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Infos über Sekten, Kulte und den Psychomarkt
AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit
Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung e.V., Bonn
Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/Messen.htm  Zuletzt bearbeitet am 20.12.2004
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Esoterik-Messen
Esoterik-Messen sind ein weitgehend unterschätztes Werbemittel des Psychomarktes.
Dazu trägt bei, daß diese gern mit den Begriffen "Natur" und "Gesundheit" verbunden werden.


Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
Impressum

Esoterik-Messen sind ein weitgehend unterschätztes Werbemittel des Psychomarktes. Dazu trägt bei, daß diese gern mit den Begriffen "Natur" und "Gesundheit" verbunden werden.
 
 
Aus: Colin Goldner: Die Psycho-Szene, Seite 51


Einer der führenden Veranstalter derartiger Messen, der Münchner Alexander Dorn, stiftete 1997 einen mit 10.000 Mark dotierten "Deutschen Esoterikpreis", als dessen erster Träger der in Liechtenstein ansässige Heilpraktiker und Lebenslehrer Kurt Tepperwein auserkoren wurde.

 
 

Plakat-Aktionen

Auf den gelben Plakaten  ist folgende Tel-Nr. zu lesen: 08679-4518
Diese Nummer ist eingetragen unter:
Marina Gaoui, Lessingstr. 48, 84508 Burgkirchen a d Alz, 08679-4518
Als Veranstalter ist auf dem Plakat genannt: Firma Bon Coeur Veranstaltungen, also "Gutes Herz"-Veranstaltungen.
Auf der KlickTel-CD zu finden:
Firma Bon Coeur Veranstaltungen, 84508 Burgkirchen a d Alz, 0171-6512853
Auf dem Plakat für 2002 ist aus Esoterik-Natur-Tagen dann "Esoterika" geworden.
 
 
 

Eine Abmahnung
 
Abmahnung an AGPF: AGPF-Antwort:
BON COEUR GmbH
Adalbert-Stifter-Straße 1 
D-84508 Burgkirchen/Alz 
Burgkirchen den, 14.08.2003

Betreff: Webseite - Infos über Sekten , Kulte und Psychomarkt www.AGPF.de
Sehr geehrter Herr Heinemann,
wie wir durch Ihre Webseite feststellen mussten , betreiben Sie Rufschädigung und Geschäftsschädigung mit unseren Namen. Des weiteren haben Sie Plakate in großer Anzahl von uns veröffentlicht. Wir verwahren uns das Sie uns unter "Infos über Sekten , Kulte und den Psychomark" veröffentlichen. Wir betreiben weder eine Sekte noch Kulte oder einen Psychomarkt.
Hiermit fordern wir Sie unverzüglich auf den Text über Bon Coeur - Veranstaltungen sowie den Namen Marina Gaoui + Anschrift und die Plakate zu entfemen.
Wir räumen Ihnen eine Frist bis zum 22.08.2003 ein, sollten bis dahin nicht die Eintragungen gelöscht sein, werden wir unseren Rechtsanwalt mit dieser Angelegenheit beauftragen und verklagen Sie auf eine Geschäftsschädigung in Höhe von mindestens 50.000,- Euro. Des weiteren untersagen wir Ihnen auch in Zukunft über die Bon Coeur - Veranstaltungen oder Bon Coeur GmbH in irgend einer Art oder Weise zu berichten oder etwas zu veröffentlichen. Ich verweise Sie darauf das das Esoterika-Plakat gegen alle Art von Werbung geschützt und rechtlich Patentiert ist.
Mit freundlichen Grüßen
Marina Gaoui
(P.S.) Dieses Schreiben mit Anlagen haben wir mit heutigen Datum an unseren Rechtsanwalt weitergeleitet
Geschäftsführer: Mohamed Gaoui Handelsregister AG Traunstein Nr. HRB 14474 Steuernummer der Gesellschaft 141/122/65318 USt-ldNr.DE813481131

Firma Bon Coeur GmbH
Frau Marina Gaoui
Adalbert-Stifter-Str. 1
84508 Burgkirchen
18.8.2003

Betr.: Ihr Schreiben vom 14.8.2003 wegen www.AGPF.de/Messen.htm

Sehr geehrte Frau Gaoui,
für Ihr Unterlassungsbegehren sehe ich keinerlei Rechtsgrundlage. Wertungen unterliegen der Meinungsfreiheit. Unterlassung kann also nur bei falschen Tatsachenbehauptungen verlangt werden. Schutzrechte schützen gegen Nachahmung, nicht aber gegen Berichterstattung.
Der Internettext enthält einen Bericht über einen bestimmten Bereich des Wirtschaftslebens, auf dem Sie als Veranstalter von Messen Anbieter sind. 
Dieser Bereich wird üblicherweise als Psychomarkt bezeichnet. 
Kommerzielle Angebote der Esoterik gehören zu diesem Marktsegment.
Es ist selbstverständlich, dass darüber berichtet werden darf.
Ein solcher Bericht darf selbstverständlich auch Abbildungen enthalten.
Ich kann auch nicht erkennen, dass Sie etwa die Unterlassung einer unrichtigen Tatsache verlangen.
Mit freundlichen Grüßen
Ingo Heinemann



Eine Antwort haben wir nicht erhalten.

 
 
 
 
 

PSI-Tage und Kongress für Geistiges Heilen

Die Abbildung stammt aus www.psi-tage.ch
Der Kreis der Aussteller und der Besucher ist weitgehend identisch mit dem von Esoterik--Messen.
Mehr zu diesen PSI-Tagen unter http://www.AGPF.de/Esoterik.htm.
 
 
 

Die Veranstalter
 
Donaukurier 19.4.01 
"Mit kritischem Blick über Esoterik-Messe laufen" 
"Esoterik-Natur-Messe" hat mit Wankmiller-Sekte nichts zu tun / "Verein" informiert über "Meditation" 
Ingolstadt (iso) Karten legen, heilende Steine oder die "Weisheit der Runen": Bei der "Esoterik-Natur-Messe", die vom Freitag, 20. April, bis Sonntag, 22. April, im Festsaal in Ingolstadt veranstaltet wird, ist die ganze Palette des esoterischen Marktes vertreten, von der Aura-Fotografie bis zum Handlesen. Unabhängig vom Sinn oder Unsinn solcher "Therapien" sind in jüngster Zeit solche Esoterik-Messen, die in regelmäßigen Abständen in fast allen größeren deutschen Städten organisiert werden, in Verruf geraten. 
Denn hinter einem der Veranstalter steckt, wie verschiedene Medien berichtet haben, die im Raum Füssen im Allgäu sehr aktive Wankmiller-Sekte. Der Veranstalter der Messe in Ingolstadt, die Firma "Bon Coeur" aus Burgkirchen, hat aber nach eigenen Angaben mit dieser Sekte nichts zu tun. Das bestätigt auch Robert Schlittenbauer von der Selbsthilfegruppe "Sektenausstieg Allgäu" aus Kaufbeuren, der als Aussteigerberater einen guten Überblick vor allem auch über den Wankmiller-Clan hat. Laut Schlittenbauer teilen sich drei Veranstalter den deutschen und teilweise auch den österreichischen Esoterik-Messe-Markt. Die "Esoterik-Natur-Messe", die jetzt in Ingolstadt veranstaltet wird, stehe mit den Umtrieben des Wankmiller-Clans in keinerlei Zusammenhang. "Wankmiller hat den Begriff "Esoterik-Tage" schützen lassen", erklärt Schlittenbauer. Dabei bleibe der "Lederhosenguru" allerdings offiziell im Hintergrund: Die Geschäfte der Veranstaltungsfirma "ProExpo" lenke ein Mittelsmann, um dessen enge Kontakte zur Sekte man wüsste. Reinkarnation von Ludwig II. 

Der als "Sex-Messias" bekanntgewordene Wolfgang Wankmiller betrachtet sich unter anderem als Wiedergeburt Jesu Christi und als Reinkarnation Ludwigs II. von Bayern. Ein Mitglied seines Clans musste sich kürzlich wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch Minderjähriger vor Gericht verantworten. Die Sekte besitzt und finanziert sich zum Großteil durch mehrere Läden in der Füssener Innenstadt, Immobilien und eben auch die Veranstaltungsfirma "ProExpo", die beispielsweise in München und Starnberg "Esoterik-Tage" veranstaltet. 

Auf der mittlerweile dritten Esoterik-Messe in Ingolstadt stellen, wie der Veranstalter Adam Gaoui berichtet, über 30 Aussteller aus, die alle ein "kommerzielles" Interesse hätten. Vor allem seien esoterische Fachliteratur, ätherische Öle, Räucherwerk, Heilpraktikerbedarf und vegetarische Nahrungsergänzungsmittel einer Münchner Firma im Angebot, berichtet Gaoui. Außerdem werde Lebensberatung in Form von Karten legen, Handlesen und Klangmeditation angeboten, vereinzelt auch Seminare und Lehrgänge. "Sektengruppen haben wir nicht, alle Aussteller brauchen einen Gewerbeschein", so der Veranstalter der "Esoterik-Natur-Messe". Allerdings nennt er im gleichen Atemzug auch den Verein "Wissenschaft der Spiritualität", der auf der Messe über Meditationspraktiken informiere. Hinter diesem "Verein" verbirgt sich laut des Psycho-Szene-Ratgebers von Colin Goldner ebenfalls eine weltweit agierende und von Kritikern als gefährlich und totalitär eingestufte Sektenorganisation. 

Natürlich ist es jedem Menschen unbenommen, an die heilende Wirkung von Edelsteinen zu glauben, oder auch nicht. Allerdings sieht Schlittenbauer, der schon viele Menschen beim schwierigen Ausstieg aus einer Sekte begleitet hat, den gesamten "Psycho-Markt" sehr kritisch. 

Dubioser Psycho-Markt

"Alles mögliche" werde den Leuten da zum Teil versprochen. Es sei eine Unverschämtheit, unheilbar Krebskranken zum Beispiel pures Leitungswasser als Heilwasser ("Levitiertes Wasser") zu verkaufen. Auch so genannte "Geistheilungen" oder "Lichtmeditationen" seien oftmals dubios. Schlittenbauer empfiehlt, mit kritischem Blick über eine Esoterik-Messe zu gehen und keinesfalls Anmeldungen zu Seminaren oder ähnlichem zu unterschreiben. Häufig würden teure Lehrgänge wie zum Heilpraktiker angeboten, deren Wissen ebenso gut, aber viel billiger durch Fachliteratur aus dem normalen Buchhandel erlernt werden könnte. 


 
Die Rheinpfalz vom 23.2.02


Von Sekte organisiert?
"Esoterik-Tage" am Wochenende im Pfalzbau

Am Wochenende finden wieder die "Esoterik-Tage" im Pfalzbau statt. Organisiert wird diese Messe von der "Pro Expo", einem Veranstalter, der nach Presseberichten mit der sektenähnlichen Gemeinschaft "Stamm Füssen Eins" oder "Stamm von Likatien" wirtschaftlich zusammenhängt. 

Der Veranstalter will nach eigenen Worten ein "Schaufenster in die geheimnisvolle Welt der Esoterik öffnen", und bietet Vorträge, Workshops und Stände für die klassischen Bereiche der Esoterik an. Außerdem soll in diesem Jahr ein Konzert unter dem Titel "Die Sehnsucht zur Harmonie" mit Esra Voglgsang stattfinden.

In Füssen, wo auch der Sitz der "Pro Expo ist", haben sich zwei Initiativen gegründet, die vor dem "Stamm von Likatien" rund um den Guru Wolfgang Wankelmiller warnen. Einer davon ist Robert Schlittenbauer, der auch im Internet gegen die Gemeinschaft und die mit ihr zusammenhängenden Gesellschaften mobil macht.

Die Sekte soll sich zum Großteil durch mehrere Läden in der Füssener Innenstadt, Immobilien und eben auch durch die Veranstaltungsfirma "ProExpo" finanzieren. Die Esoterik-Tage machten in Bayern wegen der Sektenvorwürfe Schlagzeilen.

Die Esoterik-Messe der Firma "Pro Expo" findet vor allem im süddeutschen und südwestdeutschen Raum statt. Zuvor war die Veranstaltung in Karlsruhe, im März stehen dann Nürnberg, Heidelberg und Würzburg im Veranstaltungskalender auf der Homepage im Internet. (cp)


 
Neue Luzerner Zeitung 21.11.01
Esoterische Heil-Tage in Luzern
Nach dem Flop jetzt der Streit 
von Hugo Bischof 
hb. Die Esoterischen Heil-Tage vom vergangenen Wochenende in Luzern waren publikumsmässig ein Flop. Jetzt ist zwischen dem Veranstalter aus Deutschland und einigen Schweizer Ausstellern ein offener Streit ausgebrochen. Die Aussteller fordern einen Teil der von ihnen einbezahlten Standgebühren zurück. Sie werfen dem Veranstalter mangelhafte Werbung und fehlerhafte Organisation vor. Zudem sei er von seinem ursprünglichen Versprechen abgewichen, reine Heil-Tage ohne Verbindung mit Esoterik abzuhalten.

Aussteller verlangen ihr Geld zurück 

Katzenjammer nach den Luzerner Heil-Tagen: Einige der Aussteller werfen dem Veranstalter «Vorspiegelung falscher Tatsachen» vor und fordern ihr Geld zurück. 

Publikumsmässig waren die «1. Esoterischen Heil-Tage für Körper-Geist+Seele» letztes Wochenende im Luzerner Hotel National ein Flop (Ausgabe vom Montag). Lediglich achtzig Besucherinnen und Besucher hätten sich während der dreitägigen Messe im «National»-Ballsaal verloren, beklagte sich eine der Ausstellerinnen, Cornelia Schellauf, gegenüber unserer Zeitung. «Falsch, es waren mindestens doppelt so viele», kontert Karl-Heinz Sinzinger von der veranstaltenden Firma Vita World in Langenburg, Deutschland. 

Deftige Klagen 

Dass der Publikumsaufmarsch weit unter den Erwartungen blieb, bestreitet allerdings auch er nicht. Neben dem Frust über Vorträge vor leeren Rängen und kaum benutzte Heilangebote sieht Sinzinger sich jetzt auch mit deftigen Klagen von Seiten einiger der Veranstalter konfrontiert. 

Cornelia Schellauf, diplomierte Lebensberaterin («Co?in Art», Praxis für Energiearbeit in Alpnach), hat eine ansehnliche «Mängelrüge» zusammengestellt, die neben ihr von sechs weiteren Schweizer Ausstellern unterschrieben wurde. Darin werden dem Veranstalter mangelhafte Werbung und fehlende Organisation vorgeworfen. Gewichtiger noch, so Schellauf: «Sinzinger hat uns falsche Tatsachen vorgespiegelt.» 

«Esoterik» kommt schlecht an 

Konkret geht es um die Bezeichnung der Messe. «Den Begriff ?Esoterik? dankbar hinter uns lassend, möchten wir mit den ?Heil-Tagen für Seele, Geist und Körper? das ganze Spektrum der Menschen zusammenführen, die sich um das menschliche Heil und Wohlergehen bemühen.» Mit diesem Satz hatte Sinzinger ursprünglich um Aussteller geworben. Dass später trotzdem der Ausdruck «Esoterisch» auf der offiziellen Veranstaltungsankündigung verwendet wurde, ist einigen Ausstellern sauer aufgestossen. 

«Die Vermischung von Esoterik und Heilen ist ungünstig», sagt Cornelia Schellauf, «der seriöse gesundheitliche Aspekt des Heilens leidet darunter.» Schellauf ärgerte sich auch über die Anwesenheit einiger Sekten, die «Prospekte und Heilen gratis anbieten». Das Problem sei, dass «der Begriff Esoterik heute mit der Ausbeutung hilfloser Menschen in Verbindung gebracht wird», sagt Aussteller Manfred Forrer von der Bibliotheca Mystica in Luzern, der die Mängelrüge ebenfalls unterschrieben hat. 

Bei der Luzerner Veranstaltung habe es sich «im Grossen um Heiltage gehandelt», verteidigt sich Karl-Heinz Sinzinger, der alle Vorwürfe der Aussteller zurückweist und das Ganze als «Sturm im Wasserglas» abtut. Den Begriff «Esoterisch» habe er klein über den Haupttitel geschrieben, um das Publikum der bisherigen, ebenfalls von ihm organisierten Luzerner Esoterik-Tage nicht abzuschrecken. 

Schlicht nicht publik gemacht 

Dass Sinzinger bei der Organisation Fehler machte, bestätigt Manfred Forrer, in dessen Geschäft der Vorverkauf und der Programmversand erfolgten. «Wir verkauften vor der Veranstaltung kein einziges Billett», so Forrer, «und die erste Anfrage wegen des Programms kam letzten Dienstag.» Die Veranstaltung sei schlicht nicht publik gemacht worden, wirft Forrer dem Veranstalter vor. Dieser gibt an, für 900 Franken 500 Plakate in Auftrag gegeben zu haben, «doch als ich vor der Veranstaltung in Luzern eintraf, sah ich kein Einziges davon hängen - vielleicht wurden sie überklebt.» 

«Rufschädigung» 

Das Vertrauen der Schweizer Aussteller in Veranstalter Sinzinger ist seit einiger Zeit getrübt. Jedenfalls waren die Ende September in St. Gallen geplanten Heil-Tage kurzfristig abgesagt worden - weil sich zu wenig Aussteller dafür fanden, wie Sinzinger eingesteht. Jetzt kommt es für ihn noch dicker. In der Mängelrüge, die von sieben Luzerner Veranstaltern unterschrieben wurde, wird Sinzinger zur Rückzahlung von 40 Prozent der einbezahlten Gebühren aufgefordert. Diese Messe sei «eine Rufschädigung für uns Aussteller», lautet die Begründung. 

170 Franken pro Quadratmeter Ausstellungsfläche wurde den Ausstellern verrechnet. Dazu kamen 45 Franken pro Stellwand und 45 Franken pro Stromanschluss. Dass für ihn ein Reingewinn von 10 000 Franken resultiert haben soll, stellt Sinzinger in Abrede: «Wer eine solche Zahl in den Raum stellt, weiss nicht, wie gross der Aufwand für die Organisation ist.» 

Neue Messe «auf Eis gelegt» 

Falls er trotz fehlender Besuchereinnahmen positiv abschliesse, wäre er zu einer «Geste des Entgegenkommens» bereit, lässt Sinzinger durchblicken. Die für April geplante Wiederholung der Heiltage hat er vorläufig «auf Eis gelegt».


Neue Luzerner Zeitung 18.11.01
Esoterik, und keiner geht hin 
von Inge Leifick 
Stellen Sie sich vor, es gibt Heiltage und keiner geht hin. So geschehen in Luzern. Am Wochenende gab es «Esoterische Heiltage» im Hotel National und - siehe oben. Keiner, das ist ein bisschen untertrieben, schliesslich war ich dort.

Zugegeben, das Vortragsprogramm hätte mich auch nicht hinter dem Ofen hervorgelockt: Astrologie und Familienstellen kenne ich schon, Erleuchtung brauche ich nicht. - Doch zufällig war ich in der Gegend und dachte, schau doch mal rein, vielleicht liest dir einer aus der Hand und verkündet, dass du demnächst dem Mann deines Lebens begegnest, schliesslich braucht jede noch so starke Frau gelegentlich ein wenig Zuspruch und Aufmunterung.

Ich betrete den Saal Ritz. Die Augen sämtlicher Aussteller richten sich auf mich. Nur der Handleser hat Kundschaft. Auf seinem Tisch liegt eine Liste. Der nächste freie Termin ist in einer Stunde. Nun gut, vertreibe ich mir die Zeit. «Sind Sie die Geistheilerin?», spreche ich eine Frau an, die so gar nichts Magisches ausstrahlt. Sie nickt. «Und das Geistheilen machen Sie hier?», frage ich erstaunt und zeige auf den leeren Stuhl, der vor ihr steht. Sie nickt. Ich müsse wissen, dass sie meine Selbstheilungskräfte anrege, das könne sie auch auf dieser kleinen Messe. Ich winke ab und erkläre ihr, dass ich nicht krank sei. «Ich helfe Ihnen, mit sich selbst weiterzukommen», hält sie mir entgegen. Verstehe. Keine Magie.

Zen wie bitte?

«Meditation in der Gemeinschaft», steht auf dem Faltblatt am nächsten Stand. «Wollen Sie zu unserer Meditation kommen?», fragt mich eine zartes Stimmchen. Welche Meditation? Zen-Meditation? - «Ich weiss nicht, wie Zen-Meditation geht. Unsere Meditation basiert auf der Stille. Unser Lehrer ist Sant Rajinder Singh.» Ich sage der netten Dame, dass ich mich übern Herrn Singh informieren werde, wer kauft denn schon gern die Katze im Sack, wende mich ab - und laufe unweigerlich einer kleinen, grauhaarigen Gestalt in die Arme. Ihren Hals ziert eine Kette mit grossen Steinen, ihre Augen sind starr auf mich gerichtet. «Ein Medium», denke ich. Das Medium beginnt zu sprechen: «Auch Sie haben mediale Fähigkeiten.» Kalter Kaffee: Das hat eine Astrologin bereits auf der letzten Esoterikmesse in meinem Horoskop gelesen. Sie flüstert weiter: «Da ist sehr viel Angst in Ihnen. Ich könnte helfen, Ihr Selbstvertrauen wieder zu finden.» 120 Franken würde die Hilfe kosten. Viel Geld für jemanden wie mich, der den Satz «Sie sind voller Angst» schon mal gelesen hat. Nur wo? Wars im Buch «Schnellkurs. Wie ich in zwei Monaten Heilerin werde» oder in «Wie manipuliere ich meine Mitmenschen?». - Ich flüchte.

Cash für Handfestes 

Am letzten Stand werde ich dann doch noch schwach: Da liegt eine wunderschöne, weinrote Decke. Davor steht ein Tibeter. Gott sei dank. Er schweigt. Ich feilsche, statt 235 bezahle ich 200 Franken. Mit der Decke unterm Arm strebe ich dem Ausgang zu, froh, den Heiltagen heil entkommen zu sein. Ich weiss nun zwar nicht, ob mir das Liebesglück winken wird, dafür habe 120 Mark gespart und mich in Solidarität mit dem tibetischen Volk geübt. 


 
 
Potsdamer Neueste Nachrichten vom 17.2.02  http://www.pnn.de/archiv/2002/02/16/ak-be-st-5525524.html 


Die Geheimnisse der rot-roten Aura

Bei den Esoterik-Tagen wird an vielen Ständen in die Zukunft geblickt. Doch über das Schicksal des verarmten Berlins schweigen sich die meisten Wahrsager bei der Messe im Logenhaus aus

Katja Füchsel

Alles wird gut. Der Schuldenberg bald nur noch eine vage Erinnerung, die rot-rote Koalition ein Bündnis der Harmonie. Alles eine Sache des Trainings, sagt die weißgewandete Frau, eine Frage des gegenseitigen Umgangs. "Andere Lösungen für die bekannten Konflikte", steht auf ihrer Visitenkarte. Räucherkerzen-Schwaden und Sphärenklänge ziehen durch den Raum. Die ausgewiesene Diplom-Kunst-Gestalt-Psychodramatherapeutin spricht gerade von "Seelenbildern", die man bei Wowereit & Co lesen müsse. Von "Verfassungen", die zu erarbeiten seien - harte Arbeit, aber sie verspreche einiges: "Die Blockade der Parteien kann man lösen", sagt die Frau lächelnd.

Dieser Tage wird im Wilmersdorfer Logenhaus ohnehin oft und warm gelächelt, bei den "Esoterik-Tagen 2002". Schon auf der Treppe geht es los, wo Plakate ankündigen, was die Besucher in der ersten Etage erwartet: Frauen, zumeist in den so genannten besten Jahren, mit wild ondulierten Frisuren, die Außergewöhnliches bieten: Kontakt zum Jenseits, Aurasehen, Elfenzauber, Handlesen, Pendeln, Gebets-Energie-Heilung, Coca-Leaf-Reading...

Wie beispielsweise Diana Stobernack, die sich oben einen mit Tüchern verhängten Stand eingerichtet hat. "Diana, geboren 1967 in Hörstel / Westfalen", steht auf ihrem Werbe-Faltblatt. "Ich befasse mich seit meiner Jugend mit Kartenlegen und Zukunftsdeutung." Gerade legt Diana einer Kundin für 36 Euro die Karten, doch ihr Mitarbeiter glaubt auch nicht, dass die Chefin in Sachen Berlin weiterhelfen könnte. "Sie erfasst ja nur das Spiegelbild des eigenen Unterbewusstseins", sagt er und meint: Da müssten sich der Regierende Bürgermeister oder zumindest der Finanzsenator schon einmal selbst hierher bemühen, damit Diana sehen kann.

Auch am nächsten Stand widmet man sich für 65 Euro dem Dienst am Menschen: Handlesen, Pendeln, Kartenlegen. "Ich schaue für Sie in die Zukunft", lockt ein Schild. Auch für Berlin? "Das wird schwierig", sagt die Mitarbeiterin, während sie Faltblätter verteilt. Schließlich sei die Politik ein weites Feld, schrecklich verschachtelt und unübersichtlich. Doch dann fällt der hilfsbereiten Frau, die am Stand gleich jeden duzt, doch noch etwas ein: die Lektüre der Zeitschrift "Sein". Genauer, die Durchsicht der Horoskope-Seite, wo die Vorhersagen nach Regionen unterteilt seien. "Da könnte man ansetzen", sagt die Frau und nippt an ihrer Kaffeetasse.

Offen bleibt, ob sie mit ihrem Nachbarn kooperiert, denn nebenan wird hinter blauen Vorhängen aus dem Kaffeesatz gelesen. Zwischen den Wahrsagern bieten Händler esoterisches Allerlei: Brunnen "zur Harmonisierung", Wunschpyramiden, edle Steine mit fördernder Wirkung. Bei Marica Henning lässt sich derweil ein junges Paar die Zukunft seines Babys deuten. Offenbar eine rosige Zukunft, die Eltern strahlen. Vielleicht könnte Marica Henning ja auch in Berlin für gute Laune sorgen, bequemte sich einer der Senatoren doch am heutigen Sonntag noch schnell ins Logenhaus an der Emser Straße. Denn für 80 Euro nimmt "Europas bekannte Seherin-Medium" eine schwere Last auf sich: "Möge das Leid aller Wesen geheilt werden, indem ich es voll und ganz als das meine annehme." Die sechseinhalb Milliarden Euro Schulden seien ihre!


 
 
Oberösterreichische Nachrichten vom 8.2.02  http://www.oon.at/nachrichten/lokal.asp?ressort=Steyr&id=261055 
Horizont 3000: Esoterik-Messe als Namensvetter der Kirche
Quelle: 

AMSTETTEN. "Aura-Fotografie" wird Straßenkindern und Kaffeepflanzern wenig helfen: Über den "Horizont 3000" will eine Esoterik-Messe in der Johann Pölz-Halle blicken - allerdings trägt diesen Schutznamen schon die kirchliche Entwicklungshilfe in Österreich.

Yoga, Feng-Shui, Kräutertees, Tarot-Karten, Kraftsteine - auf Schautischen von 20 Ausstellern wird bei der Esoterik-Messe von Freitag bis Sonntag in der Pölz-Halle der gesamte Regenbogen an Geheimlehren samt Zubehör ausgebreitet. Den Namen "Horizont 3000" hat Veranstalter Bruno Vetrak gewählt, weil er bei der Messe alle Methoden zur Harmoniefindung versammelt haben will: "Wir wollen zeigen, wie viel man mit eigenen Kräften im neuen Jahrtausend bewegen kann". 

Was der Deutsche nicht ahnen konnte: Der Begriff "Horizont 3000" ist hier zu Lande belegt und Aura-Fotografie, Handlesen und Zahlenmagie meint er wohl kaum. Mehr als um den Astralleib des Menschen macht sich "Horizont 3000" als Trägerverein der kirchlichen Entwicklungshilfe in Österreich Gedanken um das tägliche Brot für die Armen des benachteiligten Südens auf der Erdkugel. 

"Wir haben mit Esoterik nichts am Hut", stellt deshalb Geschäftsführer Robert Zeiner klar. Bei aller Toleranz würde eine gedankliche Nähe vor allem auch Spender verwirren. 

Zumal die Schau nach Wels und Amstetten noch in fünf weitere Städte weiterwandern wird, ist "Horizont 3000" - jenes, das vor einem Jahr aus dem Österr. Entwicklungsdienst (ÖED) und dem Institut für internationale Zusammenarbeit (IIZ) fusioniert wurde - ein klarer Trennstrich wichtig. Sprich: Die Esoterik-Messe wird nicht umhin kommen, sich einen neuen Titel einfallen zu lassen, wobei Zeiner eine gütliche Einigung bevorzugt. Auf Harmonie scheint auch Vetrak bedacht zu sein: "Ich wusste von 'Horizont 3000' in Österreich nichts. Auch ich möchte ein Gespräch suchen." 

St. Gallen in der Schweiz: Exemplarische Nachrichten
 
 
Aus: St.Galler Tagblatt 9.4.2002


Schlechter Stern für Esoterik-Tage
Forderung aus Miete – Vor den Schranken des Bezirksgerichts
Das St. Galler Bezirksgericht hat gegen den ehemaligen Veranstalter der Esoterik-Tage entschieden und ihn verpflichtet,
der Klägerin einen Teil der Standmiete zurückzuzahlen.
Michael Breu

War der Ausstellungsraum im Untergeschoss der Tonhalle für die Durchführung der Ostschweizer Esoterik-Tage attraktiv?
War er für den «vorausgesetzten Gebrauch» tauglich? Die dritte Abteilung des St. Galler Bezirksgerichts hat entschieden: Er
war untauglich.

Die Vorgeschichte

Zum Streit kam es am Freitag, 2. März 2001, beim Start der vierten Ostschweizer Esoterik-Tage. Ohne die Aussteller zu
informieren, hat Messeveranstalter Karl-Heinz Sinzinger nicht die Tonhalle für den Anlass gebucht, sondern das
Untergeschoss. Das war für mehr als die Hälfte der Aussteller zu viel: Wutentbrannt haben sie die Messe verlassen
(Ausgabe vom 3.3.2001). Daraufhin kam es bei der Schlichtungsstelle zu einer weiteren Auseinandersetzung: Eine der
Ausstellerinnen reichte Klage ein und forderte die bereits bezahlte Standmiete zurück. Das Gespräch Ende September
verlief ohne Erfolg. Mitte Januar 2002 hätte es vor St. Galler Bezirksgericht zur ersten Verhandlung kommen sollen, doch der
angeklagte Messeveranstalter blieb dem Prozess fern – «eine Autopanne», hiess es in seiner Begründung. Ein neuer
Gerichtstermin wurde angesetzt, der 26. Februar 2002.

Das Urteil

Mit einer halben Stunde Verspätung wurde die Gerichtsverhandlung eröffnet: «Die Messe ist unter einem schlechten Stern
gestanden», erklärte der Messeveranstalter, und er sei «von falschen Voraussetzungen» ausgegangen. Der Rechtsanwalt
der Ausstellerin konterte: «Es handelt sich um ein grobes Verschulden, wenn man Räume vermietet, die man zuvor nicht
gesehen hat.» Nach langer Beratung und einem zweiten Versuch für ein Schlichtungsgespräch hat das St. Galler
Bezirksgericht vergangenen Freitag entschieden: «Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 3300 Franken nebst 5
Prozent Zins seit 28. März 2001 zu bezahlen.» Damit stützt das Bezirksgericht die Forderungen der Klägerin im
Wesentlichen.
Das Urteil sorgt in der Esoterik-Szene für wenig Überraschung. Denn: «Das Vertrauen der Schweizer Aussteller in
Veranstalter Sinzinger ist seit einigen Jahren getrübt», berichtet die «Neue Luzerner Zeitung» am 21. November 2001,
nachdem in Luzern die «Heiltage für Körper, Geist und Seele» als Flop endeten und sieben Aussteller mit einer Mängelrüge
die Rückzahlung der Standmiete forderten. In St. Gallen hätten die «Heiltage für Körper, Geist und Seele» – die
Nachfolgemesse der Esoterik-Tage – Ende September 2001 stattfinden sollen, wurden aber kurzfristig «aus
gesundheitlichen Gründen des Veranstalters» abgesagt. Ebenfalls wenig erfolgreich war die Salzburger Esoterikmesse des
Veranstalters.


 
Aus: St.Galler Tagblatt 16. 3.2002


Neuanfang für Esoterikmesse
Erste Gesundheits- und Esoterikmesse – Bis Sonntag in der Tonhalle
Gestern startete die Neuauflage der Gesundheits- und Esoterikmesse in der Tonhalle. Die Veranstaltung ist noch bis Sonntag zu sehen.
Michael Breu

Da behauptete vor zwei Jahren ein Aussteller an den Esoterik-Tagen, er könne mit einem fingernagelgrossen Chip Tachyonen im Benzintank so manipulieren, dass das Auto mehr Leistung bringt und gleichzeitig ein Fünftel weniger Treibstoff braucht. – Mit solchen betrügerischen Falschaussagen ist Schluss. Zwar wird auch an der Neuauflage der Gesundheits- und Esoterikmesse – sie startete gestern in der Tonhalle und ist noch bis Sonntag zu sehen – einiges angeboten, das jeder wissenschaftlichen Erfahrung widerspricht, doch man muss der neuen Fachmesse zugestehen: sie hat Konzept. Im Zentrum steht die Spiritualität. «Wir leben in einer Welt voller Dogmen. Da hat die Balance keinen Platz mehr», findet Ursula Jaquet, die in Rheineck den Indianer-Shop Pow Wow betreibt. Um Spiritualität leben und erfahren zu können, brauche es innere Ruhe: «Der Weg ist das Ziel, nicht das Ziel selbst.»

Schwerpunkt Gesundheit

Wo und wie diese innere Ruhe gefunden wird, zeigen mehrere Aussteller auf verschiedene Weise. Im Zentrum von Renate Amstutz und Wolfgang Webers Arbeit steht die Aura-Soma-Therapie. «Die Farbe ist der Schlüssel, der das Tor zur Heilung öffnet», sagen die beiden. Doch nicht nur die Farbwahl sei wichtig, hohe Priorität habe das Gespräch. Mit Yoga befasst sich die Rorschacherin Veronika Oetiker, mit Reiki Susanna-Anisis Schneider aus Baar, mit dem Gesichts- und Handlesen Rachel Aeschbach aus Riehen: Alle bestätigen, dass die Auseinandersetzung mit der eigenen Person weiterführt, nicht das sture Befolgen einer Lehre. Neu an der Messe ist der starke Schwerpunkt auf den Bereich Gesundheit und Alternativmedizin: Udo Gastel befasst sich mit Geobiologie und ist Fachmann für die Beseitigung von Wasseradern und Elektrosmog, und Georg Ernst bietet Sauerstoff-Wasser an, das reicher an Energie sei; mehr Versprechungen macht er nicht, sondern lädt gleich zum Test ein. Weniger Produkte zum Probieren hat Aurelia Nachbaur: Am Schweizer Zoll wurden ihr verschiedene Molke-Getränke abgenommen; sie quittierts mit einem Lächeln. Aurelia Nachbaur bietet Colostrum an, Hanfsamen, Hafer, Steinsalze und andere natürliche Produkte. Enertree gibts bei Helena Koch. Das sind Baumessenzen, denen heilende Wirkung zugesprochen wird, vergleichbar etwa mit Bachblüten.

«Sehr zufrieden»

«Die neue Messe ist gut gestartet», findet Peter Schneider. Der St. Galler Zahlenmystiker war schon an den letzten vier Messen dabei und hat das Hoch und die vielen Tiefs miterlebt. Mit der vielseitigeren Gesundheits- und Esoterikmesse ist er sehr zufrieden. Auch Rachel Aeschbach stellt der Messeleiterin Elisabeth Kumhart-Zazyal ein gutes Zeugnis aus; die Gesichts- und Handleserin gehörte zu den Ausstellerinnen, die vergangenen März die Esoterik-Tage wutentbrannt verliessen.


 
Aus: St.Galler Tagblatt 13.3.2002


Feinstoffliche Bewährungsprobe
Neustart der Esoterikmesse mit erweitertem Rahmenprogramm und mehrheitlich neuen Ausstellern
Zum ersten Mal findet kommendes Wochenende in der St. Galler Tonhalle die Gesundheits- und Esoterikmesse statt. Sie ist die Nachfolgeveranstaltung der Ostschweizer Esoterik-Tage.
Michael Breu

«Esoterik steht für das Feinstoffliche, alles, was man nicht berühren kann», erklärte Elisabeth Kumhart-Zazyal Mitte Januar im Interview mit unserer Zeitung. «Das beginnt bei der Aura. Hellsehen oder Lebensberatung gehört ebenfalls dazu, auch die Homöopathie.»

Die Vielfalt der Fachrichtungen strebt Elisabeth Kumhart-Zazyal auch an der von ihr organisierten Gesundheits- und Esoterikmesse an, die kommendes Wochenende in der St. Galler Tonhalle stattfindet. Die Fachmesse wird zum ersten Mal veranstaltet; sie löst die Ostschweizer Esoterik-Tage ab, die nach der vierten Durchführung Anfang März 2001 im Eklat endeten und derzeit die dritte Abteilung des St. Galler Bezirksgerichts beschäftigen. Das Urteil des Gerichts wird auf den Messestart hin erwartet.

Liveheilung an der Messe

«Die Gesundheits- und Esoterikmesse wird anders sein», verspricht Elisabeth Kumhart-Zazyal. «Früher waren viele
Lebensberater und Kartenleger in St. Gallen dabei. Ich möchte eine Messe haben mit Ausstellern aus verschiedenen
esoterischen Richtungen.» Das Programm liegt vor, die ersten Plakate in den Bussen der VBSG machen auf die am Freitag
beginnende Messe aufmerksam. Insgesamt werden fünfzig Aussteller ihr Angebot präsentieren, und über vierzig Vorträge
bilden das Rahmenprogramm. Bekannteste Gäste an der Messe sind der Russe Aleksej Nikitin – er wird eine Liveheilung
öffentlich vornehmen und über «Ursache, Prävention und Heilung von schweren Krankheiten» referieren – und Shor Ben
Yesod Ochs; er berichtet über die «Erschliessung des sechsten Sinnes». Anwesend ist auch Elisabeth Kumhart-Zazyals
Gatte «Corado», der seine Bilder ausstellt.
Bekannte und Unbekannte
In St. Gallen nicht das erste Mal zu Gast sind der Zahlenmystiker Peter Schneider, das Medium Verena Heimann, die
Fachfrau für das «Familienstellen nach Bert Hellinger», Tara Soetaert, sowie die Gesichts- und Handleserin Rachel
Aeschbach.
Dann gibt es eine Menge neuer, mehrheitlich unbekannter Namen: Stäheli+Studer werden über die Schamanen referieren,
Veronika Oetiker über die Kommunikation mit der unsichtbaren Welt, Jürgen Linner über geopathische Störungen und
Susanna Schneider über das Engel-Reiki. Elektrosmog und Wasseradern stehen im Mittelpunkt von Udo Gastels Angebot,
Channeling bei Marisa Canavarra, Onaris Bachmann und Jutta With. Mit dem Bereich Gesundheit befassen sich Helena
Koch (Baumessenzen) und Aurelia Nachbaur (Nahrung als Heilmittel).
Auffallend am Programm ist aber auch, dass ein grosser Teil jener Ausstellerinnen und Aussteller nicht dabei ist, die letzten
März noch lautstark über die Vorgängerin der Messe, über die Esoterik-Tage, lästerten und ein neues Konzept forderten.
 


 
St. Gallener Tagblatt 11.1.2002


Interview von Michael Breu mit der Messe-Veranstalterin Elisabeth Kumhart

Gesundheit und Esoterik treffen sich 
Feinstoffliche Energien bündeln sich: Esoterik- und Gesundheitsmesse in der Tonhalle 
von Michael Breu

Breu: Vom 15. bis 17. März 2002 findet in der Tonhalle die erste «Esoterik- und Gesundheitsmesse» statt. Anfang März 2001 endete die nicht von Ihnen veranstalteten Ostschweizer Esoterik-Tage im Eklat. Keine guten Startbedingungen. 
 Kumhart: Ich veranstalte die Esoterikmessen in Basel, Bern, Bregenz und Vaduz und habe in den letzten Jahren mit meinen Messen viel Glück gehabt: Alle sind gut gelaufen, die Messen waren immer ausgebucht. Auch von den Besucherzahlen her bin ich sehr zufrieden: Zwischen 1500 und 2000 haben die Messen jeweils besucht, bei der letzten Bio Life Gesundheitsmesse in Bregenz im März 2001 sogar 3500 Personen. In St. Gallen hoffe ich auf den gleichen Erfolg. 
 Breu:  Sie sind optimistisch. Haben Sie keine Angst, dass Ihnen das Gleiche passieren könnte wie dem Veranstalter der Esoterik-Tage? 
Kumhart:  Es wird nicht einfach sein zu sagen: Ich bin ein anderer Veranstalter, bei mir ist es aber sicherlich anders. Es wird mit grosser Wahrscheinlichkeit besser laufen. 
Breu:  Was wird anders sein? 
Kumhart:  Es wird mehr Aussteller geben: Bis jetzt haben sich dreissig angemeldet. Ich rechne mit vierzig bis fünfzig. 
Breu: Es fällt auf, dass viele neue Aussteller mitmachen. Aussteller, die während den letzten vier Jahren jeweils an den Esoterik-Tagen in St.Gallen waren, fehlen. Weshalb? 
Kumhart: Früher waren viele Lebensberater und Kartenleger dabei. Ich möchte eine Messe haben mit Ausstellern aus verschiedenen esoterischen Richtungen, mit zwei bis drei Künstlern, mit Wünschelrutengängern, mit Naturheilpraktikern. 
Breu:  «Esoterik- und Gesundheitsmesse» heisst Ihre Veranstaltung.  Welchen Stellenwert hat der Bereich Gesundheit? 
Kumhart:  Da habe ich noch Schwierigkeiten, an die Leute zu kommen. Ich würde mich freuen, wenn Aussteller aus der Region St. Gallen mitmachen würden: Therapeuten und Naturheilpraktiker zum Beispiel. Derzeit sind Aussteller mit Heimakupunkturgeräten, Baum-Essenzen, Tachyonen und Aura-Soma angemeldet. Ich denke, dass ich auch einige deutsche und österreichische Aussteller aus dem Naturheilbereich für die St. Galler Esoterikmesse überreden kann. 
Breu:  Was verstehen Sie unter Therapeuten? 
Kumhart: Ich übernehme die Definition der Naturärzte-Vereinigung, des Berufsverbands der Schweizer Naturheilpraktiker. 
Breu:  Also gehören Homöopathie und Akupunktur auch dazu? 
Kumhart:  Im Prinzip schon. Ich würde mich freuen, wenn solche Therapeuten teilnehmen würden. Auch Drogerien hätte ich gerne an der Messe. Aber es braucht noch viel Überzeugungsarbeit. 
Breu:  Wo liegt das Problem? Liegt es am Begriff Esoterik? 
Kumhart:  Was für einen anderen Begriff soll man sonst verwenden? Ich habe es schon mit  «Messe für Spiritualität und Bewusstsein» versucht. Das war jedoch ein werbetechnisches Problem. Esoterik passt besser: Der Begriff ist bekannt. 
Breu:  Was verstehen Sie unter Esoterik? 
Kumhart:  Esoterik heisst «für die Eingeweihten». Esoterik steht für das Feinstoffliche, alles,  was man nicht berühren kann. Das beginnt bei der Aura. Hellsehen oder Lebensberatung gehören ebenfalls dazu. Auch die Homöopathie. 
Breu:  Nicht alles ist feinstofflich. Auch bei der Esoterik gehts um Geld. 
Kumhart:  Das stimmt: Es geht auch bei der Esoterik um Geld. Die Therapeuten müssen ja davon leben. Für Spiritualität hingegen darf man nicht Geld verlangen: Ich darf nicht hergehen und Geld dafür verlangen, dass ich für jemanden bete. Aber eine Leistung - Arbeit, Beratung und die Aufwendung von Zeit und Wissen - sollte bezahlt werden. 
Breu:  Bei Ihrer Messe geht es nicht um Geld? 
Kumhart:  Nicht nur. Ich will seriöse Aussteller. Darauf lege ich grossen Wert. 
Breu: Seriöse Aussteller, haben Sie einen Kodex? 
Kumhart: Ich lege Regeln fest. Bei Vorträgen darf man sich zum Beispiel nicht über die Konkurrenz negativ äussern. Ich möchte, dass sich die Aussteller und Besucher wohl fühlen. 
Breu:  Was darf man von der St. Galler Messe erwarten? 
Kumhart:  Es wird dreissig Vorträge und fünf mehrstündige Workshops geben. Als Highlight können wir derzeit mit einem Workshop sowie einer öffentlichen Heildemonstration des bekannten russischen Heilers Aleksej Nikitin aufwarten, der während der Messe in der Schweiz weilt, ausserdem gibt es Vorträge der Buchautoren Dr. Peter & Miranda Gilgen zum Thema «Einstimmung in die Christusenergie» und von Helena Koch, der Schwester des Enertree-Baumessenzen-Entdeckers und Buchautors Peter Salocher. Auch sind mehrere Formen von öffentlichen Jenseitskontakten mit Live-Channeling geplant. 
Breu:  Sie veranstalten die Messen in Basel, Bern, Bregenz und Vaduz. Wie kommen Sie auf St. Gallen? 
Kumhart:  Ich lebe in Bregenz. St. Gallen liegt für mich in der Nähe. Nach dem Drama von letztem März wurde ich von Ausstellern angefragt, ob ich die Ostschweizer Esoterik-Tage künftig durchführen werde. Ich habe zugesagt. 
Breu:  Das Engagement kam von den Ausstellern? 
Kumhart:  Genau. 
Breu: Wie war die Reaktion der Tonhallen-Verwaltung auf Ihre Pläne? 
Kumhart:  Mit der Tonhalle waren die Verhandlungen sehr schwierig, die Verwaltung war nicht kooperativ. Jetzt habe ich einen Vertrag. Allerdings muss ich nochmals einige Punkte neu aushandeln. 
Breu:  Trotzdem: Sie werden die Messe durchführen? 
Kumhart:  Ja, klar. Die St. Galler waren immer sehr begeistert von den Esoterik-Tagen. 



 Interview: Michael Breu  - Tagblatt-Online Archiv © by St. Galler Tagblatt AG 

 
Aus: St. Galler Tagblatt 28.2.2001


Marktplatz der Esoterik

Vierte Ostschweizer Esoterik-Tage - Ausstellung und Kongress in der St. Galler Tonhalle

Von Freitag bis Sonntag finden in der Tonhalle die vierten Ostschweizer Esoterik-Tage statt. Das Rahmenprogramm wurde erweitert.

Michael Breu

Beinahe hätte man meinen können, die Ostschweizer Esoterik- Tage hätten sich in «feinstoffliche Energien» aufgelöst. Seit der ersten Durchführung vor vier Jahren wurden sie jeweils mit Plakaten schon einige Monate vor der Eröffnung angekündigt. Dann folgten mehrere Telefonanrufe des Veranstalters auf der Redaktion.
In diesem Jahr ist es anders. Keine Plakate in der Innenstadt, keine Telefonanrufe. Doch die Esoterik-Tage gibt es noch: Sie finden am kommenden Wochenende in der Tonhalle statt, wie Veranstalter Karl-Heinz Sinzinger sagt. Ihn telefonisch zu erreichen, ist nicht einfach. Die Veranstalterin, die «vitaworld expo», ist nicht im Telefonbuch registriert. In Biel, da war vitaworld bis 1999 (als vitaexpo) niedergelassen, ist die Firma unbekannt: «Keine Eintragung im Handelsregisteramt», lautet die Auskunft. Auch am Hauptsitz im deutschen Langenburg findet sich kein Eintrag - zumindest ist dort kein Telefonanschluss unter dem Firmennamen registriert, wie die Telecom auf Anfrage bestätigt. Nach mehreren Versuchen dann doch ein Erfolg: Karl-Heinz Sinzinger ist über eine Handy-Nummer erreichbar. «Sie werden vom Programm der neuen Esoterik-Tage überrascht sein», ist sein kurzer Kommentar.

Direkter Draht zu Gabriel

Überraschung ist zu viel versprochen. Wie während der letzten Messen, wird die Tonhalle auch in diesem Jahr in einen grossen Marktplatz der Esoterik verwandelt. Zu bestaunen und zu kaufen gibt es die verschiedensten Dinge zwischen Humbug, Aberglaube und in rosa Wolken gehüllte Realität. Zum Beispiel die farbigen Aura-Soma-Fläschchen, die stimmungsaufhellend seien, die rosa Plastikbrillen für die Happysicht oder den Mobilexx-Chip, der den Benzinverbrauch beim Auto senken soll. Wissenschaftlich erwiesen ist keine der Wirkungen. Doch darum geht es auch nicht. Mit den Ostschweizer Esoterik-Tagen will der Veranstalter «die noch unsichtbaren Energien anregen und zum Schwingen bringen». In zahlreichen Vorträgen - dieses Rahmenprogramm ist die eigentliche Überraschung der Tage - wird erläutert, wie das geschehen soll. Verena Heimann zum Beispiel wird über die Kommunikation in der geistigen Welt referieren. Schwergewicht legt sie auf mediales Schreiben und Channeling. Ebenfalls auf Durchsagen aus der geistigen Welt hat sich Ursula Perniss spezialisiert. Das Engelsmedium hat einen direkten Draht zu Erzengel Gabriel. Zusammen mit dem Numerologen Peter Schneider und der Gesichts- und Handleserin Rachel Aeschbach ist Ursula Perniss seit der ersten Auflage der Ostschweizer Esoterik-Tage mit dabei.

Teilchen der Gedankenwelt

Neu an der Messe sind eine ganze Reihe von Referenten, die in der Esoterik-Szene weitgehend unbekannt sind. So berichtet zum Beispiel Jörg Hunold über Tachyonen. In der Esoterik sind das jene Teilchen, die Gedanken übertragen können. In der Teilchenphysik wurde deren Anwesenheit noch nie nachgewiesen. Oder Susanne Liechti: Sie berichtet über die Heilwirkung von Licht, das von einer 40-Watt-Birne in einer Salzkristall-Lampe ausgestrahlt wird.


 
St. Galler Tagblatt 1.12.01
Findet Esoterik-Messe statt?
Schlechte Startbedingungen für die «Esoterik- und Gesundheitsmesse»: Nachdem die vierten Ostschweizer Esoterik-Tage Ende März im Eklat endeten und Ende September eine Neuauflage als «Ostschweizer Heiltage für Seele, Geist und Körper» kurzfristig abgesagt werden musste, serbelt nun auch die als Alternative geplante «Esoterik- und Gesundheitsmesse». Veranstalterin Elisabeth Kumhart-Zazyal bleibt trotzdem zuversichtlich und glaubt, dass die Messe vom 15. bis 17. März 2002 stattfinden wird. Bereits reserviert seien die Tonhalle und drei Vortragsräume für Seminare und Workshops. Zugesagt haben bisher 21 Aussteller.
mib

 
 

Veranstalter-Anzeigen in Esoterik-Zeitschrift

Hier zwei Anzeigen aus der Zeitschrift N&L, Naturheilverfahren und Lebensthemen, Nr. 9/2003:
 
 

 



1. Version dieser Seite installiert am 28.2.2001


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