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AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit 
Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung e.V. 
Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/Psychomarkt.htm  Zuletzt bearbeitet am 25.2.2013 
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Psychomarkt - was ist das?
 
 

 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
Checkliste Psychokurse bei     Fundgrube:   
 
 
 
Psychomarkt-Definition  
aus Wikipedia in http://de.wikipedia.org/wiki/Psychomarkt (Stand 18.11.2007)  
"Die Bezeichnung Psychomarkt steht für die Vielfalt der Anbieter und Angebote psychologischer Dienstleistungen (z. B. Psychologische Diagnostik, Beratung, Lebenshilfe, Persönlichkeitsentwicklung, Therapie, andere Personaldienstleistungen u.v.m.), wobei der negative Beigeschmack des Begriffes aufgrund der großen Anzahl konkurrierender Angebote und deren unterschiedlicher, schwer zu überprüfender sowie oft fragwürdigen Qualität bewusst in Kauf genommen wird. Durch den Begriff Markt soll verdeutlicht werden, dass es sich dabei um einen stark kommerziellen Bereich handelt - der Umsatz pro Jahr wird in Deutschland je nach Definition zwischen 5 und 10 Milliarden Euro geschätzt."
Die AGPF ist nicht der Auffassung, dass der Begriff einen negativen Beigeschmack hat.  
Viele Anbieter wollen einfach deshalb nicht als Psychomarkt-Anbieter eingeordnet werden, weil sie für ihr Angebot eine Alleinstellung beanspruchen. Diese Anbieter behaupten, dass ihr Angebot mit anderen nicht vergleichbar sei und deshalb auch nicht unter einen Oberbegriff Psychomarkt gehöre.  
Damit soll offenbar der Vergleich mit anderen Angeboten und deren Bedingungen verhindert werden.
 
 
 

Verkauft wird Gesundheits- und Glücksbefinden

Auf dem Psychomarkt werden Methoden der Beeinflussung verkauft, die angeblich Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit bewirken.
Kritisch wird es besonders dann, wenn Psychomarkt-Anbieter oder Beeinflussungsunternehmen ihre Kunden über das Angebot täuschen.
 

  
Beeinflussung: Meist werden "Programme", "Lehren", "Methoden" oder Mittel mit zusätzlichen Phantasiebezeichungen angeboten. Der Bayerische Entwurf zum Lebensbewältigungshilfegesetz definiert:  
"Lebensbewältigungshilfe ... ist Dienstleistung ... mit dem ... Ziel der Feststellung oder Verbesserung der seelischen Befindlichkeit oder der geistig-seelischen Fähigkeiten oder des Verhaltens.  
Persönlichkeitsentwicklung ist eine Dienstleistung, deren ausschließliches oder überwiegendes Ziel die Feststellung oder Verbesserung der Persönlichkeitseigenschaften, insbesondere des Sozialverhaltens einer Person ist."
Wirkung: Versprochen werden oft geradezu phantastische Wirkungen. Diese werden mit höchst phantasievollen  und oft nichtssagenden Begriffen umschrieben. Etwa Wellness, was nicht anderes als Wohlbefinden bedeutet.
  
Hinzu kommt ein umfangreiches Warensortiment, zum dem auch Heilmittel und Lebensmittel gehören. Diese beinhalten ein beträchtliches Gefahrenpotential für den Verbraucher, insbesondere in der Kombination mit den Dienstleistungen.
  
Waren: Die Bezeichnungen suggerieren meist Wirksamkeit und Freiheit von Nebenwirkungen, oft erst in Kombination von Begriffen. Beispiel: "Nahrungsergänzungsmittel".
  
 Risiken und Nebenwirkungen werden meist verschwiegen.
  
Risiken und Nebenwirkungen: Die Methoden haben meist auch Risiken und Nebenwirkungen. Allerdings gibt es keinen Beipackzettel, der darüber informiert.
  
Geworben wird mit mit emotional besetzten und psychisch wirksamen Begriffen.
  
Werbung: Vielfach sind diese als Markenzeichen geschützt und der Eindruck erweckt, als sei damit ein Wirksamkeitbeweis verbunden.
  
 
 

Auf dem Psychomarkt werden vielfach Symptome psychischer Krankheiten als erstrebenswerte Zustände verkauft und kostenpflichtige Unterweisungen angeboten, mit denen man diese Zustände herbeiführen kann. Die Folge ist nicht selten eine plötzliche, drastische Persönlichkeitsveränderung. Diese wird naturgemäss am ehesten durch Angehörige und Freunde bemerkt, die dann Gehirnwäsche oder Konditionierung vermuten. Dazu: http://www.AGPF.de/Gehirnwaesche.htm

Viele dieser Anbieter empfehlen oder verordnen die rigorose Trennung von Angehörigen oder Partnern als therapeutische oder ideologische Notwendigkeit. Damit werden dann zugleich die Brücken zu früheren Bezugspersonen abgebrochen, die krankhafte Veränderungen am ehesten bemerken könnten.
 

Die Werbung für den Psychomarkt erfolgte zuächst abseits der bekannten Kanäle.
So konnte der Psychomarkt fast unbemerkt wachsen.
Die wachsende Zahl der Anbieter erfordert jedoch neue Kundenkreise.
Inzwischen findet sich Werbung deshalb auch in den üblichen Medien.

Zum Psychomarkt gehören rund 600 Sekten und weit mehr als 1 Million Anhänger.
Aber auch einige tausend sonstige Anbieter.
Hinzu kommen 100.000 esoterische Heiler mit vermutlich 10 Millionen Kunden.
Der Umsatz dieses Marktes dürfte um 20 Milliarden Mark liegen, vgl.

Die AGPF ist neutral und befasst sich deshalb nicht mit Glaubensfragen und solchen Organisationen, die keine Leistungen oder Waren gegen Bezahlung anbieten.
Allerdings müssen auch solche Organisationen berücksichtigt werden, die durch einzelne Aktionen massiv Einfluss auf den gesamten Markt nehmen. Das gilt zum Beispiel für die Zeugen Jehovas, die Köperschaft des öffentlichen Rechts werden wollen und deren Auslegung des Gesetzes künftig zahlreichen Psychomarkt-Anbietern diese Möglichkeit geben würde.
 
 

Eine der wichtigsten Methoden des Psychomarktes ist das Redefinieren von Begriffen.

Dazu auch:  Scientology: "Redefinieren von Worten": Methode der Täuschung und der Gehirnwäsche
Begriffe werden mit neuen Bedeutungen belegt.
 

Diese Methode wird insbesondere auch auf dem Gebiet der Heilung angewandt.

Die Begriffe "Heilung" werden mit eigener Definition benutzt und damit auch die Begriffe Krankheit und Gesundheit neu definiert.
Oft genug erfolgt die angebliche Heilung durch Wegdefinieren der Krankheit. Dazu:

 
 

 
Beeinflussungsmethoden   
werden für alle möglichen angeblichen Zwecke auf dem Psychomarkt angeboten, http://www.AGPF.de/Psychomarkt.htm  
Angehörige und Partner beobachten nicht selten eine plötzliche, drastische Persönlichkeitsveränderung und vermuten eine Gehirnwäsche, dazu http://www.AGPF.de/Gehirnwaesche.htm 
Die meisten Anbieter besitzen keine Zulassung für Heilbehandlung und bieten diese Methoden deshalb zum angeblichen Zweck der Verbesserung der Leistungsfähigkeit, der Befindlichlichkeit oder der Lebensqualiät an. Oder als angebliche Ausbildung.
 
 
 

Psychomarkt-Axiome

Axiome sind grundlegender Lehrsätze, die ohne Beweis unmittelbar einleuchten und deshalb nicht besonders begründet werden müssen. Das galt zunächst für die Logik und die Mathematik.  Beispiel: "Eine Aussage kann nicht zugleich wahr und falsch sein”, bekannt als "Satz des Widerspruchs". Oder: "Das Ganze ist mehr als seine Teile”. Später wurde der Begriff Axiom auch auf Annahmen als Grundlage eines wissenschaftlichen Systems angewandt.

Manche System-Erfinder erfinden kurzerhand die vermeintlich dazugehörigen Axiome. Bei Scientology-Gründer Hubbard waren es am Schluss weit über hundert.
Andere behandeln vermeintlich einleuchtende Sätze wie Axiome und sorgen für ständige Wiederholung.

Dafür zwei Beispiele:
 
 
 

"Es gibt keinen Zufall"

1110 Mal findet Google diesen Satz (am 3.9.2004) in exakt dieser Formulierung. Selbstverständlich gibt es den Zufall. Zufall ist das Zusammentreffen von nicht absehbaren Ereignissen. Wer bestreitet, dass es den Zufall gibt, behauptet meist, dass es irgend einen Weltmechanismus gibt, nach dem alle Geschehnisse vorausbestimmt sind.

Manchmal handelt es sich auch um den spielerischen oder auch ernst gemeinten Umgang mit dem Kausalbegriff: Was eine Ursache habe, könne nicht als Zufall bezeichnet werden. So ist vermutlich die Behauptung entstanden, der Flügelschlag eines Schmetterlings könne weit entfernt ein Unwetter auslösen. Von der Chaostheorie - eine wissenschaftliche mathematisch-physikalische Theorie - wird dieses Bild zur Verdeutlichung dafür benutzt, dass alles mit allem zusammenhängen kann. Esoteriker machen dann daraus die Behauptung, dass alles mit allem auch tatsächlich zusammenhängt und berufen sich zum Beweis auf "die Wissenschaft".

In der Regel geht es bei der Behauptung "Es gibt keinen Zufall" allerdings um persönliche Schicksale.
Man möchte nicht der "Macht des Zufalls" (Titelgeschichte Spiegel Nr. 33/2004 von Stefan Klein, www.spiegel.de/spiegel/inhalt/0,1518,ausg-1600,00.html) unterworfen sein, das Schicksal vielmehr selbst steuern können.

Der Psychomarkt hat zahllose Angebote zwecks Steuerung des persönlichen Schicksals.
Angebote für Egoisten ohne Rücksicht auf die Schicksale anderer, die tangiert wären, wenn es funktionieren würde.
Angebote für Altruisten mit der Behauptung, damit könne man zugleich das Schicksal der Menschheit ändern, die Evolution beeinflussen, die Menschheit und damit die Erde retten.

Hier einige Angebotsgruppen:

Colin Goldner (Die Psycho-Szene Seite 51) berichtet über Kurt Tepperwein, den ersten und einzigen Träger des "Deutschen Esoterikpreises":
"In einem der zahllosen Kassettenkurse Tepperweins erfährt man mehr von diesem preisgekrönten Denken: "Schicksal ist weder unerforschlicher Ratschluß Gottes noch blinder Zufall. Es ist vielmehr das denkbar gerechteste Gesetz. Es lautet: 'Jeder bekommt das, was er verursachte'. (Fussnote 194:Tepperwein, K. Schicksal und Bestimmung (Kassettenprogramm), Vaduz (FL), o.J.)".
 
 

Manche schliesslich kombinieren alles miteinander und betten es in ihr eigenes System ein, oft als Religion bezeichnet.

So zum Beispiel Scientology.

Die Menscheit stammt von früheren Universen und hat als "Thetane" deren Entstehen - den Urknall - und Zusammenbruch mehrfach erlebt. Allerdings macht Scientology keine Aussagen über die ursprüngliche Herkunft der Thetane und der Galaxien. Von dort haben die "Thetane" negative seelische Prägungen mitgebracht, die Engramme, die es mit Hilfe eines elektronischen Gerätes, des E-Meters, aufzufinden und damit zu beseitigen gelte. Danach beherrschne der Betreffende dann das "physikalische Universum, also Materie, Energie, Raum und Zeit (MEST = Matter, Energy, Space, Time), sei unsterblich und allwissend und könne die Zukunft vorhersagen und steuern. Verkauft werden unzähliche Einzelschritte, die zusammen schon mal Hundertausende kosten können.
 
 
 
 
 

"Du bist nicht dein Körper"

Von vielen Sekten und Esoterik-Anbietern wird der Satz als Begründung für jede nur denkbare Geringschätzung des Körpers, der Gesundheit und des Lebens benutzt.

Natürlich wird der Satz in obiger Kurzform eher selten verwendet. Immerhin findet Google ihn 38 mal (3.9.2004).
Meist werden wortreichere und blumigere Formulierungen benutzt.
Esoterik-Arzt Rüdiger Dahlke zum Beispiel verwendet folgende Formulierung:

"Der Mensch ist zwar nicht sein Körper, sondern viel mehr die Seele, die in diesem Körperhaus wohnt". (http://www.connection-medien.de/magazin/02maerz/dahlke.htm - "Die Erde heilt").
So besehen ist das durchaus richtig. Selbstverständlich ist der Mensch mehr als sein Körper.

Im Zusammenhang mit dem als Tatsache behandelten Glauben an Reinkarnation und der Annahme, man könne Erfahrungen in spätere Leben übertragen und dann das in diesem Leben Gelernte umsetzen, folgt daraus eine bedenkliche Geringschätzung des Lebens.

So behauptet die Scientology-Organisation, der Mensch sei ein Geistwesen, der "Thetan". Dieser existiere seit ewigen Zeiten, greife sich nur jeweils einen Körper, sei allwissend und unsterblich, habe diese Eigenschaften aber vergessen. Durch diese kostenpflichtige Scientology-Ausbildung könnten diese Fähigkeiten wieder hergestellt werden, vgl. Archiv/Thetan-Story.htm.
 
 
 
 

Psychomarkt und Psychotherapie

Hinter dem Begriff Psychotherapie kann sich alles mögliche verbergen, von seriöser Behandlung durch staatlich zugelassene Psychotherapeuten bis zur Scharlatanerie.
"Was ist Psychotherapie?" - http://www.bdp-verband.org/psychologie/psytherapie.shtml

Der Lebensmittelmarkt wird von den Ordnungsbehörden überwacht.
Eine vergleichbare Überwachung des Gesundheitsmarktes gibt es nicht.
Vorsicht ist also allemal geboten.
Keineswegs nur wegen des Geschäftsgebarens und der Behandlungsmethoden, sondern auch wegen der Berufsbezeichnungen.
 
 
 

Berufsbezeichnungen auf dem Psychomarkt

Auf dem Psychomarkt werden Phantasiebezeichnungen aller Art benutzt.
Nicht nur durch die Anbieter von Psycho-Methoden.
Sondern vor allem auch von den selbsternannten Ausbildern, welche die eigentlichen Verbreiter solcher Bezeichnungen sind.
Manche dieser Bezeichnungen sind strafrechtlich verboten >> .
Andere sind lediglich zivilrechtlich unzulässig, etwa wegen Verstosses gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb UWG.
Allerdings: Das finanzielle Risiko ist bei einem UWG-Verstoss wesentlich höher, als bei einer Strafe. Denn Prozesskosten in einem solchen Prozess sind meist wesentlich höher, als Erststrafen. Ausserdem hat man kaum Einfluss darauf, ob nur ein Kläger vorgeht, oder gleich mehrere. Dazu mehr in einem Beispiel unter "Fachtherapeut für Psychotherapie" >>.
 
 
 

"Praxis für Psychotherapie" ohne Uni-Studium unzulässig
 
Oberlandesgericht Oldenburg 

Pressemitteilung vom 05. Juni 2009 

Werbung mit Praxis für Psychotherapie für Heilpraktiker 

Eine Werbung mit "Praxis für Psychotherapie und Traumatherapie" ohne wissenschaftliche Ausbildung mit Hochschulabschluss ist unzulässig. Dies hatte das Landgericht Oldenburg auf eine Wettbewerbsklage eines Interessenverbandes gegen eine als Heilpraktikerin tätige Beklagte entschieden. Die Beklagte ging gegen das Urteil in die Berufung. Auf Hinweis des 1. Zivilsenates des Oberlandesgerichts Oldenburg (OLG) nahm die Beklagte ihre Berufung zurück (Az: LG 15 O 1295/08) 

Die beklagte Heilpraktikerin hatte sowohl in ihren Briefbögen als auch auf ihrer Internetseite mit der Überschrift "Praxis für Psychotherapie und Traumatherapie" geworben. Es folgte ihr Name und eine Auflistung ihrer Tätigkeitsschwerpunkte mit dem Hinweis "Heilpraktikerin für Psychotherapie/ALH". Die Klägerin hielt dennoch die Werbung mit derartiger Überschrift für unzulässig und klagte auf Unterlassung, da nicht hinreichend deutlich würde, dass die Beklagte keine approbierte Psychotherapeutin im Sinne des Psychotherapeutengesetzes sei. 

Das Landgericht hatte der Klage stattgegeben. Durch die Verwendung des Begriffs "Praxis für Psychotherapie und Traumatherapie" ohne Hinweis auf die Tätigkeit als Heilpraktikern in der fettgedruckten Überschrift werde bei dem angesprochenen Personenkreis der Eindruck erweckt, es handele sich um eine Therapeutin mit abgeschlossenem Hochschulstudium. 

Gegen das Urteil des Landgerichts wendete sich die Heilpraktikerin mit ihrer Berufung. Der 1. Zivilsenat des OLG wies die Beklagte darauf hin, dass er diese Werbung ebenfalls für irreführend bzw. unzulässig halte. Der Laie gehe bei entsprechender Werbung davon aus, in der Praxis sei eine Psychotherapeutin mit Hochschulabschluss tätig. Der Hinweis im "Kleingedruckten" auf die Heilpraktikertätigkeit genüge nicht, weil damit auch eine Zusatzqualifikation gemeint sein könnte. Die Traumatherapie unterliege zwar nicht dem Richtlinienverfahren des Psychotherapeutengesetzes. Da die Traumatherapie aber im Zusammenhang mit der Psychotherapiepraxis aufgeführt sei, entstehe der irreführende Eindruck, diese werde von einer ausgebildeten Psychotherapeutin mit Universitätsabschluss 
ausgeführt. Für den Verbraucher müsse insoweit aber die Ausbildungsgrundlage erkennbar sein. 
Auf den Hinweis des Senats nahm die Beklagte die Berufung sodann zurück. (1 U 120/08) 

Dr. Antje Jaspert -Pressesprecherin-

 
 
 

"Zertifikat" und "zertifiziert" kann unzulässig sein
 
Die Verwendung der Begriffe "Zertifikat", "zertifiziert" oder "Zertifizierung" kann gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb UWG verstossen und damit unzulässig sein. 

Das Landgericht Köln (33 O 353/08 Urteil vom 3.2.2009, nicht rechtskäftig) hat einer DEKRA-Gesellschaft verboten, die Bezeichnung "Zertifiziert im Arbeitsrecht" zu verwenden.  

Die Prüfungsbedingungen für die interessierten Rechtsanwälte seien nämlich allein von der DEKRA-Gesellschaft "nach eigenem Gutdünken aufgestellt worden", was aus dem Zetifikat nicht ersichtlich sei. Das Zertifikat erwecke vielmehr den Eindruck, dass   

  • "es auf der Grundlage neutraler, allgemein anerkannter Prüfungsbedingungen unter Beteiligung der betroffenen Fachkreise (hier: der Anwaltschaft) erteilt worden ist."
  • "die damit beworbene Dienstleistung von einem neutralen Dritten mit entsprechender Kompetenz nach objektiven Prüfkriterien geprüft wurde".
  • "diese objektiven Prüfkriterien jedenfalls einem von dritter Seite vorgegebenen Standard entsprechen."
  • "bestimmte objektiv vorgegebene nationale, europäische oder internationale Standards eingehalten werden."
  • "bei der Erstellung der geprüften Standards die betroffenen Fachkreise mitgewirkt haben, zumindest aber die Prüfungskriterien von diesen als Standards akzeptiert werden.
Denn: 
  • "Gerade im Bereich der sog. freien Berufe ist das Verständnis der angesprochenen Verkehrskreise geprägt durch die Bezeichnungen "Fachanwalt“ oder "Facharzt“, die ihrerseits darauf verweisen, dass der so auftretende RechtsanwaltA oder Arzt vorgegebene Anforderungen an einen bestimmten Kenntnis- und Erfahrungsstand erfüllt, die von diesen Fachkreisen bestimmt worden sind und allgemein akzeptiert werden."
"Zertifizierter Testamentsvollstrecker" unzulässig 

Niedersächsischer AGH, Beschl. v. 12.1.2009 – AGH 23/08 
Veröffentlich in www.BRAK-Mitteilungen.de der Bundesrechtsanwaltskammer 

Ein Rechtsanwalt wollte sich nach einer Fortbildung als "Zertifizierter Testamentsvollstrecker" bezeichnen.  

Dies hat der Bundesgerichtshof (I ZR 113/10 Urteil vom 9. Juni 2011"  für unzulässig erklärt, weil die Bezeichnung "Zertifizierter Testamentsvollstrecker (AGT)“ bei dem angesprochenen Kundenkreis 

    "die Vorstellung über eine besondere Qualifikation ... auf dem Gebiet der Testamentsvollstreckung geweckt wird."
Tatsächlich hat eine solche Qualifikation nicht vorgelegen. 

Der BGH: "Zertifizierungen werden von unabhängigen Stellen vergeben und müssen sich nach festgelegten Standards richten.". 

 
 

Am 1.1.99 ist das Psychotherapeutengesetz in Kraft getreten.
Wortlaut in der Gesetzessammlung http://www.gesetze-im-internet.de unter http://bundesrecht.juris.de/psychthg/

Aus § 1 PsychoThG:

"Wer die heilkundliche Psychotherapie unter der Berufsbezeichnung "Psychologische Psychotherapeutin" oder "Psychologischer Psychotherapeut" oder die heilkundliche Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie unter der Berufsbezeichnung "Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin" oder "Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut" ausüben will, bedarf der Approbation als Psychologischer Psychotherapeut oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut."
Dass Gesetz stellt die unberechtigte Verwendung der Berufsbezeichnungen unter Strafe.
Dem Psychotherapeutengesetz selbst ist das allerdings nicht in verständlicher Form zu entnehmen, weil darin lediglich das Strafgesetzbuch ergänzt wird. Dessen einschlägige Vorschrift lautet:
Strafgesetzbuch StGB § 132a Mißbrauch von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen
(1) Wer unbefugt
1. inländische oder ausländische Amts- oder Dienstbezeichnungen, akademische Grade, Titel oder öffentliche Würden führt,
2. die Berufsbezeichnung Arzt, Zahnarzt, Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Psychotherapeut, Tierarzt, Apotheker, Rechtsanwalt, Patentanwalt, Wirtschaftsprüfer, vereidigter Buchprüfer, Steuerberater oder Steuerbevollmächtigter führt,
3. die Bezeichnung öffentlich bestellter Sachverständiger führt oder
4. inländische oder ausländische Uniformen, Amtskleidungen oder Amtsabzeichen trägt,
wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Den in Absatz 1 genannten Bezeichnungen, akademischen Graden, Titeln, Würden, Uniformen, Amtskleidungen oder Amtsabzeichen stehen solche gleich, die ihnen zum Verwechseln ähnlich sind.
(3) Die Absätze 1 und 2 gelten auch für Amtsbezeichnungen, Titel, Würden, Amtskleidungen und Amtsabzeichen der Kirchen und anderen Religionsgesellschaften des öffentlichen Rechts.
Wer sich also Psychotherapeut oder ähnlich nennt, ohne nach dem Psychotherapeutengesetz dazu berechtigt zu sein, macht sich strafbar.
Dazu: Strafanzeige erstatten: Hilfestellungen

Die Juristen Frank Niemeyer und Dr. Thomas Stähler vom Verband Deutscher Rentenversicherungsträger schreiben dazu zusammenfassend in der Website der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie DGVT:
 
Aus: http://www.dgvt.de/index.html?politik/gesundheit/index.html~Main  
Frank Niemeyer und Dr. Thomas Stähler: Auswirkungen des Psychotherapeutengesetzes auf die Rehabilitation Abhängigkeitskranker  
Quelle: Verhaltenstherapie & psychosoziale Praxis 3/2000  


Zusammengefasst bedeutet dies, dass Personen, die keine Approbation gemäß PsychThG besitzen, dennoch eigenständig heilkundlich Psychotherapie ausüben können, sofern sie eine Zulassung als Heilpraktiker besitzen und sich nicht Psychotherapeut, Psychologischer Psychotherapeut oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut nennen; d.h. umgekehrt, dass unter anderer Berufsbezeichnung die Ausübung der heilkundlichen Psychotherapie durchaus Heilpraktikern auch weiterhin erlaubt bleibt. Im Rahmen der Rehabilitation Abhängigkeitskranker können also neben Ärzten und approbierten (i.d.R. Psychologischen) Psychotherapeuten auch zukünftig weiter klinische Diplom-Psychologen oder Psychologen mit einer vergleichbaren Ausbildung weiter psychotherapeutisch tätig sein. Von diesen Psychologen ist allerdings eine anerkannte tätigkeitsfeldspezifische bzw. indikationsübergreifende psychotherapeutische Weiterbildung zu fordern. Welche zulässigen Berufsbezeichnungen sich für diesen Personenkreis einbürgern werden, wird die Zukunft zeigen. Denn schlicht "Psychotherapeut" dürfen sich diese Personen aufgrund des PsychThG nicht mehr nennen.
 

Derzeit loten viele Psychomarkt-Anbieter aus, welche Begriff sie noch verwenden können, ohne sich strafbar zu machen.
Manche davon werden sich irren und vor dem Strafrichter landen.
Insbesondere wird versucht, die Berufsbezeichnung Psychotherapeut durch die Methodenbezeichnung Psychotherapie zu ersetzen.
Manche glauben, damit sei dann allles zulässig, was die Phantasie hergibt.
Das könnte sich als Irrtum erweisen.
 
 
 

"Fachtherapeut für Psychotherapie" unzulässige Berufsbezeichnung?

Ein keineswegs überraschendes Urteil hat die Bezeichnung "Fachtherapeut für Psychotherapie" untersagt:
 
Aus: Landgericht Bamberg 1 O 479/03 Urteil vom 9.11.200, rechtskräftig http://www.AGPF.de/LG-Bamberg-1O479-03-Fachtherapeut.htm  

"Daraus folgt, dass der Verkehr grundsätzlich erwartet, dass ein Fachtherapeut für Psychotherapie aufgrund des Zusatzes -Fach- über besondere Kenntnisse aüf dem Gebiet der Psychotherapie verfügt, die über die eines Psychologen bzw. Psychotherapeuten, der den Zusatz Fach- nicht verwendet, hinausgehen.  
Grundsätzlich verbindet die Bevölkerung mit der Verwendung des Begriffes Psychologe/Psychotherapeut ein abgeschlossenes Hochschulstudiurn bzw. einen vergleichbaren akademischen Abschluss mit den daraus sich ergebenden Befähigungen und Kenntnissen.  
Durch die Verwendung des Wortbestandteiles -Fach- werden diese Erwartungen ... noch verstärkt. 
Über derartige Fähigkeiten verfügt der Kläger jedoch nicht und kann sie dementsprechend auch nicht vermitteln. Der Kläger und die von ihm ausgebildeten Personen, verfügen nämlich weder über ein abgeschlossenes Psychologiestudium noch über eine vergleichbare AusbiIdung. Sie leiten ihre Fähigkeiten ausschließlich aus einer privaten Ausbildung her, deren Güte für den normalen Verbraucher in keiner Weise zu uberprüfen ist. 
Darüber hinaus sieht das Gericht bereits aufgrund der Wortwahl "Fachtherapeut für Psychotherapie“ und der Klangähnlichkeit mit den Begriffen Psychologe insbesondere aber Psychotherapeutfür den angesprochenen Personenkreis eine Verwechslungsgefahr mit dem Begriff des Psychotherapeuten/Psychologen.  
Das Gericht gründet dies darauf, dass beide Berufsbezeichnungen sowohl den Begriff  Psycho- - als auch den Begriff Therapeut beinhalten und diese Begriffe in enger sprachlicher Verbundenheit genutzt werden.  
Daraus folgt, dass die Berufsbezeichnung "Fachtherapeut für Psychotherapie" geeignet ist, die angesprochenen Verkehrskreise dahingehend in die Irre zu führen, dass diese den Beruf des Psychotherapeuten mit dem des Fachtherapeuten für Psychotherapie verwechseln.  
Darüber hinaus sieht das Gericht auch eine irreführende Werbung des § 5 UWG darin, dass durch die Verwendung des Begriffes Fachtherapeut für Psychotherapie bei den angesprochenen Verkehrskreisen ein Eindruck erweckt wird, dass es sich bei den den Titel führenden Personen um solche mit einem abgeschlossenen Hochschulstudium handelt. Dies begründet das Gericht mit der jeweiligen Verwendung des Begriffes Psycho- sowohl in der Wörtern Psychologe und Psychotherapeut, die jeweils beide über ein abgeschlossenes Hochschulstudium verfügen müssen im Gegensatz zum Fachtherapeuten für Psychotherapie, der diesen Titel ohne ein entsprechendes Hochschulstudium erreichen kann, alleine durch Durchführung eines entsprechenden Lehrganges und anschließender Prüfung bei den Kreisverwaltungsbehörden." 
 
Die Suche im Internet nach "Fachtherapeut für Psychotherapie" ergab am 19.9.2006 noch immer 681 Ergebnisse (25.3.2008: 960), aktueller Stand HIER
Die Suche nach "Fachtherapeuten für Psychotherapie" brachte sogar 1540 Ergebnisse, aktueller Stand HIER.

Rein rechtlich gesehen hat das Urteil nur Wirkung zwischen den Parteien dieses Prozesses.
Das finanzielle Risiko aber kann jeden treffen. Wie hoch das ist, lässt sich im Urteil an der Festsetzung der Höhe der Sicherheitsleistung für vorläufige Vollstreckung sehen. In diesem Fall 25.000 Euro.
Jeder auch noch so entfernte Konkurrent kann unter Berufung auf dieses Urteil eine Abmahnung schicken.
Eine solche kostet den Verletzer meist um 1.000 Euro.

Colin Goldner berichtete bereits 2000 in seinem Buch "Die Psycho Szene" (Seite 76), die Firma Paracelsus ("Deutsche Paracelsus Schulen, Heilpraktikerausbildung, Heilpraktikerschule") biete ein "Diplom" als "Fachtherapeut für Psychotherapie". In der Paracelsus-Website war beispielsweise zu lesen: "Das Studienzentrum Freilassing bietet Ihnen alle Möglichkeiten zur Ausbildung zum Heilpraktiker, Kinderheilpraktiker, Tierheilpraktiker, Fachtherapeut für Psychotherapie/Psychologischer BeraterIn, Managementtrainer/in" (www.paracelsus.de/map/ort15/ort15.html, Stand 8.5.2003).

Inzwischen hat diese Wortschöpfung Schule gemacht.

Christopher Ofenstein betreibt in München ein "Therapie- und Ausbildungszentrum für ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung" und die Website www.therapietraining.de: "Seit 2000 bietet Christopher Ofenstein in seinem Zentrum selbst Ausbildungs- und Weiterbildungskurse an":

Eine "staatliche Prüfung beim Gesundheitsamt für die Zulassung zum/r Fachtherapeuten/in für Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz (HPG)" gibt es allerdings nicht.

Gemeint ist die Überprüfung zum "kleinen Heilpraktiker", beschränkt auf Psychotherapie, vgl auch  http://www.AGPF.de/Heilpraktiker.htm

Ofenstein ist der Meinung, die Bezeichnung als "Fachtherapeut für Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz" sei zulässig.

Er beruft sich auf das oben zitierte Urteil, in dem es heisst:
 
Aus: Landgericht Bamberg 1 O 479/03 Urteil vom 9.11.2004 http://www.AGPF.de/LG-Bamberg-1O479-03-Fachtherapeut.htm 

"Auch die Verwendung des Zusatzes HpG, den der Beklagte jedenfalls teilweise in dem Gericht vorliegenden Unterlagen verwendet, ändert nichts an der Eignung der Werbung zur Irreführung, da für die angesprochenen Verkehrskreise nicht erkennbar ist, was sich hinter dem Kürzel HpG verbirgt. Eine andere Sichtweise wäre allenfalls dann möglich, wenn eine Berufsbezeichnung wie etwa "Fachtherapeut für Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz" verwendet würde, da hierdurch der Tätigkeitsbereich des Therapeuten ausreichend beschrieben sein dürfte." 
Allerdings hat das Gericht damit ausdrücklich offen gelassen, ob die Bezeichnung "Fachtherapeut für Psychotherapie" dadurch zulässig wird, dass "nach dem Heilpraktikergesetz" hinzugefügt wird.

Wer die Bezeichnung "Fachtherapeut für Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz" oder "Fachtherapeut für Psychotherapie (HPrG)" benutzt, trägt also das Risiko, dass die Verwendung sich in späteren Verfahren als unzulässig erweist.
 
 
 
 

Psychomarkt und Medikamente

Medikamente werden auf dem Psychomarkt überwiegend abgelehnt.
Die angebliche Schädlichkeit von Medikamenten dient darüber hinaus als eines der wichtigsten Werbeargumente für den Psychomarkt.
Das gilt insbesondere für psychowirksame Medikamente.
Am lautesten kritisiert die Scientology-Organisation solche Medikamente und die Ärzte, die sie verordnen.
Hintergrund: Scientology will die Psychiatrie abschaffen und stattdessen ein Monopol errichten, vgl.

Scientology bezeichnet Medikamente als Drogen oder Schadstoffe.
Außer denen, die von Scientology selbst vorgeschrieben werden.
Die werden als Vitamine bezeichnet. Dazu:  

 

"Schamanenmedizin in der Positivliste"

Ende 2002 hat das Bundesministerium für Gesundheit den Entwurf einer "Positivliste" vorgelegt.
Danach sollen nur noch solche Medikamente von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen ist.
Offenbar sind in dieser Liste allerdings zahlreiche Medikamente enthalten, deren Wirkstoff der Glaube an die Wirksamkeit ist.

Dagegen wendet sich zum Beispiel der Kölner Medizinprofessor Erland Erdmann in einem offenen Brief an die Gesundheitsministerin.
Zitat:

"Man könnte so noch viele hundert Organe oder Bestandteile von Tieren, Pflanzenextrakte, heilige Steine oder anderes aus der Schamanenmedizin nennen, was in Ihrer "Positivliste" als verordnungsfähig aufgeführt wird. Was glauben Sie, verehrte Frau Ministerin, welche Krankheiten damit zu heilen sind? Soll sich getrockneter Krötenextrakt für Schweißhände eignen? Brauchen die Kranken in unserem Lande vagina suis und Stierhodenextrakte auf Kassenkosten?
Bitte denken Sie daran, wenn Sie durch diese "Positivliste" jetzt mehr als 3.000 "neue Arzneimittel" als erstattungsfähig aufwerten, daß mancher Kranke glaubt, das, was in einem Gesetz stehe, könne nicht nur Scharlatanerie, Humbug und Quatsch sein. ... Diese "Positivliste" beleidigt alle wissenschaftlich denkenden Ärzte und stellt sie mit Schamanen früherer Kulturen auf eine Stufe."
Inzwischen gibt es dazu auch eine Initiative konsequente Positivliste.

Im übrigen hat sich nicht ohne Grund auch Colin Goldner in seinem Buch "Die Psychoszene" umfangreich mit Homöopathie, Bach-Blütentherapie (bennannt nach deren Erfinder namens Bach) und anderen Methoden befasst. Goldner weist darauf hin, dass die Wirksamkeit im Wesentlichen auf dem Placeboeffekt beruht: "Vor allem in der ausführlichen Anamnese erfährt der Patient ein Maß an Zuwendung, das allein, unabhängig von der Methode, schon Heilkräfte freisetzen kann; die gläubige Erwartungshaltung an eine "ganzheitlich", "sanft" oder "natürlich" auftretende Heilkunde tut ein übriges.". (S. 169). Eine "Anamnese" ist das Gespräch mit dem Patienten zur Feststellung der Vorgeschichte der Krankheit.
 
 
 
 

Bücher zum Psychomarkt

Den  umfassendensten kritischen Überblick über die Dienstleistungs-Angebote gibt das Buch von Colin Goldner.
 

Colin Goldner: Die Psycho-Szene
Alibri Verlag Aschaffenburg 2000, ISBN 3-932710-25-8

Schwertfeger, Bärbel: Der Griff nach der Psyche
Campus Frankfurt 1998 ISBN 3-593-35910-3

Christ, Angelika u. Goldner, Steven: Scientology im Management
ECON-Verlag Düsseldorf 1996, ISBN 3-430-11829-8

Zinser, Hartmut: Der Markt der Religionen
Wilhelm Fink Verlag München 1997 ISBN 3-7705-3257-0

Professor Zinser schreibt als Wissenschaftler, aber gut verständlich. Sein Thema ist die Vermarktung von Religion. Konkret wird er im zentralen Kapitel über "Esoterische Messen und andere Märkte der Religion".
Den umfassendsten nicht-kritischen Überblick gibt:
 
Böning und Neuwald: Handbuch für ganzheitliche Therapie und Lebenshilfe
Verlag Drei Sterne 1999, ISBN 3-931722-03-1
Das Buch enthält "650 ausführliche Personen- und Angebotsbeschreibungen"  und "60 Einleitungsaufsätze zu den verschiedenen Methoden und Therapieformen"
 
 
 

Teilbereiche des Psychomarktes, Marktsegmente:

Eine genaue Abgrenzung ist kaum je möglich. Viele Angebote werden je nach Bedarf für zahlreich sehr unterschiedliche Zwecke angeboten.

Der Psychomarkt umfaßt auch ein vielfältiges Warenangebot:

Im übrigen handelt diese Website ingesamt vom Psychomarkt.
Die einzelnen Aspekte finden sich also auf der Inhaltsseite
 
 
 
 
 

Zu einzelnen Anbietern:

 
 
 

Werbung für den Psychomarkt

Werbung erfolgt vielfach unter irreführenden Begriffen wie Gesundheit, Natur, Selbstverwirklichung.
Es ist deshalb der Normalfall, daß Zeitungen, Zeitschriften und das Fernsehen Psychomarktanbietern im Rahmen ihrer redaktionellen Beiträge Gelegenheit zur Werbung geben.
 
 

Hier einige Beispiele für typische Werbeformen:

 
Anzeigenwerbung 
 

Schon immer gab es Kleinanzeigen in großen Zeitungen.
Inwischen sind große Anzeigen in kleinen Zeitschriften hinzugekommen.
 
 

Katalogwerbung
Umfangreiche Prospekte und Kataloge werden von fast allen größeren Anbietern angeboten.
Die Verteilung erfolgt üblicherweise per Post und auf Esoterik-Messen.
   

Internet

Das Internet wird von praktisch allen Anbietern genutzt.
Deshalb wird hier auf Beispiele verzichtet.
 
 

Schleichwerbung

Schleichwerbung in den Medien ist eine der wichtigsten Werbeformen für den Psychomarkt.
Das gilt insbesondere für Talkshows und Magazin-Sendungen im Fernsehen.
Auch abwegigste Behauptungen und Verfahren dürfen dort vorgestellt werden.
Zum Beispiel der lebensgefährliche Verzicht auf Essen und Trinken bei Jürgen von der Lippe:

Vergleichsweise harmlos bei Alfred Biolek:  
 

Werbung durch Esoterik-Messen

Werbung erfolgt aber auch in den zahlreichen Esoterik-Messen. Dazu:

Grundsätzliches bei  Zinser im zentralen Kapitel über "Esoterische Messen und andere Märkte der Religion".

Vgl. auch:

 
 

Werbung durch Spezial-Zeitschriften

Dies ist keineswegs eine vollständige Liste.
Hinzu kommt eine noch größere Zahl von Online-Magazinen.
Ein Überblick ist zu finden bei  
 

Strassen-Werbung - Info-Stände - Strassenverkauf
Einige Sekten haben sich auf Straßenwerbung spezialisiert.
So verteidigt die Scientology-Organisation das Ansprechen von Passanten seit Jahrzehnten mit zahllosen Prozessen. Dazu:

Allerdings verkauft die Scientology-Organisation seit langem keine Bücher mehr auf der Strasse. 
Genau das praktiziert der Krishna-Kult:  
 

Gefahren des Psychomarktes

Der Psychomarkt beinhaltet besondere Gefahren für den Kunden. Dazu zum Beispiel:

 
 

Regeln

Jeder Markt unterliegt Regeln. Zum Beispiel dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG).
Das können aber auch Vertragsgesetze sein, wie zum Beispiel das Reisevertragsgesetz.
Das können auch Verwaltungsgesetze sein, wie zum Beispiel das Lebensmittelgesetz, das Arzneimittelgesetz, das Heilmittelwerbegesetz oder das Heilpraktikergesetz.

Der Psychomarkt hat sich bisher diesen Regeln weitgehend entzogen.
Da gesundheitsrelevante Produkte angeboten werden, ist das auf Dauer nicht hinnehmbar.
Deshalb wurde bereits das Lebensbewältigungshilfegesetz (ein reines Vertragsgesetz) in den Bundestag eingebracht, aber nicht verabschiedet. Zur Notwendigkeit vgl. auch AGPF-Info 3/97

Folgerichtig haben die Verwaltungen deshalb bereits damit begonnen, Kontrollinstanzen zu installieren, meist unter der Bezeichung "Sogenannte Sekten und Psychogruppen".
Dazu AGPF-Info 1/2001.
 
 
 

Warenzeichen - Marken - Patente

Warenzeichen, Marken und Patente sind auch auf dem Psychomarkt seit langem Instrumente des Verkaufs und der Monopolosierung.
Das gilt zum Beispiel für die zahllosen Markenzeichen der Scientology-Organisation, vgl. z.B.

Ähnlich auch im Maharishi-Kult: Auch um den Begriff "REIKI" wurde gestritten. Dazu ein Artikel in der Zeitschrift Connection 7-8/99: Reiki auf Lizenz - Fluch oder Segen?, zu laden über  



1. Version dieser Seite installiert am 30.1.2001


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