www.AGPF.de
Infos über Sekten, Kulte und den Psychomarkt
AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit
Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung e.V., Bonn
Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/LaRouche-Haack1980.htm  Zuletzt bearbeitet am 6.9.2006
Zur Homepage | Zur Inhaltsseite | Zum Begriff Sekte | AGPF-Spendenkonto
Google

Friedrich-Wilhelm Haack in seinem Buch von 1980 über den LaRouche-Kult


Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
Impressum


 
 

 

Aus:
Friedrich-Wilhelm Haack:
Führer und Verführte
PDI - Pressedienst Demokratische Initiative, 1980
 
 

Europäische Arbeiterpartei (EAP)
weder europäisch noch Arbeiterpartei
Da ist nur eine Wahrheit und ein Weg, nur ein Retter, eine Führungskraft der Völker und der Arbeiterklasse:
Lyndon Hermyle LaRouche  und der, die das
International Caucus of Labour Committees (ICLC)
Canadian Labour Committees (CLC)
European Labour Committees (ELC)
U. S.-Labour Party,
Europäische Arbeiterpartei (EAP)
Anti-Drogen-Koalition
usw., usw., usw.

Man weiß was man will.und man will
 

machen, usw., usw., usw.

Wer meint, das alles klingt ein bißchen verrückt - es ist verrückt. Mühelos könnte die obige Liste um Widersprüchliches und Absurdes verlängert werden. Das Ganze ist geradezu grotesk bis hin zum Wahn.

Daß diese Politbewegung in diesem Heft genannt werden muß, daß eine Zeitungsschlagzeile in der 'New York Times' (7.10.1979) die U.S.-Labour Party schlichtweg als "Cult" bezeichnet, also das gleiche Sammelwort gebraucht, unter dem TM, Scientology, Vereinigungskirche, Ananda Mar-ga u. a. subsumiert werden, hat seinen Grund in den Auswirkungen der Zugehörigkeit zu dieser Wahn-GmbH und Co. KG vor allem auf die - überwiegend - jungen Mitglieder.
 

Ein Brief als Beispiel

Der im folgenden zitierte Brief eines Vaters ist ein Beispiel. Er steht hier für eine größere Zahl ähnlicher Berichte und Darlegungen, die seitens Eltern Betroffener den mit dem neuen Problem Befaßten vorgetragen wurden:
 

"Mein ältester Sohn ... hat sein Studium in Sport und Englisch begonnen, um Studienrat zu werden. Während des Studiums hat er zielstrebig gearbeitet. Im 9. Semester war er dann soweit, daß er sich zum Examen hätte melden können, doch in dieser Zeit kam er mit dieser Partei in Berührung. Er brach sein Studium ab, offenbar unter psychischem Druck. Seine Begründung lautete: 'Wir haben keine Zeit zu verlieren, in einem Vierteljahr bricht die Weltwirtschaft zusammen, da müssen wir etwas Neues haben, oder wir müssen den Atomkrieg verhindern.'

Von diesem Zeitpunkt an verdiente er sich seinen Lebensunterhalt durch Jobben. Die Kontakte mit uns wurden immer spärlicher."


Später, so der Vater, sei der Sohn wieder mit Bitte um Unterstützung für ein Studium an ihn herangetreten. Der Vater habe dann jedoch feststellen müssen, daß sich der Sohn nur deswegen an der Uni einschreiben ließ, um dort im Sinne der polit-sektiererischen EAP tätig sein zu können. Auch ein zweiter Sohn schloß sich unter dem Einfluß des Bruders der EAP an.

Als die Söhne von dem Entschluß des Vaters erfuhren, sich kritisch über die EAP zu informieren, bestritten sie ihm das Recht dazu und brachen den Kontakt zum Elternhaus ab. Für sie gab es nur noch die EAP und sonst nichts.

Andere Elternberichte bestätigen dieses Bild. Eine alleinerziehende Mutter:
 

"Unser Hans (Name geändert) hat sich dieser Partei angeschlossen, die aber nur eine Sekte ist. Er redet nur wirres Zeug, daß sie jetzt die Welt retten. Seine Lehrstelle hat er verlassen, und auf seine Gesundheit nimmt er gar keine Rücksicht mehr. Seine früheren Freunde kennt er nicht mehr und ist nur noch mit den Leuten von seiner 'Partei' zusammen. Die Geschwister haben auch keinen Zugang mehr zu ihm, obwohl sie sich früher so gut verstanden haben."


Tatsächlich ist die "Europäische Arbeiterpartei" mit den üblichen Parteien unserer politischen Landschaft nicht zu vergleichen. Sie ist - trotz ihres ständig wechselnden diffusen Programms - eine weltanschauliche Fanatikergruppe, eine politreligiöse Gemeinschaft.

Sie unterliegt dem Glauben an eine Weltverschwörungsidee. Mal ist es eine Rockefeller-Gruppe internationaler Psychiater (einer ähnlichen Psychiater-Phobie begegnen wir bei Scientology), mal ist es der Secret-Service im Verein mit dem "Isis Osiris Orden".

Sie glaubt ein "Rettendes Rezept" zu haben, und sie hat einen "Heiligen Meister", genannten Lyndon Hermyle LaRouche.

Sie produziert bei ihren Mitgliedern Psychomutationen und ist der Ansicht, daß ohne ihren Einsatz die Welt verloren wäre.

Neuerdings will sie in ihrem Weltverschwörungswahn den Rest der Welt glauben machen, daß der "Secret Service" die Jugend der Welt mittels Drogen ruinieren wolle.

Das Wahnquadrat

Lyndon Hermyle sieht sich immer wieder von bösen Mächten bedroht. Die 'NewYork Times' vermeldet (7.10.1979), hinter dem derzeitig von Lyndon Hermyle ausgemachten Mord-Komplott steckten nach LHR's Ansicht:


Verständlich, daß Lyndon Hermyle ein paar seiner Ausgewählten - wie die 'New York Times' weiter vermeldet - in einem Anti-Terroristen-Training-Camp ausbilden läßt, das von einem äußerst rechts stehenden Waffenhändler betrieben wird. Tageskosten 200 Dollar pro Person.
Wenn mal kein Mordanschlag auf Lyndon Hermyle geplant ist, wird die Parole eines bevorstehenden Atomkrieges herausgegeben. Immer werden die paar Tausend Stamm-Mitglieder und Vollzeit-Gläubigen in Atem gehalten, "so that people have no time to think" (damit die Leute keine Zeit zum Denken haben), wie ein ehemaliges Mitglied es ausdrückt.
 

Konfus scheint auch der Weg der Gruppe. Von links nach rechts, zu Antisemitismus und Kooperation mit dem ehemaligen Schah-Regime und erstaunlicher Nähe zu US-Nazis führte das ehemalige Mitglied einer kleinen Trotzkistenpartei seine treu ergebenen Anhänger, deren erste er in der Zeit des 1968er Columbia-University-Streiks gewonnen zu haben scheint.

Inzwischen kann ein Magazin wie 'Our town' (New York) den Lyndon Hermyle LaRouche-Verein eine "Neonazi-Gruppe" nennen und darauf verweisen, daß er die Unterstützung einer Teamster-Gewerkschaft hat, der Verbindungen zum organisierten Verbrechen nachgesagt werden.

Nach einer Meldung von 'Our town' (2. - 8.9.1979) leben Lyndon Hermyle LaRouche und seine Frau Helga Zepp-LaRouche die meiste Zeit des Jahres in der Bundesrepublik.

LaRouche sieht zwei Kräfte am Werk: eine böse satanische Seite der "Oligarchen", die von Zinswucher leben, und die "Humanisten", die Städtebauer, an die Macht der Vernunft glaubende Edelmenschen. Dazwischen gibt es die

"99,44 % umfassende tierische Masse unwissender Schafe".
Im Originalton klingt das dann so:
 
 
Oxford oder die britische Familienreligion
Die Religion der Oxford-Fraktion der britischen Oligarchie ist nicht das nach außen hin vorgetäuschte Christentum der Anglikanischen Hochkirche, sondern ein Mischmasch aus Heidentum, Atheismus, Agnostizismus und satanischer Kulte. Die zentrale synkretische Ideologie des inneren Kultlebens der Oligarchie ist der wieder zum Leben erweckte Drogenkult der Ägypter, der Mythos von Isis und Osiris (II) — der gleiche antichristliche Kult. der im Römischen Imperium vorherrschte.

Der Isiskult war — entsprechend der neuen britischen Interessenlage modernisiert — die heimlich als Familieneigentum gepflegte Ideologie der führenden Politiker. Geldgeber und Literaten Großbritanniens im vergangenen Jahrhundert.


 

129

Dann mixt LaRouche einen Coctail aus

Theosophie, Thule-Gesellschaf t, Rudolf Heß und Karl Haushofer als "Verfasser der Schlüsselkapitel von Hitlers 'Mein Kampf " (merke auf: nicht Hitler wars!), Alfred Rosenberg, dem satanischen "Ordo Templi Orientis", Aldous Huxley, Satanist Crowley, Ron Hubbard ("der Gründer der Scientology Church stand mit Crowley in Verbindung"), den Externsteinen, dem Royal Institute of International Affairs und Bertrand Russell usw., usw., usw.

 
Lord John Russells Enkel, Bertrand Russell. war Präsident der Aristotelischen Gesellschaft in den Jahren 1913-14 und 1935-37. Einer seiner Nachfolger war Sir Karl Popper. Die Aristotelische Gesellschaft ist noch heute der apollinische Flügel der "Priesterschaft" des britischen Nachrichtendienstes.
Der verlogene Russell hatte diese "Kampagne gegen die Bombe" in Gang gesetzt, kurz nachdem er noch 1947 einen atomaren Vernichtungsschlag gegen die Sowjetunion vorgeschlagen hatte. Die Bewegung, die sich zuerst nur gegen die Atombombe selbst richtete, wandte sich später gegen jede zivile Anwendung der Kernenergie. Russell selbst schickte die Herde ..grüner Gangster" los, die gegen Industrie allgemein anrennen und lieber in einer "post-industriellen Gesellschaft" einem finsteren Zeitalter frönen wollen.

(Zitate aus einer EAP-Broschüre mit dem Titel: "Sind die Ziele Habsburgs und der Paneuropa-Union verfassungswidrig?")

130

Das ist die "böse Seite", wer aber sind die "Guten"?

Man kann es kurz sagen: die Leute um LaRouche, die "Humanisten".
Das dürfte nicht das erstemal und nicht das letztemal sein, daß dieser Begriff extremistisch mißbraucht wird.

Die "Humanisten" sorgen


 
Mit ihrer globalen Strategie streben die Humanisten in der ganzen Welt die Hegemonie des wissenschaftlichen und technischen Fortschritts an. Ziel dieses Fortschritts ist es, eine Entwicklung zu fördern, die unter der Weltbevölkerung ein ausreichendes Maß an Verstand und schließlich Vernunft herstellt, so daß humanistische Moral unter den.Staaten vorherrscht. Fortschritt ist sowohl eine materielle Notwendigkeit wie auch die unabdingbare Voraussetzung zur Förderung der humanistischen Moral in der Weltbevölkerung.
Der Kern dieser Strategie besteht darin, durch Bankeinrichtungen, die humanistischen Grundsätzen folgen und unter wirksamer Aufsicht der humanistischen Kräfte stehen, die Kontrolle über den Weltkredit und den Großteil des Welthandels herzustellen.

(Aus: "Die Entente der Souveränen Republiken Europas')
 

Besonders irrwitzig klingen derlei Weltrettungspläne, wenn der "Kardinal Nikolaus von Kues" und sein "neuplatonisches Denken" oder der "Theologe Abälard" bemüht werden, wie im Schlußkapitel der schon zitierten Schrift.

131
 
 

Alle Einwände dagegen müssen nachdrücklich zurückgewiesen werden. Es steht nichts Geringeres als das Schicksal der heutigen Menschheit und ihrer Nachwelt auf dem Spiel. Das Recht, ein Mensch zu sein, ist der einzige unverrückbare Rechtsgrundsatz in Staaten und zwischen Staaten: das Recht auf eine Umwelt im Sinne des wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts, in der jeder einzelne seinen Wert und Selbstwert nach seinen schöpferischen Geisteskräften und seinen daraus entstehenden Beiträgen erhält - in der Abälards Beschreibung des Menschen als Helfer Gottes im fortschreitenden Schöpfungsprozeß verwirklicht ist.

 
 

Lyndon Hermyie LaRouche, Weltretter und Supermann
 

Lyndon Hermyle LaRouche wurde am 8. September 1922 in Rochester/ New Hampshire geboren.

Angaben seiner eigenen Parteizeitschrift "International Bulletin" (Nr.13/ 1974) zufolge sei er in seiner Jugend überzeugter Marxist geworden und habe während seines Militärdienstes Kontakte zur kommunistischen Partei Indiens geknüpft. Nach Weltkrieg II sei er der - trotzkistischen - "Socialist Workers Party (SWP)" beigetreten und habe dort unter dem Decknamen Lyn Marcus gewirkt.
1966 hat er sich dann selbständig gemacht.

Über die daraufhin erfolgte Geschäftseröffnung, Lyndon Hermyle LaRouche

132

gründet die "International Caucus of Labour Committees (ICLC)", gibt es einiges Rätselraten.

Ziemlich schnell faßt man auch in Europa Fuß und Geld scheint nie gefehlt zu haben. Im Verhältnis zu einer recht kleinen Mitgliederzahl gibt es da allerhand Fernschreiberanschlüsse und Plakate und aufwendige Tourneen der Herren Repräsentanten.

In linken Kreisen munkelt man bald, daß der neue "Arbeiter" -Wahlfänger-Haufen eine Neck- und Störgründung aus irgendwelchen Intelligence-Dienst-Quellen sein könnte.

Tatsächlich sind die Ausführungen derart verworren und widersprüchlich, daß sich kein vernünftiges Konzept erkennen läßt. Überlegt man, daß ein belangloser Dissidentenhaufen einer an und für sich belanglosen Splitterpartei bald derart auftritt, muß man unwillkürlich nach den unerschöpflich scheinenden Geldquellen fragen.

Nichts an Lyndon Hermyles bisherigem Leben läßt vermuten, daß er versteckte Millionen hätte haben können, mit denen er sich nun einen liebgewordenen Kindheitstraum finanziert. Woher das Geld? Was ist der Sinn des Ganzen?

Die erste Frage bleibt unbeantwortet. Für die zweite lautete eine der Antworten: Na deutlich, Verunsicherung und Unruhe unter die Linkswähler zu bringen.

Die Kritiken fallen entsprechend unterschiedlich aus, und bei LaRouches hält man das am Ende noch für einen Qualitätsbeweis, oder gibt es dafür aus:

133
 
 
 

Kurioserweise zeigt sich LaRouches politische Wichtigkeit u.a. daran, daß er und seine Mitarbeiter von denselben Verleumdern mit mehreren verschiedenen Etiketten gleichzeitig versehen werden: sie seien "..rechtsgerichtete Kapitalisten", "..linksgerichtete Sozialisten". "..KGB-Agenten", "..CIA-Agenten", "..Nazi-Kommunisten", "Agenten des Vatikan", "..arabische Agenien" und so weiter und so fort. Alle diese Bezeichnungen sind gleichermaßen unwahr, werden aber doch durch verschiedene Kanäle gleichzeitig und mit gleicher Inbrunst verbreitet.

Jedem bedauernswertem Narr, der solche Lügen schluckt und wiederkäut, wird die nach britischer Auffassung passende Lüge über LaRouche u.a. serviert.

In Wahrheit arbeitet LaRouche einzig und allein für eine internationale Verschwörung der Städtebauer, die man früher als Society of Cincinnatus kannte.

(aus: EAP-Dokumentation "Skandal ...")
 

Die 'New York Times' (Metropolitan Report vom 8.10. 1979) behauptet, daß sich bei Lyndon Hermyle LaRouche im Jahr 1972 eine große Wende vollzogen habe, nachdem seine zweite Frau ihn mit einem jungen Londoner Parteimitglied verlassen hatte.
 

"Mr. LaRouche spent several months in West Germany and returned with what a former member described as a messianic vision."


Daß LaRouche diese "Messianische Vision" bei einem Aufenthalt in der Bundesrepublik bekommen haben soll, ist interessant. Übrigens ist seine heutige Frau auch das deutsche EAP-Mitglied Helga Zepp (jetzt Zepp-LaRouche). Ob sie für die "messianische Vision" als ursächlich anzusehen ist? Selbst wenn, so würde das den merkwürdigen Start dieser Bewegung nicht erklären.

134
 
 

Tatsächlich wird LaRouche heute innerhalb seiner "Partei" kaum weniger gefeiert als Hubbard bei den Scientologen oder sonst einer der "Heiligen Meister" der Jugendreligionen in seinem Glaubenskreis.
 
 

LaRouches spezifische Bedeutung als wissenschaftlicher Denker läßt sich anhand seiner Theorie des Europäischen Währungsfonds vom Herbst 1978 darstellen. LaRouches Arbeit ist genau genommer; eine Fortsetzung der Errungenschaften Plethons, Colberts, Hamiltons, der Careys und Lists, umschließt aber auch wesentliche Beiträge von Karl Marx; LaRouche gelang es jedoch bereits 1952, das entscheidende Problem zu lösen, das alle seine Vorgänger auf diesem Gebiet ungelöst zurückgelassen hatten: Das Problem, ein tatsächliches. deterministisches Modell für die wirtschaftliche Zuwachsrate einer Ökonomie innerhalb der Dynamik zielgerichteter Raten technologischen Fortschritts zu entwickeln. Bei der Lösung war der konzeptionelle Ansatz einer relativistischen Physik hilfreich, wie er in Bernhard Riemanns Habilitationsschrift entwickelt ist - ein Verständnis der Riemannschen Physik, das sich nur mit Hilfe der entscheidenden Erkenntnise Georg Cantors erreichen läßt. Das Ergebnis vereinigt die Anwendung der Naturwissenschaft auf die Ökonomie mit den Grundprinzipien und Methoden der Riemannschen Physik.

Unterstützt durch Kern- und Plasmaphysiker aus dem Kreis von LaRouches engsten Mitarbeitern finden derzeit Ergebnisse der plasmaphysikalischen Forschung Anwendung bei der Entwicklung von Computer-Modellen, denen die in allgemeinverständlicher Form in LaRouches Theorie des Europäischen Währungssystems erklärten Prinzipien zugrundeliegen.

(aus "Skandal...")

135
 
 

So reden Sekten von ihren Führern. Und daß die Prinzipien einer Währungtheorie in der plasmaphysikalischen Forschung eine Rolle spielen oder umgekehrt, das ist auch nur im freischwebenden Glaubensverfahren akzeptabel.

Man sieht sich umgeben von Feinden, als Hüter der einzigen Rettungswahrheit. Man sieht sich auf der Seite der Vernunft gegen das allgemeine Böse kämpfend. Und man droht, daß bei Nichtannahme des "Rettenden Rezepts" alles kaputt gehen wird. Dann kommt das Ende, der Dritte Weltkrieg, ein Atomchaos, usw.
 
 

Die Autorität der EAP ist nicht die Autorität der Gewalt, sondern der Vernunft. Dies leitet sich objektiv aus unserem tiefen Verständnis der platonischen Methode und aus der Tatsache her, daß wir als politische Vereinigung in unserer qualitativen Zusammensetzung nicht durch Kompromisse in Grundsätzen belastet sind. Zu diesem objektiven Vorteil kommt ergänzend der subjektive Vorteil, daß die EAP zusammen mit ihren Schwesterorganisationen in einem Zeitraum von mehr als zehn Jahren wiederholt bewiesen hat. daß sie jene objektiven Möglichkeilen in Form wichtiger Beiträge zur strategischen Analyse und programmatischen Konzeption, wie auch in einigen direkt wissenschaftlichen Arbeitsgebieten als solcher verwirklicht hat. Niemals haben in jüngster Zeit so wenige so viel zur Besserung der menschlichen Verhältnisse beigetragen.
Es gibt keine Garantie dafür, daß unsere Bemühungen Erfolg haben werden. Sowohl auf westlicher wie auf östlicher Seite sind britische Geheimdienstnetzwerke weit vorgedrungen, und ihre geistige Korruption ist weitverbreitet. Die Sowjets sind per se praktisch genau so anfällig für Torheilen wie kapitalistische Nationen— die Manipulation durch London und Londons Agenten Kis-singer in der Zeit von 1969 bis 1973 und die jüngsten Manipulationen der sowjetischen Führung können dies bezeugen. Vielleicht haben wir keinen Erfolg, aber dennoch ist dies die einzige Politik, die überhaupt zum Erfolg führen kann, und sie ist daher der einzige Weg. dem wir unter allen Umständen folgen müssen. Die Alternative wäre ein Weltkrieg.

(aus: "Die Entente ... ")

136
 

Die Braven und das Geld

"Young people of upper middle-class background" sieht die 'New York Times' vornehmlich unter den Gläubigen des Propheten Lyndon Hermyle.

Sieht man sich die Bilder des deutschen Bundesvorstandes der EAP an, dann findet man die gleichen liebenswürdigen, ja klugen Gesichter, wie man sie auf Bildern junger Mun-Crews ebenso sehen kann. Junge Intellektuelle, denen in der Wirrnis dieser Zeit und ihrer unzähligen Theorien, da "alles wankt", nur noch eine Mischung aus Wissenschaftler-Genie, Prophet und Allround-Staatsmann Hilfe zu signalisieren scheint. Und für all das ist ihrem Glauben zufolge Lyndon Hermyle LaRouche gut. Wie das bei den anderen "Heiligen Meistern" ja auch der Fall ist.

Und da können Theorien noch so verworren sein, noch so offensichtlicher Blödsinn. Im Namen der Vernunft wird dann auch der Blödsinn zur hochgeistigen Weisheit erklärt. Denn es geht um Glauben, um Vertrauen und nicht um forschendes Weltbegreifen. An und für sich ist ja Glauben etwas Gutes. Ohne Vertrauen kann die Menschheit nicht leben. Aber wehe, wenn das Vertrauen aus der Balance fällt, in der es durch Verstand und Lebensklugheit gehalten wird. Dann wird es zum Sklaven des Fanatismus.

Solcher Glaube läßt sich herrlich ausbeuten.

Zu den Armen dürfte heute Lyndon Hermyle LaRouche nicht mehr gehören. Egal, woher das Anfangskapital kam. Heute lebt die Polit-Sekte - wie andere Sekten auch - gut mit und vom Glauben der Getreuen.

Von Betrieben ist die Rede, davon solchen im Computer-Gewerbe, und vor allem vom in den USA üblichen "fundraising", dem Straßenverkauf von Schriften und sonstigem Kleinkram durch eifrige (und vor allem lohnfreie) Mitglieder oder Anhänger.

Vier Millionen Dollar, so weiß die 'New York Times' (7.10.1979), seien allein im Jahr 1979 auf dem letztgenannten Weg in die Cult-Kassen geflossen.

137
 
 

Ausgegeben wird das Geld beispielsweise für LaRouches Präsidentschaftskampagne 1980, die ihm in Virginia immerhin 7.508 Stimmen (insgesamt unter 80 Millionen Wählern 40.043) eingetragen hat, wie die 'New York Times' (8.10.1979) berichtete. In lokalen Bereichen sollen es sogar erhebliche Prozente gewesen sein. Es kann dahingestellt bleiben, wer diesem Verein die Starthilfe gegeben hat. Ob es vielleicht wirklich Fehldenker eines Intelligence-Service gewesen sind. Die Sache hat sich selbständig gemacht. Und sie bringt heute junge Menschen in die gleiche zerstörerische Abhängigkeit, wie es die Vereinigungskirche und andere Jugendreligionen tun.

Lyndon Hermyle LaRouches Polit-Kult ist nicht die einzige politreligiöse Jugendsekte. Rechts und links, und schließlich noch auf völlig neuen Positionen, tauchen derartige Systeme auf. Sie sind letzten Endes kein Beitrag zu einer besseren Welt. Sie sind bestenfalls Irrtümer und schlimmstenfalls Menschenfallen.

Sie versprechen viel, wenn nicht alles, bieten kaum etwas und nehmen die Kraft, die Zukunft und den Glauben junger Menschen. Vom Bargeld ganz zu schweigen.

138
 
 
 
 



Impressum:



1. Version dieser Seite installiert am 26.10.2003




Diese Website wurde eröffnet im September 1998