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Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/Meditation.htm  Zuletzt bearbeitet am 5.1.2012 
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Meditation - auch nicht besser als Dösen?
 
 
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Der Begriff Meditation hat keine bestimmte, festgelegte Bedeutung. Jeder kann diesen Begriff verwwenden, wie er will. Vom Dösen bis zu Formen massiver Beeinflussung kann meditation alles enthalten. Der Begriff wird deshalb nicht selten zur Täuschung von Kunden und Öffentlichkeit benutzt. Andererseits will natürlich keineswegs jeder täuschen, der den Begirff benutzt.

Beispiel für eine Definition: http://de.wikipedia.org/wiki/Meditation vom 1.6.06

Meditation (lat. meditatio = „das Nachdenken über“ oder lat. medius = „die Mitte“) ist eine Achtsamkeits- und/oder Konzentrationsübung mit dem Zweck, einen veränderten Bewusstseinszustand oder letztlich sogar die Erleuchtung zu erreichen. Im älteren Sprachgebrauch bezeichnet „Meditation“ einfach ein Nachdenken über ein Thema oder die Resultate dieses Denkprozesses.
Was aber ist ein "veränderter Bewusstseinszustand", was Erleuchtung?
Auch Dösen ist ein veränderter Bewusstseinszustand und mancher hat dabei eine gute Idee, eine Erleuchtung.

Viele Texte setzen zunächst einfach voraus, dass der Leser weiss, was mit Meditation gemeint ist. Bei solchen Texten ist vorsicht geboten. Meist wird dann eine ganz bestimmte Methode geschildert und propagiert und der Eindruck erweckt, nur das sei die einzig wahre und echte Meditation.
 
 
 

Marktführer auf dem Meditationsmarkt undurchsichtiger Prägung ist der  Maharishi-Kult  mit seiner "Transzendentalen Meditation". Der Begriff ist als Markenzeichen geschützt, was den kommerziellen Hintergrund verdeutlicht. Wohl wegen dieses Hintergrundes hat der Maharishi-Kult einen überaus aufwendigen Prozess gegen Äusserungen der Bundesregierung geführt (und verloren). Insbesondere ging es dabei  um Warnungen der Bundesregierung vor Gefahren durch Meditation und vor der unzureichenden Ausbildung der "Lehrer".
 
 
 
Aus dem Bericht der Enquete-Kommission "Sog. Sekten und Psychogruppen" des Bundestages von 1998, Bundestagsdrucksache 13/10950: 

Seite 47 
3.5 Psychomarkt 
Auf diesem Markt bewegen sich jedoch auch zahlreiche organisierte geschlossene Gemeinschaften, und zwar vor allem folgende Typen: Esoterische Gruppen, Geistheiler-Gemeinschaften und Neuoffenbarer mit vielen Erlebnis- und Heilungsangeboten, Gemeinschaften asiatischen Ursprungs mit Erlebnis-, Meditations- und Heilungsangeboten, sogenannte Psychogruppen mit Angeboten für die Persönlichkeitsentwicklung, mit sogenannten Erfolgskursen auf der Grundlage alternativer Psychotherapie usw. ... 
Seite 53 (über eine Untersuchung über den alternativen Lebenshilfemarkt) 
Methoden ... 
Im Durchschnitt arbeitet jeder Anbieter in Freiburg mit sieben, in Frankfurt mit zehn Verfahren bzw. Techniken. Etwa drei Viertel der Befragten kombinieren regelmäûig die von ihnen ausgeübten Methoden innerhalb einer Unterrichtseinheit bzw. Beratung oder Behandlung. Das Repertoire dieser Methoden läût sich in sieben Hauptbereiche einteilen: Körpermethoden, Psychotechniken, esoterische Heilverfahren, Psychotherapieverfahren, kreative Methoden, esoterische Deuteverfahren, auûersinnliche Wahrnehmung. 
Die grösste Bedeutung haben Körpermethoden und Psychotechniken (z. B. Trance, Meditation, Imagination), die von drei Vierteln der Anbieter eingesetzt werden. Es folgen esoterische Heilverfahren (z. B. Reiki, Bachblüten, Edelsteintherapie) und Psychotherapieverfahren (z. B. Gestalttherapie, Gesprächstherapie, Psychodrama), die von etwa der Hälfte der Befragten angewandt werden. 
Seite 54: 
b) Ergebnisse anderer Studien und eines Expertengesprächs der Enquete-Kommission 
In anderen Untersuchungen wird allerdings auf Gefahrenpotentiale hingewiesen. So stellen die Gutachter Niebel und Hanewinkel fest, daß manche Meditationstechniken bei Langzeitmeditierenden Eingriffe in Hirnfunktionen provozieren könnten, die epilepsieähnliche Muster aufwiesen.  Bei ohnehin ängstlichen Patienten könne es vermehrt zu entspannungsinduzierter Verstärkung von Angstgefühlen kommen. 84)83) Vgl. Niebel, G. u. Hanewinkel, R.: Gefahren und Missbrauchspotential von Meditationstechniken, unter besonderer Berücksichtigung von Jugendlichen, psychisch labilen und psychisch kranken Menschen, Kiel, 1997, S. 19. 84) Ebd., S. 24. 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Rolf Degen zitiert in seinem "Lexikon der Psycho-Irrtümer" (2002) aus dem Lexikon "Microsoft Encarta":

"Heutzutage wird die Meditation häufig auch als nichtreligiöse Methode zur Entspannung und zum Abbau von Stress eingesetzt. Die Behauptung, sie sei von gesundheitlichem Nutzen, wird durch wissenschaftliche Untersuchungen gestützt, die zeigen, dass die Meditation die Hirnströme verändern, physiologische Veränderungen hervorrufen und langfristig zu einer psychischen Besserung führen kann."
Derselbe Satz steht unverändert auch noch in der Ausgabe 2002 des Microsoft-Lexikons.
Rolf Degen schreibt dazu im Kapitel "Schein-Heil im Lotussitz":
"Es ist völlig rätselhaft, woher die Beweise für solche hochtrabenden Aussagen stammen sollen: Alle sorgfältigen empirischen Forschungs- arbeiten der letzten Jahre haben die schöngeistigen Gedankengebäude der Versunkenheits- Propheten demoliert wie ein Elefant einen Laden mit chinesischer Keramik. Die Meditation, so das übereinstimmende Fazit der Untersucher, ist vom Effekt her nur eine verkappte Form des Dösens, die keine spezifischen gesundheitlichen Vorteile mit sich bringt. Manch ein Guru wird vermutlich empört darauf pochen, dass eben seine besondere Meditationstechnik von den Forschern (noch) nicht getestet wurde. Doch dieser Einwand ist nicht besonders überzeugend, kontert der Psychologe David S. Holmes von der University of Kansas, weil in der Vergangenheit alle getesteten Versenkungsmethoden bei der wissenschaftlichen Qualitätskontrolle durchgefallen sind."
Rolf Degen hat das schon über ein Jahrzehnt früher in der Zeitschrift PSYCHOLOGIE HEUTE (Ausgabe unbekannt, zitiert nach IDK  III/89  8.11.89 http://www.AGPF.de/idk89-3.htm) in einer rhetorischen Frage zusammengefasst: "Meditieren auch nicht besser als Dösen?"

Dagegen wäre wenig einzuwenden, so lange Mediation der Entspannung dient.
Aus zwei Gründen ist jedoch Vorsicht mit dieser Einschätzung geboten:
 

 
 
 



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