas knapp bemessen, aber angesichts des niedrigen Preises kann man das akzeptieren. Die Auslastung des Quellen-Saales mit Fortgeschrittenen Schülern war mit 160 Leuten etwas zu hoch, es war schon recht eng.    

Der Fortgeschrittenen-Kurs besteht aus den bereits erwähnten Yoga- und Atemübungen, vielen schönen geführten Meditationen, einer Zeit des absoluten Schweigens, Übungen im Kontakt mit Anderen. Abends beim Satsang wird gesungen, getanzt und Guruji, wie Sri Sri Ravi Shankar genannt wird, beantwortet Fragen seiner Schüler.    

Der Personenkult im Ashram ist unübersehbar. An jeder Ecke hängt ein Bild von Guruji in allen Größen. Im Jesus-Saal, einem der Kursräume, steht auf einer Kommode ein geschnitztes Bild von Jesus, daneben in dreifacher Größe ein gerahmtes Bild von Sri Sri Ravi Shankar. Gurujis Forderung nach Hingabe an ihn als Meister muss wohl aus der indischen Tradition kommen, ähnliches habe ich schon von anderen indischen Meistern gehört. Ich kann dieses Verhalten von indischen Lehrern und Schülern nur auf ein anderes Maß an Selbstwertgefühl zurückführen, das sicherlich auf Unterschiede in Erziehung und nationalen Werten beruht.    

Von westlichen spirituellen Lehrern, mit denen ich mich beschäftigt habe, zum Beispiel Rudolph Steiner (Anthroposophie) und Harry Palmer (Avatar) kenne ich die Forderungen nach Hingabe nicht. Ganz im Gegenteil wird von ihnen die innere Freiheit und Selbstbestimmung des Einzelnen gelehrt. Ich sehe in dieser Haltung einem Guru gegenüber auch ein Problem auf der persönlichen Ebene, eine Suche nach einem weiteren Vater, ein immer noch nicht Erwachsen-Sein, noch keine eigenen Wege gehen und eigene Verantwortung tragen (wollen).    

Insgesamt kann ich die Kurse von Sri Sri Ravi Shankar und seinen Anhängern sehr empfehlen, unter der Prämisse, "seht ihn als einen eurer Lehrer, nicht als Meister".    

Inge Reichert-Deurer 

 
 



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