Bhagwan-Osho: Sex,
Rolls-Royce und Waffen
Bhagwan war der Prototyp des Gurus.
Sein Geschäft beruhte auf
Provokation um jeden Preis.
Seine Anhänger haben
ihre uniforme rote Kleidung abgelegt und nennen Bhagwan jetzt Osho. Die
sich einst als Misfits bezeichneten, sind heute das Establishment des Psychomarktes.
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Mohan,
Bhagwan, Osho
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Rajneesh Chandra Mohan, geboren
1931, gestorben 1990, genannt zunächst Bhagwan, dann Osho.
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In Pune
(Poona) in Indien betrieb Bhagwan ab 1974 das später "grösste
Therapiezentrum der Welt" mit vorwiegend westlichen Kunden.
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In Deutschland hatte Bhagwan
angeblich 40.000 Anhänger und 70 "spirituelle Zentren". Weltweit sollen
es 350.000 Anhänger gewesen sein (RajneeshTimes 13/1983).
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1981 von Indien nach Oregon
(>>), dort beim "Friedensfest" von 1983 angeblich
15.000 Teilnehmer (Rajneesh Times 9/1983).
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Bhagwan gründete seine
eigene Religion und widerrief diese (>>).
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Bhagwan war in den
USA in Straftaten verwickelt, 1986 auf der Flucht verhaftet, verurteilt,
ausgewiesen und zog zurück nach Pune. Bhagwan wies seine Anhänger
an, "in den Untergrund zu gehen".
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Ab 1989 nannte er sich Osho,
gestorben 1990, angeblich wegen Vergiftung durch die US-Regierung (>>).
Osho-Bhagwan
heute
Spiegel Nr. 22/2012 vom 26.5.2012
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Hausmitteilung
Betr: Guru "Streit um das Erbe. ... Die Führungsclique in
Pune will nur noch Monopoly spielen und Geld machen"
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Esoterik:
Im Bann des Weissbarts "Er war erst der Sex-, dann der Rolls-Royce-Guru.
22 Jahre nach dem Tod des Mystikers leben seine Ideen in Hunderten Meditationszentren
fort – und in Deutschland sogar in Kommunen."
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Bhagwans Anhänger
haben ihre uniforme rote Kleidung abgelegt und nennen Bhagwan jetzt Osho.
Die sich einst als Misfits bezeichneten, als Unangepasste, sind heute
das Establishment des Psychomarktes.
Zentrum der Bewegung
in Deutschland ist noch immer Köln.
Leiter ist noch immer
Robert Doetsch alias "Ramatheerta".
Katharina Wulff-Bräutigam
(>>) stellte ihm Fragen für einen Film von Focus-TV,
der am 26.6.2005 bei VOX im dtcp-Kiosk gesendet wurde.
Im Film heisst es, Ramateertha leite seit 20 Jahren das Sannyas-Zentrum
in Köln. Dieses habe zeitweilig bis zu 400 Leute beschäftigt.
Robert
Doetsch alias "Ramatheerta" in Focus-TV 26.6.2005:
"Wenn du das rein zahlenmässig
siehst, glaube ich, ist das heute mehr, nur dass wir optisch nach aussen
hin nicht mehr so auffallen, wie durch das Rot zum Beispiel. Wenn du heute
hier im belgischen Viertel alle Sannyasins, oder alle Leute, die mit Osho
verbunden sind, in Rot kleiden würdest, dann würden, glaube ich,
einige hier in Ohnmacht fallen. Und es ist auch erstaunlich, wo du
die dann alle überall wiederfindest, im Familienstellen
oder bei anderen Organisationen, die irgendwie mit Therapie oder mit der
Arbeit mit Menschen verbunden sind. Das ist unglaublich, wie sich das aufgefächert
hat und wie diese Qualität von Meditation sich in viel mehr Bereiche
einfach hinein entwickelt". |
Robert Doetsch ist 2006
Geschäftsführer der Osho Verlag GmbH, eingetragen im Handelsregister
des Amtsgerichts Köln unter HRB 18583, Ersteintragung 14.10.1988.
Geschäftszweck:
"Verlag und Vertrieb
von Druckerzeugnissen und audiovisuellen Medien, der Betrieb eines Pressebüros,
der Groß- und Einzelhandel mit
a) Elektronikgeräten
und -zubehör.
b) Waren aller Art, soweit
es hierzu keiner besonderen Genehmigung bedarf;"
Robert Doetsch ist ausserdem
Vorstand des Vereins Osho Lotus Commune e.V., eingetragen im Vereinsregister
des Amtsgerichts Köln unter VR 8029, Ersteintragung 10.02.1981.
Als Berufsbezeichnung ist für Robert Doetsch dort eingetragen: "Doetsch,
Robert, Arzt, Köln".
Robert
Doetsch war 1985 Gründungs-Geschäftsführer der Firma
Rajneesh Institut für spirituelle Therapie und Meditation GmbH, 1990
umbenannt in OSHO UTA Institut für spirituelle Therapie und Meditation
GmbH, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Köln unter HRB
16012, Ersteintrag 11.03.1985. Geschäftszweck nach Eintrag vom Juli
2005:
"Betrieb eines Institutes
für spirituelle Therapie und Meditation im Sinne der Lehren von Bhagwan
Shree Rajneesh, einschließlich der für diesen Zweck erforderlichen
und der diesen Zweck fördernden Aktivitäten."
Verena Hasel
berichtet im Tagesspiegel
vom 12.9.2009 unter dem Titel "Rote Socken" über einen anderen
Zweck der Kölner Bhagwan-Filiale im Konzern. "Seine Jünger warfen
Blumen, danach wurden sie von der Peace Force, der mit Revolvern ausgestatteten
Privatpolizei, zurück zur Arbeit getrieben". Als das nicht mehr ausreichte,
wurde eine Mutter samt Sohn nach Köln versetzt:
"Damit sie lerne, ein guter
Sannyasin zu sein, müsse sie in die Kölner Kommune. "Dort“, sagt
Guest [der Sohn], "in einer Wohnung mit 20 Kindern, die ich nicht verstand,
bin ich ganz verstummt.“ Er fand einen Platz hinter 50 Matratzen, wenn
er sich da durchquetschte, konnte er allein sein und lesen. Seine Mutter
war oft zwangsweise allein, Ramateertha, der Kommunenleiter, sagt Guest,
habe ihr verboten, mit den anderen Engländern zu essen – vielleicht
weil Sheela ihm aufgetragen hatte, die Neue zu disziplinieren. "Köln
war die Deponie für alle Rebellen“, sagt Guest. Er erinnert sich noch
an Ramateerthas langen Bart. "Es gab da diese Sannyasin-Regel: Je länger
der Bart, desto wichtiger der Mann.“
2009 erklärte Ramateertha-Doetsch
der Jounalistin, man habe damals "ein 'Caring' gehabt, eine Fürsorglichkeit,
so habe jeder, der nachts von der Arbeit aus der Bhagwan-Disko kam, noch
ein Ei gebraten bekommen." Das habe dann Sheela unterbunden. Die allerdings,
so Doetsch, sei lediglich Bhagwans Instrument gewesen. Der wiederum habe
keineswegs sein Luxusleben im Sinn gehabt, sondern ein "gigantisches Lehrstück“
über die Entstehung faschistoider Strukturen: "Wir alle waren Sheela.
Wir alle waren Hitler. Wir alle haben den gleichen Despoten in uns.“
Das entspricht der Sprachregelung,
die 1985 ausgegeben wurde. Die Rajneesh Times vom 27.9.1985 schrieb:
"Was ich nicht gemerkt habe,
was ich eigentlich hätte merken sollen und gern gemerkt hätte,
daß ich das Vergnügen hatte, am Lehrstück eines erleuchteten
Meisters teilzuhaben. Ich habe meine Eltern immer gefragt, wie es im III.
Reich soweit kommen konnte. Diese Frage ist beantwortet."
Aus: Connection Nr. 10+11/1987 Seite 6, Interview mit
Rainer Langhans,
"Wir können über Meisterschaft nicht reden, ohne über Hitler
zu reden".
Frage: "Würdest Du sagen, dass die Motivationen,
aus denen sich die Deutschen Hitler hingegeben haben, denen ähnlich
sind, aus denen sich Deutsche Bhagwan hingegeben haben?
Langhans: Selbstverständlich. Das ist genau
das gleiche. |
Aus: Colin Goldner: Die
Psycho-Szene, 2000, Seite 47. Zum Buch mehr unter http://www.AGPF.de/Goldner.htm
Zu den führenden Anbietern
von Therapie- und Selbsterfahrungsworkshops zählen die Zentren der
Osho-Rajneesh-Bewegung. Es gibt buchstäblich kein Verfahren der Szene,
das nicht von den Rajneeshees kopiert und, versehen mit Phantasienamen
oder zumindest mit dem Präfix "Osho", ins eigene Sortiment eingepaßt
würde. Die Rajneesh-Anhänger (= Sannyasin) gelten zudem als Meister
im Erfinden immer neuer Kombinationen und Begriffsvarianten, so daß
ihre Angebotspalette den Eindruck unendlicher Verfahrensvielfalt erweckt.
Meist werden die eingesetzten Methoden nicht beim Namen genannt, sondern
unter blumigen Seminartiteln versteckt: "Die Alchemie der Transformation",
"A Short Course in Essence", "Herzberührungen", "Osho Talking to Your
Body and Mind", "Self-Acceptance". Inhaltlich sind die drei- bis fünftägigen
Kurse völlig austauschbar, es geht durchwegs um eine (ins Belieben
des jeweiligen "Therapeuten" gestellte) Mixtur aus bioenergetischen Übungen,
Encounter, Massage, Atemarbeit, Primärtherapie und Rajneesh-spezifischen
Meditationen. Allerdings gibt es auch zielgerichtete Angebote wie "Im Garten
der Liebe" (Tantra), "Ein Regenbogen von Düften" (Aromatherapie),
"Ins Leben atmen" (Rebirthing) oder schlicht "Osho Primal", "Osho Feng
Shui", "Osho Enlightenment Intensive" (3 Tage/450 Mark). Konzipiert werden
die Angebote der einzelnen Osho-Zentren im Hauptquartier der Bewegung im
indischen Poona (von heutigen Sannyasin Pune [sprich: Pjuun] genannt),
etwas südlich von Bombay gelegen. Die dortige Osho Commune International
gilt als das meistfrequentierte Therapiezentrum der Welt, in das jährlich
zehntausende von Menschen, vor allem aus Westeuropa, den USA und Japan,
strömen. Die faschistoiden Verhältnisse, die die Kommune in den
1980ern kennzeichneten - während ihres Aufenthaltes in Oregon/USA
war sie zu einer totalitär strukturierten kriminellen Vereinigung
[einschließlich schwerbewaffneter "Peace-Force"-Truppen] mutiert
-, haben dem massenhaften Zulauf nach ihrer Rückkehr nach Poona keinerlei
Abbruch getan.180
Neben den Gruppenangeboten
können auch Einzelsitzungen gebucht werden (ab 120 Mark pro Stunde).
In einem Veranstaltungskatalog des Münchner Osho-Centers preisen nicht
weniger als sechzig Therapeuten ihre jeweils sehr unterschiedlichen Dienstleistungen
an. Ungeachtet der Tatsache, daß kaum einer davon zu deren Ausübung
befugt ist, läßt auch die Frage nach inhaltlicher Qualifikation
so manchen Zweifel aufkommen: Eine gewisse "Alvina" etwa - die meisten
Rajneesh-Anhänger firmieren unter ihren Sektennamen - hält sich
als "Spezialistin in Metaphysical Surgery der Osho Academy in Sedona" für
hinreichend befähigt zu therapeutischem Tun; desgleichen die selbstakklamierte
Sexualtherapeutin "Vasumati": Immerhin, wie sie in einem Programm von 1997
anführt, sei sie "unter Anleitung von Osho" tätig (der 1990 gestorben
ist).181 Interessant ist auch die therapeutische Qualifikation einer "Mahamudra"
Messerschmidt, die als Leiterin des Osho-Manjusha-Zentrums bei Dresden
u.a. "Transsensuales Counselling" anbietet: Nach ihrer Initiation als Schülerin
Oshos, so Mahamudra über Mahamudra, habe "in Meditation alte spirituelle
Weisheit wieder in das Bewußtsein aufzusteigen [begonnen], und der
Wunsch nach dem Teilen aller Erfahrungen wurde zum Lebensinhalt". Nachprüfbare
Qualifikation: Fehlanzeige.182
Selbstverständlich wird
an den Osho-Rajneesh-Zentren auch "Therapieausbildung" durchgeführt:
So kann man etwa in zweieinhalb Wochen das "NLP Practitioner & Osho
Hypnose Training" absolvieren (2.800 Mark) oder sich in 2x9 Tagen in "Osho
Pulsation" (Neo-Reichianische Atem-, Körper- und Energiearbeit) qualifizieren
(3.180 Mark). Auch ein vergleichsweise umfängliches Training von 2x30
Tagen zum "Osho Rebalancer" steht im Angebot (13.180 Mark). Entscheidend
ist, daß die "Ausbildungen" und "Trainings", unabhängig von
ihren jeweiligen Inhalten, zu nichts befugen, die verliehenen Urkunden
und Zertifikate haben rechtlich keinerlei Wert. Ausbildungsträger,
die nicht ausdrücklich darauf hinweisen, daß ihre Trainings
keine Erlaubniserteilung zur Ausübung der Heilkunde beinhalten - daß
die Teilnehmer also das, was sie möglicherweise lernen, anschließend
nicht auszuüben befugt sind -, verstoßen im übrigen gegen
geltendes Recht. |
Ex-Sannyasin
und ehemalige Bhagwan-Anhänger
Der ehemalige Bhagwan-Anhänger Burcado Nowak führt unter
http://satjam.wordpress.com einen
Blog. Er erklärt:
"Mein Guru, das habe ich nach siebzehn Jahren mühsam herausgefunden,
war kein Guru, kein Bhagwan, kein Osho. ... Osho führte eines der
gemeinsten spirituellen Verbrechen durch, dessen sich ein Mensch schuldig
machen kann. Es ist ein absoluter Machtmißbrauch, Jüngerinnen
und Jünger auf unsichtbare Weise zu manipulieren und zu mißbrauchen.
"
Aus einer Rezension
zu Flöther:
Der Todeskuß. Wahn und Wirklichkeit der Bhagwan- Bewegung:
"Als Ex-Sannyasin und Anhänger Oshos zu einer Zeit als dieser
schon längst gestorben war, Jahrzehnte später, überkommt
mich das Schaudern wie klar der Autor ein faschistoides System durchschaut
und beschreibt."
Das
aktuelle Buch: "Bhagwan, Che und ich"
Seinen Ruf als "Sex-Guru"
hat Bhagwan sich nicht durch eigene Aktivitäten erworben, sondern
durch die von ihm geförderten Aktivitäen in der Gross-Kommune
in Poona/Indien, auch als Therapiezentrum bezeichnet. Ein Buch macht deutlich,
warum dieser Ruf zu Recht bestand und dass es auch um Kinder ging.
Die Autorin Katharina Wulff-Bräutigam
ist heute Dokumentarfilmerin. Von ihr stammt der oben zitierte Film.
Katharina Wulff-Bräutigam:
Bhagwan, Che und Ich
Droemer, 2005, 270 Seiten
Es gibt kaum Bücher,
die das Innenleben des Bhagwan-Kultes schildern. Erst recht keine aus der
Sicht der Kinder. Nicht nur das macht dieses Buch wertvoll. Angenehm zu
lesen ist es ausserdem. Die sexuellen Aspekte werden unaufdringlich abgehandelt.
Die Eltern der Autorin begannen
als 68er. Der Vater gründete einen Verlag, die Mutter war unzufrieden
und landete 78 bei Bhagwan in Poona. Geschildert wird das Innenleben von
Poona bis Oregon.
Die Sicht des Kindes verdeutlicht
die Methode des Umganges mit den Anhängern, sei es als Mitarbeiter
oder Therapie-Kunden. Mit unterschiedlichen Methoden wurde Druck ausgeübt
bis zur Gewalt und dadurch seelische Spannung erzeugt. Die Lösung
dieser Spannung wird dann je nach Situation und jeweiliger Übung als
Belohnung oder Heilung empfunden.
Kinder hatten einerseits
Freiheit, andererseits kaum Eltern-Bindung. Erwünscht war, dass sie
sich ihre Eltern im Ashram selbst aussuchen. Sie wurden alsbald wie Erwachsene
behandelt, Kinderarbeit war üblich. Die Betrachtung von 50 Paaren
beim Massen-Geschlechtsverkehr während einer "Therapie" wurde nicht
beanstandet. 16,jährige Mädchen liessen sich sterilisieren, wie
von Bhagwan gewünscht. Erwachsene Männer konnten "ihre Sexualität
bei 13-jährigen Mädchen" ausleben (S. 174).
Zusätzliche Glaubwürdigkeit
gewinnt das Buch dadurch, dass die Autorin das weitere Leben ihrer Protagonisten
bis heute schildert. Sie erwähnt jene, die Bhagwan für ihr Scheitern
verantwortlich macht und jene, die bis heute Bhagwan-Anhänger sind.
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Von
Indien nach Oregon
Rajneesh Chandra Mohan,
geboren 1931, gestorben 1990.
Er nannte sich 1969 Bhagwan,
Gott. In Poona in Indien betrieb er ab 1974 das später "grösste
Therapiezentrum der Welt" mit vorwiegend westlichen Kunden. Markenzeichen:
Sex. In Deutschland hatte Bhagwan 40.000 Anhänger und 70 "spirituelle
Zentren".
Nach Problemen mit dem
Finanzamt in Indien verlegte Bhagwan 1981 sein Zentrum nach Oregon/USA,
präsentierte sich dort mit fast hundert Rolls-Royce als "Guru der
Reichen". Der "Stern" berichtete 1985 über den "Sektenstaat". Bhagwan
gründete seine eigene Religion und widerrief diese. Er wurde in
Straftaten verwickelt, auf der Flucht verhaftet, verurteilt, ausgewiesen.
1986 war Bhagwan zurück
in Poona/Indien. Ab 1989 nannte er sich Osho. 1990 starb Bhagwan, erst
59jährig. Todesursache war nach Behauptung seiner Anhänger eine
Vergiftung durch die US-Regierung. Seine frühere Chef-Verwalterin
Sheela berichtete später, er sei tablettensüchtig gewesen. Bis
heute hält sich das Gerücht, Bhagwan habe Selbstmord begangen,
nachdem seine Lebensgefährtin Vivek sich kurz zuvor getötet hatte.
Waffen:
Längst hatte Bhagwan
den Gemeinderat ausgebootet, eine eigene Polizeitruppe installiert.
"Guarding the Guru",
"Den Guru bewachen" lautet die Erklärung zu diesem Foto aus der Dokumentation
"For love and money" (http://www.AGPF.de/Bhagwan-USA-Presse.htm)
der Tageszeitung The Oregonian:
"Ein bewaffneter Wachmann
folgt einem Rolls-Royce, gefahren von Bhagwan, ... begleitet von Yoga Vivek",
das Gewehr lugt über das Dach des Rolls.
|
Bhagwan
in Untersuchungshaft in Charlotte, North Carolina, wo er auf der Flucht
verhaftet worden war.
Eine Krankenschwester
prüft seinen Zustand.
Eines der wenigen Fotos,
welches Bhagwan ohne operettenhafte Verkleidung zeigt.
Abbildung rechts aus The
Oregonian 30.12.1985 "On the road again". |
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Ende
1985 später titelt die Tageszeitung "The Oregonian" in einer Beilage:
"On the road again" -
wieder unterwegs.
Bhagwan hatte am 14.11.1985
ein Geständnis abgelegt und war verurteilt und ausgewiesen worden.
Abbildung rechts: The
Oregonian 30.12.1985
Bhagwan besteigt am 14.11.1985
einen gecharterten Jet in Richtung Indien.
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Bhagwan
und "seine" Religion
| AGPF 1997 (>>):
"Bhagwan nannte sich Osho und starb 1990,
erst 59 Jahre alt. Kurz vorher hatte seine langjährige Lebensgefährtin
Vivek Selbstmord begangen, auch sie offensichtlich seit langem Tablettensüchtig.
Offenkundig haben viele seiner
Anhänger ihn als Gott verehrt. Sheela funktionierte diese Verehrung
in eine Religion um, als es galt, Bhagwan vor der Ausweisung durch die
amerikanischen Behörden zu bewahren. Bhagwan selbst hatte für
Religionen zuvor nur Hohn und Spott übrig gehabt. In Oregon hatte
man durch eine Wahl in einem zuvor nur dünn besiedelten Gebiet staatliche
Macht übernommen. Jetzt wurde die in den USA vorgeschriebene strikte
Trennung von Kirche und Staat sorgfältig inszeniert. Bhagwan
habe von nichts gewußt, hieß es später. Sheela: Es hat
immer alles bis ins letzte Detail gewußt und geplant." |
| Bhagwan im Interview mit Kirk Braun
(Rajneesh Times Nr. 15/1983 ("Jetzt oder nie - der Quantensprung"):
"Der Rajneeshismus ist nicht eine Religion
wie das Christentum, wie Hinduismus, Buddhismus usw. Das Wort "Religion"
darf man nicht mißverstehen. Es beweist nur die Armut unserer Sprache.
Um die genaue Wahrheit zu sagen, ist der Rajneeshismus eine religionslose
Religion.
Anders gesagt: er ist eine Art Religiosität;
kein Dogma, kein Kult oder Glaubensbekenntnis, sondern nur eine Lebensqualität,
ein Lebensklima der Liebe, Stille, Meditation und Andacht. ...
Ich bin alle Wege gegangen und habe die
Wahrheit durch alle Fenster gesehen. Das, was ich heute sage, wird immer
gültig bleiben, weil ihm nichts mehr hinzugefügt werden kann.
...
Ich spreche über die ganze Wahrheit,
darum ist die Zukunft meiner Religion unbegrenzt. Alle anderen Religionen
werden in ihr verschwinden, so wie alle Flüsse im Meer verschwinden." |
Aus: AGPF AKTUELL
1/91 6.6.91 http://www.AGPF.de/akt91-1.htm
Merkwürdigkeiten
um Bhagwans Tod
Die Rajneesh-Bewegung wirft
der amerikanischen Regierung vor, Rajneesh Chandra Mohan (bekannt zunächst
als Bhagwan, dann als Osho) vergiftet zu haben. Ein Vorwurf, den bereits
Mohan selbst erhoben hatte. Mohan Ende 1987 über seinen Arzt:
"Dr. Amritos eigene Nachforschungen
... und er ist ein Genie in Sachen medizinische Wissenschaft. Er ist Mitglied
der Royal Society of Physicians in England, und er ist ein seltner Fall
in dem Sinne, daß er der Jüngste ist, den die Royal Society
of Physicians jemals als Mitglied aufgenommen hat. Er hat alle höchsten
Qualifikationen. Seine eigenen Untersuchungen beziehen sich auf ein viertes,
sehr selten benutztes Gift. Der Name des Gifts ist "Fluorocarbon". Dieses
Gift verschwindet sofort. Schon nach Minuten lassen sich keine Spuren mehr
im Blut oder im Urin nachweisen, aber die Symptome weisen darauf hin. Es
spielt keine Rolle, welches Gift man mir gegeben hat, aber es ist sicher,
daß ich von der amerikanischen Regierung Ronald Reagans vergiftet
worden bin".
Gift spielte schon in der
Ranch in Oregon eine Rolle, zunächst als Paradies auf Erden gefeiert,
dann von Mohan selbst als Konzentrationslager entlarvt, errichtet angeblich
von seiner Sprecherin Sheela Silverman. Diese wurde schließlich wegen
des versuchten Giftmordes an Mohans Arzt Swami Devaraj angeklagt. Dieser
war auch der Haupt-Belastungszeuge. Vor Gericht auftreten mußte er
nicht: Sheela einigte sich -das ist in den USA möglich und üblich-
auf eine Freiheitsstrafe von vier Jahren. Angesichts der Schwere der ihr
vorgeworfenen Straftaten eine überaus milde Strafe.
Die AGPF hat inzwischen herausgefunden:
Devaraj und Amrito sind ein und dieselbe Person: Dr. George Meredith. Er
ist heute wichtigster Sprecher der Bewegung und somit Profiteur von Mohans
Tod.
In IDK - INFORMATIONEN DESTRUKTIVE
KULTE IV/90 hatte die AGPF berichtet, daß Mohans Lebensgefährtin
sich kurz vor seinem Tod selbst getötet hat. Hier ist klarzustellen:
Sie ist am 9.12.89 gestorben, Mohan am 19.1.90. Es heißt, sie habe
sich nach langer Depression und Tablettensucht mit einem Schlafmittel vergiftet.
Bemerkenswert: Während Mohan seine gestorbenen Anhänger üblicherweise
nachträglich als Erleuchtete bezeichnete und ihnen eine große
Feier ausrichten ließ, wurde der Tod seiner Lebensgefährtin
diskret verschwiegen. Allerdings hat er sich auch nie zu ihr bekannt. Vielmehr
wurde sie stets als seine Krankenschwester dargestellt.
Eines ist jedoch sicher:
Niemand hätte genauere Aussagen über eventulle Symptome der angeblichen
Vergiftung durch die amerikanische Regierung machen können. Denn äußerlich
anzusehen war Mohan nichts.
Natürlich hätte
auch eine Untersuchung der Leiche Beweise erbringen können. Aber Dr.
Meredith hat Mohans Leiche schon wenige Stunden nach seinem Tod verbrennen
lassen. Einen Grund dafür gab es nicht. Mohan liebte gekühlte
Räume, Kühlanlagen gab es also.
Ein Journalist fragte Dr.
Meredith zwei Tage später in einer Pressekonferenz: "Was Oshos Gesundheit
in den letzten Jahren betrifft und insbesondere die Behauptung, er sei
vergiftet worden und so weiter: Haben Sie sich bewußt entschieden,
keine Autopsie vorzunehmen und nicht zu versuchen, die Gifte, die sich
möglicherweise in seinem Körper befanden, nachzuweisen?".
Die Antwort des Arztes: "Ich
habe ihn einfach gefragt, was wir tun sollen. ... ob er möchte, daß
wir einen Kardiologen holen. Er wollte es nicht. Ich sagte ihm, daß
er meiner Meinung nach im Sterben liege. Er nickte einfach".
Die Frage nach der unterbliebenen
Autopsie wurde also nicht beantwortet. Nachprüfen kann diese Behauptungen
des Arztes natürlich auch niemand. Wenn er an Mohans Tod beteiligt
wäre - mit oder ohne dessen Willen - hätte er wohl kaum etwas
anderes gesagt.
Die einzige Zeugin, die über
Mohans Zustand hätte Auskunft geben können, war ja schon tot.
Es ist ein ungeheuerlicher
Vorwurf, daß die US-Regierung unter direkter Anweisung des Präsidenten
Reagan Mohan ermordet haben soll. Allgemein wird dies offenbar unter "Sektenspinnereien"
eingeordnet. Andernfalls hätte sich wohl die Presse der Sache angenommen
und recherchiert.
Die Bhagwan-Anhänger
allerdings glauben offenbar fest an den angeblichen Mord. Denn dadurch
wird Mohan zum Märtyrer. |
Werbung
in Kindergarten für Osho-Schule in England
In einem Kindergarten wurde ohne vorherige
Nachfrage und ohne Genehmigung folgendes Plakat aufgehängt.
Osho Ko Husan Schule
Wir sind auf Touren!
Dhyani, die Schulleiterin,
stellt das besondere Konzept dieser Schule mit einem Video vor. Dazu Fragen
und
Antworten:
3.6. - Freiburg
5.6. - Zürich:
19.30 Uhr, Volkshaus Zürich, Staufacherstr. 60, Saal 16
9.6. - München:
20.30 Uhr Osho Darshan, Albert-Rosshaupter-Str. 104, RkG
11.6. - Dresden: 18.00 Uhr
Osho Manjusha New Dawn, Fichtenstr. 6
12.6. - Schmiedeberg: Osho
Manjusha Zentrum
13.6. - Berlin: 18.00 Uhr
Far Out, Kurfürstendamm 156
14.6. - Hamburg: 20.30 Uhr
Osho Tabaan, Karonlinenstr. 7-9
16.6. - Parimal: Osho Parimal,
37218 Witzenhausen
18.6. - Köln: 20.30
Uhr UTA Institut, Venloer Str. 5-7
Osho Ko Hsuan Schule liegt
in Devon, im Südwesten von England, und ist für Kinder zwischen
7-16 Jahren aus aller
Welt offen! Die Kinder wachsen
in Liebe und Freiheit, mit Respekt füreinander, auf. Der Unterricht
findet in kleinen
Gruppen und entspannter
Atmosphäre statt.
Kurz gesagt, wirkliche
Erziehung als Unterstützung für das Kind es selbst zu sein!" |
Unschuldig
verurteilt?
Immer wieder wird behauptet, Bhagwan/Osho
sei in den USA unschuldig verurteilt worden.
Tatsache ist: Bhagwan hat ein Geständnis
abgelegt.
Wie meist, wenn wortgewandte Leute
ein Geständnis ablegen, pflegen diese ihre eigene Interpretation der
Vorgänge hinzuzufügen.
Darauf berufen sie sich dann später
zum Beweis ihrer Unschuld.
Juristisch ist diese Interpretation
belanglos.
Entscheidend ist, daß die Tatsachen
zugestanden werden und das ist dann eben ein Geständnis.
Ingo Heinemann 10.6.97:
Kurz-Info über
Bhagwan - Osho - Neo
Sannyas
In Deutschland gibt es heute zwischen 20
und 40.000 Anhänger und 70 "spirituelle Zentren". Poona in Indien
heute: "Eine Art Labor oder Experimentierfeld, um den neuen Menschen entstehen
zu lassen ... frei von allen Ideologien und Glaubenssystemen ..." (Buchkatalog
96/97). 50.000 Anhänger sollen 1993 nach Poona gekommen sein,
davon ein Drittel aus Deutschland. Im Angebot Therapien (alle Therapien
können gefährlich sein, "Zu Risiken und Nebenwirkungen ... fragen
Sie Ihren Arzt.." sollte auch hier gelten), außerdem etwa 650 Bücher
von Bhagwan/Osho, Videos, CDs. Der Katalog des Verlages in Köln ist
80 Seiten stark.
Bhagwan bezeichnete sich selbst als
"Guru der Reichen". Er besaß 96 Rolls-Roye und verlangte weitere
30 innerhalb von 30 Tagen. Da kapitulierte Sheela, seine Managerin, verließ
1985 die "Kommune" in Orgeon/USA, ein Gelände "fast so groß
wie New York City", wie Sheela sich erinnert. Sie hatte die Rajneesh-Religion
installiert, nach ihrer Abreise wurde die "Rajneesh-Bibel" verbrannt, die
Religion für tot erklärt (aber weiter Schutz durch die Religionsfreiheit
beansprucht), Sheela selbst vom Staat und ihren früheren Gefährten
zahlreicher Straftaten beschuldigt. Kurz vorher noch als Paradies auf Erden
geschildert, hieß es dann, der Ashram sei ein Konzentrationslager
gewesen. Bhagwan floh, wurde verhaftet, bekannt sich vor Gericht schuldig,
mußte die USA verlassen, suchte weltweit vergeblich nach einem neuen
Domizil und kehrte schließlich nach Poona in Indien zurück.
Dort hatte er in den siebziger Jahren
das "größte Therapiezentrum der Welt" eingerichtet. Sexuelle
Kontakte mit den Therapeuten waren offenbar üblich, Gewalt und Vergewaltigungen
sind vorgekommen. Die westlichen Kunden sorgten für Wohlstand, Bhagwan
selbst sorgte für Provokationen und damit für Aufmerksamkeit
und Werbung. "Misfits" - Unangepaßte - nannten sich viele von ihnen,
oft Angehörige sozialer Berufe.
Einen "neuen Menschen" wollte er
schaffen. Er selbst "war ein guter Geschäftsmann", "das Geld begann
zu fließen wie Wasser". Etliche seiner Anhängerinnen
aus dem Westen wurden Prostituierte in Indien, viele ließen sich
sterilisieren, Kinder waren unerwünscht. Man hatte das Ego abzulegen,
"authentisch" zu sein, zu meditieren und die Erleuchtung anzustreben.
Es kam zu "Sektenbildung
innerhalb der Kommune" (Sheela). Nach seiner Rückkehr nach Poona behauptete
er, von der amerikanischen Regierung während der Haft vergiftet worden
zu sein. Dies wird bis heute verbreitet, selbst im Buchkatalog. Sheela
berichtet allerdings von Bhagwans gewaltigem Konsum an Tabletten (Valium
und Meprobamat), für deren Beschaffung 15 Akten fiktiver Patienten
benutzt wurden. Bhagwan nannte sich Osho und starb 1990, erst 59 Jahre
alt. Kurz vorher hatte seine langjährige Lebensgefährtin Vivek
Selbstmord begangen, auch sie offensichtlich seit langem Tablettensüchtig.
Offenkundig haben viele seiner Anhänger
ihn als Gott verehrt. Sheela funktionierte diese Verehrung in eine Religion
um, als es galt, Bhagwan vor der Ausweisung durch die amerikanischen Behörden
zu bewahren. Bhagwan selbst hatte für Religionen zuvor nur Hohn und
Spott übrig gehabt. In Oregon hatte man durch eine Wahl in einem zuvor
nur dünn besiedelten Gebiet staatliche Macht übernommen. Jetzt
wurde die in den USA vorgeschriebene strikte Trennung von Kirche
und Staat sorgfältig inszeniert. Bhagwan habe von nichts gewußt,
hieß es später. Sheela: Es hat immer alles bis ins letzte Detail
gewußt und geplant. Sie war nur seine Marionette. Als sie dies schrieb,
hatte sie über drei Jahre in Haft gesessen und sich längst eine
neue Existenz in der Schweiz aufgebaut und nicht mehr zu befürchten,
juristisch belangt zu werden.
Sheela hatte sich geweigert, die
30 Rolls-Royce zu beschaffen. Bhagwan lud 50 seiner Anhänger zu sich,
kündigte wieder einmal an, daß er bald seinen "Körper verlassen"
werde und erklärte 21 Leute für erleuchtet. "Thema war, daß
er die Bühne vorbereiten mußte, damit einige Taschen oder Konten
geleert werden konnten. Er wollte schließlich dreißig neue
Rolls Royce" (Sheela). Diese 21 solchermaßen Erleuchteten bildeten
dann den "inneren Kreis", das heutige Führungsgremium.
Sheela ist keineswegs zu einer Kritikerin
Bhagwans geworden. Sie verehrt ihn nach wie vor. Ihre Äußerungen
sind dem Buch entnommen:
Sheela: Tötet ihn nicht!
Schinagl Verlag 1996 ISBN 3-9805346-0-4
Die Zahlen stammen aus dem Buch
Joachim Süss: Bhagwans Erbe
Claudius Verlag 1996 ISBN3-532-64010-4
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Bhagwan
über Homosexualität und Aids.
22 Jahre nach Bhagwans Tod berichtet der Spiegel (Spiegel
22/2012 "Esoterik. Im Bann des Weissbarts") über Bhagwans Vorträge:
"Die Arbeit im Encounter wurde aufgelockert von Bhagwans
Vorträgen. Er zitierte Freud, Nietzsche und Kant aus dem Stegreif,
plapperte auf dem Niveau chinesischer Glückskeksbotschaften
oder war schlicht menschenfeindlich. Homosexualität, dozierte
Bhagwan, sei "eine Perversion", das "biologische Programm" der Spermien
sei heterosexuell, bei Schwulen "stimmt was nicht". Das Betriebsblatt "Rajneesh
Times" druckte den Text unter der Rubrik "Meisterwerke".
Bhagwans vom Spiegel zitierte Äusserungen stammen aus
der Rajneesh Times vom 1.3.1988 Seite 10, Rubrik "Meisterwerke", Titel
"Homosexualität". Bhagwan verknüpft dort im Plauderton vermeintliche
biologische Fakten mit seiner Meinung über Religionen:
"Ich möchte dir gerne erklären, warum ich
Homosexualität als Perversion bezeichne. ... In dir gibt es kein biologisches
Programm für Homosexualität. Das biologische Programm in deinen
Spermien ist heterosexuell. Ich stelle einfach nur die Tatsache fest, daß
Homosexualität unter häßlichen Bedingungen in den Klöstern
aller Religionen entstanden ist, wo sie im Namen der Reinhaltung des Zölibats
erzwungen wurde."
Wie üblich: Provokation
um jeden Preis.
Kurz darauf schwenkt Bhagwan zu AIDS:
"Die Homosexuellen haben - weil sie pervers waren
- die Krankheit AIDS erzeugt. Heterosexualität erzeugt Leben, Leben
für eure Kinder und ein göttliches Leben für dich. Homosexualität
ist völlig unfruchtbar. Sie erzeugt gar nichts.
Ich war der Erste auf der ganzen Welt, der die
Leute auf AIDS aufmerksam gemacht hat."
Bhagwans Behauptung "Ich war der Erste auf der ganzen
Welt, der die Leute auf AIDS aufmerksam gemacht hat" ist frei erfunden.
Bhagwan schreibt 1988 in seinem Buch "Die grösste
Herausforderung. Die goldene Zukunft", Seite 89:
"Im gleichen Maße, wie die Religionen verschwinden,
mitsamt ihren repressiven Hirngespinsten und Moralvorstellungen, werden
Verbrechen wie Vergewaltigung, Perversionen wie Homosexualität, Krankheiten
wie Aids völlig von der Erdoberfläche verschwinden."
Bhagwan behauptet somit, dass Religionen die Ursache von
Verbrechen, Homosexualität und Aids sind.
Bhagwan über Hitler
Bhagwan führte 1985 ein Gespräch mit dem SPIEGEL,
35/1985 vom 05.08.1985:
"Ich möchte gern die ganze Welt übernehmen"
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13513700.html
und http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13513997.html
Auf die Frage nach Hitler "Was halten Sie moralisch und
politisch von dem Mann?" antwortete Bhagwan:
"Hitler war so moralisch wie Mahatma Gandhi ... Hitler
war vom Wesen her ein Hindu, noch mehr als Gandhi. Er war wie ein Heiliger."
Das waren keine spontanen Äusserungen
Bhagwan hielt Hitler für ein "Instrument in den
Händen anderer Mächte", nämlich "esotericher Gruppen". Dies
sei "erst jetzt" bekannt geworden.
In seinem Buch "Ich bin der Weg" (I Am the Gate, 1975)
behandelt Bhagwan Hitler in dem Kapitel "Die Arbeit esoterischer Gruppen".
Dort heisst es:
"Wir haben zum Beispiel alle von Hitler gehört -
wir wissen etwas über den Faschismus, seine Massenbewegung, seine
verzweifelten Bemühungen etwas zu erreichen. Aber niemand weiß,
daß sich dahinter etwas anderes verbarg. Hitler war nur ein Instrument
in den Händen anderer Mächte. Erst jetzt sind bestimmte Tatsachen
an die Öffentlichkeit gedrungen, die darauf hinweisen, daß er
von jemandem als ein Medium benutzt wurde, daß irgendwelche anderen
Kräfte durch ihn arbeiteten."
....
"Von außen betrachtet sieht es so aus, als wäre
Hitler von seinen Kriegsgegnern besiegt worden, aber das ist nicht die
wahre geschichtliche Realität. Hitler wurde von den Neun von Ashoka
benutzt. Es war eine der verzweifeltsten Anstrengungen dieser Gruppe, die
ganze Welt in eine bestimmte Richtung zu zwingen. Die Gruppe hatte seit
Jahrhunderten gearbeitet, ohne der Menschheit, so wie sie es sich wünschte,
helfen zu können. Es war ein letzter verzweifelter Versuch, den Menschen
zu helfen, bevor sie sich selbst auf dieser Erde vernichten würden."
....
"Eine Tatsache, die man jetzt gerade herausgefunden hat,
ist, daß Hitler sich nicht in bewußtem Zustand befand, wenn
er seine Befehle gab. Er befand sich jedesmal in einer Art von Trance;
seine Augen waren geschlossen, er zitterte am ganzen Körper, bekam
Schweißausbrüche und sprach dann mit einer völlig anderen
Stimme. Eine andere Stimme als seine gab die Befehle, bis zu dem Tag, an
dem er wieder mit seiner eigenen Stimme zu befehlen begann. Damit nahm
seine Niederlage ihren Anfang. Er kam nicht mehr in Ekstase. Der Kontakt,
der ihn lenkte, war verlorengegangen." (1. dt. Aufl. 1979, Seite 206 ff,
Sannyas-Verlag)
Nicht Hitler war also Schuld, sondern eine angebliche Esoteriker-Gruppe.
Was vermutlich die angeblich riesige Macht dieser Esoteriker
beweisen soll und zugleich das Wissen des Esoterikers Bhagwan. Im Internet
sich die "Neun von Ashoka" nicht zu finden.
Vgl. auch "Faschistoide Matrix" von Burcado Nowak in http://satjam.wordpress.com/2012/01/07/faschistoide-matrix/
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27.11.98
Impressum:
Die Website www.AGPF.de wurde eröffnet
im September 1998