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Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/Moon.htm  Zuletzt bearbeitet am 9.4.2013 
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Die Moon-Sekte
(Mun-Sekte, Mun-Bewegung, Mun-Organisation, Vereinigungskirche e.V., Tongil-gyo Vereinigungsbewegung Deutschland e.V.)
 
 
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Die Moon-Sekte

Die Moon-Sekte war eine der ersten neuen Sekten nach dem 2. Weltkrieg, die kritisch als "Neue Jugendreligionen" oder "Jugendsekten" (Haack) und neutral oder wohlwollend als "Neue religiöse Bewegungen" bezeichnet wurden.

 
 

Moon oder Mun?

Der Gründer war Koreaner.
In englischer Schreibweise wird er San Myung Moon genannt, in deutscher San Myung Mun.
Aber auch deutsche Literatur benutzt teilweise die Schreibweise Moon.
Hier wird die englische Schreibweise benutzt, weil unter dieser auch  englische Texte zu finden sind.
Die Moon-Sekte hat in Deutschland zunächst die Schreibweise Mun benutzt und benutzt heute offenbar überwiegend die Schreibweise Moon.
 
 
"Die Mun-Bewegung"  
Broschüre herausgegeben 1997 vom Bundesverwaltungsamt im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend   einschliesslich der Erläuterungen zu den Prozessen gegen die Broschüre. 
 
Die Entgegnung 

Auf diese Broschüre hat der Verein Vereinigungskirche e.V. mit einer Broschüre geantwortet, die sich noch am 9.4.2013 im Internet befand:  

    "Staatliche Diskriminierung einer religiösen Minderheit. Stellungnahme zur Broschüre, die im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom Bundesverwaltungsamt in Köln erstellt wurde. Herausgeber Vereinigungskirche e.V. 1997".
Die Broschüre der Bundesregierung wird darin mit Hetzschriften der DDR verglichen: 
 
    "Auf S. 43 der Broschüre wird - ohne jegliche Quellenangabe — behauptet, die der Vereinigungskirche nahestehende Vereinigung CAUSA organisiere „den Söldnereinsatz". Bisher waren Aussagen dieser Art nur in Hetzschriften, wie z. B. aus dem Militärverlag der DDR, und in der Sensationspresse zu finden.Behauptungen über vermeintliche militärische Verwicklungen von CAUSA konnten bereits 1984 einer gerichtlichen Überprüfung nicht standhalten (12)." Die Fussnote 12 lautet. "Landgericht Hamburg, AZ 74 0 251/84"
Eine Nachprüfung dieser angeblichen "gerichtlichen Überprüfung" ergab: 

Das richtige Aktenzeichen lautet: 74 O 251/84. Es handelte sich um eine einstweilige Verfügung durch Beschluss vom 29.06.1984. Kläger war Thomas Ward, New York. Beklagter war der Gruner+Jahr-Verlag. Der Beschluss erging ohne mündliche Verhandlung, der Antrag war also dem Verlag nicht bekannt. Der Beschluss enthält keinen Sachverhalt sondern nur eine umfangreiche Verbotsverfügung. 

Ob die Verfügung dem Verlag jemals zugestellt wurde, ist unklar. Nach § 922 Abs. 2 ZPO war Parteizustellung nötig. Es ist also durchaus möglich, das die Verfügung nicht zugestellt wurde und deshalb niemals wirksam wurde. Jedenfalls hat der Verlag keinen Widerspruch eingelegt. 

Es ging um einen Artikel im Stern vom 7.6.1984: "Barbie organisiert den Staatsstreich. Eine "Killer-Karriere (5)". 

Fazit: 

  • Der Satz "Behauptungen über vermeintliche militärische Verwicklungen von CAUSA konnten bereits 1984 einer gerichtlichen Überprüfung nicht standhalten" ist falsch. 
  • Eine Prüfung des STERN-Textes durch das Gericht hat nicht stattgefunden. Eine Prüfung hätte erst im Widerspruchsverfahren stattgefunden.
 
 
 
 
 

Moons "Göttliche Prinzipien"
 
Die "Lehre" der Sekte beruht auf dem Buch "Die Göttlichen Prinzipien" (Originaltitel: "The Divine Principle", 1960). 
 
  • Dessen Herkunft wird im Dunkeln gelassen. 
  • In Deutschland wurde das Buch laut Impressum in der 4. Auflage von 1971 (Abbildung) erstmals 1963 veröffentlicht. 
  • Herausgeber: "Gesellschaft zur Vereinigung des Weltchristentums e.V., 43 Essen, Adolf-Schmidt-Str. 15". 
  • Als Autor ist "Young Oon Kim" angegeben. 
  • Übersetzung: "Aus dem Englischen übersetzt von Paul Werner". 
 
 
 
 
 
 

Tarnorganisationen

Die Moon-Sekte hat über zahllose Tarnorganisationen verfügt.
Beispiel: Tarnorganisation der Moon-Sekte: UPF Universal Peace Federation Föderation für den Weltfrieden

Auch der "Friedens-Cup" oder "Peace-Cup" muss wohl dazu gerechnet werden.
2012 hat der HSV 1,3 Millionen Euro Siegprämie in Südkorea kassiert, berichtet "Goal" vom 9.8.12
 
Tages-Anzeiger Zürich 17.7. 2003  


Fussballstars kicken für Sekte  
In Südkorea spielen acht Spitzenteams für viel Geld an einem   
«Sektenturnier». Fussballgott Pelé machte es möglich.  

Von Hugo Stamm  

Zürich. - Die Fussballlegende Pelé hat sich vor den Karren der Moon-Sekte spannen lassen und posierte zusammen mit Sektenführer Sun Myung Moon für die Fotografen. So spielen seit Dienstag acht Spitzenteams aus allen Kontinenten in Südkorea um das Preisgeld von zweieinhalb Millionen Dollar. Und für jede Mannschaft gabs fast eine Million Franken Startgage imVoraus - Spesen nicht inbegriffen. Die Topteams liessen sich von Pelé und dem vielen Geld der so genannten Vereinigungskirche ködern. Moon lässt die Stars für sich kicken. Der PR-Gag ist ihm 18 Millionen Dollar wert.  

Das Turnier trägt den schönen Namen Friedens-Cup. Was kann da falsch sein, fragen die Manager von Clubs wie TSV 1860 München, PSV Eindhoven, Olympique Lyon, Besiktas Istanbul, Club Nacional de Football (Uruguay). Und sie unterstreichen, dass sie die Verträge nicht mit dem Organisator abgeschlossen hätten, sondern mit Pelés Agentur.  

Einzelne Klubmanager verteidigen sich mit dem Argument, sie hätten noch nie etwas von Moon und der Vereinigungskirche gehört. Mag sein. Bei dem aussergewöhnlichen Projekt hätte es sich gelohnt, ein paar Minuten für Recherchen aufzuwenden. Auf der Homepage des Veranstalters steht nämlich seit Monaten, dass Fussballfan Sun Myung Moon den Friedens-Cup, der alle zwei Jahre stattfinden soll, ins Leben gerufen hat. Ausserdem fungiert Jeong Hwan Kwak als Präsident des Organisationskomitees. Im Internet lässt sich auch leicht herausfinden, dass er die rechte Hand des koreanischen Sektenführers ist.  

Friedensgebet im Stadion  

Es sei keine religiöse Veranstaltung, verteidigte sich beispielsweise Dirk Dufner, der Sportdirektor der Münchner Löwen, gegenüber der «Süddeutschen Zeitung». Es gehe um Sport und den Weltfrieden. Tatsache ist, dass bei der Eröffnungszeremonie ein Friedensgebet gesprochen wurde.  

So kicken denn die Fussballstars eine Woche lang in Südkorea zu Ehren von Sun Myung Moon. Um sein Prestige zu fördern, organisiert der Sektenführer seit mehr als 20 Jahren mit riesigem Aufwand Friedensveranstaltungen, an denen häufig weltbekannte Meinungsträger und hohe Politiker bis hin zu Staatspräsidenten teilnehmen.  

Legendäre Massenhochzeiten  

Die Vereinigungskirche unterhält ein weltweites Firmenimperium mit Restaurantketten, Zementfirmen, Maschinenfabriken und Medien wie beispielsweise der «Washington Times». Der 82-jährige Moon sieht sich als der neue Messias, der angeblich die einzig wahre «heilige Familie» gegründet hat. Seiner Meinung nach hat Jesus als Messias versagt, weil er sich ans Kreuz hat schlagen lassen. Immer wieder für Aufsehen sorgen die Massenhochzeiten der Moonies mit bis zu 20 000 Paaren. Der Sektengründer führt die Eheleute anhand von Fotos zusammen. Viele haben sich vor der Trauung noch nie gesehen und können sich kaum verständigen, weil sie verschiedene Sprachen sprechen. Moon will alle Religionen unter seinem Dach vereinen, deshalb wählte er den Namen Vereinigungskirche.   
Sein Machtanspruch ist universal.

 
 
 
 

Will die Moon-Sekte eine politische Partei gründen?
Die nachfolgende Meldung lässt sich derzeit noch nicht nachprüfen.
 
aus dem KOREA HERALD vom 8.03.2003:  
The Unification Church said yesterday that it will form a political party Monday to prop up its social campaign on family values and world peace.   
The church, also known as the Family Federation for World Peace and Unification, said it will hold a mass rally in which about 2,000 promoters will  
register with the nation's election commission, a legal step essential to organizing a political party.   
"We have made efforts to promote family values, world peace and inter-Korean reunification. And we found we need an organization that can operate  
with legal protection," said a church official on the reasons behind the launch of the new party.   
He said the envisioned party, tentatively named "Family Party for Universal Peace and Unity," will refrain from engaging in political activities for the time  
being and focus on spreading their beliefs.   
"We have no plan to field candidates for elections at the moment," the official said.   
He added that Rev. Moon Sun-myung, the church's founder and leader, worked out the idea of forming a political party, but does not intend to assume  
a post.  
Kim Bong-tae, vice president of the church-owned Segye Times, is currently directing the 2,000 promoters, but he has yet to decide whether to take a  
party post, the official said. Kim, 53, heads the Youth Federation for World Peace.   
The rally, meanwhile, will be held at the Little Angels Performing Arts Center in eastern Seoul.   
(khj@koreaherald.co.kr) 
 
 
 

Leipzig-Werbung in "Washington Times"
Möglicherweise hat wieder einmal eine Verwechslung stattgefunden:
Während die Washington Post eine Zeitung mit weltweiten Renommee ist, gilt die Washinton Times als ein Blatt der Moon-Sekte.
 
Leipziger Volkszeitung vom 23.1.2002  Aus: http://www.lvz-online.de/lvz/zeitung/news/89902.html   


Leipzig-Werbung in den USA wirft Fragen auf  
Stadt gab 25 000 Mark für Texte in der "Washington Times" aus, deren Nähe zur Moon-Sekte ein offenes Geheimnis ist  
Thomas Müller  
Eine Leipzig-Werbung, die im Dezember in einer Beilage der "Washington Times" erschienen ist, sorgt im Nachhinein für Wirbel. Die Zeitung gilt als Hausblatt der umstrittenen Moon-Sekte. Vertreter der CDU-Stadtratsfraktion kritisieren, dass dieses Medium nicht besonders geeignet sei für eine Werbekampagne. In der Verwaltungsspitze heißt es hingegen, man habe sich vertraglich zusichern lassen, dass Moon keinen redaktionellen Einfluss auf das Blatt hat. Jetzt werde erneut geprüft, ob das zutrifft. Wenn nicht, soll das vereinbarte Honorar einbehalten werden.   

Die über das Rathaus vermittelte und von der städtischen Marketinggesellschaft organisierte Kampagne war im Herbst 2001 angebahnt worden. Eine der Anzeigen-Beilagen, die die "Washington Times" regelmäßig vertreibt, sollte Ostdeutschland gewidmet werden. Angebot der Zeitung an die Stadt: Ihr zahlt einen Obolus und besorgt Firmen, die bei uns inserieren; im Gegenzug veröffentlichen wir auf drei Seiten redaktionelle Beiträge über die Stadt. Redakteure kamen, recherchierten und machten Fotos, wenige Firmen schalteten Anzeigen. Am 17. Dezember erschien der Report, und dreieinhalb Wochen später versandte die Marketing GmbH Belegexemplare und Pressemitteilungen über die gelungene Aktion. Originalton: "Die ausgedehnte Publikation ist ein Leipziger Stadtmarketingprojekt, das sich gezielt an die Adresse von Entscheidern und Meinungsmachern in der Schaltzentrale der Supermacht USA wendet."   

"Vereinigungskirche" in der Kritik   

Ob es wirklich die richtige Adresse war, ist umstritten. Die Frage danach hatten CDU-Vertreter im zeitweiligen Ausschuss für Stadtmarketing aufgeworfen, weil sie die von dem koreanischen Sektenführer Sun Myung Moon gegründete Zeitung nicht für ein Aushängeschild halten, mit dem sich Leipzig schmücken sollte. Moons "Vereinigungskirche", die in Deutschland nach eigenen Angaben 1996 rund 1000 aktive und 1500 fördernde Mitglieder zählte, macht weltweit unter anderem durch Massentrauungen von Menschen, die sich vorher kaum kennen, auf sich aufmerksam. Moon war angeblich im Jahre 1936 die Vision Christi erschienen, dessen vor 2000 Jahren begonnene Weltmission zu vollenden. Der heute 82-Jährige veröffentlichte 1945 seine umstrittene Lehre, trägt sie seither in alle Welt und baute parallel ein Wirtschaftsimperium auf. In Deutschland hat das Innenministerium gegen ihn ein Einreiseverbot verhängt - zuletzt erneuert im Jahr 1995. Kritiker bezeichnen die Bewegung als ausgesprochen rechtsextrem. "Dass gerade in dieser Zeitung ein Leipziger Oberbürgermeister für seine Stadt werben lässt, der vorher Aktionen gegen die Todesstrafe in den USA startet und sich daheim einer Demonstration von Neonazis in den Weg stellt, ist besonders widersprüchlich", meint CDU-Fraktionsgeschäftsführer Ansbert Maciejewski.   

Nach Auffassung der Rathausspitze ist die "Washington Times" keine Moon-Zeitung. Es sei zwar bekannt, dass sie 1982 vom Sektenchef gegründet wurde, sagt Pressesprecherin Kerstin Kirmes. "Aber inzwischen sind rund 120 Investoren daran beteiligt. Das Blatt ist das Sprachrohr der Republikaner. Es gibt keinen Einfluss der Moon-Sekte auf die Redaktion. Das haben wir im Vorfeld recherchiert - auch mit Hilfe von Informanten vor Ort." Die müssten allerdings relativ blauäugig gewesen sein, meint Peter W. Schroeder, ein deutscher Journalist, der in Washington lebt und als Korrespondent für unsere Zeitung arbeitet. "Hier weiß eigentlich jeder, dass die Zeitung zum Sektenvermögen gehört und alle leitenden Beschäftigten der Moon-Ideologie nicht gerade kritisch gegenüberstehen."   

Auflage von 115 000 Exemplaren   

Die Zugehörigkeit zu einer solchen Sekte sei aber in den liberalen Vereinigten Staaten akzeptabler als in Europa, weshalb sich die meisten Leute wenig Gedanken machen, ob da möglicherweise Sekteninteressen bei der Berichterstattung eine Rolle spielen, fügt Schroeder hinzu. Andererseits sei die Tageszeitung, die "besonders von Politikern am rechten Rand der Republikanischen Partei" gelesen wird, nicht sehr weit verbreitet: Ihre Auflage wird mit 115 000 angegeben; die "Washington Post", der Konkurrent in der US-Hauptstadt, hat rund 850 000. "Mit diesem Blatt hätte man die Mehrzahl der Entscheidungsträger erreicht - aber dort sind die Anzeigenpreise deutlich höher", sagt Schroeder. Im Leipziger Rathaus wird jetzt untersucht, ob die "Washington Times" falsche Zusagen gemacht hat. "Es ist doch klar, dass wir die Intentionen dieser Sekte nicht mittragen und auch nicht damit in Verbindung gebracht werden wollen", sagt Sprecherin Kirmes. "Wir wollten einfach nur die Möglichkeit nutzen, für die Stadt zu werben und potentielle Investoren anzulocken."   

Anwalt prüft Verträge noch mal   

Für diese Werbung hat die Stadt einen "Sockelbetrag" von 25 000 Mark bezahlt. Laut Lutz Thielemann, Chef der Marketinggesellschaft, kamen über die inserierenden Wirtschaftspartner weitere 50 000 Mark dazu. Das Gesamthonorar von 75 000 Mark (38 347 Euro) müsste eigentlich jetzt nach Washington überwiesen werden. "Aber wir schalten zur Prüfung noch mal einen Anwalt ein", sagt Thielemann. "Wenn die vertraglichen Zusicherungen nicht stimmen, wird nicht gezahlt." 

 
 
 

Prozesse um Moon-Einreiseverweigerung beendet

Das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz 7 A 11437/06.OVG hat das Einreiseverbot gegen Moon durch Urteil vom 19. April 2007 aufgehoben. Urteilstext mit Pressemitteilung des Gerichts unter http://www.AGPF.de/OVG-Koblenz-7A11437-06-Moon.pdf
Vorangegangen war  ein Beschluss des Bundesverfassungsgerichts 2 BvR 1908/03 vom 24. Oktober 2006
Entscheidungstext mit Pressemitteilung des Gerichts unter http://www.AGPF.de/BVerfG-2BvR1908-03-Moon.pdf

 

Bundesverwaltungsgericht
Pressemitteilung Nr. 22 
vom 10.07.2001

Einreiseverbot für Ehepaar Mun

Das Bundesverwaltungsgericht hat heute entschieden, dass die Klage der zur sog. Mun-Bewegung zählenden deutschen Vereinigungskirche e.V. gegen das seit 1995 bestehende Einreiseverbot für die Eheleute Mun zulässig ist.  

Herr Mun ebenso wie seine Ehefrau koreanischer Staatsangehöriger mit Wohnsitz in den USA ist Gründer und Oberhaupt der weltweit tätigen Vereinigungskirche. Im Rahmen einer Vortragsreise durch Europa wollte er im November 1995 auf Einladung der Vereinigungskirche in Frankfurt/Main eine Ansprache zum Thema "Die wahre Familie und Ich" halten. Um dies zu verhindern, wurden die Eheleute Mun von der Grenzschutzdirektion Koblenz zur Einreiseverweigerung im Schengener Informationssystem ausgeschrieben. Dem lag die Einschätzung der Bundesregierung zugrunde, dass die Mun-Bewegung zu den sog. Jugendsekten und Psychogruppen zähle, von denen eine Gefahr für junge Menschen ausgehen könne. Den Eheleuten Mun wurde aufgrund dieser Ausschreibung bei ihrer Ankunft auf dem Flughafen in Paris von den französischen Behörden die Einreise in das Gebiet der zum Schengener Übereinkommen gehörenden Staaten verweigert. Die Ausschreibung wurde 1998 um weitere drei Jahre verlängert; hiergegen hat das Ehepaar Mun keine Rechtsbehelfe ergriffen.  

Mit ihrer Klage begehrt die Vereinigungskirche die Feststellung, dass die Ausschreibung rechtswidrig ist. Sie sieht sich dadurch in ihrem Recht auf freie Religionsausübung nach Art. 4 Abs. 1 und 2 GG verletzt. Das Verwaltungsgericht Koblenz hat die Klage als unzulässig abgewiesen, weil dieses Grundrecht einer religiösen Vereinigung keinen Anspruch auf Einreise ihres ausländischen geistlichen Oberhauptes gewähre. Demgegenüber hat das Oberverwaltungsgericht Koblenz in einem Zwischenurteil die Zulässigkeit der Klage bejaht.  

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts bestätigt. Es hat ausgeführt: Die Klage richtet sich der Sache nach auf die Feststellung, dass die Aufrechterhaltung der Einreiseverweigerung gegenüber den Eheleuten Mun eigene Rechte der Vereinigungskirche verletzt. Mit diesem Begehren ist die Klage zulässig. Für die Zulässigkeit einer Klage genügt es nach ständiger Rechtsprechung, dass die behauptete Rechtsverletzung möglich erscheint. Das ist hier zu bejahen. Die Vereinigungskirche ist nach den Feststellungen des Oberverwaltungsgerichts als religiöser Verein und damit als Träger des Grundrechts der Religionsfreiheit anzusehen. Das Interesse der Vereinigungskirche an der Einreise ihres religiösen Oberhauptes kann durch Art. 4 Abs. 1 und 2 GG geschützt sein, insbesondere wenn die Anwesenheit des Oberhauptes in Deutschland eine wesentliche Bedeutung für die gemeinschaftliche Ausübung der Religion hat. Ob dies der Fall ist und ob sich diese Belange gegebenenfalls bei der Ausübung des behördlichen Ermessens gegenüber den geltend gemachten öffentlichen Interessen an dem Einreiseverbot durchsetzen, wird vom Oberverwaltungsgericht im Rahmen der Begründetheit der Klage zu prüfen sein.  

Entscheidung vom 10.07.2001 - 1 C 35.00

 

Das Oberverwaltungsgericht Koblenz 12 A 10349/99 hat die Berufung zurückgewiesen.

1995 verhängte das Bundesministerium des Innern eine Einreiseverweigerung gegen das Ehepaar Moon.
Dagegen erhob ein deutscher Verein Klage.
Das Verwaltungsgericht Koblenz 3 K 938/98.KO wies diese Klage mit Urteil vom 9.11.98 ab.
Das Gericht zu einer grundsätzlichen Frage:

"Auch für - dem vorstaatlichen Raum entstammende - Begriffe wie Religion oder Weltanschauung besteht die Notwendigkeit, sie für die Rechtsordnung handhabbar zu machen und ihnen einen rechtlichen Begriffsgehalt zu geben. Diese Aufgabe kann jedoch nur der Staat erfüllen. Denn ein zu weit gehendes Zurückgreifen auf das Selbstverständnis der jeweiligen Religionsgemeinschaft würde zu einer Verlagerung der staatlichen Kompetenz - Kompetenz führen mit der Folge, dass die Rechtsordnung vollkommen zur Disposition einzelner Gruppen gestellt würde".
Im Berufungsverfahren wurde zunächst entschieden, daß der deutsche Verein klagen darf.

 
 

Bücher
 
Gloriett Halmdienst: Reise durch Flut und Ebbe - Mein Leben in der Mun-Sekte  
Bestelladresse:  
Gloriett Halmdienst A-8660 Mürzzuschlag Postfach 75  
E-Mail: meet_glory@yahoo.com  

Artikel: http://www.ilsehruby.at/Glory.html  

Neuauflage durch den Verlag IKS Garamond in Vorbereitung  
D-07743 Jena Leutragraben 1  
ISBN 3-934601-47-2   € 14,--

 
Hong, Nansook: Ich schaue nicht zurück .  
Moons Schwiegertochter berichtet.  
Bastei Lübbe 2000 ISBN 3-404-61446-1  
Originaltiltel: In the Shadow of the Moons. My life in the Reverend Sun Myung Moon's Family - Im Schatten der Moons (auch: Im Schatten der Monde) Mein Leben in der Familie des Reverend Sun Myung Moon, 1998  

Text auf der Titelseite:  
Vierzehn Jahre lang ist Nansook in einer unglücklichen Ehe mit dem Sohn des Sektengründers Sun Myung Moon gefangen. Aber erst als er sie - obwohl hochsehwanger - schlägt, wird ihr klar, daß sie ihn mit ihren Kindern heimlich verlassen muss, um weiterleben zu können.  

Text auf dem Buchrücken:  
Als die 15jährige Nansook Hong, Tochter strengläubiger Anhänger der "Vereinigungskirche", den den ältesten Sohn des Sektenführers Sun Myung Moon heiratet, glaubt sie, nunmehr Mitglied einer "heiligen Familie" zu sein. Doch schnell begreift sie, daß das Gesicht, das die Moons der Öffentlichkeit zeigen, mit der Realität nichts zu tun hat. Statt Liebe, Keuschheit und Gottesfurcht sind Schläge, Beleidigungen, Ehebruch und Drogen an der Tagesordnung. Nur die Kinder, die sie bekommt, machen ihr Leben in den folgenden Jahren erträglich.  
Als ihr Mann sie eines Tages zusammenshlägt, obwohl sie hochschwanger ist, und ihr droht, sie umzubringen, wird ihr klar, dass sie fliehen muss, denn einer Scheidung wird die Familie nie zustimmen.

 
Barbara und Betty Underwood  
Im Bann des Himmels  
Erfahrungen von Mutter und Tochter über vier Jahre Mun-Sekte  
Deutscher Taschenbuch Verlag dtv 1985  
Original 1979: Hostage to Heaven  

Text Buchrückseite:  
Barbara Underwood berichtet über das Innenleben der Mun-Sekte, die sie vier Jahre lang in ihren Bann gezogen hatte - und die Mutter über ihre Anstrengungen, sie aus dieser Gefangenschaft zu befreien. Mit Erläuterungen zu den wichtigsten Begriffen der »Vereinigungskirche«.   

 
Oliver von Hammerstein: Ich war ein Munie  
Tagebücher und Berichte einer Befreiung aus der Mun-Sekte  
Mit Beiträgen von Ingrid Altmann und Rüdiger Altmann und einem Vorwort von Manfred Müller-Küppers  
dtv 1980  

Text Buchrückseite:  
Dieser erste authentische Bericht eines ehemaligen Mun-Mitglieds zeigt nicht nur, wie die Sekte im Innern funktioniert und mit welch raffinierten und skrupellosen Methoden Jugendliche gefügig gemacht werden, er ist auch und vor allem das überaus erschütternde Dokument einer geglückten Entsiegelung: der seelischen, intellektuellen und sozialen Umkehr, wie sie nur wenigen Betroffenen gelingt.

 
Friedrich-Wilhelm Haack: Das Mun-Imperium  
Beobachtungen - Informationen - Meinungen  
(Findungshilfe Mun-Bewegung)  
Arbeitsgemeinschaft für Religions- u. Weltanschauungsfragen / WMC München 1991  
Material-Edition 31 der ARW  
ISBN 3-921513-95-2  
Das Buch ist nach Stichworten aufgebaut, nach Art eines Lexikons. Zum Zweck des Buches schreibt Haack zu Beginn:  
"Immer wieder wird eine informierende Publikation über die Mun-Bewegung gefordert, da die bisher vorliegenden weitgehend ohne Kenntnis und daher ohne Berücksichtigung der internen Literatur der Mun-Bewegung geschrieben worden sind. Andere wiederum erwecken den Anschein, vom Mun-Imperium angeregt und unterstützt worden zu sein. Was sie als “Objektivität“ ausgeben, ist oft nichts anderes als Informations-Verschleierung.  
Auch die von den Betreibern und Zuarbeitern des Mun-Imperiums immer wieder gestellte Forderung nach ‘Dialog‘ ist nach meiner Ansicht nichts anderes als Augenwischerei und der (vermutlich auch für die Betreiber nicht ganz uneigennützige) Versuch einer Weisswäscherei und unwahrhaftigen “Einchristlichung‘ des Mun-Imperiums, seiner Bestrebungen und seiner Ideologie.  
Jeder muß sich seine Meinung selber bilden. Doch oft hängt die Meinungsbildung von der zur Verfügung stehenden Information ab. Für Überzeugungen, als Folgen von Meinungen, gilt das noch deutlicher. So sollen die hier vorgelegten Informationen und Überlegungen nichts anderes, als gegebenenfalls Material zur eigenen Meinungsbildung darstellen. Ob sie akzeptiert werden oder nicht, steht im Belieben des jeweiligen Benutzers.  
Es ist eine hier offenzulegende Absicht einzugestehen: Ich möchte mit diesen Informationen jenen Zuarbeitern und Nutzniessern des Mun-Imperiums entgegenwirken, die für ihre Kooperation und die dadurch erreichten Vergünstigungen angebliche “hohe“ Ziele wie die “Informationsfreiheit“, das angebliche “Einwirken“ auf die Munies, den “Dialog“ und eine “Ökumene der Religionen“ oder sonstige hehre Entschuldigungen anführen."
 
 
 



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