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AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit 
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Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/Krishna-Enquete.htm  Zuletzt bearbeitet am 8.10.2009 
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Der Krishna-Kult
und die Enquete-Kommission des Bundestages
 

 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
 
 

1996 hat der Deutsche Bundestag die Enquete-Kommission "Sogenannte Sekten und Psychogruppen"eingesetzt.
Enquête-Kommission: von französich enquête, "Untersuchung“.  Mehr dazu unter http://www.AGPF.de/Enquete-Kommission.htm)
1998 hat diese ihren Bericht mit zahlreichen Empfehlungen abgeliefert.

Die Enquete-Kommission hat 1997 verschiedene Sekten und Psychogruppen angehört.
Der Krishna-Kult und die Enquete-Kommission werden in dieser Website an verschiedenen Stellen behandelt.
 
Aus: Enquete-Bericht, Buchausgabe Seite 24, Bundestagsdrucksache 13/10950 Seite 15  


"Die Enquete-Kommission hat folgende Gruppen zu nichtöffentlichen Anhörungen eingeladen: Alter Mystischer Orden Rosae Crucis (Rosenkreuzer), Bruno Gröning-Freundeskreis, Gemeinde auf dem Weg, Gesellschaft für Transzendentale Meditation (TM), International Society for Krishna Consciousness (ISKCON), Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), Landmark Education, Neue Akropolis, Osho, Scientology, Soka Gakkai, Universelles Leben e.V. (UL), Verein zur Förderung der psychologischen Menschenkenntnis (VPM), Vereinigungskirche, Zeugen Jehovas.  
Vertreter der Europäischen Arbeiterpartei (heute: Bürgerrechtsbewegung Solidarität) wurden eingeladen, haben der Einladung aber nicht Folge geleistet. Die Vertreter der Scientology-Organisation sowie des VPM erschienen zwar zur Anhörung, weigerten sich aber, Auskünfte zu geben.  
Aussteiger aus folgenden Gruppen bzw. Kursteilnehmer wurden in der Kommission angehört: Ananda Marga, Europäische Arbeiterpartei (heute: Bürgerrechtsbewegung Solidarität), Gemeinde auf dem Weg, Gesellschaft für Transzendentale Meditation, Kaizen, Landmark Education, Sant Thakar Singh, Scientology, Soka Gakkai, Universelles Leben e.V., Verein zur Förderung der Psychologischen Menschenkenntnis, Vereinigungskirche, Zeugen Jehovas."
 
 
Aus: Enquete-Bericht, Buchausgabe Seite 168, Bundestagsdrucksache 13/10950 Seite 86 - Hervorhebungen hinzugefügt  


5.2.4.3  Hinduistische und meditative Strömungen  
Auch das Spektrum hinduistischer Strömungen ist zu differenziert, als daß hier allgemeine Prinzipien formuliert werden könnten.  Für die Problematik von Kindern und insbesondere Jugendlichen sind vor allem die sogenannten, häufig hinduistisch beeinflußten und meditativ orientierten ”Jugendsekten” oder "-religionen” der siebziger und achtziger Jahre bedeutsam gewesen.  Gruppierungen wie etwa Bhagwan, Hare Krishna, Transzendentale Meditation, Ananda Marga etc. repräsentierten diese Strömung. Im Vordergrund standen damals Konflikte um den Abbruch der Beziehungen zwischen Jugendlichen und ihren Familien, die Abschottung von Außenbeziehungen, autoritäre Strukturen und Unterwerfungsforderungen in den Gruppen, Ausbeutung und Vereinnahmung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch die Gruppen, schließlich destruktive Zuspitzungen in Form von Selbstverbrennungen, Selbstmorden, Mordanweisungen und Gesetzesverstößen im Rahmen von Zentrumsgründungen (etwa für Osho (früher Bahagwan) in Oregon, Hare Krishna in den Rettershof-Vorfällen etc.). Inzwischen aber - darauf wurde bereits verwiesen - hat es wichtige Veränderungen und Entwicklungen innerhalb dieser Gruppen und Bewegungen gegeben.  Bei Osho finden sich inzwischen kritische Auseinandersetzungen mit der Oregon-Phase und der Guru-Position und insbesondere bei ISKCON zeigen sich deutliche selbstkritische Reflexionen und Bemühungen, in einen Dialog mit Kritikern, Eltern, dem regionalen Umfeld und der Öffentlichkeit einzutreten.  Diese betreffen vor allem die Rolle der Frau und damit auch geschlechtsspezifischer Stereotype und Erziehung in ISKCON, die Relativierung der Abschließung von der Umwelt in Form von Tempeln zugunsten einer stärkeren ”Gemeindeorientierung”, die Relativierung einer Orientierung von Kindern auf ”Gurukula”-Schulen und relativ abgeschlossene Milieus zugunsten einer stärkeren Integration in die umgebende Kultur, vor allem die deutliche Abwendung des ehemals praktizierten Umganges mit Eltern und Familien von Jugendlichen, die zu ISKCON stoßen.  Hier sind wohl ”Lernprozesse” einer ehemaligen ”Jugendreligion” festzustellen, die sich inzwischen damit auseinanderzusetzen hat, daß den ”Kindern der Bewegung” nicht die Möglichkeit genommen wird, sich - trotz alternativer Lebens- und Glaubensorientierungen - in die 
 

Den Initiativen waren ebenfalls "Bemühungen" aufgefallen.
Allerdings überwog der Eindruck, daß es sich um Bemühungen zur Täuschung der Öffentlichkeit gehandelt hat.
Zu den obigen Zitaten muß man umfangreiche gutachterliche Äußerungen der Psychologin Beate Roderigo hinzuzählen.
Diese Gutachten wurden in einem Buch veröffentlicht.
Man muß wohl davon ausgehen, daß obige Zitate weitgehend durch diese gutachterlichen Äußerungen beeinflusst worden sind.
 
 

Vorbereitung auf die Anhörungen durch die Enquete-Kommission

Bei Krishna-ISKCON wurden Anhänger auf diese Anhörungen vorbereitet.
Dabei tauchte offenbar ein Problem auf.
Bis etwa 1997 waren die Buchverkäufer (vgl. dazu Der Krishna-Strassenverkauf http://www.AGPF.de/Krishna-Strassenverkauf.htm) Bewohner der verschiedenen Krishna-Immobilien.
Vermutlich wurde der Leitung klar, daß ISKCON für diese wie für Angestellte verantwortlich war.
Das galt für das

ISKCON hätte somit Steuern und Sozialabgaben bezahlen müssen.
Also wurden die Buchverkäufer kurzerhand zu selbständigen Gewerbetreibenden umfunktioniert.
Aus den Mönchen wurden also Unternehmer.
Möglicherweise wurde dieser Vorgang auch rückdatiert.
Auf jeden Fall ging es um viel Geld.
Deshalb mußte verschleiert werden, daß es sich um Scheinselbständige gehandelt hat.
 

 
Bericht eines Ehemaligen über die Vorbereitung auf die Anhörung durch einen Beauftragten der Enquete-Kommission 


Man hat uns geschildert wie die öffentliche Lage ISKCON´s sei, und wie wir sie zu vertreten, bzw. darzustellen haben.  

Es hing sogar ein öffentliches Blatt am schwarzen Brett des Kölner Tempels wie die legale Situation ISKCON´s zu verstehen sei.  

Sinngemäß ging es darum, das ISKCON keinerlei Verpflichtungen den Bewohnern der Tempel gegenüber hätte, da jeder autark für sich selbstständig aus freien Stücken (praktisch wie in einer riesen Wohngemeinschaft!) in den Tempelgebäuden lebe, und dort in seiner Freizeit freiwillig Dienste verrichte, also zum Beispiel Bücher verkaufe.  
Für diese Dienste erhielte er freie Kost und Logis, müsse sämtlichen finanziellen, gesundheitlichen etc. Absicherungen selber treffen und entsprechende Vorkehrungen leisten.  

Das war für so manche ein Schock. Diejenigen, die sich da so völlig auf den Tempel hängten sahen auf einmal den Wind von wo ganz anders wehen.  

Denn nur wenige Wochen vorher war noch jeder ein "Mönch" gewesen. Man ging raus auf Buchverteilung, und da man das Geld gebracht hat, bekam man auch eine Versicherung.  
Aber wehe das Arbeitspensum unterschritt mal die Quote. Dann wurde man aus der "Sankirtan"-Gruppe ausgegliedert (zumindestens von den Reisenden, da die ein bestimtes Pensum hatten das erfüllt werden mußte. Ansonsten "lohnte" es sich nicht diese Person in einer Gruppe auf "Travelling" zu lassen. Der mußte dann allein vom Tempel aus raus. Und wenn das auch nicht ging landete er in der Küche, und wenn er dann da langsam durchdrehte gings ab nach Hause zu Mammi oder nach Indien.  
Wenn einer ernsthaft krank wurde, gings sowieso gleich nach Hause, da ISKCON die Kosten nicht übernehmen wollte. Nur bei sehr "hingegebenen" Seelen, die schon lange etwas für die Gruppe "getan" hatten, wurde mal eine Ausnahme gemacht.  

Ich war immer nur SEHR froh, selber über meine Eltern eine Krankenversicherung gehabt zu haben, denn die armen Schweine die es mal hin und wieder in Indien oder auch hier in Deutschland erwischte, denn ging es gar nicht besonders gut. Teilweise lagen die Wochenlang krank im "Asrama" auf dem Zimmer und konnten sich kaum bewegen. Das nannte man dann eine "maha"(große) Reinigung für die Seele. Aber wenn dann nicht nach absehbarer Zeit etwas geschah, mußte diese Person sich doch mal Gedanken machen die Eltern anzurufen.  

All diese Erinnerungen sollten natürlich überaus TABU sein für die Kommission, sondern die NEUE Reformierte ISKCON sollte repräsentiert werden. Da aber keiner so recht wußte, wie die denn auszusehen hatte, erklärte man es uns kurzerhand in sehr einfachen Schlagzeilen:  

  • spirituelle Wohngemeinschaft
  • freiwilliges Beisammensein
  • autonome Vorsorgungen
 
 
 
  



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