www.AGPF.de
Infos über Sekten, Kulte und den Psychomarkt
AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit
Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung e.V., Bonn
Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/Krishna-Schulen-D.htm  Zuletzt bearbeitet am 12.5.2007
Impressum | Zur Homepage | Zur Inhaltsseite | Zum Begriff Sekte | AGPF-Spendenkonto
Google

Der Krishna-Kult:
Schulen in der "deutschsprachigen Zone"


Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:


Impressum

Der Krishna-Kult hat in Wien eine Schule betrieben.
Auch für Deutschland war eine solche geplant, auch wenn im Zusammenhang mit dem massenhaften sexuellen Mißbrauch in solchen "Gurukula"-Schulen das Gegenteil behauptet wird,
dazu: Der Krishna-Kult: Sexueller Missbrauch auch in Deutschland

Aus einem Prospekt für eine Grundschule in Wien zur Altersgruppe: "Vorschule bis 4. Klasse".
Das Programm:

"Das Ziel Krsna-bewußter Pädagogik besteht darin, den Schüler vom Kreislauf der wiederholten Geburten und Tode zu befreien und ihn zu einem Geweihten Sri Krsnas zu erziehen, der einen spirituellen Meister annimmt und diesem ergeben dient".
Lehrplan und Lehrmaterialien der staatlichen Schulen würden "benutzt und krsnaisiert", an der "Erstellung Krsna-bewußten Lehrmaterials wird gearbeitet".



Hier einige Seiten aus dem Prospekt für eine Grundschule in Wien
linkes Photo die Kinder im Schneidersitz, rechtes Photo der Guru im Schneidersitz

Und am Ende des Prospekts eine Preisliste


 


Die Zeitung

Die Privatschule in Wien hat eine eigene Zeitung herausgegeben.
Um eine Schulzeitung im üblichen Sinne handelt es sich nicht.
Eher um eine Mitgliederzeitung.
Dort findet sich ein eindeutiger Bezug zu Deutschland.
Hier das Inhaltsverzeichnis:
 
 

INITIATIVE 
GURUKULA 
Das Magazin für Krsna-bewußte Kindererziehung 
Nummer 10 (September/Oktober 1992) 

Deine Unterweisungen aus dem Mund eines Kindes 
Vyasa-puja Opferung von HH Indradyumna Swami 
Srila Prabhupada zum Thema Kinder im Krsna-Bewußtsein 
Autoritative Erziehung Eine Vortragsreihe der Wiener ISKCON-Schule 
Die Stimme der neuen Generation 
Abenteuer in Vrndavana 
GIück in Alachua 
Neue Serie 
Die Geschichten des Bhagavatam 
ISKCON-Schulen für Deutschland - Die stellvertretende Vorsitzende des Schulförderungsvereins 
"INITIATIVE GURUKULA“ sieht positive Zeichen 
Nimai als Nrsimhadeva 
Eine Bildergeschichte 
Harry Bolls Abenteuer 
Comics von Govinda Madhave das

Bildunterschrift: 
"Gurukula ist unser wichtigstes Projekt. Wenn die Kinder von frühester Kindheit an eine Krsna-bewußte Erziehung bekommen, gibt es eine große Hoffnung für die Welt" 
(Srila Prabhupada)


Bericht einer Schülerin aus Heidelberg über ihren Besuch einer Krishna-Schule in den USA
 
INITIATIVE GURUKULA Das Magazin für Krsna-bewußte Kindererziehung 
Nummer 10 (September/Oktober 1992) Seite 21

DIE STIMME DER NEUEN GENERATION

Laksmi Seva ist die Tochter von Anuttama d.d. aus Heidelberg. Wir freuen uns von ganzem Herzen über ihr großes Glück, nach dem sich auch viele unserer Kinder sehnen. Möge uns Sri Caitanya Mahaprabhu barmherzig sein und uns ermächtigen, Gurukulas für alle unsere Kinder einzurichten.

Ich heiße Laksmi Seva. Diesen Namen habe ich mir selbst gegeben. Vorher nannten mich alle Elisabeth. Als ich zum erstenmal in die Gurukula ging, habe ich mich meinen Kameradinnen so vorgestellt: Ich bin Laksmi Seva. 

Seit drei Monaten besuche ich nun die Gurukula in Florida. Eines der vielen Dinge, die sich seitdem in meinem Leben entscheidend veränderten, ist, daß ich mich jetzt immer zeitig am Abend hinlegen muß. Um sieben Uhr ist Schluß. Laksmi Moni kommt vorbei und sieht nach, ob wir artig und ruhig sind. Alle liegen still. Wenn sie weg ist, können wir weiter reden. Ich schlafe mit vier anderen Mädchen in einem Zimmer. Insgesamt sind wir vierzehn. Die älteste ist 17 Jahre alt, die jüngste neun. Alle anderen bewegen sich irgendwo dazwischen. Ich selber bin 11 Jahre alt. 

Um 3.30 Uhr müssen wir aufstehen. Um 4.00 Uhr fahren wir mit dem Bus zum Tempel, um dem ersten darsana von Gaura-Nitai beizuwohnen. Wir chanten von 5.00 bis um 5.30, dann geht es zurück in den asrama. Bis um sieben haben wir eine Freistunde, in der wir tun und lassen dürfen, was wir wollen. Meistens reden wir - manchmal auch ein bißchen prajalpa - und Rockmusik hören wir gern. Die gurupuja wird um 7.00 Uhr an Ort und Stelle abgehalten, anschließend geht es zurück in den Tempel, wo wir eine Srimad-Bhagavatam Klasse hören. Die Schule beginnt nach dem prasadam  um 9.30 Uhr. Wir lernen Mathematik, Geschichte, Grammatik, Englisch und Bhagavad-gita. Zwischen den Stunden haben wir jeweils einige Minuten Pause. Dann folgt das Mittagsprasadam und schließlich werden die Dienste verteilt. Hierzu wenden wir ein spezielles Verfahren an. Wir beitzen zu diesem Zweck eine Art Drehtür. Auf einer großen runden Scheibe stehen die Dinge aufgelistet, die zu tun sind, auf einer kleineren, welche mit einer Drehachse an der großen befestigt ist, unsere Namen. Die kleine Scheibe wird jeden Tag um ein Feld weiter gedreht. Zum Beispiel: großes Zimmer putzen, darunter der Name Laksmi Seva. Ist alles geputzt, beginnen die Schreibmaschinen- bzw. Computerkurse für die älteren Mädchen. Bis zum Abend dürfen wir dann während eines Ballspieles (z.B. Basketball) noch einmal ordentlich herumtoben. Ab und zu wird an einem Nachmittag auch ein Ausflug unternommen, beispielsweise ein Museumsbesuch. 

Mir gefallen der regulierte Tagesablauf und die Gemeinschaft mit den anderen Mädchen. Seit ich in Florida zur Schule gehe, bin ich viel zufriedener mit meinem Leben.

Liste von Krishna-Schulen
 
 
INITIATIVE GURUKULA Das Magazin für Krsna-bewußte Kindererziehung 
Nummer 10 (September/Oktober 1992) Seite 12 
Liste mit 31 Schulen, davon: 
9 in USA 
1 in Kanada 
5 in Indien 
1 in England 
1 in Österreich 
1 in Irland 
1 in Schweden 
1 in Frankreich 
2 in Italien 
1 in Belgien

Bericht über die in Deutschland geplante Schule
 
INITIATIVE GURUKULA Das Magazin für Krsna-bewußte Kindererziehung 
Nummer 10 (September/Oktober 1992) Seite 13
POSITIVE ZEICHEN 
von Astasiddhi devi dasi 

Hare Krsna, lieber Leser! 
Das jährliche Treffen unseres Vereins "Initiative Gurukula“ fand am Erscheinungstag Srila Prabhupadas auf der deutschen ISKCON-Farm am 22.8.1992 statt. Jimuta Prabhu zeigte uns voller Enthusiasmus Dias von der schönen internationalen Gurukula (Jungeninternat) in Mayapura, Indien, wo er mit seiner Familie lebt. Es gibt auch eine Tagesschule für Mädchen dort. 

Jagannidhi Prabhu stellte die kleine ISKCON-Schule in Wien vor, zu der Sugriva Prabhu eine Broschüre präsentierte. Diese Schule wurde durch die Zusammenarbeit von Sugriva Prabhu und Jagannidhi Prabhu, von dem die eigentliche Initiative dazu ausging, gegründet. Ihre unerschütterliche Überzeugung und Hingabe zu Srila Prabhupadas Anweisung, Gurukulas für unsere Kinder aufzubauen, wurden sie mit Erfolg gesegnet. Ihre Schüler haben die erste staatliche Prüfung glänzend bestanden, und die auf Heimunterricht basierende Schule kann sich weiter zu einer Gurukula entwickeln. 

Leider blieb durch praktische Umstände beim Treffen kaum Zeit, unsere Situation bezüglich Gurukula-Projekte in Deutschland zu diskutieren. Einige von uns Mitgliedern bedauerten das sehr. 

Sowohl während des Treffens als auch während meiner Vereinsarbeit komme ich ständig mit besorgten Müttern in Kontakt, die so gerne eine Gurukula für ihre Kinder in Deutschland hätten. Nachdem ich nach Hamurg-Schenefeld zurückgekehrt war, dachte ich sehr tief über meinen Dienst als stellvertretender Vorstand unseres Vereins und Mitarbeiter dieses Rundbriefes nach. Wie kann ich Euch Mitgliedern dienen? Was kann ich tun, um eine deutsche Gurukula zu inspirieren? 

Hier sind einige Zitate aus Briefen, die ich von ISKCON-Autoritäten erhalten habe, mit denen ich bezüglich unserer "lnitiative-Gurukula“ in Briefkontakt stehe: 

"Es ist eine Tatsache, daß unsere Bewegung noch immer einiges davon entfernt ist, ein voll ausgewachsenes Gurukula-System in entwickeln, das den Bedürfnissen all unserer Familien entgegenkommt. Bitte wartet nicht auf eine Lösung, die von höherer Instanz angeboten wird. Es ist völlig klar, daß die Eltern die Initiative ergreifen müssen, die Ausbildung für ihre Kinder zu organisieren. Es ist eine absolute Notwendigkeit für Dich und andere deutschsprachige Eltern, Euch zu treffen und auf realistische Art Eure Probleme zu diskutieren. Die Lösung der Probleme wird natürlich die Zusammenarbeit der verschiedenen ISKCON-Autoritäten erfordern, aber die Hauptverantwortung und Initiative liegt immer noch bei den Eltern. 

(Brief von Sri Rama Prabhu, Vorsitzender der ISKCON-Bildungsausschußes, vom 12.7.1991). 

"Danke, daß Du mich über Eure Situation informiert hast. Ich freue mich, daß Euer Rundbrief erfolgreich ist. Ich hoffe, daß Du die Kommunikation unter denjenigen, die in den deutschsprachigen Ländern mit Kindererziehung zu tun haben, aufrechterhalten kannst. Ich wäre froh, regelmäßig von Dir informiert zu werden. 
(Brief von Jagadisa Goswami, GBC-Mitglied, der damit beauftragt ist, einen ISKCON-Europa-Ausschuß für Erziehung zu gründen, vom 16.6.1992) 

"Ich habe mich sehr geehrt gefühlt, daß Du mich eingeladen hast, für den Gurukula-Rundbrief zu schreiben. Du hast Recht, man muß etwas tun, damit die Kinder im Krsna-Bewußtsein die größtmöglichen Chancen haben. Sie sind die Zukunft unserer Bewegung.“ 
(Sacinandana Swami, in einem Brief vom 28.7.1992) 
 

Aus diesen Zitaten gehen einige Tatsachen deutlich hervor. Zunächst muß also die Initiative, eine Gurukula zu gründen, von den Eltern kommen. (Dazu ist unser Verein da). Die tatsächliche Gründung einer Gurukula geschieht jedoch in Zusammnenarbeit mit ISKCON-Autoritäten. Die Mayapura-Gurukula ist so ein Beispiel. Auch Sugriva Prabhu und Jagannidhi Prabhu betreiben ihre kleine Heimschule in Zusammenarbeit mit ISKCON-Wien (genauso funktioniert die schwedische Gurukula). Hier in Deutschland können wir keinen legalen Heimunterricht betreiben, da dieser verboten ist. Jedoch kann man sich weigern, dieses Gesetz zu befolgen und einfach den Kampf gegen die Behörden aufnehmen und sein Kind zuhause unterrichten. Manche Christen haben es getan, und in einigen Fällen haben die Behörden es toleriert. Das ist jedoch keine Gurukula-Gründung, sondern illegaler, bestenfalls tolerierter Heimunterricht. Die einzige realistische vernünftige Alternative für ISKCON-Deutschland wäre es (das gleiche gilt für die Schweiz), daß die Eltern in Zusammenarbeit mit einem größeren ISKCON-Tempel das Geld für ein Schulgebäude aufbringen würden und mindestens einen professionellen Krsna-bewußten Lehrer engagieren, der mit Hilfe von geeigneten Gottgeweihten, die als Lehrerassistenten unter seiner Aufsicht unterrichten, den Unterricht leiten und organisieren kann. So funktionieren z.B die ISKCON-Gurukulas in Australien, an denen ich mein Gurukula-Training bekam, und so funktionieren auch ISKCON-Privatschulen in anderen Teilen der Welt. Das einzige, was wir eigentlich in Deutschhand tun müssen, um eine Gurukula zu gründen, besteht darin, daß wir dem obengenannten Beispiel der Privatschulgründung folgen und eine eigene Gurukula für Deutschland organisieren, wie es bereits in vielen anderen Ländern geschehen ist. 

Natürlich wollen alle Eltern eine Gurukula in der Nähe ihres Tempels, aber anstatt sich darüber uneinig zu sein, wo die erste Gurukula etabliert werden soll, muß man folgendes verstehen: Würde erst einmal in einem Tempel der Anfang gemacht, so könnten die anderen Tempel nachfolgen. Wir haben das Recht, eine Privatschule zu gründen, wie auch andere religiöse Gruppen es schon getan haben, das ist kein Problem. Die Frage ist nur, in welchem Bundesstaat die Gesetze zur Zeit am vorteilhaftesten sind und an welchem Tempel sich eine größere Gruppe von Eltern in Zusammenarbeit mit den Tempelautoritäten dazu entschließt, eine Privatschule zu gründen. 

Für die meisten EItern sowie Kinder ist ein Gurukula-Besuch  in Mayapura, Österreich oder sonstwo nicht realistisch. Die Eltern haben ihren Dienst und Wohnsitz in Deutschland und wollen hier bleiben, die Kinder wollen vielleicht nicht von den Eltern getrennt leben. Es bleiben die Rudolf-Steiner Schulen oder andere nicht Krsna-bewußte Schulformen. So wird es immer bleiben, wenn wir uns nicht jetzt entschließen, ernsthaft für die Gründung einer deutschen Gurukula zu arbeiten. 

Persönlich bin ich nicht qualifiziert, einen großen Einsatz zu machen. Ich kann unseren Vereinsmitgliedern lediglich nur damit dienen, die mir aufgetragenen Pflichten als stellvertretender Vorstand zu erfüllen. 

Ein Gurukula-Projekt ist nicht die Aufgabe einer einzigen Person, es erfordert die Zusammenarbeit und das Engagemnent vieler Eltern und Tempelautoritäten. Obwohl einige Gottgeweihte eine Gurukula-Gründung in Deutschland als zu schwierig oder gar unmöglich ansehen, sehe ich es optimistisch. 

Alle wichtigen Faktoren für eine Gründung sind da: es gibt engagierte Eltern (siehe unser ständig wachsendes Mitgliederregister), es gibt Tempel, es gibt Geld (Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt), es gibt professionelle Lehrer (unter den Gottgeweihten sowie unter Freunden), es gibt Gottgeweihte mit Talent, Kinder Krsna-bewußt zu beschäftigen und zu unterrichten (siehe Heidelberg-Ferienlager und Kindertheater Janmnastami). 

Srila Prabhupada hat gesagt: "Das Wort unmöglich gibt es nicht im Lexikon eines Vaisnavas.“ 

Ich wünsche, daß Sri Krsna uns mit viel Inspiration und Enthusiasmus segnet, und uns die Intelligenz gibt, den Traum einer deutschen Gurukula zu verwirklichen. Demnächst werde ich einige Gottgeweihte persölich um aktive Mitarbeit am Rundrief bitten. Vereinsmitglieder in Heidelberg und auf der deutschen Farm haben mir schon ihre Mitarbeit versprochen. 

Ein persönlicher Einsatz von Euch in Form von aktiver Teilnahme am Rundbrief macht uns alle enthusiastischer, fördert die Zusammenarbeit, das Verständnis und die Beziehungen zwischen den EItern im deutschen Yatra und inspiriert somit auch eine Gurukula-Gründung. Bitte versucht auch, aktiv neue Mitglieder zu werben da das ein äußerst wichtiger Einsatz ist um userem Fernziel einer Gurukula-Gründung näherzukommen. 

Mein spiritueller Meister Harikes Swami [vgl. AGPF-Info 14/98], sagte zu Vaidyanatha Prabhu, als ihm dieser im Herbst 1991 unseren ersten Rundbrief präsentierte, daß es gut sei, daß wir Eltern diesen Rundbrief herausgeben, daß aber unser Projekt größer, konkreter und stärker werden muß, damit er uns seine Unterstützung geben kann. Da Harikesa Swami als GBC-Repräsentant die Hauptverantwortung für alle ISKCON-Projekte in Nordeuropa hat (und auch anderen Plätzen wie Mayapura), wo er u.a. auch das Gurukula-Projekt voll unterstützt) würde sein Segen und seine Unterstützung von größter Bedeutung unseres Projektes sein. 

Das sollte uns inspirieren, härter daran zu arbeiten, die Voraussetzungen für ein konkretes Gurukula-Projekt zu schaffen. Wir können uns natürlich damit begnügen, nur einen kleinen Rundbrief herauszugeben, der interressante Artikel über Krsna-bewußte Kindererziehung enthält, aber das ist nicht genug. Harikesa Swami unterstützt Gurukula-Projekte wie in Mayapura und auch auf der schwedischen ISKCON-Farm, weil die Gottgeweihten sich dort ernsthaft eingesetzt haben, hart an den Pojekten zu arbeiten. Genau wie Srila Prabhupada wollen auch alle seine Nachfolger, unsere heutigen ISKCON-Gurus, unsere Kinder vor den Schulen der Materialisten bewahren. Aber wir als Eltern müssen diese Aufgabe in Angriff nehmen und hart dafür arbeiten. Dann werden auch wir mit Sicherheit den vollen Segen Srila Prabhumpadas, ja der ganzen Guruparampara und letztendlich Sri Krsnas erhalten, und plötzlich steht unsere deutsche Gurukula da. Das Wort unmöglich gibt es nicht im Lexikon eines Vaisnavas! 

Ich hoffe, Ihr und Eure Kinder seid bei bester Gesundheit und Krsna-Bewußtsein. Ich bedanke mich für Eure Unterstützung und Zusammenarbeit und hoffe auf einen inspirierenden Austausch im Rundbrief während dieses Vereinsjahres. Ich würde mich sehr freuen, wenn viele von Euch Mitgliedern sich nächstes Jahr zu Janmastami auf der deutschen Farm versammeln würden, um einen enthusiastischen, realistischen Austausch von Ideen, Wünschen und Plänen für eine Gurukula-Gründung zu haben. Wir werden nächstes Jahr dafür sorgen, daß sowohl Räumlichkeiten als auch genügend Zeit dafür zur Verfügung stehen. 

Eure Dienerin 
Astasiddhi devi dasi 
 

 

Das Krishna-Guru-Schulsystem
 
INITIATIVE GURUKULA Das Magazin für Krsna-bewußte Kindererziehung 
Nummer 10 (September/Oktober 1992) Seite 22
Gurukula und Varnasrama-dharma 
von Sri Rama dasa 
Ich möchte ein bischen in die Zukunft blicken und darüber sprechen, was wir für das von Srila Prabhupada gewünschte Schulsystem (eine Krsna-bewußte Gurukula in der modernen Welt) brauchen. 

Gurukula bedeutet "das Haus des spirituellen Meisters“. Die traditionelle Gurukula war das Heim eines gelehrten Brahmana, der dort qualifizierten und ernsthaften Schülern Zuflucht und Unterweisungen bot. 

Eines der Probleme, denen wir heutzutage gegenüberstehen, besteht darin, daß eine traditionelle Gurukula nicht gut mit der modernenGesellschaft zusammenpaßt. Und weil ISKCON eben eineumfassendeOrganisation ist, muß sich ihr Schulsystem im Gleichschritt mit der ganzen Institution entwickeln. 

Während viele verschiedene Vorstellungen existieren, wie diese Schwierigkeiten anzugehen sind, müssen wir verstehen, was essentiell ist und weder geändert noch ausgelassen werden darf. Wir müssen wissen, wie diese unerläßlichen Hauptbestandteile ohne die eine Gurukula, wie Srila Prabhupada sie wünschte, nicht möglich ist, aufrechterhalten werden können. 

Glücklicherweise vermittelte uns Srila Prabhupada was eine Krsna-bewußteSchule ihren Schülern geben muß. Welche Form die Schule auch annehmen mag,sie muß folgende Voraussetzungen erfüllen, um den Zielen unseres Gründer-Acaryas gerecht zu werden: 

1.) Gurukula muß ihre Schüler für eine lebenslange Mitgliedschaft und Teilnahme an der Bewegung für Krsna-Bewußtsein ausbilden.(Da dieTeilnahme viele verschiedene Formen annehmen mag, werden ISKCON-Schulen wahrscheinlich in ihren Unterrichtsmethoden variieren). 

2.) Gurukula muß ihre Schüler mit Eigenschaften ausstatten, die hingebungsvollen Dienst fördern, wiez.B. Ehrlichkeit, Sauberkeit, Demut und Enthaltsamkeit. 

3.) Gurukula soll ihreSchüler im praktischen Dienst für Krsna beschäftigen. Besonders sollen sie im Sädhana,dem regulierten hingebungsvollen Dienst, geschult werden. 

4.) Gurukula muß Unterwürfigkeit lehren, vor allem durch Hingabe an den Guru. 

Diese vierte Voraussetzung iast die am meisten umstrittene, weil sie der Laune einer liberalen Gesellschaft, durch die die meisten von uns bedingt worden sind, entgegensteht, zumal sie auch offen für Mißbrauch ist. Das letzte Jahrzent der Guru-Probleme in ISKCON hat der Hingabe an den Guru eine beängstigende Aussicht verliehen. Aber genauso wie sich unsereGesellschaft mit dieser Angelegeriheit auseinandersetzen mußte, so müssen es auch unsere Schulen tun. F(?) nmöglich, unsere materiellen Anhaftungen zu überwinden, ohne uns vom Guru formen und im Feuer der Hingabe härten zu lassen. 

Diese vier Vorraussetzungen zu erfüllen ist besonders jetzt schwierig. weil uns die soziale Struktur des Varnasrama fehlt, die Srila Prabhupada als die anderen fünfzig Prozent seiner Mission bezeichnet hatte. Nun wird Varnasrama für uns, seine Schüler und Anhänger, ein bedeutungsvollet Teil unserer Mission. 

Varnasrama ist dasSystem, das jeder Person eine Beschäftigung anbietet, die seinen persönlichen Eigenschaften angemessen ist. Wie können wir einen Lehrplan aufstellen, solange unsere Gesellschaft nicht als Varnasrama funktioniert? Eswird erwartet, daß die Schüler für eine sinnvolle Beschäftigung im Krsna-Bewußtsein ausgebildet werden. Aber ohne Varnasrama, wofür bilden wir sie genau aus? 

Unsere gegenwärtigen Schulen neigen dazu, ihre Schüler im kleinen Bereich desTempels und seiner Umgebungauszubilden. Oder sie gehen zum anderen Extrem über und arbeiten als verwestlichteSchule, denen "ein wenig Krsna hinzugefügt wird.“ 

Wir brauchen Gemeinschaften vorbildlicher Gottgeweihter. Wie sollen wir ansonsten unsere Kinder in den heiligen Eigenschaften ausbilden, diesie brauchen? Wir müssen eine lebhafte Krsna-bewußte Kultur schaffen.Wie sonst können wir mit den Reizen und den scheinbar glücklichen Umständen der städtischen Kultur Mayas konkurrieren? 

Vor allen Dingen brauchen wir gefestigte und beispielhafte Gottgeweihte als Führer unserer Kinder, die Respekt verdienen, welcher freiwillige Unterwürfigkeit und Hingabe zur Folge hat. 

Dennoch kann das Erziehungssystem unserer Gesellschaft dieser nicht Lichtjahre voraus sein. 

Wir müssen während dieser Reifephase der ISKCON Geduld bewahren und stufenweise auf das idealeSchulsystem, das sich Srila Prabhupada vorgestellt hat, hinarbeiten. 

In der Zwischenzeit düfen wir nicht aufgeben und unsere Kinder den Atheisten, Humanisten, Pseudo-Heiligenund anderen Nicht-Vaisnavas ausliefern. Sri Caitanya Mahaprabhu hat eindringlich vor der Gemeinschaft mit Nicht-Gottgeweihten gewarnt. Wie können wir es also rechtfertigen, daß unsere Kinder Schüler von Leuten werden, die über die grundlegenden Wahrheiten des Lebens in Unwissenheit sind? 

Ein Schulsystem zu errichten ist keine leichte Aufgabe. In unserer heutigen Welt bedeutet dies im allgemeinen die Unterstützung durch den Staat oder die Kirche. Nichtsdestotrotz ist es unsere Pflicht, dafür zu sorgen, daß alle unsere Söhne und Töchter dieGelegenheit bekommen, von einem Geweihten Krsnas in vorbildlicher Weise erzogen zu werden. 

Abgesehen von einigen Fehlschlägen gibt es auch erfolgreiche Krsna-bewußte Schulen, dieals Beispiel für verschiedene funktionierende Annäherungsversuche dienen können. Auch andere Alternativen, wie z.B. Heimschulen haben sich bewährt. Eltern und Devotee-Leader müssen zusammenarbeiten, um Schulprogramme für jedeGemeinschaft zu planen und auszuführen. Es wird nicht einfach sein. 

 

Berufsziele für Schüler der Krishna-Schulen
 
INITIATIVE GURUKULA Das Magazin für Krsna-bewußte Kindererziehung 
Nummer 10 (September/Oktober 1992) Seite 23
BRIEFE

Liebe Astasiddhi devi dasi, Hare Krsna! All glories to Srila Prabhupada! 
Danke für Deinen informativen Brief. Ich habe mich sehr geehrt gefühIt, daß Du mich eingeladen hast, für den Gurukula-Newsletter zu schreiben. Du hast Recht, man muß etwas tun, damit die Kinder im Krsna-Bewußtsein die größtmöglichen Chancen haben. Sie sind die Zukunft unserer Bewegung. 

Im Augenblick habe ich allerdings fürchterlich wenig Zeit. Sowie ich eine Lücke sehe, werde ich etwas schreiben. Alles Gute und viel spirituelle Stärke 
Sacinandana Swami

... Ich freue mich, daß es eine Gruppe unter Euch gibt, die versucht die Grundlagen für eine Gurukula-Entwicklung zu schaffen. Es ist praktisch und verantwortlich von Euch, auf diese Weise eine gute Zukunft für Eure Kinder anzustreben. 

... Es ist schön, daß Euer Rundbrief erfolgreich ist. Ich hoffe, daß Ihr die Kommunikation unter denjenigen, die mit Kindererziehung in derdeutschsprachigen Zone zu tun haben, aufrechterhalten könnt. Ich würde mich glücklich schätzen, regelmäßig von Euch informiert zu werden. 

... Bezüglich der anderen Frage sollen nicht nur Eltern, Lehrer und Gurus sondern alle Lebewesen von einem zivilisierten Menschen respektiert werden, besonders natürlich die Eltern, Lehrer und Gurus. Es ist vor allein wichtig, daß sie diese Erziehung in den frühen Schuljahren zwischen dem fünften und zwölften Lebensjahr erhalten, weil es schwierig ist, ihnen Respekt beizubringen, wenn sie bereits ins Teenageralter hineingewachsen sind. Dann neigen sie dazu, rebellisch zu sein, und wenn sie nicht in jungen Jahren gut gelernt haben, wird es für sie schwierig sein, das in der Jugend nachzuholen. 
Jagadisa Goswami

... Es is keine Frage, daß in den deutschsprachigen Ländern die Notwendigkeit für eine Gurukula besteht. Ich erhalte Briefe aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. Es scheint, daß viele Gottgeweihte bemerken, daß sie eine viel aktivere Rolle in der Erziehung ihrer Kinder spielen miissen. Obwohl Erziehung zweifellos eine Verantwortung der Gemeinschaft darstellt, muß die ursprüngliche Energie und der Tatendrang von den Eltern kommen. Es ist gut, daß Ihr beginnt, das zu verstehen. Ansonsten werden die Fehler der Vergangenheit wiederholt. 
Sri Rama dasa

Liebe Astasiddhi, schon seit langem will ich Dir schreiben, welche Schritte ich unternommen habe, um meiner Tochter die beste Schulerziehung zukommen zu lassen. Du weißt, wir haben vieles ausprobiert, und ich hatte zu Beginn des Jahres sogar mit einem Internat in Bayern Kontakt aufgenommen, in dem neben einer exklusiven Ausbildung auch vegetarische Kost gereicht wird. Das sind aber doch nur Äußerlichkeiten, die den Kern unseres .... [Seitenende] 
 

* der ISKCON-"Erziehungsminister" 
 


 
 



Impressum:


1. Version dieser Seite installiert am 26.2.2000





Diese Website wurde eröffnet im September 1998