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Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/Rath.htm  Zuletzt bearbeitet am 13.10.2011 
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Vitamin-Guru Dr. Matthias Rath: Der Wolf im Schafspelz.
Dr. Rath kritisiert das "Pharma-Geschäft mit dem Krebs" und betreibt es selbst
 
 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:

 
 

Vitamin-Guru Matthias Rath dichtet Vitaminen Wunderwirkung an und wirbt damit für Versandhandel.

Rath ist ein typischer Propagandist des Psychomarktes: Der Glaube an den Guru ersetzt den Nachweis der Wirksamkeit des Angebots.
Da Rath keine Wirksamkeit nachweisen kann, täuscht er die Öffentlichkeit mit Propaganda-Kampagnen.
Wichtigster Bestandteil der Propaganda sind Verschwörungstheorien.
 
Ist Rath ein Vitaminhändler und Wunderheiler? 

Beide Begriffe enthalten eine pauschalierte Zusammenfassung von Sachverhalten. Selbstverständlich verkauft Rath die Vitamine nicht persönlich. Er betreibt auch keine Heiler-Praxis.Mit der Betreuung von Dominik (>>) bzw. der Beratung der Eltern hat er sich allerdings in einen Grenzbereich des Zulässigen begeben. Die Bezeichnung als Wunderheiler erscheint deshalb angebracht. Es ist typisch, dass Wunderheiler eben nicht heilen, sondern nur Einfluss zu nehmen versuchen. Insbesondere durch Warnung vor der "Schulmedizin" oder durch Wegdefinieren der Krankheit, meist verbunden mit vermeintlich wissenschaftlich fundierten Ratschlägen zu Lebensweise und Ernährung. 
Angeboten werden keine Heilmittel gegen Krebs, sondern Vitamine und ähnliche "Nahrungsergänzungsmittel". Raths Kampagnen vermitteln jedoch den Eindruck, dass diese gegen Krebs wirksam sind. Denn "Krebs ist heilbar" ist das Thema des Dr. Rath. 

Rath hat sich mit einer Gruppe von Unternehmen und Organisationen umgeben. Das Handelsgericht Wien (19 Cq 36/04x Urteil vom 2.2.2006, PDF 1,7 MB unter www.Verbraucherrecht.at und www.AGPF.de/Handelsgericht-Wien-19Cg36-04x-vom-2.2.2006-Rath.pdf, nicht rechtskräftig) spricht in einem Verfahren wegen unlauteren Wettbewerbs von der "Unternehmensgruppe Dr. Rath". Zu beachten ist, dass das Gericht die vorherige Zeit beurteilt hat. Inzwischen können Änderungen eingetreten sein. 

Verkäufer in dieser Gruppe ist die  Firma Dr. Rath Health Programs B.V., vormals Matthias Rath B.V. in Holland. Gegen diese Firma richtete sich auch der Prozess vor dem Handelsgericht Berlin, nicht etwa gegen Rath persönlich. Rath gibt an, dass er diese Firma gegründet hat, jedoch weder Anteile daran besitze, noch Geschäftsführer sei. Die Website der Firma ist www.Dr-Rath.com. Dort finden sich keine Angaben darüber, wem die Anteile gehören und wer Geschäftsführer ist. In der Website der Firma heisst es: 

"Das von Dr. Rath gegründete Gesundheitsunternehmen ist weltweit einzigartig: Alle Gewinne fliessen in eine gemeinnützige Stiftung. 
Mit den Stiftungsgeldern wird die Forschungsarbeit zu wissenschaftlich begründeten Naturheilverfahren und die Aufklärungsarbeit über die Geschäftspraktiken der Pharma-Industrie – ihr Geschäft mit der Krankheit – unterstützt."
Angaben darüber, wer letztlich Empfänger des Geldes für angebliche Forschung und Aufklärungsarbeit ist, sind - zumindest an dieser Stelle - nicht zu finden. In dem Wiener Urteil kommt der Begriff Aufklärungsarbeit im Übrigen nicht vor. Die beklagte Firma trägt vor, dass "diese Foundation ... sich  ... ausschliesslich im wissenschaftlichen und gesundheitspolitischen Bereich betätige". 

In Raths Biographie findet sch die Angabe: "Heute leitet Dr. Rath ein internationales Forschungs- und Entwicklungsinstitut". Der Name dieses Instituts ist in diesem Text nicht zu finden. In der der Website www.dr-rath-gesundheitsallianz.org befindet sich die Beschreibung von "Dr. Raths Forschungsinstitut" mit Dr. Aleksandra Niedzwiecki als Leiterin. In deren Biographie heisst es, "Dr. Aleksandra Niedzwiecki, Vorstandsmitglied der Dr. Rath Health Foundation, ist auch Executive Vice President und Vice President des Forschungsbereichs der Matthias Rath, Inc.".  "Dr. Raths Forschungsinstitut" ist demnach Teil der "Matthias Rath, Inc." 

Hier soll im Übrigen nicht der Versuch gemacht werden, die zahlreichen Firmen von Raths Unternehmensgruppe identifizierbar zu bezeichnen, ebensowenig die dazugehörigenn Websites, nach Angabe des Urteil HG Wien zumindest zeitweilig "über 350". 

Im Urteil des HG Wien wird die Unternehmensgruppe Dr. Rath folgendermassen zusammengefasst: 

  • Dr. Rath Health Programs B.V., vormals Matthias Rath B.V., vertreibt die Produkte und "schafft durch Ausstattung und Markengebrauch für den angesprochenen Verbraucher den Eindruck, bei ihren Erzeugnissen handle es sich um die Mittel, die im Sinne der Thesen des Dr. Rath in der Lage sind, schwerste Krankheiten zu verhindern und zu bekämpfen" (Urteil Seite 15). Die Firma trägt vor, im Bereich des Verkaufs habe "weder Dr. Rath persönlich noch die Dr. Rath Health Foundation eine unmittelbare Funktion" (Urteil Seite 6).. 
  • Dr. Rath Education Services B.V., vormals MR Publishing B.V. "vertreibt und verlegt die Schriften und Broschüren über die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Dr. Rath und der Zellularmedizin.(Seite 9) ...  Den Nachweis, dass die Angaben über die Wirkungsweise der "Zellularmedizin" und der auf dieser Basis entwickelten Nahrungsergänzungsmittel wissenschaftlich belegt seien, hat die Beklagte nicht angetreten" (S. 15) bzw. angeboten (Seite 6). 
Das Handelsgericht Wien zum Verhältnis der Unternehmen zueinander: 
  • "Diese beiden Unternehmen, deren einzige Gesellschafterin die Matthias Rath Holding B.V. ist, sind der operative Kern der Unternehmensgruppe Dr. Rath" (Seite 9).
  • "Wenn auch für verschiedene Zwecke - wissenschaftliche und Öffentlichkeitsarbeit, Werbung, Produktvertrieb - verschiedene Rechtspersonen gegründet wurden, so besteht doch keine funktionelle, inhaltliche, strukturelle und personelle Trennung" (Seite 15).
Anhaltspunkte dafür, von wem und wo diese "Erzeugnisse" oder "Nahrungsergänzungsmittel" hergestellt werden, haben wir bisher nicht gefunden. 

Das Urteil hat der Verein für Konsumenteninformation VKI erwirkt. In dessen Bericht vom 16.3.2006 (geladen am 29.12.2007) schreibt der VKI über das Urteil, durch Ausstattung und Markengebrauch schaffe die beklagte Firma den Eindruck, ihre Erzeugnisse könnten schwerste Erkrankungen verhindern bzw bekämpfen. Die formale Distanzierung von Aussagen auf verlinkten Homepages ... im nur mäßig interessierenden Impressum, schafften keine inhaltliche Ablehnung oder klare Distanz zwischen den Heilungsversprechen und den Produkten und beseitigten damit nicht den vermittelten Zusammenhang zwischen heilender Wirkung und dem Produkt. Der Druchschnittsnutzer könne auch nicht erkennen, dass die einzelnen Websites von verschiedenen Unternehmen betrieben würden, er achte wohl primär auf die Porträtfotos des Dr Rath und die ähnliche inhaltliche Gestaltung und käme zur Auffassung, die Websites stammten von einem Unternehmen. 

 
 

Sekten, Gurus und Wunderheiler handeln oft mit Patentrezepten und Wundermedizin

 
Rath stellt Kritiker und Ärzte als rückständig dar.  
Rückständig wie jemand, der noch glaubt, dass die Erde eine Scheibe ist, will Rath glauben machen und projiziert ein Riesen-Schaubild an die Wand seiner Bühne (Abbildung rechts, aus FocusTV 8.2.04): 
"Ein wissenschaftlicher Durchbruch verändert die Welt ... Die Erde ist keine Scheibe und Krebs ist kein Todesurteil".
Als würde jemand behaupten, Krebs sei ein Todesurteil. 
Rath dreht die Verhältnisse um. 
Aus Aberglaube wird Fortschritt, aus der Realität wird Rückständigkeit. 
All das wird nicht als Glaubensfrage dargestellt, sondern als wissenschaftlich bewiesen. 
Auch die Scientology-Organisation propagiert Vitamine als Wundermittel, http://www.Ingo-Heinemann.de/Medikamente.htm.  Es ist jedoch kein Anhaltspunkt dafür ersichtlich, dass Rath Scientology-Anhänger ist. Der ehemalige Scientologe Wilfried Handl berichtet allerdings in seinem Buch "Scientology - Wahn und Wirklichkeit", dass die Rath-Filiale in Wien von zwei Scientologen geleitet wird.
 
 
 

Krebs-Wunderheilung per Versandhandel?
 
Matthias Rath scheint Marktführer zu sein. Seine Holding (>>) betreibt einen Versandhandel und macht vermutlich  Umsätze in zweistelliger Millionenhöhe, so das TV-Magazin Report am 9.2.04, aus dem auch die Abbildungen rechts stammen. Rath macht Werbung mit Vorträgen, für die er wiederum mit riesigen Plakaten wirbt.  
Raths eigene Angaben zum Umsatz und Einkommen >> 
 

Text des Plakates Abbildung rechts: 
"Krebs ist heilbar! Natürlich! Jetzt kommt Dr. Rath".

 
Briefkastenwerbung 

Ein Bestellzettel wurde im Dezember 2006 in einen Briefkasten eingeworfen. In einem unfrankierten Briefumschlag ohne jede Aufschrift.  
Auf einem Blatt ein Bestellzettel für Bücher und "Produkte", rechts ein Ausschnitt. 
Der vollständige Bestellzettel unter 
http://www.AGPF.de/Rath-Briefkastenwerbung-12-2006-Bestellzettel.pdf 
Einkopiert ist "die Beraternummer meines Beraters" 00109707, dessen Name allerdings nicht genannt wird. Diese "Beraternummer" deutet auf die Zugehörigkeit zum "Beraternetz" hin (>>).

 

Auf einem weiteren Blatt grafische Werbung: 
"Alle Jahre wieder ... Weihnachtsaktion! 3er-Paket 15 Euro ... 10er-Paket 30 Euro". 
Inhalt: "Das Wissen der Zellular Medizin".  

Gemeint sind die Rath-Bücher "Warum kennen Tiere keinen Herzinfarkt" und das Kinderbuch "Das Geheimnis der Zellen".

 
 

Das Beraternetz

In den zahlreichen Rath-Websites ist kaum etwas über ein solches Beraternetz zu finden.

Das Deutsche Ärzteblatt schreibt von einem "Beraternetz".
Der Medizinjournalist Klaus Koch in www.netdoktor.de von einem "abgeschotteten Beraternetz".
 
 

Stimmen aus dem Beraternetz:
 

In der Website www.ep-beratung.de/krebs.htm (24.12.2007, EP steht für "Esotersche Psychologie") heisst es:
"Gerne beraten wir von Esothera Sie auch weiter, als ausgebildete Dr.Rath-Berater. Wir dürfen dies aber aus gesetzlichen Gründen in Deutschland nicht öffentlich tun  ...
Ich persönlich probiere alles, weil es als „Nahrungsergänzung“ doch niemals schaden kann! – und weil ich nicht weiß, was meinem Körper wirklich fehlt, damit „ER“, der „Innere Arzt“ - und niemals die Ärzte oder deren Medizin – die Reparaturarbeiten durchführen kann. Als guten Ratgeber habe ich dabei immer das Pendel in Aktion gesetzt, auch damit ich nicht unnötig viel Geld für unnötige viele Nahrungs-ergänzungsmittel ausgebe, wie sie von den Herstellern empfohlen werden."
In der Website www.spiritualitaet-eichfuss.de/dr_rath.htm (25.12.2007):
"Ich bin Berater im Beraternetzwerk der Matthias Rath B.V. Wenn Sie etwas über die Produkte der Mathias Rath B.V. oder weitere Informationen wünschen, bitte ..."
In der Webite www.zellularmedizin-beratung.de stellt Beate Stockmayer sich vor als "Berater-Nr. 00106026" und behandelt "Fragen und Antworten zur Zellular Medizin nach Dr. Rath"
Stimmen über das Beraternetz:
 
Der Deutsche Verein für Gesundheitspflege e.V.:www.dvg-online.de/NewsletterAG/DVG_informiert-1.pdf
"Eine Fortbildungsakademie in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) bildet für 1400 Euro zum "Berater für Zellular-Medizin" aus. Diese Berater sollen dann die Produkte aus dem Haus Rath vermarkten."
Klaus Koch über "Die Patente des Dr. Matthias Rath" unter http://www.evibase.de/texte/sz/texte/die_patente_des_dr_rath.htm
"Rath hat deshalb von Holland aus ein Netz privater Berater aufgebaut, die er auf seinen Vortragsreisen auf den neuesten Stand bringt. Gleichzeitig versucht er, neue Kunden zu werben."
 
 

Die "Akademie" in Wittenberg
dr-rath-academy-wittenberg.de
Domaininhaber: Gesundheits- und Tagungszentrum 06886 Wittenberg Coswigerstrasse 4
Administrative Ansprechpartner: Christa Rath - Technischer Ansprechparter: Markus Haeckl, bei unter derselben Adresse
Impressum:Gesundheits- und Tagungszentrum Wittenberg GmbH & Co. KG, 06886 Lutherstadt-Wittenberg, Schlossplatz 3 - 5
Vertretungsberechtigter der GmbH Co. KG Christa Rath
Adresse:Gesundheits- Akademie Wittenberg 06886 Lutherstadt-Wittenberg Schlossplatz 3 - 5

Tel:  03491-429 200
Fax: 03491-429 299
"Die 'Gesundheits-Akademie Wittenberg' soll insbesondere dem nachhaltigen Informationsaustausch und der konsequenten Ausbreitung des Wissens über die Prävention und Chancen der Zellular-Medizin und anderer naturwissenschaftlich begründeter Naturheilverfahren dienen."
 
 
 
 
 
Rath, seine Firmen, seine Gesundheits-Allianz, seine Akademie, seine Partei:  
Alles hängt zusammen 

In der Website der "Gesundheits-Allianz" zu finden: 
Die Rath-Zeitschrift "Rath International" Nr. 7/2005.  
Diese stellt vor:  
"AGFG - Mitglieder unserer Gesundheits-Allianz, die politische Verantwortung übernomme haben".  
Auf Seite 13 wird der AGFG-Vorsitzende für Bayern vorgestellt, Karl Heinz Häussinger. Berufsangabe:  
"Selbständiger Gesundheitsberater, Geprüfter beater für Zellular Medizin, Trainer für Zellgesundheit". 

Die Abbildung als vollständige Version: 
www.AGPF.de/Rath-International-Nr.7-2005-Ausschnitte.jpg 
 

 
 
 
 
 
 
 
 

Der Fall Dominik

Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft vom 19.1.06

Die nachfolgende Pressemitteilung betrifft nicht etwa ein Ermittlungsverfahren gegen Rath.
Es geht vielmehr um die öffentlich verbreitete Behauptung amgebicher ärztlicher Behandlungsfehler durch die "Schulmedizin".
Solche Fehler wurden nicht ermittelt.
Jetzt wird gegen die Eltern ermittelt, weil sie ihrem Kind durch den Abbruch der Behandlung unnötige Schmerzen zugefügt haben sollen.
 
Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Koblenz vom 19.1.2006


Pressemeldung vom 19.01.2006 
Todesermittlungsverfahren Dominik F. - Ermittlungen abgeschlossen - keine Hinweise auf fremdes Verschulden am Tod des Kindes - 
1. In dem Todesermittlungsverfahren betreffend des am 01.11.2004 verstorbenen Kindes Domink F. liegen der Staatsanwaltschaft Koblenz nunmehr alle Ergebnisse der angeordneten und durchgeführten umfangreichen Ermittlungen vor. Die Auswertung zwei ergänzender Gutachten des Leiters des Institutes für Rechtsmedizin, der Aussagen behandelnder Ärzte und des Pflegepersonals sowie der beigezogenen Krankenakten aus neun deutschen Krankenhäusern, in denen das Kind behandelt wurde, hat das bereits in der Presseerklärung 01/05 – Anlage – mitgeteilte Ergebnis der Todesursache bestätigt. Danach ist Dominik F. an einem Herz-Kreislaufversagen als typische Folge der Tumorerkrankung mit Metastasierung in zahlreiche Organe, insbesondere die linke Lunge, verstorben. 
Anhaltspunkte für die auch öffentlich verbreitete Behauptung ärztlicher Behandlungsfehler haben die Ermittlungen dagegen nicht ergeben. Die Staatsanwaltschaft Koblenz sieht daher keinen Anlass, gegen einen oder mehrere der behandelnden Ärzte ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung oder Körperverletzung einzuleiten. 

2. Im Übrigen ist aufgrund des Ermittlungsergebnisses davon auszugehen, dass auf Wunsch der Eltern im Juni 2003 eine eingeleitete Chemotherapie des Kindes abgebrochen und ein empfohlener operativer Eingriff nicht mehr durchgeführt wurde, obwohl nach den gutachterlichen Feststellungen des Sachverständigen diese Maßnahmen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest zu einer Lebensverlängerung geführt hätten. Da allerdings bei 15 – 20 % der Patienten mit einem entsprechenden Krankheitsbild selbst eine optimale schulmedizinische Behandlung ohne Einfluss auf den Todeszeitpunkt bleibt, kam wegen des im Strafrecht geltenden Grundsatzes „im Zweifel für den Angeklagten“ auch insoweit die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens nicht in Betracht. 

3. Allerdings besteht der Verdacht, dass die Eltern des Kindes entgegen der dringenden Empfehlung der zuletzt behandelnden Ärzte eine adäquate Schmerztherapie ablehnten. Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat deshalb gegen die Eltern des Kindes ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung eingeleitet. 
gez. Dr. Brauer, Oberstaatsanwalt

 
 
 
Am 2.11.2005 wurde von de ARD ein 45-Minuten-Film des SWR von Beate Klein gesendet:  
"Der Fall Dominik - Vom Geschäft mit der Krebsangst"
Dominik hatte Krebs. Die Ärzte gaben ihm eine Heilungschance von 50 %. Rath machte den Eltern Hoffnung. Die brachen daraufhin die Chemotherapie ab und setzten nur noch auf die Vitamine. Rath führte das Kind auf der Bühne als Beweis für die Wirksamkeit seiner Medikamente vor. Die Ärzte versuchten, den Eltern das Sorgerecht entziehen zu lassen. Das Gericht lehnte ab. Rath triumphierte und behauptete, das Kind sei geheilt - mit seinen Vitaminen. Tatsächlich war das Gericht davon ausgegangen, dass kaum noch Heilungschancen bestanden. Dominik starb (>>), während Raths Propagandamaschine noch behaupetet, er sei geheilt. Dominik starb in Mexiko, nicht im Kreis der Familie. 
Rath ist jetzt auch in Süd-Afrika aktiv. Mehr dazu unten >>. 
Dort verkauft er seine Vitamine als Heilmittel gegen AIDS. Auch dort hat Rath eine Kranke vorgeführt. Rechts ein Bild der jungen Frau. Eingeblendeter Text: 
"Die von Rath in Südakrika präsentierte junge Frau ist Anfang Oktober 2005 verstorben".
Auf einen Zuschauerbrief antwortete SWR-Intendant Peter Voss am 11.1.2006: 
"Die Redaktion erreichten nach der Ausstrahlung des Films ungewöhnlich viele Zuschauerreaktionen, darunter sehr viele zustimmende. Die kritischen Zuschriften wie Ihre verwendeten auffallend häufig gleichlautende Textbausteine - ein Umstand, den wir hier nicht weiter kommentieren wollen. Auf ehrenrührige und beleidigende Formulierungen reagieren wir an dieser Stelle ohnehin nicht, sie fallen auf den Urheber zurück."
 
 
 
 
Dominik gestorben 

Der Spiegel berichtete am 15.11.2004 (Abbildung rechts) in der Rubrik "Scharlatane": "Im Mittelalter führten die Quacksalber ihre Patienten auf Jahrmärkten vor. Heute tun sie es im Internet." 
Der achtjährige Dominik ist am 01.11.04 in Mexiko gestorben. 
Das vorgeschriebene Todesermittlungsverfahren ist eingeleitet worden.  
Die Obduktion der Leiche wird in Koblenz durchgeführt.  
Ein solches Todesermittlungsverfahren dient der Feststellung der Todesursache. Gutachter hatten in dem vorangegangenen Verfahren um die künftige Behandlung bereits festgestellt, dass Dominik unheilbar krank war (>>).  Wegen dieser negativen Prognose der Gutachter hatte das Gericht auch keine bestimmte Behandlung angeordnet. Dr. Rath hatte das Urteil als Sieg seiner Methode bezeichnet und behauptet, das Kind sei gesund. 
Bei dem Ermittlungsverfahren wird es um die Frage gehen, ob das Leben des Jungen durch die Behandlung nach der Methode Rath verkürzt wurde und ob Rath daran eine Schuld trifft. 

Dazu auch GWUP mit Links zu weiteren Artikeln: 

 
 

Das Urteil: Kein Sieg für Rath

Monatelang benutzte Rath eine Gerichtsentscheidung als Bestätigung seiner Behauptung, dass Dominik auf Grund seiner Behandlung gesund geworden sei.
Am 4.10.2004 enthüllt Report Mainz:
Es hatte einen traurigen Grund, dass das Gericht keine reguläre Behandlung angeordnet hat.
Der Text des Berichtes ist zu lesen unter
http://www.swr.de/report/archiv/sendungen/041004/04/frames.html
Ein Video des Berichtes ist anzusehen unter
http://www.swr.de/report/archiv/sendungen/041004/04/04100404.ram

Report Mainz vom 4. Oktober 2004
Vitamine gegen Krebs - Wie ein "Wunderdoktor" ein trauriges Schicksal vermarktet

"Nach Anhörung von vier Gutachtern kommt das Gericht zum Schluss, der Krebs sei bei Dominik so weit fortgeschritten, dass ihm kein Arzt mehr helfen kann.
In ihrem Beschluss sprechen die Richter von der Unwahrscheinlichkeit des Heilerfolges. Dominik soll die Chance haben, seine letzten Monate im Kreise der Familie zu verbringen. Doch was macht Matthias Rath daraus? Fünf Wochen später in einer Zeitungsanzeige feiert er das Urteil als Sieg seiner Pillenmedizin. Kein Wort über die Gutachten.
Statt dessen der Satz: »Dominik lebt und ist nachweislich gesund.«
Rath setzt offenbar darauf, dass der nichtöffentliche Gerichtsbeschluss nie im Detail bekannt wird.
....
Dominik ist für Matthias Rath noch immer ein willkommener Werbeträger. Wäre er weiter schulmedizinisch behandelt worden, hätte er noch eine statistische Heilungschance von 50 Prozent gehabt. Als seine Eltern nur noch auf Raths Pillen setzten, nahm der Krebs seinen vorhersehbaren schrecklichen Verlauf. Wir wollen von Rath wissen, was er zu Dominiks Krankheitszustand sagt. Auf unsere Fragen kein Interview, sondern eine Erklärung, in der Rath daran festhält: Es gebe keinerlei Hinweise auf Lungenmetastasen.
Wir wissen nicht, wie es Dominik heute geht. Rath sagt, er sei an einem geheimen Ort im Ausland. Und es gehe ihm den Umständen entsprechend."
 
 
 

Rath-Kritik im TV

Report Mainz am 9.2.2004
http://www.swr.de/report/archiv/sendungen/040209/01/frames.html

Matthias Rath:

»Wir haben es hier mit einem völlig neuen Verständnis der Krebsbehandlung... Die Botschaft: Knochenkrebs ist natürlich heilbar. Und so gilt ab jetzt, dass Krebs kein Todesurteil mehr ist.«
Dr. Christian Steffen, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte:
»Dieses Epican Forte enthält eine Reihe von Inhaltsstoffen, die ganz normale Nahrungsbestandteile sind: Lysin, Prolin, Arginin, Aminosäuren, Askorbinsäure, Calcium, Polyphenole.
Wenn ich mir das ansehe, können sie diese Wirkstoffe alle mit einem Frühstück bestehend aus einem Ei, einer Apfelsine und zwei Tassen Tee zu sich nehmen.«
 
Die Vorträge von Rath sind Massenveranstaltungen und die Säle so gross, dass er kaum noch zu sehen ist. Deshalb befindet sich hinter ihm ein Riesen- Bildschirm. Rechts auf dem Schirm neben Rath der Text "Knochenkrebs ist natürlich heilbar! Dominik wird leben!". Gemeint ist das Kind Dominik, welches kurz darauf auf der Bühne vorgeführt wird. 
 
Dominik auch in Rath-Prospekten: "Dominik nach der Chemotherapie": Ein trauriges Kind. "Dominik nach der Zell-Vitaltherapie" reckt optimistisch den Daumen nach oben. 
 
Die Eltern wollen das Kind nur noch mit Rath-Vitaminen behandeln lassen. Darüber müssen die Gerichte entscheiden. Die Mutter führt ihren Medizinschrank vor. Rath blickt heraus.
 
 
 
 

Der Wolf im Schafspelz:
Rath kritisiert das "Pharma-Geschäft mit dem Krebs" und betreibt es selbst
 
Auch im Internet nutzt Rath das Schicksal des kranken Kindes Dominik zu Werbezwecken. Rechts zwei Ansichten derselben Internet-Seite, die im Takt weniger Sekunden wechseln (grössere Version: Bild anklicken). "Rettet Dominik" heisst in der einen Version, "Rettet Dominik und Millionen anderer Krebspatienten! Beendet das Pharma-Geschäfts mit dem Krebs!" in der anderen. 
Tatsache ist: Rath betreibt selbst das Pharma-Geschäft mit dem Krebs. Auch seine Produkte wachsen nicht im Stadtpark.  
Rath ist lediglich ein neuer Anbieter innerhalb der Pharma-Industrie.  
Rath täuscht die Öffentlichkeit, indem er sich als Retter der Krebskranken ausgibt.
 
 
 

Rath in Südafrika
 
Der Spiegel (45/2005) berichtete über die "Tragödie am Kap". 
Bereits in der Überschrift die Einschätzung als "Scharlatan" und "Vitaminhändler". 
Jeden Tag sterben tausend von den 6,5 Millionen HIV-infizierten Südafrikanern. 
Die dortige Gesundheitsministerin toleriert oder uterstützt Rath. Erst wenn man ihr nachweise, dass die Rath-Vitamine "giftig" seien, wolle sie sich distanzieren. Sie selbst empfiehlt "Knoblauch, Olivenöl und Zitronenschalen" gegen die Aids-Seuche, die allein schon wegen fehlender Einsicht der Regierenden eine Tragödie ist.
 
 

Fachkreise warnen übereinstimmend

Dazu inbesondere auch ein GWUP-Bericht über eine Studie des Berliner Kinderarztes Professor Dr. Gerhard Gaedicke, Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie der Charité. Deren Ergebnis: Keine nachweisbaren Wirkungen:

 
NDR 10.2.04 http://www.ndr.de/ndr/regional/detail_line.phtml?docid=20040210114731 

Behörde warnt vor Vitamin-Guru Rath 

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte und die Arbeitsgruppe Scientology der Hamburger Innenbehörde haben gemeinsam vor der aggressiv beworbenen Vitamintherapie des Mediziners Matthias Rath gewarnt. Rath, der einst in Hamburg promoviert hat, hat für Dienstagabend eine Veranstaltung im Congresscentrum Hamburg angekündigt, die seine Organisation in den vergangenen Tagen mit Plakaten und Postwurfsendungen "flächendeckend" beworben hat, wie Ursula Caberta, Leiterin der Arbeitsgruppe Scientology bei der Hamburger Innenbehörde berichtet. 
Mit Vitaminen gegen Krebs und Aids 
Auf Plakaten, Flugblättern, in Büchern, Videos und auf zahlreichen Seiten im Internet verspricht Rath, Herz-Kreislauferkrankungen, Aids und Krebs mit hoch dosierten Vitaminpillen und der Aminosäure Lysin ohne Nebenwirkungen heilen zu können. Als Fallbeispiel führt er den an Knochenkrebs erkrankten achtjährigen Jungen Dominik an, den er mit seiner sogenannten Zellular Medizin geheilt haben will. 
45.000 Euro Geldstrafe wegen unlauterer Werbung 
Die Wirksamkeit der hoch dosierten (und hochpreisigen) Präparate sei nicht nachgewiesen, betonte Abteilungsleiter Christian Steffen vom Bundesinstitut für Arzneimittel am Dienstag. "Produkte, die mit Krankheiten beworben werden, sind nach unserer Auffassung Arzneimittel", so Steffen zu NDR Online. Rath verstoße mit dem Verkauf gegen das Arzneimittelgesetz. Wegen unlauterer Werbung sei er bereits zu 45.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Vitamintherapie werde gefährlich, wenn "eine Erfolg versprechende Behandlung unterbleibt, weil den Patienten Medikamente ohne Nebenwirkungen angeboten werden". Da Raths Firma in den Niederlanden sitze, gebe es aber kaum eine rechtliche Handhabe gegen ihn. 
Seminare für Vitamingläubige 
Rath handelt nicht nur mit Medikamenten, sondern auch mit Vorträgen, Seminaren und Büchern. Weil er sich als "Luther der Medizin" sieht, hat er in Wittenberg eine Gesundheits- und Tagungsakademie eröffnet, in der er "Berater für Zellular Medizin" ausbildet - gegen Gebühr versteht sich. "Die Organisationen des Dr. Rath erfüllen alle Kriterien einer Psychogruppe", warnt Ursula Caberta von der Arbeitsgruppe Scientology zu NDR Online. "Da gibt es ganz klassisch einen Führer beziehungsweise Guru, der die Wahrheit gepachtet hat. Was er sagt, ist bindend. Wer Rath kritisiert, wird angezeigt." 
Strafanzeige als Werbemaßnahme 
So erging es Professor Dr. Heribert Jürgen, Dekan der Uni-Klink Münster: Hier war der krebskranke Dominik behandelt worden, bevor seine Eltern die schulmedizinische Behandlung gegen den Rat der behandelnden Ärzte abbrachen. Rath hat den Arzt wegen versuchten Totschlags und Körperverletzung angezeigt und dies auf Flugblättern tausendfach in Briefkästen verbreitet. Die Staatsanwaltschaft Münster fand jedoch keinerlei Anhaltspunkte für eine Strafhandlung des Münsteraner Professors. Der hat jetzt den Spieß umgedreht und Rath angezeigt - wegen falscher Verdächtigung und qualifizierter Verleumdung. 
 

 
 
 
 
 
 

Prozesse
 

Unlautere Werbung für Wirksamkeit gegen Krebs verboten

Der Verein für Konsumenteninformation VKI in Wien berichtet unter
http://www.verbraucherrecht.at/development/typo/test/index.php?id=49&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=1296&cHash=cb0e87d174
über ein (noch nicht rechtskräftiges) Urteil vom 2.2.2006 des Handelsgerichts Wien Aktenzeichen 19 Cg 36/04x
Verein für Konsumenteninformation gegen Dr. Rath Health Programs BV mit Sitz in den Niederlanden
http://www.verbraucherrecht.at/development/typo/test/uploads/media/HG_Wien_2.2.06_19_Cg36_04x.pdf  (PDF-Datei, 4,5 MB)
Der Rath-Firma wurde verboten:

"in ihrer Werbung ... den unrichtigen Eindruck zu erwecken, die von ihr vertriebenen Präparate, etwa "Dr. Raths Zellular-Medizin-formulars" könnten schwerste Erkrankungen wie insbesondere Krebs heilen und/oder ihnen vorbeugen, wenn diese Behauptungen wissenschaftlich nicht erwiesen sind und darauf nicht in eindeutiger und unmissverständlicher Weise hingewiesen wird.
Zur angeblich krebsheilenden Wirkung der Produkte schreibt der VKI in seinem Bericht über den Prozess, diese sei wissenschaftlich nicht bewiesen und auch im Prozess "wurde der Beweis nicht angetreten". Die Rath-Firma hat es also garnicht erst versucht, den wissenschaftlichen Beweis anzutreten.
 
 
 
 

Das "Hamburger Verfahren"

In der Website http://www4ger.dr-rath-foundation.org/DIE_FOUNDATION/dr_rath_prozess_hamburg.htm wird berichtet, dass ein Verfahren vor dem Amtsgericht Hamburg am 21.9.2006 gem. § 153 a Strafprozessordung eingestellt wurde, nachdem Rath sich mit der Zahlung von 33.000 Euro an eine gemeinnützge Einrichtung einverstanden erklärt hatte.

Auszug aus § 153 a Strafprozessordnung StPO:
(1) Mit Zustimmung des für die Eröffnung des Hauptverfahrens zuständigen Gerichts und des Beschuldigten kann die Staatsanwaltschaft bei einem Vergehen vorläufig von der Erhebung der öffentlichen Klage absehen und zugleich dem Beschuldigten Auflagen und Weisungen erteilen, wenn diese geeignet sind, das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung zu beseitigen, und die Schwere der Schuld nicht entgegensteht.
Hamburger Abendblatt 10.10.2006: "Mit einem blauen Auge ist der Doktor nun strafrechtlich davongekommen. Da Rath gegen einen früher verhängten Strafbefehl von 75.000 Euro Geldstrafe Einspruch eingelegt hatte, war es zum Prozess gekommen." 

Die WELT vom 21.9.2006 berichtete unter dem Titel "Vitamin-Arzt Rath vor Gericht": "Er teilte mit, dass er mit den von ihm vertriebenen Präparaten einen Jahresumsatz von 60 Millionen Euro macht. Er selbst beziehe aber nur ein Gehalt von netto 6.700 Euro."

Die WELT vom 10.10.2006 fasste zusammen: "Dem umstrittenen Arzt war von der Hamburger Staatsanwaltschaft vorgeworfen worden, über seine Firma in den Niederlanden ohne arzneimittelrechtliche Zulassung Vitaminprodukte zur direkten Online-Bestellung angeboten zu haben. Auch habe er diesen Mitteln therapeutische Wirkungen zugeschrieben, die sie gar nicht hätten. Ein weiterer Vorwurf betraf eine Internet-Seite mit einem Link zu der Seite "Informationen über natürliche Krebstherapie". Rath, meinte die Anklagevertreterin, habe wider besseres Wissen vorgegaukelt, dass diese Produkte akute Krebserkrankungen heilen könnten. Rath hatte dazu mit einer schriftlich vorbereiteten Erklärung Stellung genommen.
 

"Einlassung von Dr. Matthias Rath im Rahmen der Gerichtsverhandlung am 21. September 2006 beim Amtsgericht in Hamburg" unter http://www4ger.dr-rath-foundation.org/DIE_FOUNDATION/dr_rath_einlassung_hamburg.htm
 
 
 

Rath verurteilt: Warnung vor Schulmedizin und Werbung mit Krebsheilung und Krankengeschichten verboten
 
Die Präsidentin des Kammergerichts 
- Pressestelle - 

Pressemitteilung 2/2005 
Berlin, den 13. Januar 2005 

Kammergericht: Urteil zur Werbung mit Vitaminprodukten (auch) zur Heilung akuter Krebserkrankungen 

Das Kammergericht untersagte dem Mediziner Dr. med. R. eine Werbung für Vortragsveranstaltungen über seine besonderen Naturheilverfahren mit solchen Anzeigen wie im Februar 2004 in einer Berliner Programmzeitschrift. Im Berufungsurteil wurde er verurteilt, bei Vermeidung eines Ordnungsgeldes von bis zu 250.000,00 € diese Werbung mit Angaben, wonach die von ihm gehandelten Produkte, Vitamine und Mineralien auch Krankheiten wie Krebs erfolgreich bekämpfen können, und mit Krankheitsgeschichten zu unterlassen. 

Dr. R. forderte in der Anzeige u.a. auf, sich bei einer Krebserkrankung von der schulmedizinischen Behandlung abzuwenden und zur alleinigen Behandlung auf Naturpräparate des Dr. R. zu vertrauen. Die Krankheitsgeschichte betraf hier den krebskranken Jungen Dominik, der später verstarb. Der 5. Zivilsenat des Kammergerichts stellte fest, dass diese Werbung des Dr. R. unlauter sei im Sinne des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb und ein Verstoß gegen das Heilmittelwerbegesetz. Das Heilmittelwerbegesetz schränkt die Möglichkeit der allgemeinen Werbung außerhalb von Fachkreisen ein. Damit soll verhindert werden, dass jemand glaubt, er könne ein auch bei ihm vorliegendes Leiden durch die Einnahme des beworbenen Präparates heilen, und daher von einem Arztbesuch absehen, den er ohne die Werbung gemacht hätte und der noch zum rechtzeitigen Erkennen ernster Leiden geführt hätte. 

Die Richter führten aus, dass Dr. R. sich nicht auf den Schutz des Grundgesetzes berufen könne, weil der Schutz der Krebspatienten, die aufgrund der Werbung schulmedizinisch gebotene Heilbehandlungen eigenmächtig abbrechen und auf Dr. R.- Produkte vertrauen, im Vordergrund stehe. 

Auch sein gesundheitspolitisches Anliegen überzeugte die Richter nicht. Dr. R. habe sich selbst nicht ernsthaft darum bemüht, seine Produkte als Arzneimittel im Sinn des Arzneimittelgesetzes zuzulassen bzw. deren Wirksamkeit durch klinische  Studien zu belegen. 

1. Instanz: Landgericht Berlin –102 O 59/04 – vom 20. Februar 2004; 
2. Instanz: Kammergericht - 5 U 55/04 - vom 30. November 2004; 

Ilona Wiese, Pressesprecherin

 
 

Verurteilung wegen irreführender Werbung für Lebensmittel

Das Gericht hat festgestellt, dass Rath sich wegen irreführender Werbung strafbar gemacht hat.
Rath hat "Lebensmitteln heilende Wirkungen beigelegt, die wissenschaftlich nicht ausreichend gesichert" sind.
 

Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten (Aktenzeichen 333 Cs 45/02) hat Rath am 16.10.2003 zu einer

Geldstrafe von 45.000 Euro
verurteilt:
"Der Angeklagte [Dr. Matthias Willfried Rath] wird wegen eines vorsätzlichen Verstosses gegen das Verbot irreführender Werbung gem. § 17 Abs. 1 Ziff. 5 LMBG zu einer Geldstrafe von 90 (neunzig) Tagessätzen zu je 500 (fünfhundert) Euro verurteilt."
"LMBG" oder auch nur "LMG" ist das Gesetz über den Verkehr mit Lebensmitteln, Tabakerzeugnissen, kosmetischen Mitteln und sonstigen Bedarfsgegenständen, kurz Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz.
Nach § 17 ist irreführende Werbung verboten.
Insbesondere ist es verboten, Lebensmitteln der Anschein eines Arzneimittels zu geben.
Das ist eine bei so genannten Nahrungsergänzungsmitteln sehr beliebte Werbemethode.
Vermutlich wurde mit dem Begriff "Nahrungsergänzungsmittel" absichtlich eine Grauzone zwischen Lebensmitteln und Arneimitteln geschaffen. Zu deren Abgrenzung nennt Rechtsanwalt Christoph Glökler in http://www.gesundheitsrecht.de/arzneimittel2.html die Kurzformel: "Ein Präparat kann nicht gleichzeitig Arznei- und Lebensmittel sein". Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel, sehen aber oft aus wie Arzneimittel.
 
  
§ 17 Abs. 1 Ziff. 5 LMBG lautet: 
LMBG § 17 Verbote zum Schutz vor Täuschung 
(1) Es ist verboten, 
5. Lebensmittel unter irreführender Bezeichnung, Angabe oder Aufmachung gewerbsmäßig in den Verkehr zu bringen oder für Lebensmittel allgemein oder im Einzelfall mit irreführenden Darstellungen oder sonstigen Aussagen zu werben. Eine Irreführung liegt insbesondere dann vor, 
a) wenn Lebensmitteln Wirkungen beigelegt werden, die ihnen nach den Erkenntnissen der Wissenschaft nicht zukommen oder die wissenschaftlich nicht hinreichend gesichert sind, 
b) wenn zur Täuschung geeignete Bezeichnungen, Angaben, Aufmachungen, Darstellungen oder sonstige Aussagen über die Herkunft der Lebensmittel, ihre Menge, ihr Gewicht, über den Zeitpunkt der Herstellung oder Abpackung, über ihre Haltbarkeit oder über sonstige Umstände, die für ihre Bewertung mitbestimmend sind, verwendet werden, 
c) wenn Lebensmitteln der Anschein eines Arzneimittels gegeben wird.
Das Gesetz ist zu finden unter http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/GESAMT_index.html
  
Das Gericht hat festgestellt, dass Rath sich wegen irreführender Werbung strafbar gemacht hat.
Rath hat "Lebensmitteln heilende Wirkungen beigelegt, die wissenschaftlich nicht ausreichend gesichert, nämlich mindestens fachlich umstritten sind" und damit den Lebensmitteln  den "Anschein eines Arzneimittels gegeben" (>>).
  
Aus dem Urteil Amtsgericht Berlin-Tiergarten 333 Cs 45/02 vom 16.10.2003 


Bei den fraglichen Produkten/Zubereitungen handelt es sich umsogenannte Nahrungsergänzungmittel, also Stoffe, die dazu bestimmt sind, ein Lebensmittel mit bestimmten Nährstoffen, insbesondere auch Vitaminen anzureichern ... . 
Aus dem Umstand, dass es sich um hochdosierte Präparate handelt, die in auch für Arzneimittel nicht unüblicher Form dargeboten werden, ergibt sich ebenso wenig etwas anderes, als aus den bewerbenden Aussagen der oben dargestellten Internetauftritte. 

Andere als Zwecke der Nahrungsergänzung, wie die hier in Frage kommenden Aussagen über Heilung, Linderung oder Verhütung von Krankheiten (§ 2 Abs. 1 Ziff. 1 AMG) so etwa „Zellular Medizin Formula", oder „in klinischen Studien mit der Basisformel von Vitacor Plus konnte die Zunahme der Arterienverkalkung gestoppt und auf natürliche Weise wieder umgekehrt werden ..." machen die fraglichen Produkte nicht zu Arzneimitteln. Entscheidend kommt es vielmehr auf die objektive, überwiegende Zweckbestimmung an, die ein Mittel nach allgemeiner Verkehrsauffassung hat (vgl. BGH in NStZ 2001, Seite 488 f.). Dem durchschnittlich informierten, aufmerksamen und verständigen Durchschnittsverbraucher stellt sich die überwiegende Zweckbestimmung von Vitaminpräparaten - anknüpfend an schon bestehende Aurfassungen - weiterhin als Nahrungsbestandteil dar, welches zwar auch in normalen Lebensmitteln enthalten sein kann, aber möglicherweise nicht in ausreichendem Maße vorhanden ist (vgl. Zipfel a. a. 0., Rn. 16 zu § 1 LMBG). Wenn - wie hier - auch der Angeklagte auf möglichen Mangel an Vitaminen in normalen Lebensmitteln und auf die seines Erachtens notwendige Ergänzung dieser Nahrung hinweist, kann daraus für die Verkehrsanschauung jedenfalls keine erforderliche überwiegende Zweckbestimmung als Arzneimittel beschlossen werden. 

Mit seinen oben dargestellten Internetauftritten hat der Angeklagte für Lebensmittel, seine Vitaminprodukte, mit irreführenden Aussagen im Sinne von § 17 Abs. 1 Ziff. 5 LMBG geworben. Er hat sich über das einer Vielzahl von Personen zugängliche Internet werbend mit der Empfehlung zum Erwerb an den Verbraucher gewandt. Die den Produkten dabei zugesprochenen Wirkungen wie zum Beispiel „... die Zunahme der Arterienverkalkung konnte gestoppt und wieder umgekehrt werden" für „Vitacor Plus", „Diese Zellfaktoren-Formel trägt zur optimalen Knochendichte und zur Vorbeugung von Osteoporose bei" für „Femiforte" oder „Verbesserung des Zustandes der Arterienwände, Normalisierung von erhöhtem Blutdruck" für „Relacor" und „gegen diabetische Gefäßerkrankungen, Senkung der Blutdruckwerte" bei „Diacor", „bei Arteriosklerose, bei Durchblutungsstörungen, enthält Zellfaktoren - wissenschaftlich nachgewiesen -, die Blutgefäße stabilisieren und den natürlichen Heilungsprozess fördern" für „Arterieforte" erfüllen die Regelbeispiele sowohl aus § 17 Abs. 1 Ziff. 5a und 6 LMBG. In den getroffenen Aussagen werden Lebensmitteln heilende Wirkungen beigelegt, die wissenschaftlich nicht ausreichend gesichert, nämlich mindestens fachlich umstritten sind (vgl, Zipfel a. a. O-, Rn. 187 zu § 17 LMBG) und den Lebensmitteln - wie die Schwierigkeit der Abgrenzung zum Amzeimittel auch wegen der beschriebenen Präsentation der Produkte des Angeklagten deutlich macht - der Anschein eines Arzneimittels gegeben wird. 

Den Beweisantrag der Verteidigung aus der Hauptverhandlung vom 16. Oktober 2003 (Anlage 3 zum Protokoll vom 16. Oktober 2003) war bei der gegebenen Sachlage nach pflichtgemäßem Ermessen (§ 411 Abs. 2 Satz 2 StPO in Verbindung mit-§ 420 Abs. 3 StPO) nicht nachzugehen. Auf die in das Wissen der benannten Sachverständigen gestellten Behauptungen kommt es nicht an. Dass die in den Produktbeschreibungen betroffenen Aussagen mindestens umstritten sind -ihre Richtigkeit unterstellt -, ist jedenfalls offenkundig und das genügt. 

Der Angeklagte hat nach allem die irreführenden Werbeaussagen bewusst und gewollt veranlasst und sich deshalb vorsätzlich handelnd gemäß § 52 Abs. 1 Ziff. 10 LMBG strafbar gemacht. 
Der Strafbarkeit des Angeklagten steht auch nicht entgegen, dass dieser in den Niederlanden gehandelt und die Werbeaussagen bei einem ausländischen (niederländischen) Server ins Netz gestellt hat (§ 3 StGB). Die zu beurteilende Tat des Angeklagten ist (auch) im Intand begangen worden. Zwar handelt es sich bei dem Vergehen der irreführenden Werbung im Sinne des § 17 Abs. 1 Ziff. 5 LMBH um ein so genanntes abstraktes Gefährdungsdelikt, die konkret eingetretene Gefahr der Irreführung des Verbrauchers ist Teil des Tatbestandes, Jedoch soll das Merkmal „zum Tatbestand gehörender Erfolg" aus § 9 Abs. 1 StGB lediglich klarstellen, dass der Eintritt des Erfolges in enger Beziehung zum Straftatbestand zu sehen ist (vgl. BGH in NStZ 2001, Seite 305 f.). Das Delikt der verbotenen irreführenden Werbung für Lebensrnittel steht in einer solchen engen (konkreten) Beziehung zur unerwünschten Täuschung des Verbrauchers. 
Bei der aus dem Rahmen des § 52 Abs. 1 LMBG (Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe) zu bestimmenden Strafe konnte das Gericht zunächst zugunsten des Angeklagten berücksichtigen, dass dieser bisher straffrei durchs Leben gegangen ist. Aus dem Umstand, dass der Angeklagte unter dem Eindruck des gegen ihn anhängigen Strafverfahrens seine Werbeaussagen nunmehr bereinigt hat, darf auch geschlossen werden, dass nicht aus rechtsfeindlicher Gesinnung heraus gehandelt worden ist. Auch unter Berücksichtigung des erheblichen Werbeaufwandes, den der Angeklagte mit seinen für eine Vielzahl potentieller Verbraucher erreichbaren Internetauftritten betrieben hat, war auf Geldstrafe zu erkennen, die nach Abwägung aller für und gegen den Angeklagten sprechenden Umstände mit 90 Tagessätzen den Strafzweck erfüllt. 
Die Höhe der einzelnen Tagessätze entspricht dabei mit 500,00 Euro den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Angeklagten.

  
Ob das Urteil rechtskräftig ist, ist derzeit (8.7.2004) unklar.
Ob es also bei der Bestrafung bleibt, ist vorerst offen.
 
 
 

Urteil wegen unlauterer Werbung

Das Landgericht Berlin 102 O 20/01 hat Dr. Rath persönlich verurteilt, es zu unterlassen, mit den Angaben "Der renommierte Arzt ..." und "Der renommierte Wissenschaftler ..." zu werben.
Es handele sich um Handeln im geschäftlichen Verkehr zu Zwecken des Wettbewerbs in Form einer Aufmerksamkeitswerbung, und nicht etwa um politische Äusserungen. Denn "die Produkte der Mathias Rath B.V. (seien) untrennbar mit dem Beklagrten verbunden".
Das nicht rechtskräftige Urteil als Volltext unter:

Es handelte sich um eines der Riesen-Plakate, wie oben abgebildet.
 
 

Rath wird verboten, Medizin-Professor als "Handlanger der Pharmakartells" zu bezeichnen
 
 
Aus: "Zentrum für Wissenschaft und kritisches Denken" der "Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V." (GWUP) 
http://gwup.org/aktuell/news.php?aktion=detail&id=186 

Vitamin-Papst verliert vor Gericht 

Matthias Rath darf Münsteraner Professor nicht mehr verunglimpfen 
Alternativmediziner darf Kritiker nicht mehr als "Handlanger des Pharmakartells" beschimpfen. 

29.03.2004 - Der umstrittene Mediziner Matthias Rath ist wieder in den Schlagzeilen. Der Arzt und seine "Dr. Rath Gesundheitsstiftung" empfehlen hochdosierte Vitaminpräparate zur Behandlung einer Vielzahl von Krankheiten. Die Präparate, die er selbst vertreibt, sollten beispielsweise im letzten Jahr gegen die Lungenkrankheit SARS helfen. Ferner unterstellt er der Weltgesundheitsorganisation WHO, absichtlich Informationen über sinnvolle Alternativtherapien zu unterdrücken und damit die Geschäfte der Pharmaindustrie zu schützen. Seine Behandlungsmethoden werden von vielen Medizinern jedoch heftig kritisiert. Rath reagiert auf eigenwillige Weise. So hatte er den Münsteraner Professor Heribert Jürgens, Dekan der Fakultät und Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderhämatologie und Krebsheilkunde, als "Handlanger des Pharmakartells" bezeichnet, weil dieser sich kritisch zu Raths Methoden geäußert hatte. Werbung für Vortragsreisen hatte Rath wie Steckbriefe gestalten lassen, auf denen er Jürgens angegriffen hatte. Gleichzeitig hatte er lt. "Ärzteblatt" vom 13.02.2004 Strafanzeige gegen den Professor erstattet, wegen versuchten Totschlags und Körperverletzung. Jürgens hatte u. a. davor gewarnt, einem krebskranken Jungen die konventionellen Behandlungsmethoden zu verweigern und ihn durch eine von Rath propagierte "Zellular-Therapie" zu behandeln. Um das Leben des Jungen nicht zu gefährden, ließ er den Eltern das Sorgerecht entziehen. Ferner zeigte er Rath an - wegen Verdachts der falschen Verdächtigung und der qualifizierenden Verleumdung. 

Das Landgericht Münster bestätigte nun eine Verfügung des Amtsgerichts, wonach der streitbare Vitaminverfechter seinen Kontrahenten Prof. Jürgens nicht mehr als Handlanger der Pharmakartells bezeichnen darf. Aus gutem Grund: So kommt die "Krebsliga Schweiz" in einer Analyse vom letzten Jahr zu dem Schluss, dass keinen Beweis dafür gebe, dass die von Matthias Rath verkauften, teilweise hoch dosierten und teuren Präparate der Krebsvorbeugung dienten, geschweige eine Heilung bei Krebs bewirkten. Auch die Österreichische Krebshilfe warnt vor dessen Methoden. Deren Vorstandsmitglied Prof. Dr. Michael Micksche betont, Raths angeblich bahnbrechende Forschungsergebnisse bezögen sich lediglich auf Untersuchungen mit Krebszellen im Labor und gäben keinen gültigen Hinweis, eine Methode direkt auf den Patienten / Gesunden zu übetragen. Die Erkrankung des Jungen in den Vordergrund seiner Geschäftskampagne zu stellen, hält er für unverzeihlich. Auch der österreichische "Verein für Konsumenteninformation" warnt ausdrücklich vor den irreführenden Werbeversprechen des lt. Eigenwerbung, "weltbekannten Wissenschaftlers". 

Weder die wissenschaftliche noch die juristische Auseinandersetzung um die Mega-Vitamin-Therapie sind damit zuende: Rath war im Februar 2004 in vielen europäischen Städten auf Vortragstour. Außerdem hat er angekündigt, gegen Professor Jürgens weiter gerichtlich vorzugehen - nun in höheren Instanzen. Außerdem kündigte Rath an, "diese Anzeige auf alle Personen auszudehnen, die sich entgegen aller wissenschaftlichen und medizinischen Erkenntnisse jetzt noch an die Seite von Jürgens stellen." Und den kranken Dominik benutzt er weiterhin für seine Werbung. 

Quellen: 
Ärzteblatt Nr. 7/2004 vom 13.2.2004: http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=40545 
Die Warnung der Österrichische Krebshilfe vor Raths Produkten (bei Krebs-Kompass.de): http://www.krebs-kompass.de/Krebsnews/article/Organisationen/1075938840.html 
Die Patente des Dr. Matthias Rath (Artikel von K. Koch in der "Süddeutschen Zeitung" vom 11.2.2004): http://www.evibase.de/texte/sz/texte/die_patente_des_dr_rath.htm 
"Vitamin C gegen SARS": Ein Vorschlag der "Dr. Rath Health Foundation" http://www4ger.dr-rath-foundation.org/open_letters/nyt041303.htm 
"Make Health, not war!" Die Vitaminverschwörung des Dr. Rath (Artikel von Bernd Harder im "Skeptiker" 4/2003): http://www.gwup.org/skeptiker/archiv/2003/4/rath.html 
Multivitaminpräparate: Große Hoffnungen – keine Beweise (Artikel von F.P. Meyer im "Deutschen Ärzteblatt"): 
   http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=24201 
Informationen über die Rath'schen Produkte von der AGFP: http://www.agpf.de/Rath.htm 
 

 
 
 
 

Patente

Patente sagen nichts über die Wirksamkeit oder Funktionsfähigkeit des patentierten Produkts aus.
Klaus Koch über "Die Patente des Dr. Matthias Rath" unter http://www.evibase.de/texte/sz/texte/die_patente_des_dr_rath.htm
 
 
Süddeutsche Zeitung vom 11.02.1004 http://www.sueddeutsche.de/sz/wissenschaft/red-artikel1486/ 
 

Die Patente des Dr. Matthias Rath 
Erfinderschutz für umstrittene Vitaminpräparate beantragt 
von Klaus Koch 

Zitat: 

"Nach Recherchen der SZ sind allein in den USA bereits vier Patente auf seinen Namen erteilt, mindestens neun weitere Anträge hat er dort eingereicht. Hinzu kommen laut Europäischem Patentregister 17 Anmeldungen, in denen Rath weltweit Schutzrechte unter anderem für pharmazeutische Erfindungen beansprucht. Einige Anträge sind bereits abgelehnt; falls aber die übrigen Patente erteilt werden, könnte der von Holland aus agierende Mediziner seinen Konkurrenten im Vitamingeschäft den Verkauf ähnlicher Produkte untersagen und ein Monopol aufbauen, das dem einer Pharmafirma gleicht - samt enormer Gewinne."

 
 
 
 

Schweiz: Volksbegehren für unkontrollierten Handel mit Medikamenten
 
Tages-Anzeiger Zürich 13.02.2004 


Vitamin-Guru spannt Stöhlker ein 

Der umstrittene deutsche Arzt Matthias Rath rief dazu auf, in der Schweiz eine Vitamin- Initiative zu lancieren. Jetzt steht das Begehren - auch dank Klaus J. Stöhlker. 

Von Hugo Stamm 

Riesige Plakate, grosse Inserate und unzählige Handzettel künden es an: «Jetzt kommt Dr. Rath». Und wie er kommt! Als Robin Hood der Krebspatienten, der den Kampf mit dem übermächtigen Pharmakartell aufnimmt - heute Abend im Zürcher Kongresshaus. 

Die vielen Schweizer Fans und Verbündeten befolgten seinen früheren Rat, gründeten den Verein Pro Gesundheit Schweiz und lancierten die Vitamin-Initiative. Ins Boot holten sie den Zürcher PR-Berater Klaus J. Stöhlker. Das Volksbegehren verlangt, dass Nahrungsergänzungen, etwa Raths teure Vitamin-Präparate, frei hergestellt, eingeführt und verkauft werden können. Vereinspräsident Frank Thrier erklärte, dass im Initiativkomitee hochrangige Vertreter aus FDP, SVP, CVP und SP Einsitz nähmen. Namen wollte er keine nennen, da die Namenliste noch nicht bereinigt sei. 

Konsumentenschützerin und SP-Ständerätin Simonetta Sommaruga winkte jedenfalls entschieden ab. Stöhlker wollte sie ins Komitee holen. Die Initiative sei im Widerspruch zur Lebensmittel- und Heilmittelgesetzgebung, antwortete Sommaruga. Es gehe offensichtlich darum, die aufwändige Prüfung der Heilmittel zu umgehen. «Kriterien wie Sicherheit, Bioverfügbarkeit und Reinheit werden damit ausser Acht gelassen», schrieb Sommaruga in ihrer Absage an Stöhlker. 

«Persönliches Interesse» Stöhlkers 

Der PR-Berater betont, er habe das Mandat vom Verein und nicht von Rath bekommen. Auch Präsident Thrier erklärt, Rath sei nur ein Partner auf der internationalen Ebene. Beide wollen sich aber nicht vom umstrittenen deutschen Arzt distanzieren. Auf die Frage, woher der Verein das Geld habe, um Stöhlkers Tageshonorare von 5000 Franken zu zahlen, sagt Thrier: «Stöhlker hat auch ein persönliches Interesse, uns zu unterstützen.» Zur Auseinandersetzung um Rath sagte Stöhlker vieldeutig: «Die Meinungen gehen weit auseinander.» Eindeutig ist aber, dass die Unterlagen für die Initiative demnächst zur Prüfung nach Bern geschickt werden und die Unterschriftensammlung spätestens im Mai starten soll. 

Keine Zurückhaltung wird sich Rath beim heutigen Auftritt in Zürich auferlegen. Er wird in einer showartigen Präsentation erklären, dass seine Vitaminpräparate Krebs, Aids, Herzinfarkte, Schlaganfälle, Osteoporose und viele andere Krankheiten heilen können. Und dass «die Pharmaindustrie mehr Tote produziert als alle Kriege zusammen». 

Der 58-jährige Rath kennt keine leisen Töne. Sein wirksamster Werbeträger ist der achtjährige Dominik. Inserate und Plakate zeigen den jungen Krebspatienten in Siegerpose. Die Krankengeschichte des Knaben geht ans Herz. Dominik erkrankte im September 2002 an Knochenkrebs. Zuerst wurde er in Münster therapiert. Als die Amputation des rechten Beins zur Diskussion stand, suchten die Eltern einen Ausweg. Ein Chirurg in München operierte den Tumor heraus und ersetzte den fehlenden Knochen mit einer Prothese. 

Metastasen in der Lunge 

Dann kam die nächste Hiobsbotschaft. In der Lunge hatten sich Ableger gebildet. Professor Heribert Jürgens setzte die Chemotherapie in Münster fort und wollte die Metastasen operativ entfernen. Inzwischen hatten die Eltern bei Matthias Rath Hilfe gesucht. Ihr Entscheid: Abbruch der Chemotherapie. Der kleine Krebspatient wird seither mit Raths Vitaminen «behandelt». Der Arzt lässt sich als Lebensretter von Dominik feiern. 

Für die Ärzte ist der Abbruch der Behandlung gefährlicher Leichtsinn. Sie beantragten vor Gericht, den Eltern sei das Gesundheitssorgerecht für Dominik zu entziehen. Ein Gutachter wies anhand von Langzeitstudien nach, dass bei einer chemotherapeutischen Behandlung die Heilungschancen bei 30 bis 40 Prozent liegen. Ohne Behandlung sterbe Dominik innerhalb von vier bis fünf Jahren zu 99 Prozent. Die Richterin entzog den Eltern das begrenzte Sorgerecht. 

Es begann ein Kesseltreiben gegen Jürgens. Rath reichte Strafanzeige wegen versuchten Totschlages gegen den Arzt ein und pflasterte Münster mit Plakaten und Flugblättern zu, in denen Jürgens angegriffen wird. An Präsentationen führt Rath Dominik auf der Bühne vor. Der Staatsanwalt wies Raths Strafanzeige am 6. Januar ab. Wann und wie die Therapie von Dominik fortgesetzt werden kann, ist angesichts des aufgeheizten Klimas unsicher. Auszug aus einem Drohbrief an Jürgens: «Solchen Ärzten müssten ohne Betäubung sämtliche Eingeweide entfernt werden.» 

Die Lungenbilder des kleinen Dominik dienen nun Rath als Beweis für die heilende Kraft seiner Präparate. Übergross prangen sie auf Plakatwänden. Darauf sind keine Metastasen mehr zu sehen. Fachliche Unkenntnis oder Betrug, sagt Jürgens. Rath zeige nicht den richtigen Lungenausschnitt. Es seien durchaus noch Tumore vorhanden, wenn auch kleine. Doch Rath schreibt: «Dominik ist geheilt.» 

Inzwischen hat sich auch das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel eingeschaltet und bezeichnete am Dienstag das Vorgehen Raths als Scharlatanerie. Und die Berliner Universitätsklinik Charité erklärte, mit Vitaminen lasse sich kein Krebs heilen. Hingegen zeigten Studien, dass sich 75 Prozent aller krebskranken Kinder mit Hilfe der Medizin heilen liessen. 

George W. Bush eingeklagt 

Solche Urteile fechten Rath nicht an. Mit seinen Kampagnen und Verschwörungstheorien schafft er es, eine riesige Fangemeinde und Kundschaft hinter sich zu scharen. Er spielt sich als Held im Kampf gegen böse Mächte aller Art auf. So hat er kürzlich eine Klage wegen Völkermords und anderer Verbrechen gegen die Menschlichkeit beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag eingereicht. Neben den Präsidenten der grossen Pharmamultis sind auch hochrangige Politiker wie George W. Bush angeklagt. 

Rath selbst scheut sich nicht, seine Kunden tüchtig zu rupfen, sind doch die Präparate überteuert. Sein Jahresumsatz wird auf 100 bis 200 Millionen Franken geschätzt, der Gewinn auf 25 Prozent. Berater vertreiben die Präparate, die bereits von Zehntausenden geschluckt werden. Der Trick: Nicht nur Patienten müssen sie einnehmen, sondern auch Gesunde - zur Vorsorge gegen schwere Krankheiten.

 
 

Links
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GWUP-Links (>>)

Öko-Test über Rath und seine Partei
http://oekotest.de/cgi/nm/nm.cgi?doc=akt-140905-rath

"Aggressives Marketing Werbung per Steckbrief - Wie Dr. Matthias Rath seine fragwürdigen Vitaminpräparate als Heilmittel gegen Krebserkrankungen anpreist" von Klaus Koch Deutsches Ärzteblatt, Jg. 101, Heft 7, 13. Februar 2004, Rubrik Medizinreport
http://www.aerzteblatt.de/pdf/101/7/a398.pdf

"Heilpraktiker in der Krebstherapie: Einige (selbst-)kritische Gedanken zur Rolle der Naturheilkunde in der Onkologie"
von Manfred D. Kuno, Heilpraktiker, Berlin
http://www.krebs-kompass.de/heilpraktiker_krebstherapie.html

Freitag, 13.02.2004, 21:15 - 22:00 Uhr, NDR, "Aktuelle Schaubude": "Mogelpackung - Wunderdoktor Rath will mit Vitaminen Krebs heilen"
http://www.ndr.de/tv/schaubude/archiv/20040213_wunderdoktor.html

Ärztliche Praxis Online, 13.02.2004:
"Warnung vor Krebs-Therapie mit Vitaminen. Experten: Wirkung der Präparate ist in keiner Weise belegt"
http://www.aerztlichepraxis.de/db/shownews/1076676540/9/1/news.html

Berliner Morgenpost, 13.02.2004
"Ein-Mann-Show des Krebsheilers. Charité-Mediziner kritisiert Raths Vortrag zur Vitamintherapie" von Rémy Kappeler
http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/berlin/story659258.html

TAZ 10.2.2004: Die seltsamen Geschäfte des Dr. Rath
http://www.taz.de/pt/2004/02/10/a0048.nf/text.ges,1
 

Österreichische Krebshilfe warnt vor Dr. Rath" (05.02.2004) Krebs-Kompass 22.02.2004
 

Arbeitskammer Wien warnt vor Vitamin-Cocktails" (06.02.2004) Krebs-Kompass 22.02.2004

Rath in Südafrika (englisch)
 
 
 

Leserbriefe zu dieser Seite
 
Datum: Wed, 10 Nov 2004 10:57:38 +0100 (MET) 
Von: nico1509@gmx.de 
An: ingo.heinemann@t-online.de 


Hallo Herr Heinemenn! 
Sind sie Arzt? Haben Sie Mediezin Studiert? 
Wissen Sie wieviel Menschen geholfen wurde mit den Vitaminen? Eine menge, und was glauben Sie was los ist mit denen die das nie wieder nehmen dürfen, die weden alle wieder an den selben schmerzen leiden. 
Sie selber solten sich mal icn den Büchern von DR. Rath durchlesen. 
Sie wollen mir dochzählen das sie immer 100% zufrieden waren, wenn sie beim Arzt gewesen sind! Ich selber weiss iwe das ist wenn man einen Menschen verliert der an Krebs erkrankt war, jemanden so leiden zu sehen ist für manche mit sicherheit was schönes, aber es gibt noch menschen die das nicht ertragen können.Wenn man in einer Klinik für blöde verkauft wird und dem Kranken geht es schlechter, oder die Schwestern habe vergessen dem Patienten die wichtigen Mittel zu geben dammit bei einer Lungenbestrahlung nicht die Speiseröhre verband wird, das alles sind Menschenunwürdig.Alle reden immer davon was Dr. Rath im Jahr verdient, aber was die Phrama im Jahr hat und wofür die das rauswefen das wird nicht gesagt, wieso auch das ist ja die Macht und der Dr. Rath ein kleiner den man mal schnell an die Wäsche kann.Ich wünsche keinem was schlechtes,aber ich hoffe das alle die, die am meisen darüber geschimpft haben, das die irgendwann auf DIESE Vitamine zurück greifen müssen.
 



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