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Der Begriff "Krishna" wurde
durch Hare-Krishna-Sekte bekannt. Nur diese wird hier behandelt. Weitere
Bedeutungen des Begriffes unter http://de.wikipedia.org/wiki/Krishna_%28Begriffskl%C3%A4rung%29
EL - Elterninitiative zur Wahrung der geistigen Freiheit e.V.
51377 Leverkusen
Geschwister-Scholl-Straße 28
Vorsitzende: Ursula Zöpel
Tel. 0214-58372
Fax 0214-506264
E-Mail: Ursula@Zoepel.de
http://www.elterninitiative-sekten.de
| Der
Guru
Hier ein Bild aus der Krishna-Bibel
für den Buchverkauf
|
![]() |
Der Guru: Abhay Charan
De, genannt Bhaktivedanta Swami Prabhupada, geboren 1.9.1896 in
Kalkutta als Sohn eines Tuchhändlers, gestorben 14.11.1977 in Vrindavan.
1965: Prabhupada
gewann in New York, USA erste Anhänger, "fast ausschließlich
Jugendliche der aufkommenden Hippie-Bewegung" (Wikipedia,
7.10.09). Streit mit dort ansässigen Yoga-Lehrern (Bhaktivedanta lehnt
den Yoga ab) und mit Maharishi. Chronologie:
http://www.relinfo.ch/iskcon/geschichtetxt.html
1966: Gründung
der ISKCON International Society for Krishna Consciousness in USA.
1971: Gründung
der ersten Gurukula-Schule. Diese Schulen wurden später bekannt wegen
des sexuellen Missbrauchs
der Schüler durch Lehrer in den USA.
1983: "Mord am Fluss"
in USA http://www.AGPF.de/idk87-2.htm
1993: Das Buch "The
Nectar of Book Distribation": Verkauf im Vordergrund
2000: 400-Millionen-Dollar-Klage
wegen sexuellen Missbrauch von Schülern durch Lehrer http://www.AGPF.de/Krishna-Missbrauch.htm
Der Krishna-Kult in Deutschland
1969: Erster Krishna-Verein
in Deutschland gegründet (>>).
1974: Krishna-Zentrale
durchsucht und Waffen gefunden, Mitglieder wegen unerlaubten Sammelns
und in einem Falll wegen unerlaubter Einfuhr und Erwerb von Schußwaffen
zu Strafen bis zu 6 Monaten auf Bewährung verurteilt. Waffen,
Munition und über 875.000.- DM gesammeltes Geld nebst Zinsen wurden
eingezogen. Der Bundesgerichtshof (AZ 2 StR 791/78) hat das Urteil bestätigt,
http://www.AGPF.de/Krishna-Strafurteil78.htm
| Aus: AGPF AKTUELL I/89 vom
22.3.1989 http://www.AGPF.de/akt89-1.htm
Die Krishnas waren Mitte der siebziger Jahre der Liebling des Fernsehens: Barfuß, mit Tambourin und kahlgeschorenen Köpfen tingelten sie hare-krishna-hare-rama-singend durch die neuen Fußgängerzonen. Vermutlich ohne es zu wollen, lenkten sie die Medien von den anderen Sekten ab. Denn das Publikum hatte den Beatles-Song im Ohr, der genau diesen Refrain enthielt und wog die Belästigungen durch nötigende Bettel-Mönche gegen die Bereicherung des optischen Bildes auf. Im Medienschatten der glatzköpfigen, gelbgewandeten und barfüßigen Krishna-Mönche wurden die anderen Kulte gross. 1974 wurde dem Treiben ein vorläufiges Ende bereitet: Die Staatsanwaltschaft durchsuchte das Schloß der Krishnas, fand Waffen und viel Geld. Umfangreiche Strafprozesse folgten, das Urteil des Gerichtes in Frankfurt ging wegen des beschlagnahmten Geldes bis zum Bundesgerichtshof (AZ BGH 2 StR 791/78). |
| Aus:
AGPF-Info 14/98 vom 27.10.98 http://www.agpf.de/inf98-14.htm
Die "Internationale Gesellschaft für Krishna- Bewußtsein" wurde 1969 in Deutschland gegründet und beim Vereinsregister des Amtsgerichtes Hamburg unter VR 443 eingetragen (heute AG Köln VR 12250). Zur Bezeichnung der Organisation wird meist die englische Bezeichnung "International Society for Krishna Consciousness" und deren Abkürzung ISKCON benutzt. 1979 war dieser Verein an der Erstellung des Pamphlets "Holocaust bis 1984" beteiligt. Inhalt: "Das verfassungswidrige und antireligiöse Vorgehen staatlicher Organe der Bundesrepublik Deutschland gegen neue religiöse Minderheiten". Herausgeber: Das "Guardian Office" der Scientology-Zentrale in Deutschland. Die Verwendung des Begriffes Holocaust beinhaltet die Behauptung oder Befürchtung, der Staat plane die Ermordung einer ganzen Gruppe. |
1999: Strassenverkauf
in der Fußgängerzone von Essen http://www.agpf.de/Krishna-Strassenverkauf.htm#Strassenverkauf99
1999: Offener Brief
eines deutschen Krishna-Anhängers zum sexuellen Missbrauch in Schulen
des Krishna-Kultes in USA http://www.AGPF.de/idk87-2.htm
1999: Krishnas an
den runden Tisch? http://www.AGPF.de/Krishna-Dialog.htm
2009: Krishnas im Rathaus von Leipzig
Die LVZ berichtete am 25.9.2009: "Interkulturelle Wochen: Stadt holt Sekte ins Rathaus". Schirmherr sei Oberbürgermeister Burkhard Jung: "Gestalten soll den Abend die Internationale Gesellschaft für Krishnabewusstsein (ISKCON) ...". Davor warnte Solveig Prass, Geschäftsführerin der Eltern- und Betroffeneninitiative gegen psychische Abhängigkeit Sachsen,
Harald Lamprecht, Beauftragter für Weltanschauung und Sekten der evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsen, "wundert sich, dass gerade ISKCON von der Stadt zu den Interkulturellen Wochen eingeladen wurde. „Diese Guru-Gruppe steht nicht für den Hinduismus insgesamt. Da präsentieren Deutsche ihr Verständnis von indischer Kultur“.
Die Stadtverwaltung hat "die Verantwortung zurückgewiesen. Diese liege bei den jeweiligen Veranstaltern, die Behörde fungiere nur als Koordinator. ISKCON agiere nicht als Veranstalter .... 'Veranstalter des 'Indischen Abends' und damit auch Ansprechpartner der Stadt ist hingegen der Verein für Vedische Kultur e.V.' Der ist in der Stöckelstraße 60 ansässig, genau der Adresse unter der ISKCON firmiert", so die LVZ.
Hat der "Verein für
Vedische Kultur" (>>) verschwiegen, dass er
praktisch identisch ist mit ISKCON?
Wenn ja, wäre das eine
Täuschung der Öffentlichkeit und derBehörde.
Die Veranstaltung wurde
durchgeführt.
Darüber wurde in einer
Krishna-Website http://www.krishna-is-cool.de unter dem Titel "Mehr als
Bollywood, Indischer Abend im Neuen Rathaus - Krishna zieht ins Rathaus
ein" am 5.10.2009 berichtet.
In diesem Artikel heisst
es:
Die Enquete-Kommission des
Bundestages hat allerdings nichts revidiert, sondern Erwartungen ausgesprochen:
"Insbesondere bei ISKCON zeigen sich deutliche selbstkritische Reflexionen
und Bemühungen".
Reflexionen und Bemühungen
sind aber noch keine Veränderungen.
Über das Ergebnis der
"Reflexionen und Bemühungen" gibt es sehr unterschiedliche Meinungen.
Die AGPF konnte damals keine
echten Veränderungen erkennen.
Auch die unzulässige
Strassenwerbung wurde noch Jahre nach dem Kommissionsbericht fortgesetzt,
http://www.agpf.de/Krishna-Strassenverkauf.htm#Strassenverkauf99
Es muss deshalb offen bleiben,
ob der Krishna-Kult die jahrzehntelang betriebene rechtswidrige Strassenwerbung
aus besserer Einsicht eingestellt hat, oder weil sonst Strafen zu erwarten
gewesen wären.
Völlig falsch aber ist die Behauptung, die Bundesregierung habe den Krishna-Kult "als offizielle Religion anerkannt". Dafür ist die Bundesregierung noch nicht einmal zuständig. Nirgendwo ist eine solche Äusserung der Bundesregierung zu finden.
Es ist anzunehmen, dass der
Krishna-Kult wieder zur seinem früheren aggressiven Kurs zurückkehrt.
So hat er 1979
zusammen mit der Scientology-Organisation die Broschüre "Holocaust
bis 1984" veröffentlicht und damit die Behauptung oder Befürchtung
geäussert, der Staat plane die Ermordung ganzer Gruppen.
Die nachfolgende Liste ist nicht vollständig. Vereine sind zu finden in www.Handelsregister.de
Erste Gründung 1969:
Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein e.V. (ISKCON)
Ausserdem in Köln eingetragen:
Deutsche Sankirtan-Allianz e.V.
Brücken ist der Nachbarort
des Ortes Abentheuer in Rheinland-Pfalz, 50 Kilometer nördlich von
Saarbrücken. Die Telefon-CD enthält für Abentheuer 259 Einträge.
Dort befindet sich eines der derzeitigen Krishna-Zentren in Deutschland.
In einem Prozess liess der
Krishna-Kult vortragen (http://www.AGPF.de/LG-Koeln-28O322-97-Krishna.htm#FfL):
"Die Äußerung,
daß die Devotees nichts täten, um Mißstände zu ändern,
sei ebenfalls falsch. Hierbei handele es sich um einen unhaltbaren und
durch nichts begründeten Vorwurf. Tatsächlich kämpfe die
ISKCON im Rahmen der 1971 von Prabhupada gegründeten "Food for Life“-Kampagne
mit Erfolg weltweit gegen den Hunger. Die ISKCON betätige sich durch
dieses Programm speziell in Krisengebieten, wie derzeit in Tschetschenien."
"Food for Live" dient also zum Beweis dafür, dass der Krishna-Kult angeblich soziale Aktivitäten entfaltet.
| Der "Vedische Versand" in Köln sammelt Spenden für "Food for Life", rechts ein Prospekt von Ende 2005, zum Vergrössern anklicken. | ![]() |
"Hare Krishna Food for Life - Essen zum Leben - ist der Name des 1971 von His Divine Grace A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada (kurz: Shrila Prabhupada) gegründeten Hilfswerkes zur kostenlosen oder verbilligten Speisung Bedürftiger auf der ganzen Welt. Die Verteilung geweihter Nahrung ist zentrales Anliegen der Internationalen Gesellschaft für Krishna-Bewußtsein (kurz: ISKCON), die im Jahr 1966 ebenfalls von Shrila Prabhupada gegründet wurde. ... möchte der Verein Hare Krishna Food for Life Deutschland mit der Verteilung von geheiligter Nahrung ..."
Verein für Vedische Kultur e.V. (>>)
Die Adresse des Vereinsist
identisch mit der ISKCON-Filiale in Leipzig.
Ausserdem ist unter derselben
Adresse ein "Bhakti Yoga Zentrum" verzeichnet.
Vorstand Sten Börnig-Schmidt
Zum Zustand der Organisation 2005
Einige wenige Einzelheiten
über den heutigen Zustand der Organisation findet man versteckt unter
dem Titel "Kultureller Hintergrund der Hare-Krishna-Bewegung":
IEnquete-Bericht des Bundestages heißt es (Bundestagsdrucksache 13/10650 Seite 87, Buchausgabe Seite 169):
"Inzwischen aber ... hat es wichtige Veränderungen und Entwicklungen innerhalb dieser Gruppen und Bewegungen gegeben. ... insbesondere bei ISKCON zeigen sich deutliche selbstkritische Reflexionen und Bemühungen, in einen Dialog mit Kritikern, Eltern, dem regionalen Umfeld und der Öffentlichkeit einzutreten."Dies war Anlaß für die AGPF, sich mit dem Krishna-Kult vertieft zu beschäftigen.
Der Krishna-Kult bemüht sich seit etwa 1997 nicht ohne Erfolg um einen "interreligiösen Dialog". Dazu: ISKCON an den runden Tisch?
ISKCON beansprucht, als Partner
eines interreligiösen Dialogs angesehen zu werden. Dazu auch: Neutralität,
Indifferenz, religiöser Dialog und Verbraucherschutz
Unterstützt wird dieser
Anspruch durch einige Autoren, die dem Krishna-Kult einen glaubwürdigen
Wandel attestieren.
Andere bezweifeln diesen
Wandel und vermuten, daß es sich lediglich um gekonnte Öffentlichkeitsarbeit
handelt.
In Anbetracht von Kindesmißbrauch
geht es hier jedoch nicht um persönliche Meinungen.
Vielmehr bedarf es einer
möglichst objektiven Prognose.
Warnung vor Gefahren beinhaltet
immer auch die Prognose, daß diese Gefahr auch künftig vorhanden
sein wird.
Nur eine negative Prognose
rechtfertigt eine Warnung.
Eine solche Prognose muß
sich auf Tatsachen stützen.
Wenn die Gefahr von Handlungen
ausgeht, muß früheres Handeln berücksichtigt werden.
Ebenso, seit wann die Gefahr
bekannt ist und wie auf Kritik reagiert wird.
Nur eine negative Prognose
rechtfertigt eine Warnung.
Deshalb muß auf die
früheren Vorkommnisse zurückgekommen werden.
Dies inbesondere auch deshalb,
weil die Krishna-Organisation inzwischen falsche Darstellungen darüber
gibt und zum Beispiel im Rahmen eines Artikels über den Rettershof-Prozeß
sogar behauptet, daß in diesem Prozeß "die Hare-Krishna-Bewegung
als solche rehabilitiert wurde".
Offenbar wird damit gerechnet,
daß dies kaum noch jemand nachprüfen kann.
Einzelheiten dazu: Vereinsvorstand
zu Haftstrafen verurteilt
So auch auf die Ermordung
eines internen Kritikers.
Steve Bryant
hatte einen umfangreichen Bericht verfaßt.
Wenige Tage nach Vollendung
des Berichts wurde er ermordet.
Dieser Bericht kursierte
über 10 Jahre lang nur in wenigen Exemplaren.
Allerdings: Wer sich wirklich
darum bemüht hat, konnte die Bericht stets bekommen, u.a. von Ursula
Zöpel von der EL Lverklusen.
Jetzt ist der Bericht (etwa
130 Seiten) auch im Internet verfügbar:
THE
GURU BUSINESS http://geocities.com/CapitolHill/Parliament/3933/guru_biz.htm
Die EL Leverkusen hat bereits
1987 über diesen Fall berichtet.
Der Bericht ist unten
wiedergegeben.
Zu einem weiteren Mordfall:
IDK
II/87 30.06.87 Hare-Krishna-Kult: Mord am Fluß
Wähle OM für Mord - aus Rolling Stone 9.4.87
EL-Mitteilungen 5/87 der EL-Leverkusen
Aus: ROLLING STONE 9.4.87
Von: John Hubener und Lindsay
Gruson
Wählen Sie "OM“ für Mord!
Wählen Sie "Om" für Mord! Die Hare-Krishna-Bewegung, einst voller jugendlichem Idealismus, wurde ein Hafen für Drogenhändler, verdächtiger Kindesbelästiger und Mörder.
Einmal im Jahr, gegen Ende Mai, ersteht Lord Nirshingha, der Kriegsgott der Hindus, um die Dämonen auszutreiben, welche Krishnas Diener bedrohen. Am frühen Morgen des 22. Mai 1986 - am Tag von Nirshinghas Ankunft, parkte Steve Bryant auf einer verlassenen Straße in Los Angeles. Bryant löschte die Scheinwerfer seines Wohnwagens, der einerseits sein Heim und ebenso sein Hauptquartier seines heiligen Einmannkrieges war. Er blickte die Straße hinunter und schaute durch den Rückspiegel. Dann faltete er seine Hände und versuchte zu chanten.
Das war nicht gut. Die Straße war ruhig, doch sein Geist raste. Er versuchte alles zu vergessen, alles Krishna hinzugeben. Doch das Todes-Mantra hämmerte in ihm. "Die Gurrus müsen sterben, die Gurus müssen sterben." Bryant war aufgebracht. Imletzten Jahr hatte er sein Leben für den Krieg gegen die Gurus hingegeben, die die lnternationale Gesellschaft für Krishna-Bewußtsein (ISKCON) kontrollierten. Die Schlacht hatte ihn seine Frau und Kinder gekostet. Er hatte das Land durchfahren, zu Krishna-Anhängern, Publizisten, Journalsiten, jeden der zuhören wollte, gesprochen, daß die Gurus die Religion vergiftet hatten, um sich Weltreiche zu bauen. Er sagte, daß sie Kindesmißhandlung und Drogenhandel tolerierten. Die Polizisten sagten, er solle beweisen und sie zuckten die Achseln, Er sagte voraus, daß die Gurus ihn töten würden. Jeder lachte ihn aus. Wer wollte schon Steve Bryjant töten? Er war eine Flocke, verbreitete wertloses Zeug, ein Kurzbrenner, der in Drogen flüchtete, wenn seine Arbeit mißlang.
Als er in der Dunkelheit saß, schwor er abermals, Bhaktipada zu töten. Bhaktipada ist der mächtigste und übelste Guru. Er sollte der erste sein, der sterben müßte.Bhaktipadas Anhänger wuschen in New Vrindaban seine Füße, sein Königreich von 3.000 Acre, hoch in den Hügeln von West Virginia. Sie hielten den Boden für Heilig, den er berührte und lebten in in seinen Fußstapfen. Wer war Bhaktipada? Ein Frauenhasser. Er sagte, für drei Dinge wäre es besser, wenn sie geschlagen würden: eine Trommel, euer Hund und eure Frau.
Ein Bild des Goldenen PaIastes, den Bhaktipada zur Ehre Prabhupadas gebaut hatte, dem Gründer der ISKCON, schoß es durch Bryants Geist. Welch ein perfektes Zeichen der Heuchelei! Amerikas Taj Mahal, ein spirituelles Disney-Land. Und wie hat Bhaktipada es finanziert? Durch Gelder aus Drogenschmuggel, den er akzeptierte, durch Wohlfahrt- und Sammelveranstaltungen, die den Mob beschämen würden. Um seine Geldgier zu stillen, zwang Bhaktipada Frauen dazu, ihre Kinder- zu verlassen, auf die Straße in baufälligen Wohnwagen zu gehen, Geld zu erbetteln und ihm jeden Pfenning abzuliefern.
Bhaktipada zerbrach Ehen und trennte Kinder von ihren Eltern. So kontrollierte er auch die Leute. Das genau hatte er mit Bryant gemacht. Bryant glaubte, der Guru habe seine Frau gehirngewaschen - Jane lebte in New Vrindaban mit irgend einem anderen Mann. Der Guru hatte sie als Einzugsgeschenk einem anderen Anhänger gegeben. Bryants zwei kleine Jungen waren bei ihr und sie nannten einen Fremden Vater. Die Kinder waren mit diesen Kindesmißhandlern zusammen.
Kein Wunder, daß Bryant, der 40 Pfund verloren hatte, an Rande des Wahnsinns war. Krishna hatte ihm eine Mission gegeben. Doch tief im Innersten wußte Bryant, daß er versagen würde. Er würde niemals in der Lage sein, diesen Bhaktipada töten zu können. Der Guru war abgeschirmt, umgeben von sein Fanatikern. Bryant würde nie so nah an ihn herankommen um das zu wagen. Warum hatte Krishna Bryant einen Auftrag gegeben, den er nicht erfüllen konnte? Warum tolerierte Krishna all das Chaos und die Korruption?
Bryant hatte monatelang in seinem vergammelten Wagen wie ein Eingesperrter gelebt und versuchte einen Bericht über die Gurus auf seinem kleinen Computer herauszugeben. Er dachte, daß die Devotees die Wahrheit erkennen und protestieren würden, wenn er die Gurus bloßgestellt haben würde Stattdessen ignorierten sie ihn. Deswegen gab er der Polizei seine Manuskripte. Die Polizei sperrte ihn aber wegen Besitzes einer Waffe ein und gab unerklärlicherweise sein Manuskript an die Führer der Kommune in New Vrindaban. Da gab es nichts mehr für ihn zu tun. Er hatte es versucht, aber wenigstens konnte Bryant selbst darüber berichten. Bei seinem letzten Aufenthalt in New Vrindaban hatte er seine beiden Söhne genommen, in den Camper gesetzt und mit ihnen die Flucht ergriffen. Doch er kam nicht sehr weit. Zwei Wagen voller Männer hatten ihn gejagt, von der Straße abgedrängt und die beiden Jungen wieder mitgenommen. Doch das alles schien weit hinter ihm zu liegen.
Wieder versuchte Bryant den ganzen Ärger loszuwerden. Vor seinem Geiste ließ er das letzte Telefongespräch seiner Frau Jane ablaufen. Ihr fröhliches Englisch beschwingte ihn. Das war immer so. Langsam begann er zu chanten: Hare Krishna, Hare Krishna, Hara Krishna, Hare Hare.
Eingetaucht in das rhythmische Mantra, hörte Bryant nicht die nahenden Schritte. Hätte er sie bemerkt, so hätte er sein Leben retten können. Nach Polizeiberichten schlich sich ein in New Vrindaban versteckt gehaltener Mann namens Thomas Drescher an die Fahrerseite des Wagens, steckte einen 45-kalibrigen Revolver durch das Fenster und drückte ab, als Bryant dort in der Dunkelheit saß.
Die Kugeln trafen Bryant in den Kopf. Sie drangen links ein, zertrümmerten seinen Schädel und zerfetzten sein Gehirn, bevor sie heraustraten. Bryant sackte über dem Steuer zusammen Sekunden später eilten zwei Wagen davon.
Am nächsten Morgen wurde Bryant gefunden. Die Sitze hatten sich mit seinem Hirn vollgesogen und eine Blutlache hatte seine Schuhe durchtränkt. Rasch verbretete sichunter den Devotees in der ganzen Welt die Nachricht, daß Bryant so etwas wie ein abeschreckendes Beispiel sein sollte. Doch der Plan schoß zurück. Bryants Mörder machte aus einem wunderlichen Kauz einen Märtyrer, aus einem verschmähten Liebhaber einen Propheten.
"Steve berichtete alle Arten
von unglaublichen Begebenheiten über das, was da oben vorginge, sagte
Donald Bodenkirchner, der höchste Exekutiv-Beamte von Marshall County,
West Virginia., gelegen bei New Vrindaban. "Ich sagte immer wieder, Steve,
sie müssen Beweise bringen. Geben sie uns Namen!" Er antwortete: "Das
kann ich nicht, weil sie dann um ihr Leben fürchten würden.“
Ich hielt ihn für einen enttäuschten Schüler, der ein Guru
sein wollte. Dann wurde er getötet und in Handumdrehen hat er sofortige
Glaubwürdigkeit.
Bryants Tod löste eine Serie von übergreifenden Nachforschungen durch bundesweite, staatliche und örtliche Vollzugsbehörden aus. Das führte zur Überführung zweier Krishnas wegen Mordes an einem Devotee und der Entdeckung zweier weiterer Leichen, die in einem Sumpfgelände auf der Kommune in New Vrindaban vergraben waren.
Bryants Aussagen über Drogenschmuggel, Kindesmißhandlung und Betrug wurden von anderen Devotees bekräftigt, die vor einem großen Sachverständigenausschuß Zeugenaussagen gemacht haben. Eine Sondereinheit von FBI - und IRS-Beamten [IRS: US-Bundesfinanzamt] unter Leitung von staatlichen und örtlichen Polizeioffizieren machten kürzlich eine Razzia in New Vrindaban und fuhren drei Wagenladungen mit möglicher Schmuggelware davon. Inzwischen haben sich die Untersuchungen über New Vrindaban hinaus quer durch die USA und weltweit ausgedehnt.
"Beim letzten Mal, als ich
Bryant sah, sagte er mir etwas und ich antwortete: 'Steven, ich habe keine
Zeit, mit einem gottverdammten Märtyrer Spielchen zu machen!' ", sagte
Scheriff Bordenkirchner. "Er sah mich an und lächelte: 'Jetzt verstehen
sie uns sie wissen, er ist ein Märtyrer. Vielleicht ist er der Martin
Luther der Krishnas. ' "
Abwärts?
Bollerwagen mit Recorder statt Krishna-Gruppe
| http://www.taz.de/pt/2003/07/25/a0187.nf/text
TAZ, 25.07.2003 berliner szenen Einsamer Jünger Hare Hare Einsam sah der Krishna-Jünger aus, der auf der anderen Straßenseite vorbei tanzte. Zwar schien es vorher, akustisch nämlich, als ob sich eine ganze fröhliche Krishna-Gruppe nähern würde: "Krishna, Krishna " sang einer, "Hare Hare", stimmten schallend viele Stimmen ein. Aber dann war es doch nur ein einziges Männchen in Schmutzigorange, das einen Bollerwagen mit einem Radiorecorder darauf hinter sich herzog, aus dem die vermeintlich vielen schallten, aufgenommen in besseren Zeiten. Den Trick kenne ich aus "Bill Bo und seine Bande", da verjagen der Graf von Burg Dingelstein und sein Töchterchen Ding-Ding die Räuberclique, in dem sie sich als Armee verkleiden, in echoerzeugenden Burggängen herumbrüllen und durch alle Zinnen Musketen lugen lassen, die sie hinten an Bändern zusammengebunden haben, so dass sie wie Marionetten wackeln. Bei "Bill Bo" bin ich auf der Seite der Räuber, allein schon wegen Killwas, und verabscheue den billigen Trick des spießigen Grafen. Beim einsamen Krishna-Jünger, ich gebe es zu, hätte ich um ein Haar meinen Beobachtungsposten aufgegeben, hätte fröhliche, rote Kleidung herausgewühlt und wäre hinter ihm hergetanzt. Nur aus Mitleid und auch, weil ich zusah, wie sich zwei Berlinerinnen lauthals über die Rama-Rama-Lärmbelästigung auszeterten. Zum Glück ist mir jedoch vorher noch eingefallen, dass ich nicht tolerant genug bin für diese Art von Glaube. Wenns nach mir ginge, dann würden sämtliche Sekten, egal wie groß, egal ob Christen, Moslems, Krishna-Jünger oder Yogische Flieger, zur Stille verdammt. Apropos Christen: Die störenden Kirchenglocken sollten ohnehin nur noch läuten dürfen, wenn ein Serienmörder ausgebrochen ist oder die Flut kommt." JENNI ZYLKA taz Berlin lokal Nr. 7113 vom 25.7.2003, Seite 25, 58 Zeilen (Kommentar), JENNI ZYLKA, Kolumne |