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AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit 
Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung e.V. 
Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/Krishna.htm  Zuletzt bearbeitet am 5.9.2011 
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Der Krishna-Kult
(ISKCON e.V., Food for Life e.V., Akademie für Vaishnava-Kultur, Verein für Vedische Kultur e.V.)
 
   
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
 

Der Begriff "Krishna" wurde durch die Hare-Krishna-Sekte bekannt.
Nur diese wird hier behandelt.
Weitere Bedeutungen des Begriffes unter http://de.wikipedia.org/wiki/Krishna_%28Begriffskl%C3%A4rung%29
 

Beratung:

EL - Elterninitiative zur Wahrung der geistigen Freiheit e.V.
51377 Leverkusen
Geschwister-Scholl-Straße 28
Vorsitzende: Ursula Zöpel
Tel. 0214-58372
Fax 0214-506264
E-Mail: Ursula@Zoepel.de
http://www.elterninitiative-sekten.de
 
 
 
Der Guru     

Hier ein Bild aus der Krishna-Bibel für den Buchverkauf     
Zum Vergrössern Bild anklicken.

 
   
 
 
 

Der Krishna-Kult in Deutschland

1969: Erster Krishna-Verein in Deutschland gegründet (>>).
1974: Krishna-Zentrale durchsucht und Waffen gefunden, Mitglieder  wegen unerlaubten Sammelns und in einem Falll wegen unerlaubter Einfuhr und Erwerb von Schußwaffen zu Strafen bis zu  6 Monaten auf Bewährung verurteilt. Waffen, Munition und über 875.000.- DM gesammeltes Geld nebst Zinsen wurden eingezogen. Der Bundesgerichtshof (AZ 2 StR 791/78) hat das Urteil bestätigt, http://www.AGPF.de/Krishna-Strafurteil78.htm
  

Aus: AGPF AKTUELL I/89 vom 22.3.1989 http://www.AGPF.de/akt89-1.htm     


Die Krishnas waren Mitte der siebziger Jahre der Liebling des Fernsehens: Barfuß, mit Tambourin und kahlgeschorenen Köpfen tingelten sie hare-krishna-hare-rama-singend durch die neuen Fußgängerzonen. Vermutlich ohne es zu wollen, lenkten sie die Medien von den anderen Sekten ab. Denn das Publikum hatte den Beatles-Song im Ohr, der genau diesen Refrain enthielt und wog die Belästigungen durch nötigende Bettel-Mönche gegen die Bereicherung des optischen Bildes auf. Im Medienschatten der glatzköpfigen, gelbgewandeten und barfüßigen Krishna-Mönche wurden die anderen Kulte gross.     

1974 wurde dem Treiben ein vorläufiges Ende bereitet: Die Staatsanwaltschaft durchsuchte das Schloß der Krishnas, fand Waffen und viel Geld. Umfangreiche Strafprozesse folgten, das Urteil des Gerichtes in Frankfurt ging wegen des beschlagnahmten Geldes bis zum Bundesgerichtshof (AZ BGH 2 StR 791/78). 

        
1991: Das Krishna-Papier zur Sondernutzungserlaubnis http://www.agpf.de/Krishna-Strassenverkauf-Taeuschung.htm#Sondernutzungserlaubnis
1992: Schulen in der "deutschsprachigen Zone" http://www.agpf.de/Krishna-Schulen-D.htm#Deutschland
1992: in Deutschland  400.000 Bücher verkauft, Umsatz 4 Millionen DM http://www.agpf.de/Krishna-Strassenverkauf.htm#Die%20Liste
1994: Broschüre "25 JAHRE ISKCON-DEUTSCHLAND" über Konferenz der "Akademie für Vaishnava-Kultur"  http://www.AGPF.de/Krishna-Akademie.htm ohne Einzelheiten über die damalige Gründung.
1995: Urteil zum Strassenverkauf Oberverwaltungsgericht Hamburg OVG Bf II 1/93 http://www.AGPF.de/OVG-Hamburg-BfII-1-93-Krishna.htm
1995: Klage gegen Bundesregierung zurückgewiesen http://www.AGPF.de/VG-Koeln-10L403-94-Krishna.htm
1997: Vorbereitung auf die Anhörungen durch die Enquete-Kommission http://www.agpf.de/Krishna-Enquete.htm#Vorbereitung
1998: Klage gegen Zeitschrift "Praxis Schulfernsehen" vom Landgericht Köln 28 0 322/97 abgewiesen  http://www.AGPF.de/LG-Koeln-28O322-97-Krishna.htm
  
Aus: AGPF-Info 14/98 vom 27.10.98 http://www.agpf.de/inf98-14.htm     


Die "Internationale Gesellschaft für Krishna- Bewußtsein" wurde 1969 in Deutschland gegründet und beim Vereinsregister des Amtsgerichtes Hamburg unter VR 443 eingetragen (heute AG Köln VR 12250). Zur Bezeichnung der Organisation wird meist die englische Bezeichnung "International Society for Krishna Consciousness" und deren Abkürzung ISKCON benutzt. 1979 war dieser Verein an der Erstellung des Pamphlets "Holocaust bis 1984" beteiligt. Inhalt: "Das verfassungswidrige und antireligiöse Vorgehen staatlicher Organe der Bundesrepublik Deutschland gegen neue religiöse Minderheiten". Herausgeber: Das "Guardian Office" der Scientology-Zentrale in Deutschland. Die Verwendung des Begriffes Holocaust beinhaltet die Behauptung oder Befürchtung, der Staat plane die Ermordung einer ganzen Gruppe.
        

1999: Strassenverkauf in der Fußgängerzone von Essen  http://www.agpf.de/Krishna-Strassenverkauf.htm#Strassenverkauf99
1999: Offener Brief eines deutschen Krishna-Anhängers zum sexuellen Missbrauch in Schulen des Krishna-Kultes in USA http://www.AGPF.de/idk87-2.htm
1999: Krishnas an den runden Tisch?  http://www.AGPF.de/Krishna-Dialog.htm
 
 

 

2009: Krishnas im Rathaus von Leipzig

Die LVZ berichtete am 25.9.2009: "Interkulturelle Wochen: Stadt holt Sekte ins Rathaus". Schirmherr sei Oberbürgermeister Burkhard Jung: "Gestalten soll den Abend die Internationale Gesellschaft für Krishnabewusstsein (ISKCON) ...".  Davor warnte Solveig Prass, Geschäftsführerin der Eltern- und Betroffeneninitiative gegen psychische Abhängigkeit Sachsen,

Harald Lamprecht, Beauftragter für Weltanschauung und Sekten der evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsen, "wundert sich, dass gerade ISKCON von der Stadt zu den Interkulturellen Wochen eingeladen wurde. „Diese Guru-Gruppe steht nicht für den Hinduismus insgesamt. Da präsentieren Deutsche ihr Verständnis von indischer Kultur“.

Die Stadtverwaltung hat "die Verantwortung zurückgewiesen. Diese liege bei den jeweiligen Veranstaltern, die Behörde fungiere nur als Koordinator. ISKCON agiere nicht als Veranstalter .... 'Veranstalter des 'Indischen Abends' und damit auch Ansprechpartner der Stadt ist hingegen der Verein für Vedische Kultur e.V.' Der ist in der Stöckelstraße 60 ansässig, genau der Adresse unter der ISKCON firmiert", so die LVZ.

Hat der "Verein für Vedische Kultur" (>>) verschwiegen, dass er praktisch identisch ist mit ISKCON?
Wenn ja, wäre das eine Täuschung der Öffentlichkeit und derBehörde.
Die Veranstaltung wurde durchgeführt.
 

Täuschung der Öffentlichkeit

Darüber wurde in einer Krishna-Website http://www.krishna-is-cool.de unter dem Titel "Mehr als Bollywood, Indischer Abend im Neuen Rathaus - Krishna zieht ins Rathaus ein" am 5.10.2009 berichtet.
In diesem Artikel heisst es:

Das ist frei erfunden.
Die Enquete-Kommission des Bundestages (>>) hat sich zwar mit dem Krishna-Kult befasst und diesen auch mehrfach erwähnt. Dazu mehr unter http://www.AGPF.de/Krishna-Enquete.htm
Der Bericht der Enquete-Kommission ist zu finden unter http://www.agpf.de/Bundestag-Enquete-Bericht-1998.pdf
Dort kann man mit der Suchfunktion nach Krishna oder ISKCON suchen.

Die Enquete-Kommission des Bundestages hat allerdings nichts revidiert, sondern Erwartungen ausgesprochen: "Insbesondere bei ISKCON zeigen sich deutliche selbstkritische Reflexionen und Bemühungen".
Reflexionen und Bemühungen sind aber noch keine Veränderungen.
Über das Ergebnis der "Reflexionen und Bemühungen" gibt es sehr unterschiedliche Meinungen.
Die AGPF konnte damals keine echten Veränderungen erkennen.
Auch die unzulässige Strassenwerbung wurde noch Jahre nach dem Kommissionsbericht fortgesetzt, http://www.agpf.de/Krishna-Strassenverkauf.htm#Strassenverkauf99
Es muss deshalb offen bleiben, ob der Krishna-Kult die jahrzehntelang betriebene rechtswidrige Strassenwerbung aus besserer Einsicht eingestellt hat, oder weil sonst Strafen zu erwarten gewesen wären.

Völlig falsch aber ist die Behauptung, die Bundesregierung habe den Krishna-Kult "als offizielle Religion anerkannt". Dafür ist die Bundesregierung noch nicht einmal zuständig. Nirgendwo ist eine solche Äusserung der Bundesregierung zu finden.

Es ist anzunehmen, dass der Krishna-Kult wieder zur seinem früheren aggressiven Kurs zurückkehrt.
So hat er 1979 zusammen mit der Scientology-Organisation die Broschüre "Holocaust bis 1984" veröffentlicht und damit die Behauptung oder Befürchtung geäussert, der Staat plane die Ermordung ganzer Gruppen.

 
 
 

Vereine

Die nachfolgende Liste ist nicht vollständig. Vereine sind zu finden in www.Handelsregister.de

 
 

ISKCON 
Unter dem Kürzel "ISKCON" waren oder sind diverse Vereine aktiv.
 
 

Amtsgericht Köln VR 12250 

 
 

Amtsgericht Köln VR 15056

 

Amtgericht Wiesbaden VR 3169

 

Amtsgericht Königstein VR 498

 
   
Die Website www.ISKCON.de ist eingetragen für Sankirtan-Allianz e.V. (>>) Paul Augsburger Hochwaldstraße 16, 55767 Brücken
 

 

Deutsche Sankirtan-Allianz e.V.

Food for Life   
Der "Vedische Versand" in Köln sammelt Spenden für "Food for Life", rechts ein Prospekt von Ende 2005, zum Vergrössern anklicken.
       
"Hare Krishna Food for Life - Essen zum Leben - ist der Name des 1971 von His Divine Grace A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada (kurz: Shrila Prabhupada) gegründeten Hilfswerkes zur kostenlosen oder verbilligten Speisung Bedürftiger auf der ganzen Welt. Die Verteilung geweihter Nahrung ist zentrales Anliegen der Internationalen Gesellschaft für Krishna-Bewußtsein (kurz: ISKCON), die im Jahr 1966 ebenfalls von Shrila Prabhupada gegründet wurde. ... möchte der Verein Hare Krishna Food for Life Deutschland mit der Verteilung von geheiligter Nahrung ..."
   

Verein für Vedische Kultur e.V. (>>)

 

 

Zum Zustand der Organisation 2005

Einige wenige Einzelheiten über den heutigen Zustand der Organisation findet man versteckt unter dem Titel "Kultureller Hintergrund der Hare-Krishna-Bewegung":
 
Aus: http://www.iskcon.de/iskcon/iskcon.htm (geladen am 18.2.2005)      

Kultureller Hintergrund der Hare-Krishna-Bewegung      
....      
Seit Shrila Prabhupadas Verscheiden im Jahr 1977 wird die Hare-Krishna-Bewegung von einem internationalen Führungsrat geleitet, der den Titel Governing Body Commission, abgekürzt GBC, trägt. Das Gremium aus ca. 35 Mitgliedern wurde bereits 1973 von Shrila Prabhupada selbst eingesetzt. Shrila Prabhupada war sehr darum bemüht, die ISKCON in geeigneter Weise zu formieren, damit sie auch nach seinem Verscheiden kontinuierlich die gesetzten Ziele weiterverfolgen könnte. Freilich waren die meist jungen Verantwortlichen den Aufgaben kaum gewachsen, so dass Shrila Prabhupada den Kurs des GBC wiederholt korrigieren musste. Nach seinem Verscheiden waren die immer noch wenig erfahrenen Verantwortlichen im Wesentlichen auf sich gestellt, und es kam erwartungsgemäß zu Fehlleistungen, die für die ISKCON als Institution und für die Mitglieder manche Probleme verursachten. Besonders zu kämpfen hatte man mit dem Geltungsdrang und unautorisierten Alleingängen einzelner Funktionäre, obwohl Shrila Prabhupada immer wieder vor solchem Fehlverhalten gewarnt hatte. Schon der spirituelle Meister von Shrila Prabhupada hatte zukunftsweisend darauf hingewiesen, dass eine Weltmission nur im Teamgeist erfolgreich sein könne, und dennoch kam es wiederholt dazu, dass Einzelne Sonderrechte beanspruchten, obwohl sie oft gar nicht fähig waren, verantwortlich mit ihrer beanspruchten Position umzugehen. Gerade im ersten Jahrzehnt nach Shrila Prabhupadas Verscheiden mussten sich daher viele Mitglieder mit dem übertriebenen Ehrgeiz einiger Autoritäten abfinden oder die Bewegung verlassen. Offenbar mangelte es in diesen Fällen an spiritueller Reife, um zu erkennen, dass das weltliche Geschehen nicht unserem, sondern Gottes Willen unterliegt. So kam es zu Konflikten zwischen dem Anspruch der Losgelöstheit von weltlichen Notwendigkeiten und den selbstüchtigen Bedurfnissen Einzelner. Seit dem Anfang der 90er Jahre kann man beobachten, dass innerhalb der ISKCON stark über diese Missstände nachgedacht wird und sich ein zwischen spirituellen und weltlichen Aspekten des Lebens ausgeglichenes Weltverständnis durchsetzt, welches mehr Raum für die soziale Entfaltung des Einzelnen gibt. Die Mitglieder der ISCKON sind heute im allgemeinen ausgesprochen unabhängig und können aufgrund der Erfahrungen im ersten Jahrzehnt nach Shrila Prabhupada kaum noch bevormundet werden. Man ist aus den Kinderschuhen herausgewachsen. Glücklicherweise hat die ISKCON diese Nachwehen nach dem Fortgang ihres glorreichen Gründers überstanden. Dennoch sehen wir uns weiterhin den großen Herausforderungen gegenüber, die unsere Mission beinhaltet. Mehr zum Thema soziale Entwicklung und Wirklichkeit in ISKCON finden Sie unter www.chakra.org      

Das GBC-Gremium leitet die ISKCON weiterhin international, indem Grundfragen spiritueller Natur erörtert, soziale Leitlinien erarbeitet und Grundsatzentscheidungen gefällt werden. Die Ausgestaltung dieser Vorgaben obliegt jedoch den einzelnen nationalen und örtlichen ISKCON-Verbänden, die nach den jeweiligen rechtlichen, kulturellen und sozialen Gegebenheiten dort etabliert werden. Es gilt also das Subsidiaritätsprinzip: Zentral werden nur Dinge geregelt, die örtlich nicht bewältigt werden können, oder die zweckmäßigerweise überregional geregelt werden sollen.      

Auch in Deutschland hat sich die ISKCON entsprechend den hier herrschenden Gesetzmäßigkeiten organisiert. Es gibt örtliche Hare-Krishna-Zentren, die sich selbst verwalten, und den nationalen Dachverband, die ISKCON Deutschland e.V. Das GBC-Gremium ernennt aus den eigenen Reihen GBC-Vertreter, die sich um bestimmte Bereiche in der Welt kümmern und sehen, dass einerseits die internationalen Standards eingehalten werden, aber auch um vor Ort Anliegen entgegenzunehmen und zu helfen. Für Deutschland ist zur Zeit His Grace Ravindra Svarupa dasa zuständig, ein Schüler von Shrila Prabhupada, der sich gerade in den schwierigen Jahren nach Shrila Prabhupadas Verscheiden große Verdienste erworben hat.      

In der ISKCON wirken zur Zeit rund 70 spirituelle Meister, die mit Zustimmung des GBC- Gremiums Schüler in die jahrtausende alte Schülernachfolge einweihen dürfen. Ihnen obliegt natürlich besonders die Aufgabe, die spirituellen Inhalte und die Praxis am Leben und rein zu halten.

 

IEnquete-Bericht des Bundestages heißt es  (Bundestagsdrucksache 13/10650 Seite 87, Buchausgabe Seite 169):

"Inzwischen aber ... hat es wichtige Veränderungen und Entwicklungen innerhalb dieser Gruppen und Bewegungen gegeben.  ... insbesondere bei ISKCON zeigen sich deutliche selbstkritische Reflexionen und Bemühungen, in einen Dialog mit Kritikern, Eltern, dem regionalen Umfeld und der Öffentlichkeit einzutreten."
Dies war Anlaß für die AGPF, sich mit dem Krishna-Kult vertieft zu beschäftigen.
Daraus sind diese Internet-Seiten entstanden.
Dazu auch: Der Krishna-Kult und die Enquete-Kommission des Bundestages http://www.AGPF.de/Krishna-Enquete.htm
 
 
 

Interreligiöser Dialog

Der Krishna-Kult bemüht sich seit etwa 1997 nicht ohne Erfolg um einen "interreligiösen Dialog".  Dazu: ISKCON an den runden Tisch?

ISKCON beansprucht, als Partner eines interreligiösen Dialogs angesehen zu werden. Dazu auch: Neutralität, Indifferenz, religiöser Dialog und Verbraucherschutz
Unterstützt wird dieser Anspruch durch einige Autoren, die dem Krishna-Kult einen glaubwürdigen Wandel attestieren.
Andere bezweifeln diesen Wandel und vermuten, daß es sich lediglich um gekonnte Öffentlichkeitsarbeit handelt.
In Anbetracht von Kindesmißbrauch geht es hier jedoch nicht um persönliche Meinungen.
Vielmehr bedarf es einer möglichst objektiven Prognose.
Warnung vor Gefahren beinhaltet immer auch die Prognose, daß diese Gefahr auch künftig vorhanden sein wird.
Nur eine negative Prognose rechtfertigt eine Warnung.
Eine solche Prognose muß sich auf Tatsachen stützen.
Wenn die Gefahr von Handlungen ausgeht, muß früheres Handeln berücksichtigt werden.
Ebenso, seit wann die Gefahr bekannt ist und wie auf Kritik reagiert wird.
 
 
 

Vergangenheit ruhen lassen?

Nur eine negative Prognose rechtfertigt eine Warnung.
Deshalb muß auf die früheren Vorkommnisse zurückgekommen werden.
Dies inbesondere auch deshalb, weil die Krishna-Organisation inzwischen falsche Darstellungen darüber gibt und zum Beispiel im Rahmen eines Artikels über den Rettershof-Prozeß sogar behauptet, daß in diesem Prozeß "die Hare-Krishna-Bewegung als solche rehabilitiert wurde".
Offenbar wird damit gerechnet, daß dies kaum noch jemand nachprüfen kann.
Einzelheiten dazu: Vereinsvorstand zu Haftstrafen verurteilt

So auch auf die Ermordung eines internen Kritikers.
Steve Bryant hatte einen umfangreichen Bericht verfaßt.
Wenige Tage nach Vollendung des Berichts wurde er ermordet.
Dieser Bericht kursierte über 10 Jahre lang nur in wenigen Exemplaren.
Allerdings: Wer sich wirklich darum bemüht hat, konnte die Bericht stets bekommen, u.a. von Ursula Zöpel von der EL Lverklusen.

Jetzt ist der Bericht (etwa 130 Seiten) auch im Internet verfügbar:
THE GURU BUSINESS  http://geocities.com/CapitolHill/Parliament/3933/guru_biz.htm

Die EL Leverkusen hat bereits 1987 über diesen Fall berichtet.
Der Bericht ist unten wiedergegeben.

Zu einem weiteren Mordfall:
IDK  II/87 30.06.87 Hare-Krishna-Kult: Mord am Fluß
 
 
 
 

Wähle OM für Mord - aus Rolling Stone 9.4.87

EL-Mitteilungen 5/87 der EL-Leverkusen

Aus: ROLLING STONE 9.4.87
Von: John Hubener und Lindsay Gruson

Wählen Sie "OM“ für Mord!

Wählen Sie "Om" für Mord! Die Hare-Krishna-Bewegung, einst voller jugendlichem Idealismus, wurde ein Hafen für Drogenhändler, verdächtiger Kindesbelästiger und Mörder.

Einmal im Jahr, gegen Ende Mai, ersteht Lord Nirshingha, der Kriegsgott der Hindus, um die Dämonen auszutreiben, welche Krishnas Diener bedrohen. Am frühen Morgen des 22. Mai 1986 - am Tag von Nirshinghas Ankunft, parkte Steve Bryant auf einer verlassenen Straße in Los Angeles. Bryant löschte die Scheinwerfer seines Wohnwagens, der einerseits sein Heim und ebenso sein Hauptquartier seines heiligen Einmannkrieges war. Er blickte die Straße hinunter und schaute durch den Rückspiegel. Dann faltete er seine Hände und versuchte zu chanten.

Das war nicht gut. Die Straße war ruhig, doch sein Geist raste. Er versuchte alles zu vergessen, alles Krishna hinzugeben. Doch das Todes-Mantra hämmerte in ihm. "Die Gurrus müsen sterben, die Gurus müssen sterben." Bryant war aufgebracht. Imletzten Jahr hatte er sein Leben für den Krieg gegen die Gurus hingegeben,  die die  lnternationale Gesellschaft für Krishna-Bewußtsein (ISKCON) kontrollierten. Die Schlacht hatte ihn seine Frau und Kinder gekostet. Er hatte das Land durchfahren, zu Krishna-Anhängern, Publizisten, Journalsiten, jeden der zuhören wollte, gesprochen, daß die Gurus die Religion vergiftet hatten, um sich Weltreiche zu bauen. Er sagte, daß sie Kindesmißhandlung und Drogenhandel tolerierten. Die Polizisten sagten, er solle beweisen und sie zuckten die Achseln, Er sagte voraus, daß die Gurus ihn töten würden. Jeder lachte ihn aus. Wer wollte schon Steve Bryjant töten? Er war eine Flocke, verbreitete wertloses Zeug, ein Kurzbrenner, der in Drogen flüchtete, wenn seine Arbeit mißlang.

Als er in der Dunkelheit saß, schwor er abermals, Bhaktipada zu töten. Bhaktipada ist der mächtigste und übelste Guru. Er sollte der erste sein, der sterben müßte.Bhaktipadas Anhänger wuschen in New Vrindaban seine Füße, sein Königreich von 3.000 Acre, hoch in den Hügeln von West Virginia. Sie hielten den Boden für Heilig, den er berührte und lebten in in seinen Fußstapfen. Wer war Bhaktipada? Ein Frauenhasser. Er sagte, für drei Dinge wäre es besser, wenn sie geschlagen würden: eine Trommel, euer Hund und eure Frau.

Ein Bild des Goldenen PaIastes, den Bhaktipada zur Ehre Prabhupadas gebaut hatte, dem Gründer der ISKCON, schoß es durch Bryants Geist. Welch ein perfektes Zeichen der Heuchelei! Amerikas Taj Mahal, ein spirituelles Disney-Land. Und wie hat Bhaktipada es finanziert? Durch Gelder aus Drogenschmuggel, den er akzeptierte, durch Wohlfahrt- und Sammelveranstaltungen, die den Mob beschämen würden. Um seine Geldgier zu stillen, zwang Bhaktipada Frauen dazu, ihre Kinder- zu verlassen, auf die Straße in baufälligen Wohnwagen zu gehen, Geld zu erbetteln und ihm jeden Pfenning abzuliefern.

Bhaktipada zerbrach Ehen und trennte Kinder von ihren Eltern. So kontrollierte er auch die Leute. Das genau hatte er mit Bryant gemacht. Bryant glaubte, der Guru habe seine Frau gehirngewaschen - Jane lebte in New Vrindaban mit irgend einem anderen Mann. Der Guru hatte sie als Einzugsgeschenk einem anderen Anhänger gegeben. Bryants zwei kleine Jungen waren bei ihr und sie nannten einen Fremden Vater. Die Kinder waren mit diesen Kindesmißhandlern zusammen.

Kein Wunder, daß Bryant, der 40 Pfund verloren hatte, an Rande des Wahnsinns war. Krishna hatte ihm eine Mission gegeben. Doch tief im Innersten wußte Bryant, daß er versagen würde. Er würde niemals in der Lage sein, diesen Bhaktipada töten zu können. Der Guru war abgeschirmt, umgeben von sein Fanatikern. Bryant würde nie so nah an ihn herankommen um das zu wagen. Warum hatte Krishna Bryant einen Auftrag gegeben, den er nicht erfüllen konnte? Warum tolerierte Krishna all das Chaos und die Korruption?

Bryant hatte monatelang in seinem vergammelten Wagen wie ein Eingesperrter gelebt und versuchte einen Bericht über die Gurus auf seinem kleinen Computer herauszugeben. Er dachte, daß die Devotees die Wahrheit erkennen und protestieren würden, wenn er die Gurus bloßgestellt haben würde Stattdessen ignorierten sie ihn. Deswegen gab er der Polizei seine Manuskripte. Die Polizei sperrte ihn aber wegen Besitzes einer Waffe ein und gab unerklärlicherweise sein Manuskript an die Führer der Kommune in New Vrindaban. Da gab es nichts mehr für ihn zu tun. Er hatte es versucht, aber wenigstens konnte Bryant selbst darüber berichten. Bei seinem letzten Aufenthalt in New Vrindaban hatte er seine beiden Söhne genommen, in den Camper gesetzt und mit ihnen die Flucht ergriffen. Doch er kam nicht sehr weit. Zwei Wagen voller Männer hatten ihn gejagt, von der Straße abgedrängt und die beiden Jungen wieder mitgenommen. Doch das alles schien weit hinter ihm zu liegen.

Wieder versuchte Bryant den ganzen Ärger loszuwerden. Vor seinem Geiste ließ er das letzte Telefongespräch seiner Frau Jane ablaufen. Ihr fröhliches Englisch beschwingte ihn. Das war immer so. Langsam begann er zu chanten: Hare Krishna, Hare Krishna, Hara Krishna, Hare Hare.

Eingetaucht in das rhythmische Mantra, hörte Bryant nicht die nahenden Schritte. Hätte er sie bemerkt, so hätte er sein Leben retten können. Nach Polizeiberichten schlich sich ein in New Vrindaban versteckt gehaltener Mann namens Thomas Drescher an die Fahrerseite des Wagens, steckte einen 45-kalibrigen Revolver durch das Fenster und drückte ab, als Bryant dort in der Dunkelheit saß.

Die Kugeln trafen Bryant in den Kopf. Sie drangen links ein, zertrümmerten seinen Schädel und zerfetzten sein Gehirn, bevor sie heraustraten. Bryant sackte über dem Steuer zusammen Sekunden später eilten zwei Wagen davon.

Am nächsten Morgen wurde Bryant gefunden. Die Sitze hatten sich mit seinem Hirn vollgesogen und eine Blutlache hatte seine Schuhe durchtränkt. Rasch verbretete sichunter den Devotees in der ganzen Welt die Nachricht, daß Bryant so etwas wie ein abeschreckendes Beispiel sein sollte. Doch der Plan schoß zurück. Bryants Mörder machte aus einem wunderlichen Kauz einen Märtyrer, aus einem verschmähten Liebhaber einen Propheten.

"Steve berichtete alle Arten von unglaublichen Begebenheiten über das, was da oben vorginge, sagte Donald Bodenkirchner, der höchste Exekutiv-Beamte von Marshall County, West Virginia., gelegen bei New Vrindaban. "Ich sagte immer wieder, Steve, sie müssen Beweise bringen. Geben sie uns Namen!" Er antwortete: "Das kann ich nicht, weil sie dann um ihr Leben fürchten würden.“ Ich hielt ihn für einen enttäuschten Schüler, der ein Guru sein wollte. Dann wurde er getötet und in Handumdrehen hat er sofortige Glaubwürdigkeit.
 

Bryants Tod löste eine Serie von übergreifenden Nachforschungen durch bundesweite, staatliche und örtliche Vollzugsbehörden aus. Das führte zur Überführung zweier Krishnas wegen Mordes an einem Devotee und der Entdeckung zweier weiterer Leichen, die in einem Sumpfgelände auf der Kommune in New Vrindaban vergraben waren.

Bryants Aussagen über Drogenschmuggel, Kindesmißhandlung und Betrug wurden von anderen Devotees bekräftigt, die vor einem großen Sachverständigenausschuß Zeugenaussagen gemacht haben. Eine Sondereinheit von FBI - und IRS-Beamten [IRS: US-Bundesfinanzamt] unter Leitung von staatlichen und örtlichen Polizeioffizieren machten kürzlich eine Razzia in New Vrindaban und fuhren drei Wagenladungen mit möglicher Schmuggelware davon. Inzwischen haben sich die Untersuchungen über New Vrindaban hinaus quer durch die USA und weltweit ausgedehnt.

"Beim letzten Mal, als ich Bryant sah, sagte er mir etwas und ich antwortete: 'Steven, ich habe keine Zeit, mit einem gottverdammten Märtyrer Spielchen zu machen!' ", sagte Scheriff Bordenkirchner. "Er sah mich an und lächelte: 'Jetzt verstehen sie uns sie wissen, er ist ein Märtyrer. Vielleicht ist er der Martin Luther der Krishnas. ' "
 
 
 

Abwärts? Bollerwagen mit Recorder statt Krishna-Gruppe
 
 
http://www.taz.de/pt/2003/07/25/a0187.nf/text      
TAZ, 25.07.2003      


berliner szenen       
Einsamer Jünger      
Hare Hare      
Einsam sah der Krishna-Jünger aus, der auf der anderen Straßenseite vorbei tanzte. Zwar schien es vorher, akustisch nämlich, als ob sich eine ganze fröhliche Krishna-Gruppe nähern würde: "Krishna, Krishna " sang einer, "Hare Hare", stimmten schallend viele Stimmen ein. Aber dann war es doch nur ein einziges Männchen in Schmutzigorange, das einen Bollerwagen mit einem Radiorecorder darauf hinter sich herzog, aus dem die vermeintlich vielen schallten, aufgenommen in besseren Zeiten.      
Den Trick kenne ich aus "Bill Bo und seine Bande", da verjagen der Graf von Burg Dingelstein und sein Töchterchen Ding-Ding die Räuberclique, in dem sie sich als Armee verkleiden, in echoerzeugenden Burggängen herumbrüllen und durch alle Zinnen Musketen lugen lassen, die sie hinten an Bändern zusammengebunden haben, so dass sie wie Marionetten wackeln. Bei "Bill Bo" bin ich auf der Seite der Räuber, allein schon wegen Killwas, und verabscheue den billigen Trick des spießigen Grafen. Beim einsamen Krishna-Jünger, ich gebe es zu, hätte ich um ein Haar meinen Beobachtungsposten aufgegeben, hätte fröhliche, rote Kleidung herausgewühlt und wäre hinter ihm hergetanzt. Nur aus Mitleid und auch, weil ich zusah, wie sich zwei Berlinerinnen lauthals über die Rama-Rama-Lärmbelästigung auszeterten.      
Zum Glück ist mir jedoch vorher noch eingefallen, dass ich nicht tolerant genug bin für diese Art von Glaube. Wenns nach mir ginge, dann würden sämtliche Sekten, egal wie groß, egal ob Christen, Moslems, Krishna-Jünger oder Yogische Flieger, zur Stille verdammt. Apropos Christen: Die störenden Kirchenglocken sollten ohnehin nur noch läuten dürfen, wenn ein Serienmörder ausgebrochen ist oder die Flut kommt."       
JENNI ZYLKA      
taz Berlin lokal Nr. 7113 vom 25.7.2003, Seite 25, 58 Zeilen (Kommentar), JENNI ZYLKA,  Kolumne 
 
 
 



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